Schlagwort: Naturschutz

  • Meeresschutz oder Profit? Der Kampf um die Delfine im Golf von Biskaya

    Meeresschutz oder Profit? Der Kampf um die Delfine im Golf von Biskaya

    Die Fischerei im Golf von Biskaya ist nach einem Monat Pause wieder angelaufen – und kaum vier Tage später meldet die Umweltorganisation Sea Shepherd bereits den ersten toten Delfin. Um ein Zeichen zu setzen, präsentierte die NGO am Alten Hafen von La Rochelle den Kadaver eines gestrandeten Meeressäugers. Ein drastisches Bild, das eine unbequeme Wahrheit offenbart: Die Netze der Fischerei werden für unzählige Delfine jedes Jahr zur tödlichen Falle.

    Ein Delfin, gefangen im Netz – ein Einzelfall?

    „Die Fischerei hat gerade erst wieder begonnen, und schon haben wir den ersten Delfin in den Netzen“, erklärt Sea Shepherd am 26. Februar. Die Organisation kämpft seit Jahren gegen die hohen Beifangraten von Delfinen in französischen Gewässern und macht immer wieder mit aufsehenerregenden Aktionen auf das Problem aufmerksam.

    Der am Dienstag an der Küste der Vendée gefundene Delfin weist laut Sea Shepherd „eindeutige Spuren der Fischernetze“ auf. Natacha, Einsatzkoordinatorin der NGO in Frankreich, beschreibt die typischen Verletzungen: „Diese Tiere müssen alle acht Minuten auftauchen, um zu atmen. Sie geraten in Panik, kämpfen um ihr Leben – aber die Netze sind so fein, dass sie wie Rasierklingen schneiden.“ Ein qualvoller Tod, den jedes Jahr tausende Delfine erleiden.

    6.000 tote Delfine pro Jahr – und die Zahl steigt

    Sea Shepherd zeigt in La Rochelle eine klare Botschaft: „Tausende Delfine werden jedes Jahr in Frankreich getötet, damit ihr Fisch essen könnt.“ Eine drastische, aber realistische Aussage. Laut der NGO sterben jährlich etwa 6.000 Delfine in den Netzen der Fischer und industriellen Schleppnetzflotten entlang der französischen Atlantikküste.

    Die Zahlen sind erschreckend – doch warum gibt es nicht längst striktere Maßnahmen?

    Zwischen dem 22. Januar und dem 20. Februar durften größere Fischereiboote den Hafen nicht verlassen, um die Delfine in ihrer Fortpflanzungszeit zu schützen. Doch kaum ist das Fangverbot aufgehoben, geht das Töten weiter. Sea Shepherd fordert deshalb strengere und langfristige Regelungen – und nicht nur eine befristete Pause.

    Ist nachhaltige Fischerei überhaupt möglich?

    Die Debatte ist komplex: Fischerei sichert Existenzen, versorgt Millionen Menschen mit Nahrung – doch auf Kosten der marinen Artenvielfalt? Können wir guten Gewissens Fisch essen, wenn dabei Meeressäuger sterben?

    Während Fischerei-Verbände auf technische Lösungen wie akustische Warngeräte (sogenannte Pinger) setzen, kritisieren Umweltorganisationen diese als ineffektiv. Die Delfine gewöhnen sich an die Signale oder meiden bestimmte Gebiete – doch viele Netze bleiben für sie unsichtbar.

    Sea Shepherds Kampagne „Operation Dolphin Bycatch“ will das Problem an die Öffentlichkeit bringen. Denn eines ist sicher: Solange Beifang nicht ernsthaft reguliert wird, bleibt der Ozean für viele Delfine eine tödliche Falle.

    Autor: Andreas M. B.

  • Schutz des Oktopus in der Bretagne: Ein Paradigmenwechsel

    Schutz des Oktopus in der Bretagne: Ein Paradigmenwechsel

    Vor drei Jahren waren Oktopusse an den Küsten der Bretagne eine regelrechte Plage, und Fischer hatten freie Hand, um ihre Vermehrung einzudämmen. Doch heute sind sie so selten geworden, dass ihre Fischerei den ganzen Sommer über im südlichen Finistère verboten ist.

    Ein unerwarteter Wandel

    Am Mittwoch, dem 17. Juli, zeigte sich das Wetter von seiner launischen Seite – kein ideales Szenario für die Oktopus-Fischerei, die ruhiges Wasser braucht. Trotzdem fanden sich die Tiere in den Fangnetzen der Fischer. „Seit zwei, drei Jahren machen wir das mindestens vier oder fünf Monate im Jahr problemlos“, erzählt Mathis Prono, ein Fischer aus Quiberon (Morbihan). Diese Oktopusse landen allerdings nicht auf bretonischen Tellern. Ihr Ziel sind Spanien und Italien, wo die Nachfrage stetig hoch ist und die Preise bei etwa 10 Euro pro Kilo liegen.

    Oktopusse: Von der Bedrohung zur geschützten Art

    Noch vor wenigen Jahren waren Oktopusse in der Bretagne praktisch unbekannt. Heute sind sie ein fester Bestandteil der maritimen Landschaft. Doch die Fangmengen sind rückläufig. Seit dem 1. Juli gilt im Finistère ein dreimonatiges Fangverbot. Einige Fischer sind gegen diese Maßnahme, da Oktopusse eine Bedrohung für heimische Hummer, Jakobsmuscheln und Fische darstellen. Der Fischereiausschuss orientiert sich an spanischen Vorgehensweisen, wo temporäre Fangverbote zu nachhaltigerer Fischerei führten.

    Ein zweischneidiges Schwert

    Warum dieses auf und ab? Die Antwort ist simpel und komplex zugleich. Oktopusse haben sich in den letzten Jahren rasant vermehrt und begannen, das Gleichgewicht des marinen Ökosystems zu stören. Sie vernichteten die heimischen Hummer und Jakobsmuscheln, was nicht nur die Bestände dieser Arten, sondern auch die wirtschaftliche Existenz vieler Fischer bedrohte. Doch was geschieht jetzt, wo der Oktopus selbst zu einer seltenen Spezies geworden ist?

    Ein Balanceakt

    Das vorübergehende Fangverbot zielt darauf ab, die Oktopusbestände zu stabilisieren und gleichzeitig das ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Es ist ein Balanceakt zwischen Schutz und Nutzung, was auch den nachhaltigen Ansatz der spanischen Fischerei widerspiegelt. Dort haben solche Maßnahmen bereits Erfolge gezeigt, indem sie die Bestände geschont und gleichzeitig die Fischerei langfristig gesichert haben.

    Die Sicht der Fischer

    Die Fischer selbst sind in ihrer Meinung gespalten. Während einige das Verbot als notwendig erachten, um die Oktopuspopulation zu schützen, sehen andere ihre Existenz bedroht. Für viele ist der Oktopus ein wichtiger Teil ihres Einkommens, besonders in den Sommermonaten, wenn die Touristenströme zusätzliche Nachfrage generieren. „Wir verstehen die Notwendigkeit des Schutzes, aber es trifft uns hart,“ meint ein Fischer.

    Ein Blick nach vorn

    Die Zukunft der Oktopus-Fischerei in der Bretagne hängt von einer sorgfältigen Balance zwischen Schutzmaßnahmen und wirtschaftlichen Interessen ab. Wird der spanische Ansatz auch hier langfristig Erfolg haben? Nur die Zeit wird es zeigen. Fest steht, dass ohne nachhaltige Maßnahmen die Oktopusbestände weiter schrumpfen könnten – was weder den Fischern noch dem Ökosystem zugutekommt.

    Oktopusse haben in den letzten Jahren bewiesen, dass sie Überlebenskünstler sind. Doch auch diese faszinierenden Kreaturen sind nicht unverwundbar. Ihre Geschichte in der Bretagne ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie schnell sich ökologische und wirtschaftliche Realitäten ändern können und wie wichtig es ist, darauf flexibel zu reagieren.

    Ein Sprichwort besagt: „Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.“ Vielleicht sollten wir uns das auch für die Fischerei zu Herzen nehmen. Denn nur durch Anpassung und nachhaltige Praktiken können wir sicherstellen, dass sowohl der Oktopus als auch die Fischer eine Zukunft haben.

  • Das Ende der Vogelfallen in Frankreich: Eine langjährige Debatte findet ihren Abschluss

    Das Ende der Vogelfallen in Frankreich: Eine langjährige Debatte findet ihren Abschluss

    Am 6. Mai setzte der französische Staatsrat ein lang erwartetes Ende unter eine kontroverse Praxis: Die traditionellen Fangmethoden für Lerchen, speziell die Netze (Pantes) und Käfige (Matoles), wurden endgültig für illegal erklärt. Diese Entscheidung, die auch auf eine Nichtübereinstimmung mit europäischem Recht hinweist, markiert nicht nur das Ende solcher Fangmethoden, sondern auch den Abschluss einer politisch aufgeladenen Ära.

    Die Lerchen, oft als die freundlichsten kleinen Vögel betrachtet, Symbole der Freude, sind nun nicht mehr von solchen Fallen bedroht. Jahrzehntelang wurden sie gejagt und gefangen – eine Praxis, die nun Geschichte ist. Doch warum hat es so lange gedauert, bis diese Methoden verboten wurden, und was sagt das über die politische Landschaft aus?

    Bereits 1979 erließ Europa die erste Richtlinie, die das Fallenstellen für Vögeln verbot, doch es dauerte zehn Jahre, bis Frankreich diese Richtlinie in nationales Recht umsetzte. Selbst dann wurden einige Arten, wie die Ortolanammer, „versehentlich“ ausgelassen. Auch für andere Arten blieben Ausnahmen bestehen, sofern „keine Alternativen“ vorhanden waren, nur kleine Mengen gefangen oder strenge Kontrollen durchgeführt wurden.

    Die Folge? Jedes französische Departement hatte seine eigenen Ausnahmegenehmigungen. Von Drosseln und Amseln in der Provence und dem Aveyron bis zu Kiebitzen in den Ardennen – die Lerchen in Regionen wie Gironde, Landes, Lot-et-Garonne und den Pyrenäen-Atlantik waren besonders hart betroffen.

    Die Population der Feldlerchen, die bereits durch andere Bedrohungen belastet ist, hat in Frankreich seit den 1980er Jahren um 25% abgenommen. Ihr kräftiger Gesang, der 600 Noten umfasst, könnte bald der Vergangenheit angehören, so sehr wurden sie dezimiert.

    Die Liga für Vogelschutz (LPO) und die Organisation One Voice haben nach einem sechsjährigen rechtlichen Tauziehen schließlich das Ende dieser Fangmethoden erreicht. Nach und nach wurden die Ausnahmegenehmigungen angefochten und schließlich von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Gerichtshof in Frage gestellt.

    Obwohl der Staatsrat bereits im August 2021 das Fallenstellen generell verboten hatte, zeigte sich die französische Regierung unbeeindruckt und erließ neue Verordnungen und Ausnahmegenehmigungen, die ebenfalls angefochten und schlussendlich aufgehoben wurden.

    Nach fast einem halben Jahrhundert und zehntausenden von Vögeln, die einem unnötigen Schicksal zum Opfer fielen, scheint nun endlich ein Durchbruch erreicht zu sein. Diese Entscheidung unterstreicht, dass Tradition keine ausreichende Rechtfertigung ist, um das Gesetz zu umgehen und grausame Praktiken fortzusetzen.

    Dieses Kapitel in der französischen und europäischen Umweltpolitik lehrt uns eine wichtige Lektion: Der Schutz unserer natürlichen Vielfalt erfordert konstante Wachsamkeit und die Bereitschaft, veraltete Praktiken zu überdenken und zu beenden. War es das wert, so lange zu warten? Vielleicht lehrt uns die Antwort auf diese Frage, wie entscheidend es ist, unsere Gesetze zeitnah und effektiv umzusetzen.

  • Editorial zum Tag des Regenwurmes – ein Loblied auf die kleinen Helden der Erde

    Editorial zum Tag des Regenwurmes – ein Loblied auf die kleinen Helden der Erde

    Heute feiern wir einen oft übersehenen, bescheidenen Helden der Erde – den Regenwurm. Der Tag des Regenwurmes ist eine Gelegenheit, die unglaubliche Bedeutung dieser unscheinbaren Kreaturen für unser Ökosystem zu würdigen. Sie graben und bewegen sich im Verborgenen, doch ihre Rolle ist von unschätzbarem Wert für die Gesundheit unserer Erde.

    Regenwürmer, auch als „Ingenieure des Bodens“ bekannt, spielen eine entscheidende Rolle bei der Bodenbildung und -verbesserung. Ihr ständiges Graben und Bewegen von Erdreich durchlüftet den Boden, fördert die Wasserinfiltration und unterstützt die Entstehung fruchtbarer Erde. In gewisser Weise sind sie unsichtbare Architekten, die die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und die biologische Vielfalt legen.

    Biologische Superhelden:

    Die Verdauung der Regenwürmer ist ein regelrechter Superheldenakt. Indem sie organische Materialien durch ihren Verdauungstrakt befördern, brechen sie komplexe Substanzen in nährstoffreiche Partikel um. Dieser Prozess, bekannt als Vermicomposting, ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch eine natürliche Methode zur Herstellung von erstklassigem Dünger.

    Natürliche Bodenverbesserer:

    Der Regenwurm spielt eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Humus, einer Substanz, die dem Boden Struktur und Nährstoffe verleiht. Durch ihre Tätigkeit fördern sie die Fruchtbarkeit des Bodens, unterstützen das Pflanzenwachstum und tragen zur Erhaltung der Bodengesundheit bei.

    Ein Aufruf zur Wertschätzung:

    Am heutigen Tag des Regenwurmes rufen wir dazu auf, diese unscheinbaren Wunder der Natur zu schätzen. Ihre Arbeit im Verborgenen beeinflusst nicht nur die Landwirtschaft positiv, sondern auch die Erhaltung von Ökosystemen und die Bewahrung der Biodiversität. Die kleinsten Wesen können oft die größten Auswirkungen haben, und der Regenwurm ist ein lebendiges Beispiel dafür.

    Der Mensch und der Regenwurm: Eine symbiotische Beziehung:

    Es ist wichtig zu erkennen, dass die Gesundheit der Erde auch unsere eigene Gesundheit beeinflusst. Durch nachhaltige Landwirtschaftspraktiken und den Schutz der Umwelt können wir dazu beitragen, dass die Regenwürmer ihre lebenswichtige Rolle weiterhin erfüllen können. Indem wir den Tag des Regenwurmes feiern, feiern wir auch die Verbindung zwischen Mensch und Natur, die auf Respekt, Schutz und Wertschätzung basiert.

    Ein Appell zur Nachhaltigkeit:

    Lasst uns den Tag des Regenwurmes als Erinnerung nutzen, dass jede Kreatur, egal wie klein, eine entscheidende Rolle in unserem komplexen Ökosystem spielt. Die Fortführung nachhaltiger Praktiken und der Schutz unserer Umwelt sind nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den Regenwürmern, sondern auch gegenüber zukünftigen Generationen. In ihrer Bescheidenheit lehren uns die Regenwürmer eine wichtige Lektion über die Macht der kleinen Dinge und die Bedeutung einer nachhaltigen Coexistenz.

    In Ehrfurcht vor der Natur: Ihre Redaktion von Nachrichten.fr

  • Wie darf man sich in Frankreich im Sommer in der Natur oder am Meer entlang bewegen und wandern?

    Wie darf man sich in Frankreich im Sommer in der Natur oder am Meer entlang bewegen und wandern?

    Es sind Ferien, und Viele haben sich bereits auf den Weg in die sommerliche Erholung gemacht. Welche Rechte haben wir im Sommer in der Natur und an den Stränden Frankreichs?

    Wer im Sommerurlaub ans Meer fährt, stellt sich automatisch Fragen zu den Wegerechten entlang der Küste. Darf man in Frankreich überall am Meer entlang laufen? Darf man in Frankreich überall im Wald spazieren gehen und querfeldein laufen?

    In Bezug auf die Strände ist es wichtig zu wissen, dass einige Bereiche privat sind. In diesen privaten Bereichen muss man eine Zugangsgebühr bezahlen, z. B. indem man einen Liegestuhl mietet. Es gibt jedoch ein grundlegendes Prinzip im französischen Recht: Es ist verboten, einen Drei-Meter-Streifen an der Küste zu privatisieren. Personen dürfen nicht daran gehindert werden, den Drei-Meter-Streifen zu passieren oder entlang dieses Streifens zu spazieren. An einem Privatstrand kann es verboten sein, sich in diesem Bereich hinzulegen und sein Handtuch dort abzulegen, aber es ist erlaubt, zu Fuß zu gehen und an der Küste spazieren zu gehen. Die Privatisierung eines Strandes darf sich insgesamt nur auf einen kleinen Bereich des Strandes beziehen.

    Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel. Im Fall von Militärgelände, Flughäfen oder wenn die Anwesenheit einer wichtigen Persönlichkeit geschützt werden muss, kann der Zugang auch zu der 3-Meter-Zone verboten werden. Der Besitzer eines Hauses am Strand darf hingegen keine Barrieren aufstellen, die den Zugang zum Drei-Meter-Streifen verbieten. Andernfalls würde ihm eine Geldstrafe von 1.500 EUR drohen.

    In Bezug auf Wälder ist es wichtig zu wissen, dass mehr als drei Viertel der französischen Wälder in Privatbesitz sind. Können die Eigentümer den Zugang zu diesen Wäldern verbieten? Im Prinzip ja, aber sie müssen dies ausdrücklich mit Schildern oder Zäunen kennzeichnen. So ist es in Privatwäldern, sofern nichts anderes angegeben ist, zwar erlaubt, sich zu bewegen, aber Wanderer müssen unbedingt auf den Wegen bleiben, um die Umwelt nicht zu schädigen. Außerdem ist es nicht erlaubt, übermäßig viele Pilze, Früchte oder sogar Erde mitzunehmen.

    Und wie sieht es mit dem Picknick aus? Ist das erlaubt?

    Ja, Picknicks sind erlaubt, wenn sie am Rande der Wege stattfinden und die Umwelt nicht beeinträchtigt wird. Dies gilt sowohl in Privatwäldern als auch in Staatswäldern.

    Ist es in Frankreich erlaubt, querfeldein über Felder zu laufen?

    Nein, ein Feld ist Privateigentum, auch wenn es hier und da eine gewisse Toleranz geben kann. Wanderer und Spaziergänger müssen auf den markierten Wegen bleiben und es ist nicht erlaubt, Felder zu betreten, auch wenn sie nicht eingezäunt sind.

    Es ist wichtig, die geltenden Regeln zu beachten, wenn man als Tourist in Frankreich ohne Probleme einen harmonischen Sommerurlaub verbringen möchte. Obwohl Urlauber in der Natur und an den Stränden viele Freiheiten genießen können, ist es unerlässlich, die Rechte der Eigentümer respektiert und die Umwelt geschützt wird.

  • Tourismus: Übernachten in einem Naturschutzgebiet am Mittelmeer

    Tourismus: Übernachten in einem Naturschutzgebiet am Mittelmeer

    Kurs auf Saint-Lucie im Departement Aude, mitten in einem Naturschutzgebiet. Seit April kann man hier zu Abend essen und sogar übernachten. Der Zugang erfolgt zu Fuß oder eventuell mit dem Fahrrad – aber nur mit einem Führer.

    Wenn man den Kanal aufwärts fährt, trägt einen die Strömung bis zur Insel Sainte-Lucie (Aude). Auf dieser weitläufigen, noch unberührten grünen Fläche offenbart die Natur all ihre Reichtümer. Die wilden Landschaften bieten jedem, der sich dorthin begibt, das Gefühl, in einem zeitlosen Heiligtum zu sein. Um das zu genießen, muss man zunächst die erlaubten Wanderwege nutzen. Für eine Familie aus der Region ist es die perfekte Gelegenheit, einen Tag lang abzuschalten. „Man kann ganz in der Nähe sein und ist doch schon ganz woanders“, kommentiert der Familienvater auf dem Sender France 2.

    30 Schlafplätze
    Am Ende des Weges befindet sich eine zwischen Wasser und Vegetation verloren wirkende Wanderhütte, ein ehemaliges landwirtschaftliches Anwesen, das gerade erst renoviert wurde, um die von der Reise ermüdeten Wanderer aufzunehmen. Rozenn Olichon, die Chefin der Hütte, empfängt die Besucher. 30 Schlafplätze sind auf kleine Schlafsäle aufgeteilt, um einen vertraulichen Charakter zu wahren. Aber vorher gibt es nach dem Abendessen noch eine Exkursion in die Natur – bis die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Horizont verschwinden.

  • Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Die Menschen entfernen sich immer weiter von der Natur. Dies zeigt eine Zusammenfassung mehrerer internationaler Studien. Ein deutsch-französisches Team, an dem die Universität Leipzig und das CNRS beteiligt waren, hat 18 Studien zu diesem Thema zusammengefasst. Erste Schlussfolgerung: Unsere Lebensräume entfernen sich immer weiter vom Land und von den Wäldern. Die Forscher haben errechnet, dass die Menschen im Durchschnitt 9 km von einem Naturgebiet entfernt leben, das sind 7% mehr als im Jahr 2000. Alle Länder der Welt folgen diesem Pfad. Im Einzelnen ist die durchschnittliche Entfernung zu einem Wald in Europa und Ostasien am höchsten. Sie beträgt zum Beispiel in Frankreich 16 km und in Deutschland 22 km. Diese Situation lässt sich durch die Entwicklung der Städte erklären. Einerseits wächst die Stadtbevölkerung und die Stadt dehnt sich aus, aber die Autoren stellen auch fest, dass die Grünflächen innerhalb der Städte in den letzten 22 Jahren deutlich zurückgegangen sind. Vor allem …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Hitzewelle: Ausnahmeregelungen für fünf Atomkraftwerke notwendig

    Hitzewelle: Ausnahmeregelungen für fünf Atomkraftwerke notwendig

    Diese Ausnahmeregelungen sollen es den Kraftwerken ermöglichen, wärmeres Wasser als üblich in die Flüsse einzuleiten, was negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte.

    Ausnahmeregelungen auf Kosten der Umwelt? Die Atomkraftwerke Blayais, Saint-Alban-Saint-Maurice, Golfech, Bugey und Tricastin werden bis zum 11. September aufgrund der großen Hitze von umweltbedingten Ausnahmeregelungen bezüglich der Wassereinleitungstemperaturen profitieren. Mit einem Wermutstropfen: mögliche negative Auswirkungen auf die Umwelt.

    Lesen Sie auch: Frankreich: Welche Risiken birgt die neue Hitzewelle für die Atomkraftwerke?

    Ein am Samstag im Amtsblatt veröffentlichter Erlass legt „neue Grenzwerte für Wärmeeinleitungen fest, die für die Reaktoren der Kernkraftwerke Bugey, Blayais, Saint-Alban-Saint-Maurice, Golfech und Tricastin gelten“, Kraftwerke, die zum Teil bereits schon einmal in diesem Sommer von Ausnahmeregelungen profitiert hatten. Die Ausnahmegenehmigungen werden damit begründet, dass „ohne eine vorübergehende Änderung der derzeitigen Grenzwerte für Wärmeeinleitungen der Betreiber den Betrieb dieser Kernkraftwerke einstellen oder ihre Produktion drosseln müsste“.

    Jedes Kraftwerk muss sich an vorgeschriebene Grenzwerte für die Temperatur des eingeleiteten Wassers halten, um die umliegenden Flüsse nicht übermäßig zu erwärmen und um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. Die Kraftwerke entnehmen Wasser zur Kühlung der Reaktoren ab und leiten es anschliessend erwärmt wieder in die Flüsse ein.

    Die Ausnahmegenehmigung ist mit einem Programm zur verstärkten Überwachung der Umwelt verbunden. „Die Aufrechterhaltung der Stromproduktion der Reaktoren der Kernkraftwerke (…) auf einem Mindestniveau stellt im Hinblick auf die Sicherheit der Stromversorgung eine öffentliche Notwendigkeit dar“, heißt es in dem Erlass.

    Diese erneuten Ausnahmeregelungen haben Umweltverbände auf den Plan gerufen. „Das Atomkraftwerk Bugey hat gerade die Erlaubnis erhalten, wärmeres Wasser als üblich einzuleiten. Dies wird nicht zur Verbesserung der Artenvielfalt in der Rhône beitragen, die wie alle französischen Flüsse unter den Hitzewellen des Sommers leidet“, reagierte die NGO France Nature Environnement (FNE) auf Twitter.

  • Vercors: Bartgeierpaar gelang zum ersten Mal seit 100 Jahren wieder eine erfolgreiche Eiablage

    Vercors: Bartgeierpaar gelang zum ersten Mal seit 100 Jahren wieder eine erfolgreiche Eiablage

    Seit mehreren Jahren versucht der Naturpark Vercors die Wiederansiedlung dieser Art, indem er Vögel, die in Zoos oder Pflegezentren geboren wurden, ansiedelt, berichtet France Bleu Drôme.

    Für das Naturschutzgebiet Hauts Plateaux du Vercors ist dies ein grosses Ereignis, sagt Bruno Cuerva gegenüber France Bleu Drôme. Ein Bartgeierpaar hat ein Nest gebaut, in dem das Weibchen ein oder mehrere Eier gelegt hat.

    Es ist das erste Mal seit über einem Jahrhundert, dass diese Geierart sich in freier Natur wieder fortpflanzt.

    Spezialisten und Naturschützer beobachteten das Verhalten des Geierpaares genau. Ihrer Meinung nach besteht kein Zweifel an der erfolgreichen Eiablage. Wie France Bleu Drôme berichtet, wurde das Nest von den Geiern mit viel Geduld ausgearbeitet, und seit der Eiablage wechseln sich die beiden Bartgeier beim Ausbrüten der Eier ab.

    Laut Bruno Cuerva wird dadurch „eine Art wieder über den Vercors zurückkehren, die seit mindestens mehr als einem Jahrhundert von unserem Himmel verschwunden ist“.