Schlagwort: Kältewelle

  • Frankreich bleibt im Würgegriff von Schnee und Eis – der Winter zeigt weiterhin seine Zähne

    Frankreich bleibt im Würgegriff von Schnee und Eis – der Winter zeigt weiterhin seine Zähne

    Am Mittwoch, dem 7. Januar 2026, zieht eine neue, intensive Kaltfront über Frankreich hinweg und verlängert eine Kälteperiode, die sich bereits seit den letzten Tagen des alten Jahres festgesetzt hat. Schnee, Glatteis, klirrende Temperaturen – es ist ein Szenario, das sich tief in den Alltag frisst und weite Teile des Landes lahmlegt.

    Besonders betroffen ist die nördliche Hälfte Frankreichs. Von der Atlantikküste bis zur belgischen Grenze stehen 38 Départements unter erhöhter meteorologischer Beobachtung. Die Warnstufe Orange für Schnee und Eis gilt auch für dicht besiedelte Räume, darunter die Region rund um Paris und die Île-de-France. Ein Winterereignis, das nicht nur Wetter ist, sondern gesellschaftliche Relevanz besitzt.

    Auslöser dieser Lage ist eine atlantische Störung, die in den frühen Morgenstunden auf kalte, bodennahe Luftmassen trifft. Ein klassischer Konflikt der Luftströmungen, wie ihn die Meteorologie gut kennt – und doch jedes Mal neu fürchtet. Denn wo milde, feuchte Luft über gefrorenen Boden gleitet, entsteht eine tückische Mischung aus kräftigem Schneefall und gefrierendem Regen. Besonders letzterer gilt als heimtückisch. Man sieht ihn nicht, hört ihn nicht, spürt ihn erst, wenn es zu spät ist.

    Die staatliche Wetterbehörde Météo-France rechnet in der Île-de-France mit Schneemengen zwischen drei und sieben Zentimetern. Keine Rekordwerte, gewiss. Doch in Kombination mit anhaltendem Bodenfrost verwandeln sich selbst wenige Zentimeter Neuschnee in eine ernsthafte Gefahr. Straßen werden spiegelglatt, Gehwege zu Rutschbahnen, Bahnsteige zu neuralgischen Punkten urbaner Nervosität.

    Der Berufsverkehr am Morgen gleicht einem Geduldsspiel. Busse kommen verspätet, Züge stehen still oder fahren im Schneckentempo, Autofahrer tasten sich voran, als läge ein rohes Ei unter jedem Reifen. In mehreren Départements bleiben Schulbusse im Depot, Schulen öffnen verspätet oder gar nicht. Eltern improvisieren, Arbeitgeber zeigen sich mal flexibel, mal weniger. Homeoffice wird zur Rettungsinsel, wo es möglich ist. Und wo nicht, hilft nur Gelassenheit – oder Galgenhumor. „Winter halt“, sagt man dann, und zieht den Schal enger.

    Auch der Fernverkehr bleibt nicht verschont. Auf nationalen Verkehrsachsen greifen temporäre Beschränkungen für Lastwagen, Geschwindigkeiten werden reduziert, Streudienste arbeiten im Dauerbetrieb. Man sieht sie überall, diese gelben und orangefarbenen Fahrzeuge, die Salz und Splitt verteilen wie Lebenselixier auf gefrorenem Asphalt. Ein Kampf gegen die Elemente, der viel kostet und doch nie endgültig gewonnen wird.

    Dieser Wintereinbruch kommt nicht aus dem Nichts. Seit Ende Dezember liegt große Teile Europas unter dem Einfluss arktischer Kaltluft. Die Temperaturen verharren deutlich unter dem jahreszeitlichen Mittel, Schneefälle wiederholen sich in kurzen Abständen. Erinnerungen an historische Kälteperioden werden wach, auch wenn Vergleiche mit legendären Wintern vergangener Jahrhzehnte meteorologisch hinken. Und trotzdem: Die emotionale Wirkung ist ähnlich. Kälte schärft das Gedächtnis.

    Bemerkenswert ist weniger die meteorologische Dimension als vielmehr die gesellschaftliche Verwundbarkeit, die solche Wetterlagen offenlegen. Moderne Infrastrukturen, hochgradig vernetzt und auf Effizienz getrimmt, reagieren empfindlich auf Extreme. Ein paar Stunden Glatteis genügen, um den Rhythmus ganzer Metropolregionen aus dem Takt zu bringen. Städte, so scheint es, sind für alles gerüstet – außer für das Unplanbare.

    In Gesprächen mit Kommunalvertretern und Verkehrsexperten fällt ein Begriff immer häufiger: Anpassung. Nicht im großen, abstrakten Sinn des Klimadiskurses, sondern ganz konkret. Mehr beheizbare Weichen, bessere Enteisungssysteme, klarere Krisenkommunikation. Der Winter 2026 liefert reichlich Anschauungsmaterial. Und ja, mancher murmelt leise: Das darf uns eigentlich nicht überraschen.

    Ein Lichtblick zeichnet sich dennoch ab. Für Donnerstag sagen die Wetterdienste eine allmähliche Abschwächung der Niederschläge voraus. Ein leichtes Temperaturplus könnte den Schnee in feuchteren Regen übergehen lassen, zumindest in südlicheren Teilen des Landes. Doch Entwarnung klingt anders. Gefrorene Böden, versteckte Eisflächen und nächtliche Minusgrade halten das Risiko hoch. Vorsicht bleibt das Gebot der Stunde.

    So zeigt dieser Januartag, was Winter bedeutet, wenn er ernst macht. Er zwingt zur Langsamkeit, zum Umdenken, manchmal auch zum Innehalten. Und er erinnert daran, dass selbst in einem hochentwickelten Land wie Frankreich Naturkräfte ihre eigene Agenda verfolgen. Man kann sie berechnen, man kann sich vorbereiten – kontrollieren lassen sie sich nicht. Das ist unbequem. Aber auch lehrreich.

    Autor: C.H.

  • Minus 27 Grad und kälter – wenn der Winter im Osten Frankreichs keine Gnade kennt

    Minus 27 Grad und kälter – wenn der Winter im Osten Frankreichs keine Gnade kennt

    Der Winter klopft nicht höflich an, er tritt die Tür ein. In der Franche-Comté, dieser oft stillen, landschaftlich herben Region im Osten Frankreichs, herrscht seit den frühen Morgenstunden des 5. Januar 2026 ein Kälteregime, das selbst erfahrene Einheimische innehalten lässt. Das Thermometer ist in den Hochlagen des Jura auf Werte gefallen, die man dort kennt, aber nicht jedes Jahr erleben möchte. Minus 27 Grad. Und teils noch darunter.

    In den Senken und sogenannten Combes des Juragebirges, jenen natürlichen Kälteschüsseln, sammelte sich in der Nacht die polare Luft wie Wasser in einer Mulde. Ein zweites „polares Erwachen“, wie es die Météo franc-comtoise nennt, nach dem bereits frostigen Sonntag. Wer früh unterwegs war, hörte den Schnee unter den Schuhen nicht nur knirschen, sondern trocken knacken. Ein Geräusch, das nur große Kälte kennt.

    Besonders hart traf es einige kleinere Orte im Département Doubs. Reculfoz meldete –27,7 Grad, Les Pontets –27,6 Grad, La Chaux exakt –27,0 Grad. Zahlen, die nüchtern wirken, aber eine fast physische Wucht entfalten, wenn man sie spürt. Autos springen nur widerwillig an, Atem gefriert zu kleinen Wolken, und selbst der Himmel scheint spröde.

    Auch andere bekannte Kältepole der Region meldeten eindrucksvolle Werte. Arc-sous-Cicon bei –24,3 Grad, Chapelle-des-Bois knapp darunter, Mouthe –22,3 Grad. Mouthe, dieses Dorf, das in Frankreich fast synonym mit Winterkälte steht, blieb diesmal sogar unter seinen Extremrekorden, was allerdings nur ein schwacher Trost ist. In Pontarlier, Morteau oder Champagnole pendelten die Temperaturen zwischen minus 20 und minus 22 Grad. Kalt genug, um jeden Gedanken an Romantik rasch zu beenden.

    Selbst das nördliche Flachland der Franche-Comté blieb nicht verschont. Felon verzeichnete –14,4 Grad, Luxeuil-les-Bains –14,2 Grad, Vesoul –11 Grad, Belfort-Dorans –10 Grad. Keine Rekorde vielleicht, aber Werte, die das öffentliche Leben verlangsamen. Schulen reagieren, Kommunen streuen, Heizungen laufen auf Anschlag. Man rückt näher zusammen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

    „Solche Temperaturen hat man in den meisten dieser Gegenden seit 2017 oder 2018 nicht mehr gemessen“, erklärt Ylies Ghouil, der Gründer der Plattform Météo franc-comtoise. Er beobachtet seit Jahren die klimatischen Eigenheiten dieser Region, kennt ihre Launen und Extreme. Seine nüchternen Feststellungen wirken wie ein Protokoll, hinter dem sich dennoch Staunen verbirgt.

    Der Blick über die Grenze relativiert und verschärft zugleich. Im schweizerischen La Brévine, dem berüchtigten „Kleinen Sibirien“, sackte das Thermometer auf –30,3 Grad ab. Ein paar Kilometer Luftlinie, ein paar Grad Unterschied, aber meteorologisch derselbe Atemzug arktischer Luft. Die Kälte macht nicht an Landesgrenzen halt.

    In den Städten zeigt sich der Winter von seiner ästhetischen Seite. Im Bregille-Viertel von Besançon überzieht Reif die Bäume wie eine feine Zuckerschicht, Dächer glänzen im ersten Licht des Tages, und die Doubs-Schleife wirkt wie erstarrt. Fotografen sind früh unterwegs, soziale Netzwerke füllen sich mit Bildern, die zwischen Postkartenidylle und ehrfürchtigem Schweigen changieren. Sieht brutal aus, aber auch irgendwie schön – sagen viele. Und frieren dabei.

    Meteorologisch ist dieser Kälteeinbruch das Resultat einer stabilen Hochdrucklage über Nordeuropa, die kontinentale Polarluft nach Westen lenkt. In klaren Nächten ohne Wind kann die Kälte ungehindert ausstrahlen, besonders in Höhenlagen und Senken. Ein bekanntes Muster, aber in dieser Intensität kein Alltagsgast. Der Klimawandel hebt solche Episoden nicht auf, er macht sie seltener, aber nicht unmöglich. Gerade das macht sie so auffällig.

    Der Alltag passt sich an. Landwirte kontrollieren ihre Ställe häufiger, Wasserleitungen werden gesichert, Kommunen öffnen Notunterkünfte. Wer draußen arbeitet, kennt die Regeln: Pausen, Schutzkleidung, Bewegung. Wer drinnen bleibt, hört das leise Arbeiten der Heizung und denkt vielleicht an frühere Winter, an zugefrorene Weiher und Schulwege im Schnee. Damals war mehr Winter, heißt es oft. Heute fühlt er sich zumindest wieder so an.

    Und dann ist da noch dieses spezielle Gefühl, das extreme Kälte mit sich bringt. Sie macht die Welt stiller. Geräusche tragen weiter, Gespräche verkürzen sich, alles wirkt konzentrierter. Kein Smalltalk, sondern Zweckmäßigkeit. Man redet weniger, denkt mehr. Oder man sagt schlicht: „Sacré froid“, schüttelt den Kopf und zieht den Schal höher über die Ohren.

    Wie lange dieser Griff des Winters anhält, bleibt offen. Prognosen deuten auf eine allmähliche Milderung hin, doch im Jura weiß man: Die Kälte geht, wenn sie will. Bis dahin bleibt die Franche-Comté in einem Zustand zwischen Frost und Faszination gefangen. Ein Winter, der zeigt, dass er es noch kann.

    Autor: C.H.

  • Frieren im Klassenzimmer: Proteste der Schüler in Amiens gegen eisige Temperaturen

    Frieren im Klassenzimmer: Proteste der Schüler in Amiens gegen eisige Temperaturen

    In Amiens gehen Schüler auf die Barrikaden – und das nicht ohne Grund. In mehreren Schulen der Stadt herrschen in den Klassenzimmern aktuell Temperaturen, die eher an einen Kühlschrank erinnern. Mit teilweise unter 10 °C sind die Lernbedingungen katastrophal, und sowohl Schüler als auch Lehrer haben genug davon.


    Unterricht bei 6 °C? Alltag für viele Schüler

    Es klingt fast absurd, aber genau das erleben die Schüler der Cité Scolaire in Amiens jeden Tag. Eine Lehrerin berichtet: „Ich habe in Klassenzimmern unterrichtet, in denen es 6 °C war.“ Diese Bedingungen machen das Lernen fast unmöglich. Schüler, die im Internat wohnen, haben es nicht besser.

    „Wir schlafen sehr schlecht, selbst mit zwei Decken. Am nächsten Tag sind wir so müde, dass wir im Unterricht einschlafen,“ klagt ein Schüler. Neben dem gesundheitlichen Risiko schlägt die Kälte auch direkt auf die Konzentration – und damit auf die schulischen Leistungen.


    Veraltete Heizungen als Hauptproblem

    Die Ursache liegt auf der Hand: marode Heizsysteme. Lehrer und Schüler kritisieren die alten Anlagen, die den winterlichen Temperaturen nicht mehr gewachsen sind. Laut Jean-Christophe Mornal, Lehrer am Lycée Louis-Thuillier und Vertreter des SNES-FSU, schwanken die Temperaturen in den Klassenzimmern zwischen 5 und 15 °C. Für ihn sind diese Zustände nicht nur unzumutbar, sondern ein Zeichen von Missachtung gegenüber Lehrern und Schülern: „Die Lehrer sind frustriert, die Schüler sind krank, und es herrscht das Gefühl, dass unsere Situation niemanden interessiert.“

    Die Kritik bleibt nicht ungehört. Schüler und Lehrer fordern schnelle Lösungen, um diese inakzeptablen Zustände zu beenden.


    Schuldzuweisungen und vage Versprechungen

    Wie so oft bei solchen Problemen bleibt die Zuständigkeit unklar. Das Schulamt verweist auf den Regionalrat, der wiederum verspricht, die defekten Heizungen zu ersetzen und langfristig eine energetische Sanierung der Schulen in Betracht zu ziehen. Doch konkrete Maßnahmen lassen auf sich warten.

    Die Schüler fragen sich inzwischen, wie lange sie noch frieren müssen, bis endlich etwas passiert. Denn eines ist klar: Mit dicken Jacken lernt es sich nicht besser – egal, wie gut die Lehrer sind.

  • Kaltfront im Anmarsch: Warum in Frankreich Wintermäntel ab Mittwoch nötig werden

    Kaltfront im Anmarsch: Warum in Frankreich Wintermäntel ab Mittwoch nötig werden

    Eine kalte Luftwelle wird in dieser Woche ganz Frankreich erfassen und die Temperaturen deutlich unter die saisonalen Normalwerte drücken, warnt Météo-France.

    Der Sommer ist zwar noch nicht lange vorbei, doch ab Mittwoch, dem 11. September, soll es in ganz Frankreich spürbar kälter werden. Météo-France beschreibt auf seiner Webseite, dass „eine Störung über den Ärmelkanal in das Land zieht und zwischen Dienstagabend und Mittwoch kalte Luft mit sich bringt, die bis Donnerstag das gesamte Gebiet erfasst.“ Diese kühle Luft, die polaren Ursprungs ist, wird einen deutlichen Temperatursturz verursachen – eine Tatsache, die auch der Klimatologe Christophe Cassou auf der Plattform X (ehemals Twitter) anhand von Satellitenbildern unterstreicht.

    Am Dienstag war es bereits kälter als üblich: Die Durchschnittstemperatur lag um 0,1°C unter dem typischen Wert für einen 10. September zwischen 1971 und 2000.

    Temperatursturz in ganz Frankreich

    Ab Mittwoch werden die Höchstwerte deutlich unter den saisonalen Durchschnitt fallen – im Norden Frankreichs sind nur noch 17 bis 18°C zu erwarten, im Südwesten 19 bis 22°C. Die Mittelmeerregion und Korsika bleiben zwar zunächst noch von der Kälte verschont, doch auch dort wird es ab Donnerstag merklich frischer. Météo-France betont, dass die Höchsttemperaturen am Donnerstag oft 5 bis 7 Grad unter den üblichen Werten für Mitte September liegen werden – Werte, die sonst eher Ende Oktober üblich sind.

    Beispielsweise werden am Donnerstagmorgen in Lille nur 7°C erwartet, in Straßburg und Clermont-Ferrand 6°C, in Paris und Rennes 9°C. Eine solche morgendliche Kälte sei für diese Jahreszeit ungewöhnlich, so der Meteorologe Olivier Proust von Météo-France gegenüber der Zeitung „Libération“. Er fügt hinzu: „In den jüngsten Messungen tritt dies selten vor dem 15. September auf.“

    Schnee auf 1.500 Metern und Frostgefahr

    Eine weitere bemerkenswerte Folge dieser Kaltfront ist die Rückkehr des Schnees in den Alpen ab 1.500 Metern Höhe sowie in den Pyrenäen ab 1.800 Metern. Auch in den Hochlagen des Jura und der Vogesen wird es den ersten Schneefall geben, und „Reifbildung ist am frühen Morgen vom Zentralmassiv bis in den Nordosten möglich“, so Météo-France. Das ist jedoch nicht das erste Mal – im September 2020 fiel bereits Schnee auf etwa 2.000 Metern in den Pyrenäen und Alpen. Damals erlebte Frankreich ebenfalls eine kühle Phase, die jedoch nicht so intensiv war wie die aktuell erwartete.

    Besonders kalt wird es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, mit erneutem Frostrisiko im Zentralmassiv und Nordosten Frankreichs. Laut Météo-France wird Freitag der kälteste Tag der Woche sein, mit einem landesweiten Temperaturdefizit von über 5 Grad. Dann soll sich die Sonne zurückmelden und das Wochenende wird laut Prognosen sonnig, mit langsam ansteigenden Temperaturen.

    Widerspruch zwischen Kälte und Klimawandel?

    Die aktuellen kühlen Temperaturen stehen im starken Kontrast zu den außergewöhnlich hohen Werten, die im September 2023 gemessen wurden. Doch eine kältere Phase im September ist „nicht unvereinbar mit dem Klimawandel“, analysiert Météo-France. Solche kühleren Ereignisse treten jedoch jetzt seltener und weniger intensiv auf als in der Vergangenheit.

    Zur Erinnerung: Der Sommer 2024 war der heißeste Sommer, der jemals auf globaler Ebene verzeichnet wurde, so das europäische Copernicus-Programm. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Durchschnittstemperatur der Erde um 1,1°C gestiegen – eine Erhöhung, die nachweislich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, insbesondere auf den massiven Verbrauch fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Dieser beispiellose und rasche Temperaturanstieg bedroht sowohl unsere Gesellschaften als auch die Biodiversität.

    Kampf gegen den Klimawandel – Hoffnung trotz Krise

    Der Klimawandel und seine Auswirkungen erscheinen uns oft überwältigend. Es ist, als ob wir auf einem sinkenden Schiff sitzen und versuchen, das Wasser mit Gläsern herauszuschöpfen. Aber es gibt auch Lösungen: erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz und die Reduzierung unseres Fleischkonsums sind einige der Schlüssel, um das Ruder herumzureißen. Die Frage ist doch: Wollen wir das Ruder wirklich in die Hand nehmen, oder lassen wir uns weiterhin treiben?

    Diese plötzliche Kältewelle zeigt uns einmal mehr, wie unvorhersehbar das Wetter in Zeiten des Klimawandels wird, und unterstreicht, wie komplex der Klimawandel ist – doch sie darf uns nicht davon abhalten, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen.

  • Winterwetter: 10 Departements unter Alarmstufe Orange am Dienstag – Probleme auf den Straßen im Norden

    Winterwetter: 10 Departements unter Alarmstufe Orange am Dienstag – Probleme auf den Straßen im Norden

    Meteo France hat 10 Departements wegen der Gefahr von Schnee und Glatteis auf die Warnstufe Orange gesetzt. Der Verkehr ist am Dienstagmorgen in Teilen Frankreichs stark beeinträchtigt, insbesondere in der Region Ile-de-France: Zwei Autobahnachsen – die A12 und die A13 – wurden gesperrt. Zwei weitere Departements wurden wegen Hochwassergefahr erneut auf die Warnstufe Orange gesetzt: Nord und Pas-de-Calais.

    Die Kälte nimmt am Dienstag, den 9. Januar, im Nordosten Frankreichs und im Zentralmassiv zu. Sechs Departements im Nordwesten wurden auf die Warnstufe Orange gesetzt. Der heutige Tag soll der kälteste dieser Woche in Frankreich werden.

    Metéo France gab in seinem neuen Wetterbericht am Dienstag bekannt, dass die Departements Manche, Essonne, Eure-et-Loir, Isère, Savoie und Haute-Savoie zu den Departements Yvelines, Essonne, Calvados, Orne und Eure hinzukommen, die seit Dienstagmorgen auf die Warnstufe Orange Schnee / Glatteis gesetzt wurden. In den Departements Nord und Pas-de-Calais herrscht aufgrund der Hochwassergefahr erneut die Warnstufe Orange.

    Am Dienstag werden gefühlte Temperaturen zwischen -5°C und -10°C in einem großen nordöstlichen Drittel Frankreichs erwartet, verbunden mit Hochwassergefahr in den Regionen Nord und Pas-de-Calais.

    „Eine Schneeachse erstreckt sich von der Pariser Region bis zur Basse-Normandie. Die gefallenen Schneemengen werden höher sein als ursprünglich erwartet. Es bildet sich auch Straßenglätteplatte“, so Météo France. „Der Schnee erreicht heute Nacht die Ile-de-France. Alle Streu- und Schneemaschinen der Straßendirektion sind mobilisiert. Höchste Wachsamkeit ist geboten“, warnte Verkehrsminister Clément Beaune auf X.

    „Der Verkehr ist sehr schwierig, insbesondere auf der N118, der A12 und der A13, die zwischen Orgeval und Rocquencourt in beiden Richtungen gesperrt ist“, maldete die Präfektur der Region Ile-de-France.

    Um 05:30 Uhr wurden 5 cm Schnee in Caen-Carpiquet, 3 cm in Toussus-le-Noble und Evreux, 2 cm in Paris-Montsouris und Trappes gemessen, berichtet Météo-France. „Die erwarteten Schneemengen in der Basse-Normandie liegen in der Größenordnung von 5 bis 8 cm, könnten aber punktuell 10 cm erreichen“.

    „Im Norden des Landes verstärkt der sich ausbreitende Nordostwind die Kälte. Die Nachttemperaturen sind frostig“. In den Regionen Hauts-de-France, Grand Est, Bretagne, Auvergne und Limousin wird es -7°C bis -4°C Grad geben, im Rest des Landes -5°C bis -2°C Grad, so die Prognose des Wetterdienstes. Am Dienstagmorgen werden nur an der Côte d’Azur und auf Korsika positive Temperaturen verzeichnet, mit Tiefstwerten zwischen 3 und 7 Grad und Höchstwerten von 8 bis 14 Grad. In den Departements Drôme, Isère, Ain und Jura wird Schnee fallen. Achtundvierzig Departements auf der Warnstufe Gelb für „große Kälte“ (zweite von vier Stufen) und in den Departements Nord und Pas-de-Calais gilt weiterhin die orangefarbene Warnstufe „Hochwasser“.

    In Blendecques (Pas-de-Calais), einer der Gemeinden, die letzte Woche schwer von Überschwemmungen betroffen waren, hat der Frost den Schlamm in den Straßen festgefroren.

  • Kältewelle: Notfallplan für große Kälte in Paris ab Montag aktiviert

    Kältewelle: Notfallplan für große Kälte in Paris ab Montag aktiviert

    Angesichts des starken Temperatursturzes hat der Präfekt von Paris beschlossen, ab Montag, dem 8. Januar, den Notfallplan für große Kälte in Paris zu aktivieren. Ein Plan, der die Öffnung zusätzlicher Plätze in Notunterkünften für obdachlose ermöglichen wird.

    Angesichts der großen Kälte zieht die Präfektur der Region Île-de-France alle Register, um Menschen, die auf der Straße leben, in Sicherheit zu bringen. Die Präfektur gab am Sonntag, dem 7. Januar, bekannt, dass Marc Guillaume, Präfekt von Paris, beschlossen hat, ab Montag den Notfallplan für große Kälte in Paris zu aktivieren. Im Laufe der Woche werden 274 zusätzliche Plätze in Notunterkünften zur Verfügung gestellt. Ab Sonntagabend werden „50 Plätze für Familien oder alleinstehende Frauen und 50 Plätze für alleinstehende Männer geöffnet“, so die Präfektur.

    Der Notfallplan für große Kälte wird aktiviert, um auf den starken Temperaturabfall in den kommenden Tagen zu reagieren. Ein Plan, der bereits in 39 Departements, in Ostfrankreich oder auch im Cantal umgesetzt wurde, um die am meisten gefährdeten Menschen zu schützen. Parallel zu den Kälteplänen haben auch mehrere Vereinigungen, darunter der Malteserorden, beschlossen, ihre Streifenfahrten zu intensivieren, da die Zahl der Menschen, die in der Hauptstadt auf der Straße leben und schlafen, im Vergleich zu 2022 um 16 % gestiegen ist.

  • Wetter: Wird bald eine „eisige“ Kälte über Frankreich hereinbrechen?

    Wetter: Wird bald eine „eisige“ Kälte über Frankreich hereinbrechen?

    Die Wettervorhersagen jedenfalls kündigen eine Rückkehr von sehr winterlichen Temperaturen ab Samstag, dem 25. Februar, an. Die Kälte soll in ganz Frankreich herrschen und mehrere Tage andauern.

    Nach einer ersten Winterhälfte mit sehr milden Temperaturen soll es ab dem Wochenende vom 25. / 26. Februar in Frankreich kühler werden. Die Temperaturen sollen im ganzen Land deutlich sinken.

    Im Durchschnitt werden die Temperaturen stellenweise 5 bis 6 °C unter den normalen Werten der Saison liegen, so Météo France. Die Temperaturen werden ab diesem Samstag, 25. Februar, langsam zurückgehen, die Kälte wird sich ab Sonntag verschärfen und über das ganze Land ausbreiten.

    Dieser plötzliche Temperaturrückgang und Einbruch einer eisigen Kälte wird laut Météo France durch ein Hochdruckgebiet, das über den Britischen Inseln liegt, und einem Tiefdruckgebiet, das sich im Mittelmeerraum ausbreitet, verursacht.

    Hochdruck- und Tiefdruckgebiete drehen sich auf der Nordhalbkugel in entgegengesetzten Richtungen – ein Hoch dreht sich im Uhrzeigersinn, ein Tief im Gegenuhrzeigersinn. Sie schaufeln auf diese Weise gemeinsam kalte Luft aus der Arktis nach Europa. Diese Luft wird die Atmosphäre abkühlen und die gefühlten Temperaturen werden deutlich sinken. Wegen dieser kalten Luftströmungen werden die Temperaturen im ganzen Land oft nahe 0°C liegen.

    Eine Kälte soll mindestens bis Mittwoch, 1. März, anhalten. 

    Während das Hochdruckgebiet der Nordhälfte Frankreichs wahrscheinlich recht trockenes Wetter bescheren wird, dürfte das vom Mittelmeer kommende Tiefdruckgebiet in der Südhälfte für Niederschläge oder sogar Schnee sorgen. Météo France erwartet ab Sonntag Regenfälle, die vom Golf von Genua kommen und sich dann bis zu den Pyrenäen ausbreiten werden. Der Regen sei zwar eher schwach, aber sehr willkommen für eine Region, die sehr unter der bestehenden Trockenheit leidet.

    Die kommende Woche wird durch einen recht deutlichen Temperaturunterschied zwischen dem Vormittag und dem Nachmittag gekennzeichnet sein. Die Temperaturen am Nachmittag werden durch die Sonneneinstrahlung jeweils um ein paar Grad steigen, bleiben aber relativ niedrig.

  • Kältewelle: Der Winter kehrt überall in Frankreich ein

    Kältewelle: Der Winter kehrt überall in Frankreich ein

    Seit Samstagabend, 21. Januar, wird es in Frankreich immer kälter. In Korsika fiel Schnee und in vielen Regionen des Landes kehrte der Winter ein.

    In den abschüssigen Straßen von Piazzole, Haute-Corse, hatte die Schneeräummaschine Mühe, sich einen Weg zu bahnen. In 450 m Höhe fiel dort am Samstag, dem 21. Januar, reichlich Schnee, was die Bewohner überraschte. Die Konditorin Aurélie Leoni beschloss, einige Tage zu schließen, um den Sturm vorüberziehen zu lassen. „Das ist ein Geschenk des Himmels, es freut uns für die Natur und für uns, für das Wasser, das knapp geworden war“, sagt sie gegenüber dem Sender France 2.

    Schwierigkeiten auf den Straßen
    Der Winter hat sich in vielen Regionen zurückgemeldet. In Super-Besse im Puy-de-Dôme wurden -6 °C gemessen. Auch das Departement Lozère liegt unter makellosem Weiß. Die Schneeräumer waren den ganzen Nachmittag im Einsatz. Auf den Straßen kam es zu zahlreichen Problemen. Im Département Moselle etwa steckten Lkw-Fahrer wegen Glatteis mehrere Stunden auf einer Landstraße fest. Auch im Departement Creuse bereitete die Kälte größere Sorgen. Freiwillige Helfer suchten Obdachlose und informierten sie über die Öffnung von Aufnahmezentren.

  • Kältewelle: frostiges Wochenende im Grand Est

    Kältewelle: frostiges Wochenende im Grand Est

    Die Region Grand-Est und ihre Bewohner leiden seit Freitag, dem 16. Dezember, unter einer Kältewelle. In Buhl-Lorraine (Moselle) fielen die Temperaturen auf bis zu minus 19 Grad.

    Mit minus 19 °C war Buhl-Lorraine (Moselle) in der Nacht von Freitag auf Samstag, dem 17. Dezember die kälteste Stadt Frankreichs. Am Samstagmorgen war der Metzger des Dorfes trotz der Minustemperaturen im Einsatz. „Es war so kalt, dass das Messer am Steak klebte. Die Kühlschränke braucht man im Moment nicht anzuschließen, kein Problem, alles bleibt kühl“, sagt er lächelnd auf dem Sender France 3.

    Den Märkten fehlen Kunden
    Die ganze Region Grand Est war weiß gefärbt, zugefrorene Flüssen und Spinnweben, die sich in Eisperlen verwandelt hatten. Ein märchenhafter Anblick, vorausgesetzt, man ist warm genug gekleidet. In Straßburg (Bas-Rhin) versuchen die Geschäftsleute, die den Mut hatten, der Kälte zu trotzen, sich anzupassen. In Reims (Marne) ist das Streuen der Gänge auf dem Markt Pflicht, auch wenn die Kunden wegen der Kälte ausbleiben. „Für die Händler verstehe ich, dass es schwierig ist, aber uns geht es gut, es ist anders, wir gehen runter und kommen gleich wieder hoch“ in die warme Wohnung, erklärt eine Frau. In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen im Osten Frankreichs wieder steigen und nächste Woche soll Regen kommen.

  • Wetter: Kälte- und Frostwelle zieht über den Osten Frankreichs

    Wetter: Kälte- und Frostwelle zieht über den Osten Frankreichs

    Es besteht weiterhin die Gefahr von Glatteis und Schneefällen ein Ostfrankreich. Das Unfallrisiko auf den Straßen ist hoch, was auch zu Problemen im öffentlichen Nahverkehr führt.

    Die Eisschicht, die die Windschutzscheiben bedeckte, war am Morgen des 15. Dezember in Mulhouse (Haut-Rhin) besonders dick. „Schnee ist besser als Eis. Es ist praktischer, mit einer Bürste kann man schnell reinigen, aber das hier sieht aus wie Beton, es ist unglaublich“, kommentiert ein Autofahrer auf dem Sender France 2. Auf den Gehwegen muss man sich an Geländern festhalten, um nicht zu fallen. Manche ziehen es vor, auf der Straße zu laufen. „Da ist es nicht so rutschig“, meint ein junger Mann.

    Für den Abend wird Schnee erwartet
    Eine der Folgen des außergewöhnlichen Glatteises ist die Störung des Straßenbahnverkehrs in Mulhouse. Die Bahnen bleiben im Depot und werden auf unbestimmte Zeit durch Busse ersetzt. „Die Oberleitungen für den Strom sind vereist und deshalb fließt an manchen Stellen kein Strom. Wenn die Straßenbahnen fahren, bleiben sie mancherorts stehen und das kann alles durcheinander bringen“, erklärt ein Techniker. Die Temperaturen bleiben den ganzen Tag über unter Null und für den Abend wird Schnee erwartet.