Schlagwort: Natur

  • Meuse – Wo Frankreichs Herz im Takt der Natur schlägt

    Meuse – Wo Frankreichs Herz im Takt der Natur schlägt

    Ein erster Blick: Wo liegt die Meuse? Die Meuse – das klingt zunächst nach einem ruhigen Fluss, der gemächlich durch Frankreich zieht. Tatsächlich aber versteckt sich hinter diesem Namen ein ganzes Département im Nordosten des Landes. Eingebettet in die Region Grand Est, schlängelt sich der Fluss durch ein Fleckchen Erde, das mit Geschichte, sanften Hügeln, […]

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  • Verduns verborgene Schätze: Wie das Biodiversitäts-Lotto bedrohte Natur rettet

    Verduns verborgene Schätze: Wie das Biodiversitäts-Lotto bedrohte Natur rettet

    Dort, wo einst der Erste Weltkrieg seine Spuren in die Erde brannte, wächst heute wieder Leben – zart, verletzlich, aber voller Hoffnung. Auf dem Douaumont-Plateau bei Verdun entfaltet sich derzeit eine stille, aber tiefgreifende Revolution: Die seltenen Kalkmagerrasen werden restauriert – mit Hilfe von Rubbellosen.


    Alte Schlachtfelder, neue Lebensräume

    Auf den ersten Blick wirken die Kalkrasen von Douaumont unscheinbar. Doch was da zwischen kargem Boden und den letzten Granattrichtern gedeiht, ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Diese offenen Lebensräume gehören zu den ökologisch wertvollsten Biotopen Europas – und sie sind akut bedroht.

    Sträucher, Dornengestrüpp, junge Bäume – sie dringen Jahr für Jahr weiter vor, machen die Flächen dichter. Ohne Eingriff verschwinden spezialisierte Arten wie der Bunte Gimpel, die Schlingnatter oder der Thymian-Ameisenbläuling. Und mit ihnen ein ganzes Ökosystem.


    Ein Lotto-Schein für die Natur

    Rettung kam in Form eines Spielscheins. Der „Mission Nature“-Rubbelkalender der französischen Lotteriegesellschaft FDJ sammelte Gelder für ausgewählte Biodiversitätsprojekte – und die Kalkrasen von Verdun gehörten zu den 20 Auserwählten.

    Mit 350.000 Euro Fördermitteln konnte ein ehrgeiziger Plan in die Tat umgesetzt werden. Fast zehn Hektar Fläche sollen freigelegt, invasives Gehölz entfernt und das Gebiet ökologisch gepflegt werden. Sorgfältig und größtenteils von Hand – denn Maschinen wären hier fehl am Platz.

    Das ist kein Schnellschuss, sondern gelebte Verantwortung.


    Ökologie mit Geduld und Pausen

    Interessant: Die Arbeiten mussten zwischenzeitlich pausieren – aus Rücksicht auf brütende Vögel. Erst ab Oktober darf wieder Hand angelegt werden. Ein gutes Zeichen dafür, wie ernst man den Schutzgedanken nimmt. Bis Jahresende sollen bis zu 90 Prozent der Fläche wieder als offenes Biotop erkennbar sein.

    Und wie reagieren die Tiere? Erste Rückkehrer wurden bereits gesichtet – die Natur bedankt sich prompt, wenn man ihr Raum lässt.


    Gemeinsam für die Artenvielfalt

    Das Projekt zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn öffentliche und private Akteure an einem Strang ziehen. Die Zusammenarbeit zwischen dem französischen Forstamt (ONF), der Lotteriegesellschaft und lokalen Partnern wirkt vorbildlich.

    Noch schöner ist aber die Rolle der Bürger. Denn jeder Rubbelgewinn finanzierte eben auch ein Stückchen Artenvielfalt – ein fast poetischer Gedanke.

    Wer hätte gedacht, dass aus einem simplen Los ein ganzer Lebensraum gerettet werden kann?


    Modellprojekt mit Signalwirkung

    Verdun steht exemplarisch für viele andere bedrohte Landschaften in Frankreich. Überall dort, wo traditionelle Nutzungsformen fehlen, droht der Verlust einzigartiger Ökosysteme. Die Botschaft ist klar: Wer Natur erhalten will, muss aktiv gestalten – nicht nur beobachten.

    Wiesen müssen gemäht, Ziegenherden müssen grasen, und manchmal müssen eben auch Motorsägen ran. Nur so bleibt das Gleichgewicht erhalten, das über Jahrtausende gewachsen ist.


    Erinnerung trifft Zukunft

    Dass dieses Projekt ausgerechnet in Verdun stattfindet – dem Inbegriff des Schreckens des 20. Jahrhunderts – verleiht ihm zusätzliche Tiefe. Auf den Flächen, wo einst Kanonen donnerten, blühen nun Enzian und Thymian. Das ist mehr als Renaturierung – das ist Versöhnung mit der Geschichte durch einen Blick nach vorn.

    So entsteht aus einer Kriegslandschaft ein Ort der Hoffnung. Eine stille Lektion in Sachen Nachhaltigkeit – und eine, die Schule machen sollte.

    Von C. Hatty

  • La Bresse: Naturwunder in den Vogesen – Wanderlust und Genüsse abseits des Alltags

    La Bresse: Naturwunder in den Vogesen – Wanderlust und Genüsse abseits des Alltags

    Schon mal darüber nachgedacht, einfach alles stehen und liegen zu lassen und in die Natur einzutauchen? La Bresse, ein kleines Juwel mitten in den Vogesen, ist genau der richtige Ort dafür. Hier treffen weite Wälder, sanfte Hügel und stille Seen aufeinander – ein Paradies für alle, die gern draußen unterwegs sind oder einfach mal durchatmen […]

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  • Flussabenteuer von Valence bis zum Mittelmeer – entlang der Rhône

    Flussabenteuer von Valence bis zum Mittelmeer – entlang der Rhône

    Die Rhône – mächtig, geschichtsträchtig, charmant – zieht sich wie ein flüssiges Band durch Südfrankreich. Wer sich auf eine Reise von Valence bis zur Mündung wagt, erlebt ein Mosaik aus Städten, Geschichte, Kultur und Natur, das in seiner Vielfalt kaum zu toppen ist. Startpunkt Valence – Renaissance trifft Rhône Los geht’s in Valence, wo sich […]

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  • Begegnungen in der Wildnis: Sollten wir uns in Frankreichs Natur vor Wölfen und Bären fürchten?

    Begegnungen in der Wildnis: Sollten wir uns in Frankreichs Natur vor Wölfen und Bären fürchten?

    Leserfrage: Muss man beim Wandern in Frankreich unangenehme Begegnungen mit einem Wolf oder einem Bären befürchten?

    In der unberührten Wildnis Frankreichs, von den dichten Wäldern der Pyrenäen bis zu den entlegenen Ecken der Alpen, teilen wir den Lebensraum mit einer Vielzahl von Wildtieren, darunter auch Wölfe und Bären. Doch mit der wachsenden Präsenz dieser großen Raubtiere stellt sich die Frage: Müssen wir uns in Frankreichs Natur vor ihnen fürchten? Eine Frage der Perspektive Auf den erste…

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  • Editorial zum Tag des Regenwurmes – ein Loblied auf die kleinen Helden der Erde

    Editorial zum Tag des Regenwurmes – ein Loblied auf die kleinen Helden der Erde

    Heute feiern wir einen oft übersehenen, bescheidenen Helden der Erde – den Regenwurm. Der Tag des Regenwurmes ist eine Gelegenheit, die unglaubliche Bedeutung dieser unscheinbaren Kreaturen für unser Ökosystem zu würdigen. Sie graben und bewegen sich im Verborgenen, doch ihre Rolle ist von unschätzbarem Wert für die Gesundheit unserer Erde.

    Regenwürmer, auch als „Ingenieure des Bodens“ bekannt, spielen eine entscheidende Rolle bei der Bodenbildung und -verbesserung. Ihr ständiges Graben und Bewegen von Erdreich durchlüftet den Boden, fördert die Wasserinfiltration und unterstützt die Entstehung fruchtbarer Erde. In gewisser Weise sind sie unsichtbare Architekten, die die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und die biologische Vielfalt legen.

    Biologische Superhelden:

    Die Verdauung der Regenwürmer ist ein regelrechter Superheldenakt. Indem sie organische Materialien durch ihren Verdauungstrakt befördern, brechen sie komplexe Substanzen in nährstoffreiche Partikel um. Dieser Prozess, bekannt als Vermicomposting, ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch eine natürliche Methode zur Herstellung von erstklassigem Dünger.

    Natürliche Bodenverbesserer:

    Der Regenwurm spielt eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Humus, einer Substanz, die dem Boden Struktur und Nährstoffe verleiht. Durch ihre Tätigkeit fördern sie die Fruchtbarkeit des Bodens, unterstützen das Pflanzenwachstum und tragen zur Erhaltung der Bodengesundheit bei.

    Ein Aufruf zur Wertschätzung:

    Am heutigen Tag des Regenwurmes rufen wir dazu auf, diese unscheinbaren Wunder der Natur zu schätzen. Ihre Arbeit im Verborgenen beeinflusst nicht nur die Landwirtschaft positiv, sondern auch die Erhaltung von Ökosystemen und die Bewahrung der Biodiversität. Die kleinsten Wesen können oft die größten Auswirkungen haben, und der Regenwurm ist ein lebendiges Beispiel dafür.

    Der Mensch und der Regenwurm: Eine symbiotische Beziehung:

    Es ist wichtig zu erkennen, dass die Gesundheit der Erde auch unsere eigene Gesundheit beeinflusst. Durch nachhaltige Landwirtschaftspraktiken und den Schutz der Umwelt können wir dazu beitragen, dass die Regenwürmer ihre lebenswichtige Rolle weiterhin erfüllen können. Indem wir den Tag des Regenwurmes feiern, feiern wir auch die Verbindung zwischen Mensch und Natur, die auf Respekt, Schutz und Wertschätzung basiert.

    Ein Appell zur Nachhaltigkeit:

    Lasst uns den Tag des Regenwurmes als Erinnerung nutzen, dass jede Kreatur, egal wie klein, eine entscheidende Rolle in unserem komplexen Ökosystem spielt. Die Fortführung nachhaltiger Praktiken und der Schutz unserer Umwelt sind nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den Regenwürmern, sondern auch gegenüber zukünftigen Generationen. In ihrer Bescheidenheit lehren uns die Regenwürmer eine wichtige Lektion über die Macht der kleinen Dinge und die Bedeutung einer nachhaltigen Coexistenz.

    In Ehrfurcht vor der Natur: Ihre Redaktion von Nachrichten.fr

  • Wie darf man sich in Frankreich im Sommer in der Natur oder am Meer entlang bewegen und wandern?

    Wie darf man sich in Frankreich im Sommer in der Natur oder am Meer entlang bewegen und wandern?

    Es sind Ferien, und Viele haben sich bereits auf den Weg in die sommerliche Erholung gemacht. Welche Rechte haben wir im Sommer in der Natur und an den Stränden Frankreichs?

    Wer im Sommerurlaub ans Meer fährt, stellt sich automatisch Fragen zu den Wegerechten entlang der Küste. Darf man in Frankreich überall am Meer entlang laufen? Darf man in Frankreich überall im Wald spazieren gehen und querfeldein laufen?

    In Bezug auf die Strände ist es wichtig zu wissen, dass einige Bereiche privat sind. In diesen privaten Bereichen muss man eine Zugangsgebühr bezahlen, z. B. indem man einen Liegestuhl mietet. Es gibt jedoch ein grundlegendes Prinzip im französischen Recht: Es ist verboten, einen Drei-Meter-Streifen an der Küste zu privatisieren. Personen dürfen nicht daran gehindert werden, den Drei-Meter-Streifen zu passieren oder entlang dieses Streifens zu spazieren. An einem Privatstrand kann es verboten sein, sich in diesem Bereich hinzulegen und sein Handtuch dort abzulegen, aber es ist erlaubt, zu Fuß zu gehen und an der Küste spazieren zu gehen. Die Privatisierung eines Strandes darf sich insgesamt nur auf einen kleinen Bereich des Strandes beziehen.

    Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel. Im Fall von Militärgelände, Flughäfen oder wenn die Anwesenheit einer wichtigen Persönlichkeit geschützt werden muss, kann der Zugang auch zu der 3-Meter-Zone verboten werden. Der Besitzer eines Hauses am Strand darf hingegen keine Barrieren aufstellen, die den Zugang zum Drei-Meter-Streifen verbieten. Andernfalls würde ihm eine Geldstrafe von 1.500 EUR drohen.

    In Bezug auf Wälder ist es wichtig zu wissen, dass mehr als drei Viertel der französischen Wälder in Privatbesitz sind. Können die Eigentümer den Zugang zu diesen Wäldern verbieten? Im Prinzip ja, aber sie müssen dies ausdrücklich mit Schildern oder Zäunen kennzeichnen. So ist es in Privatwäldern, sofern nichts anderes angegeben ist, zwar erlaubt, sich zu bewegen, aber Wanderer müssen unbedingt auf den Wegen bleiben, um die Umwelt nicht zu schädigen. Außerdem ist es nicht erlaubt, übermäßig viele Pilze, Früchte oder sogar Erde mitzunehmen.

    Und wie sieht es mit dem Picknick aus? Ist das erlaubt?

    Ja, Picknicks sind erlaubt, wenn sie am Rande der Wege stattfinden und die Umwelt nicht beeinträchtigt wird. Dies gilt sowohl in Privatwäldern als auch in Staatswäldern.

    Ist es in Frankreich erlaubt, querfeldein über Felder zu laufen?

    Nein, ein Feld ist Privateigentum, auch wenn es hier und da eine gewisse Toleranz geben kann. Wanderer und Spaziergänger müssen auf den markierten Wegen bleiben und es ist nicht erlaubt, Felder zu betreten, auch wenn sie nicht eingezäunt sind.

    Es ist wichtig, die geltenden Regeln zu beachten, wenn man als Tourist in Frankreich ohne Probleme einen harmonischen Sommerurlaub verbringen möchte. Obwohl Urlauber in der Natur und an den Stränden viele Freiheiten genießen können, ist es unerlässlich, die Rechte der Eigentümer respektiert und die Umwelt geschützt wird.

  • Umwelt: Unberührte Naturgebiete locken Besucher in die Camargue

    Umwelt: Unberührte Naturgebiete locken Besucher in die Camargue

    Der Süden Frankreichs dürfte mit einer der schönsten Naturregionen Frankreichs, der Camargue, in der mehrere Gemeinden mit dem Label Grand Site de France ausgezeichnet sind, im Sommer viele Touristen erleben.

    Manchmal wird sie auch die kleine Camargue genannt, aber sie hat alles, was eine große Camargue ausmacht. Die Camargue gardoise, die das Label „grands sites de France“ trägt, zieht jedes Jahr zwei Millionen Besucher an. Der Tour Carbonnière auf der Straße nach Aigues-mortes beherbergte vor 700 Jahren eine Mautstelle. Heute empfängt er Touristen. „Es ist herrlich, der gut ausgestattete Turm mit einem sehr schönen Panorama“, freut sich eine Touristin auf dem Sender France 3. Das Baudenkmal wurde renoviert und ein Pfad auf Stelzen gebaut, um die Natur zu schützen.

    Persönlicher und individueller Empfang
    „Wir wollen keinen Massentourismus, wir werden uns um einen persönlichen Empfang bemühen“, erklärt Maeva David, Projektleiterin des Grand Site de France. Auf den 50 Hektar zwischen der Rhône und dem Meer bilden die Natur und die menschlichen Aktivitäten eine einzigartige Identität, die durch das Label Grand Site de France anerkannt und ausgezeichnet wird. Dafür bedurfte es allerdings jahrelanger Aufwertungsmaßnahmen wie zum Beispiel vor den Stadtmauern von Aigues-Mortes. Die alten hässlichen Parkplätze sind aus der Landschaft verschwunden und jetzt hinter grünen Sträuchern verborgen.

  • Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Umwelt: Distanz zwischen Mensch und Natur nimmt weiter zu

    Die Menschen entfernen sich immer weiter von der Natur. Dies zeigt eine Zusammenfassung mehrerer internationaler Studien. Ein deutsch-französisches Team, an dem die Universität Leipzig und das CNRS beteiligt waren, hat 18 Studien zu diesem Thema zusammengefasst. Erste Schlussfolgerung: Unsere Lebensräume entfernen sich immer weiter vom Land und von den Wäldern. Die Forscher haben errechnet, dass die Menschen im Durchschnitt 9 km von einem Naturgebiet entfernt leben, das sind 7% mehr als im Jahr 2000. Alle Länder der Welt folgen diesem Pfad. Im Einzelnen ist die durchschnittliche Entfernung zu einem Wald in Europa und Ostasien am höchsten. Sie beträgt zum Beispiel in Frankreich 16 km und in Deutschland 22 km. Diese Situation lässt sich durch die Entwicklung der Städte erklären. Einerseits wächst die Stadtbevölkerung und die Stadt dehnt sich aus, aber die Autoren stellen auch fest, dass die Grünflächen innerhalb der Städte in den letzten 22 Jahren deutlich zurückgegangen sind. Vor allem …

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  • Umwelt: Der „Tag der Überschreitung“ fällt im Jahr 2022 auf den 28. Juli

    Umwelt: Der „Tag der Überschreitung“ fällt im Jahr 2022 auf den 28. Juli

    Am Donnerstag, dem 28. Juli, wird die Menschheit alles verbraucht haben, was unser Planet in einem Jahr produzieren kann, ohne sich zu erschöpfen, und für den Rest des Jahres geht es ans Eingemachte, warnen die NGOs Global Footprint Network und WWF.

    Am Donnerstag, dem 28. Juli 2022, ist der berühmte „Überschreitungstag“ der Erde. Um es anders auszudrücken, die Menschheit wird an diesem Tag „die Gesamtheit dessen, was die Ökosysteme in einem Jahr regenerieren können“, verbraucht haben. Kurz gesagt, es wären 1,75 Erden nötig, um die Weltbevölkerung nachhaltig zu versorgen, so der Indikator von Global Footprint Network und WWF, der Anfang der 1990er Jahre von Forschern entwickelt wurde und sich immer weiter verschlechtert.

    „In den verbleibenden 156 Tagen bis zum Jahresende wird unser Verbrauch an erneuerbaren Ressourcen darin bestehen, das Naturkapital des Planeten anzuknabbern“, stellt Laetitia Mailhes vom Global Footprint Network auf einer Pressekonferenz klar. Dies berücksichtigt nicht einmal die Bedürfnisse der anderen auf der Erde lebenden Arten. „Wir müssen auch Raum für die Wildnis lassen“, fügt sie hinzu.

    Ein „Überschreiten“ findet statt, wenn der menschliche Verbrauch die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ökosysteme übersteigt. Laut Global Footprint Network, die die Messung durchführt, hat sich die Situation in den letzten 50 Jahren immer weiter verschärft: 29. Dezember 1970, 4. November 1980, 11. Oktober 1990, 23. September 2000, 7. August 2010 – das waren die Überschreitungstage in der Vergangenheit. Im Jahr 2020 wurde dieses Datum aufgrund der Lockdowns wärend der Covid-19-Pandemie um drei Wochen nach hinten verschoben, bevor es wieder auf das frühere Niveau zurückfiel.

    Der ökologische Fußabdruck wird anhand von sechs verschiedenen Kategorien berechnet, „Ackerland, Weideland, Waldflächen, die für Waldprodukte benötigt werden, Fischgründe, bebaute Flächen und Waldflächen, die benötigt werden, um den Kohlenstoff zu absorbieren, der bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird“, und ist eng mit den Konsummustern verbunden, insbesondere in den reichen Ländern. Wenn beispielsweise alle Menschen so leben würden wie die Franzosen, wäre der „Tag der Überschreitung“ noch früher eingetreten, nämlich am 5. Mai 2022.


    WWF und Global Footprint Network weisen insbesondere auf unser Ernährungssystem hin, das „mit einem übermäßigen Verbrauch natürlicher Ressourcen, ohne den Bedürfnissen der Armutsbekämpfung gerecht zu werden“ auf der einen Seite und einer Epidemie von Übergewicht und Fettleibigkeit auf der anderen Seite aus den Fugen geraten ist.

    Insgesamt wird mehr als die Hälfte der Biokapazität der Erde (55%) für die Ernährung der Menschheit verwendet.

    Ein großer Teil der produzierten Lebensmittel und Rohstoffe wird verwendet, um Tiere zu füttern, die man anschließend verzehrt. In der Europäischen Union sind zum Beispiel 63% des Ackerlandes direkt mit der Tierproduktion verbunden. Die Landwirtschaft trage aber zur Entwaldung, zum Klimawandel durch die Emission von Treibhausgasen, zum Verlust der Artenvielfalt und zur Schädigung von Ökosystemen bei und verbrauche einen großen Teil des Süßwassers, erinnern die NGOs.

    Auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen plädieren sie dafür, den Fleischkonsum in den reichen Ländern zu senken. Wenn man den Fleischkonsum um die Hälfte reduzieren würde, könnte der Überschreitungstag um 17 Tage nach hinten verlegt werden. Und die Verringerung der Lebensmittelverschwendung würde den Überschreitungstag um weitere 13 Tage nach hinten verschieben. Weltweit werden etwa ein Drittel der Lebensmittel verschwendet!