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  • Versicherer schätzen Schäden der Unruhen von Anfang Juli auf 730 Millionen € – 80 Millionen mehr als angekündigt

    Versicherer schätzen Schäden der Unruhen von Anfang Juli auf 730 Millionen € – 80 Millionen mehr als angekündigt

    Nach Angaben des Versicherungsverbands entfallen 90% der Kosten auf Schäden an gewerblichen Objekten und lokalem Behördeneigentum.

    Die Rechnung für die Versicherungsgesellschaften steigt um 80 Millionen Euro. France Assureurs kündigte am Mittwoch, dem 6. September, eine Neubewertung der Kosten für Schäden im Zusammenhang mit den Unruhen nach dem Tod des 17-jährigen Nahel Ende Juni und Anfang Juli, an. Die im Juli auf rund 650 Millionen Euro bezifferte Schadenssumme beläuft sich nach Angaben des Versicherungsverbands nun vielmehr auf 730 Millionen Euro.

    Schäden an gewerblichen Objekten und lokalen Behörden machen laut der neuesten Bestandsaufnahme mehr als 90% der Gesamtkosten aus. Insgesamt wurden von France Assureurs 15.600 Schadensfälle im Zusammenhang mit den Krawallen gezählt.

    „Diese Neubewertung der Schäden im Zusammenhang mit den gewalttätigen Unruhen und Protesten Ende Juni bestätigt den hohen Tribut, den die lokalen Gebietskörperschaften und ihre Versicherer für diese Krawalle zahlen mussten“, erklärt die Präsidentin des Verbandes, Florence Lustman. Die Fristen für die Meldung von Schadensfällen wurden auf Wunsch von Wirtschaftsminister Bruno Le Maire verlängert. Der Versicherungsverband hatte seine Mitglieder außerdem aufgefordert, die Selbstbeteiligungen für „kleine unabhängige Händler, die am härtesten von den städtischen Gewalttätigkeiten betroffen sind“, zu reduzieren.

    Zur Erinnerung: Der 17-jährige Nahel Merzouk wurde am Morgen des 27. Juni 2023 nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei im Pariser Vorort Nanterre von einem Polizisten erschossen. Der Jugendliche wurde erschossen, nachdem er sich einer polizeilichen Aufforderung widersetzt hatte. Der Tod des jungen Nahel durch eine Polizeikugel führte zu wochenlangen gewalttätigen Protesten und Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften in nahezu allen Städten Frankreichs.

  • Tod des 17-jährigen Nahel: Rathäuser und Autos in Brand gesteckt – 2. Nacht der Auseinandersetzungen in Frankreich

    Tod des 17-jährigen Nahel: Rathäuser und Autos in Brand gesteckt – 2. Nacht der Auseinandersetzungen in Frankreich

    Zwei Tage nach dem Tod des 17-jährigen Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen wurde, wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Frankreich 150 Personen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen festgenommen, wie Innenminister Gérald Darmanin auf Twitter mitteilte. Zwei Tage nach dem Tod des 17-jährigen Nahel, der am Dienstag in Nanterre (Hauts-de-Seine) bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen wurde, kam es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in mehreren französischen Städten erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften. Bei diesen Auseinandersetzungen wurden in ganz Frankreich 150 Personen festgenommen, wie Innenminister Gérald Darmanin auf Twitter mitteilte. Der Minister bedauert „eine Nacht unerträglicher Gewalt gegen Symbole der Republik“ und spricht von „Rathäusern, Schulen und Polizeistationen, die in Brand gesteckt oder angegriffen wurden“. Gérald Darmanin sprach den Polizisten, Gendarmen und Fe…

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  • Jugendlicher in Nanterre von Polizist getötet: Gewalt in den Pariser Vorstädten

    Jugendlicher in Nanterre von Polizist getötet: Gewalt in den Pariser Vorstädten

    Der Tod eines 17-jährigen Jugendlichen, der am Dienstagmorgen in Nanterre bei ein er Kontrolle durch einen Schuss eines Polizisten getötet wurde, führte zu heftigen Reaktionen und Gewalt gegen die Polizei in Nanterre, aber auch in anderen Städten im Großraum Paris. Der Polizist, der den Schuss abgegeben hatte, befindet sich zur Zeit in Polizeigewahrsam.

    Die Wut über den Tod des 17-jährigen Nahel, der am Dienstagmorgen in Nanterre westlich von Paris durch die Schüsse eines Polizisten getötet worden war, führte am Dienstagabend zu Gewalttätigkeiten. Im Viertel Vieux-Pont in Nanterre und in der Siedlung Pablo-Picasso kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften.

    Anwohner feuerten Feuerwerkskörper ab, die Sicherheitskräfte erwiderten das Feuer mit Tränengas und Gummigeschossen. Entlang der Gleise der Linie RER A zwischen Nanterre und Rueil-Malmaison wurden mehrere Feuer entzündet. Mindestens drei Autos und Mülltonnen wurden in Brand gesetzt. In einer Musikschule brach ein Feuer aus. Um 21 Uhr versammelten sich Anwohner vor einer Polizeistation und skandierten: „Die Polizei verstümmelt, die Polizei mordet“. Gegen 22.30 Uhr errichteten Anwohner sogar Barrikaden in mehreren Straßen.

    https://twitter.com/VictorStrand75/status/1673814269492690944

    In der Region Hauts-de-Seine wurden etwa 20 Personen festgenommen, so eine Bilanz der Präfektur Hauts-de-Seine um 3 Uhr morgens. Die Behörden mobilisierten für die Nacht zwei Einheiten mobiler Einsatzkräfte in Nanterre.

    Auch in Gemeinden in den nördlichen Vororten von Paris, in Asnières, Colombes, Suresnes (Hauts-de-Seine), Clichy-sous-Bois (Seine Saint-Denis) und Mantes-la-Jolie (Yvelines), kam es zu heftigen Spannungen.

    Ein Polizist in Polizeigewahrsam, zwei Untersuchungen eingeleitet.
    Nach dem Tod von Nahel M. wurde eine Untersuchung wegen Befehlsverweigerung und versuchter vorsätzlicher Tötung einer Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist, eingeleitet. Eine weitere Untersuchung, die wegen vorsätzlicher Tötung durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist, eingeleitet wurde, wurde der IGPN (Inspection générale de la police nationale), anvertraut. Der 38-jährige Polizist, der der Abgabe des tödlichen Schusses verdächtigt wird, wurde wegen des Verdachts der vorsätzlichen Tötung in Polizeigewahrsam genommen.

    Die Familie des getöteten Jugendlichen wird zwei Klagen einreichen: eine gegen den Schützen wegen Totschlags und seinen Kollegen wegen Mittäterschaft, die zweite wegen Falschaussage durch Polizisten, „die behauptet haben, der junge Mann habe versucht, einen Mord an ihnen zu begehen, indem er versucht habe, sie zu rammen, was durch die Sichtung des Videos formell widerlegt wird“, wie der Anwalt ankündigte.

    Im Jahr 2022 gab es in Frankreich 13 Todesfälle nach Befehlsverweigerungen bei Verkehrskontrollen. Das ist eine Rekordzahl.