Schlagwort: nachrichten.fr

  • Sarkozy junior auf Kommunalmission: Wie Louis Sarkozy in Menton politisches Terrain sondiert

    Sarkozy junior auf Kommunalmission: Wie Louis Sarkozy in Menton politisches Terrain sondiert

    Der Sohn des ehemaligen französischen Präsidenten sorgt für Gesprächsstoff an der Côte d’Azur – nicht durch familiären Glamour, sondern durch politische Ambitionen. Louis Sarkozy, bislang eher bekannt als konservativer Kolumnist und Medienfigur, bereitet offenbar seinen Einstieg in die Kommunalpolitik vor. In Menton, einer 30.000-Einwohner-Stadt nahe der italienischen Grenze, deutet vieles auf seine Kandidatur bei den Kommunalwahlen im März 2026 hin. Die formale Gründung einer Wahlkampffinanzierungsvereinigung, eingetragen am 11. August 2025 bei der Präfektur der Alpes-Maritimes, markiert dabei einen entscheidenden Schritt. Noch fehlt die offizielle Kandidatur – doch die politische Szenerie vor Ort wie auch überregionale Beobachter werten diesen Schritt als klare Vorbereitung auf einen kommunalpolitischen Einstieg mit strategischer Dimension. Menton – eine symbolträchtige Bühne Menton, die östlichste Stadt Frankreichs an der Mittelmeerküste, ist nicht nur touristisch bedeutsam, sondern…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • 20. August – ein Tag, an dem die Geschichte atmet

    20. August – ein Tag, an dem die Geschichte atmet

    Manchmal wirkt ein Datum wie ein unscheinbarer Punkt im Kalender – und doch steckt er voller Geschichten, die Kontinente überspannen, Kriege widerspiegeln, Ideen gebären und Menschen prägen. Der 20. August gehört genau zu diesen Tagen, an denen man sich fragt: Wie viele Dramen, Wendepunkte und Erinnerungen lassen sich in 24 Stunden packen?


    Weltweite Ereignisse

    Im Jahr 1968 rollten Panzer durch die Straßen von Prag. Der „Prager Frühling“, ein mutiger Versuch, den Sozialismus menschlicher und freier zu gestalten, endete mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen. Für viele war das ein brutaler Weckruf, dass das Riesenreich im Osten Reformen nur so lange duldete, wie sie seine Macht nicht bedrohten. Die Narben dieses Eingreifens wirken in Osteuropa bis heute nach, nicht zuletzt in den Diskussionen über Freiheit, Demokratie und Einflusszonen.

    Ein Jahrhundert zuvor, 1858, setzte Charles Darwin einen Meilenstein: Die Veröffentlichung seiner Evolutionstheorie. Zum ersten Mal wurde die Entwicklung des Lebens auf wissenschaftliche Weise erklärt – eine Idee, die für viele damals ebenso revolutionär war wie politisch brisant. Der Streit zwischen Schöpfungsglauben und Evolutionstheorie bewegt Menschen bis heute.

    1862 adressierte der Journalist Horace Greeley einen offenen Brief an Präsident Abraham Lincoln, in dem er die sofortige Abschaffung der Sklaverei forderte. Nur vier Jahre später erklärte Lincolns Nachfolger, Andrew Johnson, am 20. August 1866 offiziell das Ende des Bürgerkriegs. Ein Datum, das für Millionen ehemals versklavter Menschen mit der Hoffnung auf ein neues Leben verbunden war – auch wenn die Realität des Rassismus die USA noch lange prägen sollte.

    Kulturell setzte ein russischer Komponist ein Glanzlicht: Pjotr Iljitsch Tschaikowski führte am 20. August 1882 seine „Ouvertüre 1812“ erstmals in Moskau auf. Donnernde Kanonenklänge, feierliche Glocken und ein patriotisches Pathos, das bis heute in Konzertsälen die Wände beben lässt.

    Nicht minder dramatisch: Am 20. August 1940 fiel der Revolutionär Leo Trotzki in Mexiko einem Attentat zum Opfer. Der Mann, der einst neben Lenin an der Spitze der russischen Revolution stand, war schon lange ein Gejagter – und bezahlte seine Opposition gegen Stalin mit dem Leben.

    Doch nicht alle Geschichten dieses Tages sind von Politik oder Kriegen geprägt. 1920 gründete sich in den USA eine kleine Liga für professionellen Football. Was damals unscheinbar begann, entwickelte sich später zur NFL – einer der größten Sportorganisationen der Welt.

    Der 20. August war aber auch Schauplatz düsterer Tragödien: 1986 erschütterte ein Amoklauf in einem Postamt in Oklahoma die USA, 1988 erschütterte ein großes Erdbeben die Region zwischen Indien und Nepal, und im selben Jahr endete der erbarmungslose Iran-Irak-Krieg mit einem Waffenstillstand. Zwei Jahre später, 1989, kollidierte auf der Themse das Ausflugsschiff Marchioness mit einem Bagger – 51 Menschen verloren ihr Leben. Ein Datum voller Kontraste also: von wissenschaftlicher Vision bis zur bitteren Katastrophe.


    Frankreich am 20. August

    Auch in Frankreich hat dieser Tag eine lange Spur hinterlassen. Im Jahr 1119 traf König Ludwig VI. auf englische Truppen bei Brémule – und verlor. Eine Niederlage, die die Rivalität zwischen Frankreich und England über Jahrhunderte hinweg weiter schürte.

    Fast ein halbes Jahrtausend später, 1648, kam es zur Schlacht von Lens. Die französischen Truppen besiegten die Spanier entscheidend – ein letzter großer militärischer Erfolg im Dreißigjährigen Krieg, der bald darauf mit dem Westfälischen Frieden endete. Für Frankreich war dies ein wichtiger Schritt, sich als führende Macht Europas zu etablieren.

    Doch der 20. August ist in Frankreich auch mit bitterem Schmerz verbunden. 1944, kurz vor der Befreiung, richteten deutsche Soldaten in mehreren Orten Massaker an. In Villaudric in der Haute-Garonne verloren 19 Zivilisten ihr Leben, in Saint-Astier in der Dordogne wurden ebenfalls Menschen erschossen. Währenddessen erhoben sich Städte wie Pertuis, Sète und Loches bereits gegen die Besatzung – oft verfrüht und unter hohen Verlusten. Diese Tage sind bis heute ein Symbol für Mut, aber auch für das Leid der Bevölkerung im letzten Atemzug der Besatzungszeit.

    Noch ein paar Jahre früher, 1940, rollte von Angoulême aus ein Deportationszug mit fast 930 spanischen Republikanern Richtung Mauthausen. Viele von ihnen sollten die Lager nicht überleben. Es ist ein Stück Erinnerung, das zeigt, wie sehr Frankreich im Netz der Gewalt jener Zeit verstrickt war.

    Nicht nur Kriege prägen diesen Tag. Der 20. August 1153 markiert den Tod von Bernhard von Clairvaux, einem der wichtigsten Zisterziensermönche, der das mittelalterliche Christentum wie kaum ein anderer beeinflusste. 1887 starb der Dichter Jules Laforgue, ein Symbolist, dessen Werk spätere Generationen von Literaten inspirierte. Und 1572, wenige Tage vor der Bartholomäusnacht, erlebte Paris ein Hochzeitsfest: Heinrich von Navarra heiratete Margarete von Frankreich. Es war eine Verbindung, die als Zeichen der Versöhnung gedacht war, doch in einem Blutbad endete – ein bitteres Sinnbild für die religiösen Konflikte jener Zeit.


    Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

    Der 20. August wirkt wie ein Prisma: Man blickt hinein und sieht die ganze Bandbreite menschlicher Geschichte – von Grausamkeit bis zu kultureller Größe, von Ideen bis zu Zufällen. Was lernen wir daraus? Vielleicht, dass kein Tag banal ist, weil jeder Tag das Potenzial in sich trägt, Geschichte zu schreiben.

    Und Hand aufs Herz: Hätte Tschaikowski ahnen können, dass seine „1812“-Ouvertüre einmal in amerikanischen Sommerkonzerten mit echten Kanonen gefeiert wird? Oder Darwin, dass seine Theorie einst in den Lehrplänen aller Schulen landet? Wahrscheinlich nicht. Genauso wenig wie die Opfer von Villaudric ahnten, dass ihr Opfer später in Gedenktafeln und stillen Zeremonien verewigt wird.

    Geschichte – so zeigt der 20. August – ist nie weit weg. Sie wohnt in unseren Straßen, in unserer Kultur, in unseren politischen Debatten. Sie lebt weiter, weil wir sie erzählen.

    1. Ferienende auf der Autobahn: So chaotisch wird das Rückreise-Wochenende

      Ferienende auf der Autobahn: So chaotisch wird das Rückreise-Wochenende

      Die Sommerferien nähern sich dem Ende – und mit ihnen beginnt auf Frankreichs Straßen der große Rückreisestress. Besonders an diesem Wochenende wird es auf den Autobahnen eng. Wer also plant, von der Küste ins Landesinnere zurückzufahren, sollte eines im Gepäck haben: Geduld.

      Denn das letzte Ferienwochenende vor Schulbeginn bringt traditionell die heftigsten Verkehrswellen des Sommers mit sich. Die meisten Rückreisenden strömen aus dem Südwesten und vom Mittelmeer zurück in Richtung Paris und anderer Großstädte. Und das bleibt nicht ohne Folgen.


      Freitag, 22. August: Startschuss für den Stau-Marathon

      Bereits am Freitag geht’s los – und zwar landesweit. Auf den wichtigsten Rückreiserouten drohen lange Staus, vor allem auf der A63 und A10 ab dem Südwesten sowie auf der A7 und dem Tunnel du Mont-Blanc aus der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Zwischen spätem Vormittag und Abend kann es auf diesen Strecken richtig eng werden.

      Auch in der Île-de-France sind Staus programmiert. Die A10 zwischen Saint-Arnoult-en-Yvelines und Wissous sowie die A6 bei Corbeil-Essonnes werden ab dem frühen Nachmittag zur Geduldsprobe. Wenn sich dann noch die Pendlerinnen und Pendler in den Feierabendverkehr stürzen, heißt es: Stoßstange an Stoßstange. Besonders betroffen: die Zufahrten zum Boulevard Périphérique und die Stadtautobahn A86 und der Périphérique selbst. Wer spät kommt, steht trotzdem – und das möglicherweise bis in die Nacht.


      Samstag, 23. August: Frankreich in Rot – der Süden in Schwarz

      Am Samstag spitzt sich die Lage zu. Wer dann noch vom Mittelmeer oder der Atlantikküste aufbricht, steuert direkt in den nächsten Verkehrskollaps.

      Während der Süden Frankreichs – insbesondere entlang der A7, A8, A9 und A54 – auch von einigen Nachzüglern Richtung Urlaubsorten befahren wird, ist vor allem die Gegenrichtung betroffen: Rückreiseverkehr in Reinkultur. National wird dieser Tag mit „Rot“ bewertet, auf den Mittelmeerachsen sogar mit „Schwarz“ – dem höchsten Alarmniveau.

      Die Autobahnen A63, A10, A87 und A11 ab der Atlantikküste sowie A7, A8, A9 und A61 vom Mittelmeer werden überlastet sein. Dazu kommen zentrale Achsen wie A75, A71 und A20 – auch hier ist die Lage angespannt. Ab den frühen Morgenstunden wird’s eng, die Blechlawinen rollen bis in den späten Abend.

      In und um Paris wiederholt sich das Freitagschaos. Auf A10 und A6 stauen sich die Rückreisenden ab Mittag. Ab dem späten Nachmittag breitet sich der Stau dann wie ein Netz über die Hauptzufahrtsstraßen zur Hauptstadt aus. Die Folge: zähfließender Verkehr bis spät in die Nacht.


      Sonntag, 24. August: Der Druck bleibt hoch

      Wer glaubt, dass sonntags alles ruhiger läuft, irrt. Auch am Sonntag reißt der Rückreiseverkehr nicht ab – im Gegenteil.

      Besonders betroffen sind erneut die Hauptachsen aus dem Süden: A9, A75, A8 und A7, aber auch die großen Nordrouten A10, A11 und A71 Richtung Île-de-France. Die A13 – aus Richtung Normandie – wird ebenfalls zur Nervenprobe, vor allem ab dem Nachmittag. Ab Mittag heißt es: Anrollen, Abbremsen, Warten. Wer Pech hat, erlebt den Sonnenuntergang hinter der Windschutzscheibe.


      Montag, 25. August: Der letzte Schwung – und wieder Stau

      Der Montag bringt noch einmal Bewegung ins Spiel – allerdings nicht nur wegen der Rückreisenden.

      Ab dem frühen Nachmittag vermischen sich Heimkehrer mit dem normalen Wochenverkehr. Auf der A10 zwischen Saint-Arnoult-en-Yvelines und Wissous sowie auf der A6 zwischen Corbeil-Essonnes und Wissous drohen wieder dichte Kolonnen. Spätestens ab dem späten Nachmittag wird die Hauptstadtregion erneut zum Nadelöhr – mit langen Wartezeiten auf allen Stadtautobahnen und Ringverbindungen.


      Und jetzt?

      Was bleibt, ist die Frage: Muss das sein?

      Natürlich nicht. Wer flexibel ist, sollte seine Rückreise überdenken. Eine Abfahrt am frühen Morgen – oder erst am Dienstag – kann einiges an Stress sparen. Auch die Wahl alternativer Routen kann helfen, dem schlimmsten Verkehrschaos zu entgehen.

      Denn klar ist: Die Autobahnen gehören am letzten Ferienwochenende nicht den Schnellfahrern, sondern den Stehprofis. Wer mit kühlem Kopf, ausreichend Wasser im Kofferraum und realistischer Zeitplanung unterwegs ist, kommt trotzdem ans Ziel.

      Autor: Andreas M. Brucker

    2. „Ein wahres Desaster“ – Macrons Warnung vor Israels Offensive in Gaza

      „Ein wahres Desaster“ – Macrons Warnung vor Israels Offensive in Gaza

      Die israelische Regierung bereitet sich auf eine umfassende Militäroffensive zur Einnahme der Stadt Gaza vor. Präsident Emmanuel Macron warnt vor einem „Desaster für beide Völker“ – und einem Dauerkrieg in der Region. In einem zunehmend polarisierten internationalen Umfeld gewinnt Frankreichs Position an Gewicht. Die Nachricht kam am frühen Morgen: Israels Verteidigungsministerium hat die Pläne zur militärischen Einnahme der Stadt Gaza gebilligt. Im Zuge dessen ordnete Verteidigungsminister Israel Katz die Einberufung von rund 60.000 Reservisten an – eine der größten Mobilisierungen seit Beginn des Krieges. Die Offensive, intern als „Chariots of Gideon II“ bezeichnet, soll im September beginnen. Ziel ist die vollständige Kontrolle über die verbliebenen urbanen Gebiete im nördlichen Gazastreifen. Vorbereitung auf eine neue Eskalationsstufe Die Vorbereitungen markieren eine neue Phase im seit Monaten andauernden Konflikt. Während in Teilen der internationalen Gemeinschaft noch Hoffnung a…

      [wtr-time]

      Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


      Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

      Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

      Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

      Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

      Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


      Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

      Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

      Monatsabonnement buchen…


      Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

      Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

      Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

      Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


      Jahresabonnement buchen…


      Lebenslang – das Premium-Abo für immer

      Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

      Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

      Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


      „Abo-Lebenslang“ buchen…


       

       

    3. Portugal in Flammen – Europa rückt zur Brandbekämpfung an

      Portugal in Flammen – Europa rückt zur Brandbekämpfung an

      Ein greller Lichtschweif zieht über den Himmel – dann prallt das Wasser mit Wucht auf das brennende Unterholz. Inmitten verkohlter Landschaften, sengender Hitze und stechendem Rauch liefern sich Hunderte Feuerwehrleute im Norden und Zentrum Portugals einen verzweifelten Kampf gegen die Flammen. Die Lage ist dramatisch. Und Europa steht bereit.

      Zwei französische Canadair im Anflug

      Die Antwort kam schnell. Auf Bitten der portugiesischen Regierung hin schickt Frankreich zwei Canadair-Löschflugzeuge. Diese Maschinen sind nicht nur laut und auffällig – sie sind Lebensretter mit Tragkraft: Jeweils 6.000 Liter Wasser pro Einsatz. Und sie gehören zu den effektivsten Waffen gegen Waldbrände in schwer zugänglichen Regionen.

      Damit greift der europäische Katastrophenschutzmechanismus – ein kollektives Sicherheitsnetz, das greift, wenn nationale Kräfte an ihre Grenzen stoßen.

      Ein Land im Ausnahmezustand

      Bereits über 2.600 Feuerwehrkräfte kämpfen rund um die Uhr gegen das Feuer. Unterstützt von rund 20 Flugzeugen und Helikoptern, stehen sie an vorderster Front – oft in steilen Hängen, unter glühender Sonne und mit kaum Zeit zum Verschnaufen.

      Doch die Feuerwalze kennt kein Erbarmen. Sie frisst sich durch Wälder, springt über Felder, bedroht Dörfer. Besonders betroffen: die Region um Guarda. Dort klettert das Thermometer auf 30 Grad – und der Wind schürt die Glut.

      Europa zeigt Flagge

      Nicht nur Frankreich greift ein. Auch Griechenland, Italien und Spanien haben Löschflugzeuge und Helikopter geschickt. Diese grenzüberschreitende Hilfe ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist Ausdruck eines europäischen Zusammenhalts, der in Krisenzeiten spürbar wird.

      Wie ein gut eingespieltes Orchester wirken die Hilfsmaßnahmen – abgestimmt, koordiniert, zielgerichtet. Europa zeigt sich von seiner solidarischen Seite.

      Klima am Limit

      Waldbrände wie diese sind längst kein saisonales Phänomen mehr – sie sind Symptome eines Planeten im Fieber. Die Kombination aus steigenden Temperaturen, längeren Dürreperioden und extremen Wetterlagen begünstigt die Ausbreitung von Feuern in vielen Teilen Europas.

      Die Folge? Immer heftigere Brände. Immer größere Schäden. Und eine wachsende Belastung für die Einsatzkräfte vor Ort.

      Zwischen Flammen und Hoffnung

      Die brennenden Hügel Portugals sind mehr als eine Naturkatastrophe – sie sind Mahnung und Prüfstein zugleich. Die EU beweist in diesem Moment, dass sie nicht nur ein wirtschaftliches Bündnis ist, sondern auch ein solidarischer Schutzschirm für ihre Mitglieder.

      Eine Frage bleibt: Wie lange lässt sich dieser Rhythmus noch aufrechterhalten, wenn der Takt der Katastrophen schneller wird?

      Denn eines steht fest – die Waldbrände von heute sind die Realität von morgen. Und sie verlangen nach mehr als nur Löschflugzeugen.

      Sie fordern ein neues Denken im Umgang mit Klima, Raumplanung und Katastrophenschutz.

      Autor: Andreas M. B.

    4. Steuerprüfung bei Auslandsreisen? Wie Desinformation auf TikTok das Vertrauen in den Staat untergräbt

      Steuerprüfung bei Auslandsreisen? Wie Desinformation auf TikTok das Vertrauen in den Staat untergräbt

      Eine viral gegangene Behauptung sorgt für Verunsicherung in Frankreich: Wer außerhalb der EU Urlaub macht, soll ab September automatisch mit einer Steuerprüfung rechnen müssen. Doch diese Meldung ist falsch. Was steckt hinter der Inszenierung – und welche Rolle spielt die politische Stimmung im Land? Die Ferienzeit bringt nicht nur Reisewelle und Staus mit sich, sondern auch die Wiederkehr eines Phänomens, das längst zum festen Bestandteil des digitalen Zeitalters geworden ist: die massenhafte Verbreitung von Falschinformationen über soziale Netzwerke. In Frankreich kursiert derzeit eine TikTok-Videosequenz, die behauptet, der französische Staat wolle alle Bürger kontrollieren, die in Länder wie Marokko oder die Vereinigten Arabischen Emirate reisen – mit möglichen Steuerprüfungen, Geldbußen und Kürzungen von Sozialleistungen. Belege? Fehlanzeige. Dennoch verbreitet sich das Video rasant und trifft einen Nerv in der französischen Gesellschaft. Ein viraler Clip, viele Ungereimtheiten Di…

      [wtr-time]

      Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


      Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

      Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

      Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

      Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

      Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


      Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

      Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

      Monatsabonnement buchen…


      Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

      Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

      Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

      Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


      Jahresabonnement buchen…


      Lebenslang – das Premium-Abo für immer

      Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

      Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

      Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


      „Abo-Lebenslang“ buchen…


       

       

    5. Kommentar: Der Wein stirbt langsam – und wir trinken ahnungslos weiter

      Kommentar: Der Wein stirbt langsam – und wir trinken ahnungslos weiter

      Ich habe diese Woche ein Glas Rosé geöffnet. Ein ganz normaler Abend. Ein schöner Tropfen aus der Provence, Jahrgang 2024. Fruchtig, leicht, perfekt gekühlt. Und doch hat mir jeder Schluck einen Stich versetzt.

      Denn was da im Glas schimmert, ist nicht nur das Ergebnis von Sonne, Handwerk und Tradition. Es ist auch das stille Zeugnis eines schleichenden Desasters. Der Klimawandel ist längst in unseren Gläsern angekommen – und die meisten von uns merken es nicht einmal.

      Die Winzer im Var lesen ihre Trauben jetzt im August. Nicht im September, nicht im Oktober. Mitte August! Während andere noch ihre Sommerferien planen, schwitzen Männer und Frauen in den Weinbergen, um zu retten, was noch zu retten ist. Sie sprechen von „Frühreife“, von „aromatischer Dichte“, als wäre das ein Geschenk der Natur.

      Ist es nicht.

      Es ist eine Warnung. Eine, die Jahr für Jahr schriller wird.

      Wir verlieren den Rhythmus der Jahreszeiten – leise, aber gnadenlos. Die Rebe ist nur ein Gradmesser, ein sensibles Seismografensystem für das, was wir längst wissen sollten: Die Welt kippt. Und wir? Wir schlürfen Rosé, posten Instagram-Stories aus Weinbergen und applaudieren noch dem nächsten „Jahrhundertwein“.

      Heuchelei in Reinkultur.

      Der Weinbau stirbt nicht mit einem Knall. Er stirbt in Etappen. Mit jeder Hitzewelle, mit jeder verlorenen Nacht Abkühlung, mit jedem Sommerregen, der plötzlich ausbleibt. Und irgendwann werden wir zurückblicken und sagen: „Damals war alles besser.“ Dabei ist „damals“ genau jetzt.

      Ja, die Winzer kämpfen. Sie probieren neue Rebsorten, verschieben die Weinlese, steuern mit Technik gegen den Irrsinn der Natur. Aber ganz ehrlich? Das ist wie ein Pflaster auf eine platzende Arterie. Wer glaubt, wir könnten uns aus dieser Krise heraus-innovieren, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.

      Der Wein ist Kultur. Der Wein ist Identität. Der Wein ist Lebensgefühl. Und gerade deshalb sollten wir ihn nicht nur genießen, sondern endlich auch schützen. Und das heißt: aufwachen, unbequem werden, handeln – politisch, persönlich, radikal.

      Denn irgendwann, und das ist keine Panikmache, werden wir auf einem toten Boden stehen und uns fragen, wann wir den Moment zum Umkehren verpasst haben.

      Ich trinke gern guten Wein. Aber ich will auch, dass meine Kinder noch wissen, was ein „Jahrgang“ ist.

      Ein Kommentar von C. Hatty

    6. 250 Millionen Euro: Frankreich erlebt den größten EuroMillions-Gewinn aller Zeiten

      250 Millionen Euro: Frankreich erlebt den größten EuroMillions-Gewinn aller Zeiten

      Ein einziger Schein, ein Kreuz an der richtigen Stelle – und das Leben verändert sich schlagartig. Am Dienstag, dem 19. August, hat ein Spieler oder eine Spielerin in Frankreich das schier Unglaubliche geschafft: den Hauptgewinn bei EuroMillions, in Höhe von 250 Millionen Euro. Es ist der größte Gewinn, der in Frankreich jemals bei einem Zahlenlotto erzielt wurde. Ein Rekord, der seinesgleichen sucht. Ein historischer Jackpot 250 Millionen Euro – diese Zahl klingt fast surreal. Das ist nicht nur ein Geldbetrag, sondern ein Monument. Damit wurde in Frankreich erstmals das Gewinnplafond von EuroMillions erreicht, also die Obergrenze, die für diesen europäischen Jackpot vorgesehen ist. Dieser Maximalbetrag wurde zuvor schon in Irland und in Österreich geknackt, aber in Frankreich ist es das erste Mal. Der bisherige Rekord? 220 Millionen Euro, gewonnen 2021 in Tahiti, Französisch-Polynesien. Auch dieser Gewinn ging in die Geschichte ein, nicht zuletzt wegen der rührenden Worte der damalige…

      [wtr-time]

      Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


      Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

      Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

      Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

      Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

      Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


      Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

      Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

      Monatsabonnement buchen…


      Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

      Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

      Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

      Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


      Jahresabonnement buchen…


      Lebenslang – das Premium-Abo für immer

      Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

      Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

      Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


      „Abo-Lebenslang“ buchen…


       

       

    7. Unwetter über Frankreichs Mitte und Osten – Elf Départements in Alarmbereitschaft

      Unwetter über Frankreichs Mitte und Osten – Elf Départements in Alarmbereitschaft

      Es braut sich was zusammen. Und das nicht nur am Himmel. Eine großräumige Wetterlage zieht sich von der Bretagne bis tief in den Osten Frankreichs – mit im Gepäck: sintflutartige Regenfälle, lokale Überflutungen und eine angespannte Lage in gleich elf Départements.

      Warnstufe Orange – und das gleich doppelt

      Seit Mittwochmorgen gilt für große Teile der Mitte Frankreichs die Warnstufe Orange wegen „pluie-inondation“, also Starkregen mit Überflutungsgefahr. Gegen Mittag trifft dieselbe Warnung den Osten des Landes. Konkret betroffen sind die Départements Cher, Doubs, Eure-et-Loir, Loir-et-Cher, Loiret, Nièvre, Haut-Rhin, Haute-Saône, Vosges, Yonne und Territoire de Belfort.

      Für fünf dieser Regionen – Doubs, Haut-Rhin, Haute-Saône, Vosges und Territoire de Belfort – bleibt der Alarm auch am Donnerstag bestehen. Zwei Tage Dauerregen? Klingt nach einem echten Härtetest für die Böden, Flüsse und die Nerven der Einwohnerinnen und Einwohner.

      Was steckt meteorologisch dahinter?

      Das Wetterphänomen, das Frankreich dieser Tage beschäftigt, ist ein Tiefdruckgebiet über der Bretagne. Um dieses Tief herum zieht sich ein sogenanntes „pluvio-orageuse“ – ein Regen-Gewitter-Band – wie ein unheilvoller Wirbel. Es sorgt dafür, dass die Luftmassen über dem Land nicht zur Ruhe kommen.

      Die Folge: intensive Niederschläge, die sich vom Nordosten Frankreichs bis hinunter ins Centre-Val de Loire ziehen – begleitet von lokalen Gewittern und kräftigem Dauerregen. Laut Météo-France sind in einigen Gebieten beachtliche Niederschlagsmengen möglich, die schnell zu Überschwemmungen führen könnten.

      Regen, der bleibt – Wasser, das steht

      Was sich zunächst nur nach einem nassen Sommertag anhört, kann in den betroffenen Départements schnell ernst werden. Böden, die in den vergangenen Wochen bereits durch sporadische Niederschläge aufgeweicht wurden, haben oft nur noch geringe Speicherkapazität. Wo das Wasser nicht versickert, fließt es oberflächlich ab – und landet in Bächen, Flüssen und Straßen.

      Die Gefahr liegt also nicht nur im Regen selbst, sondern vor allem in der Kombination aus gesättigten Böden, dichten Wolkenfeldern und einer Wetterlage, die sich nur langsam verlagert. Die Hydrologen sprechen hier von „statischer Konvergenz“ – einer Situation, in der Regenwolken immer wieder dieselben Gebiete überqueren, ohne wirklich weiterzuziehen.

      Schon wieder Wetterextreme?

      Ja, immer häufiger erlebt das Land Extremwetterlagen – von rekordverdächtigen Hitzewellen über verheerende Dürreperioden bis hin zu intensiven Unwettern wie diesen.

      Meteorologen weisen darauf hin, dass die Häufung solcher Phänomene durchaus mit dem Klimawandel zusammenhängt. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen – und wenn sie sich entlädt, dann eben mit voller Wucht.

      Lokalpolitik und Bevölkerung in Alarmbereitschaft

      In den betroffenen Départements haben viele Kommunen bereits Notfallpläne aktiviert. Sandsäcke werden vorbereitet, Abflüsse kontrolliert, Einsatzkräfte stehen auf Abruf. Die Bevölkerung wird aufgerufen, aufmerksam zu sein, Fahrten möglichst zu vermeiden und gefährliche Bereiche wie Flussufer oder Senken zu meiden.

      Besonders in ländlichen Regionen, wo kleine Bäche schnell über die Ufer treten können, ist das Risiko hoch. Auch der Verkehr kann massiv beeinträchtigt werden – von überschwemmten Straßen bis hin zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

      Ein Sommer mit angezogener Handbremse

      Während viele im Süden des Landes noch Sonne und Ferien genießen, sieht die Realität für andere gerade ganz anders aus. Der August, traditionell der zweite Urlaubsmonat in Frankreich, bringt in diesem Jahr nicht nur Reisewetter – sondern auch wetterbedingte Herausforderungen.

      Bleibt nur zu hoffen, dass die Warnungen ernst genommen werden, Schäden begrenzt bleiben und die Wetterlage sich schneller beruhigt als prognostiziert.

      Denn eines ist sicher: Wenn der Himmel über Frankreich seine Schleusen öffnet, dann tut er das oft gründlich.

      Autor: Andreas M. Brucker

    8. Israel rüstet zur Einnahme von Gaza-Stadt – 60.000 Reservisten mobilisiert

      Israel rüstet zur Einnahme von Gaza-Stadt – 60.000 Reservisten mobilisiert

      Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat den Plan zur Einnahme von Gaza-Stadt offiziell gebilligt und die Mobilisierung von zehntausenden Reservisten angeordnet. Damit bereitet die Regierung von Benjamin Netanjahu die nächste Phase des seit Monaten andauernden Krieges im Gazastreifen vor – mit weitreichenden politischen und humanitären Konsequenzen.

      Eine neue Eskalationsstufe

      Mit der Genehmigung der Operation will die israelische Führung die vollständige Kontrolle über den dicht besiedelten Norden des Gazastreifens erlangen. Gaza-Stadt gilt als symbolisches und operatives Herzstück der palästinensischen Enklave, Sitz zahlreicher Kommandostrukturen der Hamas und Ausgangspunkt der Angriffe vom Oktober des Vorjahres. Schon früh in der Offensive hatte die Armee Teile der Stadt eingekesselt, ein nachhaltiger Durchbruch blieb jedoch aus. Nun soll eine kombinierte Boden- und Luftoperation die verbliebenen Verteidigungsstellungen der Hamas ausschalten.

      Für den Einsatz wurden 50.000 bis 60.000 Reservisten einberufen. Damit wächst die israelische Truppenstärke auf eine Dimension, die seit dem Libanonkrieg 2006 nicht mehr erreicht wurde. Die Verstärkung ist nicht nur militärisch begründet, sondern auch politisch: Netanjahu will Entschlossenheit demonstrieren, nachdem ihm zuletzt innenpolitische Schwäche vorgeworfen wurde.

      Humanitäre Dimension

      Parallel zur Genehmigung der Offensive kündigte das Verteidigungsministerium an, humanitäre Korridore und Evakuierungszonen vorzubereiten. Offiziell sollen so hunderttausende Zivilisten aus den betroffenen Stadtteilen in sichere Gebiete gebracht werden. Doch Hilfsorganisationen äußern Zweifel, ob eine geordnete Evakuierung in der Praxis überhaupt möglich ist. Seit Monaten ist der Zugang zu Hilfsgütern massiv eingeschränkt, elementare Versorgungsgüter wie Zelte oder Medikamente gelangen nur in geringen Mengen in den Gazastreifen.

      Die Vereinten Nationen warnen vor einer „katastrophalen Lage“: Über 700.000 Menschen seien bereits mehrfach vertrieben worden, viele leben unter freiem Himmel oder in notdürftigen Unterkünften. Mit einer weiteren Großoffensive droht sich die humanitäre Notlage dramatisch zu verschärfen.

      Wachsende Skepsis in Israel

      Während die politische Führung den Kriegskurs verschärft, zeigen sich in großen Teilen der israelischen Gesellschaft Risse. Unter den Reservisten wächst die Unzufriedenheit: Umfragen zufolge beklagt mehr als ein Drittel sinkende Motivation und Zweifel am strategischen Ziel. Familien von Soldaten und Geiseln protestieren regelmäßig in Tel Aviv gegen die Regierung und fordern eine politische Lösung statt einer militärischen Eskalation.

      Auch innerhalb der militärischen Führung sind Vorbehalte zu hören. Generalstabschef Eyal Zamir hatte wiederholt auf die Risiken für die noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln hingewiesen. Zudem befürchten Teile des Sicherheitsestablishments eine militärische Überdehnung sowie den Verlust internationaler Unterstützung.

      Internationale Spannungen

      Die geplante Einnahme von Gaza-Stadt stößt international auf scharfe Kritik. Der UN-Generalsekretär warnt vor unabsehbaren Folgen für die Zivilbevölkerung. Mehrere europäische Staaten prüfen, den Druck auf Israel zu erhöhen – bis hin zur Anerkennung eines palästinensischen Staates, sollte sich die militärische Eskalation fortsetzen.

      Besonders angespannt ist das Verhältnis zwischen Israel und Frankreich. Ein Schreiben Netanjahus an Präsident Emmanuel Macron, in dem er diesem vorwarf, mit der Diskussion über eine Anerkennung Palästinas „Antisemitismus zu fördern“, führte zu diplomatischen Verstimmungen. Paris wies die Vorwürfe entschieden zurück und bekräftigte seine Linie, eine Zwei-Staaten-Lösung zu unterstützen.

      Ein riskanter Kurs

      Die Offensive auf Gaza-Stadt steht in Kontinuität mit den bisherigen Operationen, die zwar große Teile des Gazastreifens unter israelische Kontrolle brachten, aber zentrale Ziele wie die vollständige Zerschlagung der Hamas und die Befreiung aller Geiseln bislang verfehlten. Kritiker sehen in der neuen Eskalation daher vor allem ein politisches Manöver Netanjahus, um innenpolitischen Druck abzubauen und seine angeschlagene Position zu festigen.

      Ob die militärische Operation die erhoffte Stabilität bringt oder Israel in ein langfristiges Besatzungsszenario zwingt, bleibt ungewiss. Sicher ist lediglich, dass die kommenden Wochen entscheidend sein werden – sowohl für die Menschen in Gaza als auch für die politische Zukunft Israels.

      Autor: Andreas M. Brucker