Schlagwort: Klimawandel

  • Der Sommer 2023 gehört zu den heißesten Sommern in Frankreich

    Der Sommer 2023 gehört zu den heißesten Sommern in Frankreich

    Météo France zog eine Bilanz für die gerade zu Ende gegangene Sommerperiode. Frankreich verzeichnete erneut einen seiner heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Land litt unter ungewöhnlich starken Hitzeperioden.

    Der Sommer 2023, der durch eine außergewöhnliche Hitzewelle Ende August gekennzeichnet war, gehörte zu den wärmsten, die in Frankreich je gemessen wurden. Die Durchschnittstemperatur lag mit 21,8°C um 1,4°C über der Norm der Jahre 1991-2020, meldet Météo France.

    Der Sommer 2023 liegt auf Platz 4 der heißesten Sommer seit 1900, hinter den Sommern 2003 (+2,7°C) und 2022 (+2,3°C), und fast auf dem gleichen Niveau wie der Sommer 2018 (+1,5°C). In den meisten französischen Regionen lagen die Durchschnittstemperaturen um fast 1°C über den jahreszeitlichen Normalwerten. Im Südwesten Frankreichs lag die Durchschnittstemperatur sogar 2°C über den jahreszeitlichen Normalwerten.

    Laut Météo France war die Hitzewelle im August die 47. Hitzewelle, die in Frankreich registriert wurde: „Wir hatten die längste und späteste Hitzewelle, die Frankreich je erlebt hat“, so Matthieu Sorel, Klimatologe bei Météo France. Mancherorts dauerte sie ganze 14 Tage, wie in Okzitanien, der Region Provence-Alpes Côte d’Azur und Auvergne Rhône-Alpes.

    In diesem Zeitraum wurden zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen, die unter anderem aus dem Jahr 2007 stammten. Beunruhigend ist jedoch, dass die Rekorde vielfach mit mehreren Grad Unterschied gebrochen wurden. Dies war vor allem in Südfrankreich der Fall, zum Beispiel in Carcassonne (Aude), wo in diesem Sommer ein Spitzenwert von 43,2 °C gemessen wurde. Das hatte es in der mittelalterlichen Stadt noch nie gegeben. Auch die Nachttemperaturen dieses Sommers waren laut Météo France „bemerkenswert“: So herrschten zum Beispiel in Toulouse mitten in der Nacht noch 27,4°C.

    In jedem Monat dieses Sommers lagen in ganz Frankreich die Durchschnittstemperaturen über den für die Jahreszeit geltenden Normalwerten: +2,6 °C im Juni, +0,8 °C im Juli und +0,9 °C im August. Der August war der 19. Monat in Folge, in dem die nationalen Monatstemperaturen nicht unter die normalen Jahreszeitenwerte fielen, die für den Zeitraum 1991-2020 berechnet wurden. Und in diesen Jahren waren die Auswirkungen der globalen Erwärmung in Frankreich bereits zu beobachten.

    Über den gesamten Sommer hinweg beobachtete Météo France einen Sonnenscheinüberschuss von fast 10 %, obwohl „der Sommer 2023 im Juli und August im Nordwesten Frankreichs oft trübe und vom Südwesten bis zum östlichen Zentrum recht stürmisch war“, so Météo-France. Für diesen Herbst stellt Météo France allerdings fest, dass die Trockenheit weniger ausgeprägt ist, als sie es im Spätsommer 2022 war. Bedenken gibt es aber nach wie vor im Süden, wo die Natur immer noch mit erhöhter Trockenheit zu kämpfen hat.

    Auch Anfang September werden die Temperaturen wieder steigen: „Eine erneute Episode starker Hitze hat sich seit Sonntag über das Land gelegt“, so Météo-France. Im Südwesten Frankreichs werden Temperaturen erwartet, die für einen September so noch nie dagewesen sind. Eine Rückkehr zur Normalität wird nicht vor Ende der Woche erwartet.

  • Kulturerbe: Französische Denkmäler durch globale Erwärmung bedroht

    Kulturerbe: Französische Denkmäler durch globale Erwärmung bedroht

    Die globale Erwärmung gefährdet auch bestimmte französischen Denkmäler. Die Bauwerke sind durch Trockenheit oder den steigenden Meeresspiegel bedroht. Vor der Küste von Marseille (Bouches-du-Rhône) hat es Stürmen und dem Zahn der Zeit bisher standhaft getrotzt. Jetzt aber wankt das durch die legende…

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  • Wegen der globalen Erwärmung häufen sich die Felsstürze in den Alpen

    Wegen der globalen Erwärmung häufen sich die Felsstürze in den Alpen

    Im Alpenmassiv kam es in letzter Zeit zu mehreren spektakulären Erdrutschen. Der letzte ereignete sich am Sonntag in der Gegend von Saint-André in Savoyen und führte zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Die Felswände in den Alpen sind brüchig geworden.

    Nach der großen Hitze der letzten Sommer kam es im Hochgebirge der Alpen zu mehreren Felsstürzen. Der letzte ereignete sich am Sonntagnachmittag, 27. August, in der Gemeinde Saint-André in Savoyen und führte dazu, dass der Verkehr auf der Autobahn A43 unterbrochen wurde und der Zug-Verkehr zwischen Frankreich und Italien zum Erliegen kam.

    Die Bilder vom Sonntag sind beeindruckend und zeugen von einer neuen Gefahr. Etwa 700 Kubikmeter Felsbrocken, die sich direkt über der Autobahn vom Berg lösen, man sieht zwei Fahrzeuge vorbeifahren, Sekunden bevor eine riesige Staubwolke die Sicht nimmt.

    Zuvor hatten sich am Mittwoch, dem 23. August, bereits 10.000 Kubikmeter Gestein von einem Berg an der Nordseite der Aiguille du Midi gelöst. Es war, als hätten 1.000 Kipplaster ihre Ladung Schutt gleichzeitig in 3.500 Metern Höhe abgeladen. Beide Vorfälle forderten glücklicherweise keine Todesopfer – was sicherlich nur dem Zufall geschuldet ist. Einige Tage zuvor starb ein Bergsteiger infolge von Steinschlag im Goûter-Korridor, als er zum Mont Blanc aufsteigen wollte. Der Grund für diese Felsstürze ist im schwindenden Permafrost zu suchen. Unter dem Einfluss der globalen Erwärmung taut das Eis im alpinen Boden, das früher das ganze Jahr über gefroren blieb, im Sommer auf. Dadurch werden die Felswände brüchig.

    Laut Ludovic Ravanel, Geomorphologe und Forschungsdirektor des CNRS haben sich die Bergstürze und Felsabbrüche in den letzten 30 Jahren vervielfacht – vor 1990 wurden fast gar keine festgestellt.

    Es ist noch zu früh, um eine Bilanz des Sommers 2023 zu ziehen, da die Risikoperiode noch nicht vorbei ist. Aber im Jahr 2022 zählten Wissenschaftler fast 250 größere Bergstürze allein in den französischen Alpen. Hochgebirgsspezialisten versuchen gerade herauszufinden, wie man solche Bergstürze vorhersagen kann. Es ist durchaus möglich, dass der Fels knirscht bevor er bricht, oder Wasser aus Rissen läuft.

    Glücklicherweise ist die Zahl der Todesopfer durch solche Erdrutsche bislang sehr niedrig. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass der Gipfel des Mont Blanc im Jahr 2050 zwar noch weiß sein wird und auf 4.000 Metern wird noch Schnee liegen, aber das Hochgebirge wird grauer, felsiger und die Zahl der Felsstürze wird stark ansteigen.

    Das Hochgebirge könnte im Frühling oder Herbst weitaus weniger gefährlich sein als im Sommer.

  • Erderwärmung: „unvereinbar mit menschlichem Überleben“ – symbolische 50 °C-Marke wird überschritten

    Erderwärmung: „unvereinbar mit menschlichem Überleben“ – symbolische 50 °C-Marke wird überschritten

    Seit Beginn des Sommers nehmen die extremen Hitzeperioden aufgrund der globalen Erwärmung immer mehr zu. In letzter Zeit haben mehrere Länder die symbolische Grenze von 50 °C überschritten. Ein früher seltenes, aber zunehmend häufigeres Ereignis.

    Der Juli 2023 wird laut einem Bericht der Nasa als der heißeste je auf der Erde gemessene Monat eingestuft. Auch der Frühsommer war etwa 1,18 °C wärmer als der zwischen 1951 und 1980 gemessene Durchschnitt.

    Eine Erwärmung, die noch nie so greifbar war und die sich überall in Temperaturrekorden niederschlägt. Früher war die Liste der Länder, in denen die 50 °C-Marke überschritten wurde, relativ klein. Doch in diesem Jahr hat das massiv verändert.

    Insbesondere Staaten wie Marokko sind in diesen sehr exklusiven Club aufgestiegen. Am Freitag, dem 11. August, zeigte das Thermometer in Agadir eine Temperatur von 50,4 °C an. Dies geht aus den Informationen der Generaldirektion für Meteorologie hervor, das marokkanische Pendant zu Météo-France.

    Auch Tunesien hat in jüngster Zeit diese symbolische Marke überschritten. Am Montag, dem 14. August, war es die Stadt Hassa im Süden Tunesiens, die mit 50,0 °C einen neuen Rekord aufstellte und den bisherigen Landesrekord um fast 1 °C überbot.

    Nach Angaben der Keraunos-Beobachtungsstelle gibt es heute etwas mehr als 20 Länder, die im Club der heißesten Länder der Welt Mitglied sind. „Es gibt etwas mehr als zwanzig Länder, in denen es bereits 50 °C oder mehr heiß wurde. Ab 52 °C wird der ‚Club‘ mit nur acht Ländern wieder sehr klein. In zwei Ländern wurden allerdings sogar bereits 54 °C oder mehr gemessen“, so Keraunos.

    Laut einer Studie, die im Juni in der Zeitschrift Nature erschienen ist, könnten bald auch in Europa Temperaturen von über 50 °C auftreten. „Bei einer globalen Erwärmung von mehr als 2 Grad werden auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis Temperaturen von mehr als 50 °C gemessen werden“, heißt es in der Zeitschrift Nature.

    Der nächste Klimagipfel wird in Dubai stattfinden. In dieser Region der Welt hat das Thermometer bereits mindestens einmal 55 °C erreicht, ein Bereich, der „mit dem menschlichen Überleben unvereinbar“ werden könnte, wenn der Temperaturanstieg so weitergeht, warnte Elfatih Eltahir, Professor für Hydrologie und Klima am MIT, im Jahr 2021.

  • Klimakrise: Verein will Jugendliche für die globale Erwärmung sensibilisieren

    Klimakrise: Verein will Jugendliche für die globale Erwärmung sensibilisieren

    Eine Gruppe von Jugendlichen erfährt in der Haute-Savoie wie empfindlich die Berge auf die globale Erwärmung reagieren.

    Sie stehen vor dem Mont-Blanc (Haute-Savoie), in einer atemberaubenden, prächtigen Landschaft. Etwa 50 Jugendliche sehen sich dieses Naturschauspiel an, einige von ihnen zum ersten Mal. „Es ist wichtig, abzuschalten und die Natur ein wenig besser zu verstehen“, erklärt eine der Jugendlichen gegenüber dem Sender France 3. Die jungen Menschen sind nicht im Urlaub, sondern auf einem Seminar. Zwei Tage zuvor waren sie noch zu Hause in einem Pariser oder Straßburger Vorort. Sie sind in einem Bus angereist, der von der Vereinigung „Banlieues Climat“ gechartert wurde, die junge Leute über die globale Erwärmung aufklären will.

    Die Veränderungen verstehen
    Nur so können die Jugendlichen erfahren, dass auch gefährliche Viren mit der globalen Erwärmung wieder auftauchen. Sie entdecken, dass einige Gebiete völlig unbewohnbar werden können. Durch die Treffen und Seminare werden sich die Jugendlichen erstmals des Klimarisikos wirklich bewusst. Nach der Theorie-Stunde treffen sie sich zu praktischen Arbeiten in über 2.000 Metern Höhe. Die Jugendlichen erleben die Auswirkungen des Klimawandels hautnah. Ein Führer erzählt ihnen von der Zukunft der Alpen. „Das Klima wird Probleme mit sich bringen, das steht fest“, erklärt er ihnen.

  • Klimawandel: Das Weltklima wird trockener und laut Météo France ist der Mensch schuld daran

    Klimawandel: Das Weltklima wird trockener und laut Météo France ist der Mensch schuld daran

    Eine von Météo France veröffentlichte Studie über die globale Bodenfeuchtigkeit, die von den Forschern Katharine M. Willett und Hervé Douville durchgeführt wurde, unterstreicht die Verantwortung des Menschen für die unvermeidliche Austrocknung der Kontinente in der Zukunft.

    Hervé Douville, Forscher bei Météo France, Autor und Koordinator eines Kapitels des sechsten IPCC-Berichts, hat mithilfe verschiedener Klimamodelle die Temperaturen und den Feuchtigkeitsgehalt der Erdoberfläche beobachtet. Die Studie zeigt, dass die Austrocknung der Böden unvermeidlich ist, was direkte Auswirkungen auch auf unsere heutige Lebensweise hat.

    „Der IPCC hat in seinem letzten Bericht sehr deutlich gemacht, dass fast die gesamte seit der vorindustriellen Zeit beobachtete Erwärmung mit menschlichen Aktivitäten zusammenhängt“, kommentiert Hervé Douville, „aber er hatte noch keine ganz klare Antwort auf die Frage, wie sich die Luftfeuchtigkeit verändern wird.“

    Weniger, aber intensivere Niederschläge
    Die von dem Wissenschaftler durchgeführten Beobachtungen zeigen, dass die globalen Treibhausgasemissionen zu einer unvermeidlichen Austrocknung der Luft über den Kontinenten führen, insbesondere in den mittleren Breiten (Europa, USA). Sie prognostizieren somit eine Abnahme der durchschnittlichen relativen Luftfeuchtigkeit in den meisten Regionen der Erde.

    Hervé Douville warnt: Was sich von einem Jahr zum anderen auf die Trockenheit der Böden oder das Austrocknen der Flüsse auswirken wird, ist ein Niederschlagsdefizit. Was diese Trockenheit noch verstärken könnte, ist die Intensität der Regenfälle: „Der Wasserhaushalt der Böden an der Oberfläche der Kontinente hängt von den Niederschlägen ab, die insgesamt seltener, aber intensiver sind, wie bei den Cevennen-Episoden.“ Anstatt zu versickern und die unterirdischen Süßwasserreserven aufzufüllen, wird das Wasser bis zum Ozean abfließen oder wieder in die Atmosphäre verdampfen.

    Eine vom Menschen verursachte Veränderung
    Im Rahmen der Studie berücksichtigte Hervé Douville sowohl Faktoren natürlichen Ursprungs, wie die Entwicklung der Sonnenaktivität oder der vulkanischen Aktivität, als auch menschliche Faktoren: „Größere menschliche Störungen wie Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung verursacht durch Aerosole und Entwaldung.“ Der Forscher erklärt: „Wenn man das geografisch aufschlüsseln müsste, würde man sehen, dass das Phänomen die bereits semiariden oder ariden Gebiete betrifft, aber auch die mittleren Breitengrade wie Europa, wo sich die Austrocknung der Kontinente insbesondere im Sommer verstärken dürfte.“

    Eine trockenere Zukunft als erwartet durch Veränderung der relativen Luftfeuchtigkeit in der Nähe der Bodenoberfläche

    Wichtige Konsequenzen für die Zukunft der Menschen
    Die Studie von Hervé Douville zeigt, dass die bisherigen Modelle die tatsächliche beobachtete, aber auch die bis zum Ende des Jahrhunderts zu erwartende Austrocknung deutlich unterschätzten. Er weist darauf hin, dass die zusätzliche Austrocknung nicht gleichmäßig über Raum und Zeit verteilt ist und sich in häufigeren und stärkeren Dürren, Hitzewellen und Waldbränden äußern wird.

    Der Forscher befürchtet, dass sich subtropische Klimazonen (z. B. Nordafrika oder Kalifornien) allmählich auf die mittleren Breitengrade, einschließlich Südfrankreich, ausdehnen könnten.

    In den betroffenen Regionen konzentriert sich ein Großteil der weltweiten Nahrungsmittelproduktion. Die Austrocknung der Erdoberfläche ist in Verbindung mit der Tatsache, dass die Treibhausgasemissionen nicht zurückgehen, potenziell mit erheblichen ökologischen und landwirtschaftlichen Auswirkungen verbunden. Dadurch wird „die Ankunft der Regenfälle verschoben, die früher ab September eintrafen, heute eher im Oktober eintreffen und in Zukunft noch später eintreffen könnten“, kündigt Hervé Douville an.

    Die anfälligsten Länder werden Schwierigkeiten haben, sich anzupassen.
    Auch wenn, wie der Wissenschaftler betont, „die Modelle das heutige Klima immer besser beschreiben, können sie nicht vollständig verifiziert werden, da man in der vergangenen Klimaentwicklung keine Situation findet, die derjenigen ähnelt, die wir erleben werden.“

    Die Wahl der Agrarpolitik, die Entwaldung oder der Umgang mit Waldbränden werden sich auf die Entwicklung der globalen relativen Luftfeuchtigkeit auswirken. Dennoch, so die Schlussfolgerung, „werden die am stärksten gefährdeten Länder Schwierigkeiten haben, sich an die plausiblen Folgen einer Erwärmung um +1,5 oder +2°C, auf die Süßwasserressourcen auf regionaler Ebene anzupassen„.

  • Hitzewelle: das Mittelmeer könnten bald 30°C warm sein

    Hitzewelle: das Mittelmeer könnten bald 30°C warm sein

    Die durchschnittliche Wassertemperatur des Mittelmeers liegt heute bei 21 Grad und könnte in Kürze auf 30 Grad ansteigen. Dieser Sommer verspricht heißer als sonst zu werden und Südfrankreich hat bereits Temperaturen von 40-Grad erreicht.

    Durch den globalen Temperaturanstieg und die immer schneller aufeinanderfolgenden Hitzewellen könnte das Mittelmeer 28 Grad Celsius erreichen, an manchen Stellen sogar 30 Grad. Ebenso wie die Erde erwärmt sich auch das Meer. Bereits vor einigen Jahren warnte der Mediterranean Experts on Climate and Environmental Change (MedECC) vor dieser Situation und sagte einen Anstieg von 2 bis 4 Grad voraus.

    Die Meeresströmungen, gepaart mit warmer Luft und der Stabilität des Meeres tragen dazu bei, dass die Wassertemperaturen an den Küsten steigen. Im letzten Jahr berichtete die spanische Wetterbehörde (AEMET), dass das Wasser zwischen den spanischen Balearen und der italienischen Küste bereits 5 Grad wärmer war als im Vorjahr. Im Südosten Spaniens hatten die Behörden sogar eine Wassertemperatur von 28 Grad gemessen.

    Derzeit herrschen an den französischen Mittelmeerküsten Wassertemperaturen zwischen 21 und 25 Grad. Nach Meinung einiger Fachleute könnte dies jedoch in den kommenden Wochen noch steigen. Auf Nachfrage der Zeitung Nice-Matin erklärten Klimaforscher: Die Meerestemperatur ist aufgrund der anhaltenden Hitze seit dem späten Frühjahr 2023 außergewöhnlich hoch. Mit der erwarteten Hitze in den nächsten Tagen und Wochen könnten an einigen Stränden der Region 30°C erreicht werden.

    Die Erwärmung des Wassers schadet auch dem Leben im Meer. Mit steigenden Temperaturen stirbt ein Teil der Unterwasserflora ab und das gesamte marine Ökosystem wird durcheinander gebracht. Abgesehen davon, dass es zu einem Zusammenbruch der Nahrungskette kommen kann, wandern einige Arten aus, um der Hitze zu entfliehen. Laut dem französischen Institut für Entwicklungsforschung könnte die Meeresbiomasse bis zum Jahr 2100 um 3 bis 22 Prozent zurückgehen.

  • Hitze: Welche Temperaturen kann ein Mensch aushalten?

    Hitze: Welche Temperaturen kann ein Mensch aushalten?

    Die seit inzwischen immer häufiger auftretenden extremen Hitzewellen im Sommer sind eine Folge des Klimawandels. Welche extremen Temperaturen aber kann ein Mensch überhaupt aushalten?

    Nachdem der Mensch sich immer wieder an extreme Wetterbedingungen anpassen konnte, um sich rund um den Globus anzusiedeln, könnte der aktuelle Klimawandel ihm nun die Grenzen der Anpassungsfähigkeit aufzeigen: sehr hohe Temperaturen im Sommer und immer kältere Temperaturen im Winter machen uns Menschen zu schaffen.

    Wer in diesem Zusammenhang von Anpassung spricht, meint physiologische Parameter: Bei großer Hitze reagiert ein gesunder 25-Jähriger anders als ein älterer Mensch. Jeder Mensch hat darüber hinaus seine eigenen körperlichen Grenzen gegenüber Temperaturunterschieden, je nach seinen Fähigkeiten, die eigene Körpertemperatur zu regulieren.

    Die normale Temperatur des Menschen beträgt 37 Grad. Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus dem Jahr 2009 zeigt, dass, sobald man sich von dieser Temperatur entfernt, sowohl nach oben als auch nach unten, Funktionsstörungen auftreten und die Fähigkeit, seine Körpertemperatur auf natürliche Weise durch Schwitzen oder Frösteln zu regulieren, verloren geht.

    Eine Frage der Dauer und der Luftfeuchtigkeit
    In einer Umgebung mit 60% Luftfeuchtigkeit – die ideale Luftfeuchtigkeit in einem Haus – ist der Körper in der Lage, eine Temperatur von 38 Grad für einige Stunden zu ertragen, vorausgesetzt, er hat genügend Zeit, sich danach zu erholen. In einer extremen Umgebung mit 100% Luftfeuchtigkeit sind die Grenzen des Menschen bereits bei 31 Grad Umgebungstemperatur erreicht. In einer trockenen Umgebung (50 %) kann der Körper für eine begrenzte Zeit sogar bis zu 50 Grad ertragen.

    In Frankreich werden die in der Studie beschriebenen Bedingungen derzeit noch nicht erreicht: Bei hohen Temperaturen steigt die Luftfeuchtigkeit nicht über 30 % oder 40 %.

    Wenn man zum Beispiel in die Sauna geht reagiert der Körper mit Schweißausbrüchen. Die Feuchtigkeit an der Hautoberfläche verdunstet, wodurch Wärme absorbiert wird. Dadurch wird die Haut gekühlt. Wenn jedoch über einen längeren Zeitraum viel geschwitzt wurde, kann dieser Flüssigkeitsverlust zu einer Dehydrierung des Körpers führen. Das Schwitzen wird dann automatisch gestoppt, wodurch der wichtigste Kühlmechanismus des Körpers verloren geht.

    Wenn die Temperaturen steigen und der menschliche Körper nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu kühlen, spricht man von Hyperthermie oder Hitzestress bzw. Hitzschlag. Dies führt zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und niedrigen Blutdruck, der Ohnmachtsanfälle oder Schwindel, insbesondere im Stehen, verursacht.

    Im normalen täglichen Leben erleben außer in einem Dampfbad oder in einer Sauna nur wenige Menschen die mit extremer Luftfeuchtigkeit verbundenen Temperaturen wie oben beschrieben. In diesen Einrichtungen kann ein gesunder Mensch 3 bis 4 Minuten problemlos aushalten. Solche Parameter liegen bislang außerhalb der irdischen Klimastandards, die in den letzten Jahrtausenden aufgezeichnet wurden.

    Dennoch könnte, wie die MIT-Studie aufzeigt, eine Erwärmung um 10 Grad in den nächsten drei Jahrhunderten große Gebiete der Erde für Menschen unbewohnbar machen, sie würden durch Hitzestress sterben.

  • Globale Erwärmung: Visualisierung des Temperaturanstiegs seit der Französischen Revolution

    Globale Erwärmung: Visualisierung des Temperaturanstiegs seit der Französischen Revolution

    Anlässlich des 14. Juli 2023 bietet eine Grafik die Möglichkeit, die Entwicklung der weltweiten Temperaturen seit dem 14. Juli 1789 zu visualisieren. Die durch menschliche Aktivitäten verursachte globale Erwärmung wird in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders deutlich.

    Wie war das Wetter am 14. Juli 1789, dem Tag des Sturms auf die Bastille? In der Revolutionszeit herrschte in Paris ein kühler Sommer, der weit entfernt von den Sommern war, die wir heute aufgrund der durch menschliche Aktivitäten verursachten globalen Erwärmung erleben. Im Juli 1789 herrschten in den Straßen der französischen Hauptstadt durchschnittlich 17,8 °C, im Jahr 2022 waren es 23 °C.

    Diese Veränderung des Klimas ist besonders gut auf einer Grafik der globalen Erwärmung zu erkennen, die von einem britischen Wissenschaftler entwickelt wurde. Die globale Durchschnittstemperatur eines jeden Jahres wird durch einen Strich dargestellt. Blau sind die Jahre, die kälter sind als der Referenzdurchschnitt – in diesem Fall 1961-1990 – und rot sind die wärmsten Jahre.

    Eine „extrem schnelle“ Erwärmung
    Um die Jahrestemperaturen dieser weit zurückliegenden Jahrhunderte zu rekonstruieren, stützen sich die Klimaforscher auf die ersten Temperaturmessungen – das Thermometer wurde im 17. Jahrhundert erfunden – und auf eine Vielzahl natürlicher Klimaarchive: Baumringe, Eis- oder Sedimentkerne, Stalaktiten. „Die Paläoklimatologen kombinieren all diese Daten, um eine zuverlässige Schätzung der damaligen Durchschnittstemperaturen zu erstellen“, so der Klimatologe Christophe Cassou, der an der Erstellung des „Journal Météo/Climat“ von France Télévisions beteiligt war.

    Weltweite Jahresdurchschnittstemperatur seit 1789, verglichen mit den Normalwerten 1961-1990 (ED HAWKINS / PAGES2K-HadCRUT5)

    Die sogenannte „Kleine Eiszeit“, eine Abkühlungsperiode vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, tritt bis 1850 deutlich hervor. Dieser Kälteeinbruch ist auf natürliche Ursachen zurückzuführen: zahlreiche Vulkanausbrüche, deren kleine Partikel sich in der gesamten Erdatmosphäre verteilen und das Sonnenlicht verdecken, eine geringere Sonnenaktivität und eine mögliche Verlangsamung der Meeresströmungen im Nordatlantik.

    Diese Kälte machte dann allmählich der globalen Erwärmung Platz, die durch unseren im Laufe des 20. Jahrhunderts immer höheren Verbrauch von Kohle, Öl und Gas – fossilen Energieträgern mit hohem Treibhausgasausstoß, verursacht wird. Was deutlich ins Auge fällt, ist die extrem schnelle Erwärmung ab den 1970er Jahren. Ein Tempo der Erwärmung, das es seit mindestens 2.000 Jahren so nicht mehr gegeben hat.

  • Klima: Wohlhabende unterstützen laut einer Studie eher geplante Umweltmaßnahmen

    Klima: Wohlhabende unterstützen laut einer Studie eher geplante Umweltmaßnahmen

    Für eine Mehrheit der Franzosen ist die Umwelt eines der wichtigsten Anliegen, aber die Unterstützung für Umweltmaßnahmen variiert je nach Wohnort und Lebensstandard deutlich.

    „Umweltprobleme scheinen eine der Hauptsorgen der Franzosen zu sein“, bestätigt am Dienstag die jährliche Umfrage der Direction de la recherche, des études, de l’évaluation et des statistiques (DREES), der statistischen Abteilung des Gesundheitsministeriums.

    Die Umfrage unter 4.000 Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, ergab jedoch, dass im Kampf gegen den Klimawandel die Bewohner der Region Paris und sozial besser gestellte Personen Umweltmaßnahmen stärker unterstützen als andere soziale Gruppen und die Bewohner ländlicher Gemeinden.

    „Einkommen und Wohnort sind zwei Faktoren, die sich auf den Grad der Akzeptanz von Umweltmaßnahmen auswirken“, schreibt die DREES in ihrer Studie. Demnach befürworten beispielsweise 57 % der Bewohner der Region Paris die Erhöhung der CO2-Steuer, während es bei den Bewohnern ländlicher Gemeinden nur 20 % und bei den Bewohnern anderer Städte etwa ein Drittel sind.

    Bei den Führungskräften befürworten 47 % gegenüber 35 % aller Befragten entsprechende Umweltmaßnahmen. Insgesamt stoßen Maßnahmen, die auf einen kohlenstoffarmen Lebensstil abzielen, aber unmittelbare negative Auswirkungen auf die Kaufkraft haben und den Alltag beeinträchtigen könnten, „auf weniger Zustimmung“.

    Die von der Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels finden also keine einhellige Zustimmung. 84 % der befragten Franzosen gaben an, dass sie „besorgt“ über „Probleme im Zusammenhang mit der Umwelt“ sind. Dies ist sogar ihre zweitgrößte Sorge, nach dem Lohnniveau und der Kaufkraft (91%) und noch vor der Angst vor Armut (83%), der Zukunft des Rentensystems (80%) und Sexismus und Gewalt gegen Frauen (78%).