Schlagwort: Migration

  • Migration und Machtspiele: Frankreich sucht härteren Kurs – und den Schulterschluss mit Marokko

    Migration und Machtspiele: Frankreich sucht härteren Kurs – und den Schulterschluss mit Marokko

    Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau war kürzlich zu Besuch in Marokko. Ziel seiner Reise: die Migrationspolitik auf Linie bringen und den Rückhalt für eine härtere Gangart sichern. Denn Paris setzt längst nicht mehr nur auf Diplomatie – sondern zunehmend auf Druck.

    Weniger Sorgen mit Marokko als mit Algerien? Retailleaus Worte bei seinem Besuch in Rabat sorgten für Aufsehen: Das „Problem mit Marokko“ sei – im Verhältnis gesehen – deutlich kleiner als jenes mit Algerien. Das sagt nicht irgendwer, sondern der Direktor des französischen Amtes für Einwanderung und Integration (Ofii). Was klingt wie ein Lob an das Königreich, ist in Wahrheit auch eine Spitze gegen andere Partner im Maghreb. Doch was steckt dahinter? Im Kern geht es um Rückführungen. Also um Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus, die Frankreich verlassen sollen – und deren Herkunftsstaaten mitspielen müssen. Und genau das ist oft der Knackpunkt. Denn ohne gültige Papiere oder die Zustimmung des Heimatlandes geht we…

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  • Rettungseinsätze in der stürmischen Nacht – 50 Migranten aus dem Ärmelkanal gerettet

    Rettungseinsätze in der stürmischen Nacht – 50 Migranten aus dem Ärmelkanal gerettet

    Der Ärmelkanal – eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt – wurde am Samstag erneut zur Bühne dramatischer Rettungsaktionen. Insgesamt 50 Migranten, verteilt auf mehrere Boote, konnten bei schwierigen Wetterbedingungen und hohem Schiffs-Verkehrsaufkommen von den französischen Rettungskräften geborgen und an Land gebracht werden.

    Die Einsätze, koordiniert vom regionalen Überwachungs- und Rettungszentrum CROSS Gris-Nez, fanden zu unterschiedlichen Tageszeiten vor der Küste des Nordens und des Pas-de-Calais statt – einer Region, die längst zu einem Brennpunkt europäischer Fluchtbewegungen geworden ist.

    In dunkler Nacht und rauer See

    In der Nacht von Freitag auf Samstag war das erste Boot in Seenot geraten. 28 Personen wurden gerettet und sicher im Hafen von Calais abgesetzt. Nur wenige Stunden später, am Samstagmorgen, entdeckten die Rettungskräfte ein weiteres Boot auf dem Weg in Richtung Malo-les-Bains. Hier wurden 19 Migranten geborgen, während andere aus eigener Entscheidung weiterfuhren – trotz der erkennbaren Gefahren.

    Am frühen Nachmittag erfolgte ein dritter Einsatz: Drei Menschen trieben in einem überfüllten Boot vor Hardelot (Pas-de-Calais). Auch hier verweigerten einige die Hilfe der französischen Retter. Die Geretteten wurden später in Boulogne-sur-Mer an Land gebracht.

    Warum gehen Menschen dieses Risiko ein?

    Diese Boote – meist überfüllt, schlecht ausgerüstet und kaum seetüchtig – sind keine Transportmittel, sondern schwimmende Wagnisse. Der maritime Präfekt für den Ärmelkanal und die Nordsee warnte eindringlich: Diese Route sei „eine der gefährlichsten der Welt“ mit mehr als 600 Handelsschiffen täglich und oft widrigen Wetterbedingungen.

    Doch trotz dieser Warnungen steigen immer wieder Menschen in seeuntaugliche Boote, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Für viele ist es die letzte Etappe einer langen, entbehrungsreichen Reise – der verzweifelte Versuch, Großbritannien zu erreichen.

    Die zähe Realität an der Küste

    Die Region Nordfrankreich, insbesondere rund um Calais, ist seit Jahren Schauplatz dieses menschlichen Dramas. Notunterkünfte, provisorische Lager, immer wieder Auflösungen durch die Behörden – ein endloser Kreislauf. Die Lage ist komplex und die Lösungen rar. Zwischen politischer Verantwortung und humanitären Notlagen bleibt oft nur eines: der Blick auf den Menschen.

    Was treibt einen Vater dazu, mit seinem Kleinkind auf einem Gummiboot über das stürmische Meer zu schippern? Wieso vertraut eine junge Frau ihr Leben einer Luftmatratze an? Die Antwort ist so simpel wie tragisch: Hoffnung. Hoffnung auf Frieden, auf Arbeit, auf Sicherheit.

    Grenzen der Belastbarkeit

    Gleichzeitig stoßen auch die Rettungseinheiten an ihre Grenzen. Die Einsätze sind gefährlich, fordernd und oft mit schwierigen Entscheidungen verbunden – nicht zuletzt, wenn Menschen Hilfe ablehnen und weiterschippern, obwohl das Risiko kaum kalkulierbar ist.

    Die Behörden mahnen zur Vorsicht, zur Umkehr – aber letztlich bleiben Worte machtlos gegen die Verzweiflung jener, die alles hinter sich gelassen haben.

    Mehr als Zahlen

    50 Gerettete – das ist eine Zahl, aber hinter ihr stehen 50 Geschichten. Geschichten von Flucht, Angst, Mut, Verlust und unerschütterlicher Hoffnung. Und sie alle spielen sich täglich direkt vor Europas Küsten ab – nicht irgendwo weit weg, sondern mitten im Herzen der westlichen Welt.

    Andreas M. Brucker

  • Frankreich verschärft Einbürgerung – Fokus auf Arbeit statt Aufenthalt

    Frankreich verschärft Einbürgerung – Fokus auf Arbeit statt Aufenthalt

    Frankreich steht am Wendepunkt seiner Migrationspolitik. Mit der Ankündigung einer neuen Verfügung setzt Innenminister Bruno Retailleau ein deutliches Zeichen: Die Hürden für die französische Staatsbürgerschaft sollen steigen – während gleichzeitig der Zugang über Arbeitsintegration geöffnet bleibt. Ein Balanceakt zwischen Kontrolle und Pragmatismus. Am 10. April 2025 machte Retailleau seine Pläne öffentlich. In der Pressekonferenz betonte er, dass die „vollständige Integration“ in die französische Nation keine Selbstverständlichkeit sei, sondern klare Voraussetzungen erfordere. Besonders im Fokus: ein höheres Sprachniveau und ein explizites Bekenntnis zu den Werten der Republik. Klingt nach Klassikern der Integrationspolitik – doch die Details verraten, dass die Daumenschrauben angezogen werden. Schon das Einwanderungsgesetz von Januar 2024 hatte das rechtliche Klima verschärft. Aufenthaltsbedingungen wurden restriktiver, soziale Rechte gekürzt, Verfahren verschlankt – und zwar oft zu…

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  • Verbannung im Namen der Sicherheit? – Wauquiez’ Internierungsvorschlag sorgt für Empörung

    Verbannung im Namen der Sicherheit? – Wauquiez’ Internierungsvorschlag sorgt für Empörung

    Ein Ort, der eher für seine Fischerei als für politische Skandale bekannt ist, steht plötzlich im Zentrum einer nationalen Debatte: Saint-Pierre-et-Miquelon, das kleine französische Überseegebiet vor der kanadischen Küste, soll – geht es nach Laurent Wauquiez – zu einem Internierungslager für „gefährliche Ausländer“ werden. Was wie ein schlechtes Drehbuch klingt, ist bitterer politischer Ernst. Ein Vorschlag, der schockiert In einem Interview mit dem Magazin JDNews erklärte der Vorsitzende der republikanischen Fraktion in der französischen Nationalversammlung, man solle abgelehnte Asylbewerber mit einer Ausweisungsverfügung (OQTF) auf das abgelegene Archipel bringen. Die geografische Isolation, das raue Klima – im Schnitt fünf Grad Celsius und fast fünf Monate Regen oder Schnee – seien aus seiner Sicht ideale „abschreckende“ Bedingungen. Wauquiez’ Kalkül: Der Aufenthalt dort könnte genug Druck erzeugen, um die Rückkehrwilligkeit in die Herkunftsländer zu erhöhen. Eine Art politischer H…

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  • Rückabwicklung auf Bewährung: Die USA beenden Bidens Sponsorenprogramm für legale Migration

    Rückabwicklung auf Bewährung: Die USA beenden Bidens Sponsorenprogramm für legale Migration

    Die US-Regierung unter Donald Trump macht Ernst mit der Neujustierung der amerikanischen Einwanderungspolitik. Am 25. März wird das Heimatschutzministerium (DHS) im Federal Register einen 35-seitigen Bescheid veröffentlichen, wonach das sogenannte CHNV-Parole-Programm für Migranten aus Kuba, Haiti, Nicaragua und Venezuela eingestellt wird. Die Betroffenen – rund 532’000 Personen – verlieren damit ab dem 24. April ihren legalen Aufenthaltsstatus in den USA. Das CHNV-Programm war eine der zentralen Massnahmen der Biden-Regierung zur Steuerung der Migration aus krisengeschüttelten Ländern Lateinamerikas. Es erlaubte bestimmten Migranten und ihren Familienangehörigen, mit Hilfe amerikanischer Sponsoren auf legalem Weg in die Vereinigten Staaten einzureisen und dort vorübergehend zu leben. Die Bewilligungen wurden jeweils für einen Zeitraum von zwei Jahren erteilt. Laut offiziellen Angaben erhielten zwischen Oktober 2022 und Januar 2025 etwa 214’000 Haitianer, 117’000 Venezolaner, 111’000 K…

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  • Verzweifelte Reise über den Ärmelkanal: 168 Migranten gerettet, drei verletzt

    Verzweifelte Reise über den Ärmelkanal: 168 Migranten gerettet, drei verletzt

    Es sind Bilder, die sich einprägen: Schlauchboote in peitschender See, Menschen dicht gedrängt, durchnässt und erschöpft – irgendwo zwischen Hoffnung und Angst. In der Nacht vom 20. auf den 21. März griffen französische Rettungskräfte gleich viermal ein, um 168 Migranten aus akuter Seenot zu retten. Sie hatten versucht, von der französischen Küste aus nach England zu gelangen.

    Der Schauplatz: die Dünen von Slack, wenige Kilometer nördlich von Boulogne-sur-Mer, ein Ort, der in der Geschichte des Ärmelkanals längst traurige Berühmtheit erlangt hat. Weitere Einsätze fanden nahe Cran-Poulet sowie vor der Küste von Dünkirchen statt. Drei Personen – zwei Verletzte und eine bewusstlose Person – wurden per Hubschrauber geborgen und anschließend im Krankenhaus von Boulogne-sur-Mer medizinisch versorgt.

    Ein Rettungseinsatz, der unter die Haut geht.

    Denn wer sich bei Eiseskälte und rauer See in ein kleines Boot setzt, nimmt alles in Kauf – selbst den Tod. Zwei der Boote, die sich in Schwierigkeiten befanden, konnten ihre gefährliche Überfahrt fortsetzen. Die Seenotretter blieben in Funkreichweite und hielten Kontakt, um im Ernstfall sofort eingreifen zu können. Ein Drahtseilakt zwischen Hilfeleistung und der Schwierigkeit, Grenzübertritte rechtlich zu erfassen.

    Diese Überfahrten sind längst kein seltenes Phänomen mehr. Seit Jahresbeginn sind bereits acht Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, den Ärmelkanal zu überqueren – die letzte Tragödie ereignete sich nur einen Tag zuvor, in der Nacht vom 19. auf den 20. März, vor Gravelines im Norden Frankreichs.

    Ein stilles Sterben – fast schon zum Alltag geworden.

    Doch hinter jeder Zahl steckt ein Mensch. Ein Schicksal. Eine Geschichte, die in einem Boot kulminiert, mitten auf dem stürmischen Meer. Was treibt jemanden dazu, alles zurückzulassen, um sich in die Hände der Wellen zu begeben? Die Antwort ist komplex – aber meist liegt sie in Krieg, Armut oder Verzweiflung.

    Es ist ein Teufelskreis: Strengere Grenzkontrollen auf dem Landweg führen immer häufiger zu riskanten Fluchtversuchen über das Meer. Die Menschen nehmen große Gefahren in Kauf – mit dem Wissen, dass das Ziel vielleicht niemals erreicht wird.

    Und trotzdem: Der Strom reißt nicht ab.

    Für die französischen Rettungskräfte bedeuten solche Nächte Schwerstarbeit. Sie wissen nie, was sie erwartet. Sie reagieren schnell, oft unter Lebensgefahr. Die Zusammenarbeit mit britischen Behörden ist angespannt – nicht zuletzt seit dem Brexit. Politische Lösungen scheinen in weiter Ferne.

    Stattdessen wird improvisiert. Koordiniert. Gerettet. Immer wieder.

    Die Bilder dieser Nacht stehen sinnbildlich für ein größeres Dilemma: Europas Migrationspolitik wirkt oft wie ein Flickenteppich. Jedes Land kämpft mit eigenen Regeln, unterschiedlichen Prioritäten, politischen Lagerkämpfen. Derweil bleibt das Meer erbarmungslos – und die Boote fahren weiter.

    Wie viele Tragödien braucht es noch, bis echte Lösungen auf den Tisch kommen?

    Auch in dieser Nacht hätte alles anders ausgehen können. Glück war im Spiel, schnelle Reaktionen der Einsatzkräfte – und vielleicht ein wenig Schicksal. Für 168 Menschen endete die Fahrt zumindest nicht tödlich.

    Doch der Preis bleibt hoch. Für alle Beteiligten.

    Catherine H.

  • Tragödie im Ärmelkanal: Ein Migrant stirbt bei Fluchtversuch nach Großbritannien

    Tragödie im Ärmelkanal: Ein Migrant stirbt bei Fluchtversuch nach Großbritannien

    Die gefährliche Überfahrt über den Ärmelkanal hat erneut ein Menschenleben gefordert. Am 19. März wurde die Leiche eines jungen Mannes vor Equihen-Plage, nahe Boulogne-sur-Mer, aus dem Wasser geborgen. Ein weiterer Migrant, ein 16-jähriger Jugendlicher, überlebte nur knapp – er wurde mit schwerer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht.

    Eine Flucht mit tödlichem Ausgang

    In der Nacht versuchte eine Gruppe von Menschen, mit einem Schlauchboot von der französischen Küste aus Richtung Großbritannien zu gelangen. Doch das Vorhaben endete in einer Katastrophe. Die raue See und die eisigen Temperaturen wurden den Geflüchteten zum Verhängnis.

    Als die Rettungskräfte – darunter Boote der Gendarmerie und der maritimen Behörden – am Unglücksort eintrafen, fanden sie zwei Menschen im Wasser. Einer von ihnen, ein 25-jähriger Mann, war bereits leblos. Der andere, ein Teenager, war stark unterkühlt, konnte aber gerettet werden.

    Der siebte Todesfall in diesem Jahr

    Diese Tragödie ist kein Einzelfall. Seit Jahresbeginn ist dies bereits der siebte bekannte Todesfall bei versuchten Überquerungen des Ärmelkanals. Die Zahlen zeigen, wie gefährlich diese Fluchtroute ist – und dennoch nehmen immer mehr Menschen das Risiko auf sich.

    Die französischen Rettungskräfte, koordiniert vom Überwachungs- und Rettungszentrum Cross Gris-Nez, haben zwei Boote eingesetzt, um weitere Überlebende zu suchen. Doch die Hoffnung, noch jemanden lebend zu finden, schwand schnell.

    Warum riskieren Menschen ihr Leben?

    Die verzweifelte Lage von Migranten in Nordfrankreich zwingt viele, gefährliche Wege in Richtung Großbritannien einzuschlagen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben, auf Sicherheit oder auf eine Wiedervereinigung mit Familienmitgliedern lässt sie alles riskieren.

    Doch die Überfahrt ist brandgefährlich. Die eisigen Temperaturen des Meeres, die unvorhersehbaren Wetterbedingungen und die oft überfüllten, nicht seetüchtigen Boote machen jede Überquerung zu einem lebensgefährlichen Unterfangen.

    Ein Problem ohne einfache Lösung

    Frankreich und Großbritannien versuchen seit Jahren, die gefährlichen Überfahrten zu verhindern – bisher mit wenig Erfolg. Mehr Patrouillen, strengere Kontrollen, Abkommen zwischen beiden Ländern: All das konnte nicht verhindern, dass immer mehr Menschen in instabilen Booten den Ärmelkanal überqueren wollen.

    Solange es keine sicheren und legalen Alternativen gibt, werden verzweifelte Menschen weiterhin ihr Leben aufs Spiel setzen. Die Frage bleibt: Wie viele müssen noch sterben, bis sich etwas ändert?

    Autor: C.H.

  • Dramatische Rettungsaktion: 612 Migranten vor Tunesien aus dem Mittelmeer gerettet, 18 Leichen geborgen

    Dramatische Rettungsaktion: 612 Migranten vor Tunesien aus dem Mittelmeer gerettet, 18 Leichen geborgen

    Die Überfahrt über das Mittelmeer – für viele ein verzweifelter Versuch, ein besseres Leben in Europa zu finden. Doch immer wieder endet sie in einer Tragödie.

    In der Nacht zum 17. März hat die tunesische Küstenwache 612 Migranten aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara gerettet, während sie versuchten, Europa zu erreichen. Gleichzeitig wurden 18 Leichen geborgen. Die Migranten gerieten in Seenot, als ihre Boote entweder kenterten oder aufgrund technischer Probleme manövrierunfähig wurden.

    Bilder des Grauens

    Veröffentlichte Videoaufnahmen zeigen erschöpfte Menschen – einige klammern sich an große schwarze Rettungsringe, andere wirken völlig entkräftet. Frauen und Kinder sind unter den Geretteten, einige von ihnen scheinen leblos zu sein. Die Küstenwache war im Einsatz, um Leben zu retten, doch für viele kam jede Hilfe zu spät.

    Tunesiens Küsten – nur rund 150 Kilometer von der italienischen Insel Lampedusa entfernt – gehören mittlerweile zu den Hauptausgangspunkt für Flüchtlinge, die von Nordafrika nach Europa gelangen wollen. Zusammen mit Libyen hat das Land sich zu einem Brennpunkt der Migrationsbewegung entwickelt.

    Der verzweifelte Weg nach Europa

    Warum setzen sich Tausende dieser tödlichen Gefahr aus? Die Antwort liegt oft in den unerträglichen Bedingungen, die viele Migranten in ihrer Heimat oder während ihrer Zeit in Nordafrika erleben. Laut humanitären Organisationen leben derzeit 20.000 bis 25.000 Migranten in provisorischen Lagern – ohne Wasser, ohne medizinische Versorgung, ohne jegliche Perspektive.

    Die Organisation „World Organisation Against Torture“ (OMCT) prangerte erst im Januar an, dass viele Migranten völlig auf sich allein gestellt sind und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Der Bericht beschreibt die Situation als „prekär und gefährlich“.

    Migration: eine tickende Zeitbombe?

    Die Rettungseinsätze sind nur ein Symptom eines viel größeren Problems. Solange Armut, politische Instabilität und Gewalt in vielen afrikanischen Ländern anhalten, wird der Migrationsdruck auf Europa nicht nachlassen. Die tunesische Regierung kämpft mit begrenzten Ressourcen, um der Lage Herr zu werden, doch der Strom der Flüchtlinge reißt nicht ab.

    Gibt es eine Lösung? Die Debatte darüber ist so alt wie die Krise selbst. Während einige auf stärkere Kontrollen und Abschreckung setzen, fordern andere mehr legale Einwanderungsmöglichkeiten und humanitäre Unterstützung vor Ort. Eines aber bleibt klar: Jeder Mensch, der im Mittelmeer ertrinkt, ist einer zu viel.

    Von C. Hatty

  • Macron fordert Algerien zu vertieften Verhandlungen über Migrationsabkommen auf

    Macron fordert Algerien zu vertieften Verhandlungen über Migrationsabkommen auf

    Die diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Algerien erleben derzeit eine Phase erhöhter Spannungen. Am 28. Februar 2025 appellierte der französische Präsident Emmanuel Macron an die algerische Regierung, die Zusammenarbeit hinsichtlich der bilateralen Migrationsabkommen zu intensivieren. Gleichzeitig warnte er vor der Instrumentalisierung dieses sensiblen Themas für politische Zwecke. Während einer Pressekonferenz in Porto, Portugal, betonte Macron die Notwendigkeit direkter Gespräche: „Wir werden nicht vorankommen, wenn es keine Zusammenarbeit gibt. Man kann nicht über die Presse kommunizieren; das ist lächerlich, so funktioniert es nie.“ Er fügte hinzu, dass die Beziehungen nicht für „politische Spielchen“ missbraucht werden sollten und dass die „Millionen von Franzosen, die von algerischen Eltern abstammen“, nicht in diese Debatten hineingezogen werden dürften. Hintergrund der Spannungen Ein zentraler Punkt der aktuellen Spannungen ist die Weigerung Algeriens, Staatsbürg…

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  • Trumps Einwanderungspolitik: Mehr als 20.000 Festnahmen im ersten Monat

    Trumps Einwanderungspolitik: Mehr als 20.000 Festnahmen im ersten Monat

    Während der ersten vier Wochen der Präsidentschaft von Donald Trump wurden mehr als 20.000 undokumentierte Migranten festgenommen, wie das US-Heimatschutzministerium (DHS) am Mittwoch mitteilte. Diese Zahl verdeutlicht die harte Linie, die Trumps Regierung in der Einwanderungspolitik verfolgte.

    Zum Vergleich: Unter Präsident Joe Biden führte die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) etwa 33.000 Festnahmen sogenannter „at-large“-Personen durch – das entspricht einem monatlichen Durchschnitt von 2.700 Festnahmen.

    „Wir schicken sie nach Hause – für immer“

    Kristi Noem, die aktuelle DHS-Ministerin, stellte klar, dass Trumps Regierung entschieden gegen illegale Migration vorgeht. „Präsident Trump und diese Administration retten jeden Tag Leben, weil wir die Grenze sichern und kriminelle illegale Ausländer abschieben“, sagte sie in einer Erklärung. „Hunderttausende Kriminelle wurden illegal in dieses Land gelassen. Wir schicken sie nach Hause, und sie werden niemals zurückkehren dürfen.“

    Führungswechsel bei der Einwanderungsbehörde

    Eine weitere Entwicklung betrifft Caleb Vitello, den kommissarischen Direktor der ICE-Behörde. Trump hatte ihn für die Position ausgewählt, doch nun wurde bekannt, dass er privat Unzufriedenheit über seinen Posten geäußert haben soll. Einige Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichteten den Sendern CNN und CBS, dass Vitello offenbar nicht vollständig hinter seiner Rolle steht.

    Ein Sprecher des DHS stellte jedoch klar: „Der amtierende ICE-Direktor wird nicht gefeuert – er ist nicht länger in einer administrativen Position, sondern leitet alle Außendienst- und Durchsetzungsmaßnahmen: das Aufspüren, Festnehmen und Abschieben illegaler Migranten, was eine zentrale Priorität für den Präsidenten und die Ministerin ist.“

    Gerichtliche Hürden für Trumps Migrationspolitik

    Während Trump versucht, seine Einwanderungspolitik weiter zu verschärfen, gibt es Gegenwind von der Justiz. Ein Bundesrichter in Seattle, Jamal Whitehead, stoppte am Dienstag eine Anordnung des Präsidenten, mit der Flüchtlingsaufnahmen und Finanzierungen ausgesetzt werden sollten. Whitehead wurde von Biden ins Amt berufen.

    Einen weiteren Dämpfer erhielt Trump durch den Bundesrichter Theodore Chuang aus Maryland. Er blockierte eine Maßnahme, die es Einwanderungsbehörden erlaubt hätte, Razzien in religiösen Einrichtungen durchzuführen, die Quäkern, kooperativen Baptisten und Sikhs gehören. Chuang wurde einst von Barack Obama ernannt.

    Deportationszahlen im historischen Vergleich

    Wie viele Abschiebungen unter Trumps zweiter Amtszeit bisher durchgeführt wurden, ist noch nicht bekannt. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt jedoch interessante Entwicklungen:

    • Im Fiskaljahr 2014 – unter Barack Obama – erreichte ICE mit 316.000 Abschiebungen den höchsten Stand in den letzten zehn Jahren.
    • Der höchste Wert während Trumps erster Amtszeit lag 2019 bei 267.000 Deportationen.
    • 2023 lebten schätzungsweise 11,7 Millionen undokumentierte Migranten in den USA, so das Center for Migration Studies of New York.

    Weniger Grenzübertritte als seit über 15 Jahren

    Ein bemerkenswerter Trend zeigt sich an der US-Südgrenze: Am Dienstag wurden dort lediglich 200 undokumentierte Migranten aufgegriffen – der niedrigste Tageswert seit über 15 Jahren.

    Parallel dazu startete Kristi Noem eine landesweite und internationale Werbekampagne im Wert von mehreren Millionen Dollar. Die Botschaft: Illegale Migranten sollen gewarnt werden, die US-Grenze nicht zu überqueren.

    Die Debatte über die Einwanderungspolitik wird also weiterhin hitzig geführt – mit klaren Signalen von Trump und seiner Regierung, dass sie eine härtere Linie verfolgen wollen als ihre Vorgänger. Doch wie weit kann Trump tatsächlich gehen, bevor die Justiz erneut eingreift?

    Autor: C.H.