Schlagwort: Marseille

  • Neues Wahlrecht für Paris, Lyon und Marseille – Frankreich kippt das PLM-System

    Neues Wahlrecht für Paris, Lyon und Marseille – Frankreich kippt das PLM-System

    Frankreich hat am 10. Juli 2025 eine tiefgreifende Reform des Kommunalwahlrechts für seine drei größten Städte verabschiedet. Paris, Lyon und Marseille verlieren ab 2026 ihren seit 1982 bestehenden Sonderstatus, das sogenannte PLM-Gesetz. Künftig gilt dort ein Wahlsystem nach landesweitem Standard – mit unklaren Folgen für die kommunale Demokratie und den lokalen Machtkampf. Seit seiner Einführung 1982 regelte das PLM-Gesetz (Paris-Lyon-Marseille) die Organisation der Gemeindewahlen in den drei Metropolen abweichend vom übrigen Frankreich. Die Reform, von Präsident Macrons Partei Renaissance initiiert und am 10. Juli endgültig von der Nationalversammlung beschlossen, beendet dieses System nach über vier Jahrzehnten. Ende des indirekten Sektorenwahlrechts Bislang wählten Bürger ihre Vertreter auf Sektoren- oder Arrondissement-Ebene. Diese gewählten Räte bestimmten anschließend die Mitglieder des Gesamtgemeinderats, der wiederum den Bürgermeister wählte. Kritiker bezeichneten das Verfahr…

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  • Südfrankreich brennt: Wo stehen die Brände in Marseille, Aude und Gard?

    Südfrankreich brennt: Wo stehen die Brände in Marseille, Aude und Gard?

    Die Feuer sind „fixé“ – doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. In den letzten Tagen hat der Süden Frankreichs gebrannt wie Zunder. Glühende Hitze, trockene Böden, heftiger Wind – ein Cocktail, der die Feuerwehr an ihre Grenzen brachte.

    In Marseille wütete seit dem 8. Juli ein Feuer, das seinen Ursprung in einem brennenden Fahrzeug auf der A55 hatte. Von dort fraßen sich die Flammen in die Pinienhaine von Les Pennes-Mirabeau, sprangen über Böschungen und erreichten die nördlichen Stadtteile. 750 Hektar wurden zu Aschefeldern. Über 70 Häuser sind betroffen, eine Handvoll völlig zerstört. Rund 400 Menschen mussten fliehen, eine hundert weitere wurden verletzt, meist durch Rauchvergiftung. Der Brand ist jetzt „fixé“. Das heißt: Er breitet sich nicht mehr aus. Doch solange die Tramontane-Winde mit 50 bis 60 km/h durch die Schluchten peitschen, reicht ein Funke, um das Inferno neu zu entfachen.

    Auch in der Aude bei Narbonne brannte es lichterloh. Seit dem 7. Juli kämpften über 1.000 Feuerwehrleute und Löschflugzeuge gegen die Flammen, die mehr als 2.100 Hektar Macchia und Kiefernwald fraßen. Am 9. Juli meldeten die Einsatzkräfte: Feuer „fixé“. Drei Wohnhäuser und eine Scheune verbrannt, mehrere andere Gebäude beschädigt. Doch keine Menschenleben verloren – ein kleiner Trost angesichts der rauchgeschwärzten Ruinen.

    Im Gard schlugen die Flammen bei Montdardier zu. Hier begann das Feuer am 8. Juli, verschlang 430 Hektar und hinterließ eine Landschaft wie nach einem Vulkanausbruch. Auch dieser Brand galt am 9. Juli als „fixé“. Keine Verletzten, keine Toten – nur verkohlte Erde und verkohlte Erinnerungen.

    Doch was bedeutet „fixé“? Kein Grund zur Entwarnung. „Fixé“ heißt: Die Hauptausbreitung ist gestoppt, aber die Glut lebt weiter. Ein Windstoß, ein fallender Ast – und der Albtraum beginnt von vorn. Erst wenn ein Feuer als „maîtrisé“ gilt, haben die Einsatzkräfte es weitgehend unter Kontrolle. Und „circonscrit“ bedeutet, dass es vollständig eingekesselt ist. „Éteint“ – gelöscht – ist das letzte Wort. Bis dahin bleibt die Luft voller Rauch und Sorgen.

    Météo-France warnt: Der Süden bleibt extrem brandgefährdet. Hohe Temperaturen, ausgedörrte Vegetation, starke Winde – alles Zutaten für neue Feuer. Die Behörden bitten die Bevölkerung um äußerste Vorsicht. Keine Zigaretten im Wald, keine Grillfeuer im Wind, kein Funken, der diese fragile Ruhe zerstört.

    Die Saison 2025 könnte eine der schlimmsten werden. Schon jetzt sind tausende Hektar zerstört, Tiere vertrieben, Lebensräume vernichtet. Doch der größte Schaden ist unsichtbar: die Angst, die bleibt, wenn der Himmel sich schwarz färbt und das Knistern der Flammen näherkommt.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Marseille: Das Feuer geht zurück – die Flammen sind aber noch nicht vollständig gelöscht

    Marseille: Das Feuer geht zurück – die Flammen sind aber noch nicht vollständig gelöscht

    Eine schwarze Schneise zieht sich durch die Hügel am nördlichen Stadtrand. Hier, wo gestern noch Pinienhaine im Sommerwind rauschten, riecht es heute nach Asche und verbrannter Erde. Nach einer Nacht unermüdlicher Löscharbeiten melden die Behörden: Das Feuer, das Marseille bedrohte, ist „geht sehr deutlich zurück“. Doch wer jetzt erleichtert aufatmet, übersieht die Narben, die dieser Brand hinterlässt. Dienstagmorgen, Pennes-Mirabeau. Die ersten Rauchschwaden steigen auf. Innerhalb weniger Stunden frisst sich das Feuer durch über 750 Hektar Wald- und Buschland. In dieser dicht besiedelten Region gleicht jede Böe einem russischen Roulette. Mehr als 800 Einsatzkräfte eilen herbei: Feuerwehrleute, Marins-Pompiers, Polizisten. Hubschrauber kreisen, lassen ihre Wasserlasten in milchigen Schleiern herabregnen. Bodentrupps schlagen Schneisen, legen Gegenfeuer, um den Brand zu bremsen. Ein Wettlauf gegen eine entfesselte Natur. Georges-François Leclerc, Präfekt der Bouches-du-Rhône, lobt ihre …

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  • Feuer bei Marseille: Brand schwächt sich ab – doch die Gefahr bleibt

    Feuer bei Marseille: Brand schwächt sich ab – doch die Gefahr bleibt

    Die Sonne ging heute über Marseille auf, als wäre nichts gewesen. Doch der Brandgeruch hängt noch immer schwer in der Luft. Seit Tagen kämpft die Feuerwehr gegen die Flammen, die die Hügel und Wälder um Marseille heimsuchen wie ein ungebetener Gast, der nicht mehr gehen will. Mittwochmorgen meldete die Präfektur der Bouches-du-Rhône: Das Feuer habe zwar an Intensität verloren, aber die Ränder des Brandgebiets seien weiterhin aktiv und nicht stabilisiert.

    Ein Hoffnungsschimmer – doch Entwarnung klingt anders. Über 1.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz. 1.000 Menschen mit derselben Mission: Dieses Feuer zu stoppen, bevor es die Stadt Marseille erreicht. Die Sicherheitskräfte sprechen von mehr als 700 Hektar verbrannter Fläche. Neun Löschflugzeuge kreisen seit Tagen über der Region – ein Dash, vier Canadair und vier Helikopter, die pausenlos Wasser abwerfen. Die Menschen in Marseille hören das Brummen der Rotoren und das Donnern des …

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  • Marseille – Flammenfront zwingt Bewohner in die Häuser

    Marseille – Flammenfront zwingt Bewohner in die Häuser

    Dienstagmorgen, kurz nach elf. Ein brennendes Fahrzeug am Rand der Autobahn A552 nahe Pennes-Mirabeau, einer kleinen Nachbarstadt von Marseille, markierte den Anfang einer Katastrophe, die sich binnen Stunden ausbreitete wie ein Lauffeuer. Wortwörtlich. Der Funken schlug über auf die trockene Vegetation – und bald schon standen ganze Hektar in Flammen. Der Wind tat sein Übriges. Bis zum Nachmittag fraß sich der Brand kilometerweit durch Buschland, Wälder und Randgebiete der südfranzösischen Metropole. 900 Hektar waren laut Behörden bis zum Abend verbrannt. Sichtbare Rauchwolken über der Stadt Die Flammenfront bewegte sich unaufhaltsam auf Marseille zu. Schwarzer Rauch zog über mehrere Stadtviertel, die Luft roch nach Asche, Sirenen hallten durch die Straßen. Die SNCF stellte den Zugverkehr in Richtung Westen und Norden ein. Niemand kam mehr rein, niemand raus. Auch der Flughafen Marseille-Provence schloss seine Start- und Landebahnen am Mittag. Wer an diesem Tag in Marseille unterwegs …

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  • Feuer bei Marseille – Flammen fressen sich durch 30 Hektar, Bewohner in Sicherheit gebracht

    Feuer bei Marseille – Flammen fressen sich durch 30 Hektar, Bewohner in Sicherheit gebracht

    Ein massiver Waldbrand hält am Dienstag die Region Les Pennes-Mirabeau nördlich von Marseille in Atem. 30 Hektar Land fielen den Flammen bisher zum Opfer. Und noch ist kein Ende in Sicht.

    168 Feuerwehrleute und 62 Löschfahrzeuge sind ununterbrochen im Einsatz, um die lodernde Gefahr einzudämmen. Doch der Wind macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

    Der Mistral, dieser schneidende, trockene Wind aus Nordwesten, der schon so manchen Brand entfacht und genährt hat, bläst seit sechs Uhr morgens ohne Gnade. „Der Wind hat nicht nachgelassen – im Gegenteil, er hat sogar zugenommen“, erklärte Christophe Magny, der Direktor des Feuerwehr- und Rettungsdienstes im Département Aude. Seine Stimme klang entschlossen, aber auch besorgt.

    Die Präfektur rief umgehend zum Schutz der Menschen auf. Bewohner mehrerer Sektoren der Gemeinde Les Pennes-Mirabeau mussten in ihren Häusern bleiben, Türen und Fenster geschlossen halten. Wer kann, soll sich von der Feuerfront fernhalten. Ein einfacher, aber drastischer Satz – der alles sagt: „Restez confinés.“

    Doch nicht nur Häuser und Wälder sind bedroht.

    Auch der Flugverkehr liegt lahm. Der Flughafen Marseille-Provence schloss seine Pisten am Mittag, um Piloten und Passagiere nicht zu gefährden. Dichter Rauch und unberechenbare Winde machen Starts und Landungen unmöglich. Niemand weiß, wie lange der Ausnahmezustand dauern wird.

    Ein Blick über die Départementsgrenzen zeigt ein noch düstereres Bild.

    In der Aude, südwestlich von Marseille, hat ein weiteres Feuer bereits über 2.000 Hektar Vegetation verschlungen. Das entspricht einer Fläche von mehr als 2.800 Fußballfeldern – verbrannte Erde, die bis zum Horizont reicht. „Der Brand ist weiterhin aktiv und nicht unter Kontrolle“, so Magny.

    Über 1.000 Feuerwehrleute kämpften dort in der Nacht gegen die Flammenwand. Es ist eine Arbeit an der Grenze menschlicher Kraft – mit Schaufeln, Löschlanzen und der unerschütterlichen Überzeugung, Leben und Heimat zu retten.

    Fünf von ihnen erlitten leichte Verletzungen, während auch fünf Zivilisten, darunter ein Kind, medizinisch versorgt werden mussten. Zum Glück nur leicht verletzt – dieses kleine Wort „leicht“ wiegt schwer inmitten solcher Katastrophenmeldungen. Insgesamt zählte die Präfektur am frühen Dienstagmorgen zehn Verletzte.

    Die Lage bleibt dramatisch.

    Die Behörden halten ihre Schutzmaßnahmen konsequent aufrecht. Bewohner der Viertel Roches-Grises, Montplaisir und Réveillon, des Domaine de la Jonquières in Narbonne, Prat-de-Cest in Bages sowie der gesamten Gemeinde Peyriac-de-Mer müssen weiterhin in ihren Wohnungen bleiben. Einige Weiler wurden evakuiert.

    Auch die Infrastruktur ist betroffen.

    Die wichtige Autobahn A9, die Frankreich mit Spanien verbindet und entlang des Mittelmeers führt, wurde am Morgen zwar wieder freigegeben, doch die Präfektur warnte: „Die Verkehrsbedingungen bleiben schwierig.“

    Rauchschwaden ziehen über die Fahrbahnen, Sichtweiten schrumpfen zeitweilig auf wenige Meter. Die Angst fährt mit – in jedem Auto, das die betroffenen Abschnitte passiert.

    Besonders alarmierend: Météo-France setzte gleich drei Départements – Bouches-du-Rhône, Var und Vaucluse – auf die höchste Alarmstufe. Der Waldbrandgefahrenindex zeigt Rot. Diese Einschätzung gilt unabhängig von aktuellen Bränden und beruht auf Faktoren wie Temperatur, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit.

    Mit anderen Worten: Jeder Funke könnte zur Katastrophe werden.

    Die Feuerwehrkräfte sind auf alles vorbereitet. Löschflugzeuge kreisen über den Hügeln, Helikopter lassen ihre Wassersäcke in tiefe Schluchten herab, um Flammenherde in unwegsamem Gelände zu erreichen. Doch bei starkem Wind ist selbst der Einsatz aus der Luft ein riskantes Manöver.

    Frankreichs Süden erlebt einmal mehr die unbarmherzige Realität des Klimawandels.

    Die Sommer werden trockener, heißer, windiger – ideale Bedingungen für Wald- und Buschbrände, die sich rasend schnell ausbreiten. Besonders in der Provence, wo es sonst nach Pinien, Thymian und Lavendel duftet. Jetzt riecht es an manchen Stellen nur noch nach Rauch, Asche und verbranntem Unterholz.

    „C’est la guerre“, sagen viele Feuerwehrleute lakonisch. Es ist Krieg. Einer ohne klare Fronten, ohne Feinde – und doch mit Zerstörung und Angst.

    Für die Menschen in Les Pennes-Mirabeau bleibt nichts, als abzuwarten. Türen schließen, Fenster verriegeln, Nachrichten hören, hoffen. Dass die Einsatzkräfte das Feuer bald bändigen. Dass der Wind endlich nachlässt.

    Doch Hoffnung ist ein flüchtiges Gut in diesen Tagen.

    Und so liegt Les Pennes-Mirabeau unter einer Glocke aus Rauch, während seine Bewohner in ihren Wohnzimmern auf Nachricht von draußen warten. Auf das eine Wort, das alle befreit: „Feuer gelöscht!“

    Autor: Daniel Ivers

  • Kugeln in der Nacht: Frau stirbt in Marseille durch Schüsse auf ihre Wohnungstür

    Kugeln in der Nacht: Frau stirbt in Marseille durch Schüsse auf ihre Wohnungstür

    Es war eine Nacht wie jede andere. Leise, sommerwarm, das Meeresrauschen hinter den Dächern von Marseille. Doch gegen ein Uhr morgens durchbrach ein Knall die Stille des 5. Arrondissements. Eine Kugel – und das Leben einer Frau endete. Die 46-Jährige befand sich in ihrem Appartement, als mehrere Schüsse fielen. Kugeln durchbohrten die Tür ihres Zuhauses und trafen sie tödlich im Brustbereich. Ihr Mann, der sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt, blieb unverletzt. Beide waren bislang völlig unbekannt bei der Polizei. Wie kann es sein, dass Menschen sterben, ohne je Teil irgendeines kriminellen Milieus gewesen zu sein? Die Ermittler gehen derzeit von einem tragischen Schicksalsschlag aus. Die Theorie eine Kollateralopfers steht im Raum. Anders gesagt: Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Obwohl sie in ihrer eigenen Wohnung war… Ein ruhiges Viertel, erschüttert vom Tod Die Tat ereignete sich in einem Viertel, das als ruhig gilt. Weit entfernt von den berüchtigten Zonen der…

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  • „Ich wurde gefesselt, geschlagen, entstellt“ – Der brutale Überfall auf Soraya Riffy und die Schattenseiten des Influencer-Daseins

    „Ich wurde gefesselt, geschlagen, entstellt“ – Der brutale Überfall auf Soraya Riffy und die Schattenseiten des Influencer-Daseins

    Es war ein lauer Freitagabend in Marseille, als das Leben von Soraya Riffy eine schlimme Wende nahm. Die bekannte Influencerin, die auf Instagram mehr als eine Million Follower mit Mode-, Fitness- und Lifestyle-Inhalten begeistert, wurde Opfer eines Überfalls, dessen Gewalt kaum zu fassen ist. Ein Angriff, der Fragen aufwirft – über Sicherheit, Öffentlichkeit und die dunklen Seiten digitaler Berühmtheit. Der Abend, der alles veränderte Es war gegen 21.30 Uhr, als jemand an der Tür von Soraya Riffy klingelte. Ein Mann stellte sich als Nachbar vor, der seine Schlüssel vergessen habe. Alltagssituation, könnte man meinen. Doch in dem Moment, in dem sie öffnete, stürzten drei bewaffnete Männer in ihre Wohnung. Was dann folgte, klingt wie ein Albtraum, aus dem man nicht mehr aufwacht. Soraya wurde zu Boden gerissen, gefesselt, geknebelt. Sie schlugen sie mit einer Gewalt, die ihr Gesicht mit mehrfachen Brüchen entstellte, hielten ihr eine Waffe an den Kopf, verletzten mit einem Cutter ihre H…

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  • Rue d’Aubagne: Wenn Häuser töten – und die Verantwortlichen zu Hause bleiben dürfen

    Rue d’Aubagne: Wenn Häuser töten – und die Verantwortlichen zu Hause bleiben dürfen

    Marseille, 5. November 2018. Ein Morgen, der zunächst aussieht wie jeder andere im Viertel Noailles. Bäckereiduft liegt in der Luft, Busse rumpeln durch die engen Straßen, Nachbarn grüßen sich. Doch um 9 Uhr 05 verwandelt sich diese Normalität in ein Trümmerfeld. Die Häuser Nummer 63 und 65 der Rue d’Aubagne brechen in sich zusammen, als wären sie Kartenhäuser im Sturm. Innerhalb von Sekunden verlieren acht Menschen ihr Leben – Kinder, Mütter, Arbeiter. Sie starben nicht durch ein Erdbeben, nicht durch eine Explosion, nicht durch einen Angriff. Sie starben, weil ihre Häuser marode waren. Weil Risse ignoriert wurden. Weil niemand sie schützte. Ein Drama, das nie hätte passieren dürfen Schon Jahre vor dem Einsturz gab es Risse in den Wänden. Die Bewohner hörten Knacken, spürten Zittern, rochen Feuchtigkeit. Sie meldeten es. Immer wieder. Aber was passierte? Gar nichts. Ein endloses Pingpong zwischen Eigentümern, Hausverwaltungen und Behörden, bei dem am Ende niemand verantwortlich sein w…

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  • Flammenmeer in Le Rove: 100 Hektar Wald zerstört, 150 Menschen evakuiert

    Flammenmeer in Le Rove: 100 Hektar Wald zerstört, 150 Menschen evakuiert

    Ein leises Knistern in der Dunkelheit. Dann plötzlich ein greller Feuerschein, der den Himmel über Le Rove rot färbt. So begann in der Nacht von Freitag auf Samstag ein Albtraum für viele Bewohner dieser kleinen Gemeinde nahe Marseille. Gegen 3:30 Uhr morgens brach das Feuer in einem schwer zugänglichen, bergigen Gebiet aus. Innerhalb weniger Stunden fraß es sich durch Buschland und Pinienwälder, bis es schließlich am späten Vormittag „stabilisiert“ wurde – so die Einsatzleitung. Doch was heißt schon stabilisiert, wenn über 100 Hektar Natur in Flammen aufgehen? Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen Es ist ein Bild, das sich immer öfter in Südfrankreich wiederholt. Dieses Mal waren rund 350 Feuerwehrleute und Marins-Pompiers im Einsatz, unterstützt von zwei Canadair-Löschflugzeugen, zwei Helikoptern mit Wasserbehältern sowie Booten der Marins-Pompiers von Marseille. Verstärkung aus dem Osten Frankreichs, die aufgrund der erhöhten Waldbrandgefahr bereits im Département stationiert war,…

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