Schlagwort: Natur

  • Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Die Menschen entfernen sich immer weiter von der Natur. Dies zeigt eine Zusammenfassung mehrerer internationaler Studien. Ein deutsch-französisches Team, an dem die Universität Leipzig und das CNRS beteiligt waren, hat 18 Studien zu diesem Thema zusammengefasst. Erste Schlussfolgerung: Unsere Lebensräume entfernen sich immer weiter vom Land und von den Wäldern. Die Forscher haben errechnet, dass die Menschen im Durchschnitt 9 km von einem Naturgebiet entfernt leben, das sind 7% mehr als im Jahr 2000. Alle Länder der Welt folgen diesem Pfad. Im Einzelnen ist die durchschnittliche Entfernung zu einem Wald in Europa und Ostasien am höchsten. Sie beträgt zum Beispiel in Frankreich 16 km und in Deutschland 22 km. Diese Situation lässt sich durch die Entwicklung der Städte erklären. Einerseits wächst die Stadtbevölkerung und die Stadt dehnt sich aus, aber die Autoren stellen auch fest, dass die Grünflächen innerhalb der Städte in den letzten 22 Jahren deutlich zurückgegangen sind. Vor allem …

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  • Umwelt: Der „Tag der Überschreitung“ fällt im Jahr 2022 auf den 28. Juli

    Umwelt: Der „Tag der Überschreitung“ fällt im Jahr 2022 auf den 28. Juli

    Am Donnerstag, dem 28. Juli, wird die Menschheit alles verbraucht haben, was unser Planet in einem Jahr produzieren kann, ohne sich zu erschöpfen, und für den Rest des Jahres geht es ans Eingemachte, warnen die NGOs Global Footprint Network und WWF.

    Am Donnerstag, dem 28. Juli 2022, ist der berühmte „Überschreitungstag“ der Erde. Um es anders auszudrücken, die Menschheit wird an diesem Tag „die Gesamtheit dessen, was die Ökosysteme in einem Jahr regenerieren können“, verbraucht haben. Kurz gesagt, es wären 1,75 Erden nötig, um die Weltbevölkerung nachhaltig zu versorgen, so der Indikator von Global Footprint Network und WWF, der Anfang der 1990er Jahre von Forschern entwickelt wurde und sich immer weiter verschlechtert.

    „In den verbleibenden 156 Tagen bis zum Jahresende wird unser Verbrauch an erneuerbaren Ressourcen darin bestehen, das Naturkapital des Planeten anzuknabbern“, stellt Laetitia Mailhes vom Global Footprint Network auf einer Pressekonferenz klar. Dies berücksichtigt nicht einmal die Bedürfnisse der anderen auf der Erde lebenden Arten. „Wir müssen auch Raum für die Wildnis lassen“, fügt sie hinzu.

    Ein „Überschreiten“ findet statt, wenn der menschliche Verbrauch die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ökosysteme übersteigt. Laut Global Footprint Network, die die Messung durchführt, hat sich die Situation in den letzten 50 Jahren immer weiter verschärft: 29. Dezember 1970, 4. November 1980, 11. Oktober 1990, 23. September 2000, 7. August 2010 – das waren die Überschreitungstage in der Vergangenheit. Im Jahr 2020 wurde dieses Datum aufgrund der Lockdowns wärend der Covid-19-Pandemie um drei Wochen nach hinten verschoben, bevor es wieder auf das frühere Niveau zurückfiel.

    Der ökologische Fußabdruck wird anhand von sechs verschiedenen Kategorien berechnet, „Ackerland, Weideland, Waldflächen, die für Waldprodukte benötigt werden, Fischgründe, bebaute Flächen und Waldflächen, die benötigt werden, um den Kohlenstoff zu absorbieren, der bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird“, und ist eng mit den Konsummustern verbunden, insbesondere in den reichen Ländern. Wenn beispielsweise alle Menschen so leben würden wie die Franzosen, wäre der „Tag der Überschreitung“ noch früher eingetreten, nämlich am 5. Mai 2022.


    WWF und Global Footprint Network weisen insbesondere auf unser Ernährungssystem hin, das „mit einem übermäßigen Verbrauch natürlicher Ressourcen, ohne den Bedürfnissen der Armutsbekämpfung gerecht zu werden“ auf der einen Seite und einer Epidemie von Übergewicht und Fettleibigkeit auf der anderen Seite aus den Fugen geraten ist.

    Insgesamt wird mehr als die Hälfte der Biokapazität der Erde (55%) für die Ernährung der Menschheit verwendet.

    Ein großer Teil der produzierten Lebensmittel und Rohstoffe wird verwendet, um Tiere zu füttern, die man anschließend verzehrt. In der Europäischen Union sind zum Beispiel 63% des Ackerlandes direkt mit der Tierproduktion verbunden. Die Landwirtschaft trage aber zur Entwaldung, zum Klimawandel durch die Emission von Treibhausgasen, zum Verlust der Artenvielfalt und zur Schädigung von Ökosystemen bei und verbrauche einen großen Teil des Süßwassers, erinnern die NGOs.

    Auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen plädieren sie dafür, den Fleischkonsum in den reichen Ländern zu senken. Wenn man den Fleischkonsum um die Hälfte reduzieren würde, könnte der Überschreitungstag um 17 Tage nach hinten verlegt werden. Und die Verringerung der Lebensmittelverschwendung würde den Überschreitungstag um weitere 13 Tage nach hinten verschieben. Weltweit werden etwa ein Drittel der Lebensmittel verschwendet!

  • Demografie: 66.988 000 Franzosen und ihre Sehnsucht nach dem Land

    Demografie: 66.988 000 Franzosen und ihre Sehnsucht nach dem Land

    Die letzte Volkszählung des INSEE zeigt, dass die Franzosen immer zahlreicher werden: 66.988.403, um genau zu sein. Hinter diesen Daten verbergen sich Unterschiede, die sich jedoch mit der Krise abschwächen könnten.

    In Frankreich lebten im Jahr 2019 66.988.403 Franzosen, wie aus der letzten offiziellen Volkszählung hervorgeht, die vom Statistik-Institut INSEE veröffentlicht wurde. Zwar wächst die Bevölkerung seit 1975 kontinuierlich, doch in den letzten zehn Jahren hat sich der Anstieg aufgrund einer niedrigeren Geburtenrate verlangsamt. Seit 2013 haben die meisten Gebiete Einwohner hinzugewonnen. Andere, wie die Region Hauts-de-France, haben eine stabile Bevölkerungszahl. Drei Gebiete, darunter Bourgogne-Franche-Comté und Guadeloupe, haben ihrerseits Einwohner verloren.

    Einige Departements wie die Gironde oder Haute-Corse verzeichneten im Gegensatz zu Paris einen Bevölkerungszuwachs. In den Städten stellen Demografen häufig eine Abwanderung der Bewohner fest, die aufs Land ziehen. 45 Millionen Franzosen lebten 2019 in Städten, während 22 Millionen in ländlichen Gebieten wohnen. Covid-19 könnte jedoch diesen Unterschied weiter verringern. „Mit der Einführung der Telearbeit ist auf dem Arbeitsmarkt etwas ziemlich Grundlegendes passiert, was vielleicht neue Standortentscheidungen ausgelöst hat“, erklärt Valérie Roux, Leiterin der Abteilung Demografie beim Insee auf dem Sender France 2.

    Lesen Sie auch: Immobilien : Immer mehr Pariser verlassen die Hauptstadt

  • Wildschweine, Rehe, Füchse, Wölfe, Bären… Was tun, wenn man auf ein wildes Tier stösst?

    Wildschweine, Rehe, Füchse, Wölfe, Bären… Was tun, wenn man auf ein wildes Tier stösst?

    Ein Spaziergang im Wald oder in den Bergen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Urlauber in den Herbstferien. Doch was tun, wenn man bei solch einem Ausflug auf ein Wildschwein, ein Reh oder gar einen Bären trifft?

    Schöne Herbstfarben und Pilzsuche: Der Herbst ist eine tolle Zeit für Spaziergänge im Wald oder in den Bergen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man dabei auf Rehe, Füchse oder Hirsche trifft. Doch welche Haltung sollte man gegenüber diesen Tieren einnehmen?

    Die meisten wilden Tiere neigen dazu, zu fliehen. Es ist sehr selten, dass eine solche Begegnung irgendwelche Gefahren für uns Menschen birgt. Man sollte allerdings sich den Tieren nicht nähern und nicht versuchen, sie zu ärgern. Wenn man also einem Tier begegnet, ist die erste Regel, Abstand zu halten.

    Wenn man ihnen so nahe kommt, dass man sie sieht, werden Hirsche, Rehe oder Hirschkühe in der Regel erschrecken und weglaufen. Eigentlich ist es eher ein Problem, sie zu beobachten, ohne dass sie weglaufen. Man muss schon sehr leise zu sein, wenn man sich ihnen nähern will, um sie zu bewundern.

    Was ist zu tun, wenn ein Wildschwein angreift?
    Einem Wildschwein begegnet man nur selten von Angesicht zu Angesicht. Aber wenn es mal passieren sollte, sollte man sich ruhig verhalten und nicht auf das Tier zulaufen. Am gefährlichsten ist es, einer Bache zu begegnen, die durch die Wanderer ihre Jungen bedroht sieht. Sollte man tatsächlich von einem Wildschwein angegriffen werden, ist es am klügsten, eine irgendwo hinaufzuklettern oder den Stamm eines Baum zu umkreisen und ihn so zwischen sich und dem Tier zu halten. Das Wildschwein wird schnell seine Angriffslust verlieren und sich entfernen.

    Bei Begegnungen mit Raubtieren wie Wölfen oder Luchsen, die den Instinkt haben, eine fliehende Beute zu verfolgen, ist eine der wichtigsten Regeln, niemals wegzulaufen. Man sollte sich leise zurückziehen und dem Tier nicht den Rücken zudrehen. Und sollte man tatsächlich einmal einem Braunbären begegnen, muss man ihm zeigen, dass man ihm nichts Böses will. Man sollte ihn beruhigend ansprechen und langsam zurückgehen und den Bären dabei anschauen. Experten sagen: „Wenn sich das Tier auf die Hinterbeine stellt, ist das zwar beeindruckend, aber nicht wirklich gefährlich“. Ein Braunbär kann nicht sehr gut sehen kann und mit der aufrechten Haltung versucht er, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was um ihn herum vorgeht.

    Und zu unser aller Beruhigung sei gesagt: Es gibt keine Berichte über Angriffe von Wölfen und Bären auf Menschen in Frankreich, das gleiche gilt für Luchse, auch sie haben noch nie Menschen angegriffen. Der Luchs ist ein Tier, das so groß ist wie ein deutscher Schäferhund, er ist sehr scheu und versucht Menschen unbedingt aus dem Weg zu gehen.

    Halten Sie Ihren Hund an der Leine
    Viele Tierschützer beklagen, dass die einzigen Probleme, die es mit Menschen gibt, Jäger mit ihren Hunden sind. Für Spaziergänger ist es daher nicht ratsam, mit einem nicht angeleinten Hund durch den Wald zu gehen. Das nicht an die Wildnis gewöhnte vierbeinige Begleiter könnte ein Wildschwein oder andere Tiere aufschrecken, was zu Problemen führen kann.

    Das einzige wirklich gefährliche Tier für Wanderer und Spaziergänger in den französischen Wäldern ist die Zecke, die die Borreliose übertragen kann. Selbst Vipern sind für Wanderer meist ungefährlich. Man muss wirklich auf sie treten oder sie bedrängen, damit sie zubeißen. Außerdem sind die meisten Schlangen in Frankreich keine Giftschlangen.

    Es gibt jedoch immer wieder Fälle, in denen Bussarde oder Möwen Menschen angreifen, aber nur, weil sie sich in ihrem Nistgebiet aufhalten. Auch hier gilt, die Tiere nicht stören und das Gebiet wieder verlassen.

    Wenn man sich diesen Satz zu herzen nimmt, dann wird auch nichts passieren: „Wenn du in der Wildnis bist, solltest du keine Angst haben, sei einfach vorsichtig und genieße“. Wichtig ist, dass man versucht, die Tiere zu schützen, anstatt Angst vor ihnen zu haben. Und dazu gehört auch, dass man sich an Wander- und Forstwege hält und den rest des Waldes den Tieren überlässt…

  • Umwelt: Mehr als 80% der natürlichen Lebensräume Europas sind in einem schlechten Zustand. 

    Umwelt: Mehr als 80% der natürlichen Lebensräume Europas sind in einem schlechten Zustand. 

    Da mehr als 80% der natürlichen Lebensräume auf ihrem Territorium in schlechtem Zustand sind, muss die Europäische Union ihre Natur, deren Verschlechterung sich auf das Wohlergehen der Bevölkerung auswirkt, besser bewahren, warnt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) am Montag.

    Die Zahlen zeigen, dass sich die Situation verschlechtert: Zwischen 2007 und 2012 befanden sich 77% der natürlichen Lebensräume in einer „ungünstigen“ Situation, im Vergleich zu 81% in der letzten analysierten Periode (2013-2018).

    „Wir brauchen eindeutig einen groß angelegten Aufschwung in Europa“, sagte Carlos Romao, einer der Autoren des Berichts und Experte der EEA, gegenüber der Presse. „Dies ist eine Notwendigkeit nicht nur für die biologische Vielfalt, sondern auch für die Agenda des Klimawandels.“

    Weniger als die Hälfte der Vögel (47%) haben einen als „gut“ bewerteten Erhaltungszustand – 5 Punkte weniger als in der vorherigen Studie zwischen 2007-2012.

    Vertraute Arten, wie die Feldlerche, und gewöhnliche Landschaften, wie die Heide-Ebenen, sind auf dem ganzen Kontinent im Niedergang begriffen.

    Die Bedrohungen, denen die Natur ausgesetzt ist, sind vielfältig: intensive Landwirtschaft, Urbanisierung – gekoppelt mit Tourismus und Freizeitaktivitäten -, nicht nachhaltige Waldnutzung, Umweltverschmutzung…

    So wirken sich Düngemittel beispielsweise negativ auf kleine Säugetiere wie Eichhörnchen und Hamster aus.

    Weitere Herausforderungen zeichnen sich ab, allen voran der Klimawandel, der Dürreperioden verursacht.

    Insgesamt identifizierte die EEA in den sechs Jahren (2013-2018), die der Bericht abdeckt, 67.000 menschliche Aktivitäten, die für die Naturzerstörung in den 28 EU-Ländern (einschließlich Großbritannien) verantwortlich sind.

    Besorgniserregend ist auch, dass für Bestäuber wichtige Lebensräume, die für unsere biologische Vielfalt von entscheidender Bedeutung sind, einen schlechteren Erhaltungszustand haben als andere, wie der Bericht feststellt.

    Aber das Bild ist nicht nur schlecht.

    Der Erhaltungszustand der Tierarten wird für 27% von ihnen als gut eingeschätzt, ein niedriger Wert, aber eine Verbesserung um 4 Punkte im Vergleich zur vorherigen Periode.

    Positiv zu vermerken ist, dass sich die Bemühungen um den Naturschutz auszahlen: Naturgebiete, die unter das Natura-2000-Netz der EU fallen, sind besser erhalten als andere Lebensräume, so die EEA.

    Diese Gebiete umfassen 18% der Landfläche (stabil im Vergleich zu 2012) und 10% (+4 Punkte) der Meere in der EU.

    Die Umwelt-Organisation Noah, ein Mitglied der Organisation Friends of the Earth, forderte Anfang Oktober eine Anhebung dieser Quoten auf 30%.