Schlagwort: Kanada

  • Trump äußert sich unentschlossen zu Angriffen auf den Iran – und andere World-News

    Trump äußert sich unentschlossen zu Angriffen auf den Iran – und andere World-News

    Während Israel am sechsten Tag in Folge Ziele im Iran bombardierte und Teheran mit Raketen antwortete, erklärte Präsident Trump, er habe noch nicht entschieden, ob amerikanische Streitkräfte an israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen teilnehmen sollen.

    „Ich habe Ideen, was zu tun ist“, sagte er gestern und fügte hinzu: „Ich treffe gerne die endgültige Entscheidung eine Sekunde bevor sie fällig ist – weil sich Dinge eben ändern.“

    Zuvor am Tag hatte Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, Trumps Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ zurückgewiesen und gewarnt, dass die USA „irreparablen“ Schaden erleiden würden, wenn sie in den Konflikt eingreifen. Wenige Stunden später erklärte ein ranghoher iranischer Diplomat, Teheran sei zu Verhandlungen mit den USA bereit.


    Indien und Kanada beginnen mit diplomatischer Annäherung

    Fast zwei Jahre nach der Ermordung eines kanadischen Sikh-Klerikers, die zu beiderseitigen Ausweisungen der höchsten Diplomaten führte, deuteten Indien und Kanada eine diplomatische Entspannung an.

    Nach einem Treffen ihrer Regierungschefs beim G7-Gipfel in Alberta erklärten beide Länder in getrennten Mitteilungen, sie würden neue Botschafter ernennen, Handelsgespräche wieder aufnehmen und die Visabearbeitung sowie andere Dienstleistungen wiederbeleben. Keine der beiden Seiten erwähnte den Grund für das Zerwürfnis.

    Hintergrund: 2023 hatte Kanada Indien beschuldigt, hinter der Erschießung von Hardeep Singh Nijjar zu stecken, einem Aktivisten, der sich für einen unabhängigen Sikh-Staat „Khalistan“ in Indien einsetzte. Die indische Regierung, die Nijjar als Terrorist betrachtete, warf Kanada vor, Extremisten zu schützen.

    G7: Der Gipfel endete mit einem Hilfspaket von 1,7 Milliarden US-Dollar für die Ukraine seitens Kanadas – abgesehen davon blieb der Ertrag für due Ukraine mager. Die Aufmerksamkeit lag auf dem Konflikt im Nahen Osten.


    Österreich plant Verschärfung des Waffenrechts

    Acht Tage nach dem tödlichsten Amoklauf an einer Schule in der Geschichte des Landes hat die österreichische Regierung ein Gesetzespaket zur Verschärfung des privaten Waffenbesitzes vorgelegt.

    Zu den Maßnahmen gehören die Anhebung des Mindestalters für bestimmte Schusswaffen von 21 auf 25 Jahre, eine Verschärfung des verpflichtenden psychologischen Tests beim Waffenkauf und eine vierwöchige Wartefrist zwischen dem Kauf und der Übergabe der ersten Waffe.

    Zitat: „Nichts, was wir tun – auch nicht das, was wir heute beschlossen haben – wird uns die zehn Menschen zurückbringen, die wir letzten Dienstag verloren haben“, sagte Kanzler Christian Stocker. „Das wissen wir nur allzu gut. Aber eines kann ich Ihnen versprechen: Wir werden aus dieser Tragödie lernen.“


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    US-Politik: Während Demokraten Trumps Pläne zur Massendeportation kritisieren, kam es vermehrt zu Auseinandersetzungen und Festnahmen von demokratischen Parteivertretern durch Bundesbehörden.

    Klima: Großbritannien steht vor der ersten Hitzewelle des Jahres. Die Temperaturen sollen bis zu 33 Grad Celsius erreichen.

    Wirtschaft: Nippon Steel hat die Übernahme von U.S. Steel abgeschlossen – ein Deal, der dem Weißen Haus außergewöhnliche Kontrolle über das neue Unternehmen verschafft.

    US-Notenbank: Die Federal Reserve ließ die Zinsen unverändert – in Erwartung möglicher Folgen von Trumps Politik in Handel, Steuern und Migration.

    Medizin: US-Behörden haben eine zweimal jährlich zu verabreichende Injektion zugelassen, die in klinischen Studien nahezu vollständigen Schutz vor HIV bot.

    Migration: Neue Reise- und Visabeschränkungen gefährden die Patientenversorgung in US-Krankenhäusern, die auf ausländische Assistenzärzte angewiesen sind.

    Technologie: US-Forscher fanden heraus, dass Kinder mit exzessivem Handy-, Spiele- oder Social-Media-Konsum zwei- bis dreimal häufiger Suizidgedanken oder Selbstverletzungsabsichten haben.

    Royals: Catherine, Princess of Wales, die sich derzeit von einer Krebserkrankung erholt, hat ihre Teilnahme an den Pferderennen von Royal Ascot abgesagt.

    Italien: Ein 80-jähriger Mann fuhr mit seinem Mercedes die Spanische Treppe in Rom hinunter – mit desaströsen Folgen.

    Anthropologie: Vor rund 70.000 Jahren begannen Menschen in Afrika, auch extreme Lebensräume zu besiedeln – das ebnete laut neuer Studie den Weg für die globale Migration.

    Autos: Chinesische Hersteller verdoppelten im April im Vergleich zum Vorjahr ihren Anteil am europäischen Automarkt, wie eine Studie zeigt.

    Edelmetalle: Chinesische Anleger investieren zunehmend in Gold – gelockt von Prognosen steigender Preise.

    Künstliche Intelligenz: Laut einem neuen Bericht investieren chinesische Geheimdienste massiv in KI.

  • Sanktionen gegen Israels rechte Hardliner: Der Westen setzt ein Zeichen

    Sanktionen gegen Israels rechte Hardliner: Der Westen setzt ein Zeichen

    Am 10. Juni 2025 vollzogen fünf westliche Staaten einen ungewöhnlich scharfen Schritt gegenüber Israel: Großbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland und Norwegen verhängten koordinierte Sanktionen gegen die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich. Die Maßnahmen – Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögenswerten – markieren eine neue Stufe diplomatischen Drucks auf Jerusalem. Zur Begründung nannten die Außenminister der sanktionierenden Staaten „Anstiftung zu extremistischer Gewalt“ sowie „schwere Menschenrechtsverletzungen“ im von Israel besetzten Westjordanland.

    Die Strafmaßnahmen treffen zwei zentrale Figuren der radikalen Rechten in der israelischen Regierung, deren Politik seit langem internationale Kritik auf sich zieht. Während beide Minister sich kämpferisch gaben, könnte der Schritt der fünf Staaten die internationale Dynamik im Nahostkonflikt nachhaltig verändern.

    Ein diplomatisches Tabu wird gebrochen

    Die Sanktionen gegen Ben-Gvir und Smotrich stellen ein Novum dar: Erstmals richten sich koordinierte Strafmaßnahmen westlicher Demokratien direkt gegen amtierende israelische Regierungsmitglieder. Die Formulierungen in der gemeinsamen Erklärung lassen keinen Interpretationsspielraum. Die Regierungen verurteilten insbesondere die „extremistische Rhetorik“ der beiden Minister, welche „Vertreibung und Gewalt gegen palästinensische Zivilisten“ im Westjordanland fördere. Es sei notwendig, die Verantwortlichen für die Eskalation zur Rechenschaft zu ziehen.

    Ein namentlich nicht genannter westlicher Diplomat sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Dies ist kein Angriff auf Israel, sondern ein gezieltes Signal an diejenigen, die bewusst die Zwei-Staaten-Lösung untergraben.“ Die Strafmaßnahmen seien das Resultat zunehmender Gewalt durch radikale Siedlergruppen – häufig geduldet oder offen unterstützt von Ben-Gvirs Ministerium für nationale Sicherheit und Smotrichs Finanzressort, das auch Zuständigkeiten für zivile Angelegenheiten in den besetzten Gebieten innehat.

    Die Reaktion aus Jerusalem: Trotz und Empörung

    Die israelische Regierung reagierte empört. Außenminister Gideon Sa’ar nannte die Maßnahmen „eine eklatante Einmischung in Israels innere Angelegenheiten“ und kündigte eine Sondersitzung des Kabinetts an. Itamar Ben-Gvir, bekannt für seine polarisierenden Auftritte, erklärte: „Kein westliches Land wird unsere nationale Sicherheitspolitik diktieren.“ Bezalel Smotrich sprach von einem „diplomatischen Angriff“ und warf den westlichen Staaten Doppelmoral vor.

    Diese Rhetorik steht exemplarisch für die Positionierung der israelischen Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu, die zunehmend auf Konfrontation mit der internationalen Gemeinschaft setzt – besonders in Fragen der Siedlungspolitik und militärischer Maßnahmen im Westjordanland.

    Gewalt und Siedlungspolitik im Westjordanland

    Hintergrund der Sanktionen ist die anhaltende Eskalation im Westjordanland. Seit Beginn des Jahres 2024 hat sich die Gewalt zwischen israelischen Siedlern und Palästinensern dramatisch verschärft. Nach Angaben der UNO wurden allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 über 150 Palästinenser bei gewaltsamen Zwischenfällen getötet. Auch israelische Soldaten und Zivilisten wurden Opfer von Angriffen, was den Kreislauf von Gewalt und Vergeltung weiter anheizt.

    Insbesondere Ben-Gvirs wiederholte Besuche auf dem Tempelberg sowie seine scharfen Äußerungen gegenüber der arabischen Bevölkerung Israels haben nach Ansicht vieler Beobachter zur Eskalation beigetragen. Smotrich wiederum hatte öffentlich erklärt, ganze palästinensische Dörfer „ausradieren“ zu wollen – eine Aussage, die international scharf verurteilt wurde.

    Wachsende internationale Ungeduld

    Die Entscheidung zur Verhängung von Sanktionen fällt nicht isoliert. Bereits im Februar 2024 hatten die USA Einreisebeschränkungen gegen einzelne radikale Siedler verhängt. Die jetzige Maßnahme geht jedoch weiter und zielt auf zwei hochrangige Kabinettsmitglieder ab. Bemerkenswert ist die Geschlossenheit der fünf Länder, die traditionell als enge Verbündete Israels gelten. Sie unterstreicht eine wachsende Frustration über das Ausbleiben politischer Fortschritte im Friedensprozess.

    Auch innerhalb der EU werden nun Forderungen laut, sich dem Sanktionsregime anzuschließen. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte: „Europa darf nicht länger tatenlos zusehen, wie internationales Recht systematisch missachtet wird.“ Deutschland hingegen äußerte sich bislang zurückhaltend und verweist auf seine historische Verantwortung gegenüber Israel.

    Ein Wendepunkt?

    Die Sanktionen könnten ein diplomatischer Wendepunkt sein – nicht nur im Verhältnis westlicher Staaten zu Israel, sondern auch im Umgang mit rechtsnationalistischen Regierungen weltweit. Dass ausgerechnet Demokratien mit traditionell engen Beziehungen zu Israel nun öffentlich eine rote Linie ziehen, dürfte Signalwirkung entfalten.

    Noch ist unklar, ob die Strafmaßnahmen konkrete politische Veränderungen in Israel bewirken. Doch sie erhöhen den Druck auf Premierminister Netanjahu, dessen Koalition ohnehin unter inneren Spannungen leidet. Die israelische Öffentlichkeit bleibt gespalten: Während Anhänger der Regierung von ausländischer Einmischung sprechen, fordern Oppositionspolitiker ein sofortiges Umdenken. Yair Lapid, Oppositionsführer und ehemaliger Premier, kommentierte: „Diese Sanktionen sind eine direkte Folge von Extremismus in der Regierung.“

    Ob dieser internationale Druck ausreicht, um eine Kurskorrektur in der israelischen Politik herbeizuführen, bleibt offen. Fest steht jedoch: Die Zeiten diplomatischer Schonung sind vorbei – für Ben-Gvir und Smotrich, aber womöglich auch für Israels internationale Position insgesamt.

    Autor: MAB

  • Kanada brennt – und die Welt schaut zu: Warum die Feuer uns alle angehen

    Kanada brennt – und die Welt schaut zu: Warum die Feuer uns alle angehen

    Ein Land im Ausnahmezustand

    Kanada steht in Flammen.

    Über 200 Waldbrände wüten aktuell, mehr als die Hälfte sind völlig außer Kontrolle. Besonders hart getroffen: Manitoba, Saskatchewan und Alberta. Dort mussten mehr als 31.000 Menschen fliehen – ihr Leben ist plötzlich nur noch ein Koffer und die Hoffnung auf ein sicheres Dach über dem Kopf. Militär, Feuerwehr und freiwillige Helfer kämpfen gegen ein Inferno, das alle Dimensionen sprengt.

    Flin Flon: Eingekesselt von Glut und Asche

    Die Stadt Flin Flon, an der Grenze zwischen Manitoba und Saskatchewan, erlebt ein Szenario, das wie aus einem Katastrophenfilm wirkt. Flammen rücken von allen Seiten näher. Einsatzkräfte versuchen verzweifelt, Häuser zu schützen – bei Temperaturen über 30 Grad und starken Winden, die das Feuer wie ein wütendes Tier füttern. Wer hier noch nicht weg ist, bringt sich in Lebensgefahr.

    Rauch, der Ozeane überquert

    Was passiert, wenn sich riesige Mengen Rauch in die Atmosphäre heben? Genau das zeigt sich derzeit über dem Atlantik. Rauchwolken aus Kanada versuchen den Sprung nach Europa – und tauchen den Himmel in ein unwirkliches Orange. Sonnenuntergänge, wie mit Photoshop bearbeitet. Schön? Vielleicht. Beunruhigend? Definitiv.

    Was bedeutet das für die Luftqualität hierzulande? Momentan wenig – der Rauch liegt in großer Höhe. Aber was, wenn die Brände weiter eskalieren?

    Klimawandel als Brandbeschleuniger

    Die Natur liefert die Zündstoffe, wir liefern das Streichholz. Viele Brände entstehen durch menschliche Unachtsamkeit – Lagerfeuer, Funkenflug, weggeworfene Kippen. Aber das allein erklärt nicht das Ausmaß dieser Feuer.

    Die entscheidende Zutat? Hitze. Und davon gibt es in Kanada dieses Jahr zu viel. Der Klimawandel sorgt für rekordverdächtige Temperaturen und trockene Böden, die sich im Nu entzünden. Wälder, die einst grüne Lungen waren, verwandeln sich in Brandbomben. Warum? Weil wir als globale Gesellschaft noch immer viel zu wenig tun.

    Ein System am Limit

    Die Behörden arbeiten rund um die Uhr – mit Löschflugzeugen, Bulldozern und Notunterkünften. Doch die Ressourcen reichen kaum aus. In Winnipeg platzen die Evakuierungszentren aus allen Nähten. Besonders betroffen: Indigene Gemeinschaften, die weitab vom Versorgungsnetz leben. Für sie gibt es oft kaum Informationen, kaum Transport, kaum Sicherheit. Ist das gerecht?

    Feuer mit internationalem Echo

    Die Brände sind nicht nur ein kanadisches Problem. Die Atmosphäre kennt keine Landesgrenzen. Wenn Rauch Europa erreicht, können Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden. Und was passiert, wenn solche Mega-Feuer zur neuen Normalität werden?

    Zwei Fragen drängen sich auf: Wie oft wollen wir solche Katastrophen noch erleben, bis wir echte Konsequenzen ziehen? Und was müssen wir tun, damit es nicht irgendwann auch bei uns so brennt?

    Technik, Hoffnung – und Verantwortung

    Klar – moderne Satelliten und Klimamodelle helfen uns, Brände früher zu erkennen und besser zu verstehen. Doch Daten allein löschen kein Feuer. Was wir brauchen, ist politischer Wille und gesellschaftlicher Mut. Weg von Symbolpolitik, hin zu entschlossenem Klimaschutz. Und dabei dürfen wir niemanden vergessen: Weder die, die heute evakuiert werden, noch die, die morgen auf einem glühenden Planeten leben müssen.

    Der nächste Sommer kommt bestimmt

    Diese Brände sind kein Ausreißer. 2023 war schon heftig – 2025 legt noch einen drauf. Was uns bevorsteht, wenn wir nicht handeln, liegt in der Luft. Im wahrsten Sinne des Wortes.

    Waldbrände wie diese brennen sich in unser kollektives Gedächtnis. Aber sie sollten vor allem eines tun: uns wachrütteln.

    Andreas M. Brucker

    Prompt für Titelbild: Eine dramatische Szene eines riesigen Waldbrands in Kanada, mit orangeroten Flammen, schwarzem Rauch, der in den Himmel aufsteigt, und Feuerwehrleuten, die erschöpft aber entschlossen gegen das Feuer ankämpfen.

  • Kommentar: Wenn der Rauch bis nach Washington zieht – wie viele Beweise braucht ihr noch?

    Kommentar: Wenn der Rauch bis nach Washington zieht – wie viele Beweise braucht ihr noch?

    Da brennt ein halber Kontinent – und manche zucken immer noch mit den Schultern. Kanada erlebt gerade eine beispiellose Feuerwalze, und es sind nicht nur ein paar Bäume, die da lodern. Es sind ganze Landstriche, die im Flammenmeer verschwinden. Der Rauch? Der kennt keine Grenzen. Der zieht inzwischen bis nach Washington D.C., verdunkelt die Sonne über New York, bringt den Flugverkehr durcheinander und legt Städte lahm, in denen man eigentlich glaubt, weit weg vom Geschehen zu sein.

    Und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die sich fragen, ob das mit dem Klimawandel vielleicht nur Panikmache sei. Wirklich jetzt?

    Die Wissenschaft hat längst klipp und klar gesagt: Diese Feuer sind keine Zufälle. Es ist nicht nur „ein heißer und trockener Frühling“, nicht „so wie früher, nur ein bisschen mehr“. Es ist das neue Normal. Temperaturen, die durch die Decke gehen, Böden, die knochentrocken sind, Wälder, die bei der kleinsten Funkenbildung in die Luft gehen. Es ist ein Teufelskreis, der sich selbst antreibt – und wir alle sitzen mittendrin.

    Der Rauch, der jetzt über dem Weißen Haus hängt, ist kein Nebel der Ahnungslosigkeit. Er ist ein Rauchzeichen. Ein letzter Gruß aus der Natur: „Schaut endlich hin! Handelt!“

    Aber was passiert? Kaum mehr als Lippenbekenntnisse, schwammige Versprechen, politische Spielchen. Oder einfach nur Leugnen. Währenddessen brennt es weiter, stirbt Natur, verlieren Menschen ihre Heimat – und wir reden über Bagatellen, als ginge uns das alles nichts an.

    Ist es wirklich so schwer zu begreifen? Müssen erst noch die Alpen rauchen oder der Rhein verdampfen, bevor wir handeln?

    Die Zeit der Diskussionen ist vorbei. Wir stecken schon mittendrin. Und wer jetzt noch immer behauptet, das sei alles übertrieben, der hat entweder Tomaten auf den Augen oder ruht sich auf seiner Ignoranz aus wie auf einem Liegestuhl am Abgrund.

    Klimawandel ist nicht mehr das, was vielleicht irgendwann kommt. Er ist da – laut, brutal und real.

    Wenn der Rauch bis nach Washington zieht – was muss noch passieren, damit ihr aufwacht?

    Von C. Hatty

  • Kanada in Flammen: Waldbrände 2025 stürzen das Land ins Chaos

    Kanada in Flammen: Waldbrände 2025 stürzen das Land ins Chaos

    Ausnahmezustand in drei Provinzen – Zehntausende auf der Flucht

    Kanada erlebt derzeit eine der verheerendsten Waldbrandsaisons seiner Geschichte. Seit Ende Mai 2025 wüten in mehreren Provinzen massive Brände, die bereits über 25.000 Menschen zur Flucht gezwungen haben. Die Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta haben den Notstand ausgerufen, während die Flammen sich unkontrolliert ausbreiten und ganze Landstriche verwüsten.

    In Manitoba, Saskatchewan und Alberta lodern derzeit über 120 aktive Brandherde, von denen etwa die Hälfte außer Kontrolle geraten ist. Besonders betroffen ist die Provinz Manitoba, wo Premierminister Wab Kinew von der größten Evakuierungsaktion in der Geschichte der Provinz spricht. Über 17.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, während das Militär zur Unterstützung bei Evakuierungen und Brandbekämpfung eingesetzt wurde.

    Auch in der benachbarten Provinz Saskatchewan spitzt sich die Lage zu. Rund 8.000 Menschen wurden evakuiert, während zahlreiche Feuerwehrleute und Löschflugzeuge im Einsatz sind. Die Behörden warnen vor einer weiteren Ausbreitung der Brände, da Regenfälle derzeit nicht in Sicht sind.

    Ursachen: Trockenheit, Wind und der Klimawandel

    Die Ursachen für die verheerenden Brände sind vielfältig. Eine außergewöhnliche Trockenheit, gepaart mit ungünstigen Winden, hat die Ausbreitung der Feuer begünstigt. Premierminister Wab Kinew appellierte an die Bevölkerung: „Betet für Regen.“

    Experten sehen den Klimawandel als einen zentralen Faktor. Die steigenden Temperaturen und veränderten Niederschlagsmuster führen zu längeren und intensiveren Brandsaisons. Bereits 2023 erlebte Kanada die schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen, mit über 185.000 km² verbrannter Fläche. news.ORF.at+18DIE WELT+18CTIF+18

    Gesundheitsrisiken und internationale Auswirkungen

    Der Rauch der Brände beeinträchtigt nicht nur die Luftqualität in Kanada, sondern hat auch internationale Auswirkungen. Satellitenbilder zeigen eine gewaltige Kohlenmonoxid-Wolke, die sich über den Atlantik bewegt und Europa erreicht. Experten warnen vor möglichen gesundheitlichen Folgen, insbesondere für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Merkur

    In den betroffenen Regionen Kanadas ist die Luftqualität so schlecht, dass erhebliche Gesundheitsrisiken bestehen. Die Behörden raten der Bevölkerung, Aktivitäten im Freien zu vermeiden und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

    Reisehinweise und Tourismus

    Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die betroffenen Gebiete ab. Reisende sollten ihre Pläne überprüfen, lokale Medien verfolgen und den Anweisungen der Behörden Folge leisten. Touristenorte sind bislang kaum betroffen, dennoch sollten Reisebüros ihre Kundschaft über Vorsichtsmaßnahmen und Informationsquellen aufklären.

    Ein Weckruf für die Welt

    Die aktuellen Ereignisse in Kanada sind ein eindringlicher Weckruf. Sie zeigen, wie der Klimawandel bereits heute unsere Lebensrealität beeinflusst. Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Waldbränden ist ein deutliches Zeichen dafür, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Es bedarf globaler Anstrengungen, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Auswirkungen zu mildern.

    Kanada steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Doch mit internationaler Unterstützung und entschlossenem Handeln kann das Land diesen Kampf gewinnen. Es ist an der Zeit, dass wir alle Verantwortung übernehmen und gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft kämpfen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • König Charles in Kanada: Eine royale Antwort auf Trumps Machtspielchen

    König Charles in Kanada: Eine royale Antwort auf Trumps Machtspielchen

    Ein Auftritt mit Symbolkraft: König Charles III. hat bei seinem Besuch in Kanada mehr als nur höfliche Floskeln verteilt. Er hat sich – elegant, aber bestimmt – an die Seite eines souveränen Staates gestellt, der sich zunehmend durch den Druck aus Washington provoziert fühlt. Die Worte des britischen Monarchen waren wohlgesetzt, doch wer genau hinhörte, spürte die klare Botschaft: Kanadas Unabhängigkeit ist nicht verhandelbar.

    Ein Auftritt mit Geschichte

    Was für ein Moment: Am 27. Mai 2025 betrat König Charles das kanadische Parlament in Ottawa. Seit 1957 hatte kein Monarch dort eine Thronrede gehalten – damals war es seine Mutter, Königin Elizabeth II. Die Geste war also nicht nur feierlich, sondern ein historisches Statement.

    In seiner Rede sprach Charles über Demokratie, Pluralismus und Rechtstaatlichkeit – Werte, die Kanada stark und frei machen. Dass er Donald Trump dabei nicht namentlich erwähnte, war wohl kalkuliert. Doch seine Worte standen in deutlichem Kontrast zu den jüngsten Aussagen des US-Präsidenten, der Kanada mehrmals in einer Art Nebensatz zum 51. US-Bundesstaat erklärt hatte.

    Kanada und die Krone – eine Beziehung mit Tiefgang

    Die Monarchie in Kanada ist seit jeher ein kontroverses Thema. Viele sehen sie als Relikt der Kolonialzeit, andere als Symbol stabiler Kontinuität. In Zeiten wie diesen scheint letzteres die Oberhand zu gewinnen. Denn Trumps forsche Rhetorik und sein unilateralistischer Kurs haben in Kanada viele verunsichert – und damit paradoxerweise die Unterstützung für die britische Krone gestärkt.

    Und Charles weiß das offenbar ganz genau. Sein Besuch, sein Tonfall, seine symbolischen Gesten – wie die Annahme eines traditionellen Schwerts der First Nations – waren Ausdruck eines tiefen Verständnisses für die aktuelle Stimmung im Land. Wo früher höfliches Protokoll reichte, braucht es heute klare Zeichen.

    Trump – außenpolitisch laut, innenpolitisch unter Druck

    Während Charles seine Rede hielt, brodelte es auf der anderen Seite der Grenze. Donald Trump kämpft mit wachsendem Gegenwind. Seine Aussagen über Kanada waren nur das jüngste Kapitel einer Reihe provokativer Maßnahmen: Handelszölle, Visa-Beschränkungen, massive Kürzungen im Bildungssektor – innenpolitisch ein Pulverfass.

    Nicht nur internationale Partner, sondern auch US-amerikanische Politiker und Universitäten zeigen sich zunehmend alarmiert. Das Klima in Washington ist angespannt – manche sprechen bereits von einer institutionellen Eiszeit.

    Zwei Führungsstile, zwei Welten

    Und genau hier liegt der Knackpunkt: Während Trump laut, fordernd und konfrontativ auftritt, agiert Charles mit Würde, Diplomatie und historischer Tiefe. Beide senden Signale – aber ihre Frequenzen könnten kaum unterschiedlicher sein. Der König wählt den Weg der stillen, aber nachhaltigen Symbolik. Trump hingegen setzt auf Lautstärke und kurzfristige Aufmerksamkeit.

    Kann Diplomatie heute noch etwas bewirken? Oder wird sie vom Getöse des Populismus überrollt?

    Zwischen Pferd und Parlament – Gesten mit Gewicht

    Nicht zu unterschätzen ist auch der emotionale Aspekt dieses Besuchs. Kanada schenkte Charles ein Pferd – ein königliches Symbol der Loyalität und Stärke. Ebenso erhielt er ein Gedenkschwert, überreicht von indigenen Führern. Beide Geschenke tragen immense symbolische Bedeutung: Sie stehen für gegenseitigen Respekt, für alte Allianzen und das Versprechen, auf Augenhöhe miteinander umzugehen.

    Solche Gesten sind kein Beiwerk, sondern Teil einer stillen Diplomatie, die in unsicheren Zeiten umso wertvoller ist. Charles betonte mehrfach die Verträge mit den First Nations – ein klares Bekenntnis zur Versöhnung und zum gemeinsamen Weg in die Zukunft.

    Ein Aufbruch – oder ein Abschied von alten Gewissheiten?

    Der Besuch von König Charles war mehr als nur royale Routine. Er war ein politischer Fingerzeig, ein Ausdruck transatlantischer Verbundenheit und ein klares Nein zu übergriffigen Machtfantasien aus Washington. In einer Welt, in der alte Allianzen bröckeln und neue Unsicherheiten wachsen, hat der Monarch das getan, was seine Rolle ihm auferlegt: Stabilität vermitteln, Vertrauen stärken, Grenzen setzen – mit Anstand und Haltung.

    König Charles hat Kanada in einem Moment der Unsicherheit besucht. Er kam nicht mit Drohungen oder Deals, sondern mit einem klaren Bekenntnis: Ihr seid stark und frei. Bleibt es.

    Und genau das – war die stärkste Botschaft seines Besuchs.

    Von Andreas M. Brucker

  • Scharfer Gegenwind für Israel: Druck von Verbündeten wächst – und andere World-News

    Scharfer Gegenwind für Israel: Druck von Verbündeten wächst – und andere World-News

    Israels Drohungen, den Krieg in Gaza massiv auszuweiten und gleichzeitig humanitäre Hilfe weiter zu großen Teilen zu blockieren, stoßen zunehmend auf Widerstand – und das nicht nur von internationalen Organisationen, sondern auch von engen Verbündeten. Nach 19 Monaten Krieg ist die Geduld vieler westlicher Staaten am Ende.

    Großbritannien stoppte gestern die Gespräche mit Israel über ein erweitertes Freihandelsabkommen. Bereits am Vortag hatten Großbritannien, Frankreich und Kanada Israel aufgefordert, die „völlig unverhältnismäßige“ Eskalation sofort zu beenden. Die hohe Zahl ziviler Todesopfer und die katastrophalen humanitären Zustände in Gaza seien nicht länger hinnehmbar – das ginge auch für Partnerstaaten an die Schmerzgrenze.

    Die gemeinsame Warnung der drei Länder war deutlich: Sollte Israel seine neue Offensive nicht beenden und die Blockade humanitärer Hilfe nicht aufheben, würden „weitere konkrete Schritte“ folgen.

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Kritik scharf zurück. Die Verbündeten hätten der Hamas „ein riesiges Geschenk“ gemacht und würden damit künftige Angriffe wie den vom 7. Oktober fördern – also jenen Tag, an dem der aktuelle Krieg seinen Anfang nahm.

    Gleichzeitig warnte ein ranghoher UN-Hilfskoordinator, Tom Fletcher, in einem BBC-Interview: Sollte keine Hilfe durchgelassen werden, könnten in den nächsten 48 Stunden bis zu 14.000 Babys in Gaza sterben. Die UN relativierte später seine Aussage – aber das Entsetzen bleibt.

    Ukraine-Krieg: Hoffnung schwindet

    Währenddessen wächst in der Ukraine die Sorge, dass der Krieg mit Russland noch lange weitergehen könnte. Nach einem zweistündigen Telefonat zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin schien Trump wieder Abstand von aktiven Friedensbemühungen zu nehmen.

    Viele Ukrainerinnen und Ukrainer, wie etwa die Apothekerin Liliia Zambrovska aus Dnipro, haben wenig Hoffnung in diplomatische Lösungen ohne klaren Druck der USA auf Moskau. „Amerika und Russland spielen ein schmutziges und blutiges Spiel“, sagte sie. Dennoch sei Aufgeben keine Option – die Zukunft gehöre allein dem ukrainischen Volk.

    Putin zeigte sich im Gespräch unnachgiebig, was eine sofortige Waffenruhe betrifft. Doch auch für ihn könnte das ein Pyrrhussieg sein – sein Ziel, die Beziehungen zu den USA zu normalisieren, rückt damit in weite Ferne. Trump machte deutlich, dass wirtschaftliche Annäherung erst nach einem Frieden möglich sei.

    Die EU setzt derweil weitere Zeichen: Ihre Sanktionen gegen Russland wurden ausgeweitet – diesmal auf die geheime Tankerflotte, mit der Moskau sein Öl an früheren Sanktionen vorbei verkauft.

    Trumps „Goldene Kuppel“ – Ein Raketenabwehrtraum

    Donald Trump stellte ein spektakuläres Rüstungsprojekt vor: Die „Goldene Kuppel“ – ein Raketenabwehrsystem nach dem Vorbild von Israels Iron Dome. Bis zum Ende seiner Amtszeit soll es Realität sein. So zumindest der Plan.

    Doch Experten schlagen Alarm. Denn logistisch und finanziell ist das Projekt ein echter Brocken – immerhin ist die USA über 400-mal größer als Israel.

    Trump spricht von 175 Milliarden Dollar Kosten. Das Budgetbüro des Kongresses rechnet jedoch mit bis zu 542 Milliarden. Finanziert werden soll das System unter anderem durch Trumps innenpolitisches Sparpaket – das allerdings noch nicht verabschiedet wurde. Kanada bekundete Interesse an einer Beteiligung.

    Weitere internationale Entwicklungen im Überblick

    • Südafrika: Präsident Ramaphosa plant beim Besuch im Weißen Haus Kritik an Trumps Entscheidung zu üben, Afrikaaner als Flüchtlinge aufzunehmen.
    • Syrien: Die EU hebt die letzten Wirtschaftssanktionen auf – als Signal für Stabilität.
    • Spanien: Ein Netzwerkausfall legt stundenlang die Notrufnummern lahm.
    • Afrika: Trumps Kürzungen bei Entwicklungshilfe gefährden zahlreiche Infrastrukturprojekte.
    • Großbritannien: Ein zweiter Verdächtiger wird im Zusammenhang mit Bränden an Objekten von Premierminister Keir Starmer angeklagt.
    • Handel: Die neuen Handelsabkommen Londons mit der EU und den USA sind eher mager – ein Spiegelbild der Post-Brexit-Realität.
    • Katar: Die Kunstmesse Art Basel will 2026 mit einer Veranstaltung in Doha vom Reichtum des Golfs profitieren.
    • Kunst: Drei mutmaßlich geraubte Kunstwerke des Metropolitan Museum of Art kehren in den Irak zurück.

    Von Andreas M. Brucker

  • Die Welt wartet auf ein Rauchzeichen

    Die Welt wartet auf ein Rauchzeichen

    Heute ziehen Dutzende Kardinäle in die Sixtinische Kapelle im Vatikan ein, um in einem der ältesten Rituale der Welt den nächsten Papst zu wählen. Bis ein Nachfolger von Papst Franziskus bestimmt ist, bleiben sie abgeschottet von der Außenwelt. Wie lange das Konklave dauert, ist ungewiss.

    Sobald sie einmal drin sind, erfährt die Welt praktisch nichts mehr. Aber es gibt Rauchzeichen, die uns dennoch einiges sagen. Schwarzer Rauch steht für eine ergebnislose Abstimmung.

    Die erste Abstimmung ist meist symbolisch – sie testet die Stärke der Kandidaten. Wenn auch am zweiten Tag nur schwarzer Rauch aufsteigt, wird langsam klar, dass die Kardinäle große Mühe haben, sich zu einigen. Erst wenn weißer Rauch aufsteigt, steht der neue Papst fest – er zeigt sich kurz darauf auf dem Balkon des Petersdoms den Gläubigen.

    Das Ergebnis des Konklaves ist stets schwer vorherzusagen. Doch die veränderte Zusammensetzung des Kardinalskollegiums unter Franziskus, der seit 2013 im Amt war, macht es diesmal besonders unberechenbar.

    Die Favoriten:
    Kardinal Pietro Parolin, die Nummer zwei im Vatikan, gilt als möglicher Nachfolger und Garant für Kontinuität. Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle von den Philippinen – eher liberal eingestellt – wird seit Jahren als Favorit gehandelt. Er wäre der erste Papst aus Südostasien. Weitere potenzielle Kandidaten finden sich ebenfalls in der engeren Auswahl.


    Indien greift Pakistan an

    Indien teilte heute früh mit, dass es Angriffe auf neun Ziele in Pakistan sowie in dem von beiden Ländern beanspruchten Kaschmirgebiet ausgeführt habe – zwei Wochen, nachdem bei einem Terroranschlag in indisch verwaltetem Kaschmir über zwei Dutzend Zivilisten ums Leben kamen. Laut pakistanischen Militärangaben wurden mindestens acht Menschen getötet und 35 verletzt.

    Der Angriff auf Punjab, das außerhalb des umstrittenen Gebiets liegt, stellt eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Atommächten dar. Indien rechnete unmittelbar nach dem Angriff mit einer Reaktion des langjährigen Rivalen Pakistan.

    Die beiden Länder führten bereits mehrere Kriege – zuletzt 1999 – und standen seither mehrmals am Rand einer militärischen Eskalation. Angesichts der aktuellen Spannungen warnen internationale Beobachter vor möglicherweise katastrophalen Folgen, falls keine Deeskalation erfolgt.


    Carney zu Trump: Kanada steht nicht zum Verkauf

    US-Präsident Trump und der kanadische Premierminister Mark Carney trafen sich gestern in Washington – das erste Treffen seit Carneys überraschendem Wahlsieg mit einem strikt Anti-Trump-Kurs. Beim Gespräch ging es auch um Trumps wiederholte Bemerkungen, Kanada solle der 51. US-Bundesstaat werden.

    „Einige Orte stehen nicht zum Verkauf“, sagte Carney. Trumps knappe Antwort: „Sag niemals nie.“

    Nach dem Treffen erklärte Carney gegenüber Journalisten, er sei etwas zuversichtlicher, was Trumps Haltung gegenüber Kanada angehe. Konkrete Verhandlungen gebe es jedoch noch nicht. Der Weg zu einem möglichen Handelsabkommen werde „viele Kurven haben“, so Carney – doch er sei optimistisch, dass eine Einigung möglich sei.


    Weitere wichtige Nachrichten

    • Russland: Ein ukrainischer Drohnenangriff führte zur Schließung von 13 Flughäfen, darunter alle vier großen Moskauer Airports.
    • Krieg in der Ukraine: Eltern und Lehrer versuchen, staatliche Propaganda aus russischen Schulen fernzuhalten – ein stiller Protest im dritten Kriegsjahr.
    • Sudan: Drohnenangriffe haben Port Sudan getroffen – eine bislang vom Krieg verschonte Stadt.
    • Venezuela: Fünf führende Oppositionspolitiker, die Zuflucht in der argentinischen Botschaft gefunden hatten, sind in die USA geflüchtet.
    • Medien: Medienmogul Barry Diller schreibt in seinen Memoiren offen über seine Homosexualität.
    • Royals: König Charles und Königin Camilla präsentierten ihre offiziellen Krönungsporträts.

    Nahost:

    • Jemen: Israelische Kampfjets bombardierten den Flughafen von Sanaa als Reaktion auf einen Huthi-Raketenangriff nahe dem Flughafen Ben Gurion.
    • Gaza: Die UNO kritisiert Israels Vorschläge zur Hilfslieferung, die als Druckmittel missbraucht werden könnten.
    • Syrien: Das einzige weibliche Kabinettsmitglied des Landes setzt auf Konfliktlösung – und auf die nächste Generation.

    Wirtschaft & Finanzen

    • Handel: Großbritannien und Indien unterzeichneten ein Abkommen zur Senkung von Zöllen – nach drei Jahren Verhandlungen.
    • USA-China: Spitzenvertreter beider Länder treffen sich in der Schweiz – das erste formelle Handelsgespräch seit Trumps Zollerhöhungen.
    • Bangladesch: Exportfabriken steigerten das Einkommen im ganzen Land – Trumps Zölle könnten diesen Fortschritt gefährden.
    • Tesla: Der Absatz in Deutschland und Großbritannien sank auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren.
    • Zölle: Spielwarenhersteller Mattel kündigte Preiserhöhungen für US-Produkte an – wegen Trumps 145-prozentiger Einfuhrzölle auf Waren aus China.

  • Trump-Effekt: Wie Trumps Rückkehr weltweit Wahlen beeinflusst – und andere World-News

    Trump-Effekt: Wie Trumps Rückkehr weltweit Wahlen beeinflusst – und andere World-News

    Donald Trump ist erst seit knapp vier Monaten zurück an der Macht, doch seine Politik hinterlässt bereits deutliche Spuren – weltweit. Strafzölle, das Aufbrechen alter Bündnisse und aggressive Rhetorik haben international Wahlen beeinflusst und innenpolitische Debatten befeuert.

    Besonders auffällig: In Kanada und Australien konnten sich Mitte-Links-Regierungen kürzlich deutlich gegen konservative Herausforderer durchsetzen – und das mit überraschender Wucht. In beiden Ländern verloren die Oppositionsführer nicht nur die Wahl, sondern sogar ihre Sitze im Parlament.

    In Australien sorgte Premierminister Anthony Albanese am Samstag für einen Erdrutschsieg und sicherte sich eine zweite Amtszeit. Die Menschen dort setzen offenbar lieber auf Stabilität in stürmischen Zeiten. Die wirtschaftliche Unsicherheit und das internationale Chaos, das aus Washington kommt, machen Albanese – der eher pragmatisch und zurückhaltend ist und keine großen politischen Wagnisse eingeht – zu einer attraktiveren Wahl.

    Und Kanada? Premierminister Mark Carney steht morgen vor einem hochbrisanten Treffen mit Trump im Weißen Haus. Es geht um viel – politisch wie wirtschaftlich.

    Ein Kontrast dazu ist Rumänien: Dort schwimmt George Simion gegen den Trend. Der rechtspopulistische Nationalist, der mit dem Slogan „Make Romania Great Again“ wirbt, gewann die erste Runde der Präsidentschaftswahl. Offenbar zeigt Trumps Politik auch dort Wirkung – allerdings in die entgegengesetzte Richtung.


    Gaza: Ärzte schlagen Alarm wegen katastrophaler Zustände

    Seit mehr als 60 Tagen lässt Israel keine humanitäre Hilfe mehr nach Gaza. Kein Essen, kein Wasser, kein Treibstoff – und vor allem keine Medikamente. Die Folge: Krankheiten, die eigentlich leicht behandelbar wären, fordern nun zahlreiche Leben.

    Ärzte berichten, dass Menschen mit Herzproblemen oder Nierenversagen den Gesundheitsminister des Gebiets persönlich anrufen, um zu fragen, was sie tun können – wenn es doch keine Medikamente mehr gibt.

    Die Antwort ist erschütternd: „Ich kann ihnen keinen Rat geben“, sagte der Minister. „In den meisten Fällen sterben diese Patienten.“

    Während internationale Hilfsorganisationen und europäische Politiker das Vorgehen Israels scharf verurteilen, bleibt die israelische Regierung bei ihrer Linie: Die Blockade sei rechtens und die Bevölkerung in Gaza verfüge über ausreichende Vorräte – was medizinisches Personal jedoch ganz anders sieht.

    Israel will zudem Tausende Reservisten mobilisieren, um die Militäroperation in Gaza weiter zu verstärken. Es sieht ganz danach aus, als würde sich die Lage noch weiter zuspitzen. Wie lange kann das noch andauern?


    Mehr US-Luftabwehr für die Ukraine

    Ein Patriot-Abwehrsystem, das bislang in Israel stationiert war, soll nach einer Generalüberholung in die Ukraine verlegt werden. Das bestätigten mehrere US-Beamte. Gleichzeitig wird geprüft, ob Deutschland oder Griechenland ebenfalls ein weiteres System beisteuern könnten.

    Obwohl Kiew weiterhin Waffenlieferungen erhält, die unter Präsident Biden genehmigt wurden, rechnen Experten damit, dass diese im Sommer auslaufen. Die militärische Unterstützung könnte damit ins Stocken geraten – ausgerechnet jetzt, wo sie besonders gebraucht wird.

    Russland hatte derweil eine dreitägige Waffenruhe vorgeschlagen. Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte sie jedoch entschieden ab: Drei Tage Pause würden keinen echten Fortschritt in Richtung Frieden bedeuten, sagte er.


    Weitere internationale Entwicklungen im Überblick

    • Israel: Eine ballistische Rakete der Huthi-Rebellen aus dem Jemen schlug nahe dem Flughafen Tel Aviv ein. Israel droht mit Vergeltung.
    • Sudan: In Port Sudan griffen paramilitärische Einheiten zivile Ziele an. Es kam zu mehreren Explosionen.
    • Jemen: Eine Analyse der „New York Times“ legt nahe, dass die USA hinter einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager am 28. April stecken könnten.
    • Singapur: Die regierende People’s Action Party gewann überraschend Stimmen hinzu – entgegen aller Prognosen.
    • Großbritannien: Sieben Iraner wurden im Rahmen zweier Antiterror-Ermittlungen verhaftet.
    • USA: Investorenlegende Warren Buffett kündigte an, zum Jahresende als CEO von Berkshire Hathaway zurückzutreten.
    • Vatikan: Kardinal Pietro Parolin gilt derzeit als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des Papstes.
    • Ölmarkt: Die OPEC erhöht die Fördermenge – möglicherweise, um Trump entgegenzukommen, der auf niedrigere Preise drängt.

    Von Andreas M. Brucker

  • 100 Tage wie keine anderen – über Donald Trump und weitere World-News

    100 Tage wie keine anderen – über Donald Trump und weitere World-News

    Gestern war Präsident Trumps 100. Tag zurück im Weißen Haus – und die Zölle standen im Mittelpunkt. Bei einer Kundgebung in Michigan anlässlich dieses „Jubiläums“ hielt er eine Rede, in der er illegale Migranten scharf angriff, seine exekutiven Maßnahmen zur Umgestaltung von Regierung und Wirtschaft feierte und Seitenhiebe gegen politische Gegner austeilte.

    Der Anlass war ursprünglich als Gelegenheit angekündigt worden, Trumps Einsatz für die Wiederbelebung der US-Industrie zu demonstrieren.

    Doch sein Zollkrieg setzt US-Unternehmen zunehmend unter Druck. Beispiel: Spielwarenhändler im ganzen Land pausierten ihre Bestellungen, da die Zölle Lieferketten zum Erliegen brachten. Nachdem die Pressesprecherin des Weißen Hauses Amazon wegen eines Berichts angegriffen hatte, der vermuten ließ, das Unternehmen wolle zollbedingte Preissteigerungen deutlich kennzeichnen, reagierte Amazon abwehrend: „Das wird nicht passieren.“ Gleichzeitig nahm Trump einige seiner Autozölle wieder zurück.

    Die Zustimmungswerte des Präsidenten sinken seit Wochen. Es lässt sich kaum bestreiten, dass Trumps Rückkehr ins Oval Office bereits jetzt massive Auswirkungen hat. Er hat die Wahrnehmung Amerikas stärker verändert als jeder Präsident seit Franklin D. Roosevelt. Hier ein genauerer Blick darauf, wo und wie er tiefe Spuren hinterlassen hat.

    Krypto: Trumps Kryptowährungsfirma World Liberty Financial hat die Grenzen zwischen Privatwirtschaft und staatlicher Politik regelrecht zerschreddert. Eine Untersuchung der NY Times deckte zahlreiche Interessenkonflikte auf.

    Was er sagt: Trump rechtfertigt seine Agenda mit einem Dauerfeuer an Falschbehauptungen und Verzerrungen. Amerikanische Journalisten haben seine am häufigsten wiederholten Aussagen einem Faktencheck unterzogen – mit niederschmetterndem Ergebnis.


    Selenskyj nennt Putins Waffenstillstandsversprechen „manipulativ“

    Nur wenige Stunden, nachdem Präsident Wladimir Putin einen dreitägigen Waffenstillstand ab dem 8. Mai angekündigt hatte, startete Russland in der Nacht zum Montag 100 Drohnenangriffe auf die Ukraine. Dabei kam ein Kind ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.

    Der vermeintliche Waffenstillstand stößt bei ukrainischen Offiziellen auf berechtigtes Misstrauen. „Es gibt keinen Grund, bis zum 8. Mai zu warten“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. Die Ankündigung sei „ein weiterer Manipulationsversuch“ – mitten in den Bemühungen der Trump-Regierung, einen Weg aus dem Krieg zu finden.

    Selenskyj wies darauf hin, dass die Ukraine auf Drängen der USA bereits einem bedingungslosen 30-tägigen Waffenstillstand zugestimmt habe – Russland hingegen nicht. Auch einen Stopp der Angriffe auf zivile Ziele habe Moskau abgelehnt.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Kanada: Premierminister Mark Carney zeigt sich kämpferisch gegenüber den USA, nachdem seine liberale Partei bei den Parlamentswahlen einen Sieg errungen hatte.

    Syrien: In einem Vorort von Damaskus mit großer drusischer Bevölkerung kam es zu Kämpfen, bei denen mindestens zwölf Menschen getötet wurden, wie Behörden und eine Beobachtungsstelle berichten.

    Iran: Offizielle Stellen gaben an, falsche Angaben zu einer gefährlichen Fracht entdeckt zu haben – mutmaßlich Auslöser der Explosion in dem größten Hafen des Landes, bei der 70 Menschen starben.

    Harvey Weinstein: Miriam Haley, eine von drei Frauen, die laut Staatsanwaltschaft Opfer des Produzenten wurden, sagte in einem neuen Verfahren in Manhattan aus.

    Bildung USA: Die Präsidentin der Harvard-Universität entschuldigte sich öffentlich und versprach Änderungen nach der Veröffentlichung von Berichten über Antisemitismus und Islamfeindlichkeit auf dem Campus.


    Nachrichten aus Europa

    Großbritannien: In Nordengland begann der Prozess wegen der Fällung eines markanten und sehr alten Baumes nahe dem Hadrianswall. Zwei Verdächtige plädierten auf nicht schuldig.

    Europa: Einen Tag nach den Stromausfällen in Spanien und Portugal kehrte in den meisten Regionen der Strom zurück. Die Ursache bleibt bislang ungeklärt.

    Niederlande: Eine niederländische Gemeinde hat offenbar versehentlich fast 50 Kunstwerke entsorgt – darunter auch einen wertvollen Siebdruck von Andy Warhol, wie eine Untersuchung ergab.