Schlagwort: Krieg

  • Neuer Vorschlag der USA in Atomverhandlungen mit dem Iran: Ein Kompromiss in Sicht? Und andere World-News

    Neuer Vorschlag der USA in Atomverhandlungen mit dem Iran: Ein Kompromiss in Sicht? Und andere World-News

    Die USA haben im Ringen um das iranische Atomprogramm einen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt. Präsident Trumps Nahost-Beauftragter hat Teheran ein neues Abkommen angeboten, das einen Mittelweg zwischen den derzeitigen Spannungen und dem langfristigen Ziel Washingtons schaffen soll. Offizielle Stellen im Iran prüfen den Vorschlag – eine Antwort wird in den nächsten Tagen erwartet.

    Dem neuen Plan zufolge dürfte der Iran weiterhin Uran anreichern – allerdings nur auf einem niedrigen Niveau, das für zivile Atomkraftwerke geeignet ist, nicht aber für den Bau von Nuklearwaffen. Parallel dazu würden die USA und andere Staaten an einem detaillierten Plan arbeiten, um Teherans Weg zur Atombombe dauerhaft zu blockieren.

    Damit würde eine Übergangslösung geschaffen: Der derzeit rasche Fortschritt des Iran bei der Produktion fast waffenfähigen Urans soll gestoppt werden, während gleichzeitig ein vollständiger Verzicht auf Anreicherung – das ultimative Ziel der USA – vorbereitet wird. Es ist das erste greifbare Zeichen für einen möglichen Kompromiss seit Trumps Amtsantritt.

    Erschütternde Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: Fast 1,4 Millionen Opfer

    Ein neuer Bericht des Center for Strategic and International Studies in Washington schlägt Alarm: In den drei Jahren seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine soll es fast 1,4 Millionen militärische Opfer gegeben haben. Demnach wurden auf russischer Seite fast eine Million Soldaten getötet oder verwundet – auf ukrainischer Seite etwa 400.000.

    Die Autoren der Studie betonen zwar, dass solche Zahlen schwer genau zu beziffern seien – aber der Umfang der Verluste spricht für sich. Der Krieg hat sich zu einem zermürbenden Abnutzungskampf entwickelt. Der russische Vormarsch ist dabei so schleppend, dass er stellenweise nur rund 50 Meter pro Tag beträgt – langsamer als der verlustreiche Vorstoß britischer und französischer Truppen an der Somme im Ersten Weltkrieg.

    Interessanterweise erscheint die Studie kurz nach zwei spektakulären ukrainischen Angriffen. So meldete Kiew am Montag, man habe die Brücke zur Krim bereits zum dritten Mal erfolgreich attackiert – diesmal mit monatelang versteckten Sprengsätzen. Am Wochenende griffen zudem ukrainische Drohnen aus dem russischen Inland heraus an und richteten dort massive Schäden an.

    Wieder Schüsse auf Palästinenser bei Lebensmittelausgabe in Gaza

    In Gaza kam es gestern Morgen erneut zu tödlichen Schüssen. Israelische Soldaten eröffneten das Feuer nahe einer neuen Lebensmittelausgabestelle im Süden des Gebiets. Laut israelischem Militär richtete sich der Einsatz gegen eine Menschenmenge, die sich dem Ort näherte. Das Gesundheitsministerium in Gaza und das Rote Kreuz sprechen von mindestens 27 Toten.

    Es ist bereits das zweite derartige Ereignis innerhalb von drei Tagen – beide Male am selben Ort. Die Tragödie wirft erneut ein düsteres Licht auf die sogenannte „Gaza Humanitarian Foundation“, ein neues, von Israel unterstütztes Hilfssystem, das erst letzte Woche den Betrieb aufgenommen hat und seither immer wieder für Schlagzeilen sorgt – jedoch eher durch Chaos als durch Hilfe.

    Und sonst in der Welt?

    In Südkorea wurde Lee Jae-myung zum Präsidenten gewählt. Ein Mann, über den man sich informieren sollte – denn sein Wahlsieg könnte einiges verändern.

    In den Niederlanden platzte die Regierungskoalition. Der rechtspopulistische Geert Wilders zog sich aus dem Bündnis zurück, nachdem es Streit um die Migrationspolitik gab.

    Italien und Frankreich versuchen sich wieder näherzukommen. Premierministerin Giorgia Meloni und Präsident Emmanuel Macron trafen sich gestern, um ihre frostige Beziehung aufzutauen.

    In Mexiko herrschte gähnende Leere bei der Richterwahl: Fast 90 Prozent der Wahlberechtigten blieben der Abstimmung fern – ein demokratischer Tiefpunkt.

    In Portugal wird der Fall Maddie McCann neu aufgerollt. 18 Jahre nach ihrem Verschwinden gibt es neue Suchaktionen.

    In der Medizin gibt es einen Hoffnungsschimmer für Patienten mit multiplem Myelom. Ein Drittel der Teilnehmer einer Immuntherapie-Studie lebt bereits seit Jahren ohne nachweisbaren Krebs.

    Und in Frankreich wurde Alfred Dreyfus – der jüdische Offizier, der zu Unrecht wegen Spionage verurteilt wurde – posthum zum Brigadegeneral befördert. Ein symbolischer Akt der Gerechtigkeit, der viel zu lange auf sich warten ließ.

    Wirtschaft und Handel: Neue Fronten im globalen Machtkampf

    Während USA und China sich weiter gegenseitig mit Strafzöllen überziehen, bahnt sich bereits der nächste Konflikt an – diesmal geht es um Lieferketten und technologische Schlüsselkompetenzen.

    China hat kürzlich den Export seltener Erden drastisch eingeschränkt. Diese Materialien sind essenziell für moderne Hightech-Produkte – vom E-Auto bis zum Smartphone. Ohne sie könnten Fabriken in den USA und Europa schon bald stillstehen.

    Und dann wäre da noch Trumps Handelskrieg. Ein neuer Bericht prognostiziert, dass dieser nicht nur das Wirtschaftswachstum der führenden Volkswirtschaften in diesem Jahr bremst – sondern auch auf Jahre hinaus für wirtschaftliche Verwerfungen sorgt.

    Tesla – lange als Symbol technischer Innovation gefeiert – findet sich zunehmend im Kreuzfeuer politischer Debatten wieder. Aktivisten, die Elon Musks Nähe zur Regierung kritisieren, feiern inzwischen seinen Rückzug aus politischen Gremien als Sieg.

    Autor: M.A.B.

  • Südkoreas Schicksalswahl: Zwischen Demokratie, Diktatur und drohendem Chaos

    Südkoreas Schicksalswahl: Zwischen Demokratie, Diktatur und drohendem Chaos

    Südkorea steht heute an einem politischen Scheideweg. Die Präsidentschaftswahlen haben begonnen – vor dem Hintergrund monatelanger Unruhen und einem politischen Erdbeben, das das Land erschüttert hat.

    Im Dezember rief Präsident Yoon Suk Yeol für kurze Zeit das Kriegsrecht aus – ein Schritt, der große Empörung auslöste. Es folgte seine Absetzung durch ein Amtsenthebungsverfahren. Seitdem gleicht die politische Bühne des Landes einem Minenfeld.

    Nun kämpfen zwei Männer um das höchste Amt im Staat: Lee Jae-myung, gemäßigter Vorsitzender der Demokratischen Partei, liegt laut Umfragen vorn. Sein Herausforderer ist Kim Moon-soo von der konservativen People Power Party – jener Partei, die einst Yoon anführte.

    Ein Land, das sich selbst hinterfragt

    Für viele Wähler geht es bei dieser Wahl um mehr als nur ein neues Gesicht an der Spitze. Es ist eine Volksabstimmung über Yoon Suk Yeol und sein politisches Vermächtnis. Lee Jae-myung spricht offen davon, „den Aufstand zu beenden“ – mit anderen Worten: Yoon und dessen Partei endgültig aus der Politik zu verdrängen.

    Kim hingegen hält Yoon die Treue – oder zumindest schafft er es nicht, sich klar von ihm zu distanzieren. Er warnt die Bevölkerung: Wenn Lee gewinnt, werde der – mit der parlamentarischen Mehrheit im Rücken – zum Diktator und rücke Südkorea näher an China und Nordkorea. Die Allianz mit den USA? Angeblich in Gefahr. Lee bezeichnet diese Vorwürfe als „Schmutzkampagne“.

    Ein Favorit mit dunklen Schatten

    Doch Lee trägt selbst einigen Ballast mit sich herum. Er steht in mehreren Strafverfahren – unter anderem wegen angeblicher Korruption – vor Gericht. Er und seine Anhänger behaupten, die Anklagen seien politisch motiviert, eine Racheaktion der Yoon-Regierung.

    Sollte Lee gewinnen, bleibt eine zentrale Frage offen: Dürfen seine Prozesse weitergeführt werden? Die Rechtslage ist unklar – die Verfassungsexperten streiten. Wahrscheinlich wird das Verfassungsgericht entscheiden müssen.

    Baustellen über Baustellen

    Der künftige Präsident – egal wer – übernimmt ein Land am Limit. Wirtschaftlich dümpelt Südkorea dahin, das Wachstum stagniert. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auseinander. Und gesellschaftlich? Zerreißproben ohne Ende. Die Generationen stehen sich gegenüber, aber besonders junge Männer und Frauen sind tief gespalten.

    Gleichzeitig spitzt sich die geopolitische Lage zu. Nordkorea rüstet auf – nicht nur mit Raketen, sondern nun auch durch eine frische Militärallianz mit Russland. Der neue Präsident wird also nicht nur vor der eigenen Tür fegen müssen, sondern sich auch in der veränderten Weltpolitik positionieren.

    Und da ist noch jemand: Donald Trump. Seitdem er wieder im Weißen Haus sitzt, will er, dass Südkorea mehr für die Militärallianz zahlt. Gleichzeitig belegt er südkoreanische Produkte – Autos und Stahl – mit saftigen Zöllen. Eine explosive Mischung, die höchstes diplomatisches Fingerspitzengefühl verlangt.

    Netzwerk der Zerstörung: „Operation Spinnennetz“ in Russland

    Parallel dazu findet ein Schlagabtausch im Osten Europas statt: Die Ukraine hat am Wochenende mit einer konzertierten Aktion namens „Operation Spinnennetz“ mehrere russische Luftwaffenstützpunkte tief im Landesinneren angegriffen. Drohnen, monatelang vorbereitet und direkt vor den russischen Militärbasen platziert, zerstörten mindestens fünf Flugzeuge – darunter vier strategische Bomber.

    Experten sprechen von einem Meilenstein im Ukraine-Krieg – vergleichbar mit dem Untergang des russischen Kriegsschiffs Moskva. Die Botschaft ist klar: Die Ukraine passt sich an, lernt und schlägt zurück.

    Ein Funke Hoffnung: Gefangenenaustausch in Istanbul vereinbart

    In Istanbul kam es gestern zu einem humanitären Lichtblick: Russland und die Ukraine einigten sich darauf, schwer verletzte und junge Kriegsgefangene auszutauschen und jeweils die Leichen von 6.000 gefallenen Soldaten zu übergeben. Ein Waffenstillstand? Weiter Fehlanzeige. Aber immerhin – ein Schritt in die richtige Richtung.

    Hassverbrechen in Colorado: Angriff auf Solidaritätsmarsch

    Weiter in die USA: In Boulder, Colorado, wurden Teilnehmer eines Marschs für die israelischen Geiseln in Gaza mit Molotowcocktails attackiert. Acht Menschen mussten ins Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter, Mohamed Sabry Soliman, ein ägyptischer Staatsbürger, soll laut Ermittlungen die Tat ein Jahr lang geplant haben.

    In Vernehmungen äußerte er Hass gegen „alle Zionisten“ und sprach davon, sie alle töten zu wollen. Er wurde wegen versuchten Mordes in 16 Fällen und weiterer Straftaten angeklagt. Präsident Trump äußerte sich zum Vorfall – lenkte den Fokus dabei jedoch auf Grenzsicherung, nicht auf Antisemitismus. Ob das der passende Moment war?

    Weitere Schlagzeilen aus aller Welt

    Polen: Der Nationalist Karol Nawrocki gewinnt ganz knapp die Präsidentschaft – ein Zeichen für Europas wachsende Konflikte um Migration, Abtreibung und LGBTQ-Rechte.

    Großbritannien: Premierminister Keir Starmer kündigt an, bis zu zwölf neue Unterseeboote zu bauen – eine milliardenschwere Investition in die Rüstung.

    Bangladesch: Ein Sondergericht erlässt Haftbefehl gegen Ex-Premierministerin Sheikh Hasina. Grund: Über 1.000 Tote bei Protesten am Ende ihrer Amtszeit.

    Zölle: Trump will am Mittwoch die Abgaben auf Stahl und Aluminium auf 50 Prozent anheben – trotz gerichtlicher Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen.

    Technologie: Die Investoren an der Wall Street investieren kräftig in KI-Technologie – steht hier schon die nächste Spekulationsblase bevor?

    Italien: Der Ätna spuckt wieder Feuer – Touristen auf Sizilien mussten evakuiert werden.

    Mode: LVMH holt Jonathan Anderson als Chefdesigner für Dior – er übernimmt alle Linien des Hauses.

    Gesundheit: Frauen, die in ihrer Lebensmitte viel Koffein konsumieren, altern laut Langzeitstudie gesünder als andere.

    Von Andreas M. Brucker

  • Verblüffender Drohnenangriff: Ukrainische Luftschläge treffen Putins Bomberbasen bis tief in Sibirien

    Verblüffender Drohnenangriff: Ukrainische Luftschläge treffen Putins Bomberbasen bis tief in Sibirien

    Kurz vor dem geplanten beginn neuer Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland hat Kiew seine Schlagkraft demonstriert – und zwar so deutlich wie selten zuvor. Während die Welt auf diplomatische Annäherung hofft, fliegen über 4.000 Kilometer entfernt Drohnen Angriffe auf russische Militärstützpunkte – ein strategisches Trommelfeuer mit überraschender Reichweite.

    Sonntagmorgen: Irkutsk, tief in Sibirien. Auf einem Video, das auf Telegram viral geht, hebt eine Drohne von einem Lastwagen ab. Knatternde Salven aus automatischen Waffen hallen durch die Luft, russische Soldaten versuchen das Flugobjekt vom Himmel zu holen. Eine zweite Drohne schließt sich dem Manöver an und nimmt Kurs auf den nahegelegenen Militärflugplatz Belaïa – ein Ort, an dem normalerweise schwere russische Bomber auf ihren Einsatz gegen die Ukraine warten.

    In der gleichen Nacht wird ein weiteres russisches Luftwaffenlager im Hohen Norden getroffen. Auch hier: Kamikaze-Drohnen, präzise Einschläge, keine Vorwarnung. Die Operation trägt den Namen „Spinnennetz“ – und so raffiniert wie ihr Name ist auch ihre Durchführung. Ukrainische Geheimdienste stehen hinter dem Coup und haben nicht nur Bildmaterial von den Angriffen verbreitet, sondern auch Vorbereitungsfotos aus dem eigenen Lager publik gemacht.

    Was ist da los?

    Eine derart tief ins Herz Russlands zielende Luftschlag-Serie – mit Angriffen bis in die Region Irkutsk, rund 4.300 Kilometer von der Ukraine entfernt – hat es bislang in diesem Krieg nicht gegeben. Damit überschreitet die Ukraine eine neue Schwelle des Krieges, die weit über die Grenze der Krim oder des Donbass hinausgeht. Eine regelrechte Demonstration technischer Raffinesse und psychologischer Wucht.

    Und die Bilder sind schwer verdaulich für Moskau. In einem Video werfen russische Soldaten mit Steinen nach den Drohnen, in einem fast verzweifelten Versuch, das Unvermeidliche zu verhindern. Es erinnert an eine Szene aus einem dystopischen Film – nur ist sie real. Die Vorstellung, dass Soldaten der einst so gefürchteten russischen Armee mit Steinwürfen gegen hochmoderne Drohnentechnologie vorgehen müssen, ist ein Symbol für einen dramatischen Wandel auf dem Schlachtfeld.

    Nicht nur die Luftwaffe wird getroffen.

    Parallel zu diesen Angriffen meldet die Region Briansk – unweit der ukrainischen Grenze – Sabotageakte auf das russische Eisenbahnnetz. Auch hier steckt offenbar Kiew dahinter. Ein verzweigtes Vorgehen, das zeigt: Die Ukraine kämpft nicht nur an der Frontlinie, sondern auch im Schatten – und das mit wachsender Raffinesse.

    Was bedeutet das für den weiteren Kriegsverlauf?

    Diese Art von Operation bringt vor allem eins mit sich: Unsicherheit. Russland muss sich nun auf eine neue Realität einstellen. Der Schutz des eigenen Luftraums, selbst Tausende Kilometer vom Kriegsgeschehen entfernt, ist offenbar nicht mehr gewährleistet. Wer jetzt noch dachte, dass nur die Ukraine täglich mit Sirenen und Einschlägen leben muss, sieht sich getäuscht.

    Die Aktion „Spinnennetz“ ist mehr als nur ein Schlag gegen militärische Infrastruktur. Sie ist ein psychologisches Statement. Ein Fingerzeig in Richtung Kreml: „Eure Sicherheit ist eine Illusion.“

    Wie reagiert Moskau?

    Noch hüllt sich der Kreml in Schweigen, doch Experten rechnen mit einer scharfen Antwort. Entweder durch verstärkte Gegenoffensiven oder durch Propaganda. Eines ist jedoch klar – mit jedem erfolgreichen Angriff auf russischem Boden schwindet Putins Nimbus der militärischen Unverwundbarkeit ein Stück weiter.

    Und während all das passiert, soll in Istanbul erneut über Frieden verhandelt werden. Ironie der Geschichte – oder Teil eines größeren Plans? Eine Frage, die sich viele stellen dürften.

    Der Krieg hat eine neue Etappe erreicht. Nicht durch Worte, sondern durch rotierende Rotoren und lautlose Einschläge mitten in der Nacht.

    Von C. Hatty

  • Ukraine greift russische Luftwaffenstützpunkte an: Dutzende Flugzeuge beschädigt – und andere World-News

    Ukraine greift russische Luftwaffenstützpunkte an: Dutzende Flugzeuge beschädigt – und andere World-News

    In einer der bislang umfassendsten Offensiven des Krieges hat die Ukraine gestern mehrere Luftwaffenstützpunkte tief in Russland angegriffen. Die koordinierte Drohnenattacke traf Ziele von Ostsibirien bis an die westliche Grenze – eine Reihe russischer Militärflugzeuge gingen dabei in Flammen auf.

    Doch auch die Ukraine musste einen herben Rückschlag hinnehmen: Eine russische Rakete schlug in einem ukrainischen Ausbildungslager ein und tötete mindestens zwölf Soldaten. Dies geschah nur wenige Stunden, nachdem Russland laut ukrainischen Angaben den größten nächtlichen Luftangriff seit Kriegsbeginn gestartet hatte.

    Und das alles während heute in Istanbul eigentlich Friedensgespräche zwischen ukrainischen und russischen Delegationen beginnen sollen.

    Drohnen aus Lastwagen heraus gestartet

    Laut einem ukrainischen Sicherheitsbeamten wurden die ukrainischen Drohnen heimlich per Lkw nach Russland gebracht und von dort aus gestartet. Ziel: mehrere russische Luftwaffenstützpunkte. Nach Angaben desselben Beamten sollen Dutzende Flugzeuge beschädigt worden sein. Bilder und Berichte aus sozialen Netzwerken bestätigen brennende Flugzeuge auf mehreren russischen Flugfeldern.

    Ein russischer Militärblogger bezeichnete den Angriff als einen „rabenschwarzen Tag für die russische Luftwaffe“. Treffender lässt sich die Stimmung in Moskau wohl kaum zusammenfassen.

    Friedensverhandlungen und gegenseitige Vorwürfe

    Bei einem früheren Gespräch in Istanbul hatten beide Seiten ihre Vorstellungen von Frieden dargelegt. Doch seitdem werfen ukrainische Offizielle Russland Verzögerungstaktiken vor. Der gestrige Angriff wird die Verhandlungen mit Sicherheit nicht einfacher machen.

    Blutige Eskalation in Rafah – über 20 Tote bei Hilfsverteilung

    Auch im Nahen Osten eskalierte die Lage erneut. In Rafah, im Süden des Gazastreifens, wurden bei einem Vorfall an einem Hilfsverteilungszentrum über 20 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Laut palästinensischen Gesundheitsbehörden hatten sich Menschen dort versammelt, um Lebensmittel zu erhalten, als sie plötzlich unter Beschuss gerieten.

    Ein israelischer Militärsprecher sagte, es seien lediglich Warnschüsse abgegeben worden – was die dramatischen Folgen kaum entschärft.

    Rettungskräfte der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond bargen mindestens 23 Leichen in der Nähe des Zentrums. Das Rote Kreuz behandelte 179 Patienten, 21 davon kamen bereits tot im Feldlazarett an. Das Gesundheitsministerium von Gaza spricht von 31 Todesopfern.

    Gaza in der Hungerfalle

    Seit Israel im März jegliche Lieferungen von Nahrung, Treibstoff und Medikamenten blockiert, leidet die Bevölkerung Gazas unter akuter Not. Rund um die Hilfszentren – betrieben von amerikanischen Sicherheitsfirmen – entstehen dabei immer wieder chaotische Situationen. Die gestrigen Ereignisse zeigen einmal mehr, wie gefährlich selbst der Versuch, Hilfe zu leisten, derzeit in Gaza ist.

    Weitere internationale Entwicklungen im Überblick:

    • Mexiko: Über 2.600 Richter und Magistrate werden in einer umfassenden Justizreform neu gewählt.
    • Indien: Wegen der Aussetzung von Visa-Interviews platzen für tausende Studierende die USA-Pläne.
    • Malaysia: Eine LGBTQ-Veranstaltung wurde nach Drohungen und Hasskommentaren abgesagt. Der zuständige Minister sprach von „abweichender Kultur“.
    • Deutschland: In einem Krankenhausbrand in Hamburg starben mindestens drei Menschen, über 50 wurden verletzt.
    • Kanada: In Saskatchewan und Manitoba wüten dutzende Waldbrände.
    • Nordkorea: Russland liefert offenbar Waffen an das Regime in Pjöngjang – eine gefährliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse.
    • Indien-Pakistan: Der militärische Konflikt ist abgeklungen, doch der Streit ums Wasser flammt neu auf.

    Wirtschaft & Technik

    • Ölmarkt: Saudi-Arabien, Russland und sechs weitere OPEC-Plus-Staaten verlängern ihre erhöhte Fördermenge – schon den dritten Monat in Folge.
    • Arbeitsmarkt: Junge US-Absolventen finden zunehmend schwer Arbeit – Unternehmen setzen vermehrt auf KI statt auf Berufseinsteiger.
    • Handel: Die anti-europäische Haltung vieler US-Konservativer erschwert die Verhandlungen über neue Zollabkommen erheblich.

    Von C. Hatty

  • Test der Glaubwürdigkeit: Macron fordert von den USA klare Kante gegen Moskau

    Test der Glaubwürdigkeit: Macron fordert von den USA klare Kante gegen Moskau

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Haltung der Vereinigten Staaten im Ukraine-Konflikt als „Test der Glaubwürdigkeit“ bezeichnet. Bei seinem Besuch in Singapur bezog er ungewohnt deutliche Positionen gegenüber Washington und stellte den politischen Willen der USA zur Beendigung des Krieges in der Ukraine offen in Frage. Diese Aussagen markieren eine neue Phase der europäischen Erwartungshaltung an den transatlantischen Partner. Macrons Worte fallen in eine Phase diplomatischer Stagnation. Die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland scheinen wieder einmal festgefahren. Zwar gibt es internationale Initiativen, wie das von der Türkei vorgeschlagene Dreier-Treffen zwischen Wladimir Putin, Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump, doch bislang fehlt es an konkreten Fortschritten. Vor diesem Hintergrund fordert Macron ein entschiedenes Handeln vonseiten der Vereinigten Staaten. Ein Appell mit doppelter Botschaft Die Wortwahl Macrons ist bemerkenswert. Indem er den Begr…

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  • Trump setzt Zollpolitik vorerst durch – Gerichte verschieben endgültige Entscheidung

    Trump setzt Zollpolitik vorerst durch – Gerichte verschieben endgültige Entscheidung

    Ein Berufungsgericht in den Vereinigten Staaten hat vorläufig entschieden, viele der von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle auf China und andere Handelspartner der USA beizubehalten. Damit wurde ein früheres Urteil eines anderen Gerichts ausgesetzt, das die Regierung gezwungen hätte, die Zölle wegen ihrer mutmaßlichen Rechtswidrigkeit aufzugeben.

    Zwar äußerte sich das Berufungsgericht nicht inhaltlich zur Rechtmäßigkeit der Maßnahmen oder dem Antrag der Regierung, doch verschaffte es dem Weißen Haus einen zeitlichen Aufschub. Die betroffenen Zölle waren ein zentrales Element in Trumps außenwirtschaftlicher Strategie und dienten wiederholt als Druckmittel in Handelsverhandlungen.

    Somit kann der ehemalige Präsident – zumindest vorläufig – weiterhin Strafzölle gegen China, Kanada und Mexiko und seine Androhung „reziproker“ Zollsätze weiter aufrechterhalten. Diese Drohungen wurden auf eine Vielzahl von Ländern ausgeweitet, im April jedoch zunächst wieder ausgesetzt.

    Das Berufungsurteil markiert jedoch keinen endgültigen Schlusspunkt. Beobachter erwarten, dass der Fall letztlich vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten landen wird.

    Unsicherheit bei Handelspartnern und Experten

    Die Entscheidung des Gerichts, die bestehenden Zölle aufrechtzuerhalten, ohne über ihre Rechtmäßigkeit zu befinden, hat international für weitere Unsicherheit gesorgt. Zahlreiche Länder, darunter EU-Staaten und Schwellenländer, befinden sich in laufenden Verhandlungen mit der US-Regierung. Diese fordert im Gegenzug für einen möglichen Zollabbau den Abbau von Handelshemmnissen für amerikanische Produkte.

    Mehr als ein Dutzend Staaten sind derzeit in Gesprächen mit Washington. Insbesondere Schwellenländer sehen sich unter Druck gesetzt, ihre Binnenmärkte zu öffnen oder Subventionen zurückzufahren, um einen Zollkrieg zu vermeiden. Der Zwischenentscheid des Berufungsgerichts hat die ohnehin angespannte Lage nochmals verschärft, da unklar bleibt, ob die Maßnahmen Bestand haben werden.

    Justiz als Gegengewicht zur Exekutive

    Bemerkenswert ist die Rolle der amerikanischen Justiz im Kontext von Trumps zweiter Amtszeit. Innerhalb der ersten 130 Tage wurden laut offiziellen Angaben über 180 präsidiale Maßnahmen durch richterliche Urteile eingeschränkt oder aufgehoben. Damit etabliert sich die Justiz zunehmend als institutionelles Gegengewicht zu einem Präsidenten, der seine Machtfülle gegenüber Parlament und Administration konsequent ausreizt.

    In der wirtschaftspolitischen Praxis äußert sich diese Entwicklung am deutlichsten im Bereich der Handelspolitik. Der gezielte Einsatz von Zöllen als strategisches Druckmittel hat nicht nur ökonomische Folgen, sondern stellt auch rechtlich wie politisch eine Gratwanderung dar – insbesondere, wenn sie nationale und internationale Verpflichtungen gleichermaßen berührt.


    Russlands Offensive in der Ostukraine nimmt Fahrt auf

    Während sich Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew erstmals seit 2022 abzeichnen, eskaliert die militärische Lage an der Front. Russische Truppen machen derzeit die größten Geländegewinne des Jahres und intensivieren Angriffe mit Drohnen und Raketen auf ukrainische Städte.

    Besonders im Osten rücken Einheiten tief ins umkämpfte Gebiet vor. Ziel scheint die vollständige Eroberung der Region Donezk bis Jahresende zu sein. Trotz dieser Erfolge gehen westliche Militärexperten nicht davon aus, dass Russland in diesem Sommer eine entscheidende Wende im Krieg herbeiführen kann.

    Mit der Eröffnung einer neuen Front im Norden der Ukraine verstärkt Moskau zudem den Druck auf die ukrainischen Streitkräfte, ihre Truppen auf eine größere Fläche zu verteilen – eine Strategie, die langfristig auf die Erschöpfung der Verteidigungslinien abzielt.


    Chinas Arbeitsprogramme zur Kontrolle der Uiguren

    Eine neue gemeinsame Recherche von The Times, dem Bureau of Investigative Journalism und Der Spiegel legt offen, dass China zehntausende Uiguren aus der Region Xinjiang landesweit in Fabriken untergebracht hat – auch in solchen, die Zulieferprodukte für westliche Konzerne wie Tesla, Mercedes-Benz und McDonald’s herstellen.

    Die offiziellen Arbeitsprogramme, ursprünglich als Maßnahmen zur Armutsbekämpfung deklariert, dienen in der Praxis als Instrument zur sozialen Kontrolle und politischen Repression. Gleichzeitig ermöglichen sie es Peking, internationale Sanktionen gegen Produkte aus Zwangsarbeit in Xinjiang zu umgehen.

    Die Recherche beleuchtet, wie systematisch Uiguren von ihrer Heimatregion in entfernte Industriezentren transportiert werden. Die Zwangsumsiedlungen unter dem Deckmantel wirtschaftlicher Entwicklung haben sich zu einem zentralen Bestandteil der chinesischen Minderheitenpolitik entwickelt.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gaza: Während Israel seine Offensive im Gazastreifen fortsetzt, wurde ein neues Zentrum zur Verteilung humanitärer Hilfe eröffnet – und überrannt von verzweifelten Zivilisten. Die USA haben einen neuen, von Israel unterstützten Waffenstillstandsvorschlag an die Hamas übermittelt.

    Großbritannien: In Liverpool wurde ein 53-Jähriger angeklagt, der mit seinem Auto absichtlich in eine Menschenmenge bei einer Feier von Liverpool F.C. gefahren sein soll.

    Klimawandel: Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die Gletscher der Erde in alarmierendem Tempo abschmelzen.

    Sean Combs: Eine frühere persönliche Assistentin des Musikproduzenten hat unter Eid ausgesagt, Opfer von Schlafentzug, körperlicher Gewalt und sexuellen Übergriffen geworden zu sein.

    Südkorea: Beim Absturz eines Marineflugzeugs sind vier Menschen ums Leben gekommen.

    Schleuser verurteilt: Ein indischer Staatsbürger wurde in den USA zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hatte an einer Schleusung beteiligt, bei der Migranten über Kanada in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Eine Familie bezahlte die Reise mit dem Leben.

    Mexiko: Am kommenden Sonntag werden erstmals landesweit über 2.600 Richter und Richterinnen direkt gewählt. Einzelne Kandidaten stehen im Verdacht, Kontakte zu Drogenkartellen zu pflegen.

    Weltraum: Astronomen haben ein großes Himmelsobjekt entdeckt – vermutlich ein Zwergplanet –, das sich in einer bislang als leer angenommenen Zone des Sonnensystems befindet.


    Wirtschaft und Technologie

    Handel: Auch wenn ein umfassender Zollkrieg bislang ausgeblieben ist, nutzen sowohl die USA als auch China zunehmend Exportkontrollen, um zentrale Industriezweige des jeweils anderen Landes gezielt zu behindern.

    Technologie: Der Chipkonzern Nvidia meldet einen Umsatzsprung um 69 Prozent auf 44,1 Milliarden US-Dollar im Jahresvergleich – getrieben durch die starke Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz.

    Medien: The New York Times hat eine Lizenzvereinbarung mit Amazon abgeschlossen. Redaktionsinhalte sollen künftig in KI-Plattformen des Konzerns integriert werden.

    Autor: P.T.

  • Verlängerte Waffenreichweite für die Ukraine: Moskaus Warnung an Deutschland

    Verlängerte Waffenreichweite für die Ukraine: Moskaus Warnung an Deutschland

    Die diplomatischen Spannungen rund um den Ukraine-Krieg nehmen erneut Fahrt auf – diesmal ausgelöst durch eine Aussage des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz. Er erklärte, dass es keine Reichweitenbeschränkungen mehr für westliche Waffenlieferungen an Kiew gebe. Die russische Reaktion kam prompt und deutlich.

    Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Putin, nannte diese Entscheidung „ziemlich gefährlich“. In einer Videoansprache, verbreitet über russische Medien, kritisierte er das Ende dieser militärischen Zurückhaltung scharf. Kein Wunder: Für den Kreml steht nicht nur die militärische Lage auf dem Spiel – sondern auch das diplomatische Narrativ, mit dem Russland seit Beginn des Krieges versucht, seine Außenpolitik zu rechtfertigen.

    Faktisch bedeutet die Aussage von Merz zwar nicht automatisch, dass Deutschland nun umgehend weitreichende Marschflugkörper wie den Taurus liefert. Aber sie markiert einen politischen Wendepunkt. Bisher galt die Reichweite der gelieferten Waffensysteme als heikles Thema – denn Waffen mit großer Reichweite könnten tief ins russische Territorium vordringen. Ein Schritt, der Moskau zu weiteren Eskalationen veranlassen könnte.

    Doch während Berlin (noch) zögert, setzt die Realität an der Front neue Maßstäbe. Russische Truppen melden, sie hätten die ukrainischen Dörfer Volodymyrivka und Bilovody in der Region Sumy eingenommen – etwa 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Moskau erklärt diese Angriffe mit dem Ziel, eine „Pufferzone“ gegen ukrainische Angriffe zu schaffen. De facto handelt es sich jedoch um einen weiteren Vorstoß auf ukrainisches Staatsgebiet.

    Parallel dazu verstärkt Russland seine Luftoffensive in bisher unbekanntem Ausmaß. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden laut ukrainischem Militär 355 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert – so viele wie noch nie seit Kriegsbeginn. 288 davon sollen abgefangen worden sein. Ein klares Zeichen, dass der Kreml versucht, mit Drohnen und Raketen – darunter neun Marschflugkörper vom Typ X-101 – die ukrainische Infrastruktur systematisch zu zerschlagen.

    Was macht das mit der ukrainischen Bevölkerung? Präsident Selenskyj spricht von einer „dritten Nacht in Folge russischen Terrors“. Der psychologische Druck, den diese Angriffe ausüben, lässt sich kaum in Zahlen fassen. Wie lebt es sich in einem Land, das jede Nacht mit massiven Drohnenangriffen rechnen muss?

    Währenddessen eskaliert auch der Ton in den USA. Donald Trump nannte Wladimir Putin „verrückt“ – eine Aussage, die in ihrer Deutlichkeit überrascht. Noch bemerkenswerter ist jedoch Trumps Prognose: Sollte Putin versuchen, die gesamte Ukraine zu besetzen, „könnte das den Untergang Russlands bedeuten“. Worte, die man sonst eher aus sicherheitspolitischen Thinktanks hört – nicht von einem US-Präsidenten.

    Der Kreml ließ diese Provokation natürlich nicht unbeantwortet. Moskaus Sprecher konterte, Putin schütze lediglich „die Sicherheit Russlands“. Ein altbekanntes Argument – und doch so brisant wie eh und je. Schließlich nutzt Russland dieses Narrativ, um nahezu jede militärische Maßnahme zu rechtfertigen. Doch wann kippt der Spagat zwischen Verteidigung und Aggression endgültig?

    Ein Lichtblick inmitten der Gewalt: Der größte Gefangenenaustausch seit Kriegsbeginn fand am Sonntag statt. 303 ukrainische Soldaten wurden gegen ebenso viele russische Kämpfer ausgetauscht. Für viele Familien auf beiden Seiten bedeutete das: endlich ein Wiedersehen nach Monaten der Ungewissheit. Solche Momente geben Hoffnung – auch wenn sie den Krieg nicht beenden.

    Und was bedeutet all das für Europa? Die Aufhebung der Waffenreichweiten-Beschränkung signalisiert, dass der Westen mehr Vertrauen in die ukrainische Militärführung setzt – und möglicherweise auch weniger Furcht vor Moskaus Drohgebärden hat. Doch die Grenze zwischen Unterstützung und Eskalation bleibt dünn. Wird Deutschland als nächstes doch noch den Taurus liefern?

    Es scheint, als würde der Krieg immer unberechenbarer. Moskau droht, Washington provoziert, Berlin tastet sich vor – und die Ukraine verteidigt sich Nacht für Nacht.

    Von Andreas M. Brucker

  • USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    USA und EU beginnen Handelsverhandlungen – und weitere World-News

    Maros Sefcovic, der Handelskommissar der EU, sprach gestern mit Howard Lutnick, dem US-Handelsminister, einen Tag nachdem Präsident Trump angekündigt hatte, dass er die 50-prozentigen Zölle auf alle EU-Importe verschieben werde, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. Sefcovic schrieb später in sozialen Medien, dass sich die EU „nach wie vor voll und ganz konstruktiven und zielgerichteten Bemühungen“ für ein Abkommen verpflichtet fühle.

    Am Sonntag sprach Trump telefonisch mit Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission. Eine Sprecherin der Kommission, Paula Pinho, sagte gestern, dass das Gespräch zwischen den beiden Führungspersönlichkeiten den Verhandlungen „neuen Schwung“ gegeben habe. Ziel ist es, vor dem 9. Juli eine Lösung zu finden – an diesem Tag sollen ansonsten die Zölle in Kraft treten.

    Doch der Weg zur Deeskalation bleibt schwierig. Die USA und die EU verfolgen weiterhin unterschiedliche Prioritäten. Und es ist unklar, ob sich die Forderungen oder Angebote überhaupt signifikant verändert haben.

    Ein Sprecher der Kommission sagte gestern, dass die EU weiterhin vorschlage, dass beide Seiten die Zölle auf Industriegüter auf null senken. Er deutete außerdem an, dass die EU ihre Listen für Vergeltungszölle überarbeite – mit denen europäische Länder amerikanische Importe wie Maschinen, Sojabohnen und Bourbon belegen könnten.

    Die Trump-Regierung hat von den europäischen Ländern verlangt, ihr Verbrauchssteuersystem sowie zentrale digitale Vorschriften zu ändern – Forderungen, die europäische Beamte ablehnen.


    Ukraine: Während Russland weiter angreift, zieht sich die USA zurück

    Russland startete gestern erneut massive Luftangriffe auf ukrainische Städte und Dörfer, während sich die USA zunehmend aus dem Konflikt und diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Kriegs zurückziehen.

    Mindestens 355 russische Drohnen seien laut der Ukraine über das Land geschwärmt, begleitet von neun Raketen, die von Bombern abgefeuert wurden. Der Angriff erfolgte, nachdem Trump in sozialen Medien Präsident Wladimir Putin beschuldigte, „völlig DURCHZUDREHEN“ in seinem Versuch, die Ukraine zu erobern – gleichzeitig warf er jedoch dem ukrainischen Präsidenten vor, provokative Worte benutzt zu haben. In einem Kommentar sagte er: „Das ist nicht Trumps Krieg.“

    Trotz seiner Rhetorik hat Trump sich geweigert, sich den Europäern bei neuen Finanzsanktionen gegen Russland anzuschließen, und hat der Ukraine keine neuen Waffen oder andere Hilfen angeboten. Trumps Beschwerden über das anhaltende Töten, gepaart mit seiner Weigerung, Putin auch nur einen bescheidenen Preis zahlen zu lassen, sei ein bekanntes Muster, sagen Experten und Beamte.


    Ein Autofahrer rast in eine Menschenmenge in Liverpool

    Fast 50 Menschen wurden gestern verletzt, als ein Fahrer in eine Menschenmenge raste, die den Premier-League-Sieg Liverpools feierte. Vier Kinder wurden verletzt, eines davon schwer. Der Fahrer, ein 53-jähriger Brite, wurde von der Polizei festgenommen.

    Die stellvertretende Polizeichefin Jenny Sims sagte, die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handle, der nicht als Terrorakt eingestuft werde. Sie sagte, die Behörden suchten keine weiteren Beteiligten, machte aber bisher keine Angaben zu einem möglichen Motiv.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Venezuela: Die Partei des Autokraten Nicolás Maduro erklärte sich bei den Regional- und Parlamentswahlen zum Sieger, doch die Wahllokale waren nahezu leer, und die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht.

    Gaza: Der Leiter eines neuen, umstrittenen Hilfsprogramms im Gazastreifen trat zurück, da er seine Arbeit nicht unabhängig ausüben könne.

    Migration: Die Trump-Regierung hat Tausende venezolanische Migranten zur freiwilligen Ausreise gedrängt .

    Energie: US-Firmen, die große Batterien zur Speicherung grüner Energie produzieren, sind auf chinesische Komponenten und staatliche Subventionen angewiesen. Trumps Zölle und Steuerpläne könnten das gefährden.

  • Tod in der Hölle von Gaza – Zwei Mitarbeiter des Roten Kreuzes bei Angriff getötet

    Tod in der Hölle von Gaza – Zwei Mitarbeiter des Roten Kreuzes bei Angriff getötet

    Inmitten des nicht enden wollenden Leids im Gazastreifen hat eine weitere Tragödie das ohnehin schon erschütterte Bild dieses Konflikts noch dunkler gezeichnet: Zwei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) kamen bei einem Angriff auf ihre Unterkunft in Khan Younis ums Leben. Die Organisation bestätigte den Vorfall am 25. Mai über die Plattform X und erneuerte dabei ihren dringenden Appell zum Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza.

    Die Betroffenen – Ibrahim Eid, ein Experte für die Gefahren im Umgang mit Munition, und Ahmad Abu Hilal, Sicherheitsmitarbeiter im Feldlazarett des Roten Kreuzes in Rafah – waren keine Kämpfer. Sie waren Helfer. Menschen, die sich inmitten der Hölle um andere kümmern wollten.

    Und doch wurden sie Opfer eines Krieges, der scheinbar keine Grenzen mehr kennt.

    Ein Zuhause wird zum Grab

    Die genauen Umstände des Angriffs bleiben im Dunkeln. Die Organisation macht keine Angaben darüber, wer für die Bombardierung verantwortlich ist. Doch der Tonfall des IKRK lässt keinen Zweifel daran, wie tragisch dieser Vorfall einzustufen ist: Die Ermordung der beiden sei ein weiterer Beleg für das „intolerable Ausmaß ziviler Opfer“ in Gaza.

    Dieser Satz – nüchtern, fast sachlich – wiegt schwer. Denn er erinnert daran, dass es sich hier nicht um Einzelschicksale handelt. Zigtausende sind es, die in diesem Krieg ihr Leben verloren haben. Die meisten von ihnen: Zivilisten.

    Krieg kennt keine Pause

    Seit Mitte März hat Israel seine Offensive auf den Gazastreifen erneut aufgenommen – nach einer zweimonatigen Feuerpause. Die Militäroperationen wurden seit dem 17. Mai deutlich ausgeweitet. Ziel sei laut israelischer Regierung, die Hamas zu zerschlagen, die verbliebenen Geiseln zu befreien und die Kontrolle über das Gebiet zu sichern.

    Doch die Realität auf dem Boden spricht eine andere Sprache. Laut dem Gesundheitsministerium des von der Hamas kontrollierten Gazastreifens – dessen Zahlen von den Vereinten Nationen als glaubwürdig eingestuft werden – sind seit Beginn der israelischen Gegenoffensive über 54.000 Menschen ums Leben gekommen. Die überwältigende Mehrheit von ihnen: Zivilisten.

    Man stelle sich diese Zahl einmal vor: Eine ganze mittelgroße Stadt ausgelöscht – Mütter, Kinder, Väter, Großeltern. Menschen mit Träumen, Sorgen und Hoffnungen.

    Die Hilflosigkeit der Helfer

    Die Todesfälle von Ibrahim und Ahmad rücken eine weitere, oft übersehene Gruppe ins Licht: die humanitären Helfer. Menschen, die nicht kämpfen, sondern lindern. Nicht zerstören, sondern retten. Doch auch sie sind im Gazastreifen nicht sicher.

    Ihr Einsatzgebiet ist eine Welt, in der selbst Krankenhäuser und Flüchtlingslager nicht vor Bomben gefeit sind. Wie also soll man dort noch helfen, ohne selbst ins Visier zu geraten?

    Ist es ein Kollateralschaden – oder ein Kollaps des Gewissens?

    Das Echo der Menschlichkeit

    Während in der internationalen Politik nach wie vor um Waffenruhen, Korridore und Resolutionen gerungen wird, geht das Sterben weiter. Und mit jedem Namen, der wie der von Ibrahim Eid oder Ahmad Abu Hilal genannt wird, wird das Grauen greifbarer.

    Die Menschen in Gaza – und auch diejenigen, die ihnen helfen – sind nicht nur Statistiken in einer Nachrichtenmeldung. Sie sind Gesichter, Stimmen, Geschichten. Und jede einzelne davon erinnert daran, wie sehr die Welt in der Pflicht steht, ihre Menschlichkeit nicht nur zu beschwören, sondern endlich zu zeigen.

    Das Rote Kreuz spricht von einem „dringenden Appell“ – und ja, dieser Appell ist überfällig. Denn was nützen Regeln des Kriegsrechts, wenn sie inmitten der Trümmer verhallen?

    Von Andreas M. Brucker

  • Trump verschiebt Strafzölle gegen die EU – neue Frist für Verhandlungen

    Trump verschiebt Strafzölle gegen die EU – neue Frist für Verhandlungen

    US-Präsident Donald Trump hat die Einführung der angekündigten 50-Prozent-Strafzölle auf Importe aus der Europäischen Union verschoben. Statt wie ursprünglich geplant am 1. Juni sollen die Maßnahmen nun erst ab dem 9. Juli greifen. Grund dafür sei der Wunsch nach mehr Zeit für weitere Handelsgespräche.

    Diese Entscheidung fiel kurz nach einem Telefongespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die das Gespräch als „gut“ bezeichnete. Sie betonte, dass die EU zusätzliche Zeit brauche, um ein Handelsabkommen mit den USA auszuhandeln. Die Verhandlungen sollen laut von der Leyen nun „zügig und entschlossen“ voranschreiten – Trump bestätigte das auf seiner Plattform Truth Social.

    „Die EU und die USA führen die weltweit bedeutendste und engste Handelsbeziehung“, schrieb von der Leyen auf X (ehemals Twitter).

    Erst am Freitag hatte Trump mit der sofortigen Einführung der Strafzölle gedroht, da seiner Meinung nach die Gespräche mit der EU „ins Leere laufen“. Diese Ankündigung ließ erneut die Sorge vor einem massiven Handelskonflikt mit einer der größten Volkswirtschaften der Welt aufflammen.


    Trump verurteilt russische Angriffe: „Was ist bloß mit Putin los?“

    Russland hat am Wochenende eine der heftigsten Angriffswellen des gesamten Ukraine-Krieges gestartet – mit Drohnen und Raketen. Mindestens 12 Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Donald Trump äußerte sich entsetzt: „Ich bin nicht glücklich mit Russland“, sagte er. Weitere Sanktionen stünden im Raum.

    „Er tötet viele Menschen, und ich weiß nicht, was zum Teufel mit Putin passiert ist“, erklärte Trump gegenüber Reportern. „Wir führen Gespräche, und er feuert Raketen auf Kiew und andere Städte.“

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wertete die Attacken als Beleg dafür, dass Russland den Krieg absichtlich in die Länge zieht – und täglich weiter mordet.

    Es war bereits der zweite Großangriff innerhalb von zwei Nächten – der dritte innerhalb einer Woche. Und das trotz andauernder Waffenstillstandsverhandlungen. Russland scheint gezielt Städte ins Visier zu nehmen, die Zahl ziviler Opfer ist zuletzt drastisch gestiegen.


    Venezuela hält Wahl in fremdem Gebiet ab – politische Farce oder gefährlicher Schachzug?

    In einem äußerst umstrittenen Schritt hat Venezuela eine Wahl in der Region Essequibo abgehalten – einem Gebiet, das völkerrechtlich zu Guyana gehört. Dort wurde über einen Gouverneur und Abgeordnete abgestimmt, obwohl der Landstrich offiziell nicht Teil Venezuelas ist.

    Essequibo ist dünn besiedelt, aber reich an Öl. Präsident Nicolás Maduro, der wegen seines autoritären Führungsstils im eigenen Land unter Druck steht, scheint mit dieser Maßnahme sein Regime sowohl innenpolitisch als auch international legitimieren zu wollen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen steht ihm das Militär nicht mehr uneingeschränkt loyal gegenüber.

    Guyanas Regierung reagierte prompt: Die Grenzsicherheit wurde erhöht, und es wurde angekündigt, dass jede Person aus Guyana, die die Wahl unterstützt, festgenommen wird.

    Das Territorialgefühl sitzt tief: Viele Venezolaner glauben, Essequibo gehöre historisch zu ihrem Land – ein Erbe der spanischen Kolonialzeit. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die meisten Menschen dort sprechen Englisch, fühlen sich kulturell Guyana zugehörig und wollen auch Teil Guyanas bleiben.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    Gaza: Bei einem israelischen Luftangriff starben laut Gesundheitsbehörden mindestens sieben Kinder einer Ärztin, während sie im Krankenhaus arbeitete.

    Israel: Die Zuständigkeit für Hilfslieferungen nach Gaza soll von der UNO auf neu gegründete private Organisationen übergehen – deren Hintergründe und Geldgeber bleiben im Dunkeln.

    Nordkorea: Nach dem missglückten Stapellauf eines Zerstörers wurden drei Werftbeamte festgenommen. Das Schiff kenterte direkt vor den Augen von Machthaber Kim Jong-un.

    Jerusalem: In der Nähe der Stadt fand die Beerdigung von Yaron Lischinsky statt, der letzte Woche vor dem jüdischen Museum in Washington erschossen wurde.

    Technik: IT-Entwickler bei Amazon berichten, dass ihre Arbeit durch Künstliche Intelligenz zunehmend einem monotonen Job im Lagerhaus ähnelt.

    Von Andreas M. Brucker