Schlagwort: Meinungsfreiheit

  • Tesla unter Beschuss: Wenn politische Gesten zum wirtschaftlichen Risiko werden

    Tesla unter Beschuss: Wenn politische Gesten zum wirtschaftlichen Risiko werden

    Wie Elon Musks umstrittene Auftritte und Äußerungen Tesla in Europa in die Krise stürzen.

    Ein Tweet, der Wellen schlägt

    „Wer will auch ein Nazi-Auto fahren?“ – mit diesem Satz sorgte die Berliner Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) für einen politischen Paukenschlag. Gemeint war Tesla, der Elektroautobauer, dessen CEO Elon Musk durch kontroverse Auftritte und Aussagen in die Kritik geraten ist. Kiziltepe löschte den Tweet zwar, doch sie hält an ihrer Kritik fest: Musks Verhalten sei nicht hinnehmbar. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten – von Rücktrittsforderungen bis zu Solidaritätsbekundungen war alles dabei.

    Der umstrittene Gruß

    Was war passiert? Im Januar 2025 trat Elon Musk bei der Amtseinführung von Donald Trump auf und machte eine Geste, die viele als Hitlergruß interpretierten. Musk legte seine rechte Hand auf die Brust und streckte dann den Arm mit flacher Hand nach oben aus – eine Bewegung, die in Deutschland besonders sensibel betrachtet wird. Historiker und jüdische Organisationen äußerten scharfe Kritik, während Musk selbst die Geste als Ausdruck von Dankbarkeit bezeichnete. Die Anti-Defamation League (ADL) nannte die Aktion eine „unbeholfene Aktion“, doch der ehemalige Direktor der ADL widersprach und sprach von einem „Heil-Hitler-Nazi-Gruß“.

    Nähe zur AfD

    Kurz darauf trat Musk per Videokonferenz bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) auf. Dort äußerte er, dass „Kinder nicht für die Sünden ihrer Vorfahren verantwortlich gemacht werden sollten“ und kritisierte das „übermäßige Gewicht der Schuld der Vergangenheit“ in Deutschland. Diese Aussagen, nur wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag, wurden von vielen als Versuch gewertet, die deutsche Erinnerungskultur zu relativieren.

    Proteste und wirtschaftliche Folgen

    Die Kombination aus der umstrittenen Geste und den Aussagen bei der AfD-Veranstaltung führte zu weltweiten Protesten. In mehreren Städten wurden Tesla-Showrooms mit Graffiti wie „No to Nazis“ und Hakenkreuzen beschmiert. Aktivistengruppen organisierten kreative Protestaktionen, darunter gefälschte Werbeanzeigen, die Tesla als „SwastiCar“ darstellten.

    Auch wirtschaftlich spürt Tesla die Folgen. In Deutschland fielen die Verkaufszahlen im ersten Quartal 2025 um 45 Prozent, in Frankreich um 63,4 Prozent und in Spanien um 75,4 Prozent. Einige Unternehmen beendeten ihre Kooperationen mit Tesla. Zudem gaben 31 Prozent der Tesla-Besitzer in einer niederländischen Umfrage an, den Verkauf ihres Fahrzeugs in Erwägung zu ziehen.

    Politische Debatte in Deutschland

    Die Äußerung von Cansel Kiziltepe stieß parteiübergreifend auf Kritik. Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) forderte eine Rücknahme der Aussage und betonte die Bedeutung der Tesla-Fabrik in Grünheide für die Region. Auch CDU-Politiker forderten Konsequenzen. Kiziltepe verteidigte ihre Aussage jedoch und verwies auf Musks rechtsextreme Positionen.

    Ein Balanceakt zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung

    Die Kontroverse um Elon Musk und seine Äußerungen hat nicht nur politische und gesellschaftliche Debatten ausgelöst, sondern auch konkrete wirtschaftliche Auswirkungen für Tesla. Die Bezeichnung von Tesla-Fahrzeugen als „Nazi-Autos“ mag polemisch erscheinen, doch sie reflektiert die tiefe Besorgnis vieler Menschen über die Verbindungen von Führungspersönlichkeiten zu rechtsextremen Ideologien und Symbolen. Für Unternehmen und ihre Führungskräfte bleibt es entscheidend, sich ihrer öffentlichen Wahrnehmung bewusst zu sein und entsprechend verantwortungsvoll zu handeln.

    Autor: Andreas M. B.

  • Schattenzensur: Wenn Algorithmen bestimmen, was du denkst

    Schattenzensur: Wenn Algorithmen bestimmen, was du denkst

    Wie digitale Plattformen mit unsichtbaren Mechanismen den öffentlichen Diskurs lenken.

    Willkommen in der digitalen Zensur

    Du scrollst durch deinen Newsfeed, klickst hier, likst dort – und ahnst nicht, dass dir längst etwas entgeht. Keine rote Warnleuchte, kein lauter Alarm. Es passiert still und leise: bestimmte Beiträge, Kommentare oder Accounts tauchen einfach nicht mehr bei dir auf. Nicht, weil sie verschwunden wären – sondern weil sie unsichtbar gemacht wurden.

    Willkommen in der Ära der Schattenzensur.

    Hier bestimmen nicht Menschen direkt, welche Inhalte du siehst, sondern Algorithmen – jene unsichtbaren Strippenzieher, die längst tief in den sozialen Netzwerken verwurzelt sind. Sie filtern, sortieren, priorisieren. Klingt nach Technik? Ist es auch. Aber dahinter steckt weit mehr als nur Code.

    Wenn Technik politisch wird

    Denn Algorithmen handeln nicht neutral. Sie folgen Regeln, die jemand festlegt – und diese Regeln sind alles andere als unpolitisch. Plattformen wie X (ehemals Twitter), Facebook oder TikTok behaupten oft, sie handeln nur zum Schutz der Nutzer:innen, zum Beispiel gegen Hassrede oder Desinformation. Doch immer wieder zeigen Enthüllungen: Hinter den Kulissen geht es auch um Macht, Interessen und politische Agenda.

    Ein Paradebeispiel? Die sogenannten „Twitter Files“ – interne Dokumente, die offenlegten, wie Inhalte gezielt gedrosselt oder hervorgehoben wurden. Besonders brisant: Auch politische Überlegungen spielten dabei eine Rolle. Da wird schon mal ein unliebsamer Tweet unsichtbar gemacht, ohne dass der oder die Verfasser:in je davon erfährt.

    Schon mal darüber nachgedacht, wie viele solcher Posts du wohl nie gesehen hast?

    Die Plattformen als Türsteher der Debatte

    Offiziell argumentieren die Betreiber sozialer Netzwerke: Wir müssen moderieren, um schädliche Inhalte fernzuhalten. Doch wo endet Moderation – und wo beginnt Zensur? Diese Grenze verschwimmt zunehmend. Denn was als „schädlich“ gilt, bestimmen letztlich die Plattformen selbst. Mal ist es ein Algorithmus, mal eine Handvoll Entscheidungsträger:innen, die festlegen, was du zu Gesicht bekommst.

    Und ja – es sind die großen Plattformen, die den öffentlichen Diskurs dominieren. Was dort unsichtbar bleibt, hat kaum eine Chance, Teil der gesellschaftlichen Debatte zu werden. Ein bisschen wie bei einer Party, auf der der Türsteher entscheidet, wer rein darf – und wer draußen bleiben muss.

    Versteckte Macht und schleichende Folgen

    Die Folgen dieser algorithmischen Steuerung sind gravierend. Denn wenn bestimmte Meinungen systematisch unterdrückt oder bevorzugt werden, wird der öffentliche Diskurs verzerrt. Die Vielfalt der Ansichten schrumpft, und damit auch unsere Möglichkeit, uns eine fundierte Meinung zu bilden.

    Kurz gesagt: Unsere demokratische Debattenkultur steht auf dem Spiel.

    Was bedeutet das für dich? Vielleicht, dass du in deiner Filterblase festsitzt, ohne es zu merken. Vielleicht, dass kritische Stimmen, die du gerne hören würdest, einfach nicht durchkommen. Das Internet, einst als Ort grenzenloser Freiheit gefeiert, wird so zum Schaufenster mit Scheuklappen.

    Rufen nach Transparenz werden lauter

    Immer mehr Expert:innen und Bürgerrechtsorganisationen schlagen Alarm. Sie fordern: Plattformen müssen offenlegen, wie ihre Algorithmen funktionieren. Nach welchen Kriterien werden Inhalte gefiltert, priorisiert oder ausgeblendet? Wer legt diese Regeln fest – und warum?

    Zudem steht die Forderung im Raum, unabhängige Aufsichtsbehörden einzurichten, die genau hinschauen und kontrollieren, ob Plattformen wirklich fair moderieren oder doch Interessen bedienen.

    Denn eines ist klar: Die Nutzer:innen haben ein Recht darauf zu wissen, warum sie bestimmte Inhalte sehen – oder eben nicht.

    Freiheit oder Filter?

    Ein Spagat, der schwerer kaum sein könnte. Denn ja – das Internet ist voller problematischer Inhalte. Hass, Hetze, Falschinformationen sind reale Bedrohungen. Natürlich braucht es Mechanismen, um dem entgegenzuwirken. Aber: Diese Mechanismen dürfen nicht selbst zur Bedrohung werden.

    Wenn Algorithmen zu Zensurinstrumenten mutieren, ist das gefährlich. Dann kippt das Gleichgewicht zwischen Schutz und Freiheit. Und genau hier müssen wir ansetzen: Transparente, nachvollziehbare Regeln für die digitale Öffentlichkeit sind kein Nice-to-have – sie sind essenziell für eine gesunde Demokratie.

    Denn was bleibt von Meinungsfreiheit, wenn sie heimlich beschnitten wird?

    Ein offener Blick auf die Zukunft

    Wohin steuern wir? Werden die Plattformen sich öffnen, ihre Filter offenlegen, die Entscheidungsprozesse transparent machen? Oder wird die Schattenzensur weiter ihren stillen Dienst tun, unsichtbar und doch wirksam?

    Die Antwort liegt – zumindest teilweise – bei uns. Je lauter der Ruf nach Transparenz wird, desto schwerer wird es für die Plattformen, sich hinter dem Algorithmus zu verstecken. Vielleicht ist es an der Zeit, den digitalen Türstehern mal genauer auf die Finger zu schauen.

    Von Andreas M. Brucker

  • Trumps Feldzug gegen „Wokeness“: Angriff auf die Meinungsfreiheit?

    Trumps Feldzug gegen „Wokeness“: Angriff auf die Meinungsfreiheit?

    Seit seinem Amtsantritt hat Präsident Donald Trump eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die darauf abzielen, Programme für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) sowie bestimmte Ausdrucksformen in den Medien zu unterbinden. Diese Schritte stoßen auf heftige Kritik vonseiten derjenigen, die sie als Verletzung des Ersten Verfassungszusatzes der Vereinigten Staaten betrachten.

    Trump, der sich selbst als Verfechter der Meinungsfreiheit darstellt, hat durch verschiedene Exekutivanordnungen DEI-Initiativen auf Bundesebene beendet. Eine dieser Anordnungen, „Ending Radical and Wasteful Government DEI Programs and Preferencing“, fordert die Beendigung aller DEI-bezogenen Programme innerhalb der Bundesregierung. Kritiker argumentieren, dass diese Maßnahmen darauf abzielen, Vielfalt und Inklusion zu unterdrücken, was im Widerspruch zu den Prinzipien der Meinungsfreiheit steht.

    Eingriff in die Autonomie von Bildungseinrichtungen

    Besonders betroffen sind Bildungseinrichtungen. Das Bildungsministerium setzte Schulen und Universitäten eine Frist von zwei Wochen, um ihre DEI-Programme einzustellen, andernfalls drohe der Verlust von Bundesmitteln. Diese Anordnung führte zu Verunsicherung und Kritik, da sie als Eingriff in die Autonomie der Bildungseinrichtungen und als Bedrohung der akademischen Freiheit wahrgenommen wird.

    Ein weiteres Beispiel ist eine präsidentielle Anordnung, die es Schulen verbietet, Inhalte zu lehren, die als antiamerikanisch oder subversiv gelten, einschließlich der Förderung von „Gender-Ideologie“ oder kritischer Rassentheorie. Diese Maßnahmen werden von Befürwortern der Meinungsfreiheit als Zensur und als Versuch gewertet, bestimmte Perspektiven aus dem Bildungsdiskurs auszuschließen.

    Konflikt mit Medienorganisationen

    Die Spannungen zwischen der Trump-Regierung und den Medien haben ebenfalls zugenommen. Ein prominentes Beispiel ist der Konflikt mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Nachdem AP sich weigerte, den von Trump vorgeschlagenen Begriff „Golf von Amerika“ anstelle des etablierten Namens „Golf von Mexiko“ zu verwenden, wurde der Agentur der Zugang zu wichtigen Veranstaltungen im Weißen Haus verwehrt. AP reichte daraufhin Klage ein und argumentierte, dass die Regierung nicht das Recht habe, die Sprache der Presse zu kontrollieren.

    Von besonderer Brisanz ist auch die Entscheidung der Regierung, selbst zu bestimmen, welche Journalisten Zugang zu den Presseveranstaltungen des Weißen Hauses erhalten. Kritiker sehen darin einen Versuch, unliebsame Berichterstattung zu unterbinden und die Pressefreiheit gezielt einzuschränken.

    Zunehmende gerichtliche Auseinandersetzungen

    Mehrere dieser Maßnahmen sind bereits vor Gericht gelandet. Ein Bundesrichter erklärte Trumps Bestimmung für verfassungswidrig, die Empfänger staatlicher Fördermittel dazu verpflichtet, keine DEI-Programme zu unterstützen. Dies verstoße gegen das Prinzip der Meinungsfreiheit und stelle eine klare Diskriminierung bestimmter Standpunkte dar.

    Auch das Verbot, Pride-Flaggen in Bundesbehörden zu zeigen, hat eine juristische Debatte ausgelöst. Während die Regierung argumentiert, dass es sich um eine Regel zur Vereinheitlichung der Symbolpolitik in Behörden handelt, betrachten Kritiker dies als gezielte Maßnahme gegen LGBTQ+-Mitarbeiter.

    Die politische Dimension des Kulturkampfes

    Trumps Vorgehen gegen „woke“ Ideologien reiht sich in eine breitere konservative Strategie ein, die eine Gegenreaktion auf liberale Diskurse über Rassismus, Geschlechterfragen und gesellschaftliche Diversität darstellt. Während seine Anhänger argumentieren, dass er lediglich eine politische Schieflage korrigiere, sehen seine Gegner darin eine autoritäre Bestrebung, die öffentliche Debatte zu lenken.

    Die Auseinandersetzung um Meinungsfreiheit bleibt damit ein zentraler Konfliktpunkt in der US-amerikanischen Politik. Sowohl unter Trump als auch unter seinen Vorgängern gab es Versuche, den öffentlichen Diskurs zu beeinflussen. Doch mit der aktuellen Entwicklung rückt die Frage in den Fokus, wo die Grenzen zwischen Regierungsführung und verfassungswidriger Zensur verlaufen.

    Autor: P. Tiko

  • Elon Musk und sein Algorithmus: Manipulation oder Meinungsfreiheit?

    Elon Musk und sein Algorithmus: Manipulation oder Meinungsfreiheit?

    Auf der Plattform X, früher bekannt als Twitter, scheint es aktuell fast unmöglich, den Nachrichten von Elon Musk zu entkommen. Viele Nutzer fragen sich, ob der Milliardär seinen eigenen Algorithmus so manipuliert, dass seine Inhalte bevorzugt werden. Doch ist das tatsächlich so? Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen und die Kritik an seinem Vorgehen bringt Licht ins Dunkel. Der Test: Elon Musk überall Ein Experiment des französischen Journalistenteams von L’Oeil du 20h zeigt, wie dominant Elon Musk auf X präsent ist. Ein neu erstelltes Konto, das weder Beiträge veröffentlicht noch anderen Nutzern folgt, wird bereits nach wenigen Sekunden mit Vorschlägen bombardiert, Musk zu folgen. Es bleibt nicht bei einer zufälligen Empfehlung – Musk taucht prominent in den vorgeschlagenen Tweets und Konten auf. Folgt man Musk schließlich, öffnet sich eine algorithmische Schleife: Die Plattform schlägt sofort seine Unternehmen Tesla und SpaceX, konservative Persönlichkeiten wie Donald Trump und d…

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  • Emmanuel Macron in Pau: Polizei dringt in Häuser von Anwohnern ein, um Plakate zu entfernen

    Emmanuel Macron in Pau: Polizei dringt in Häuser von Anwohnern ein, um Plakate zu entfernen

    Als Emmanuel Macron am Freitag nach Pau (Pyrénées-Atlantiques) reiste, hielten einige Bewohner Schilder aus ihren Fenstern. Polizei drang in ihr Gebäude ein, um die Schilder zu entfernen. Dies ist die unschöne Seite der Reise von Emmanuel Macron nach Pau (Pyrénées-Atlantiques) am Freitag, dem 30. September. Vor der Ankunft des Präsidenten der Republik drangen CRS-Polizisten in die Wohnung eines Ehepaars im Viertel Foirail ein. Diese hatten aus ihrem Fenster ein Schild mit folgender Aufschrift gehalten: „Ich will vor dem Klimakollaps in Rente gehen“ oder „Alles ist gut in der besten aller Welten (oder 1984, ich weiß es nicht mehr)“.

    Laut der Zeitung La République des Pyrénées bewaffneten sich die Ordnungskräfte mit einem Rammbock, um sich Zugang zu der Wohnung zu verschaffen. Sie drohten damit, die Tür der Wohnung einzutreten, bevor sie das Paar aufforderten, die Schilder zu entfernen. Die Polizisten drohten: „Wenn ihr protesti…

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  • Plant Frankreich wirklich, Polizeiakten über politische Aktivisten anzulegen?

    Plant Frankreich wirklich, Polizeiakten über politische Aktivisten anzulegen?

    Änderungen an Frankreichs System zur Erstellung von Polizeiakten über potenzielle Bedrohungen der nationalen Sicherheit haben Besorgnis ausgelöst.

    Was sind das für Änderungen?

    Die Kontroverse dreht sich um drei Dekrete, die vom Innenministerium veröffentlicht wurden und die Art und Weise betreffen, wie die Polizei Akten über Personen zusammenstellt, von denen angenommen wird, dass sie eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen.

    Insbesondere erweitern sie die Art von Informationen, die in bestimmten Arten von Polizeiakten aufgezeichnet werden können – zuvor war dies auf die Aktivitäten einer Person beschränkt, jetzt kann es ihre Online- und Social-Media-Aktivitäten sowie persönlichere Informationen wie ihre politischen und religiösen Überzeugungen und die Mitgliedschaft in Organisationen einschließlich Gewerkschaften umfassen.

    Auch Hinweise auf die psychische Gesundheit können in der Akte festgehalten werden.

    Die drei veröffentlichten Dekrete enthalten die gleichen Änderungen, jedoch für drei verschiedene Arten von Dateien – die Pasp-Sicherheitsdateien, die von der nationalen Polizei gesammelt werden, die Gipasp-Sicherheitsdateien, die von der Gendarmerie gesammelt werden, und die EASP, die Dateien, die über Beamte gesammelt werden, bevor sie in sensible Positionen berufen werden.

    Wie funktioniert Frankreichs Sicherheitsdatensystem?

    Frankreich verfügt über eine nationale Datenbank namens Fichier des Personnes Recherchées (FPR), eine Datenbank mit gesuchten Kriminellen oder Personen auf Überwachungslisten, die 1969 angelegt wurde.

    Diese Datenbank enthält auch Details über entflohene Häftlinge, Personen, die aus Einrichtungen ausgebrochen sind oder Personen, denen die Einreise ins Land verwehrt wurde.

    Der bekannteste Teil des Systems sind die Fiche S-Sicherheitsdossiers – wobei der Buchstabe S für „Staatssicherheit“ steht – und es gibt verschiedene Arten von Fiches S, deren Nummern von S1 bis S16 reichen.

    Etwa 70 Prozent der Fiches S werden von der DGSI, dem nationalen Nachrichtendienst, erstellt.

    Der Begriff wird meist im Zusammenhang mit Terrorverdächtigen verwendet, aber Fiche S gibt es nicht nur für mutmaßliche Terroristen – auch Fußball-Hooligans können eine Fiches S haben oder radikale Umweltaktivisten, selbst wenn sie gewaltlos sind.

    Im Oktober 2020 gab das französische Innenministerium an, dass es 22.000 Personen mit einer Fiche S gibt, davon 8.000 wegen Radikalisierung.

    Die Sicherheitsdossiers sind so bekannt, dass sie in die Alltagssprache eingegangen sind. Personen, die Gegenstand der Akten sind, werden als fiché S bezeichnet, zum Beispiel Le terroriste arrêté est fiché S depuis quelques années (Der verhaftete Terrorist stand seit mehreren Jahren auf einer Beobachtungsliste).

    Auf wen beziehen sich die Änderungen?

    Die erweiterte Informationssammlung bezieht sich nicht auf alle Personen im System, sondern nur auf diejenigen, die als „wahrscheinlich die grundlegenden Interessen der Nation“, „die Integrität der Nation oder die Institutionen der Republik“ schädigen oder eine „terroristische Bedrohung“ darstellen.

    Kritiker sagen, die ersten beiden Definitionen seien zu vage und könnten zu einer verstärkten Datensammlung über Menschen führen, die sich in rechtmäßiger und friedlicher Opposition zur Regierung befinden.

    Wer ist besorgt?

    Mehrere Gewerkschaften, ein Berufsverband, der Anwälte vertritt, und Amnesty International haben Bedenken über die Änderungen geäußert.

    Ihre Bedenken sind zweierlei: Erstens ist die Definition von Personen, die eine Bedrohung darstellen, zu vage und zweitens bewegen sich die Dossiers weg von der Erfassung von Aktivitäten hin zu Meinungen, Gesundheitsdaten und völlig legitimen Aktivitäten wie der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft.

    Anne-Sophie Simpère, Advocacy Officer von Amnesty Frankreich, schreibt: „Früher konnten politische, philosophische, religiöse oder gewerkschaftliche Aktivitäten erfasst werden. Jetzt reichen Meinungen aus.“

    Die Gewerkschaften CGT, FO und FSU sowie die linksgerichteten Anwalts- und Richtergewerkschaften Syndicat de la magistrature und Syndicat des avocats de France haben in einer Beschwerde, die sie vor dem Conseil d’Etat eingereicht haben, „das Gespenst des Big Brother im Jahr 2021“ angeprangert.

    Wie es nun weitergeht

    Die Dekrete wurden Anfang Dezember im Journal officiel veröffentlicht und wurden von den Gewerkschaften vor dem französischen Conseil d’Etat (Staatsrat) angefochten, der neue Gesetze prüft und als Schiedsrichter bei Streitigkeiten zwischen der Regierung und den Bürgern fungiert.

    Nach der Überprüfung der Dekrete entschied der Rat am Montag zugunsten der Regierung und sagte, dass die Dekrete nicht unverhältnismäßig in die Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit oder die Gewerkschaftsfreiheit eingreifen.

    Gibt es irgendwelche Schutzmechanismen im System?

    Ja, es gibt ein unabhängiges Gremium, das die Datensammlung überwacht, die Commission nationale de l’informatique et des libertés (Cnil).

    Die Cnil beaufsichtigt, wie die Informationen verwendet werden. Eine Fiche S darf nur zwei Jahre lang aufbewahrt werden, bevor sie überprüft und gegebenenfalls erneuert werden muss – hat sich die Person in dieser Zeit unauffällig verhalten, wird die Akte vernichtet.

    Die Cnil hat den neuen Dekreten zugestimmt, obwohl sie um eine Klarstellung der Definitionen von Personen, die als Bedrohung definiert sind, gebeten hat.

  • Mohammed-Karikaturen: Wie 12 Zeichnungen die Welt in Brand setzen

    Mohammed-Karikaturen: Wie 12 Zeichnungen die Welt in Brand setzen

    An diesem Montag, dem ersten Schultag nach den Allerheiligen-Ferien, wird der Lehrer Samuel Paty geehrt, der am 16. Oktober von einem jungen radikalisierten Tschetschenen getötet wurde, weil er in seinem Unterricht die umstrittenen Mohammed-Karikaturen zeigte. (Franceinfo) Es ist eine wenig bekannt…

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  • Redefreiheit: Ein Gastronom zeigt die Karikaturen von Charlie Hebdo

    Redefreiheit: Ein Gastronom zeigt die Karikaturen von Charlie Hebdo

    Er hängt so sehr an der Freiheit der Meinungsäußerung, dass er sie in seinem Restaurant aushängt. Seit vielen Jahren werden Charlie Hebdos Zeichnungen an den Wänden eines Restaurantbesitzers in Grenoble ausgestellt. Ein Mann, den Drohungen nicht zum Schweigen bringen. Pierre Pay, Besitzer des Restau…

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