Schlagwort: Müllentsorgung

  • Großbrand in La Seyne-sur-Mer: Recyclingzentrum von Veolia geht in Flammen auf

    Großbrand in La Seyne-sur-Mer: Recyclingzentrum von Veolia geht in Flammen auf

    Warum dieser Vorfall nicht nur lokal für Aufsehen sorgt. Ein normaler Freitagnachmittag in La Seyne-sur-Mer – und plötzlich verdunkelt ein dicker Rauchschleier den Himmel. Der Ursprung? Ein massiver Brand in einem 2.500 Quadratmeter großen Recyclingzentrum von Veolia, genauer gesagt dem Standort von Onyx Méditerranée an der Avenue Robert Brun. Am 25. April 2025 um kurz nach 16:40 Uhr schlugen die ersten Flammen aus dem Gebäude, das hauptsächlich zur Sortierung von Papier und Karton genutzt wird. Was folgte, war ein dramatischer Großeinsatz. Feuerwehr im Dauereinsatz Mehr als 60 Feuerwehrleute rückten mit rund 30 Einsatzfahrzeugen an, um das lodernde Inferno unter Kontrolle zu bekommen. Ihr Ziel: verhindern, dass die Flammen auf benachbarte Industrieanlagen übergreifen. Ein Knochenjob – nicht nur wegen der Hitze und des dichten Rauchs, sondern auch wegen der Gefahr, dass versteckte Glutnester erneut aufflammen könnten. Trotz aller Vorsicht verletzte sich eine Feuerwehrfrau leicht und w…

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  • Wilder Müll in Seine-et-Marne – Natur in Not vor den Toren von Paris

    Wilder Müll in Seine-et-Marne – Natur in Not vor den Toren von Paris

    Nur einen Katzensprung von der französischen Hauptstadt entfernt zeigt sich ein Umweltproblem in voller Härte: Wilde Müllkippen bedrohen in der Seine-et-Marne nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch Böden, Wasser und die Tierwelt. Was einst grüne Idylle war, wird vielerorts zur illegalen Müllhalde – und das immer häufiger.


    Müllberge im Grünen

    Seine-et-Marne – das sind weite Felder, ruhige Wälder, charmante Dörfer. Doch genau diese ländliche Weite macht das Département zum Hotspot für illegale Abfallentsorgung. Aufgelassene Feldwege, abgelegene Lichtungen, leerstehende Grundstücke: Überall finden sich Schutt, alte Reifen, Hausmüll und teils sogar gefährliche Stoffe.

    Ein besonders erschütterndes Beispiel? Die Naturschutzregion La Bassée – eigentlich ein Paradies für Vögel und seltene Pflanzen. Heute kämpft sie mit Plastikmüll und Bauschutt, der durch Wind und Regen weiter in die Natur getragen wird.


    Wer kippt da eigentlich ab – und warum?

    Die Ursachen sind vielfältig, aber im Kern ziemlich ernüchternd. Viele illegale Ablagerungen stammen aus dem Baugewerbe. Anstatt ihre Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen, sparen sich einige Betriebe Zeit und Geld – und laden die Fuhre einfach irgendwo in der Landschaft ab.

    Und es bleibt nicht bei den Ursachen. Auch das System zur Müllentsorgung selbst trägt seinen Teil bei. Die Deponien liegen oft weit entfernt, die Gebühren sind hoch, und die Vorschriften komplex. Wer nicht genau weiß, wie er korrekt entsorgen soll, sucht sich manchmal den – vermeintlich – einfacheren Weg.


    Strafen? Fehlanzeige.

    Ein großes Problem ist das geringe Risiko, erwischt zu werden. Viele Ablagerungen bleiben unbemerkt, oder die Täter lassen sich nicht ermitteln. Und wenn doch, drohen meist nur geringe Bußgelder – kaum abschreckend für gewerbliche Umweltsünder.

    Ohne wirksame Kontrollen und spürbare Strafen bleibt das Risiko also gering – und der Anreiz, illegal zu entsorgen, hoch.


    Gegenwehr aus der Nachbarschaft

    Doch nicht alle sehen tatenlos zu. Zahlreiche Gemeinden haben inzwischen Maßnahmen ergriffen: Videoüberwachung an bekannten Müll-Hotspots, organisierte Reinigungsaktionen, Schulprojekte und Infoabende. Die Umweltorganisation ADENCA etwa macht regelmäßig auf die Problematik aufmerksam und organisiert Proteste.

    Diese Initiativen zeigen: Das Bewusstsein wächst. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen nicht länger zusehen, wie ihre Umwelt zugemüllt wird.

    Aber reicht das?


    Ein neuer Umgang mit altem Müll

    Um das Müllproblem wirklich in den Griff zu bekommen, braucht es einen Mix aus Maßnahmen – und die Entschlossenheit, diese auch durchzuziehen. Ein paar Ideen, die wirklich etwas bewegen könnten:

    1. Mehr Kontrollen auf dem Land: Regelmäßige Patrouillen, Drohneneinsätze und digitale Meldesysteme könnten dazu beitragen, Täter schneller zu überführen.

    2. Höhere Strafen mit echtem Biss: Wer mutwillig Müll in der Natur entsorgt, muss das nicht mit einem Klaps auf die Finger, sondern mit einem saftigen Bußgeld spüren.

    3. Leichtere legale Entsorgung: Warum nicht mobile Sammelstellen einrichten oder kostenlose Annahmetage für Bauschutt und Sperrmüll einführen?

    4. Aufklärung, die ankommt: Nicht jeder weiß, was erlaubt ist. Und viele glauben fälschlich, dass Müll „in der Natur verrottet“. Aufklärungskampagnen, gerne auch humorvoll oder über Social Media, können hier Wunder wirken.


    Schluss mit dem Müll-Mythos

    Viele denken, „was ich da ablade, ist doch nur ein bisschen Bauschutt“ – aber das ist ein gefährlicher Trugschluss. Denn aus „ein bisschen“ wird schnell ein Berg. Und aus einem Einzelfall ein flächendeckendes Problem.

    Die Müllkippen in Seine-et-Marne sind ein Spiegel der Sorglosigkeit – aber auch ein Zeichen dafür, wie eng Umwelt- und Gesellschaftsfragen miteinander verknüpft sind. Es braucht mehr als ein paar Aufräumaktionen. Es braucht ein neues Bewusstsein – und einen echten Schulterschluss von Behörden, Bürgern und Betrieben.

    Von M.A.B.

  • Feuer im Pariser Recyclingzentrum – Großbrand legt Müllverarbeitung lahm

    Feuer im Pariser Recyclingzentrum – Großbrand legt Müllverarbeitung lahm

    Ein schwerer Brand hat am Abend des 7. April 2025 das zentrale Pariser Müllsortierzentrum im 17. Arrondissement verwüstet. Der Vorfall ereignete sich im Herzen des urbanen Recyclingbetriebs von Syctom – einer Schaltzentrale der Abfallverarbeitung, die für mehr als 900.000 Menschen zuständig ist. Das Feuer hat nicht nur ein Gebäude zerstört, sondern auch eine logistische Herausforderung von enormer Tragweite entfacht.

    7.300 Quadratmeter in Flammen Kurz nach 20 Uhr brach das Feuer im Zentrum am Boulevard de Douaumont aus. Innerhalb kürzester Zeit stand mehr als die Hälfte des Gebäudes in Flammen – 7.300 von 12.000 Quadratmetern wurden ein Raub der Glut. Die dichten Rauchschwaden waren über mehrere Kilometer sichtbar und veränderten sogar die abendliche Skyline von Paris. Glück im Unglück: Die 31 Beschäftigten auf dem Gelände wurden rechtzeitig evakuiert, niemand kam zu Schaden. Feuerwehr im Großeinsatz Was folgte, war ein Einsa…

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  • Wenn die Mülltonne spricht: Wie Arras mit Lautsprechern gegen Umweltverschmutzung vorgeht

    Wenn die Mülltonne spricht: Wie Arras mit Lautsprechern gegen Umweltverschmutzung vorgeht

    Man stelle sich vor: Man nähert sich einem Container, lässt achtlos eine Tüte Müll daneben plumpsen – und plötzlich ertönt eine Stimme aus dem Lautsprecher: „Achtung! Das Ablegen von Müll außerhalb des Containers ist verboten und kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Die Polizei wurde informiert.“ Klingt nach Science-Fiction? Nicht in Arras.

    Die nordfranzösische Stadt hat im März 2025 ein ebenso kreatives wie überraschendes System eingeführt, das Umweltsünder auf frischer Tat ertappt – und sie mit akustischer Präsenz zur Vernunft bringen will. Eine ungewöhnliche Maßnahme, die bereits Wirkung zeigt.

    Die Technik mahnt – direkt und deutlich

    Ausgewählte Containerstandorte in Arras wurden mit Lautsprechern ausgestattet, die direkt mit dem städtischen Überwachungszentrum verbunden sind. Sobald die Kameras eine unerlaubte Müllablage registrieren, ertönt ein automatisch ausgelöster Hinweis. 285 Euro Strafe, so wird erklärt, könnten fällig werden – plus ein freundlicher Vermerk, dass die Polizei bereits unterwegs ist.

    Und siehe da: In rund der Hälfte der bislang über 100 ausgelösten Fälle griffen die Ertappten tatsächlich zum Müllsack – und entsorgten ihn vorschriftsgemäß.

    Ein kleiner Lautsprecher mit großer Wirkung

    Was zunächst wie ein skurriles Experiment klingt, entwickelt sich zum ernstzunehmenden Instrument im Kampf gegen Umweltverschmutzung. Die Bilanz nach wenigen Wochen ist beachtlich: Neben der Hälfte der Vorfälle, bei denen der Müll nachträglich korrekt entsorgt wurde, kam es in etwa zehn Fällen auch zu tatsächlichen Strafzetteln. Für die Verantwortlichen ein klares Zeichen: Prävention kann wirken – wenn man laut genug daran erinnert.

    Ein teurer Missstand

    Dass Arras diesen Weg einschlägt, kommt nicht von ungefähr. Wilde Müllablagerungen kosten die Stadt jedes Jahr rund 1,5 Millionen Euro – für Reinigung, Personal und Entsorgung. Summen, die man sich in wirtschaftlich angespannten Zeiten kaum leisten kann. Jeder eingesparte Euro durch Verhaltensänderung der Bürger zählt – und schont zugleich Umwelt wie Stadtkasse.

    Zwischen öffentlichem Raum und Privatsphäre

    Doch so clever und effektiv die Maßnahme auch wirkt – sie wirft auch Fragen auf. Wo beginnt der Schutz der Umwelt, und wo endet der Schutz der Privatsphäre? Wird der öffentliche Raum zu einem überwachten Ort, an dem jede Bewegung registriert wird? Und wie viel „sanften Zwang“ darf man einem Bürger zumuten, bevor der Begriff der Freiheit an Bedeutung verliert?

    Ein sensibles Thema – und doch scheint der Ton in Arras bislang den richtigen getroffen zu haben.

    Die Stadt spricht – und die Bürger hören zu

    Interessanterweise reagieren viele Anwohner positiv auf das neue System. Sie empfinden es nicht als Gängelung, sondern als kleinen, aber wirkungsvollen Impuls zur Verhaltensänderung. Manche sprechen von einem „Weckruf“, der das eigene Handeln hinterfragen lässt. Und es ist ja auch ein Zeichen: Der Müll gehört nicht einfach irgendwohin, sondern an einen ganz bestimmten Ort.

    Vielleicht ist es gerade diese direkte Ansprache, die funktioniert – weil sie Verantwortung nicht nur einfordert, sondern in einem Moment vermittelt, in dem sie am meisten zählt.

    Vorbild für andere Städte?

    Die Maßnahme von Arras könnte Schule machen. In Zeiten, in denen Städte und Gemeinden händeringend nach Lösungen gegen Umweltverschmutzung und steigende Entsorgungskosten suchen, zeigt das Beispiel, dass technologische Innovation und Verhaltenspsychologie Hand in Hand gehen können.

    Könnten bald auch in Berlin, Lyon oder Wien sprechende Container zur neuen Realität gehören?

    Ein bisschen Orwell, ein bisschen Aufklärung

    Natürlich schwingt bei all dem ein Hauch von Dystopie mit. Der Gedanke, dass Lautsprecher uns künftig regelmäßig auf Fehlverhalten hinweisen, ist gewöhnungsbedürftig. Doch wenn er dabei hilft, das gemeinsame Leben sauberer, gerechter und verantwortungsvoller zu gestalten – warum nicht?

    Am Ende bleibt die Entscheidung bei jedem Einzelnen: Will ich Teil des Problems sein – oder Teil der Lösung?

    Von C. Hatty

  • Weniger Müllabfuhr in La Rochelle: Ein Experiment mit Folgen

    Weniger Müllabfuhr in La Rochelle: Ein Experiment mit Folgen

    La Rochelle geht neue Wege – und sorgt dabei für ordentlich Gesprächsstoff. Statt wie bisher wöchentlich, kommt die Müllabfuhr in der Hafenstadt an der französischen Atlantikküste jetzt nur noch alle zwei Wochen. Ziel der Maßnahme: Müll vermeiden, Ressourcen schonen und ein ökologisches Umdenken bei den Bürgerinnen und Bürgern anstoßen.

    Doch wie gut funktioniert das in der Praxis?

    Wenn der Müll länger liegen bleibt

    Ein Spaziergang durch die Straßen von La Rochelle reicht, um zu sehen, dass nicht alle begeistert sind. Vor allem Gewerbetreibende wie Sandrine Leroy, eine Bäckerin aus der Innenstadt, schlagen Alarm: „Das zieht Ratten und anderes Ungeziefer an – und wohin soll ich all den Abfall lagern? So geht das nicht“, klagt sie.

    Kein Wunder, denn bei einem Betrieb wie einer Bäckerei fällt täglich viel organischer Abfall an. Wenn der dann zwei Wochen liegen bleibt, wird’s nicht nur unappetitlich, sondern hygienisch brisant.

    Zahlreiche Bürger machen mit – aber nicht alle

    Die Stadt verfolgt ein klares Ziel: Weniger Müll, mehr Bewusstsein. Wer dennoch zusätzliche Abholungen benötigt, kann sie gegen Gebühr buchen – ein Anreiz, sich umweltbewusster zu verhalten. Eine Bewohnerin berichtet: „Wir machen unsere Joghurts selbst, trinken Leitungswasser – wir versuchen schon, ein bisschen zu reduzieren.“

    Ein schöner Ansatz, der zeigt: Manche sind bereit, mitzumachen. Andere jedoch fühlen sich überrumpelt. Gerade für Familien oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist die Müllreduktion nicht so leicht umzusetzen, wie es auf dem Papier klingt.

    Ein ambitionierter Plan

    Bürgermeister Jean-François Fountaine lässt sich nicht beirren. Für ihn steht fest: Es muss weniger verbrannt und mehr wiederverwertet werden. Um das zu erreichen, plant die Stadt ein hochmodernes Sortierzentrum. Das soll künftig dafür sorgen, dass der Müll besser getrennt und effektiver verwertet werden kann – eine Investition in die Zukunft.

    Man fragt sich unwillkürlich: Ist das der Anfang eines neuen Trends, den bald auch andere Städte aufgreifen werden?

    Zwischen Ideal und Wirklichkeit

    Der Spagat zwischen ökologischer Verantwortung und praktischer Umsetzbarkeit ist nicht einfach. Während einige die Initiative loben und als Schritt in die richtige Richtung feiern, sehen andere vor allem Probleme im Alltag: Gestank, Platzmangel, Hygiene – und die zusätzlichen Kosten bei Mehrbedarf.

    Gleichzeitig hat die Debatte einen entscheidenden Vorteil: Sie bringt die Frage der Müllvermeidung wieder ins Bewusstsein. Denn so bequem der wöchentliche Abholservice auch war – er hat auch dazu beigetragen, dass vieles achtlos weggeworfen wurde.

    Ein Blick in die Zukunft

    La Rochelle will mehr. Nicht nur bei der Abfallpolitik, sondern auch in anderen Bereichen der städtischen Ökologie. Es geht um nachhaltige Mobilität, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Die aktuelle Änderung ist also nur ein Puzzleteil eines größeren Plans.

    Bleibt die Frage: Wird dieser ehrgeizige Kurs langfristig von der Bevölkerung getragen – oder kippt die Stimmung, wenn der nächste Sommer den Müll unangenehm riechen lässt?

    Fest steht: La Rochelle ist mutig vorangegangen. Jetzt liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern, den neuen Rhythmus anzunehmen – oder auch, mit der Stadtverwaltung in den Dialog zu treten, wenn’s an der Umsetzung hakt.

    Von C. Hatty

  • Was passiert wirklich mit unserem Müll aus der gelben Tonne?

    Was passiert wirklich mit unserem Müll aus der gelben Tonne?

    Es gibt viele Mythen rund um das Recycling. Ein häufiger Vorwurf: „Alles wird sowieso verbrannt!“ Doch stimmt das? Begleiten wir einen Blick hinter die Kulissen eines Pariser Sortierzentrums – und werfen Licht auf den Weg unserer Abfälle.


    Die erste Station: Ein Zentrum voller Bewegung

    In Paris, einer der dichtbesiedeltsten Städte Europas, kümmert sich das Syctom, eine öffentliche Einrichtung, um die Behandlung von Haushaltsabfällen. Sechs Millionen Einwohner und 82 Gemeinden liefern jährlich rund zwei Millionen Tonnen Müll an. Ein Teil davon landet im Sortierzentrum Paris XV im 15. Arrondissement, das als erstes innerstädtisches Zentrum seiner Art jährlich 35.000 Tonnen Abfall verarbeitet.

    Wenn die Müllwagen ankommen und ihre Ladung entladen, wird bereits klar: Nicht alles, was in der gelben Tonne landet, gehört dorthin. Unter den aussortierten Materialien finden sich häufig schwarze Plastiksäcke – ein No-Go im Recyclingprozess. „Man weiß nicht, was drin ist, und niemand wird jeden Sack manuell aufreißen“, erklärt Sofien Elandaloussi vom Syctom. Doch was passiert mit den korrekt entsorgten Verpackungen?


    Hightech trifft Handarbeit

    Die Sortierung beginnt mit einem sogenannten Trommelabscheider – einem riesigen, geneigten Zylinder, der Abfälle nach Größe trennt. Die Materialien gelangen auf Fließbänder, wo sie Schritt für Schritt weiter sortiert werden:

    • Magnete ziehen Stahlverpackungen heraus.
    • Optische Scanner identifizieren und trennen Kunststoffverpackungen nach Farbe und Typ.
    • Manuelle Nachkontrollen stellen sicher, dass keine Fehlwürfe im System bleiben.

    Am Ende des Prozesses werden die Abfälle in quadratische Ballen gepresst – etwa ein Meter breit –, die anschließend an Recyclingbetriebe verkauft werden. Hier endet die Reise im Sortierzentrum, doch der eigentliche Recyclingprozess fängt jetzt erst an.


    Ein ernüchternder Blick auf die Zahlen

    Trotz dieser technologischen und logistischen Bemühungen bleibt noch viel zu tun. Laut der französischen Umweltagentur Ademe enthalten die Restmülltonnen immer noch etwa 35 % recycelbarer Materialien – vor allem Plastikverpackungen. Gleichzeitig werden in Frankreich jährlich 1,1 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen in Umlauf gebracht, von denen nur 29 % recycelt werden.

    Ein weiteres Problem ist die Verwirrung über die richtigen Sortieranweisungen. Viele Menschen zögern, bestimmte Materialien zu recyceln, aus Angst, etwas falsch zu machen. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Regeln vereinfacht: Alle Verpackungen gehören in die gelbe Tonne – ohne Ausnahme. Diese Änderung soll nicht nur die Recyclingquote erhöhen, sondern auch die Hemmschwelle für Verbraucher senken.


    Warum ist das wichtig?

    Die Auswirkungen einer schlechten Abfallwirtschaft gehen weit über überfüllte Deponien hinaus. Plastikteile, die nicht recycelt werden, landen oft in der Umwelt – von Straßenrändern bis hin zu den Ozeanen. Mikroplastik, das von größeren Teilen zerfällt, hat seinen Weg in unsere Nahrungskette gefunden. Und mal ehrlich: Möchten wir wirklich, dass unser nächstes Glas Leitungswasser winzige Plastikpartikel enthält?

    Die Recyclingquote zu verbessern, ist also nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch des Umweltschutzes und der Gesundheit.


    Recycling allein reicht nicht – aber es ist ein Anfang

    Es ist leicht, frustriert zu sein, wenn man sieht, dass der Fortschritt langsam voranschreitet. Aber Recycling ist nur ein Baustein. Noch wichtiger ist es, die Menge an Müll zu reduzieren, die wir überhaupt erst erzeugen. Wiederverwendbare Verpackungen, unverpackte Lebensmittel und längere Lebenszyklen für Produkte – das sind Strategien, die uns auf lange Sicht helfen, die Abfallberge zu verkleinern.

    Doch auch wenn Müllvermeidung ideal ist, sollten wir den Wert von Recycling nicht unterschätzen. Jede recycelte Flasche und jede korrekt entsorgte Verpackung leistet einen kleinen, aber wichtigen Beitrag.


    Ein Blick in die Zukunft

    Werden wir jemals in einer Welt ohne Müll leben? Vielleicht nicht – aber die Vision von Kreislaufwirtschaft, in der alle Materialien wiederverwertet werden, ist greifbarer denn je. Neue Technologien und stärkeres Bewusstsein könnten uns diesem Ziel näherbringen.

    Und was heißt das für uns? Es bedeutet, dass jeder Einzelne zählt. Denn am Ende ist der Weg unserer Abfälle nicht nur eine technische Herausforderung – sondern auch eine Frage der Verantwortung.

  • Müllberge in Marseille – Warum die Müllarbeiter für mehr Ressourcen kämpfen

    Müllberge in Marseille – Warum die Müllarbeiter für mehr Ressourcen kämpfen

    Schon seit sechs Tagen streiken die Müllarbeiter in Marseille wegen ihrer Arbeitsbedingungen – und die Straßen zeigen das Resultat deutlich: Über 600 Tonnen Müll türmen sich inzwischen in den Straßen von zwei stark bevölkerten Stadtteilen. Die Bürger*innen dieser Viertel müssen sich aktuell durch überfüllte Müllcontainer und Berge von Abfallsäcken kämpfen, ein Zustand, der ein beunruhigendes Bild von der Lage der städtischen Abfallwirtschaft zeichnet. Die verantwortlichen Müllarbeiter, angestellt bei der Firma Bronzo, einer Tochtergesellschaft des Konzerns Veolia, haben am vergangenen Freitag ihre Arbeit niedergelegt. Der Grund für die Arbeitsniederlegung: Fehlende Ressourcen und die Reduzierung der finanziellen Mittel für die Müllentsorgung, die ihre Arbeit zunehmend untragbar machen. Betroffene Stadtteile und improvisierte Lösungen Der Streik betrifft vor allem den 3. und 14. Bezirk Marseilles – zwei dicht besiedelte Stadtteile mit über 110.000 Einwohner*innen. Diese Viertel liegen z…

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  • Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Der Angeklagte soll in Frankreich fast 10.000 Tonnen Abfall illegal entsorgt haben. Der Prozess gegen Johnny Demeter wurde am Montagmorgen, dem 18. Dezember, in Lille eröffnet.

    Seit vier Jahren verschmutzen Hunderte Tonnen Müll und Bauschutt aus Belgien die Böden der ländlichen Gebiete an der Mosel. Sie wurden von Kriminellen dort abgeladen, die auf diese Weise mehr als ein Dutzend französische Gemeinden durch illegale Mülldeponien verschmutzt haben. Seit Montag, dem 18. Dezember, stehen neun Personen in Lille (Nordfrankreich) vor Gericht. 2019 mussten die Bewohner von Rédange (Moselle) mit ansehen, wie mehrere Lastwagen 250 Tonnen Abfall auf einem Privatgrundstück abkippten. „Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, war mir zum Heulen zumute“, gesteht Jessica Dautruche, Mitglied des Kollektivs „J’aime ma forêt“ (Ich liebe meinen Wald), vor der Kamera des Senders France 2.

    Die Müllberge sind immer noch da
    Vier Jahre später sind die Müllberge immer noch da. Um sie entfernen zu lassen, müssten mehr als 200.000 Euro ausgegeben werden. „Die Gemeinde Rédange hat 1.000 Einwohner, da kann man nicht soviel Geld ausgeben…“, kommentiert der Bürgermeister der kleinen Gemeinde, Daniel Cimarelli. Im Zentrum der illegalen Müllentsorgung steht Johnny Demeter. Der aus der Region Paris stammende Mann gab sich als Abfallmakler aus. Bei der Eröffnung des Prozesses in Lille am Montagmorgen hielt er sich bedeckt und sagte nur, dass er alles zutiefst bereue.

  • Departement Landes: Zwei in Formaldehydgläsern aufbewahrte Föten auf Mülldeponie entdeckt

    Departement Landes: Zwei in Formaldehydgläsern aufbewahrte Föten auf Mülldeponie entdeckt

    Man schließt nicht aus, dass die Gläser bereits jahrelang von medizinischem Personal aufbewahrt wurden.

    Die Staatsanwaltschaft Mont-de-Marsan teilte am frühen Dienstag mit, dass Mitarbeiter einer Mülldeponie in Mimizan (Departement Landes) am Montag Gläser mit einem in Formaldehyd konservierten menschlichen Fötus und einem Embryo entdeckt hätten.

    Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, die Aufschlüsse über Alter, Aufbewahrungsbedingungen und Herkunft bringen sollen. Die Möglichkeit, dass diese Gläser jahrelang von medizinischem Personal aufbewahrt wurden, wird laut einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle nicht ausgeschlossen.

  • Haut-Rhin: Grünes Licht für die unbegrenzte Lagerung von 42.000 Tonnen Giftmüll

    Haut-Rhin: Grünes Licht für die unbegrenzte Lagerung von 42.000 Tonnen Giftmüll

    Die Präfektur des Departements Haut-Rhin gab am Montag, dem 2. Oktober, grünes Licht für die unbefristete Lagerung von 42.000 Tonnen Giftmüll unter der Erde am Standort Stocamine. Dies ruft den Widerstand von Umweltverbänden hervor, da sich über dem Lagerort das größte Grundwasserreservoir Europas befindet.

    In Wittelsheim (Haut-Rhin) fand bereits am 23. September eine Demonstration statt, um den Abtransport der hochgiftigen Abfälle aus der unterirdischen Lagerstätte Stocamine, einem ehemaligen Kalibegwerk, zu fordern. Der Kampf der Umweltschützer dauert bereits seit über 20 Jahren an. Proteste, die immer noch nicht gehört werden. Die Präfektur des Departements Haut-Rhin gab nun am Montag, dem 2. Oktober, grünes Licht für die unbefristete Lagerung von 42.000 Tonnen Giftmüll unter der Erde.

    Eine Lagerung, die ursprünglich als vorübergehend beschrieben wurde
    Die Lagerung war 1997 für 30 Jahre auf dem Gelände des ehemaligen Kalibergwerks genehmigt worden und wurde damals als vorübergehend dargestellt. Mit der endgültigen Einlagerung befürchten nun mehrere Umweltverbände eine Verseuchung des größten Grundwasservorkommens Europas, das sich in der Erdschicht nur wenige Meter über der Lagerstätte befindet. Alsace Nature, eine dieser Umweltgruppen, plant außerdem, eine Klage einzureichen. Die Arbeiten an der Deponie waren bereits zweimal nach Verwaltungsbeschwerden gestoppt worden.