Schlagwort: Macron

  • Drogenkonsumenten im Visier: Frankreich verschärft seine Null-Toleranz-Strategie

    Drogenkonsumenten im Visier: Frankreich verschärft seine Null-Toleranz-Strategie

    Eine breit angelegte Kontrollaktion in den Bouches-du-Rhône markiert einen neuen Kurs in der französischen Drogenpolitik. Mit 1.200 Einsatzkräften und verschärften Bußgeldern will Paris ein deutliches Signal setzen – nicht nur für Dealer, sondern auch für Gelegenheitskonsumenten. In 23 Städten des südfranzösischen Départements Bouches-du-Rhône, darunter auch Marseille, haben Polizei und Gendarmerie am 28. Januar 2026 eine groß angelegte Kontrollaktion gegen Drogenkonsumenten gestartet. Die dreitägige Maßnahme ist Teil einer politischen Neuausrichtung, die Staatspräsident Emmanuel Macron Mitte Dezember 2025 in Marseille angekündigt hatte: Die Geldbuße für den Besitz von Drogen soll von derzeit 200 auf 500 Euro angehoben werden. Daran zeigt sich, dass Frankreich seinen repressiven Kurs im Umgang mit illegalen Substanzen verschärft – mit Fokus auf den Endverbraucher. Konsum unter Generalverdacht Die Bilder sind eindeutig: Polizisten auf Fahrrädern durchkämmen das Viertel Belsunce, ein soz…

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  • Kommentar – Wenn Angst regiert: Willkommen in der Republik der Panikmacher

    Kommentar – Wenn Angst regiert: Willkommen in der Republik der Panikmacher

    Es gibt wenige Disziplinen, in denen die extreme Rechte mit solcher Virtuosität brilliert wie im Verbreiten von Angst. Während andere politische Kräfte mühsam zwischen Fakten und Lösungen balancieren, inszeniert der Rassemblement National (RN) das perfekte Endzeitdrama – Woche für Woche, Mikrofon für Mikrofon. Sébastien Chenu, Vizepräsident der Partei und Abgeordneter des Departements Nord, hat heute einmal mehr bewiesen: Wer braucht differenzierte Analyse, wenn man auch mit einem rhetorischen Flammenwerfer auf die Realität zielen kann?

    Frankreich, so Chenu, sei auf dem direkten Weg in die Hölle. Gewalt explodiere, die Kriminalität befinde sich auf „nie dagewesenen Höchstständen“, und – natürlich – „die Immigration“ sei schuld. Dass Statistiken zu Gewalt- und Eigentumsdelikten in Frankreich komplexer sind als in einer Talkshow darstellbar, interessiert dabei nicht. Die Wahrheit hat im Theater der Empörung bekanntlich Sendepause.

    Dramaturgie statt Daten

    „Alles explodiert“, ruft Chenu. Die Zahl der versuchten Tötungsdelikte sei um „mehr als 85 Prozent“ gestiegen. In anderen Bereichen seien es „mehr als 115 Prozent“. Ob sich diese Zahlen auf ein Quartal, ein Jahr oder zehn Jahre beziehen? Nebensache. Hauptsache, sie klingen nach Ausnahmezustand.

    Tatsächlich zeigen die offiziellen Zahlen des französischen Innenministeriums und des Nationalen Observatoriums für Kriminalität (ONDRP) ein differenzierteres Bild: Während bestimmte Gewaltformen, wie etwa häusliche Gewalt oder Jugendgewalt, in den letzten Jahren zugenommen haben – teils infolge besserer Erfassung –, sind andere Deliktformen, insbesondere Eigentumsdelikte, rückläufig oder stabil. Und was den oft zitierten „Anstieg bei Tötungsdelikten“ betrifft: Die Zahl bleibt, gemessen an Frankreichs Gesamtbevölkerung, im europäischen Mittelfeld. Das ist schlimm genug – aber kein Indiz für den gesellschaftlichen Kollaps, den Chenu beschwört.

    Die Schuldigen stehen fest – bevor die Debatte beginnt

    Wenn Rechtspopulisten über Kriminalität sprechen, ist eines sicher: Die Schuldfrage ist längst geklärt, bevor das erste Argument gefallen ist. Auch Chenu macht keinen Hehl daraus: Schuld sind „die Jugendlichen“ und „die Immigranten“. Dass junge Menschen seit jeher statistisch häufiger in polizeilichen Kriminalitätsstatistiken auftauchen – international, altersunabhängig, milieubedingt – wird zur ideologischen Nebensache. Und dass die Kategorie „immigré“ in Frankreich ein weites, häufig undifferenziertes Feld umfasst – egal. Hauptsache, das Feindbild steht.

    Die Aussage, es gebe eine „überrepräsentierte Immigration“ in der Kriminalität, ist bewusst schwammig. Wer ist gemeint? Französische Staatsbürger mit Migrationshintergrund? Papierlose Migranten? Asylsuchende? In der rechtspopulistischen Rhetorik verschwimmt das alles zu einem bedrohlichen Amalgam, das nur eines will: „unsere“ Republik zerstören.

    Politik der harten Hand – und des kurzen Denkens

    Die Lösung, wie immer, liegt auf der Hand: mehr Gefängnisse, härtere Strafen, niedrigere Hürden für Haft. Auch für Minderjährige, selbstverständlich. Aber bitte nicht gemeinsam mit „Multirezidivisten“ – Chenu gibt sich da großzügig differenziert. Stattdessen fordert er spezielle Strukturen – von denen er weiß, dass sie bislang nicht existieren, was ihn jedoch nicht davon abhält, deren Fehlen der Regierung anzulasten.

    Das eigentliche Ziel dieser Straflust? Nicht Sicherheit, sondern Machtdemonstration. Es geht nicht darum, Ursachen von Gewalt zu bekämpfen – Armut, soziale Desintegration, Bildungsmangel –, sondern darum, einen imaginären Ordnungspfeiler einzurammen. Einen, der „den Franzosen“ signalisiert: Wir wissen, wo das Böse wohnt. Und es kommt aus dem Ausland.

    Migration als Sündenbock in Endlosschleife

    Was wäre ein RN-Interview ohne den obligaten Ruf nach Abschiebungen? Auch Chenu enttäuscht nicht: „Wer nicht Franzose ist und hier ein Verbrechen begeht, muss raus.“ Dass ein erheblicher Teil der Delikte von Menschen mit französischer Staatsangehörigkeit begangen wird? Unerheblich. Dass internationale Abschiebeabkommen oft fehlen oder Staaten die Rücknahme verweigern? Detailfrage.

    So wird das Migrationsproblem zur universellen Erklärung für jedes gesellschaftliche Symptom – und zugleich zur Waffe gegen eine politische Elite, die angeblich „nicht sehen will“, was die Straße längst erkannt habe. Dass diese „Straße“ vom RN selbst seit Jahren mit Empörung beliefert wird, versteht sich von selbst.

    Ein Land wird mürbe gemacht

    Die wahre Gefahr liegt nicht in den – realen – Herausforderungen durch Jugendkriminalität, Drogenhandel oder Parallelgesellschaften. Sie liegt in der systematischen Polarisierung der Debatte. In der Transformation eines sozialen Problems in ein kulturelles und letztlich ethnisches. Und in der Erosion des Vertrauens in demokratische Institutionen.

    Wer permanent ein Land beschreibt, als stünde es am Abgrund, betreibt keine Sicherheitspolitik – er betreibt politische Brandstiftung. Wer Kriminalitätsstatistiken als Waffe gegen die Grundwerte der Republik nutzt, zersetzt nicht nur das Vertrauen in Regierung und Verwaltung, sondern auch in den demokratischen Diskurs.

    Am Ende bleibt das Bild eines Frankreichs, das angeblich im Chaos versinkt – aber in Wahrheit von jenen destabilisiert wird, die davon politisch profitieren wollen. Und Chenu? Der steht dabei nicht am Rand, sondern mitten im Epizentrum dieser Erzählung. Denn Angst ist nicht nur ein schlechter Ratgeber. Sie ist auch ein verdammt effektives Wahlkampfmittel.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Verbot für Unter-15-Jährige? Frankreich debattiert das Aus für Jugendliche in sozialen Netzwerken

    Verbot für Unter-15-Jährige? Frankreich debattiert das Aus für Jugendliche in sozialen Netzwerken

    Frankreich steht vor einem politischen Einschnitt im Umgang mit der digitalen Lebenswelt seiner Jugend: An diesem Montag berät das Parlament, die Assemblée nationale, über ein Gesetz, das Kindern unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken wie TikTok, Snapchat oder Instagram grundsätzlich verbieten soll. Unterstützt vom Regierungslager um Präsident Emmanuel Macron, soll das Gesetz bereits zum neuen Schuljahr im September 2026 greifen – mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für Eltern, Plattformen und das Selbstverständnis staatlicher Medienregulierung. Ein neues Kapitel der Netzpolitik Im Zentrum der Debatte steht eine klare gesetzliche Regelung: Kein digitales Netzwerk, das nutzergenerierte Inhalte bereitstellt, soll künftig von Minderjährigen unter 15 Jahren genutzt werden dürfen. Ausnahmen gelten lediglich für eindeutig bildungsbezogene Angebote wie Online-Enzyklopädien oder digitale Schulplattformen. Die Vorlage sieht ferner vor, dass bestehende Nutzerkonten, die gegen d…

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  • «Nul ne peut traiter ainsi notre nation»: Wie Donald Trumps Rhetorik in Frankreich eine überraschende politische Einigkeit auslöst

    «Nul ne peut traiter ainsi notre nation»: Wie Donald Trumps Rhetorik in Frankreich eine überraschende politische Einigkeit auslöst

    Mit scharfen Worten und wirtschaftlichen Drohungen sorgt Donald Trump wieder für internationale Unruhe. Diesmal richtet sich seine Rhetorik nicht nur allgemein gegen Europa, sondern explizit gegen Frankreich – und entfacht dort eine Reaktion, die in ihrer Form bemerkenswert ist. Denn ausgerechnet der häufig umstrittene Präsident Emmanuel Macron erhält Unterstützung von politischen Kräften, die ihn sonst scharf kritisieren. Ein Moment seltener nationaler Geschlossenheit – ausgelöst durch eine als demütigend empfundene Provokation aus Washington.

    In Frankreich kursiert zurzeit eine Formel, die sich viral in sozialen Netzwerken und politischen Debatten verbreitet: «Nul ne peut traiter ainsi notre nation» – «Niemand darf unsere Nation so behandeln». Der Satz ist keine offizielle Äußerung der Regierung, sondern spiegelt das kollektive Empfinden vieler Franzosen wider: Trump habe mit seinen Äußerungen eine Grenze überschritten – nicht nur in diplomatischer, sondern auch in symbolischer Hinsicht.


    Zwischen Wein, Zöllen und verletztem Stolz

    Ausgangspunkt der jüngsten Spannungen war das Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort hatte Trump in gewohnt konfrontativem Ton angekündigt, Strafzölle von bis zu 200 Prozent auf französische Weine und Champagner zu erwägen – es sei denn, Paris würde sich einem von ihm vorgeschlagenen «Friedensrat» anschließen, einer Art multilateraler Gesprächsplattform unter amerikanischer Führung. Zugleich machte er Andeutungen über strategische Interessen der USA am arktischen Raum, insbesondere am autonomen dänischen Territorium Grönland.

    Macron reagierte ungewöhnlich scharf. Er sprach von «diplomatischem Mobbing» und betonte, dass Europa sich nicht erpressen lasse. Auch aus dem Élysée hieß es, Frankreich lasse sich nicht in bilaterale Deals pressen, die gegen seine Souveränität oder multilaterale Prinzipien verstoßen. In diplomatischen Kreisen wurde zudem irritiert zur Kenntnis genommen, dass Trump offenbar private Kommunikationsinhalte mit Macron publik gemacht hatte – ein Bruch internationaler Gepflogenheiten.


    Politische Gegner rücken kurzzeitig zusammen

    Das Auffällige an diesem diplomatischen Zwischenfall ist jedoch weniger die Eskalation selbst als die innenpolitische Dynamik, die sie in Frankreich ausgelöst hat. Denn in seltener Einmütigkeit äußerten sich Vertreter fast aller politischen Lager kritisch gegenüber Trump – und stellten sich, wenn auch nicht uneingeschränkt, hinter den Präsidenten.

    Selbst Stimmen aus dem rechten Rassemblement National und der radikalen Linken betonten, dass Differenzen mit Macron nicht bedeuten dürften, dass man eine außenpolitische Demütigung Frankreichs hinnehme. Es gehe nicht um eine Unterstützung der Regierungspolitik, sondern um ein grundlegendes Prinzip: nationale Würde und Respekt im internationalen Umgang. Der französische Nationalstolz – oft als politisches Pathos abgetan – wurde in diesem Moment zum verbindenden Element.

    Diese «Union nationale» unterscheidet sich von früheren Momenten nationaler Geschlossenheit, etwa nach Terroranschlägen oder bei historischen Gedenkveranstaltungen. Sie ist nicht institutionell organisiert, sondern entsteht aus einer spontanen Empörung heraus. Ihr zentrales Motiv ist die kollektive Zurückweisung einer als herablassend empfundenen Haltung eines ausländischen Staatschefs gegenüber Frankreich.


    Der Hashtag als politische Waffe

    In den sozialen Medien hat sich die Reaktion rasch verselbständigt. Die eingangs erwähnte Formel «Nul ne peut traiter ainsi notre nation» avancierte zum viralen Symbol. Politiker, Journalisten und prominente Persönlichkeiten griffen sie auf, oftmals in Verbindung mit Zitaten über nationale Souveränität oder historische Referenzen an Charles de Gaulle.

    Der diskursive Mechanismus dahinter ist typisch für das digitale Zeitalter: Aus der Empörung über eine außenpolitische Geste entsteht ein emotional aufgeladener Slogan, der sich verselbständigt und eine symbolische Einigkeit erzeugt – losgelöst von konkreten politischen Programmen oder institutionellen Reaktionen. In gewisser Weise handelt es sich um eine Form von digitalem Patriotismus, die auf kurzfristige Mobilisierung abzielt.

    Zugleich zeigt dieser Vorgang, wie empfindlich Frankreich – trotz seiner globalen Verflechtungen und multilateralen Verpflichtungen – auf Kränkungen reagiert, die seine internationale Stellung infrage zu stellen scheinen. In einem Land, dessen außenpolitische Identität stark vom Selbstverständnis als autonome, souveräne Macht geprägt ist, wirken Trumps Provokationen wie ein Katalysator für nationale Reflexe.


    Alte Allianzen, neue Zweifel

    Dass sich diese Dynamik im transatlantischen Verhältnis entfaltet, ist kein Zufall. Die Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten sind seit Jahren durch wachsendes Misstrauen geprägt – erst recht, seit Donald Trump wieder eine zentrale Rolle in der amerikanischen Außenpolitik spielt. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte er multilaterale Institutionen in Frage gestellt, die NATO als «obsolet» bezeichnet und Strafzölle als Druckmittel eingesetzt.

    Die aktuelle Episode reiht sich ein in eine Serie von Spannungen, bei denen wirtschaftliche Drohungen, persönliche Herabsetzungen und strategische Alleingänge die ehemals verlässliche Partnerschaft belasten. Frankreich ist hierbei besonders exponiert, nicht nur als Atommacht und ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, sondern auch als selbstbewusster Vertreter eines europäischen Weges jenseits amerikanischer Vormundschaft.

    Wie nachhaltig die aktuelle «Einigkeit» in Frankreich ist, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist, dass sie mit dem nächsten innenpolitischen Konflikt wieder zerfällt. Dennoch markiert sie einen Moment, in dem parteipolitische Differenzen für kurze Zeit hinter ein gemeinsames Gefühl zurücktraten: das Bedürfnis nach Respekt auf der internationalen Bühne. In einer Zeit geopolitischer Umbrüche ist das keine Selbstverständlichkeit.

    Autor: P. Tiko

  • „Rote Linie im Eis“ – Frankreich fordert Nato-Präsenz auf Grönland

    „Rote Linie im Eis“ – Frankreich fordert Nato-Präsenz auf Grönland

    Mit einem ungewöhnlich deutlichen Vorstoß hat Frankreich auf die zunehmenden Spannungen rund um Grönland reagiert: Paris fordert ein Nato-Manöver auf der größten Insel der Welt – und erklärt sich bereit, auch Truppen zu entsenden. Hintergrund ist eine neue Eskalationsstufe im Konflikt mit den USA. Präsident Donald Trump bekräftigte in Davos erneut seine Absicht, Grönland dem dänischen Königreich abzukaufen – oder notfalls mit Gewalt unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Die diplomatische Konfrontation droht nun, sich zu einer strategischen Zerreißprobe für das transatlantische Bündnis auszuwachsen.

    Grönland als geopolitischer Brennpunkt

    Die strategische Bedeutung Grönlands ist seit dem Kalten Krieg unbestritten – und sie wächst. Die Insel ist reich an seltenen Erden, liegt an zentralen Routen für die Arktisdurchfahrt und beherbergt mit Thule eine der wichtigsten US-Militärbasen außerhalb des amerikanischen Festlands. Doch was bislang als fester Bestandteil der Nato-Ordnung galt, wird nun offen in Frage gestellt. Trumps wiederholte Ankündigungen, Grönland in den amerikanischen Einflussbereich einzugliedern, untergraben nicht nur das Verhältnis zu Dänemark, sondern rütteln am Fundament der kollektiven Sicherheit.

    Als Trump in einer Pressekonferenz gefragt wurde, wie weit er zu gehen bereit sei, um das Gebiet zu erwerben, antwortete er kryptisch: „Das werden Sie bald erfahren.“ Gleichzeitig warnt das US-Finanzministerium vor angeblicher „wirtschaftlicher Desintegration Europas“, falls die EU Widerstand leiste. Beobachter werten dies als verdeckten Hinweis auf mögliche weitere Sanktionen. In Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, wurden derweil erstmals seit Jahrzehnten dänische und grönländische Flaggen gemeinsam vor dem US-Konsulat gehisst – ein symbolischer Akt des Widerstands.

    Macrons Konter: europäische Eigenständigkeit und Abschreckung

    In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum nahm Emmanuel Macron ungewöhnlich scharf Stellung: Die amerikanischen Drohungen seien „inakzeptabel“, Europa müsse sich „gegen jede Form der Subordination“ zur Wehr setzen. Der französische Präsident, der sich bereits seit Jahren für eine strategische Autonomie Europas einsetzt, nutzt die Eskalation um Grönland, um seine Position zu unterstreichen. Die Forderung nach einem Nato-Manöver auf der Insel dient dabei nicht nur der militärischen Präsenz, sondern auch als diplomatisches Signal: Frankreich ist bereit, die Verantwortung für die Sicherheit Europas aktiv mitzutragen.

    Macron weiß dabei um die heikle Balance. Einerseits stellt er sich gegen den amerikanischen Vorstoß, andererseits betont er die Bedeutung des Nato-Bündnisses. Ein Manöver auf grönländischem Boden – mit Beteiligung mehrerer europäischer Staaten – könnte als Testfall dienen, wie handlungsfähig das Bündnis im Innern wirklich ist. Sollte Washington sich verweigern oder das Vorhaben blockieren, würde das eine tiefe Spaltung offenlegen.

    Dänemark und Grönland unter Druck

    Für das Königreich Dänemark ist die Situation eine diplomatische Gratwanderung. Einerseits will man die territoriale Integrität wahren, andererseits vermeidet Kopenhagen bislang jede offene Konfrontation mit Washington. Doch der Druck wächst. Der Premierminister Grönlands, Jens-Frederik Nielsen, rief bereits öffentlich zur „zivilen und militärischen Bereitschaft“ auf. Die Bevölkerung Grönlands – kaum mehr als 56.000 Menschen – sieht sich erstmals seit Jahrzehnten mit der realen Möglichkeit einer geopolitischen Konfrontation auf eigenem Boden konfrontiert.

    In der dänischen Presse mehren sich Stimmen, die ein stärkeres europäisches Engagement fordern – nicht zuletzt, um einer amerikanischen Alleinentscheidung zuvorzukommen. Der Ruf nach einer europäischen Verteidigungspolitik bekommt durch die Krise rund um Grönland neuen Auftrieb.

    Nato am Scheideweg

    Die Episode wirft grundsätzliche Fragen über die Zukunft des westlichen Verteidigungsbündnisses auf. Sollte ein Mitgliedsstaat – in diesem Fall die USA – offen damit drohen, einem anderen Mitgliedsland ein autonomes Gebiet abzukaufen oder notfalls militärisch zu sichern, dann steht das Prinzip der kollektiven Sicherheit infrage. Der litauische Präsident Gitanas Nauseda sprach am Rande des Forums in Davos von einem möglichen „Todesstoß für die Nato“, sollte ein solcher Präzedenzfall zugelassen werden.

    Die Allianz ist damit gezwungen, sich selbst zu definieren: Handelt es sich um ein Bündnis gleichberechtigter Partner – oder ist es, wie Macron mehrfach betont hat, de facto ein „amerikanisch dominiertes Sicherheitskonstrukt“? Grönland wird in diesem Zusammenhang zum Lackmustest. Nicht nur für die Nato, sondern auch für das Selbstverständnis Europas.

    Die kommenden Tage dürften zeigen, ob die transatlantische Partnerschaft noch in der Lage ist, Konflikte innerhalb des Bündnisses friedlich und konstruktiv zu lösen – oder ob Grönland zum Symbol ihres Zerfalls wird.

    Autor: P. Tiko

  • Lecornu setzt nun doch auf Artikel 49.3 – Regierung erzwingt Haushalt 2026

    Lecornu setzt nun doch auf Artikel 49.3 – Regierung erzwingt Haushalt 2026

    Nach monatelangen Verhandlungen, politischen Rangkämpfen und einem zunehmend gelähmten Parlament hat Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu eine folgenreiche Entscheidung getroffen: Der Haushaltsentwurf für 2026 wird mithilfe von Artikel 49 Absatz 3 der Verfassung verabschiedet – ohne finale Abstimmung in der Nationalversammlung. Der Rückgriff auf dieses außergewöhnliche Instrument offenbart nicht nur die Schwäche der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse, sondern rückt auch die institutionellen Grenzen der Fünften Republik erneut ins Zentrum der politischen Debatte.

    Eine politische Kehrtwende

    Bei seinem Amtsantritt im Herbst 2025 hatte Lecornu explizit versprochen, auf den Einsatz von Artikel 49.3 zu verzichten. Man wolle, so hieß es damals, den Dialog mit dem Parlament suchen, um einen neuen Ton in der Zusammenarbeit zwischen Regierung und Legislative zu setzen – ein Signal der Abgrenzung gegenüber der autoritär anmutenden Durchsetzungspolitik unter seinen Vorgängern.

    Drei Monate später ist von diesem Vorhaben wenig geblieben. Die Regierung sah sich außerstande, eine stabile Mehrheit für den Haushalt zu sichern – trotz zahlreicher Kompromissangebote an die moderate Linke und Teile der konservativen Opposition. Die politische Arithmetik einer stark zersplitterten Nationalversammlung ließ Lecornu kaum Spielraum: Entweder ein Scheitern im Plenum mit potenziell desaströsen Folgen für die staatliche Handlungsfähigkeit – oder ein institutioneller Kraftakt.

    Wie funktioniert Artikel 49.3?

    Artikel 49 Absatz 3 ist eines der mächtigsten, zugleich umstrittensten Instrumente der französischen Verfassung. Er erlaubt es der Regierung, ein Gesetz ohne Abstimmung im Parlament als angenommen zu erklären – es sei denn, die Nationalversammlung bringt binnen 24 Stunden einen Misstrauensantrag ein und beschließt ihn mit absoluter Mehrheit. Damit wird jeder Einsatz des 49.3 automatisch zur Vertrauensfrage.

    Formal handelt es sich um ein legitimes Verfahren – materiell jedoch um eine politische Ausnahmelage. In der Praxis zwingt der Artikel die Opposition, sich entweder zur Regierungsübernahme zu bekennen – oder dem Gesetz tatenlos zuzustimmen. Für die Regierung bedeutet dies: hohes Risiko bei potenziell hohem Ertrag.

    Die Schwäche des Parlaments – oder der Regierung?

    Lecornus Schritt ist Ausdruck einer politischen Realität: Die französische Nationalversammlung ist tief fragmentiert, das Parteiensystem ausgehöhlt. Weder der Präsident noch der Premier verfügen über eine belastbare Mehrheit, Bündnisse wechseln je nach Thema, und zahlreiche Fraktionen agieren primär in Oppositionshaltung. Unter diesen Bedingungen wird selbst ein zentraler Gesetzesakt wie der Haushalt zu einem Ringen um symbolische Positionierungen statt konstruktiver Gesetzesarbeit.

    Zugleich offenbart sich die strukturelle Asymmetrie der Fünften Republik: Die Exekutive verfügt über weitreichende Mittel, um sich gegenüber einem blockierten Parlament durchzusetzen – gerade in Haushaltsfragen, in denen der Zeitdruck zugunsten der Regierung wirkt. Doch jeder Einsatz von 49.3 verstärkt das Bild einer Regierung, die nicht überzeugt, sondern erzwingt.

    Zwischen institutioneller Notwendigkeit und demokratischer Erosion

    Der Rückgriff auf Artikel 49.3 ist kein Rechtsbruch – doch er ist ein Warnsignal. Je häufiger ein Premierminister dieses Instrument nutzt, desto stärker wird das Vertrauen in parlamentarische Aushandlungsprozesse untergraben. Das Grundproblem bleibt: Frankreichs politische Architektur ist auf klare Mehrheiten ausgelegt – doch die Gesellschaft wählt zunehmend fragmentiert.

    In dieser Situation erscheint der 49.3 als Notventil – institutionell vorgesehen, aber demokratisch riskant. Die Frage, ob dies eine pragmatische Lösung oder eine politische Bankrotterklärung ist, bleibt offen. Klar ist: Mit dieser Entscheidung hat Lecornu nicht nur ein Budget durchgesetzt, sondern auch eine zentrale Debatte über die Funktionsfähigkeit der französischen Demokratie neu entfacht.

    Autor: P. Tiko

  • Steuerstreit mit Washington: Wie Paris beim Thema GAFAM einknickte

    Steuerstreit mit Washington: Wie Paris beim Thema GAFAM einknickte

    Ende 2025 schien es, als würde Frankreich eine fiskalische Offensive gegen die großen US-Digitalkonzerne starten. Ein parteiübergreifender Vorschlag im Parlament sah vor, die sogenannte GAFAM-Steuer – benannt nach Google, Apple, Facebook (Meta), Amazon und Microsoft – von bislang 3 % auf 15 % zu erhöhen. Doch der Plan wurde nach massiver Intervention aus den USA zurückgezogen. Eine Recherche zeigt nun im Detail, wie Washington mit politischem Druck und wirtschaftlicher Drohkulisse eine Entscheidung des französischen Gesetzgebers ausbremste.

    Die Steuer auf digitale Dienstleistungen wurde in Frankreich 2019 eingeführt, um besonders profitable und unterbesteuerte Internetgiganten stärker an den öffentlichen Haushalten zu beteiligen. Erfasst werden unter anderem Werbeeinnahmen, der Verkauf personenbezogener Daten sowie die Nutzung digitaler Plattformen. Das französische Finanzministerium schätzt die Steuererträge bislang auf mehrere Hundert Millionen Euro jährlich – angesichts der Marktdominanz der betroffenen Unternehmen bleibt der Betrag jedoch bescheiden. Ziel der geplanten Erhöhung war es, mehr fiskalische Gerechtigkeit herzustellen und die Haushaltskonsolidierung voranzutreiben.

    Alarm in Washington

    Kaum war der Vorschlag zur Steuererhöhung öffentlich, reagierte Washington ungewöhnlich scharf. Der Ausschuss für Wege und Mittel des US-Repräsentantenhauses – zuständig für Handels- und Steuerpolitik – veröffentlichte ein deutlich formuliertes Kommuniqué. Darin hieß es, die geplante Erhöhung sei eine „unfaire Attacke auf amerikanische Unternehmen“ und werde nicht unbeantwortet bleiben. Die Androhung konkreter wirtschaftlicher Vergeltungsmaßnahmen, insbesondere im Agrar- und Genussmittelsektor, ließ keinen Zweifel an der Entschlossenheit der US-Seite.

    Parallel dazu wurde eine offizielle Kongressnote an Präsident Donald Trump verfasst. Die Unterzeichner forderten ihn auf, im Rahmen der Handelsgesetzgebung – konkret durch Aktivierung der berüchtigten „Section 301“ – unilaterale Sanktionen gegen Frankreich zu prüfen. Diese Klausel erlaubt es den USA, bei als diskriminierend empfundenen Handelspraktiken mit Zöllen und anderen Maßnahmen zu reagieren, ohne vorherige internationale Konsultationen.

    Die französische Reaktion: Rückzug im Schatten der Drohung

    Noch am Tag nach der amerikanischen Erklärung warnte der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure im Parlament eindringlich vor einem „Spiel mit dem Feuer“. In seiner Rede appellierte er an die Abgeordneten, realpolitisch zu denken: Mut sei gut, sagte er, aber ein Frontalzusammenstoß mit den USA wäre riskant und wirtschaftlich kontraproduktiv. Seine Äußerungen stießen auf heftigen Widerspruch, doch sie zeigten Wirkung. Der federführende Abgeordnete zog seinen Antrag auf eine Steuererhöhung auf 15 % zurück und schlug stattdessen eine moderate Anhebung auf 6 % vor, die vom Parlament auch angenommen wurde.

    Diese vermeintliche Kompromisslösung genügte Washington jedoch nicht. Einen Monat später erhielten die französischen Behörden ein weiteres Schreiben aus dem US-Kongress, das erneut vor „inakzeptablen einseitigen Maßnahmen“ warnte und Trump zu energischem Handeln aufforderte. Besonders brisant: Diese diplomatische Botschaft gelangte offenbar über informelle Kanäle an französische Wirtschaftsverbände – insbesondere an die Lobby der Wein- und Spirituosenindustrie, die in früheren Handelsstreitigkeiten bereits Ziel amerikanischer Zölle war.

    Lobbyismus im Inneren: Der Flaschenhals des Widerstands

    Die Verbände der französischen Genussmittelindustrie – darunter die mächtige Champagnerbranche – nutzten das Schreiben aus Washington, um gezielt Druck auf Parlamentarier auszuüben. In Briefen an ausgewählte Abgeordnete warnten sie eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen einer Eskalation mit den USA. Sollte die Steuer weiter erhöht werden, drohten neue Importzölle auf französische Spitzenprodukte, mit verheerenden Folgen für Absatzmärkte, Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.

    Diese indirekte Einflussnahme über wirtschaftliche Interessen zeigte Wirkung. Bei der zweiten Lesung des Haushaltsgesetzes verzichteten auch andere Oppositionsparteien darauf, neue Änderungsanträge zur Erhöhung der GAFAM-Steuer einzubringen. Der ursprüngliche Plan einer signifikanten Besteuerung der Digitalkonzerne war damit endgültig vom Tisch.

    Einige Abgeordnete äußerten im Nachhinein offen ihre Enttäuschung. Der Rückzug sei nicht sachlich begründet, sondern ein Akt politischer Erpressung. Der Staat habe seine fiskalische Souveränität dem Druck eines Drittstaates geopfert – mit langfristigen Folgen für die Glaubwürdigkeit der französischen Steuerpolitik. Andere, wie der Berichterstatter des Haushaltsausschusses, verteidigten den Schritt mit Blick auf die fragile Weltlage und die wirtschaftliche Verwundbarkeit bestimmter Branchen. Frankreich müsse realistisch bleiben, zumal die Reaktionen des US-Präsidenten schwer kalkulierbar seien.

    Alter Konflikt, neue Dynamik

    Es ist nicht das erste Mal, dass die GAFAM-Steuer zum transatlantischen Zankapfel wird. Bereits 2019 hatten die Vereinigten Staaten eine Untersuchung auf Basis von Section 301 eingeleitet, als Frankreich die Steuer einführte. Damals hielt Paris dem Druck stand – auch, weil die Administration in Washington die Drohkulisse letztlich nicht in konkrete Maßnahmen umsetzte. Dass Frankreich sich diesmal schneller geschlagen gab, deutet auf eine veränderte politische Konstellation hin: eine konfliktreiche geopolitische Lage, ein aggressiv auftretender US-Präsident und eine französische Regierung, die innenpolitisch unter Reformdruck steht.

    Die Episode wirft grundlegende Fragen auf: Wie souverän ist nationale Steuerpolitik im Zeitalter globalisierter Konzerne und asymmetrischer Handelsbeziehungen? Welche Handlungsspielräume haben einzelne Staaten wie Frankreich gegenüber Wirtschaftsmächten wie den USA? Und inwieweit lassen sich demokratisch legitimierte Beschlüsse gegen ökonomischen Gegendruck behaupten?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Machtprobe mit offenem Ausgang – Frankreichs Regierung ringt um den Staatshaushalt

    Machtprobe mit offenem Ausgang – Frankreichs Regierung ringt um den Staatshaushalt

    Frankreichs politische Klasse steht erneut vor einem institutionellen Dilemma: Der Haushalt für 2026 ist noch immer nicht verabschiedet, die Gräben zwischen den Parteien sind tief – und Premierminister Sébastien Lecornu hat nur noch zwei realistische Optionen: Artikel 49.3 oder der Weg über eine bislang nie genutzte Verfassungsbestimmung. Beide Methoden könnten den Fortbestand seiner Regierung gefährden, aber eine weitere Vertagung der Entscheidung ist kaum mehr möglich. Seit dem Jahreswechsel operiert der französische Staat auf Basis einer Übergangsfinanzierung. Eine reguläre Annahme des Haushaltsgesetzes scheint ausgeschlossen – zu weit liegen die Positionen auseinander. Die Sozialisten zeigen sich höchstens zu Verhandlungen über eine Enthaltung bereit, während die Grünen bereits ihr Nein signalisiert haben. Eine strukturelle Mehrheit im Parlament fehlt.

    Zwei Wege – beide mit Fallstricken In der Verfassung stehen der Exekutive zwei Hebel zur Verfügung, um das Haushaltsgesetz trotz f…

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  • Misstrauensvotum gegen Lecornu scheitert – das Mercosur-Abkommen spaltet die französische Politik

    Misstrauensvotum gegen Lecornu scheitert – das Mercosur-Abkommen spaltet die französische Politik

    Am 14. Januar 2026 hat die französische Nationalversammlung zwei Misstrauensanträge gegen Premierminister Sébastien Lecornu erwartungsgemäß abgelehnt. Die Anträge, eingereicht von der linksradikalen La France Insoumise (LFI) sowie vom rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), richteten sich gegen die Haltung der Regierung zum umstrittenen Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur. Dessen Unterzeichnung auf europäischer Ebene steht kurz bevor – trotz des erklärten Widerstands der französischen Regierung. Dass beide Anträge scheiterten, war keine Überraschung. Und doch offenbart die Episode zentrale Spannungen im politischen Gefüge Frankreichs – nicht zuletzt eine tiefgreifende Opposition gegen das Abkommen, die parteiübergreifend, aber letztlich machtlos bleibt.

    Zersplitterte Opposition, stabile Regierung Der Antrag der LFI erzielte 256 Stimmen – deutlich unter der notwendigen absoluten Mehrheit von 288. Der Antrag des RN erhielt lediglich 142 Stimmen. Entscheidend w…

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  • Frankreich reaktiviert den Wehrdienst – freiwillig und modernisiert

    Frankreich reaktiviert den Wehrdienst – freiwillig und modernisiert

    Am 12. Januar 2026 begann in Frankreich offiziell die Rekrutierungskampagne für den neuen „freiwilligen Nationaldienst“. Die Initiative markiert eine bedeutsame Neuausrichtung in der französischen Verteidigungspolitik und signalisiert das Bestreben, junge Erwachsene wieder stärker an sicherheitspolitische Aufgaben heranzuführen – nicht durch Pflicht, sondern durch Überzeugung. Inmitten globaler Spannungen und sicherheitspolitischer Umbrüche versucht Paris damit, strategische Resilienz mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu verbinden. Der Startschuss erfolgte in Paris im Beisein von Verteidigungsministerin Catherine Vautrin und der militärischen Führung des Landes. Die Kampagne richtet sich an französische Staatsbürger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren und zielt auf eine erste Kohorte von rund 3.000 Freiwilligen ab, die ihren Dienst im Sommer 2026 antreten sollen. Freiwilligkeit statt Wehrpflicht – mit klarer sicherheitspolitischer Intention Der neue Dienst ist nicht zu verwechseln mit…

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