Schlagwort: Marseille

  • Blockade in Marseille: Protest gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Umweltverschmutzung

    Blockade in Marseille: Protest gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Umweltverschmutzung

    Am Samstagmorgen, 21. September, erlebte Marseille eine spektakuläre Aktion auf See: Eine Gruppe von Umweltaktivisten des Kollektivs „Stop Croisières“ und „Extinction Rebellion“ blockierte für fast zwei Stunden die Ankunft mehrerer Kreuzfahrtschiffe – darunter die riesige MSC World Europa, sechstgrößtes Kreuzfahrtschiff der Welt. Ihr Ziel: auf die massive Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen, die von diesen schwimmenden Städten ausgeht.

    Wachsender Widerstand in Marseille

    Der Unmut gegen die Kreuzfahrtindustrie in Marseille wird immer lauter. Drei Kreuzfahrtschiffe und zwei Fähren wurden durch die Aktion der Aktivisten gestoppt. Die Gruppe positionierte sich mit ihren Kanus direkt am Eingang des Hafens – einem der größten Häfen Frankreichs. Es war eine gut koordinierte Aktion, die den Verkehr am Hafen lahmlegte und bei den Reedereien für Aufregung sorgte. Erst nach rund zwei Stunden griff die maritime Gendarmerie ein und räumte den Zugang.

    Es war kein kleiner Vorfall. Der „Aidastella“, ein deutsches Kreuzfahrtschiff mit einer Kapazität von 2.000 Passagieren, musste umkehren und konnte erst nach der Blockade wieder Kurs auf den Hafen nehmen. Ähnliche Verzögerungen erlitten auch zwei weitere große Schiffe: der MSC World Europa und die Costa Smeralda, die aufgrund der Aktion eine Weile auf offener See ausharren mussten.

    Die Botschaft der Aktivisten

    Die Protestierenden, bewaffnet mit Transparenten und entschlossenem Willen, machten ihre Botschaft laut und deutlich klar: „Es stinkt nach Diesel“ und „Wir sind wütend auf MSC Cruises“ war auf den Bannern zu lesen. Sie prangerten die Luftverschmutzung an, die durch diese Kreuzfahrtriesen verursacht wird – und das mit möglicherweise fatalen Folgen für die Gesundheit der lokalen Bevölkerung und die Meeresökosysteme. „Diese Schiffe sind nichts anderes als schwimmende Städte, und ihre Emissionen belasten massiv die Umwelt“, so ein Sprecher des Kollektivs.

    Doch das ist nicht alles. Neben der Umweltbelastung wurden auch die Arbeitsbedingungen an Bord kritisiert. Die Aktivisten fordern mehr Transparenz und bessere Bedingungen für die Crewmitglieder, die oft unter sehr harten Bedingungen auf diesen Luxuslinern arbeiten.

    Kreuzfahrtindustrie: Ein zweischneidiges Schwert

    Während Städte wie Marseille wirtschaftlich von der Kreuzfahrtindustrie profitieren, wird zunehmend die Kehrseite dieser Branche deutlich. In Europa regt sich immer mehr Widerstand. Städte wie Venedig und Amsterdam haben es vorgemacht: Sie haben ihre Innenstadt-Häfen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt, um die negativen Folgen zu minimieren.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Eine Studie der NGO Transport & Environment zeigt, dass Kreuzfahrtschiffe, die 2022 in europäischen Gewässern unterwegs waren, mehr als acht Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen haben – das entspricht rund 50.000 Flügen von Paris nach New York. Eine Bilanz, die viele schockiert und die Frage aufwirft: Kann dieser Luxus wirklich im Einklang mit unseren Klimazielen stehen?

    Steigende Luftverschmutzung: Ein Problem für Marseille

    Marseille ist besonders von der Luftverschmutzung durch den Schiffsverkehr betroffen. Laut AtmoSud, einer regionalen Organisation zur Überwachung der Luftqualität, sind die maritimen Aktivitäten für 39 % der Stickoxid-Emissionen (NOx) in der Region verantwortlich – nur knapp hinter dem Straßenverkehr, der 45 % ausmacht. Diese Stickoxide sind ein erheblicher Faktor für die schlechte Luftqualität in der Stadt und tragen zu gesundheitlichen Problemen bei den Anwohnern bei.

    Im März 2023 reichte eine Gruppe von Anwohnern und Umweltorganisationen sogar eine Klage gegen unbekannt ein, um auf die ständige Überschreitung der gesetzlich erlaubten Luftverschmutzungsgrenzen hinzuweisen. Die Belastung durch den Schiffsverkehr wird immer wieder als eine der Hauptursachen genannt.

    Die Reaktion der Kreuzfahrtindustrie

    Die Kreuzfahrtbranche verteidigt sich jedoch vehement. In einer Stellungnahme der internationalen Kreuzfahrtvereinigung Clia wurde die Blockade als „illegal und gefährlich“ bezeichnet. Man betonte zudem, dass die Schifffahrtsindustrie, darunter auch die Kreuzfahrtschiffe, intensiv daran arbeite, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und langfristig eine CO2-Neutralität anzustreben. In Marseille machen Kreuzfahrtschiffe derzeit nur 5 % des gesamten Schiffsverkehrs aus – ein Faktum, das laut Clia verdeutlicht, dass die Kreuzfahrt-Industrie nur einen kleinen Teil des Problems darstellt.

    Kampf um die Zukunft des Hafens

    Der Hafen von Marseille hat in den letzten Jahren einen enormen Anstieg des Kreuzfahrtverkehrs verzeichnet. 2022 begrüßte der Hafen 1,5 Millionen Kreuzfahrtpassagiere, im letzten Jahr stieg diese Zahl sogar auf 2,5 Millionen. Solche Zahlen sind natürlich wirtschaftlich bedeutsam – sie bringen der Stadt Einnahmen und schaffen Arbeitsplätze.

    Aber um welchen Preis? Mit wachsender Umweltbelastung und gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung ist der gesellschaftliche Widerstand nachvollziehbar. Werden andere Städte dem Beispiel von Venedig und Amsterdam folgen und auch Marseille in Zukunft seine Tore für die Kreuzfahrtriesen schließen?

    Wohin führt der Weg?

    Die Protestaktion in Marseille sollte ein klarer Weckruf sein – nicht nur für die Kreuzfahrtindustrie, sondern auch für die Verantwortlichen der Stadt. Die Umweltaktivisten haben es geschafft, das Thema der Luftverschmutzung durch Schiffe erneut ins Rampenlicht zu rücken. Doch die Frage bleibt: Wird sich etwas ändern?

    In Anbetracht der wachsenden Zahl an Protesten und der zunehmenden Reaktionen von Städten auf die Kreuzfahrtbranche scheint es, als würde der Druck weiter steigen. Die Zukunft des Kreuzfahrttourismus in Europa könnte bald anders aussehen. Schauen wir mal, ob diese Aktion der Beginn einer größeren Bewegung ist oder ob es bei diesem kurzen Aufbegehren bleibt.

  • 80.000 gefälschte Auto-Ersatzteile in Marseille beschlagnahmt

    80.000 gefälschte Auto-Ersatzteile in Marseille beschlagnahmt

    Die Sicherheit auf unseren Straßen steht auf dem Spiel. Knapp 80.000 gefälschte Autoersatzteile, die potenziell lebensgefährlich für Autofahrer sind, wurden im Hafen von Marseille sichergestellt. Darunter befanden sich unter anderem gefälschte Luft-, Öl- und Kraftstofffilter sowie Stoßdämpfer – allesamt Teile, die für die Sicherheit eines Fahrzeugs entscheidend sind. Das Zollamt von Marseille präsentierte diese Ware am 17. September, bevor sie vernichtet wird. Der wirtschaftliche Schaden durch diese illegalen Teile beläuft sich auf rund 4 Millionen Euro. Hafen von Marseille als Drehkreuz Der Hafen von Marseille, einer der größten Umschlagplätze für Waren in Europa, wird nicht nur für legale Güter genutzt. Es ist ein Knotenpunkt für den internationalen Handel, aber auch für Schmuggler und Fälscher. In den letzten Monaten haben die Zollbehörden dort wiederholt große Mengen gefälschter Autoteile abgefangen. Diese neueste Beschlagnahmung ist bereits die vierte größere Aktion dieser Art inn…

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  • Marseille unter Wasser: Fotos und Videos nach heftigen Unwettern

    Marseille unter Wasser: Fotos und Videos nach heftigen Unwettern

    Die Stadt Marseille kämpfte nach heftigen Gewittern und sintflutartigen Regenfällen am Mittwoch, dem 4. September, mit teils dramatischen Überschwemmungen. Die Unwetter, die insgesamt 12 Départements im Südosten Frankreichs trafen, hinterließen auch in der Hafenstadt deutliche Spuren. In vielen Teilen Marseilles verwandelten sich Straßen in Flüsse, und einige Bewohner standen buchstäblich „mit den Füßen im Wasser“.

    Besonders rund um den alten Hafen – den Vieux-Port – waren die Überschwemmungen nicht zu übersehen. Hier, wo sich normalerweise Touristen tummeln und Einheimische in Cafés und Restaurants die Sonne genießen, glichen die Gassen zeitweise eher einer Wasserlandschaft. Auf den sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, in denen ratlose Restaurantbesitzer vor ihren gefluteten Lokalen standen und nicht wussten, wie sie die Situation in den Griff bekommen sollten.

    Regenmengen von bis zu 100 Litern

    Vor allem die südlichen Viertel Marseilles, wie der 7. und 8. Bezirk, traf es heftig. Nach Angaben von France Bleu Provence fielen dort stellenweise bis zu 100 mm Regen. Die Folge: Autofahrer hatten Mühe, sich durch die überschwemmten Straßen zu kämpfen, und der Verkehr kam zeitweise komplett zum Erliegen. Auch der Tunnel Prado-Carénage, eine wichtige Verkehrsader der Stadt, musste teilweise gesperrt werden.

    Doch nicht nur der Verkehr war betroffen. Das Delta Festival, ein beliebtes Musikfestival, das am Mittwochabend am Prado-Strand starten sollte, musste seine Eröffnungsveranstaltung kurzfristig absagen. Diese Entscheidung sorgte bei den angereisten Festivalbesuchern, von denen viele eine weite Anreise hinter sich hatten, für Enttäuschung – verständlicherweise.

    Ein beispielloses Wetterphänomen?

    Einige Einheimische sind sich sicher: Ein solches Unwetter habe es seit Jahren nicht mehr gegeben. Die Intensität und Geschwindigkeit, mit der der Regen über die Stadt hereinbrach, überraschte viele – selbst jene, die an die manchmal launische Mittelmeerwetterlage gewöhnt sind.

    Die gute Nachricht: Am Donnerstagmorgen wurde die zuvor ausgegebene Unwetterwarnung der Stufe Orange für das Departement Bouches-du-Rhône und mehrere andere Départements (darunter der Gard, Vaucluse, Alpes-Maritimes und Var) wieder aufgehoben. Laut Météo-France hatten sich die heftigsten Gewitter Richtung Italien verlagert, und die restlichen Niederschläge seien nicht mehr besorgniserregend genug, um eine Warnstufe aufrechtzuerhalten.

    Auch andere Regionen betroffen

    Die Regenfälle der letzten 24 Stunden beschränkten sich jedoch nicht nur auf Marseille. Besonders heftig traf es auch die Grenzregion zwischen dem Var und den Alpes-Maritimes, wo laut Keraunos, dem französischen Blitz- und Sturmbeobachtungsdienst, bis zu 150 mm Regen fielen. Der Sturm tobte hier am Mittwochabend stundenlang – insbesondere die Stadt Saint-Raphaël stand zwei Stunden unter Dauerbeschuss durch schwere Gewitter.

    Auch Cannes blieb nicht verschont. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sorgte ein weiterer sintflutartiger Regenguss dafür, dass Teile der Stadt unter Wasser standen.

    Bahnverkehr gestört

    Die Auswirkungen der Unwetter waren am Donnerstagmorgen auch im Bahnverkehr spürbar. In den Alpes-Maritimes sorgten Hindernisse auf den Gleisen für erhebliche Zugverspätungen. Reisende, die von Nizza aus in Richtung Paris, Monaco oder Strasbourg unterwegs waren, mussten Geduld mitbringen – die Züge hatten teils mehr als zweieinhalb Stunden Verspätung. Einige Verbindungen, insbesondere in Richtung Draguignan, Cannes und Vintimille, wurden sogar komplett gestrichen.

    Weitere Regionen in Alarmbereitschaft

    Während sich die Lage im Südosten Frankreichs allmählich entspannte, blieb die Unwettergefahr andernorts bestehen. Am Donnerstag galten für sieben Départements im Zentralosten des Landes weiterhin Unwetterwarnungen der Stufe Orange. In der Nièvre, Saône-et-Loire, im Allier, Puy-de-Dôme, der Loire und der Haute-Loire wurden schwere Regenfälle und Überflutungen erwartet.

    Was lernen wir aus dieser Geschichte? Auch im sonnigen Süden Frankreichs kann das Wetter manchmal ziemlich ungemütlich werden – und trotz aller Vorhersagen überrascht uns die Natur immer wieder mit ihrer Unberechenbarkeit.

  • Marseille unter Wasser: Heftige Gewitter sorgen für chaotische Zustände

    Marseille unter Wasser: Heftige Gewitter sorgen für chaotische Zustände

    Ein heftiger Gewittersturm hat das Zentrum von Marseille am Mittwoch, dem 4. September, förmlich überflutet. Innerhalb kürzester Zeit stand das Stadtzentrum unter Wasser – eine dramatische Situation, die sowohl Einwohner als auch Rettungskräfte vor große Herausforderungen stellte.

    Sintflutartige Regenfälle trafen nicht nur die Stadt Marseille, sondern auch 12 weitere Départements, die von Météo-France unter eine Wetterwarnung der Stufe Orange gestellt wurden. Für die Menschen in Marseille war es ein Tag, der so schnell nicht vergessen wird.

    Überschwemmung mitten in der Stadt

    Ein Bild des Chaos: Marseiller, die im Wasser waten, provisorisch mit Müllsäcken bekleidet, um sich vor dem Regen zu schützen. Der Vieux-Port, das Herzstück der Stadt, verwandelte sich in ein unüberwindbares Hindernis – die Straßen standen binnen Minuten unter Wasser. Es regnete so heftig, dass innerhalb einer Stunde die Niederschlagsmenge von drei Wochen fiel. Der Verkehr kam fast vollständig zum Erliegen, als die Fahrzeuge durch bis zu 50 Zentimeter tiefes Wasser kämpfen mussten.

    „Das kam wie aus dem Nichts! Eben noch schien alles ruhig, und dann wurden wir plötzlich von einem Regensturm überrollt,“ erzählte ein Anwohner, der sich in Sicherheit bringen musste. Für die Gastronomie in der Innenstadt war es ein bitterer Abend – die gut besuchten Terrassen wurden binnen Minuten geflutet, und die Gäste mussten fluchtartig Schutz suchen.

    Gefährliche Situationen für Rettungskräfte und Festivalbesucher

    Nicht nur die Bewohner Marseilles waren von den Wassermassen überrascht – auch die Rettungskräfte, die an diesem Tag unermüdlich im Einsatz waren, gerieten selbst in brenzlige Situationen. Feuerwehrmänner, die versuchten, eingeklemmte Autos zu bergen oder Menschen aus überfluteten Bereichen zu evakuieren, fanden sich teilweise selbst vom Wasser eingeschlossen wieder.

    Die Organisatoren eines großen Festivals, das am Abend stattfinden sollte, sahen sich gezwungen, die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abzusagen. Eine Entscheidung, die zwar enttäuschend für die Besucher war, aber letztlich zur Sicherheit aller getroffen wurde. In einer Stadt, die an diesem Tag förmlich im Regen versank, war keine Party möglich.

    Mehr Regen im Anmarsch

    Und das Schlimmste: Die Wettervorhersage verspricht wenig Gutes. Weitere Regenfälle wurden angekündigt, die die ohnehin schon angespannte Lage weiter verschärfen könnten. Besonders die Camper, die an der Côte d’Azur ihren Urlaub genießen wollen, wurden dringend gewarnt – sie sollten die Nacht auf jeden Fall an einem sicheren, geschützten Ort verbringen.

    Die Rettungskräfte von Marseille hatten an diesem Tag alle Hände voll zu tun. Über 500 Notrufe gingen bei ihnen ein, und sie mussten mehr als 50 Einsätze bewältigen, die meisten davon aufgrund von Stromausfällen und Wasserschäden.

    Wie geht es weiter?

    Für Marseille und die betroffenen Départements ist dies erst der Anfang einer möglicherweise noch länger anhaltenden Wetterfront. Die Einwohner sind aufgerufen, wachsam zu bleiben und den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. Die Überschwemmungen zeigen erneut, wie unberechenbar und gewaltig Naturereignisse sein können.

    Obwohl die Stadt bereits in der Vergangenheit mit Wetterextremen zu kämpfen hatte, wird es wohl noch einige Tage dauern, bis die Lage sich normalisiert. Es bleibt die Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist – doch die Natur hat ihre eigenen Pläne.

    Wer hätte gedacht, dass aus einem scheinbar normalen Tag so schnell eine Katastrophe werden kann? Die Ereignisse in Marseille sind eine eindrucksvolle Erinnerung daran, wie unberechenbar das Wetter sein kann – und wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein.

  • Sturzfluten in Marseille: Autos stecken fest und Festivalabend abgesagt

    Sturzfluten in Marseille: Autos stecken fest und Festivalabend abgesagt

    Am Mittwoch, dem 4. September, wurden Marseille und die umliegenden Regionen von starken Regenfällen heimgesucht, die das öffentliche Leben teilweise lahmlegten. In einigen Stadtteilen, besonders im 7. und 8. Arrondissement, fielen bis zu 100 Liter Regen – eine Menge, die selbst für eine Großstadt wie Marseille kaum zu bewältigen ist. Autofahrer kämpften sich durch überschwemmte Straßen und mehrere Verkehrsachsen waren blockiert. Die Hauptausfallstraßen der Stadt, darunter die A7 und A50, verwandelten sich zu den Stoßzeiten in regelrechte Staufallen. Einige Autos fuhren durch Wasser, das bis zu den Stoßstangen reichte, und auch der Vieux-Port stand unter Wasser.

    Doch das war noch nicht alles: Starke Windböen von bis zu 100 km/h und heftige Gewitter setzten der Region obendrein zu. Laut den Vorhersagen von Météo France soll diese schwierige Wetterlage auch in den folgenden Tagen nicht abklingen. Bis Donnerstag werden zusätzliche Regenmengen zwischen 30 und 50 Liter erwartet, mit örtlich möglichen Spitzenwerten von bis zu 150 Litern – ein Alarmsignal für die ohnehin schon angespannten Verhältnisse.

    Das Delta Festival – Eröffnung ins Wasser gefallen

    Während Autofahrer versuchten, den Überschwemmungen zu entkommen, traf es auch die kulturelle Szene der Stadt hart. Das Delta Festival, das am Mittwochabend seine Eröffnung auf den Stränden des Prado feiern wollte, musste seine erste Veranstaltung absagen. Und das nicht nur wegen des Regens: Der Rapper SCH, einer der Headliner des Festivals, hatte bereits im Vorfeld seine Teilnahme abgesagt. Nun zwang die extreme Wetterlage die Organisatoren dazu, die gesamte Eröffnung zu streichen – ein herber Rückschlag für die Feierlichkeiten.

    Naturgewalten und das Gesicht des Klimawandels

    Marseille ist mit extremer Wetterereignisse bereits vertraut, aber die zunehmende Häufigkeit und Intensität solcher Gewitterstürme gibt einen Einblick in das, was die Zukunft möglicherweise bereithält. Diese Art von sintflutartigen Regenfällen, die Straßen in Flüsse verwandeln und das öffentliche Leben zum Stillstand bringen, ist ein immer deutlicheres Zeichen des Klimawandels. Der Mittelmeerraum ist besonders anfällig für solche Veränderungen – wärmere Luft hält mehr Feuchtigkeit, was zu stärkeren Regenfällen führt.

    Die Sturzfluten in Marseille zeigen einmal mehr, wie unvorbereitet viele Städte auf diese extremen Wetterphänomene sind. Die Kanalisationen stoßen schnell an ihre Grenzen, und die Infrastruktur, besonders in Küstenstädten, wird auf eine harte Probe gestellt. Es ist nicht nur ein Problem von heute, sondern auch eine Mahnung für die Zukunft: Wie können wir uns besser wappnen? Müssen Städte wie Marseille nicht schneller auf solche Veränderungen reagieren?

    Wetterwarnungen und Herausforderungen für die Zukunft

    Während die Menschen in Marseille mit den Auswirkungen des Unwetters kämpften, bleiben die Warnungen der Behörden bestehen. Die Präfektur der Bouches-du-Rhône hatte am Nachmittag eine orangefarbene Wetterwarnung herausgegeben – eine Warnstufe, die auf erhebliche Gefahren hinweist. Insgesamt standen 12 Departements im Zentrum Frankreichs und an der Mittelmeerküste unter verstärkter Beobachtung aufgrund von Gewittern und möglichen Überschwemmungen.

    Es ist eine harte Realität, die sich nicht nur in Südfrankreich, sondern weltweit abzeichnet. Die Zunahme von extremen Wetterbedingungen – seien es Hitzewellen, Starkregen oder Stürme – stellt Städte, Länder und ihre Infrastrukturen vor massive Herausforderungen. Klar ist: Solche Ereignisse werden nicht seltener. Die Frage bleibt – sind wir bereit für das, was noch kommt?

  • Marseille sammelt 800.000 Euro für die Renovierung der „Bonne Mère“

    Marseille sammelt 800.000 Euro für die Renovierung der „Bonne Mère“

    Die Basilika Notre-Dame de la Garde, auch bekannt als „la Bonne Mère“, ist weit mehr als nur ein Bauwerk – sie ist das Herz von Marseille. Hoch über der Stadt thront sie und wacht mit ihrem ikonischen Anblick über die französische Hafenstadt. Seit ihrer Errichtung im 19. Jahrhundert hat sie sich zum…

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  • Marseille feiert 80 Jahre seit der Befreiung: Erinnerungen an ein unvergessliches Ereignis

    Marseille feiert 80 Jahre seit der Befreiung: Erinnerungen an ein unvergessliches Ereignis

    Am Dienstag, dem 27. August, erlebte Marseille ein bedeutendes Jubiläum: 80 Jahre sind vergangen, seit die Stadt sich 1944 von der Besatzung durch die Deutschen befreite. Für viele Bewohner der Stadt war dies ein unvergesslicher Moment, der bis heute in ihren Erinnerungen lebendig bleibt. Besonders eindrucksvoll sind die Schilderungen von Zeitzeugen wie Jeannette Laggiard, die damals gerade einmal neun Jahre alt war. Ihre Erinnerungen spiegeln nicht nur die Freude über die Befreiung wider, sondern auch die düsteren Jahre, die dieser lang ersehnte Tag beendete.

    Eine Stadt in Aufruhr

    Die Befreiung Marseilles war kein leichtes Unterfangen. Am 27. August 1944, nach einer Woche intensiver Kämpfe, war die Stadt gezeichnet von Zerstörung und Schmerz. Doch trotz der sichtbaren Narben an Gebäuden und Straßen war die Freude der Menschen überwältigend. Am 29. August, nur zwei Tage nach der offiziellen Befreiung, marschierten die Soldaten durch den Vieux-Port, das Herzstück der Stadt. Die Bevölkerung strömte auf die Straßen, um sie zu feiern.

    Unter ihnen befand sich auch Jeannette Laggiard, die heute auf 89 Lebensjahre zurückblickt. Sie erzählt, wie sie sich unter die Menschenmenge auf der Canebière mischte, einer der berühmtesten Straßen Marseilles. „Die Bars und Brasserien waren voll, und überall sah man Nordafrikaner und Menschen aus den Kolonien“, erinnert sie sich. Diese Vielfalt zeigte deutlich, wie sehr die Stadt mit der Welt verbunden war – selbst in Zeiten des Krieges.

    Freude und Trauma liegen nah beieinander

    Jeannette beschreibt die Atmosphäre als elektrisierend. „Die Menschen waren begeistert, sie klatschten, schrien vor Freude. Die ganze Stadt war wie neu geboren – Marseille hatte seine Lebensfreude wiedergefunden“, erzählt sie mit einem Lächeln. Doch so groß die Freude auch war, die Schrecken der Besatzung hatten Spuren hinterlassen. Besonders das Geräusch der schweren Stiefel deutscher Soldaten hat sich tief in ihr Gedächtnis eingebrannt. „Ich trage bis heute keine Stiefel, nicht einmal im Winter. Ich kann dieses Geräusch einfach nicht ertragen“, gesteht sie mit einem Lachen, das zeigt, wie sehr diese Erlebnisse noch immer in ihr nachklingen.

    Für viele Marseillais markierte die Befreiung das Ende einer Zeit des Versteckens und der Angst. Die Jahre der Unterdrückung durch die deutschen Besatzer und ihre französischen Kollaborateure hatten die Bevölkerung zermürbt. Nun konnten sie endlich wieder offen auf den Straßen feiern, ohne Furcht vor Repressalien.

    Marseille – eine Stadt im Wandel

    Marseille war in diesen Jahren mehr als nur eine Stadt am Mittelmeer. Es war ein Schmelztiegel der Kulturen, geprägt von den unterschiedlichsten Einflüssen. Die Befreiung war nicht nur ein militärischer Sieg, sondern auch ein emotionales und kulturelles Erwachen. Die Menschen kamen zusammen, um zu feiern und sich gegenseitig Mut zuzusprechen – eine kollektive Katharsis, die die Stadt bis heute prägt.

    Die Geschichte von Jeannette und anderen Zeitzeugen ist ein kostbares Erbe, das die Bedeutung dieses Tages im kollektiven Gedächtnis Marseilles festhält. Die Erinnerung an die Befreiung lebt weiter, nicht nur in offiziellen Zeremonien, sondern auch in den persönlichen Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Was bedeutet dieser Tag heute, 80 Jahre später? Die Antwort findet sich vielleicht nicht in den Geschichtsbüchern, sondern in den Herzen der Menschen, die damals dabei waren – und in denen, die diese Erinnerungen bewahren.

  • Marseille-Nord: Entdeckungen Abseits der Klischees

    Marseille-Nord: Entdeckungen Abseits der Klischees

    Die nördlichen Viertel von Marseille – oft unterschätzt und mit Vorurteilen behaftet – verbergen wahre Schätze. Diese Gebiete, bestehend aus den 13., 14., 15. und 16. Arrondissements, sind erst seit diesem Sommer auf dem offiziellen Stadtplan der Touristeninformation verzeichnet. Diese Entscheidung der Stadtverwaltung zeigt den klaren Willen, gängige Vorurteile abzubauen und die rund 300.000 Einwohner […]

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  • Heftige Gewitter legen Zugverkehr zwischen Marseille und Nizza lahm

    Heftige Gewitter legen Zugverkehr zwischen Marseille und Nizza lahm

    Der Süden Frankreichs wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, dem 14. August, von heftigen Unwettern heimgesucht. Besonders betroffen waren die Departements Alpes-Maritimes und Var, die wegen der starken Gewitter unter eine Wetterwarnung der Stufe Orange gestellt wurden. In der Folge kam es zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr – und das genau zur Hauptreisezeit.

    Die Szenen in den betroffenen Zügen erinnern an ein Abenteuer, das niemand so schnell vergessen wird. Unter dem Gepäckträger improvisierte Schlafplätze, Passagiere, die quer über den Sitzen liegen, und Eltern, die versuchen, ihre Kinder in den Schlaf zu wiegen. Für viele Reisende wurde die Zugfahrt zu einer Nacht auf der Schiene – nicht gerade das, was man sich unter einer entspannten Reise vorstellt.

    Blitze, Sturmböen und Chaos auf den Gleisen

    Das Unwetter brachte nicht nur starke Regenfälle mit sich, sondern auch Blitzeinschläge und Sturmböen, die teilweise Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h erreichten. Besonders in der Region um Toulon, im Departement Var, führte dies zu gefährlichen Situationen. Auf den Gleisen landeten entwurzelte Bäume, die den Zugverkehr komplett lahmlegten. Für die Passagiere bedeutete das: Warten. Und das nicht nur für ein paar Minuten.

    Ein Zug, der von Marseille nach Nizza unterwegs war, blieb für fast sieben Stunden in Toulon stehen – die Reisenden saßen fest, ohne eine klare Vorstellung davon, wann und wie es weitergehen würde.

    Stillstand bis zum Mittag

    Das französische Bahnunternehmen SNCF reagierte und gab bekannt, dass der gesamte Zugverkehr zwischen Marseille und Nizza bis Donnerstag, den 15. August, um die Mittagszeit unterbrochen bleibt. Die Schäden an den Gleisen, verursacht durch die umgestürzten Bäume und die heftig tobenden Naturgewalten, machen es unmöglich, die Züge sicher weiterfahren zu lassen.

    Für viele Menschen, die in diesen Tagen unterwegs sind, bedeutet dies nicht nur eine unfreiwillige Verzögerung, sondern auch die Notwendigkeit, Alternativrouten zu suchen – oder einfach zu warten, bis die Bahnstrecke wieder freigegeben wird. Der Reiseverkehr im Süden Frankreichs, der in dieser Jahreszeit ohnehin schon stark belastet ist, wurde durch die Naturgewalten noch einmal zusätzlich auf die Probe gestellt.

    Donner und Blitz – und was nun?

    Gewitter sind in den Sommermonaten keine Seltenheit, doch dieses Mal erwischte es die Region besonders heftig. Dass die Natur solche Störungen verursachen kann, ist den meisten bewusst, doch die konkrete Erfahrung, stundenlang in einem Zug festzusitzen, bringt einem die Realität dieser Gefahr erst so richtig nah.

    Viele der betroffenen Reisenden haben die Zeit genutzt, um miteinander ins Gespräch zu kommen – eine der wenigen positiven Seiten solcher Ereignisse. Doch am Ende des Tages hoffen wohl alle nur eines: Dass das Wetter bald wieder besser wird und der Zugverkehr wie gewohnt aufgenommen werden kann. Und vielleicht nehmen einige von ihnen aus dieser Erfahrung auch eine neue Wertschätzung für die normalerweise so verlässlichen Transportwege mit.

    Wer hätte gedacht, dass ein sommerliches Gewitter solche Wellen schlagen kann?

  • Marseille im Hitzestress: Die schwierige Aufgabe, die Stadt zu begrünen

    Marseille im Hitzestress: Die schwierige Aufgabe, die Stadt zu begrünen

    Marseille kämpft gegen die Hitze – mit einer grünen Offensive.

    Marseille, eine Stadt, die für ihre heiße Sonne und das strahlend blaue Mittelmeer bekannt ist, wird zunehmend mit einem neuen, weniger willkommenen Image konfrontiert: Hitzewellen, die regelmäßig über die Stadt hinwegfegen und ihre Bewohner zwingen, sich in den kargen Schatten zurückzuziehen. Das Département Bouches-du-Rhône ist oft besonders stark betroffen. Angesichts dieser Herausforderungen sucht die Stadt nach Lösungen, um den städtischen Raum an die immer extremeren klimatischen Bedingungen anzupassen.

    Kleine Schritte in die richtige Richtung

    Wer durch das Zentrum von Marseille spaziert, wird schnell feststellen, dass die Stadt im Vergleich zu anderen Großstädten überraschend wenig grün ist. „Béton, Béton und nochmals Béton“, beschwert sich eine Anwohnerin am Vieux-Port. Was einst vielleicht ein schattiges Paradies war, ist nun eine steinige Landschaft, die kaum Schutz vor der erbarmungslosen Sonne bietet. Die aktuelle Stadtverwaltung hat erkannt, dass dieses Problem nicht länger ignoriert werden kann. Seit vier Jahren arbeitet sie an einem umfassenden Plan, um die Stadt Stück für Stück zu begrünen.

    Ein ambitionierter Plan: 300.000 Bäume für Marseille

    Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie dramatisch die Situation wirklich ist: Seit den 1970er Jahren sind 60 % der Bäume in Marseille verschwunden. Dies ist das Ergebnis jahrzehntelanger Vernachlässigung und einer Bauwut, die die Natur an den Rand gedrängt hat. „Es wurde gebaut, was das Zeug hält, ohne Rücksicht auf die Natur“, so Nassera Benmarnia, die für die Begrünung zuständige Stadträtin. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Stadt einen ehrgeizigen „Plan arbres“ ins Leben gerufen. Bis zu 300.000 Bäume, Sträucher und Büsche sollen in den nächsten sechs Jahren gepflanzt werden. Doch Bäume brauchen Zeit – bis sie genügend Schatten spenden, vergehen drei bis fünf Jahre, und erst nach zehn Jahren erfüllen sie ihre kühlende Funktion vollends.

    Schulen als grüne Inseln

    Das Programm beschränkt sich nicht nur auf die öffentlichen Parks. Auch die Höfe von über 450 Schulen in Marseille werden nach und nach von Beton befreit und begrünt. So bereits geschehen an der Schule Saint-Louis Gare im 14. Arrondissement. Hier wurde der graue Beton durch grüne Flecken ersetzt – ein kleiner Schritt, aber einer von großer Bedeutung. Bäume und Pflanzen, die dem immer heißer werdenden Klima in Marseille standhalten, werden sorgfältig ausgewählt. Das Ziel ist klar: wenig Rasen, der viel Wasser benötigt, und mehr robuste mediterrane Pflanzen, die Trockenheit besser überstehen.

    Die Rolle der Bäume im Kampf gegen die Hitze

    Die Initiative zur Begrünung ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die steigenden Temperaturen, aber sie allein wird nicht ausreichen, wie Marc Saudreau vom INRAE, der am Projekt Cooltrees beteiligt ist, betont. „Jeder Baum, der gepflanzt wird, bringt einen Vorteil“, sagt er. Doch man darf keine Wunder erwarten – Bäume sind keine Klimaanlagen. Sie kühlen die Umgebung durch Schatten und Verdunstungskälte, aber sie können die Temperatur nicht um 10 oder 20 Grad senken. Stattdessen helfen sie, extreme Temperaturspitzen zu vermeiden und tragen dazu bei, dass die Stadt bei 40 Grad bleibt, anstatt auf 50 Grad zu steigen.

    Eine Stadt im Wandel

    Doch Bäume allein reichen nicht aus, um Marseille nachhaltig abzukühlen. Weitere Maßnahmen wie das Streichen von Gebäuden in Weiß, um die Sonnenstrahlen zu reflektieren, oder das Entsiegeln von Flächen, um Beton durch erdige Oberflächen zu ersetzen, sind ebenfalls vonnöten. Marseille steht vor einer gewaltigen Aufgabe – doch jeder kleine Fortschritt, sei es ein neu gepflanzter Baum oder eine entsiegelte Fläche, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Die Stadt verändert sich, langsam aber sicher. Es wird nicht über Nacht geschehen, aber mit Geduld und Ausdauer könnte Marseille eines Tages ein Vorbild für andere Städte werden, die ebenfalls versuchen, sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen. Denn wer weiß? Vielleicht wandert man in ein paar Jahren durch Marseille und findet dort, wo einst nur Beton war, grüne Oasen der Erholung.