Schlagwort: Klimakrise

  • Wie feiert man klimagerecht Weihnachten?

    Wie feiert man klimagerecht Weihnachten?

    Den Zauber von Weihnachten mit dem Kampf gegen die globale Erderwärmung zu verbinden, ist nicht einfach, aber nichts ist unmöglich. Hier sind einige Tipps – geschenkt!

    In der Vergangenheit verband Weihnachten Traditionen und Konsum, Magie und Überfluss und bringt damit die widersprüchlichen Forderungen zwischen unseren Gewohnheiten und der durch die Klimakrise geforderten Mäßigung zum Vorschein. Das Weihnachtsfest nachhaltiger zu gestalten ist angesichts der kolossalen Emissionen der Industrieländer ein wichtiger Beitrag für das Klima. Sich des zu dieser Jahreszeit so verbreiteten Über-Konsums bewusst zu werden und über Alternativen nachzudenken, ist für jeden möglich.

    Hier einige Tipps, die dabei helfen können.

    Unnötige Geschenke vermeiden!
    Bevor man sich schuldig fühlt, sollte man sich jedoch Grundsätzliches erinnern: Eine bescheidene Familie, die den Black Friday Sale genutzt hat, um ein paar Geschenke Made in China zu bestellen, wird über das Jahr gesehen immer noch weniger Treibhausgase ausstoßen als eine wohlhabende Familie, die Weihnachten auf Bali verbringt und sich Waschlappen aus Bambusfasern und Holzspielzeug schenkt. Am schlimmsten sind die Geschenke, die am Ende der Welt unter schlechten Bedingungen produziert werden und absolut nichts nützen. Die goldene Katze aus Plastik, die winkt und winkt? Der selbsterhitzende Becher? Die Popcornmaschine für eine Person? Die Zahnpasta mit Speckgeschmack? Lustig, ja, aber tödlich für die Umwelt. Ein solches Geschenk trägt durch seine Herstellung, Lieferung und unvermeidliche Entsorgung zur globalen Erwärmung bei und muss – wenn wir Weihnachten nachhaltig klimafreundlich gestalten wollen, aus den Weihnachtspäckchen verschwinden.

    Es gibt viele Alternativen: Von einem Kinoabonnement bis hin zum symbolischen Erwerb eines Stücks Land, das es zu erhalten gilt, dem gepflanzten Baum oder dem umbenannten Stern… Die Möglichkeiten sind endlos. Für die anderen – diejenigen, die etwas Nützliches brauchen, oder die Kinder, die selten Fans von symbolischen Geschenken sind – erlebt die Secondhand-Ware ihre Sternstunden. Umfragen zufolge erwägen zwischen 47% und 64% der Franzosen, zu Weihnachten ein gebrauchtes Geschenk zu machen. Online, über bekannte Websites wie Le Bon Coin oder Vinted, oder in Secondhand-Läden, wie z. B. in den über das ganze Land verteilten Emmaüs-Läden.

    Bei Neuware sollte man, wenn man seinen CO2-Fußabdruck begrenzen will, lokal hergestellte Produkte bevorzugen und Online-Bestellungen vom anderen Ende der Welt vermeiden. In dem Zusammenhang sollte man auch den grünen Versprechungen des Handelsriesen Amazon misstrauen. Das amerikanische Unternehmen versichert zwar, dass es bis 2040 CO2-neutral sein wird, doch sein Modell ist nach wie vor sehr treibhausgasintensiv, wie die Organisation Friends of the Earth feststellt. „Die Emissionen von Amazon sind im letzten Jahr um 19% gestiegen“, kritisierte die NGO im November und erinnerte daran, dass „Amazon den Transport seiner Produkte per Flugzeug um 29% erhöht, um die Verbraucher in weniger als 24 Stunden zu beliefern“. Dies ist neunmal umweltschädlicher als der Straßentransport und hundertmal umweltschädlicher als der Seetransport. Durch unsere Einkäufe angekurbelt, stößt das Unternehmen heute in einem Jahr so viel CO2 aus wie ein Land wie Bolivien.

    Bevorzugen Sie Fisch für das Festmahl!
    Ein paar Zahlen, bevor Sie sich die Schürze anziehen: Die Nahrungsmittelproduktion ist für ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weil Wälder abgeholzt werden, um Platz für Agrarland zu schaffen, weil Rinder Methan ausstoßen, weil Maschinen mit Benzin laufen, weil Schlachthäuser und Lebensmittelverarbeitungsanlagen Energie verbrauchen – alles, was wir essen, trägt zu unseren Emissionen bei. Allerdings nicht immer im gleichen Ausmaß, wie die Website OurWorldinData.org zeigt. Dort erfährt man, dass die Viehzucht im Allgemeinen viel mehr Treibhausgase verursacht als Betriebe, die Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide anbauen.

    Je mehr Fleisch zu Ihrem Festmahl gehört, desto mehr wird Ihr Teller zur globalen Erwärmung beitragen. Und wenn Sie sich ein vegetarisches Festmahl nicht vorstellen können, sollten Sie dennoch einen Truthahn oder Kapaun dem Rindfleisch vorziehen. Ein Kilo Rindfleisch verursacht zehnmal mehr Emissionen als ein Kilo Geflügelfleisch (99,48 kgCO2eq gegenüber 9,87 kgCO2eq). Und das sogar, wenn es aus der Region stammt: Der Transport macht nur 6% der Gesamtemissionen aus, die Rindfleisch zugeschrieben werden. Denken Sie auch daran, dass Käse manchmal mehr Emissionen verursacht als bestimmte Fleischsorten.

    Und was ist mit Fisch? Ein Kilo emittiert zwischen 5 kgCO2eq (bei Zucht) und 3 kgCO2eq (bei Wildfang.) Hier spielt nicht so sehr die Menge der Emissionen eine Rolle, sondern die Auswirkungen auf die Biodiversität in den Meeren. Der WWF hat 2017 einen praktischen Leitfadenherausgegeben, um Fisch zu konsumieren, ohne die Artenvielfalt zu gefährden. So ist zum Beispiel die Meeräsche eine gute Alternative zum Wolfsbarsch, der unter Überfischung leidet. Der Lachs ist problematischer: Umweltverbände prangern seit Jahren die Bedingungen an, unter denen er gezüchtet wird. Der Lachs wird durch einen Parasiten – die Seelaus – angegriffen und deshalb mit Antibiotika behandelt.

    Wenn Sie geräucherte Forellen dem Lachs vorziehen, können Sie die ökologischen Auswirkungen begrenzen, vor allem, wenn sie aus einer kleinen, handwerklichen Zucht stammen. Wenn Sie das Glück haben, in der Nähe der Küste zu wohnen, finden Sie viele Verkaufsstellen, die Ihnen eine ethische, nachhaltige Fischauswahl mit kurzen Transportwegen anbieten. In anderen Teilen Frankreichs liefern Online-Händler wie Poiscaille oder Hissez-Oh ebenfalls Fisch, der unter nachhaltigen Bedingungen von französischen Fischern gefangen wurde. Das gilt auch für Meeresfrüchte.

    Verzichten Sie auf den Weihnachtsbaum!
    Das wachsende Umweltbewusstsein der Franzosen hat den Weihnachtsbaum zum Gegenstand einer erwachenden Polemik gemacht. Das Ja oder das Nein zum Weihnachtsbaum wird zu einer politischen Entscheidung. Klar ist, dass die Entscheidung, keinen Weihnachtsbaum aufzustellen, die umweltfreundliche Alternative ist, aber in einem Viertel der Haushalte Frankreichs ist er immer noch zu finden, insbesondere wenn Kinder im Haushalt leben, wie eine Untersuchung der Agentur Kantar für France AgriMer wenig überraschend feststellt. Im Jahr 2019 wurden in Frankreich 5,8 Millionen „natürliche“ Tannenbäume verkauft.

    Die Vermietung ist noch nicht weit verbreitet, entwickelt sich aber zunehmend. Anbieter wie Ecosapin und Treezmas, die damit werben, den Baum nach den Feiertagen wieder einzupflanzen oder zu recyceln hoffen auf einen grösseren Marktanteil. Denn 4.000 bis 5.000 Hektar (und ein Jahrzehnt!) für den Anbau von Tannenbäumen zu verwenden, die einen Monat später im Müll landen, ist natürlich ökologisch wenig sinnvoll. Allerdings ist der natürliche Tannenbaum immer noch „grüner“ als der künstliche. Auf ihrer Website versichert die französische Vereinigung für natürliche Weihnachtsbäume, dass „die äquivalenten CO2-Emissionen für den gesamten Lebenszyklus auf Jahresbasis 3,1 kg für den natürlichen Baum und 8,1 kg für den künstlichen Baum betragen (48,3 kg für die gesamte Lebensdauer des Baumes)“.

    Außerdem werden laut der Agence de la transition écologique (Ademe) 80% der von den Franzosen gekauften natürlichen Weihnachtsbäume in Frankreich angebaut. Künstliche Tannenbäume, die im Ausland hergestellt werden, müssen mindestens zehn Jahre, die Ademe schätzt sogar 20 Jahre, jedes Jahr wieder aus dem Keller geholt werden, um die mit ihrer Herstellung und ihrem Transport verbundenen Emissionen zu kompensieren.

    Ganz sicher ist, dass die Tanne im Topf die verantwortungsvollste Option ist. Der Baum kann nach den Feiertagen wieder in den Garten gepflanzt werden, wenn er während seines kurzen Aufenthalts im Wohnzimmer gut behandelt wird. Es wird empfohlen, den Baum weniger als eine Woche im Haus aufzustellen, ihn von Wärmequellen fernzuhalten und ihn natürlich nicht mit Kunstschnee zu besprühen. Und wenn man keinen Garten hat, dann gibt es Anbieter wie Ecosapin und Treezmas, die die Abholung von Weihnachtsbäumen organisieren, die dann wieder eingepflanzt oder kompostiert werden, um als Mulch oder Erde in den Gärten der Natur beim Wachsen zu helfen.

  • Klima: 6 junge Portugiesen verklagen 32 Staaten vor EU-Gerichtshof für Menschenrechte wegen Untätigkeit

    Klima: 6 junge Portugiesen verklagen 32 Staaten vor EU-Gerichtshof für Menschenrechte wegen Untätigkeit

    Die Zahl der Klagen gegen Untätigkeit im Klimabereich nimmt zu. Eine Klage von sechs jungen Portugiesen gegen 32 Länder wird ab dem 27. September vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verhandelt.

    Es sieht immer aus wie David gegen Goliath: Ab dem 27. September wird in Straßburg die Klage von sechs jungen Portugiesen verhandelt, die 32 Staaten wegen Untätigkeit im Klimabereich verklagen.

    Es ist eine Geschichte, die 2017 beginnt, als das Haus von Claudia Duarte Agostinho mit Asche bedeckt wird. In diesem Sommer herrscht in der Region Leiria in Portugal eine starke Hitzewelle. Rund 180.000 Hektar Wald gingen in Flammen auf und 117 Menschen kamen bei den Bränden ums Leben. Eine Juristin, die in einer Klimaschutz-NGO (GLAN) aktiv ist, setzt der jungen Claudia den Floh ins Ohr, dass sie ja eine Klage einreichen könne.

    Claudia überzeugt ihren Bruder, ihre Schwester, eine Nachbarin und zwei Freunde, die ebenfalls gerade erst dem Teenageralter entwachsen sind. Damals war noch nicht die Rede von Streiks oder Jugendmärschen für das Klima. Die jungen Leute brauchen drei Jahre, um ihren Fall juristisch zu untermauern.

    Weltweit sind mehr als 2.500 Fälle anhängig.
    Die Gruppe beruft sich auf die Artikel 2, 8 und 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Sie sagen, dass ihr Recht auf Leben und geistige und körperliche Unversehrtheit durch Brände und Hitzewellen, die aus dem Klimawandel resultieren, bedroht sind. Die Brände dieses Sommers haben ihre Entschlossenheit nur noch verstärkt: „Es wird noch extremere Hitzewellen geben, die einen Monat oder länger andauern werden. Das wird unglaublich sein. Die Regierungen der Welt haben die Macht, dies zu verhindern. Die europäischen Regierungen entscheiden sich bisher dafür, ihren Teil der Verantwortung nicht zu übernehmen. Wir können nicht tatenlos zusehen, was passiert“, sagt die 23-jährige Catarina Mota.

    Die jungen Portugiesen, die heute zwischen 11 und 24 Jahre alt sind, werfen 32 Staaten vor, nicht genug zu tun, um ihre Treibhausgasemissionen zu senken und die Jugend zu schützen.

    Bei den in der Klage genannten Ländern handelt es sich um 27 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern) sowie um Norwegen, Russland, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die Türkei.

    Vor dem EGMR ist eine solche Klage ein Novum. Außerdem gab es noch nie so viele Länder, die gleichzeitig vor Gericht geladen waren. Gearóid Ó Cuinn, Sprecherin des Global Legal Action Network, sagte: „Die Tatsache, dass der Gerichtshof die Prüfung des Falls durch die Große Kammer zugelassen hat, ist eine äußerst bedeutsame Entwicklung, die zeigt, wie ernst er den Klimawandel als Menschenrechtsfrage betrachtet.“

    Die Zahl der Klagen gegen die klimapolitische Untätigkeit von Regierungen oder großen Unternehmen nimmt drastisch zu. Das Sabin Center der Columbia University in den USA, ein Forschungszentrum, das sich mit diesen Fragen beschäftigt, hat bis September 2023 über 2.500 laufende Fälle aufgelistet, davon 1.600 allein in den USA.

    Und manchmal funktioniert es: 2019 wies der Oberste Gerichtshof der Niederlande die Regierung an, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren, was Den Haag tatsächlich dazu veranlasste, das Tempo der Maßnahmen zu beschleunigen.

    Wenn Claudia und ihre Freunde vor Gericht Erfolg haben, sind die 32 Länder (darunter auch Portugal und Frankreich) gesetzlich verpflichtet, zu handeln und ihren multinationalen Unternehmen neue Vorschriften aufzuerlegen. Dieses Urteil kann im Endeffekt sogar noch verbindlicher sein als das Pariser Klimaabkommen.

  • Paris: 6 Mitglieder des Kollektivs „Dernière Rénovation“ in der Nähe des Elysée-Palastes festgenommen

    Paris: 6 Mitglieder des Kollektivs „Dernière Rénovation“ in der Nähe des Elysée-Palastes festgenommen

    Aktivisten des Kollektivs „Dernière Rénovation“ (vergleichbar mit dem Klimaaktivisten-Bündnis Letzte Generation in Deutschland)  verschütteten am Mittwoch, dem traditionellen Tag des Ministerrats, orangefarbene Farbe am Place Beauvau in Paris, um die „klimapolitische Untätigkeit“ der Regierung anzuprangern. Sechs von ihnen wurden im Laufe des Vormittags festgenommen. Sechs Personen wurden am Mittwochmorgen, dem 6. September, unter dem Verdacht festgenommen, orangefarbene Farbe auf dem Place Beauvau im 8. Arrondissement von Paris verschüttet zu haben, wo sich das Innenministerium befindet und der ganz in der Nähe des Élysée-Palastes liegt, wie Franceinfo meldet. Es handelt sich um fünf Männer und eine Frau, die Mitglieder des Kollektivs Dernière Rénovation sind. Sie wurden zum Kommissariat des 8. Arrondissements gebracht. Die Ordnungskräfte fanden in ihren Rucksäcken Sprühdosen mit Farbe.

    Mit dieser Aktion wollten die Aktivis…

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  • Hitzewelle: Elisabeth Borne aktiviert interministeriellen Krisenstab

    Hitzewelle: Elisabeth Borne aktiviert interministeriellen Krisenstab

    Angesichts der derzeitigen Hitze-Situation in Frankreich hat Premierministerin Élisabeth Borne beschlossen, eine interministerielle Krisenzelle einzuberufen. Aufgrund der aktuellen Hitzeperiode hat Premierministerin Élisabeth Borne beschlossen, eine interministerielle Krisenzelle (CIC), die am Donnerstag um 17 Uhr zum ersten Mal tagte, wie ihr Büro im Palais Matignon gegenüber dem Sender BFMTV mitteilte. „Die heißeste Episode des Sommers“. Laut Météo France ist es diese neue Hitzewelle, die sich zur Zeit über das Land legt, möglicherweise „die heißeste Episode des Sommers 2023“. Seit mehreren Tagen bereits herrscht in einigen Departements Alarmstufe Orange und eine Wende ist nicht in Sicht. Die Temperaturen werden steigen und stellenweise Werte über 40 °C erreichen. Sehr warme Luftmassen kommen über Spanien und dem französischen Südwesten mit einem Südwind, der über die Pyrenäenkämme weht, bis in den Norden Frankreichs. Die Folge ist, dass es auch in den Höhenlagen der Pyrenäen mit bis…

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  • Erderwärmung: „unvereinbar mit menschlichem Überleben“ – symbolische 50 °C-Marke wird überschritten

    Erderwärmung: „unvereinbar mit menschlichem Überleben“ – symbolische 50 °C-Marke wird überschritten

    Seit Beginn des Sommers nehmen die extremen Hitzeperioden aufgrund der globalen Erwärmung immer mehr zu. In letzter Zeit haben mehrere Länder die symbolische Grenze von 50 °C überschritten. Ein früher seltenes, aber zunehmend häufigeres Ereignis.

    Der Juli 2023 wird laut einem Bericht der Nasa als der heißeste je auf der Erde gemessene Monat eingestuft. Auch der Frühsommer war etwa 1,18 °C wärmer als der zwischen 1951 und 1980 gemessene Durchschnitt.

    Eine Erwärmung, die noch nie so greifbar war und die sich überall in Temperaturrekorden niederschlägt. Früher war die Liste der Länder, in denen die 50 °C-Marke überschritten wurde, relativ klein. Doch in diesem Jahr hat das massiv verändert.

    Insbesondere Staaten wie Marokko sind in diesen sehr exklusiven Club aufgestiegen. Am Freitag, dem 11. August, zeigte das Thermometer in Agadir eine Temperatur von 50,4 °C an. Dies geht aus den Informationen der Generaldirektion für Meteorologie hervor, das marokkanische Pendant zu Météo-France.

    Auch Tunesien hat in jüngster Zeit diese symbolische Marke überschritten. Am Montag, dem 14. August, war es die Stadt Hassa im Süden Tunesiens, die mit 50,0 °C einen neuen Rekord aufstellte und den bisherigen Landesrekord um fast 1 °C überbot.

    Nach Angaben der Keraunos-Beobachtungsstelle gibt es heute etwas mehr als 20 Länder, die im Club der heißesten Länder der Welt Mitglied sind. „Es gibt etwas mehr als zwanzig Länder, in denen es bereits 50 °C oder mehr heiß wurde. Ab 52 °C wird der ‚Club‘ mit nur acht Ländern wieder sehr klein. In zwei Ländern wurden allerdings sogar bereits 54 °C oder mehr gemessen“, so Keraunos.

    Laut einer Studie, die im Juni in der Zeitschrift Nature erschienen ist, könnten bald auch in Europa Temperaturen von über 50 °C auftreten. „Bei einer globalen Erwärmung von mehr als 2 Grad werden auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis Temperaturen von mehr als 50 °C gemessen werden“, heißt es in der Zeitschrift Nature.

    Der nächste Klimagipfel wird in Dubai stattfinden. In dieser Region der Welt hat das Thermometer bereits mindestens einmal 55 °C erreicht, ein Bereich, der „mit dem menschlichen Überleben unvereinbar“ werden könnte, wenn der Temperaturanstieg so weitergeht, warnte Elfatih Eltahir, Professor für Hydrologie und Klima am MIT, im Jahr 2021.

  • Klimakrise: Verein will Jugendliche für die globale Erwärmung sensibilisieren

    Klimakrise: Verein will Jugendliche für die globale Erwärmung sensibilisieren

    Eine Gruppe von Jugendlichen erfährt in der Haute-Savoie wie empfindlich die Berge auf die globale Erwärmung reagieren.

    Sie stehen vor dem Mont-Blanc (Haute-Savoie), in einer atemberaubenden, prächtigen Landschaft. Etwa 50 Jugendliche sehen sich dieses Naturschauspiel an, einige von ihnen zum ersten Mal. „Es ist wichtig, abzuschalten und die Natur ein wenig besser zu verstehen“, erklärt eine der Jugendlichen gegenüber dem Sender France 3. Die jungen Menschen sind nicht im Urlaub, sondern auf einem Seminar. Zwei Tage zuvor waren sie noch zu Hause in einem Pariser oder Straßburger Vorort. Sie sind in einem Bus angereist, der von der Vereinigung „Banlieues Climat“ gechartert wurde, die junge Leute über die globale Erwärmung aufklären will.

    Die Veränderungen verstehen
    Nur so können die Jugendlichen erfahren, dass auch gefährliche Viren mit der globalen Erwärmung wieder auftauchen. Sie entdecken, dass einige Gebiete völlig unbewohnbar werden können. Durch die Treffen und Seminare werden sich die Jugendlichen erstmals des Klimarisikos wirklich bewusst. Nach der Theorie-Stunde treffen sie sich zu praktischen Arbeiten in über 2.000 Metern Höhe. Die Jugendlichen erleben die Auswirkungen des Klimawandels hautnah. Ein Führer erzählt ihnen von der Zukunft der Alpen. „Das Klima wird Probleme mit sich bringen, das steht fest“, erklärt er ihnen.

  • Temperaturrekorde und Hitzewellen auf den Meeren – die Welt erlebte den heißesten Juni aller Zeiten

    Temperaturrekorde und Hitzewellen auf den Meeren – die Welt erlebte den heißesten Juni aller Zeiten

    Der Juni 2023 war insgesamt der wärmste Monat, der jemals weltweit gemessen wurde, wie die europäische Copernicus-Sternwarte am Donnerstag berichtete. Und auch der Juli wird sich voraussichtlich auf diesem Niveau einpendeln.

    Der Sommer 2023 zeichnet sich allmählich als außerhalb der Norm liegend ab, nachdem die europäische Beobachtungsstelle Copernicus am Donnerstag den wärmsten Juni aller Zeiten bestätigt hat, was auf die kombinierte Wirkung des Klimawandels und die Rückkehr des El Niño-Phänomens zurückzuführen ist.

    Und der Trend setzt sich im Juli fort: Der Dienstag war mit durchschnittlich 17,03 Grad der wärmste Tag, der jemals weltweit gemessen wurde, wie Copernicus am Donnerstag auf der Grundlage vorläufiger Messungen bestätigte.

    Am Montag, dem 3. Juli, war bereits ein erster Rekord gebrochen worden, als 16,88 Grad auf dem gesamten Globus (Land und Meer zusammengenommen) gemessen wurden. Auch wenn es noch nicht möglich ist, den weiteren Verlauf des Sommers vorherzusagen, reiht sich seit April auf der ganzen Welt, von China über den Atlantik bis nach Spanien, ein Temperaturrekord an den anderen. Dies ist das direkteste Zeichen für die Störung des Weltklimas. Mit Katastrophen, die unvorhersehbarer und stärker werden: Waldbrände, Dürren, extreme Regenfälle…

    „Der Juni war der weltweit wärmste Monat Juni, etwas mehr als 0,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt 1991-2020, was den bisherigen Rekord vom Juni 2019 bei weitem übertrifft“, so die Copernicus-Beobachtungsstelle für Klimawandel (C3S) der Europäischen Union, deren Daten, die bis 1950 zurückreichen, neben denen der amerikanischen NOAA zu den zuverlässigsten der Welt zählen.

    Die Temperaturen brachen im Nordwesten Europas alle Rekorde, und Teile Kanadas, der USA, Mexikos, Asiens und des östlichen Australiens waren „deutlich wärmer als normal“, stellt Copernicus fest und betont das hohe Ausmaß der Abweichung vom Normalwert. Im Gegensatz dazu war es im Westen Australiens, im Westen der USA und im Westen Russlands kühler als normal.

    Seit 15 Jahren liegt der Juni konstant über den Durchschnittswerten des Zeitraums 1991-2020, aber „der Juni 2023 liegt sehr weit über den anderen, das ist die Art von Anomalie, an die wir so nicht gewöhnt sind“, erklärte der Wissenschaftler Julien Nicolas gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die globale Durchschnittstemperatur im Juni 2023 betrug 16,51°C und lag damit 0,53°C über dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahrzehnte. Der bisherige Rekord, im Juni 2019, lag nur 0,37°C über den Normwerten.

    Hitzewellen in den Meeren
    Der Rekord im Juni 2023 ist größtenteils auf sehr hohe Temperaturen der Meeresoberflächen zurückzuführen, die 70% der Erdoberfläche ausmachen. Die Temperaturen haben bereits im Mai 2023 im Pazifischen Ozean Rekordwerte erreicht, was auf den Beginn des Klimaphänomens El Niño zurückzuführen war.

    Im Juni erlebte der Nordatlantik Hitzewellen, die die Wissenschaftler überraschten, da sie beispiellose Werte erreichten. Ein Grund dafür waren die geringeren Windgeschwindigkeiten über weiten Teilen des Nordatlantiks, aufgrund eines Azorenhochs, das dazu führte, dass die Winde als die schwächsten in einem Monat Juni seit 1940 gemessen wurden, was die Durchmischung des Oberflächenwassers und damit dessen Abkühlung verringerte.

    Darüber hinaus gibt es bereits seit Jahren einen Trend zur Erwärmung der Ozeane, die 90% der durch menschliche Aktivitäten erzeugten Wärme absorbieren, da die Treibhausgasemissionen der Menschheit weiter steigen. Extreme Temperaturen wurden dieses Jahr in der Ostsee sowie rund um Irland und Großbritannien gemessen. Großbritannien hat bereits vor einigen Tagen einen Rekord-Juni bestätigt.

    Die Erwärmung wird in den kommenden Monaten durch El Niño weiter angeheizt, der sich laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO, Sonderorganisation der Vereinten Nationen) das ganze Jahr über mit „zumindest mäßiger“ Intensität entwickeln wird.

    Gleichzeitig erreichte das Packeis der Antarktis seine geringste Ausdehnung für einen Monat Juni seit Beginn der Satellitenbeobachtungen und lag 17% unter dem Durchschnitt, so Copernicus. Im Februar hatte die Eisfläche am Ende des Sommers der Südhalbkugel das zweite Jahr in Folge ein historisches Minimum erreicht.

  • Klima: Frankreich liegt im Rennen um den ökologischen Wandel hinten

    Klima: Frankreich liegt im Rennen um den ökologischen Wandel hinten

    Frankreich ist nicht ausreichend auf den Klimawandel vorbereitet. Dies ist das Fazit des fünften Berichts des Hohen Klimarats, der Frankreich mit den Ereignissen im Jahr 2022 überfordert sieht.

    2022 war ein symbolträchtiges Jahr für die Sichtbarkeit der Folgen des Klimawandels. Brände in bislang verschonten Gebieten wurden beobachtet. 72.000 Hektar Wald und Landschaft brannten ab. Es kam zu heftigen Hagelschlägen, die Bilanz ist düster. Der einzige positive Punkt in diesem Bericht ist, dass Frankreich seine Treibhausgasemissionen senkt: minus 2,7 % bis Ende 2022. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, müsste das bisherige Tempo bis 2030 jedoch verdoppelt werden.

    Zusätzliche Milliarden Euro sind erforderlich.
    Das Baugewerbe und die Industrie haben sich sichtbar bemüht. Energie und Verkehr aber längst nicht genug. Um den ökologischen Wandel zu finanzieren, wären dem Bericht zufolge bis 2030 jährlich 30 Milliarden Euro zusätzlich nötig. Dies könnte unter anderem dazu dienen, Wälder zu retten, die durch Abholzungen und Waldsterben immer weniger Kohlenstoff binden. Das Baumsterben ist in den letzten zehn Jahren um 50% angestiegen.

  • Globale Erwärmung: Die Antwort der Welt ist „erbärmlich“, kritisiert der UN-Chef

    Globale Erwärmung: Die Antwort der Welt ist „erbärmlich“, kritisiert der UN-Chef

    Trotz der Aussicht auf eine „Klimakatastrophe“ bleibt die kollektive Reaktion der Welt „erbärmlich“, kritisierte der Generalsekretär der Vereinten Nationen am Donnerstag und kritisierte insbesondere erneut die Nutzung fossiler Energien an, die mit dem Überleben der Menschheit „unvereinbar“ seien. „Wir rennen mit offenen Augen auf die Katastrophe zu, mit viel zu vielen Menschen, die bereit sind, alles auf Wunschdenken, nicht erprobte Technologien oder Wunderlösungen zu setzen“, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Donnerstag, dem 15. Juni, auf einer Pressekonferenz. „Die derzeitige Politik führt die Welt auf eine Erwärmung von +2,8°C bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Dies kündigt eine Katastrophe an. Dennoch ist die kollektive Reaktion darauf erbärmlich“. „Die Länder sind weit davon entfernt, ihre Versprechen und Klimaschutzverpflichtungen einzuhalten. Ich sehe einen Mangel an Ehrgeiz. Einen Mangel an Vertrauen. Einen Mangel an Unterstützung. Einen Mangel an Kooperation. Und ein…

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  • Rückkehr von El Nino: Das Wetterphänomen könnte Rekordtemperaturen mit sich bringen

    Rückkehr von El Nino: Das Wetterphänomen könnte Rekordtemperaturen mit sich bringen

    El Nino ist ein Ereignis, das durch wärmere Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik gekennzeichnet ist. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Planeten.

    Das Wetterphänomen El Nino, das üblicherweise mit einem Anstieg der globalen Temperaturen verbunden ist, hat offiziell wieder begonnen und wird sich in den kommenden Monaten „allmählich verstärken“, wie die US-Behörde für Ozean- und Atmosphärenbeobachtung (NOAA) am Donnerstag, dem 8. Juni, erklärte.

    El Nino ist ein Phänomen, das durch wärmere Oberflächentemperaturen als normal im äquatorialen Pazifik gekennzeichnet ist. Und dadurch hat es Folgen für den gesamten Planeten. El Nino „könnte in einigen Regionen zu neuen Temperaturrekorden führen“, sagte Michelle L’Heureux, Klimaforscherin bei der NOAA, in einer Pressemitteilung. Im Mai hatte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) davor gewarnt, dass der Zeitraum 2023-2027 mit ziemlicher Sicherheit der wärmste Zeitraum sein wird, der je auf der Erde aufgezeichnet wurde. Dies wird durch die kombinierte Wirkung von El Nino und der durch Treibhausgasemissionen verursachten globalen Erwärmung verursacht.

    El Nino tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf, und Klimaforscher hatten seine Ankunft für dieses Jahr schon seit einigen Monaten vorhergesagt. Das gegenteilige Phänomen, La Nina, das eher dazu neigt, einen Temperaturrückgang zu verursachen, war seit drei Jahren aktiv. „Je nach Stärke kann El Nino eine Reihe von Folgen verursachen, z. B. das Risiko von Starkniederschlägen oder Dürren in bestimmten Regionen der Welt erhöhen“, erklärte Michelle L’Heureux. „Der Klimawandel kann einige der mit El Nino verbundenen Auswirkungen verschärfen oder abschwächen“, sagte sie. Im Allgemeinen neigt El Nino laut NOAA dazu, die Hurrikanaktivität im Atlantik zu dämpfen, während er sie im Pazifik begünstigt.