Schlagwort: Paris

  • Drei Suspendierungen in einer Pariser Vorschule: Alarm im System

    Drei Suspendierungen in einer Pariser Vorschule: Alarm im System

    Es beginnt mit einem Flüstern, einem Verdacht, einer vagen Aussage eines Kindes. Dann folgen Wochen des Schweigens, Misstrauens, plötzlicher Maßnahmen. In einer Pariser Vorschule im 11. Arrondissement gipfelt dieses stille Unbehagen in einer Zahl: drei. Drei Animateure des schulischen Betreuungsteams sind dort innerhalb weniger Wochen suspendiert worden – alle wegen des Verdachts auf sexuelle Gewalt gegenüber Kindern. Der Ort des Geschehens: die Maternelle Bullourde. Eine gewöhnliche städtische Vorschule – jetzt ein Schauplatz großer Empörung und vieler Fragen. Drei Fälle, ein Ort, viele offene Fragen Der erste Fall geht laut Berichten auf einen Hinweis im Vorjahr zurück. Der Vorwurf: Exhibition vor Minderjährigen. Der zweite Fall trat nur wenige Tage nach Beginn des neuen Schuljahrs zutage. Hier lautet die Anschuldigung: sexuelle Belästigung eines Kindes. Der dritte Fall schließlich – der derzeit aktuellste – betrifft einen weiteren Betreuer derselben Einrichtung. Alle drei Personen w…

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  • „100.000-Euro-Kopfgeld“ auf einen Richter – Telegram-Mordkomplott erschüttert Frankreichs Justiz

    „100.000-Euro-Kopfgeld“ auf einen Richter – Telegram-Mordkomplott erschüttert Frankreichs Justiz

    Ein digitaler Mordauftrag, ein anonymer Telegram-Kanal, zwei Verdächtige – und im Zentrum: ein französischer Untersuchungsrichter, der nur knapp einem Anschlag entgangen ist. Was klingt wie das Drehbuch eines düsteren Thrillers, ist bittere Realität in Frankreich. Am Montag wurden zwei Männer in Paris offiziell unter Anklage gestellt. Der Vorwurf: „Vereinigung zur Vorbereitung eines Mordes“ und „Betrieb einer Onlineplattform für illegale Transaktionen in organisierter Bande“. Es geht um nichts Geringeres als den Versuch, die Justiz selbst ins Visier zu nehmen.

    Der Mordauftrag aus dem Nichts Im März bereits entdeckten Ermittler auf der verschlüsselten Plattform Telegram eine Nachricht, die die französische Justiz aufschreckte. Auf einem Kanal namens „Brozer mafia“, gefolgt von mehr als 5.000 Usern, tauchte ein Beitrag auf, der klang wie ein Aufruf zum Mord:Der Name und das Foto eines Pariser Untersuchungsrichters, dazu der Satz: „DZ Mafia / Contrat de 100k sur sa tête“ – ein Kopfgeld v…

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  • Kommentar: Paris übt den Ernstfall – und ignoriert doch den Elefanten im Raum

    Kommentar: Paris übt den Ernstfall – und ignoriert doch den Elefanten im Raum

    Paris ist schön. Paris ist stolz. Paris ist fragil.

    Ab dem 13. Oktober 2025 spielt sich in der französischen Hauptstadt ein ganz besonderes Theaterstück ab: eine fiktive Sintflut. Die Behörden simulierten eine Jahrhundertflut der Seine, als würde das Wasser morgen schon über die Ufer treten und sich die Metropole unter den Nagel reißen. Man übt Rettung, Evakuierung, Notkommunikation – und sonnt sich gleichzeitig in der Gewissheit, vorbereitet zu sein.

    Doch diese Gewissheit ist trügerisch.

    Denn während man in Gummistiefeln durch gedachte Hochwasserzonen stapft, spielte sich ein anderes, stilleres Drama ab: das totale Verkennen der Ursachen.

    Ja, der Klimawandel ist in Paris angekommen. Aber statt ihn zu bekämpfen, inszenieren wir seine Folgen wie eine Naturkatastrophe, die uns plötzlich und ohne Vorwarnung heimsucht. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

    Die Katastrophe ist nicht hypothetisch. Sie ist hausgemacht.

    Wer glaubt, dass eine sogenannte „crue centennale“ – also eine Flut mit einer 1-prozentigen jährlichen Wahrscheinlichkeit – ein reines Naturphänomen ist, hat nicht verstanden, was hier auf dem Spiel steht. Die Seine steigt nicht aus Jux und Tollerei über ihre Ufer. Sie tut das, weil jahrzehntelang gebaut, versiegelt, verdichtet wurde – ohne Rücksicht auf Wasserkreisläufe, natürliche Puffer oder ökologische Logik. Paris hat sich in ein steinernes Becken verwandelt, in dem Regen nicht mehr versickert, sondern wartet. Auf den großen Knall.

    Die Übung ist gut gemeint. Sie ist wichtig. Aber sie ist auch ein Symbol für eine gefährliche Strategie: Symptombekämpfung statt Ursachenanalyse.

    Was nützt ein perfekt geölter Evakuierungsplan, wenn man die Klimakatastrophe nicht verhindert, sondern verwaltet?

    Verstehen wir uns nicht falsch: Es ist absolut richtig, auf den Notfall vorbereitet zu sein. Doch während Feuerwehrleute und Rotkreuzhelfer Evakuierungswege testen, fahren auf der anderen Seite der Stadt weiterhin SUVs durch Viertel, die bei der nächsten Starkregenfront unter Wasser stehen könnten. Man diskutiert über Notstromaggregate – aber nicht über Energiereformen. Man füllt Sandsäcke – aber entwickelt keine Klimapolitik mit Rückgrat.

    Und dann steht da noch der Elefant im Raum: die soziale Ungleichheit der Katastrophe.

    Denn wer wird bei der nächsten realen Flut in Paris wirklich leiden? Wer wohnt in schlecht isolierten Kellergeschossen? Wer hat keine Rücklagen, keine Netzwerke, keine Möglichkeit, einfach ins Haus in der Provence zu fliehen? Sicher nicht die Entscheider in den oberen Etagen der Haussmann’schen Altbauten. Sondern die Alten, die Armen, die Alleingelassenen.

    Solche Simulationen, so nützlich sie auf dem Papier sind, offenbaren vor allem eines: unsere selektive Blindheit. Wir sehen das Wasser kommen – aber nicht, was es mit sich reißt.

    Warum trauen wir uns nicht, die Krise beim Namen zu nennen?

    Weil es unbequem ist. Weil es Veränderung braucht. Weil man plötzlich über CO₂-Budgets, Stadtbegrünung, Verkehrsberuhigung, Rückbau und soziale Gerechtigkeit reden müsste. Weil man anerkennen müsste, dass nicht die Flut das Problem ist – sondern wir.

    Vielleicht sollte Paris beim nächsten Mal nicht die Flut simulieren, sondern die Utopie: eine autofreie Innenstadt, begrünte Dächer, entsiegelte Plätze, gerechte Mieten, entschlossene Politik. Das wäre radikal. Und vielleicht sogar realistisch – wenn man nur will.

    Bis dahin bleibt uns das Planschbecken der Simulation.

    Aber wehe, das Wasser wird echt.

    Dann wird Paris nicht nur überflutet.

    Dann wird Paris entlarvt.

    Ein Kommentar von C.H.

  • Île-de-France: Wenn der Alarmton nur ein Test ist – Warum diese Woche tausende Handys aufheulen werden

    Île-de-France: Wenn der Alarmton nur ein Test ist – Warum diese Woche tausende Handys aufheulen werden

    Wer dieser Tage in Paris oder Umgebung lebt, sollte sich nicht wundern, wenn das Handy plötzlich schrill piept und eine Nachricht im Display aufblinkt: „ALERTE INONDATION. Message de la préfecture de Police. Crue de la Seine.
    Klingt ernst. Ist es aber nicht.

    Zwischen dem 13. und 17. Oktober findet in der gesamten Île-de-France ein groß angelegter Testlauf für das nationale Warnsystem FR-Alert statt. Ziel: herausfinden, wie gut das System funktioniert – und ob im Ernstfall wirklich alle erreicht werden.


    Ein Alarm, der keiner ist

    Am Dienstag, dem 14. Oktober, trifft der Test die französische Hauptstadt: Zwischen 13:00 und 13:30 Uhr wird im 15. Arrondissement ein „Alerte inondation“-SMS versendet. Ähnliche Tests laufen zur gleichen Zeit in den Nachbardepartements Seine-Saint-Denis, Val-de-Marne und Essonne – jeweils mit leicht abweichenden Zeiten, damit das Netz stabil bleibt.

    Die Nachricht klingt dramatisch, doch sie enthält eine klare Zusatzinformation:
    👉 „Exercice. Aucun geste n’est attendu.“
    Sprich: Kein Grund zur Panik, kein Handeln nötig.

    Die Stadt Paris betont, dass der Test rein technisch ist. Es gehe ausschließlich darum, sicherzustellen, dass der Alarm alle Mobiltelefone in einer bestimmten Zone erreicht – selbst wenn sie stummgeschaltet sind oder keine App geöffnet ist.


    FR-Alert – das digitale Pendant zur Sirene

    Das System FR-Alert ist Frankreichs Antwort auf eine zentrale Notfallwarnung per Mobilfunk. Es funktioniert über sogenannte „Cell Broadcasts“: Eine Nachricht wird an alle Geräte gesendet, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem definierten Gebiet befinden. Keine Anmeldung, keine App, keine Datenspeicherung.

    Vorteile? Geschwindigkeit und Präzision.
    Die Behörden können Menschen innerhalb von Sekunden über Katastrophen informieren – zielgenau dort, wo Gefahr droht, nicht landesweit.

    FR-Alert ist Teil des SAIP (Système d’Alerte et d’Information des Populations) und steht in Verbindung mit dem europäischen EU-Alert-System. Seit seiner Einführung 2022 wurde es mehrfach getestet – bei Sturmübungen, technischen Vorfällen oder in kleineren Regionen.

    Doch trotz aller Fortschritte bleibt eine Schwachstelle: Die Technik hängt am Netz. Fällt das Mobilfunknetz aus, sei es durch Stromausfälle oder Überlastung, kann auch FR-Alert ins Leere laufen.


    Warum gerade jetzt? – Das Großmanöver „HYDRO 25“

    Der Test ist Teil eines umfassenderen Plans namens „HYDRO 25“.
    Dabei geht es um nichts weniger als ein realistisches Szenario: eine große Seine-Flut.

    In der Übung wird eine starke, langanhaltende Regenperiode simuliert, die zu einem deutlichen Anstieg des Flusspegels führt. Die beteiligten Akteure – von Rettungsdiensten über Verkehrsbehörden bis zu Telekommunikationsanbietern – proben, wie sie reagieren, kommunizieren und zusammenarbeiten.

    Der Hintergrund ist ernst:
    Rund 630.000 Menschen in der Île-de-France leben in offiziell ausgewiesenen Hochwasserzonen. Etwa eine Million weitere in sogenannten „Zonen de fragilité“ – Gebieten, die bei einer großen Flut indirekt betroffen sein könnten.

    Und die Erinnerung sitzt tief:
    1910 stieg die Seine auf 8,62 Meter am Pont d’Austerlitz – Paris stand tagelang still, Keller liefen voll, Bahnhöfe waren unpassierbar.
    Auch die jüngeren Fluten von 2016 und 2018 haben gezeigt, wie schnell Verkehrswege und Versorgungsnetze an ihre Grenzen geraten.


    Keine Panik, kein Notruf

    Damit aus dem Test keine Massenverwirrung wird, ruft die Präfektur von Paris zur Ruhe auf.
    Wer den Alarm erhält, soll nicht die Polizei oder Feuerwehr anrufen – die Nummern sind für echte Notfälle reserviert.

    Das Geräusch mag unangenehm sein, der Zweck ist sinnvoll: Nur wenn das System in Friedenszeiten funktioniert, kann es im Krisenfall Leben retten.

    Nach Abschluss des Tests will die Präfektur zudem Feedback sammeln. Einige Empfänger erhalten einen Link zu einem kurzen Fragebogen, um die Reichweite und Verständlichkeit der Warnungen zu bewerten.


    Eine Übung – und eine Mahnung

    Hinter der nüchternen Technik steckt eine klare Botschaft: Übung schützt vor Schock.
    Denn mit dem Klimawandel nehmen extreme Wetterlagen zu – längere Regenphasen, plötzlich steigende Pegel, Überschwemmungen in urbanen Gebieten.

    Wer vorbereitet ist, bleibt handlungsfähig.
    Und wer weiß, dass der schrille Ton nur ein Test ist, spart sich den Adrenalinstoß.

    Also: Wenn Ihr Handy diese Woche Alarm schlägt – einfach tief durchatmen. Und kurz lächeln über die paradoxe Beruhigung, dass ein Katastrophenalarm manchmal das beste Zeichen von Sicherheit ist.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Als die Party kippte: Wie ein kostenloser Rap-Konzertabend in Paris zum Chaos wurde

    Als die Party kippte: Wie ein kostenloser Rap-Konzertabend in Paris zum Chaos wurde

    Was als Symbol für Offenheit und urbane Kultur gedacht war, endete in Tränengas und Schlagstöcken. Am Samstagabend, dem 11. Oktober, ist ein kostenloses Rap-Konzert im Pariser Forum des Halles aus dem Ruder gelaufen. Statt Beats und Euphorie – Panik, Verletzte, Festnahmen. Ein Vorfall, der Fragen aufwirft: Wie konnte eine musikalische Feier mitten im Herzen der Hauptstadt derart entgleisen? Ein Abend, der anders geplant war Das Festival Centrale Place sollte die urbane Szene feiern: kostenlose Auftritte, Nachwuchskünstler, Begegnungen zwischen Fans und Rappern. Der Schauplatz – das Forum des Halles – war bewusst gewählt: zentral, symbolisch, offen. Rund 800 Gäste hatte die Organisation ursprünglich eingeplant, mit Einlasskontrollen, Sicherheitskräften und klaren Abläufen.Doch gegen Abend füllten sich die Gänge des Einkaufszentrums weit über die Kapazitätsgrenze hinaus. Nach Angaben der Präfektur versammelten sich schließlich rund 2.000 Menschen. Der Rap, so viel steht fest, zieht die M…

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  • Spektakuläre Rettung am Arc de Triomphe: Wenn Paris den Atem anhält

    Spektakuläre Rettung am Arc de Triomphe: Wenn Paris den Atem anhält

    Ein Freitagabend im Herzen von Paris. Die Sonne senkt sich über die Champs-Élysées, Touristen schlendern durch die herbstliche Dämmerung, der Verkehr kreiselt wie gewohnt um den Place de l’Étoile. Und plötzlich – ein Rotorengeräusch, lauter als der Trubel. Ein Helikopter nähert sich dem Arc de Triomphe. Direkt über dem monumentalen Bogen schwebt er ein, zirkelt vorsichtig heran. Was aussieht wie ein filmreifes Spektakel, ist in Wahrheit ein dramatischer Ernstfall. Ein Mann, schwer verletzt, muss vom Dach des Nationaldenkmals evakuiert werden – per Luftrettung. Was ist passiert?

    Ein Sturz, der alles veränderte Die Fakten sind so nüchtern wie erschütternd: Ein Mann in den Siebzigern stürzt gegen 19 Uhr auf die Terrasse des Arc de Triomphe. Niemand weiß genau, wie es dazu kam. War es ein Ausrutscher? Ein gesundheitliches Problem? Die Ursachen sind noch unklar. Fest steht nur: Der Mann liegt schwer verletzt auf dem Dach des…

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  • „Ich glaubte, ich sei links – und dann hab ich geheiratet.“ Carla Bruni-Sarkozy zwischen Liebe, Macht und Ideologie

    „Ich glaubte, ich sei links – und dann hab ich geheiratet.“ Carla Bruni-Sarkozy zwischen Liebe, Macht und Ideologie

    Es war nur ein Satz. Ein leichter, fast koketter Scherz, hingeworfen zwischen zwei Gläsern Champagner vielleicht: „Je croyais que j’étais de gauche, pardi ! Et je me suis mariée…“Und doch war dieser Satz eine kleine Detonation.Denn in ihm steckt die ganze Widersprüchlichkeit einer Frau, die zwischen zwei Welten lebt – der Bohème und der Macht, der Gitarre und dem Protokoll, dem linken Habitus und der rechten Regierung. Carla Bruni-Sarkozy, das ewige Rätsel.

    Eine Kindheit links der Mitte Wer die Sängerin und frühere First Lady heute betrachtet, vergisst leicht, aus welchem Milieu sie stammt. In ihrer italienisch-französischen Familie war der Gang zur Wahlurne ein Ritual des linken Protests. Kunst, Kultur, Antifaschismus – das gehörte dazu wie die Musik im Elternhaus. Bruni selbst sagte einmal, sie hätte „niemals für die Rechte gestimmt“. Und als sie 2007 noch keine französische Staatsbürgerin war, hätte sie – wäre es möglich gewesen – lieber Ségolène Royal gewählt als Nicolas Sarkozy. …

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  • Mit Vollgas durch die Luxusfront: Spektakulärer Einbruch bei Chanel

    Mit Vollgas durch die Luxusfront: Spektakulärer Einbruch bei Chanel

    Vergangene Nacht in Paris – und alles andere als ruhig. Gegen halb fünf Uhr morgens am 2. Oktober 2025 erschütterte ein ohrenbetäubender Knall die Rue Royale. Glas splitterte, Metall verbog sich, Alarm schrillte. Innerhalb von Minuten war die Boutique von Chanel kein Symbol des Luxus mehr, sondern ein Tatort. Ein ramponiertes Alfa-Romeo-Modell, in den Eingang gerammt wie ein Vorschlaghammer gegen Porzellan. Drei Täter, so die ersten Ermittlungsergebnisse, griffen gezielt zu: Sorgfältig ausgewählte Handtaschen, exklusive Stücke aus der aktuellen Kollektion, verschwanden im Eiltempo aus den Regalen. Sekunden später war alles vorbei. Zurück blieben Trümmer – und viele Fragen.

    Die Handschrift der Profis Was wie ein plumper Einbruch klingt, folgt einem klaren Muster. Der Begriff dafür ist längst im französischen Polizeijargon angekommen: voiture-bélier – Auto-Ramme. Die Täter fahren rückwärts mit einem gestohlenen Fahrzeug in die Schaufenster exklusiver Läden, greifen, was sie tragen könne…

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  • Halima Ben Ali zwischen Justiz und Politik: Ein Balanceakt in Paris

    Halima Ben Ali zwischen Justiz und Politik: Ein Balanceakt in Paris

    Die jüngst erfolgte Festnahme von Halima Ben Ali in Paris liest sich wie ein Kapitel aus einem Politthriller – und doch ist es bittere Realität. Die jüngste Tochter des 2019 verstorbenen tunesischen Machthabers Zine El-Abidine Ben Ali steht plötzlich im Zentrum eines internationalen Rechtsstreits, der weit mehr ist als ein gewöhnliches Auslieferungsverfahren. Es geht um die Aufarbeitung der Diktatur, um Milliarden verschwundener Gelder, um politische Racheängste – und um die Frage, wie weit Frankreichs Justiz bereit ist zu gehen.

    Ein Moment mit politischer Sprengkraft Am 1. Oktober 2025 landet Halima Ben Ali auf dem Pariser Flughafen – und wird dort sofort verhaftet. Der Grund: eine rote Interpol-Notiz, ausgestellt von den tunesischen Behörden, die ihr massive Veruntreuung von Staatsgeldern vorwerfen. Vor dem Untersuchungsrichter in Paris wird schnell klar: Es geht nicht nur um die Frage, ob die Tochter eines gestürzten…

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  • Metro-Paris: Das Ende des Papiertickets – wie das Smartphone den Fahrschein ersetzt

    Metro-Paris: Das Ende des Papiertickets – wie das Smartphone den Fahrschein ersetzt

    Paris, Oktober 2025 – Er war klein, rechteckig und oft zerknittert: das berühmte Métro-Ticket aus Karton. Jahrzehntelang war es das Eintrittstor in die Pariser Unterwelt – jetzt verschwindet es. Ab April 2025 hat die Region Île-de-France eine schrittweise Abschaffung eingeleitet, die bis Ende des Jahres vollzogen sein soll. Stattdessen gilt: Wer in Paris Bus, Tram oder Métro fährt, nutzt künftig digitale Fahrscheine, geladen und validiert per Smartphone oder über eine kontaktlose Karte.

    Ein Abschied mit Ansage

    Neu ist die Idee nicht. Schon seit Jahren können Fahrgäste ihr Navigo-Abo oder Einzeltickets über die App von Île-de-France Mobilités direkt auf dem Handy speichern. Aber nun geht es ans Eingemachte: Am 8. April 2025 begann die systematische Abschaltung des Papierfahrscheins in 142 Bahnhöfen und Stationen. In Bussen und Straßenbahnen verschwindet er noch schneller.

    Das Ticket t+ – Symbol der Pariser Alltagsmobilität – wird seit Ende September 2025 gar nicht mehr verkauft. Wer noch Restbestände besitzt, darf diese lediglich bis zum 31. Dezember nutzen. Dann ist endgültig Schluss mit dem kleinen Karton, der Generationen von Pendlern begleitet hat.

    Wie funktioniert das neue System?

    Die digitale Billettwelt in Paris ruht auf mehreren Säulen:

    • Smartphone als Fahrkarte
      Über die App Île-de-France Mobilités oder Partner-Apps wie Bonjour RATP kaufen und speichern Fahrgäste ihre Fahrscheine. NFC macht das Handy oder sogar eine Smartwatch zum Drehkreuz-Schlüssel. Ein spannendes Detail: Manche Telefone lassen sich auch im ausgeschalteten Zustand validieren. Besonders praktisch ist der Navigo Liberté+, der erst am Monatsende die tatsächlich gefahrenen Strecken abrechnet.
    • Navigo Easy & Co.
      Wer das Handy nicht nutzen möchte, kann auf kontaktlose Karten zurückgreifen. Die Navigo Easy etwa wird mit Tickets für Metro, Zug oder Tram aufgeladen und klassisch vor das Lesegerät gehalten.
    • Ticket per SMS
      Im Bus reicht sogar eine Kurznachricht: Einfach „Bus“ plus Liniennummer verschicken, und das digitale Ticket landet als SMS aufs Handy – ein unkomplizierter Notnagel für alle, die gerade kein gültiges Ticket zur Hand haben.
    • Neue Tarife
      Parallel zur Abschaffung des Papierformats wurden die Preise vereinfacht: Seit Januar 2025 gibt es nur noch zwei Grundtickets – 2,50 € für Metro, Zug und RER, 2,00 € für Bus und Tram. Alles digital, alles flexibel, auch für Gelegenheitsnutzer.

    Chancen und Tücken

    Auf der Habenseite steht eine klare Bilanz: Weniger Müll, kein Gedränge mehr an Automaten, schnellere Abläufe. Der Schritt wirkt fast wie ein symbolischer Ritterschlag für das digitale Paris. Behörden versprechen sich zudem eine bessere Kontrolle gegen Schwarzfahrer.

    Doch der Fortschritt wirft auch Fragen auf.

    Was passiert, wenn das Handy keinen Saft mehr hat? Zwar funktionieren einige Modelle dank spezieller NFC-Chips selbst im ausgeschalteten Zustand – aber längst nicht alle. Und mal ehrlich: Wer ist noch nie mit leerem Akku in der Tasche unterwegs gewesen?

    Auch das Thema digitale Ungleichheit schwingt mit. Nicht jede ältere Person besitzt ein Smartphone, nicht jeder Tourist will sich erst durch Apps kämpfen. Hier werden die physischen Alternativen wie Navigo-Karten entscheidend sein, damit niemand vom Zugang ausgeschlossen wird.

    Hinzu kommt die Übergangsphase: Noch bis Ende 2025 zirkulieren Restbestände des alten Tickets. Parallel existieren Smartphone-Lösungen, Karten und SMS-Tickets – ein kleiner Dschungel an Optionen, in dem man sich schnell verirren kann.

    Und schließlich die Frage nach Daten und Sicherheit. Wer digital reist, hinterlässt digitale Spuren. Bewegungsprofile sind theoretisch möglich. Datenschützer mahnen deshalb klare Regeln und Transparenz an.

    Mehr als ein Fahrschein

    Der Abschied vom Papierticket ist mehr als ein technisches Update. Er symbolisiert einen Wendepunkt: Die französische Hauptstadt verabschiedet sich von einem Stück Alltagskultur und macht den öffentlichen Verkehr endgültig zum digitalen Service.

    Damit das gelingt, müssen die Betreiber aber eines beweisen: dass die neuen Systeme robust, inklusiv und verlässlich sind. Ein digitaler Fahrschein, der nicht funktioniert, ist irgendwie schlimmer als ein verlorenes Stück Karton.

    Das Smartphone soll zum Generalschlüssel der Mobilität werden. Ob es wirklich jeder nutzen kann – und will –, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

    Autor: Andreas M. Brucker