Schlagwort: Polizeischüsse

  • Isère: Verletzter Mann erstattet nach Schuss eines Polizisten Anzeige wegen „vorsätzlicher Gewalt“

    Isère: Verletzter Mann erstattet nach Schuss eines Polizisten Anzeige wegen „vorsätzlicher Gewalt“

    In diesem Fall sind zwei Verfahren anhängig, eines wegen vorsätzlicher Gewalt gegen den Kläger Toufik B., ein weiteres wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Stadtpolizisten, der den Schuss abgegeben hat.

    Eineinhalb Monate, nachdem er in Fontaine, in der Nähe von Grenoble im Département Isère, von einem Schuss eines Stadtpolizisten getroffen wurde, hat der 38-jährige Toufik B. jetzt Anzeige wegen „vorsätzlicher Gewalt mit dauerhafter Behinderung“ erstattet, wie France Bleu Isère gemeldet hat. Toufik B. wurde am 15. Juni von einer Kugel ins Bein getroffen, nachdem er sich auf einem Motorroller geweigert hatte, für eine Polizeikontrolle anzuhalten.

    In dem Fall sind zwei Verfahren anhängig, eines wegen Befehlsverweigerung und vorsätzlicher Gewalt gegen Toufik B., ein weiteres wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Stadtpolizisten, der den Schuss abgegeben hat.

    Zum Zeitpunkt des Vorfalls fuhr der 38-jährige Mann Toufik B. mit seinem Roller auf der Uferstraße in Fontaine, die für Radfahrer und Fußgänger reserviert ist. Der Anwalt des Klägers, Emmanuel Decombard, räumt gegenüber dem Sender France Bleu Isère ein, dass sein Mandant einen Fehler beging, „der aber lediglich eine Ordnungswidrigkeit ist“. Er versichert, dass Toufik B. mit mäßiger Geschwindigkeit fuhr, als zwei Polizisten ihn mit Tränengas besprühten und dass sein Mandant daraufhin „in Panik geraten“ sei, er losgefahren sei und in diesem Moment von einem der Polizisten angeschossen worden sei.

    Der Anwalt kritisiert eine „unverhältnismäßige“ Reaktion der Polizei.
    Die Polizisten ihrerseits versichern, dass der Mann auf dem Roller sehr schnell gefahren sei, auf sie zugefahren sei und sogar einen der Beamten gerammt und ihn leicht am Knie und am Schienbein verletzt habe. In ihrem Bericht, den France Bleu Isère einsehen konnte, sprechen sie von Flucht und Befehlsverweigerung.

    Für den Anwalt von Toufik B. war die Reaktion der Polizei „völlig unverhältnismäßig“. Aufgrund der Schussverletzung musste er laut seinem Anwalt Emmanuel Decombard etwa 20 Tage im Krankenhaus bleiben und mit über 100 Stichen genäht werden. Er geht nun an Krücken, „macht dreimal pro Woche Krankengymnastik“ und „steht mit nichts da und hat vor allem keine Arbeit mehr“.

  • Marseille: Fünf Polizisten wegen des Todes eines 27-Jährigen während der jüngsten Unruhen verhaftet

    Marseille: Fünf Polizisten wegen des Todes eines 27-Jährigen während der jüngsten Unruhen verhaftet

    Andere Polizisten wurden ebenfalls vorgeladen, um als Zeugen vernommen zu werden, so die Staatsanwaltschaft von Marseille am Dienstag, dem 08 August, in einer Erklärung.

    Die Staatsanwaltschaft Marseille teilte heute in einer Pressemitteilung mit, dass fünf Polizisten der Spezialeinheit Raid am Dienstagmorgen, dem 8. August, in Polizeigewahrsam genommen wurden. Gegen sie wurde zusammen mit etwa zwanzig ihrer Kollegen von der IGPN (die „Polizei der Polizei“), die mit der Untersuchung des Todes eines 27-jährigen Mannes am Rande der Unruhen nach dem Tod des 17-jährigen Nahel in Marseille in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli betraut war, ermittelt.

    Mohamed Bendriss wurde vor dem Haus seiner Mutter leblos aufgefunden, nachdem er auf dem Lenker seines Motorrollers einen Schwächeanfall erlitten hatte. Nach seinem Tod im Krankenhaus stellte ein Arzt Spuren eines heftigen Aufpralls auf Höhe des Brustkorbs fest. Dieser Aufprall, der zum Tod des jungen Mannes führte, könnte die Folge eines Schusses mit einem Gummigeschoss gewesen sein.

    Mohamed Bendriss war nur etwa zwei Minuten nach dem angenommen Schuss einige hundert Meter weiter zusammengebrochen. In der Zeit zwischen dem Schuss und seinem Zusammenbruch sind keine weiteren polizeilichen Maßnahmen festgestellt worden.

    Ermittler der Kriminalpolizei und der IGPN versuchten daher, das Szenario der Tragödie zu rekonstruieren, insbesondere anhand der Videos, die in der Nacht aufgenommen wurden. Sie stützten sich dabei auf drei verschiedene Quellen: ein Amateurvideo, das eine Anwohnerin aus einer Wohnung heraus gedreht hatte, Überwachungsbilder aus einem Geschäft und schließlich das Video aus einem Polizeifahrzeug.

    Die Polizisten der Spezialeinheit müssen nun im Rahmen eines am 4. Juli eingeleiteten Ermittlungsverfahrens wegen „tödlichen Gebrauchs einer Waffe“ ihre Version von den Vorfällen in der Nacht der Tragödie liefern. Die Ermittlungen müssen jetzt klären, ob der tödliche Schuss mit dem Gummigeschoss vorschriftsmäßig war oder nicht.

  • Gendarm tötet einen mit einem japanischen Schwert bewaffneten 66-jährigen Mann im Pas-de-Calais

    Gendarm tötet einen mit einem japanischen Schwert bewaffneten 66-jährigen Mann im Pas-de-Calais

    Ein Gendarm tötete am Montagmorgen, 31. Juli, in Isbergues (Pas-de-Calais) mit seiner Dienstwaffe einen Mann, der ein langes japanisches Schwert schwang.

    Die Gendarmen waren am Montag, dem 31. Juli, kurz nach 11 Uhr in die Rue Cense-Balque in Isbergues gerufen worden, um einen Nachbarschaftsstreit zu schlichten, berichtet die Zeitung La Voix du Nord. Angesichts eines Mannes, der die Beamten mit einem Katana, einem japanischen Schwert, bedrohte, benutzte einer von ihnen seine Dienstwaffe und tötete den 66-jährigen Mann vor dessen Haus.
    Laut La Voix du Nord war der Mann sehr aufgebracht und ging mit dem Schwert in der Hand auf die beiden Gendarmen zu. Die Gendarmen hätten zunächst vergeblich ihre Elektroschockpistole eingesetzt. Der Gendarm, der von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte, schoss dem Mann ein erstes Mal ins Bein, woraufhin dieser wieder aufstand und mit dem Schwert weiter auf die beiden Gendarmen los stürmte. Der zweite Schuss verletzte ihn tödlich im Unterleib.

    Untersuchung, ob es sich um Notwehr handelte
    Das Opfer konnte von den herbeigerufenen Rettungskräften nicht mehr reanimiert werden. Er soll in der Nachbarschaft wegen ungewöhnlichen und gewalttätigem Verhalten bekannt gewesen sein und allein gelebt haben. Die Staatsanwaltschaft Béthune hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Umstände zu ermitteln und zu definieren, ob der Gendarm in Notwehr gehandelt hat.

  • Polizeigewalt: Zahlreiche Protestmärsche in Frankreich

    Polizeigewalt: Zahlreiche Protestmärsche in Frankreich

    In ganz Frankreich fanden am Samstag, dem 8. Juli, Demonstrationen gegen Polizeigewalt statt, nachdem der 17-jährige Nahel Ende Juni durch die Schüsse eines Polizisten ums Leben gekommen war. Die Demonstranten wollten insbesondere auch „die Freiheit zu demonstrieren“ verteidigen.

    Am Samstag, dem 8. Juli, fanden in Frankreich mehrere Märsche zum Gedenken an den 17-jährigen Nahel und gegen Polizeigewalt statt. Am Vormittag nahmen in Straßburg (Bas-Rhin) mehr als 500 Menschen an einer Demonstration teil und zogen durch das Stadtzentrum. „Was bei dem Mord an Nahel passiert ist, betrifft nicht nur die Menschen in den Vorstädten. Es betrifft die Arbeiterklasse in ganz Frankreich und es betrifft alle Franzosen“, sagt ein Demonstrant gegenüber Franceinfo.

    Die „Freiheit zu demonstrieren“ bewahren.
    In Saint-Nazaire (Loire-Atlantique) verlief eine Demonstration mit 150 Teilnehmern friedlich: „Die Demonstrationsfreiheit zu wahren ist wichtig. Die politische Vereinnahmung des Falls Nahel durch die extreme Rechte ist unserer Meinung nach bedauerlich“, argumentiert Jean-Luc Boero, Vorsitzender der Sektion der Liga für Menschenrechte in Saint-Nazaire. Die gleiche Stimmung herrschte in Marseille (Bouches-du-Rhône), wo es ebenfalls zu keinen Ausschreitungen kam.

  • Tod von Nahel: Anwalt der Familie prangert erneut Lügen des Polizisten an

    Tod von Nahel: Anwalt der Familie prangert erneut Lügen des Polizisten an

    Nach Nahels Tod wurde auf einem Polizeieinsatzformular vermerkt, dass das Opfer versucht habe, einen Polizisten zu rammen, während gleichzeitig ein Video diese Version widerlegte. Wenn der Beamte „notiert, dass ein Fahrzeug versucht hat, einen Polizisten zu töten, ist diese Information meiner Meinung nach wichtig genug, um sich nicht irren zu dürfen“, betont der Anwalt von Nahels Familie am Donnerstag.

    Rechtsanwalt Yassine Bouzrou, Anwalt der Familie von Nahel, prangerte am Donnerstag, dem 6. Juli, auf dem Sender Franceinfo erneut einen Einsatzbericht der Polizei an, „der wahrheitswidrig angibt, dass Nahel am Dienstag, dem 27. Juni, in Nanterre im Departement Hauts-de-Seine versucht hat, einen Polizisten zu rammen, indem er auf ihn zugefahren ist“. Die Familie reichte Klage wegen Urkundenfälschung ein. Ein Amateurvideo, das kurz nach der Tat in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, scheint das Gegenteil zu beweisen. „Wenn es kein Video gegeben hätte, um dieses Dokument zu widerlegen, hätte der Staatsanwalt entschieden, dass der Schuss des Polizisten vorschriftsmäßig war und somit hätte es nicht einmal eine Untersuchung gegeben“, erklärte der Anwalt.

    Es gibt ein von einem Polizisten verfasstes Dokument, in dem offenbar wahrheitswidrig angegeben wird, dass der 17-jährige Nahel versucht habe, einen Polizisten zu rammen, indem er auf ihn zufuhr. Diese Information wird in einem Dokument festgestellt, das in von einem Polizisten unterzeichnet wurde. Deshalb geht der Anwalt von Nahels Familie davon aus, dass dieses Dokument eine Fälschung darstellt, da die darin enthaltenen Informationen schlichtweg gelogen seien. Auf der Grundlage der falschen Information hatte der Staatsanwalt der Stadt Nanterre zunächst beschlossen, Ermittlungen gegen den inzwischen verstorbene Nahel wegen versuchten Mordes an einem Polizisten einzuleiten. Nach Aussage des Anwalts war es ein anderer, unbeteiligter Polizist, der den Einsatzbericht verfasst hatte – auf der Grundlage von Informationen, die ihm von den Polizisten gegeben wurden, die tatsächlich an der fatalen Verkehrskontrolle beteiligt waren.

    Der Polizist, der die Einsatzprotokolle schreibt, hört über Funk die Polizisten ab, die im Einsatz sind. Er verlässt sich dabei gänzlich auf die Meldungen der Polizisten, vor Ort. Diese wissen ganz genau, dass auf der Grundlage ihrer Informationen ein Protokoll ausgefüllt wird. Dieses Dokument ist anschließend von großer Bedeutung, denn es veranlasst nicht nur den Staatsanwalt, eine Untersuchung einzuleiten, sondern, vor allem im Fall Nahel hätten die Ermittlungen auf Grund des Protokolls den Polizisten, der geschossen hat, entlastet.

    Rechtsanwalt Yassine Bouzrou, Anwalt der Familie von Nahel, bekräftigt: „Der Beamte, der das Dokument ausfüllt, ist ein Profi. Wenn er notiert, dass ein Fahrzeug versucht hat, einen Polizisten zu rammen und zu töten, ist die Information meiner Meinung nach wichtig genug, um keinen Fehler zu machen.“

  • Meurthe-et-Moselle: Junger Mann nach Polizeischüssen im Koma

    Meurthe-et-Moselle: Junger Mann nach Polizeischüssen im Koma

    In Meurthe-et-Moselle liegt ein 25-Jähriger noch immer im Koma, nachdem er in der Nacht von Donnerstag auf Freitag am Rande der Unruhen durch einen Schuss verletzt worden war. Da die Ermittler inzwischen davon ausgehen, dass der Schuss aus einer Polizeiwaffe abgegeben wurde, wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Gewalt durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist“ eingeleitet.

    Nach der schweren Verletzung eines 25-jährigen Mannes in Mont-Saint-Martin (Meurthe-et-Moselle) in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird nun in Erwägung gezogen, dass der Schuss aus einer Waffe der Eliteeinheit der nationalen Polizei stammt, wie Franceinfo am Mittwoch unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Val de Briey meldete. Es wurde eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Gewalt durch eine Person, die Träger der öffentlichen Gewalt ist“ eingeleitet, die der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) übertragen wurde.

    Aimène, ein 25-jähriger Sicherheitsbeamter, war am Freitag, dem 30. Juni, gegen 1 Uhr morgens in Mont-Saint-Martin mit seinem Auto unterwegs als er von einer speziellen Munition am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann mit einem sogenannten Bean Bag beschossen wurde, d. h. einem nicht-letalen Geschoss, das aus einem Beutel, der kleine Kugeln enthält, besteht. Es stellte sich heraus, dass die Beamten der Sondereinheit, die im Rahmen der Unruhen im Zusammenhang mit dem Tod von Nahel zur Unterstützung der Polizei gerufen worden waren, in dieser Nacht in diesem Gebiet tatsächlich solche speziellen Waffen einsetzten: Abwehrkugelwerfer (LBD), Blendgranaten und eben auch diese Bean Bags.

    Laut den beiden anderen Insassen des Autos, die von den Ermittlern inzwischen angehört wurden, waren alle drei auf dem Weg zu einem Supermarkt in Luxemburg, das nur wenige Kilometer entfernt liegt, und nahmen nicht an den Ausschreitungen teil. Das von Aimène gesteuerte Auto wurde durchsucht, es wurden weder Steine noch Feuerwerkskörper gefunden.

    Die Beamten ihrerseits sagten aus, dass sie in dem chaotischen Gebiet mehrere Stunden lang mit Feuerwerkskörpern beschossen und mit Steinen beworfen wurden, die vor allem aus Fahrzeugen geworfen wurden. Die Beamten sagten, sie seien sich nicht bewusst gewesen, dass eines der als Antwort abgefeuerten Geschosse jemanden verletzt haben könnte. Sie wollen dies erst am nächsten Morgen erfahren haben, nachdem die Familie von Aimène Anzeige erstattet hatte.

    Die Ermittlungen sollen nun den gesamten Tathergang rekonstruieren. Eine weitere Person, die in derselben Nacht in demselben Gebiet durch einen Schuss aus einer Spezialwaffe verletzt wurde, wurde ebenfalls angehört. Diese Person wurde allerdings wesentlich leichter verletzt.

  • Spendenpool für den Polizisten von Nanterre: Nahels Mutter klagt gegen Rechtspolitiker Jean Messiha

    Spendenpool für den Polizisten von Nanterre: Nahels Mutter klagt gegen Rechtspolitiker Jean Messiha

    Der Anwalt von Nahels Mutter spricht von „betrügerischen Machenschaften zur Irreführung der Menschen“. Die Mutter von Nahel, der am Dienstag, den 27. Juni in Nanterre von einem Polizisten erschossen wurde, klagt gegen den Rechtspolitiker Jean Messiha wegen „bandenmäßigen Betrugs“, wie Franceinfo am Dienstag, dem 4. Juli berichtete. Jean Messiha hat einen Spendenpool zur Unterstützung der Familie des Polizisten gestartet, der den tödlichen Schuss auf den jungen Nahel abgegeben hat. Der Anwalt von Nahels Familie spricht von „betrügerischen Machenschaften, die darauf abzielen, Personen zu täuschen“, die sich an dem Pool beteiligen. In der Klage wird insbesondere hervorgehoben, dass Jean Messiha mutmaßliche Informationen aus Nahels Vorstrafenregister preisgegeben hat, um ihn zu „kriminalisieren“ und eine Bewegung zur Unterstützung des Polizisten zu schaffen. Außerdem habe er Nahel „öffentlich und wahrheitswidrig als Intensivtäter dargestellt“. Jean Messiha, früherer Sprecher des Rechtsextr…

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  • Tod von Nahel: Vergangene Nacht verlief ohne größere Zwischenfälle – Frankreich beruhigt sich

    Tod von Nahel: Vergangene Nacht verlief ohne größere Zwischenfälle – Frankreich beruhigt sich

    Emmanuel Macron kündigte ein „Notstandsgesetz“ an, um die Reparaturen in den Städten zu beschleunigen, die in der vergangenen Woche von den Unruhen besonders betroffen waren. Eine Woche nach dem Tod des 17-jährigen Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre (Hauts-de-Seine) von einem Polizisten erschossen wurde, scheint in Frankreich langsam wieder Ruhe einzukehren. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, den 5. Juli, wurden in ganz Frankreich „nur“ 16 Personen festgenommen, davon sieben in Paris und im Großraum Paris. Nach tagelangen Krawallen wurden in der vergangenen nacht keine größeren Zwischenfälle gemeldet, abgesehen von 116 kleineren Feuern auf öffentlichen Straßen. In der Nacht wurden außerdem acht Gebäude angezündet oder beschädigt und 78 Fahrzeuge in Brand gesetzt. In ganz Frankreich wurden innerhalb einer Woche 3.625 Personen in Polizeigewahrsam genommen, darunter 1.124 Minderjährige. Von diesen Personen mussten 990 bereits vor Gericht erscheinen und 380 wurden inha…

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  • Tod von Nahel: „Ein Verrückter, er hat geschossen“… die letzten Worte des Teenagers

    Tod von Nahel: „Ein Verrückter, er hat geschossen“… die letzten Worte des Teenagers

    Der Beifahrer, der sich im Fahrzeug des 17-jährigen Nahel befand, sprach jetzt über das schreckliche Drama, das sich am Dienstag, dem 27. Juni ereignet hat. Er beschreibt die letzten Momente des jungen Nahel.

    Am Montag, dem 3. Juli, berichtete der dritte Mitfahrer auf der Rückbank des gelben Mercedes, den der junge Nahel steuerte, über den Tod des 17-Jährigen am 27. Juni dieses Jahres. Der gerade 14 Jahre alt gewordene Beifahrer – mit Spitznamen Adam – wurde in Polizeigewahrsam genommen und von den Polizeikräften befragt.

    Der junge Mann verfasste daraufhin einen Brief, der an die Zeitung Le Parisien gerichtet war. Es ist Adams Vater, der den Journalisten diesen Brief übergab. In diesem Schreiben berichtet der junge Beifahrer über die letzten Momente von Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre, einem Vorort von Paris, von einem Polizisten aus nächster Nähe erschossen wurde. Der 14-jährige Junge erklärte, dass er an diesem Tag auf dem Weg zum Collège war, um eine Prüfung abzulegen. Auf dem Weg traf er Nahel, der einen gelben Mercedes fuhr: Dieser bot ihm an, ihn mit dem Auto zu seiner Prüfung zu fahren. „Mein Sohn wusste nicht, dass Nahel keinen Führerschein hatte und dass er noch minderjährig war“, erklärte Adams Vater gegenüber Le Parisien. Der Schüler setzte sich auf den Rücksitz des Fahrzeugs, da der Beifahrersitz von einem anderen Freund Nahels besetzt war.

    „Er ist ein Verrückter, er hat geschossen“
    Das Fahrzeug wird kurz darauf von Polizisten für eine Kontrolle angehalten. Zwei Polizisten, die der Abteilung öffentliche Ordnung und Verkehr (DOPC) angehören, forderten Nahel auf, den Motor des Fahrzeugs auszuschalten. „Nahel wollte nicht anhalten“, berichtet Adam in seinem Brief. Der gelbe Mercedes lieferte sich daraufhin eine Verfolgungsjagd durch die Straßen von Nanterre. Schließlich blieb das Fahrzeug in einem Verkehrsstau stehen. Die beiden Polizisten postierten sich auf Höhe der linken Vordertür neben dem Fenster von Nahel.

    „Die Polizisten […] richteten ihre Waffen auf Nahel“, berichtet Adam weiter. Laut dem 14-Jährigen erhielt Nahel „drei Schläge“ und versuchte, „seinen Kopf zu schützen“. Der Schüler behauptet, dass einer der Polizisten Nahel gewarnt habe, „dass er ihm eine Kugel in den Kopf schießen würde“. In seinem Schreiben erklärt Adam, dass Nahels Fuß „wahrscheinlich aus Panik die Bremse losgelassen hat, als er versuchte, sich zu schützen“. Das Auto mit Automatikgetriebe „fuhr von selbst weiter“. Laut Adam hat einer der Polizisten „seinem Kollegen gesagt, er solle schießen. Dann ging der Schuss los“. Der Junge schreibt, er habe in dem Moment nicht verstanden, dass sein Freund getroffen wurde: „Nahel, nachdem er die Kugel abbekommen hatte, sagte er: Das ist ein Verrückter, er hat geschossen“. Das Fahrzeug beschleunigte daraufhin „schlagartig“ und prallte gegen Straßenmobiliar. Nahel lag regungslos in seinem Sitz: „Es gab kein Blut, aber er war auf die Seite geneigt“, beschreibt Adam.

    Der Schüler versucht daraufhin, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Er wird sofort von den beiden Polizisten festgenommen. Auf online verbreiteten Videos ist zu sehen, wie einer der Polizisten ihn zu Boden wirft: „Ich habe meine Hände gehoben, damit er nicht auf mich schießt. Ich lag auf dem Boden. Ich sagte (dem Polizisten), dass ich nichts getan habe, und er sagte: Halt die Klappe. Und er hat mir Handschellen angelegt“, berichtet Adam. Der Schüler wird von den Polizisten abgeführt. Gleichzeitig sieht er, dass sein Freund eine Herzmassage erhält. Der Junge hörte, wie einer der beiden Polizisten seinem Kollegen sagte, dass er „nicht hätte schießen sollen, weil sie weiter hinten eine Straßensperre errichten wollten“. Adam wurde schließlich in Polizeigewahrsam genommen. Am späten Nachmittag des 27. Juni wurde der Gewahrsam wieder aufgehoben. Adam ist von den Geschehnissen gezeichnet: „Ich weiß, dass er leidet. Er hat Aussetzer. Er schläft im Moment sehr schlecht“, sagt der Vater gegenüber der Zeitung Le Parisien.

  • Tod von Nahel: Warum werden Bürgermeister von Randalierern besonders ins Visier genommen?

    Tod von Nahel: Warum werden Bürgermeister von Randalierern besonders ins Visier genommen?

    Rathäuser und Bürgermeister waren in den letzten Tagen bevorzugte Ziele der Randalierer in Frankreich. Alles andere als ein Zufall? „150 Rathäuser oder kommunale Gebäude sind seit Dienstag angegriffen worden, ein Novum in der Geschichte des Landes.“ Der Präsident der Vereinigung der Bürgermeister Frankreichs (AMF) David Lisnard schlägt vor dem Hintergrund eines nationalen Flächenbrandes nach dem Tod des jungen Nahel am Dienstag, dem 27. Juni, Alarm. Da in den letzten Tagen eine deutliche Zunahme der Angriffe auf Bürgermeister und politische Vertreter zu verzeichnen war, rief David Lisnard Bürgermeister und Bürger dazu auf, sich am Montag um 12 Uhr vor den Rathäusern im ganzen Land zu versammeln. Seit dem Rücktritt des Bürgermeisters von Saint-Brévin (Loire-Atlantique) Yannick Morez Anfang Mai, auf dessen Haus ein Brandanschlag verübt worden war, herrscht in der politischen Klasse Frankreichs das Gefühl vor, dass eine Grenze überschritten wurde. „Die Bürgermeister stehen an vorderster F…

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