Schlagwort: Klimakrise

  • Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich ist auf dem besten Weg, den heißesten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen zu erleben, für den Süden des Landes werden am Donnerstag Temperaturen von etwa 30 Grad vorhergesagt.

    In ganz Frankreich wurden im Oktober ungewöhnlich warme Temperaturen gemessen, die im Laufe der letzten Woche des Monats noch weiter ansteigen sollen. Der französische Wetterdienst Météo France sagt für den Südwesten am Donnerstag 30 °C voraus, auch in Nord- und Zentralfrankreich werden Temperaturen von 23 bis 25 °C erwartet.

    Aufgrund der ungewöhnlichen hohen Temperaturen ist Frankreich auf dem besten Weg, den wärmsten Oktober aller Zeiten zu erleben, mit Durchschnittstemperaturen, die 4 °C über den jahreszeitlichen Normen liegen.

    Die folgende Karte von Météo France zeigt die erwarteten Höchsttemperaturen für Donnerstag und Freitag.

    Kurzfristig ist dies eine gute Nachricht für Frankreichs Energiesparplan für den Winter, da Haushalte und Unternehmen das Einschalten der Heizung hinauszögern und so Gas und Strom sparen können, aber längerfristig warnen Wissenschaftler vor den Auswirkungen der Klimakrise und den weltweit steigenden Temperaturen.

    „Das ist keine gute Nachricht, denn es ist ein Zeichen der immer deutlicher werdenden globalen Erwärmung“, sagt zum Beispiel Fabio d’Andrea, Klimaspezialist am französischen Forschungsinstitut CNRS.

    Das heiße Wetter fiel mit geringen Niederschlägen im Oktober zusammen, was bedeutet, dass viele Teile Frankreichs immer noch unter extremer Trockenheit leiden und weiterhin Wassereinschränkungen gelten.

    In diesem Sommer herrschte in Frankreich die schlimmste Dürre seit mindestens 40 Jahren, und vielerorts hat sich der Grundwasserspiegel noch nicht wieder aufgefüllt – für etwa zwei Drittel Frankreichs gilt noch immer Dürrealarm. Insgesamt war der Sommer 2022 in Frankreich nach 2003 der zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen.

    „Die Grundwasserspiegel sind sehr niedrig und die Böden sind mindestens zwei Meter tief ausgetrocknet“, sagte Joel Limouzin, der beim größten französischen Bauernverband FNSEA für das Klimarisikomanagement zuständig ist, der Zeitung Le Parisien.

    „Wir bräuchten mehrere Wochen lang Dauerregen, damit das Wasser tief genug in den Boden eindringen kann.“

    Die längerfristige Wintervorhersage für Europa sagt einen „Kälteeinbruch“ im Dezember voraus, insgesamt aber einen überdurchschnittlich warmen Winter.

  • Sommer 2022: „Möglicherweise der kühlste“ der nächsten 20 Jahre, warnt Agnès Pannier-Runacher

    Sommer 2022: „Möglicherweise der kühlste“ der nächsten 20 Jahre, warnt Agnès Pannier-Runacher

    Laut Météo France ist der Sommer 2022 nach 2003 der zweitwärmste jemals in Frankreich gemessene Sommer. „Die globale Erwärmung hat sehr konkrete Auswirkungen auf unser heutiges tägliches Leben“, sagt Agnès Pannier-Runacher. Die Ministerin für den Energiewandel war am Dienstag, dem 30. August, zu Gast bei dem Sender France Inter und zeigt mit dem Finger auf die „großen meteorologischen Unwägbarkeiten“, Dürren und Mega-Feuer, sowie die „gesundheitlichen Folgen“, die sie mit sich bringen. „Die Experten sind in dieser Frage sehr klar, den Sommer 2020 werden Sie nicht wieder erleben und der Sommer 2022 ist wahrscheinlich der kühlste Sommer, den Sie je erlebt haben oder in den nächsten 20 Jahren erleben werden“, sagt sie. Der Sommer 2022 ist laut Météo France nach dem Sommer 2003 der zweitheißeste Sommer, der je in Frankreich gemessen wurde. „Das sind Tatsachen. Es ist unverantwortlich, die Realität dieser Tatsachen nicht anzuerkennen“, meint Agnès Pannier-Runacher, die der Ansicht ist, dass…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Hitzewelle, Dürre, Feuer: Meteo France zieht Bilanz nach einem Sommer der Rekorde

    Hitzewelle, Dürre, Feuer: Meteo France zieht Bilanz nach einem Sommer der Rekorde

    Météo France präsentierte am Dienstagmittag die Zusammenfassung der sommerlichen Messungen, die mehrere Rekorde gebrochen haben. So wurde zum Beispiel in der Bretagne die 40°C-Marke überschritten und Waldbrände haben seit Jahresbeginn 62.000 Hektar Land verwüstet.

    Die Hitzewellen, Brände wüten und in bisher verschonten Regionen herrscht Rekordtrockenheit… Météo France zieht am Dienstag, dem 30. August, die Bilanz eines beispiellosen Sommers. Unter den Auswirkungen des Klimawandels könnte das jedoch schnell zur Norm werden.

    „Der Sommer, den wir gerade erlebt haben, ist ein mächtiger Weckruf“, sagte Premierministerin Élisabeth Borne am Montag, nur wenige Tage nachdem Präsident Emmanuel Macron die Ansicht äusserte, dass das Land vor einem „großen Umschwung“ stehe, zu dem auch die Auswirkungen der Erderwärmung gehören.

    Die Zusammenfassung der Sommermesswerte – der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August – wird heute erst um 17 Uhr bekannt gegeben, aber im Laufe des Sommers hat Météo France schon viele Rekorde registriert.

    Wie diese „außergewöhnlichen Serien“ von aufeinanderfolgenden Hitzetagen (über 25°C), z. B. waren es in Marseille seit dem 9. Mai bereits 113 Tage. Die 102 Tage vom 14. Juni bis zum 23. September 2018 liegen weit abgeschlagen hinten. In Straßburg dauert die Serie seit dem 11. Juli, also bereits 50 Tage (bisheriger Rekord 33 Tage in 1976/2003/2018).

    In Nizza sind bis Montag 60 aufeinanderfolgende „Tropennächte“ gemessen worden, d. h. mit einer Temperatur, die nicht unter 20 Grad fiel, was eine körperliche Erholung besonders schwierig macht. Der bisherige Rekord von 58 Nächten stammte aus dem Jahr 2016.

    Drei Hitzewellen
    Ein Phänomen, das von Météo France Sud-Est auf den „Einfluss einer hohen Mittelmeertemperatur“ zurückgeführt wurde. Auch das Mittelmeer litt unter einer Hitzewelle, bei der die Wassertemperatur 4 bis 5 Grad über den normalen Temperaturen lag und dadurch die marinen Ökosysteme bedrohte.

    Fast das gesamte Land erstickte unter drei Hitzewellen, wobei die erste bereits im Juni auftrat. Viele absolute Hitzerekorde wurden gebrochen, sogar im Nordwesten des Landes, der bisher von grosser Hitze verschont war. Das Thermometer erreichte im Juli 39,3°C an der Spitze der Bretagne, in Brest, und unglaubliche 40,4°C in der normannischen Hafenstadt Dieppe.

    In Kombination mit dem ausbleibenden Regen förderte die Hitze eine starke Trockenheit, die inzwischen fast das gesamte Land betrifft, und machte die Vegetation besonders leicht brennbar. Das Ergebnis: eine traurige Bilanz der Waldbrände mit 62.000 Hektar verwüsteter Fläche seit Jahresbeginn gegenüber durchschnittlich 8.500 Hektar in der gleichen Zeit, wie aus den Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) hervorgeht.

    Frankreich erlebte ungewöhnliche Brände, wie den Brand von Landiras in der südlichen Gironde, bei dem in zwei Bränden mehr als 20.000 Hektar verbrannten. Und es gab Brände bis in Gebiete, von denen man nie gedacht hätte, dass sie gefährdet sind, wie etwa der mythische bretonische Wald Brocéliande.

    Ein weiteres Opfer der Dürre sind die Landwirte, deren Ernten voraussichtlich spürbar zurückgehen werden (-18 % bei Mais, -20 % bei Kartoffeln), was die Regierung dazu veranlasst hat, Hilfen freizugeben.

    Besorgte Franzosen
    Die öffentliche Meinung wurde auch von beeindruckenden Gewitterepisoden geprägt, bei denen zum Beispiel am 18. August auf Korsika fünf Menschen ums Leben kamen. Auch wenn solche außergewöhnlichen Wetterphänomene nicht ausschliesslich auf den Klimawandel zurückzuführen sind, verstärkt dieser nach Ansicht von Klimaforschern ihre Intensität und Häufigkeit.

    Der Sommer 2022 könnte „einem durchschnittlichen Sommer in der Mitte des Jahrhunderts“ ähneln, wenn die für die Erwärmung verantwortlichen Treibhausgasemissionen nicht deutlich sinken, so die Modellrechnungen des Wetterdienstes Météo France.

    Der Kampf gegen den Klimawandel bestimmt zu einem großen Teil die politischen Auseinandersetzungen des Herbstes, von Debatten über Privatjets oder Swimmingpools bis hin zu Erklärungen der Regierung, die von der linken Opposition und Umwelt-NGOs beschuldigt wird, nicht genug zu tun.

    Der Sommer 2022 wird auf jeden Fall die öffentliche Meinung geprägt haben und den Klimawandel laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage auf den zweiten Platz der Sorgen der Franzosen (32%) direkt hinter der Inflation (33%) hieven. Laut einer weiteren Umfrage von Harris interactive für Challenges gaben 86% der Franzosen an, sich über dieses Thema Sorgen zu machen.

  • Globale Erwärmung: Laut Klimaforschern sind 50 Grad Hitze in einigen Jahren durchaus möglich

    Globale Erwärmung: Laut Klimaforschern sind 50 Grad Hitze in einigen Jahren durchaus möglich

    „Seit ein paar Tagen höre ich: ‚Wir haben die Hitzewellen im Sommer 1976 und 1983 erlebt‘, aber wenn diese Sommer von 1976 und 1983 heute stattfinden würden, wären sie völlig banal. Die Temperatur dieser Sommer entspricht der durchschnittlichen Temperatur unserer Sommer zwischen 2011 und 2020. Was damals außergewöhnlich war, ist heute die Norm“, sagt die Klimatologin Françoise Vimeux.

    Am heutigen Montag bereitet sich Frankreich auf den Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle vor, die seit einer Woche über das Hexagon hereingebrochen ist. Die Klimaforscherin Françoise Vimeux, die von France Inter interviewt wurde, meint: „Das Außergewöhnliche ist, dass wir Departements auf Alarmstufe Rot haben, die nicht an so hohe Temperaturen gewöhnt sind. Man erwartet, dass in Brest der Rekord von 1949 übertroffen wird, der damals bei 35,2 Grad lag“.

    Die Forschungsdirektorin des Instituts für Entwicklungsforschung warnt davor, dass „Extremereignisse (Hitzewellen, sintflutartige Regenfälle und Dürren) immer häufiger und intensiver auftreten werden. Die Hitzewellen werden mit Sicherheit länger dauern und früher einsetzen, wie Anfang Juni“.

    Die Klimatologin erklärt, dass seit 1947 45 Hitzewellen gemessen wurden. Die aussagekräftigste Zahl ist jedoch, dass von diesen 45 Hitzewellen 21 erst nach 2010 aufgetreten sind. „Wenn Sie die Anzahl der Hitzewellen seit 2006 auf dem Gebiet von Frankreich zählen, haben Sie so viele wie in den 60 Jahren vor 2006“.

    Françoise Vimeux stellt eine Verbindung zwischen diesen Beobachtungen und dem bereits stattfindenden Klimawandel in Europa her: „Wir beobachten seine Auswirkungen auf extreme Ereignisse und sehen, dass 100% des Klimawandels, den wir derzeit erleben, auf unsere Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist.“

    „Die 50 Grad, ja, das ist möglich“
    „Im Juni 2019 wurde der bisherige absolute Rekord in Frankreich gebrochen, mit mehr als 46 Grad, im Schatten unter Schutzdächern. Die 50 Grad, ja, das ist möglich, in nur einigen Jahren“, warnt die Klimaforscherin.

    Für Françoise Vimeux sind „die Städte ein echtes Problem. Eine Anpassung an Hitzewellen in den Städten ist absolut notwendig: Begrünung, Wärmedämmung bestimmter Gebäude, Entsiegelung von Böden, Entfernung von Asphalt etc. Es gibt eine ganze Reihe von Lösungen, die im IPCC-Bericht auf den Tisch gelegt werden, und das ist absolut notwendig“.

    Sie betont auch, dass es einer „nationalen Organisation bedarf, um strukturelle Veränderungen bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen“. „Es gibt sehr viel Aktivität auf lokaler Ebene, aber das bleibt sehr bruchstückhaft, es gibt nicht unbedingt eine Organisation auf globaler Ebene und das ist es, was wir brauchen“.

  • Hitzealarm: Rekordhitze am Montag in ganz Frankreich erwartet

    Hitzealarm: Rekordhitze am Montag in ganz Frankreich erwartet

    Die heißen Temperaturen schreiten in ganz Frankreich voran und erreichen am heutigen Montag Spitzenwerte. Die gesamte Westküste ist betroffen. In 15 Departements herrscht Alarmstufe Rot und es werden Rekordtemperaturen erwartet.

    Wird dieser Montag, der 18. Juli, wirklich der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich? Die Vorhersage-Karte hat sich in weiten Teilen der Atlantikküste eine scharlachrote Farbe angenommen. In 15 Departements herrscht Hitzewarnung Rot, darunter auch in der Gironde, wo die Feuer am Sonntagabend wieder an Intensität zugenommen haben. Die Höchsttemperaturen werden überall über 30°C liegen und in der westlichen Hälfte Frankreichs, vom Atlantik bis zum Rhonetal, zwischen 38 und 40°C.

    Der Höhepunkt der seit 1947 45. Hitzewelle in Frankreich wird auf der Westseite des Landes erwartet, insbesondere in der Bretagne, die bislang von der grossen Hitze verschont blieb. Gestern Nachmittag, am Sonntag, wurden bereits in den Departements Landes, Gironde, Gers, Haute-Garonne, Lot und Pyrénées-Atlantiques Spitzenwerte von über 40°C gemessen.

    Der Höhepunkt wird im Laufe des Tages erwartet.
    Gegen 5 Uhr am Montagmorgen wurden von der Mittelmeerregion bis zur Atlantikküste meist mehr als 20°C gemessen. In Dourgne im Departement Tarn ist das Thermometer auch in der Nacht nicht unter 30°C gesunken!

    Der Montag markiert den Höhepunkt dieser Hitzewelle auf der Westseite des Landes mit extremen Werten: Die 40-Grad-Marke soll in den Departements mit Warnstufe Rot häufig erreicht oder überschritten werden. Gleichzeitig gewinnt die große Hitze in Richtung Norden und Osten des Landes an Fahrt, während sie im Südosten anhält.

    Die Temperaturen sind hoch: 33°C in Lille, 39°C in Nantes, 32°C in Marseille, 37°C in Toulouse und Biarritz.

    Es werden einige Temperaturrekorde gebrochen. In Brest wurde der absolute Rekord von 35,2°C vom Juli 1949 (im August 2003 wurden 35,1°C gemessen) bereits am gestrigen Sonntagnachmittag erreicht. Er soll am heutigen Montagnachmittag überschritten werden. In der Bretagne ist ein solches Hitzenniveau absolut außergewöhnlich.

    Alarmstufe Rot ab Dienstagmorgen aufgehoben
    Die am Sonntag ausgegebene „rote“ Warnung, die den Bewohnern der betroffenen Gebiete empfiehlt, angesichts „gefährlicher Phänomene von außergewöhnlicher Intensität“ „absolute Wachsamkeit“ walten zu lassen, gilt für die folgenden Departements: Charente, Charente-Maritime, Côtes-d’Armor, Dordogne, Finistère, Gers, Gironde, Ille-et-Vilaine, Landes, Loire-Atlantique, Lot-et-Garonne, Maine-et-Loire, Morbihan, Deux-Sèvres und Vendée.

    Einundfünfzig Departements sind außerdem auf der Warnstufe Orange (was so viel bedeutet wie „Seien Sie sehr wachsam“) und der Rest Frankreichs – mit Ausnahme von Corse-du-Sud – auf Gelb („Seien Sie aufmerksam“).

    Zu beachten ist eine teilweise ausgeprägte Gewitterentwicklung heute Nachmittag auf der Alpensüdseite (gelbe Wachsamkeit „Gewitter“): Schauer, die in kurzer Zeit zu starken Niederschlägen führen können.

    Die rote Hitzewarnung wird aller Voraussicht nach Dienstag ab 6 Uhr aufgehoben werden können. Am Mittwoch „werden die starken Hitzewellen nur noch das südöstliche Viertel betreffen, mit weiterhin sehr warmen Nächten“, so Météo France.

    Ganz Europa betroffen
    Die Zunahme solcher extremen Wetterphänomene ist laut Wissenschaftlern eine direkte Folge der globalen Erwärmung, da der Ausstoß von Treibhausgasen sowohl die Intensität als auch die Dauer und Häufigkeit dieser Phänomene erhöht.

    Die große Hitze facht die Brände an, die sich in den letzten Tagen insbesondere in den Wäldern der Gironde und in Bouches-du-Rhône vervielfacht haben.

    Die Hitzewelle betrifft ganz Westeuropa und hat auch in Spanien und Portugal zu Waldbränden geführt. Im Vereinigten Königreich gab die Wetterbehörde die erste „rote Warnung für extreme Hitze“ in der Geschichte des Landes heraus.

  • Frankreich wird wahrscheinlich seine Klimaziele für 2030 nicht erreichen

    Frankreich wird wahrscheinlich seine Klimaziele für 2030 nicht erreichen

    Trotz eines rückläufigen Trends bei den Emissionen sind die Klimaschutzmaßnahmen Frankreichs immer noch „unzureichend“, urteilte der Hohe Klimarat am Mittwoch und warnte vor „großen Risiken“, wenn die Ziele für 2030 nicht erreicht werden.

    Der Jahresbericht des HCC, einer unabhängigen Behörde, die bereits seit ihrer Gründung durch Emmanuel Macron jedes Jahr die „unzureichende“ Reaktion des Staates auf die globale Erwärmung kritisiert, enthält auch in diesem Jahr eine deutliche Warnung. Die Klimakrise macht ihre Auswirkungen in Frankreich mit einer Vervielfachung von Hitzewellen, Dürren oder extremen Regenfällen immer deutlicher spürbar.

    „Ich bin froh über das, was bisher getan wurde. Jetzt müssen wir aber den Gang wechseln, wir brauchen einen Sprung vorwärts in der Klimaaktion“, fasst die Präsidentin, die Klimatologin Corinne Le Quéré, gegenüber der Agentur AFP zusammen. Der Sprung sei notwendig, weil „große Risiken, die von Frankreich gesetzten Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase nicht zu erreichen, fortbestehen“, heißt es in dem Bericht.

    Frankreich hat sich verpflichtet, seine Emissionen bis 2030 um 40% im Vergleich zu 1990 zu senken. Zu diesem Zweck legt die Nationale Kohlenstoffarme Strategie (SNBC) Emissionsobergrenzen fest, doch bereits das erste „Kohlenstoffbudget“ 2015-2018 wurde überschritten. Anschliessend hat die Regierung die Obergrenzen für 2019-2023 angehoben und damit die Massnahmen zur CO2-Reduzierung de facto verschoben.

    Der Zeitraum 2019-2021 blieb trotz eines „teilweisen Aufschwungs“ im Jahr 2021 unter dem geplanten Kohlenstoffbudget, allerdings hauptsächlich aufgrund der Pandemie und der Anhebung der Obergrenzen, so das HCC.

    Der Bericht stellt jedoch auch positive Entwicklungen fest, darunter neue Regeln für die Energieeffizienz neuer Gebäude oder die Entwicklung kohlenstofffreier Energien in der Landwirtschaft. Und zum ersten Mal sind im Jahr 2021 sind die Emissionen aller großen Sektoren rückläufig, auch wenn für die Landwirtschaft und den Verkehr dieser Rückgang „noch bestätigt werden muss“.

    Das Ziel Frankreichs sollte laut HCC bis 2030 bei -50% liegen. In dem Zeitraum, der Frankreich bis 2030 bleibt, müsste der Emissionsrückgang mehr als verdoppelt werden, um eine jährliche Emissionssenkung von 4,7% zu erreichen. Das entspricht einem Rückgang um durchschnittlich 16 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr gegenüber 8 Millionen Tonnen pro Jahr im letzten Jahrzehnt. Die bisherige Strategie sieht nur einen Rückgang um 12 Mio. t CO2-Äquivalente pro Jahr vor (durchschnittlich -3,2% pro Jahr).

    das Büro der Premierministerin verspricht: „Wir werden bis September alle neuen Bausteine auf den Tisch legen, mit denen wir das Ziel für 2030 erreichen können, und das wird Gegenstand von Konsultationen sein müssen.“

    Abgesehen von der Kritik begrüßt der Hohe Rat, dass die Premierministerin nun direkt für die ökologische Planung zuständig ist, und empfiehlt insbesondere eine mehrjährige Programmierung der Klimafinanzierung. Um eine notwendige Sichtbarkeit für Unternehmen, Haushalte und öffentliche Einrichtungen zu schaffen.

    Der Bericht plädiert auch für eine „starke Umstrukturierung“ der Forst- und Holzwirtschaft, die als „Kohlenstoffsenke“ für die Erreichung der Kohlenstoffneutralität bis 2050 von entscheidender Bedeutung sind. Ihre Speicherkapazitäten fielen zwischen 2013 und 2019, bevor sie sich 2020 wieder erholten, und absorbierten in diesem Zeitraum 60% weniger als erwartet.

  • Trockenheit: Frankreich befindet sich in einer „kritischen Phase“ der Klimakrise

    Trockenheit: Frankreich befindet sich in einer „kritischen Phase“ der Klimakrise

    In Frankreich droht eine grosse Dürre. Bereits vor Beginn des Sommers gelten in fünfzehn Departements Wasserbeschränkungen. Die Landwirte sind sich bereits jetzt sicher, dass sich die aktuelle Trockenheits-Periode auf ihre Ernten auswirken wird.

    Derzeit will noch niemand von einer Katastrophe sprechen. Aber alle Anzeichen für eine Rekordtrockenheit sind vorhanden. Die FNSEA, die größte landwirtschaftliche Gewerkschaft, veröffentlichte am Dienstag, dem 10. Mai, eine alarmierende warnung: „Keine Region ist verschont geblieben. Mit jedem Tag, der vergeht, sehen wir, dass die Böden Risse bekommen. Gestern war ich bei einem Landwirt im Departement Puy-de-Dôme, der seinen Weizen bewässern muss. Wenn es so weitergeht, werden diejenigen, die die Möglichkeit haben zu bewässern, davonkommen, die anderen werden dramatische Ertragseinbußen haben“, warnte Christiane Lambert, FNSEA-Präsidentin, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Seit Oktober/November gibt es enorme Dürren in Portugal und Spanien, die sich über Okzitanien und die Provence entlang des Rhonetals fortsetzen. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist, dass die Trockenheit auch Regionen nördlich der Loire betrifft“, fuhr sie fort.

    Lesen Sie auch: Wetter: Frühe Dürre beunruhigt in grossen Gebieten Frankreichs

    Die gleiche Notlage stellt auch das Landwirtschaftsministerium fest. „Bei Kulturen wie Weizen oder Gerste, die sich heute in der Entwicklungsphase befinden, treten allmählich Situationen auf, die die Erträge beeinträchtigen werden“, heißt es aus dem Ministerium. Das trockene und warme Wetter Ende April und Anfang Mai könnte, wenn es anhält, auch Frühjahrskulturen wie Sonnenblumen, Rüben und Mais und damit für die Ernährung von Nutztieren unerlässlichen Futtermittel beeinträchtigen.

    Die Risiken gehen aber weit über Verluste in der Landwirtschaft hinaus. „Neben der Landwirtschaft hat die Dürre auch erhebliche Auswirkungen auf viele andere Bereiche, z. B. auf Gebäude“, erklärt die Hydrologin Emma Haziza. Immer mehr Häuser werden durch ausgetrocknete Böden, die sich unkontrolliert verändern, beschädigt und sind vom Einsturz bedroht. Das ist ein neues Phänomen in Frankreich und diese art von Schäden können auf Dauer viel teurer als Überschwemmungen sein und langfristig erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Darüber hinaus hat die Dürre auch gefährliche Auswirkungen auf die Energieproduktion: Kernkraftwerke benötigen durchgehend große Mengen an Wasser, um die Reaktoren zu kühlen.

    Dürre ist die erste sichtbare Folge des Klimawandels
    Schuld an den oben beschriebenen Problemen sind die höheren Temperaturen, die im Frühjahr gemessen wurden, und ein April mit einem Niederschlagsdefizit von 25%. Für Météo-France ist diese „Hitzeepisode“ „bemerkenswert aufgrund ihrer Frühzeitigkeit, ihrer Dauer und ihrer geografischen Ausdehnung. Die Trockenheit lässt sich jedoch vor allem durch die sehr geringen Niederschläge im vergangenen Winter erklären. An sich ist eine solche Trockenheitsepisode zwar außergewöhnlich, aber nicht wirklich neu. Neu ist jedoch, dass es in allen vier Wintermonaten zu wenig geregnet hat. In Kombination mit den für die Jahreszeit hohen Temperaturen konnten sich die Grundwasserspeicher nicht füllen. Dies führt sehr schnell zu einer kritischen Phase, wenn man bedenkt, dass der Sommer noch vor uns liegt.

    Hydrologen sind sich einig: Der Regenmangel steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel, daran gibt es keinen Zweifel mehr. Die Dürre ist eine der ersten sichtbaren Folgen. Man stellt heute fest, dass die Folgen der Klimakrise immer schneller kommen und jedes Jahr größere Ausmaße annehmen. 2022 ist das erste Jahr, in dem Frankreich mit einer „Blitzdürre“ konfrontiert ist, einem Phänomen, das bisher nur in traditionell warmen Ländern beobachtet wurde und das den Boden und die Ernten in nur fünf Tagen austrocknet.

    Nicht alle Regionen jedoch sind diesem Phänomen gleichermaßen ausgesetzt. Die Grundwasserspeicher sind in einigen Gebieten reaktiver und schaffen es leichter, sich zu füllen, während sie sich in anderen gebieten nicht füllen. So sind etwa die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, der Mittelmeerraum, der Grand-Est sowie die gesamte Region Poitou-Charentes besonders stark vom Wassermangel betroffen. Aber Wissenschaftler warnen davor, dass selbst Regionen, wie Nordfrankreich, Belgien oder Nordeuropa, die sich von der Dürre verschont glaubten, beginnen, die Auswirkungen der Erwärmung und der Trockenheit zu spüren.

    Um dem Notstand entgegen zu wirken, wurden in 15 Departements bereits spezielle Regeln von den Präfekturen erlassen. Diese reichen von der Aufforderung zum Wassersparen (Wachsamkeitsstufe) über ein Verbot der Bewässerung von Gärten oder Feldern zu bestimmten Zeiten (Alarmstufe), bis zur Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um 50% oder zum vollständigen Verbot der Wasserentnahme für die Autowäsche oder die Bewässerung von Grünflächen (verstärkte Alarmstufe) gehen können.

    Nach Treffen mit Wasserbehörden und Vertretern der Landwirtschaft kündigte das Landwirtschaftsministerium außerdem an, dass das im April gestartete Programm, das Landwirte bei der Bewältigung des Klimawandels unterstützen soll und ursprünglich mit 20 Millionen Euro ausgestattet war, um weitere 20 Millionen Euro aufgestockt und damit verdoppelt werden soll.

    Ende April hatte die Regierung außerdem angekündigt, dass die Wasserbehörden zusätzliche 100 Millionen Euro ausgeben dürfen, um die landwirtschaftlichen Bereiche bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, zum Beispiel durch das Anlegen von Wasserrückhaltebecken.

    Es ist allerdings durchaus nicht sicher, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Wissenschaftler stellen fest, dass wir sind inzwischen mitten im Klimawandel und seinen Folgen angekommen sind. Wir müssen unsere langfristigen Modelle überdenken, die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen neu gestalten und aus dem produktorientirten Denken der Vergangenheit aussteigen, das unter anderem zur Entwaldung und Denaturierung grosser Flächen geführt hat.

  • Seit der Präsidentschaftswahl wenden sich enttäuschte Wähler NGOs und Umweltverbänden zu

    Seit der Präsidentschaftswahl wenden sich enttäuschte Wähler NGOs und Umweltverbänden zu

    In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen fühlten sich viele umweltbewusste Wähler von keinem der beiden Finalisten vertreten und wenden sich daher nun NGOs und Umweltverbänden zu. Viele Wähler fanden sich im zweiten Wahlgang wieder, ohne einen Kandidaten, der sich ihrer Meinung nach ausreichend für den Klimaschutz einsetzte. Viele von ihnen wollen nun mit entsprechenden NGOs arbeiten. 530 neue Aktivisten in einer Woche bei Alternatiba. Bei der Organisation Alternatiba stellt man einen außergewöhnlichen „Wahleffekt“ fest. 530 Personen haben innerhalb einer Woche beantragt, sich der Bewegung anzuschließen. Der jüngste Präsidentschaftswahlkampf hat wieder einmal gezeigt, dass das Klima unter französischen Politikern nur schwer Gehör findet. Daher muss man sich laut Théo Rougier, Koordinator der Klimamärsche und Sprecher des Kollektivs Maintenant ou jamais, anders engagieren. Er erklärt: „Es wäre falsch zu denken, dass dies das Ende der Politik und der Beginn einer Aktion ist, die …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Marches pour le futur: Mehrere tausend Demonstranten gestern in Paris

    Marches pour le futur: Mehrere tausend Demonstranten gestern in Paris

    Am Vorabend der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen wurden am Samstag, 9. April, in mehreren französischen Städten „Marches pour le futur“ (Märsche für die Zukunft) organisiert. In Paris stand der Kampf gegen die globale Erwärmung im Mittelpunkt des Demonstrationszuges. Paris, Lyon, Bordeaux, Rennes, Montpellier. Die Kundgebungen, zu denen verschiedene Umwelt-, Wohltätigkeits- und feministische Organisationen aufgerufen hatten, zählten insgesamt mehrere zehntausend Teilnehmer. Die Forderungen der Demonstranten lauteten, dass die nächsten fünf Jahre für „Gerechtigkeit, Klima, Gleichheit und Frieden“ stehen sollten. In Paris erinnerten die Plakate an die Klima-Krise: „Roter Alarm für eine grünere Zukunft“, „Isolieren wir die Wohnungen, nicht die Menschen“, usw. Für die Demonstranten gibt es angesichts der Erderwärmung keine Zeit mehr zu verlieren: „Es ist ein Schrei aus dem Herzen, damit sie erkennen, dass uns das wichtig ist und dass alles andere uns egal ist. Dieser Notfall ist der…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Klima: Griechenland, Irland und die Schweiz wollen auf mehr Windenergie setzen

    Klima: Griechenland, Irland und die Schweiz wollen auf mehr Windenergie setzen

    Die Energiepreise nehmen inzwischen einen wichtigen Platz in den Debatten des Präsidentschaftswahlkampfes in Frankreich ein. Nun haben sich mehrere europäische Länder dafür entschieden, auf mehr Windkraft zu setzen. Dies ist etwa in Griechenland und Irland der Fall. Die Schweiz würde gerne nachziehen.

    In Griechenland werden trotz starker Opposition immer mehr Windkraftanlagen gebaut.
    Die Energiewende veranlasst die liberale griechische Regierung, massiv in Windkraftanlagen zu investieren. Die Bevölkerung in den betroffenen Regionen wehrt sich jedoch seit Jahren vehement dagegen. Überall im Land kommt es zu Demonstrationen gegen die Errichtung von Windkraftanlagen, die oft bis zu 120 Meter hoch sind.

    In Agrafa, auch bekannt als die griechischen Alpen, einer Region von einzigartigem ökologischem Interesse, die als Natura 2000 eingestuft wurde, auf den Inseln Tinos, Andros, in Skyros, auf Kreta – wo mehr als 1.000 Windräder entstehen sollen – auf der Insel Ikaria haben die Einwohner ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht. Aber vor allem auf der Insel Euböa ist der Protest zu spüren. Fast 700 riesige Windräder, so weit das Auge reicht. Und mehrere Dutzend sollen in den kommenden Monaten noch gebaut werden.

    Warum aber entscheidet sich Griechenland dafür, Windkraftanlagen auf seinen Inseln mit hohem Tourismuspotenzial zu errichten? Die letzten Regierungen haben es mit den geltenden Umweltstandards nicht so genau genommen. Es werden Gebiete, die als Natura 2000 eingestuft und somit eigentlich geschützt sind, tendenziell ignoriert. Sogar archäologische Stätten werden beeinträchtigt, wie auf der Insel Andros. Denn es ist viel billiger, Windkraftanlagen auf Bergen und Anhöhen zu installieren als auf dem Meer.

    Die Gegner von Windkraftanlagen fordern die Einhaltung von Umweltstandards. Sie sind nicht gegen Windkraftanlagen an sich, sondern gegen ihre Industrialisierung. Sie wollen sie nach den Bedürfnissen der Einwohner aufstellen, wie auf der Insel Tilos. Was die Regierung mit den Tausenden von Windrädern jedoch tut, ist laut ihren Gegnern, die Energie zu kommerzialisieren. Und der Widerstand ist so groß, dass die Regierung in letzter Zeit mehrere Lizenzen widerrufen und sechs Bergregionen unter besonderen Schutz stellen musste.

    Irland versucht, die erzeugte Energie zu speichern.
    In Irland hat sich die Regierung ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 80% erneuerbare Energien bis 2030, doppelt so viel wie in Frankreich. Die irische Regierung setzt insbesondere auf die Speicherung der überschüssigen Energie, die von Windkraftanlagen in windreichen Zeiten erzeugt wird. So soll verhindert werden, dass fossile Brennstoffe in der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen.

    In mehreren Buchten des Landes wird derzeit nach Möglichkeiten gesucht, die überschüssige Energie unter dem Meeresspiegel zu speichern. Denn bei fossilen Energieträgern ist es einfacher, das Energie-Angebot an die Nachfrage anzupassen. Man muss nur mehr produzieren, wenn die Nachfrage steigt, z. B. im Winter. Windkraftanlagen sind wetterabhängig. Irland sucht nach einem Weg, die große Menge an Energie, die während Zeiten starker Winde erzeugt wird, nicht zu verlieren. Umgekehrt soll der Strom aus Windkraft aber auch bei Windstille nicht ausgehen, wie es im letzten Sommer eineinhalb Monate lang der Fall war.

    Bis zum Ende des Jahrzehnts will man diese grüne Energie mehrere Wochen lang in Unterwasser-Salzkavernen in Form von Wasserstoff speichern können, einem Gas, das für das Transportwesen und die Industrie weiterverarbeitet werden kann. Und der Vorteil dieser Technik ist, dass sie im Gegensatz zur Speicherung in Batterien umweltfreundlich ist.

    Der Anstieg der Energiepreise in den letzten Wochen – unter anderem aufgrund des Krieges in der Ukraine – hat den Übergang zu nachhaltigen Energiequellen noch dringlicher gemacht. Das Projekt zur Stromspeicherung wurde vor Beginn der russischen Invasion gestartet, doch jetzt macht es wirklich Sinn. Vor allem in einem Land wie Irland, das vom Meer umgeben ist und dem es daher kaum möglich ist, einen Austausch von grüner Energie zwischen zwei Ländern zu erreichen. Irland muss diese Probleme gewissermaßen alleine und vor seinen europäischen Nachbarn lösen.

    Zu beachten ist auch, dass es in Irland keine Kernenergie gibt, diese ist dort illegal. Wenn das Land also aus den fossilen Brennstoffen aussteigen und den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 verfünffachen will, muss es insbesonders auf die Speicherung setzen.

    Die Windenergie in der Schweiz ist Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen.
    Im Gegensatz zu den Beispielen aus Irland und Griechenland tritt die Schweiz im Moment auf der Stelle. Dort macht die Windenergie bisher nur 0,25 % der gesamten Stromerzeugung aus, mit 41 Windkraftanlagen, die über das ganze Land verteilt sind. Das ist wenig für ein Land, das bis 2050 CO2-neutral sein will und beschlossen hat, langfristig auf Atomkraft zu verzichten. Im Sommer kann sich die Schweiz auf ihre Wasserkraftstaudämme verlassen. Im Winter muss jedoch Strom aus den umweltschädlichen Kohle- und Gaskraftwerken in Deutschland importiert werden.

    Windenergie ist neben der Solarenergie einer der Wege, wie die Schweiz ihre Ziele im Kampf gegen den Klimawandel einhalten und gleichzeitig ihre Energieautonomie sichern will. Wenn Windkraftanlagen strategisch so wichtig sind, warum steht die Schweiz im europäischen Vergleich so schlecht da?

    Ein Grund für die Verzögerung ist die Vielzahl an Gerichtsverfahren, die ebenso zahlreich sind wie die Windparkprojekte in der Schweiz. So dauerte es beispielsweise 23 Jahre, bis die sechs Windräder in Sainte-Croix wegen der vielen Gerichtsverfahren das Licht der Welt erblicken konnten.

    Die Folge ist, dass Schweizer Unternehmen zehnmal mehr Windkraftanlagen im Ausland bauen als in der Schweiz, aber das könnte sich ändern. Die Behörden wollen die Klagemöglichkeiten einschränken. Sehr zum Leidwesen der Anwohnerverbände, die gegen Windkraftanlagen sind und von einer Verweigerung der Demokratie sprechen.