Schlagwort: Justiz

  • Tödlicher Fund im Vorgarten: Rentner stirbt bei Explosion einer Weltkriegs-Granate

    Tödlicher Fund im Vorgarten: Rentner stirbt bei Explosion einer Weltkriegs-Granate

    Ein kleiner Ort im Département Nord, ein stiller Abend im Oktober – und dann ein Knall, der alles verändert. In Saint-Python, einer Gemeinde mit kaum mehr als 1.000 Bewohnern, ist am Donnerstagabend ein 70-jähriger Mann ums Leben gekommen. Die Ursache: eine alte Granate, ein Relikt aus vergangenen Kriegen, das der Rentner in seinem Zuhause manipulierte. Die Explosion riss ihn aus dem Leben – und riss zugleich eine Frage wieder auf, die Frankreich nicht loslässt: Wie gefährlich sind die Altlasten der Geschichte? Das Unglück Donnerstag, 9. Oktober, gegen 21:30 Uhr. Die Rettungskräfte eilen zu einem Haus in Saint-Python. Was sie dort erwartet, ist eine Szenerie wie aus einem Katastrophenfilm: ein zerstörtes Zimmer, ein toter Mann – und fünf weitere Sprengkörper auf dem Gelände. Entschärfer sichern die verbliebenen Granaten, Spezialisten übernehmen die Spurensicherung. Schnell wird klar: Der Verstorbene war allein, es gibt keine weiteren Opfer. Weniger klar ist, wie und warum es überhaupt …

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  • Kommentar: Schluss mit dem Wunsch nach staatlichem Töten!

    Kommentar: Schluss mit dem Wunsch nach staatlichem Töten!

    Vor 44 Jahren hat Frankreich die Todesstrafe abgeschafft – und daran darf sich niemals etwas ändern.

    Wie kommt man überhaupt auf die Idee, diesen barbarischen Anachronismus wiederzubeleben?

    Heute vor 44 Jahren hat Frankreich einen historischen Schritt gewagt. Es hat sich – spät, aber entschlossen – von der Todesstrafe verabschiedet. Von einem Akt der Rache, der mehr über unsere Abgründe aussagt als über unsere Prinzipien. Von einem Relikt, das in einer zivilisierten Demokratie keinen Platz mehr haben darf. Und jetzt, 2025, müssen wir ernsthaft diskutieren, ob man das wieder einführen sollte?

    Entschuldigung, aber: Habt ihr den Verstand verloren?

    Was soll das bitte sein – „Gerechtigkeit“ durch Hinrichtung? „Sicherheit“ durch Tod auf Staatsbefehl? Wer das behauptet, verwechselt Recht mit Rache. Und Menschlichkeit mit Mittelalter.

    Die Todesstrafe macht keine Gesellschaft sicherer. Sie macht sie nur kälter, grausamer, zynischer.

    Sie bringt keine Opfer zurück. Sie heilt keinen Schmerz. Sie stellt keine Gerechtigkeit her – sie schafft nur ein zweites Verbrechen.

    Und ja, ich spreche in dieser Schärfe, weil ich es nicht mehr hören kann: dieses scheinheilige „in bestimmten Fällen“, dieses „wenn es ganz schlimm war“, dieses „die haben es doch verdient“. Wer so redet, blendet alles aus, was uns zu einem Rechtsstaat macht: Zweifel. Irrtum. Verhältnismäßigkeit. Menschenwürde.

    Denn was ist, wenn der Falsche stirbt? Wenn ein Justizirrtum nicht mehr korrigierbar ist? Wenn wir zu Tätern werden – als Gesellschaft?

    Wer die Todesstrafe fordert, öffnet die Tür zu einer Welt, in der Emotion über Prinzipien siegt, in der Angst Politik macht und in der die Rache regiert – nicht das Recht.

    Nein, wir brauchen keine Todesstrafe. Wir brauchen ein besseres Justizsystem. Mehr Schutz für Opfer. Mehr Aufklärung. Mehr Prävention. Mehr Vertrauen.

    Aber sicher keine Guillotine oder einen elektrischen Stuhl im Namen des Volkes.

    Frankreich hat vor 44 Jahren das einzig Richtige getan. Es darf keinen Weg zurück geben. Nie. Und nirgends.

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Mehr als 40 Jahre nach der Abschaffung: Warum über die Hälfte der Französ:innen wieder für die Todesstrafe ist

    Mehr als 40 Jahre nach der Abschaffung: Warum über die Hälfte der Französ:innen wieder für die Todesstrafe ist

    Der hässliche Diskurs ist zurück – einer, von dem man geglaubt hatte, er sei endgültig abgeschlossen. Seit dem 9. Oktober 1981 ist die Todesstrafe in Frankreich Geschichte. Doch aktuelle Umfragen deuten darauf hin: Eine überraschend große Zahl von Menschen – je nach Umfrage mehr als 50 % – könnte sich vorstellen, sie unter bestimmten Umständen wieder einzuführen. Was sagen diese Zahlen wirklich aus? Welche juristische Realität verbirgt sich dahinter? Und was verrät das alles über die französische Gesellschaft?

    Emotion schlägt Ethik: Wenn Umfragen den Zorn messen Daten von Statista, gestützt auf Erhebungen etwa von OpinionWay und Sciences Po, zeigen: Zwischen 45 % und 50 % der Befragten sprechen sich seit 2012 für eine Wiedereinführung der Todesstrafe aus. Auch ein Ipsos/Sopra-Steria-Umfrage von 2015 kam auf 52 %. Die Zahl geistert seither durch die Medien – mal als „knappe Mehrheit“, mal als „beunruhigender Trend“. Doch wie belastbar sind diese Zahlen? Schon 1998 lagen die Meinungen d…

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  • Schock in Lamotte-Beuvron – Ein zerstückelter Körper, ein mutmaßlicher Mord und viele offene Fragen

    Schock in Lamotte-Beuvron – Ein zerstückelter Körper, ein mutmaßlicher Mord und viele offene Fragen

    Ein kleiner Ort in der Mitte Frankreichs, kaum 5.000 Einwohner, friedlich, unscheinbar. Lamotte-Beuvron, Departement Loir-et-Cher. Dort, wo am 4. Oktober ein Arbeiter der örtlichen Déchèterie auf einen Müllsack stößt – und in ihm das, was niemand je zu sehen bekommen möchte: menschliche Überreste. Zerstückelt. Entstellt. Ein Fund, der jetzt ein ganzes Land erschüttert. Zwei Tage zuvor hatte ein Mann bei der Gendarmerie die Vermisstenanzeige für seine Lebensgefährtin aufgegeben. Eine Frau, Jahrgang 1955, etwa 70 Jahre alt, Rentnerin. Jetzt ist sie tot. Und der Mann, der noch kurz zuvor ihre Abwesenheit meldete, sitzt in Untersuchungshaft – wegen Mordes an seiner Partnerin.

    Spuren eines Verbrechens, das zuhause begann Die Ermittler fanden Blutspuren in der gemeinsamen Wohnung. Ein deutliches Zeichen: Der Mord muss dort geschehen sein. Hinzu kommen Videoaufnahmen, die den Verdächtigen in der Nacht mit einer Schubkarre auf dem Gelände der Mülldeponie zeigen. Es ist ein Bild, das sich einp…

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  • Schließung der Moschee „Les Bleuets“ in Marseille – zwischen Sicherheitsinteresse und Glaubensfreiheit

    Schließung der Moschee „Les Bleuets“ in Marseille – zwischen Sicherheitsinteresse und Glaubensfreiheit

    Ein Verwaltungsakt sorgt im Süden Frankreichs für hitzige Debatten: Die Präfektur der Bouches-du-Rhône hat am 6. Oktober 2025 die vorübergehende Schließung der Moschee „Les Bleuets“ im Norden von Marseille angeordnet. Zwei Monate soll das Gebetshaus geschlossen bleiben – eine Maßnahme, die juristisch ebenso brisant wie symbolisch ist. Der Vorwurf: Hassrede und religiöser Extremismus Im Zentrum der Entscheidung steht der Imam der Moschee, Smaïn Bendjilali – in der Öffentlichkeit bekannt als „Imam Ismaïl“. Nach Angaben der Präfektur verbreite er in seinen Predigten und Online-Auftritten „eine fundamentalistische Vision des Islam“, die den Dschihad rechtfertige und die Einführung der Scharia befürworte. Seine Aussagen sollen, so das offizielle Dokument, „zum Hass aufstacheln“ und Gewalt rechtfertigen. Die Schließung ist im amtlichen Register des Départements festgehalten – präzise benannt, mit Adresse und Frist. Formal gesehen: eine administrative Routineentscheidung. Inhaltlich jedoch: e…

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  • Der letzte Angeklagte – und die unbeirrbare Stimme von Gisèle Pelicot

    Der letzte Angeklagte – und die unbeirrbare Stimme von Gisèle Pelicot

    Der Saal des Schwurgerichts von Avignon war im Herbst 2024 über Wochen hinweg ein Brennpunkt französischer Justizgeschichte. Ein Prozess, der Maßstäbe setzte – durch sein Ausmaß, seine Dauer und die moralische Wucht, die von ihm ausging. 51 Männer wurden schuldig gesprochen, Gisèle Pelicot zwischen 2011 und 2020 mehrfach vergewaltigt zu haben. Sie war von ihrem eigenen Ehemann, Dominique Pelicot, über Jahre hinweg mit K.-o.-Tropfen betäubt und anschließend von Dutzenden Männern missbraucht worden.Das Urteil: 20 Jahre Haft für Dominique Pelicot – das Maximum. Er akzeptierte die Strafe, sein Schuldspruch ist rechtskräftig. Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

    Eine einzige Berufung: das Verfahren von 2025 Von den 51 Verurteilten legten zunächst 17 Berufung ein. Nach und nach zogen jedoch fast alle ihre Anträge zurück – aus Angst vor einer möglichen Verschärfung der Strafen, denn auch die Staatsanwaltschaft hatte einen sogenannten appel incident eingelegt.Am Ende bleibt nur einer ü…

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  • Zielscheibe Presseweste – Der Fall Antoni Lallican und die juristische Sprengkraft seiner letzten Reportage

    Zielscheibe Presseweste – Der Fall Antoni Lallican und die juristische Sprengkraft seiner letzten Reportage

    Der 3. Oktober 2025 – ein Tag, der sich in die Chronik des Kriegsjournalismus eingebrannt hat.

    An diesem grauen Morgen in der Ostukraine, nahe der Stadt Droujkivka, explodierte eine Drohne direkt neben einem zivilen Konvoi von Journalisten. Unter den Insassen: der französische Fotojournalist Antoni Lallican, 37 Jahre alt. Er starb noch am Tatort. Neben ihm wurde sein ukrainischer Kollege Georgiy Ivanchenko schwer verletzt. Das Auto trug deutlich sichtbar die Aufschrift „Presse“.

    Die ersten Ermittlungen deuten auf einen gezielten Angriff durch eine FPV-Drohne hin – eine jener ferngesteuerten Waffen, die mit präziser Steuerung ihr Ziel zentimetergenau treffen können. In diesem Fall: ein ziviler Reporter, klar gekennzeichnet, ohne militärischen Status.

    Lallican war kein Unbekannter. Er hatte den Ukrainekrieg über Jahre hinweg dokumentiert, war zuvor in Syrien, im Libanon, in den palästinensischen Gebieten im Einsatz. Seine Fotografien – oft rau, eindringlich, unbequem – hatten ihm internationale Anerkennung eingebracht. 2024 wurde er mit dem Victor-Hugo-Preis für engagierte Fotografie ausgezeichnet.

    Doch nun steht nicht sein Werk im Mittelpunkt – sondern die Umstände seines Todes.


    Kriegsverbrechen? Die französische Justiz erhebt Anklage

    Noch am selben Tag leitete die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft (PNAT) ein Verfahren wegen Kriegsverbrechens ein. Ein gewichtiger Schritt. Denn hier geht es nicht nur um Aufklärung – sondern um ein Signal: Wenn ein Journalist gezielt getötet wird, steht das nicht nur moralisch, sondern auch juristisch außerhalb jeder Legitimität.

    Mit dem Begriff „Kriegsverbrechen“ bewegt sich die Justiz auf heiklem Terrain. Er bedeutet: Diese Tat könnte gegen internationales Kriegsrecht verstoßen – etwa gegen die Genfer Konventionen, die den Schutz von Zivilisten und Pressevertretern regeln. Und: Die Tat könnte geahndet werden.

    Die Ermittlungen übernimmt das französische Zentralamt zur Bekämpfung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ein juristisches Schwergewicht.


    Zwischen Frontlinie und Gerichtssaal – der schwierige Weg der Aufklärung

    Die Liste der Hürden ist lang.

    Erstens: die Frage nach der Zuständigkeit. Welches Gericht soll urteilen? Französische Justiz? Ein internationales Tribunal? Die Ukraine selbst?

    Zweitens: die Beweislage. Um ein Kriegsverbrechen nachzuweisen, reicht es nicht, dass ein Journalist stirbt. Es braucht konkrete Belege: Wrackteile des Drohnenmodells, digitale Steuerungsspuren, Radaraufzeichnungen, möglicherweise Zeugenaussagen aus der Kommandokette. Vor allem aber braucht es: die Absicht.

    Denn ob ein Angriff gezielt oder „nur“ fahrlässig war, entscheidet über Schuld oder Straffreiheit. Ein gezielter Angriff auf Pressevertreter gilt klar als völkerrechtswidrig. Und genau das soll nun bewiesen werden.

    Drittens: die Verantwortlichkeit. Wer hat die Drohne gesteuert? Wer hat den Befehl gegeben? Wer trägt letztlich die politische oder militärische Verantwortung?

    Im Raum steht ein Verdacht – aber noch keine gerichtsfesten Beweise. Noch nicht.


    Was dieser Fall verändern könnte

    Sollte Frankreich in diesem Fall Anklage erheben – und ein Verfahren durchziehen –, hätte das Signalwirkung.

    Denn bislang gilt: Journalisten sterben im Krieg, aber selten wird ermittelt. Noch seltener landet ein Fall vor Gericht. Die meisten Taten verschwinden im Nebel des Krieges, zwischen diplomatischem Kalkül und militärischer Ohnmacht.

    Hier aber gibt es eine klare Spur. Eine Identität. Einen bekannten Reporter. Ein präzises Angriffsmuster. Und ein Land – Frankreich –, das nicht bereit ist, das einfach zu schlucken.

    Wenn die Justiz hier erfolgreich ist, könnte sie ein Fundament legen für neue internationale Standards: Wer gezielt Journalisten angreift, muss mit Konsequenzen rechnen. Auch Jahre später. Auch über Grenzen hinweg.


    Der lange Schatten der Realität

    Und doch: Euphorie ist fehl am Platz.

    Denn in der Praxis sind solche Ermittlungen oft zäh, verlaufen meist im Sande. Beweise verschwinden, Zeugen verstummen, Staaten blockieren. Und: Die wirklichen Täter sitzen oft außerhalb der Reichweite westlicher Justiz.

    Die Gefahr, dass auch dieser Fall in einem politischen Patt endet, ist real. Der Vorwurf „Kriegsverbrechen“ ist juristisch aufgeladen, aber diplomatisch heikel.

    Was passiert, wenn Russland jede Beteiligung abstreitet? Wenn Beweise fehlen? Wenn internationale Zusammenarbeit verweigert wird?


    Ein Symbol, das bleibt

    So oder so: Der Name Antoni Lallican wird nicht verschwinden.

    Er steht heute für mehr als nur einen toten Journalisten. Er steht für die Frage, wie weit Kriegsparteien gehen – und wie stark unser Wille ist, das Völkerrecht nicht nur auf dem Papier zu verteidigen.

    Sein Tod könnte der Moment gewesen sein, in dem ein Rechtsstaat sagte: „Bis hierhin – und nicht weiter.“

    Oder?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Die Feuer der Einsamkeit – wie eine 77-jährige Großmutter ihr Dorf in Angst versetzte

    Die Feuer der Einsamkeit – wie eine 77-jährige Großmutter ihr Dorf in Angst versetzte

    Castelmayran, Tarn-et-Garonne.Ein Sommerabend, still, warm, friedlich. Doch in den Feldern rund um das 1.200-Seelen-Dorf Castelmayran lodert plötzlich eine Flamme auf. Dann noch eine. Und noch eine.Elf Mal insgesamt. Die Täterin? Keine Jugendliche auf der Suche nach Nervenkitzel, kein Mann mit Benzinkanister.Sondern Evelyne C., 77 Jahre alt, Rentnerin, Großmutter – und seit Kurzem verurteilte Brandstifterin. Was treibt eine Frau, die ein Leben lang unauffällig war, dazu, mitten in der Nacht Feuer zu legen?

    Die Spur der Flammen Die Serie von Bränden begann im Sommer 2022 und setzte sich bis ins Frühjahr 2025 fort. Immer derselbe Ablauf, fast ritualhaft: Evelyne C. fuhr mit ihrem Auto durch die Feldwege rund um Castelmayran, öffnete das Fenster, warf zwei Grillanzünder in ein Stück Küchenpapier gewickelt aus dem Wagen – und beobachtete, wie sich das trockene Gras entzündete.Manchmal, wenn das Feuer nicht zündete, drehte sie um und versuchte es erneut. Die Feuerwehr rückte immer wieder a…

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  • Hat Mediapart einen Fake vorgelegt? – Was das Sarko-Urteil über die umstrittene „Note Koussa“ aussagt

    Hat Mediapart einen Fake vorgelegt? – Was das Sarko-Urteil über die umstrittene „Note Koussa“ aussagt

    Ein Schuldspruch, ein Halbsatz im Urteil – und plötzlich kocht ein alter Verdacht wieder hoch: Hat Mediapart 2012 mit der sogenannten „Note Koussa“ einen gefälschten Beleg für mutmaßliche libysche Wahlkampfgelder veröffentlicht? Wer die aktuelle Lage nüchtern sortiert, erkennt: Es geht weniger um Schlagzeilen als um die feine Trennlinie zwischen Verdacht, Beweiswert und gerichtsfester Feststellung. Am 25. September 2025 hat ein Pariser Gericht Nicolas Sarkozy zu fünf Jahren Haft verurteilt – wegen „association de malfaiteurs“, also wegen einer kriminellen Verabredung rund um die Suche nach libyschen Geldquellen für den Präsidentschaftswahlkampf 2007. Historisch, gewiss, und zugleich basierend auf einem Mosaik aus Aussagen, Indizien und Verbindungen – nicht auf einem einzigen Papier. Das Urteil entlastet Sarkozy in anderen Punkten, etwa bei konkreten Geldflüssen und Korruptionsvorwürfen; die Kammer legte den Schwerpunkt auf die Bildung einer kriminellen Vereinigung und deren Verabredung…

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  • Montbéliard im Ausnahmezustand – Nächtliche Angriffe auf Polizei nach Festnahme eines 18-Jährigen

    Montbéliard im Ausnahmezustand – Nächtliche Angriffe auf Polizei nach Festnahme eines 18-Jährigen

    In Montbéliard, im Südosten Frankreichs, brodelt es. Seit der Festnahme eines jungen Mannes am Donnerstagabend hat sich die Stimmung im Viertel Petite-Hollande gefährlich aufgeheizt. Am Freitagabend kam es dort erneut zu massiven Ausschreitungen – ein regelrechter Hinterhalt, wie es der Staatsanwalt nennt. Etwa fünfzig Personen, ganz in Schwarz gekleidet und mit Masken vermummt, griffen die Polizei mit Steinen und Feuerwerkskörpern an. Die Szenen erinnerten an urbane Guerillakämpfe: lodernde Barrikaden, dumpfe Explosionen von Feuerwerksmörsern, Sirenen, die durch die Nacht schrillen.

    Ein Funke, der das Pulverfass entzündete Auslöser der Gewalt war die Festnahme eines 18-Jährigen am Donnerstagabend. Der junge Mann, den die Polizei bereits aus früheren Ermittlungen kannte, wurde wegen „Beleidigung einer Amtsperson“ und eines „motorisierten Rodeos“ – einer gefährlichen, illegalen Raserei auf öffentlichen Straßen – in Gewah…

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