Schlagwort: Nachhaltigkeit

  • Es bewegt sich wie ein Fisch – das erste biomimetische Wasserkraftwerk in der Rhône

    Es bewegt sich wie ein Fisch – das erste biomimetische Wasserkraftwerk in der Rhône

    Die allererste biomimetische Wasserturbine wurde am Mittwoch in der Rhône in der Nähe von Lyon ins Wasser gelassen. Indem sie die Bewegungen von Fischen nachahmt, erzeugt sie im Fluss auf völlig neue Weise Elektrizität.

    Es ist eine Weltpremiere für kohlenstofffreie Energie. Das allererste biomimetische Wasserkraftwerk wurde am Mittwoch, dem 5. Juli, auf der Rhône oberhalb von Lyon in der Höhe der Gemeinde Caluire zu Wasser gelassen. Die Maschine erzeugt Strom, indem sie die Bewegungen von Fischen nachahmt.

    Seit zehn Jahren arbeiten die Ingenieure des französischen Start-up-Unternehmens EEL Energy an dem acht Meter breiten und sechzehn Meter langen Kahn, der unten mit einer breiten Kunststoffmembran ausgestattet ist, die „von der Natur inspiriert“ ist, wie der Geschäftsführer des Unternehmens Franck Sylvain erklärt. „Es ist eine komplett biomimetische Maschine, die sich in der Strömung wie ein Fisch zu bewegen beginnt. Man stelle sich eine Platte an einer Leine vor, sie stellt sich dem Wasser entgegen und fängt an, sich im Wasser genau wie ein Fisch zu bewegen.“

    Die Idee, die Energie des Wassers in Elektrizität umzuwandeln, klingt einfach, aber es müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. „Es ist heute eine Premiere, dass wir auf einem öffentlichen Fluss eine Technologie installieren können, die man als vollständig erneuerbar bezeichnen kann, da sie vollständig grün ist“, so Mathieu Verrière, der das Projekt für die französischen Wasserstraßen betreut.

    Die Betreiber können sich vorstellen, eine solche Turbine auch an anderen Orten einzusetzen, aber dieser ist besonders günstig, weil die Strömungsgeschwindigkeiten. mit über 2 m/s ziemlich hoch sind. Die Schifffahrt ist in diesem Flussabschnitt verboten, so dass keine Konflikte auftreten. Standorte dieser Art gibt es in Frankreich leider relativ wenige.
    Das Start-up wartet nun auf Investoren und Staaten, um diese Wasserkraftanlagen auch im Ausland zu vertreiben, sei es „im Amazonasgebiet, im Kongo, am Mississippi, in Chile, im Kongo, in Alaska…“, sagt Geschäftsführer Franck Sylvain. „In der Regel sind es indigene Völker, die keinen Zugang zu Elektrizität haben. Wenn es in der Nähe einen Wasserlauf gibt, können wir unsere Maschinen aufstellen und ihnen billigeren und vollständig kohlenstofffreien Strom liefern.“

    Bis dahin sollen bis Ende 2023 vier biomimetische Wasserkraftwerke in der Rhône installiert werden, die jährlich jeweils 400 Megawattstunden produzieren werden, was etwa der Versorgung von 100 Haushalten entspricht.

  • Urlaub 2023: 4 Tipps für einen nachhaltigen Tourismus

    Urlaub 2023: 4 Tipps für einen nachhaltigen Tourismus

    Da viele Menschen immer umweltbewusster und naturverbundener werden, gehören Sie vielleicht auch zu denjenigen, die im Urlaub einen nachhaltigeren Tourismus praktizieren möchten. Hier 4 Tipps, wie Sie während Ihres Urlaubs verantwortungsbewusster handeln können.

    Laut einer Studie, die 2022 vom Forschungsinstitut CSA durchgeführt wurde, wollen 80% der Franzosen verantwortungsbewusstere Reisepraktiken intensivieren. Viele Menschen wollen bei ihrem nächsten Urlaub grüner unterwegs sein.

    Bevorzugen Sie den Zug oder Fahrgemeinschaften
    Es ist kein Geheimnis mehr, dass das Flugzeug das umweltschädlichste Verkehrsmittel ist und seine CO2-Bilanz der Umwelt nachhaltig schadet. Viele Franzosen wenden sich daher bereits von Flugreisen ab und bevorzugen andere, umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel wie den Zug, Mitfahrgelegenheiten oder den Bus. Zwar kann man so nicht nach Brasilien reisen, aber es gibt Landverbindungen in ganz Europa. Man muss nur etwas Zeit mitbringen. Ansonsten kann man sich auch für Ziele im eigenen Land entscheiden, die näher am eigenen Wohnort liegen.

    Entscheiden Sie sich für den Ökotourismus
    Was die Unterkunft betrifft, sollte man sich für Unterkünfte entscheiden, die mit einem Umweltzeichen ausgezeichnet sind, das bestätigt, dass die Einrichtung die Umwelt nicht übermäßig belastet.

    Müll vermeiden
    Es ist wichtig, dass man keinen Müll in der Natur zurücklässt. Wer gerne picknickt, sollte unbedingt darauf achten, dass kein Taschentuch oder Verpackungsmaterial an Ort und Stelle vergessen wird. Man sollte auch daran denken, seinen Müll zu trennen, selbst wenn man nicht zu Hause ist!

    Vorsicht bei touristischen Aktivitäten
    Was die sogenannten „touristischen Aktivitäten“ betrifft, die man am Ort des Aufenthalts unternehmen kann, ist Vorsicht geboten. Man sollte unbedingt umweltschädliche Aktivitäten wie Quadfahren oder Jetski vermeiden. Auch Aktivitäten mit Tieren sind mit großer Vorsicht zu geniessen, da diese oftmals schlecht behandelt werden können.

  • Im Elsass heizt eine Gemeinde mit lokal angebautem Schilf

    Im Elsass heizt eine Gemeinde mit lokal angebautem Schilf

    Vergessen sind Heizöl, Gas oder Strom! In Bernwiller, einer Gemeinde mit 1.200 Einwohnern im Osten Frankreichs, werden die öffentlichen Gebäude und eine Reihe von Wohnungen mit Miscanthus, einem aus Asien stammenden, rhizomartigen Gras, das vor Ort angebaut wird, beheizt. Sein Anbau und seine Verwendung als Biobrennstoff bieten zahlreiche wirtschaftliche und ökologische Vorteile.

    Lesen sie dazu auch: Energie: Gemeinde im Elsass heizt mit schnell nachwachsendem Miscanthus-Schilf

  • Bouches-du-Rhone: Grünalgen werden zu Biokunststoff recycelt

    Bouches-du-Rhone: Grünalgen werden zu Biokunststoff recycelt

    Im Département Bouches-du-Rhône stellt das Unternehmen Eranova Bioplastik aus Grünalgen her, die an den Ufern des Étang de Berre angespült werden. Durch dieses innovative Verfahren kann die fossile Kunststoffproduktion reduziert werden.

    Seit Jahren schon vergiften grüne Algenteppiche den Alltag von Anwohnern der französischen Küste. Zehntausende Tonnen Algen werden jedes Jahr an den Stränden der Bretagne und des Mittelmeers gesammelt. Diese ekelerregenden und giftigen Abfälle müssen mit Hilfe von Baggern vergraben werden. Dieser Prozess ist aufwendig und kostet die Gemeinden viel Geld. Das junge Unternehmen Eranova aus dem Departement Bouches-du-Rhône hat für dieses Problem jetzt eine Lösung gefunden. Nach mehrjähriger Forschung haben die Ingenieure eine Technik entwickelt, mit der die Algen in biologisch abbaubaren und recycelbaren Kunststoff umgewandelt werden können. Ein weltweit einzigartiges Verfahren, das gleichzeitig die Attraktivität der Strände verbessert. „Wir arbeiten mit gestrandeten Algen, die man in der Bretagne, aber auch im Mittelmeer findet. Aus diesen Abfällen haben wir Granulat hergestellt“, erklärt Philippe Lavoisier gegenüber France Télévisions. Er ist Chemieingenieur und war Berater bei mehreren großen Kunststoffherstellern, bevor er die Leitung von Eranova gemeinsam mit seinem Partner Philippe Michon übernahm.

    Echte Alternative zu herkömmlichem Plastik

    Die Algen aus dem Étang de Berre werden kostenlos von den Gemeinden gesammelt. Sie werden anschliessend in einem speziellen Becken gereinigt, bevor sie „ausgehungert“ werden. Dabei werden ihnen Nährstoffe entzogen, um ihre Eigenproduktion von Stärke, dem Rohstoff für das Bioplastikgranulat, zu steigern. Die Algen werden anschliessend zerkleinert, getrocknet und weiterverarbeitet. „Das Problem bei Algen ist der Geruch und die Farbe. Wenn man eine Verpackung braucht, will man diese grüne Farbe nicht mehr. Also bleichen wir sie. Wir haben ein natürliches Bleichverfahren entwickelt, das ganz ohne Chemikalien auskommt“, erklärt Philippe Lavoisier. Verpackungen, Flaschen, Plastikfolien – aus der Stärke der Grünalgen lassen sich mehrere Arten von Kunststoffen herstellen, die recycelbar, kompostierbar und natürlich biologisch abbaubar sind.

    Das Unternehmen sammelt jedes Jahr 500 Tonnen Grünalgen, um 300 Tonnen Kunststoff und Verbundstoffe herzustellen. Zu den Kunden von Eranova gehören Le Slip Français, Handelsketten wie Carrefour sowie mehrere große Bauunternehmen. Doch das Start-up will es nicht dabei belassen und strebt nun den internationalen Markt an. Eranova hat eine erste Lizenz für den Bau einer Fabrik in Indonesien vergeben. Das junge Unternehmen plant natürlich auch, in Frankreich zu expandieren. „Wir arbeiten gerade an einem Standort mit einer Fläche von 100 Hektar, der uns die 100-fache Produktion ermöglichen wird. Wir werden 30.000 Tonnen Algen verarbeiten können. 120 bis 130 Personen mit unterschiedlichen Qualifikationen werden an diesem Standort beschäftigt sein“, kündigt Philippe Michon, Elektronikingenieur und Mitgeschäftsführer von Eranova, an.