Schlagwort: Instagram

  • Wenn Uniformen zur Illusion werden – wie KI falsche Polizistinnen erschafft und Vertrauen verspielt

    Wenn Uniformen zur Illusion werden – wie KI falsche Polizistinnen erschafft und Vertrauen verspielt

    Sie heißen Kenza, Jade oder Sofia, lächeln in die Kamera, tragen Uniform, manchmal eine Mütze mit Abzeichen, oft viel weniger Stoff als die Dienstvorschrift erlauben würde. Millionen Klicks, tausende Kommentare, Herzen im Sekundentakt. Auf den ersten Blick wirken diese Instagram-Profile wie der neueste Social-Media-Trend. Auf den zweiten Blick beginnt das Unbehagen. Denn diese angeblichen französischen Polizistinnen existieren nicht. Sie sind Produkte künstlicher Intelligenz, zusammengesetzt aus Algorithmen, Fantasien und einem Geschäftsmodell, das mit Aufmerksamkeit handelt. Was in Frankreich in den vergangenen Tagen öffentlich geworden ist, markiert einen neuen Eskalationspunkt im Umgang mit KI-generierten Bildern. Mehrere reichweitenstarke Accounts auf Instagram gaben vor, aktive Beamtinnen der Police nationale française zu zeigen. Die Bilder wirkten professionell, die Körper perfekt ausgeleuchtet, die Szenen kalkuliert zwischen Autorität und Erotik angesiedelt. Erst Recherchen und …

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  • TikTok-Millionäre mit 17: Wie Social Media eine neue Generation in den Traum vom schnellen Reichtum treibt

    TikTok-Millionäre mit 17: Wie Social Media eine neue Generation in den Traum vom schnellen Reichtum treibt

    „Freiheit beginnt bei der ersten Million.“ Es ist ein Satz, den man auf TikTok und Instagram inzwischen häufiger liest als in Business-Zeitungen. Doch wer sich durch die Profile junger Nutzer scrollt, entdeckt schnell: Der Traum vom Wohlstand ist keine ferne Utopie mehr, sondern ein handlungsleitendes Ziel – oft noch vor dem Abitur. In unzähligen Clips versprechen selbsternannte Mentoren: Wer klug klickt, richtig verkauft und diszipliniert postet, verdient schneller Geld als je zuvor. Was für manche nach Aufbruch klingt, ist für andere ein gefährlicher Balanceakt zwischen jugendlicher Ambition und digitaler Verblendung.

    Keryan ist 17, Schüler in der Abschlussklasse eines Wirtschaftszweigs. Seine Tage beginnen früh – nicht mit Vokabeln oder Bilanzen, sondern mit Content-Plänen und Conversion-Raten. „Ich habe das Gefühl, mir rennt die Zeit davon“, sagt er. „Ich will finanziell frei sein, und zwar bald.“ Mit 15 startete er auf Vinted, heute verkauft er Online-Kurse – Marketingwissen für Gleichaltrige. Sein Ziel: raus aus dem Hamsterrad, noch bevor er jemals eines von innen gesehen hat.

    Keryan ist kein Einzelfall. Auf TikTok inszenieren sich Schüler, Studierende und junge Erwachsene als digitale Unternehmer. Sie reden von „Einkommensströmen“, „skalierbaren Geschäftsmodellen“ und „passivem Einkommen“. Manche preisen den Handel mit digitalen Produkten wie E-Books, andere versprechen sich Reichtum durch Dropshipping – also den Verkauf fremder Produkte über eigene Shops. Der große Unterschied zu früher: Nicht mehr Studium oder Ausbildung gelten als Eintrittskarte in ein besseres Leben, sondern Followerzahlen und Funnels.

    „Ich will nicht wie ein Schaf für einen Chef arbeiten“, sagt Noah, 16, aus der ersten Klasse eines Berufsgymnasiums. Für ihn ist die Vorstellung, ein Leben lang fremdbestimmt zu sein, „wie ein Käfig mit Neonlicht“. Zwischen Mathe und Deutsch kuratiert er einen Instagram-Kanal, auf dem er für seine Marketingkurse wirbt – 30 bis 350 Euro pro Stück. Seine Message: Wer den Code des digitalen Markts knackt, kann verdienen, was andere in einem Monat nicht schaffen.

    Jacques, 21, ist schon einen Schritt weiter. Seit einem Jahr verkauft er alles, was sich online gut verpacken lässt – von Korrekturgurten über Konsolen bis hin zu Beauty-Gadgets. Dropshipping sei wie ein Strategiespiel, sagt er, mit echtem Geld und echten Risiken. Auch er spricht von Markenbildung, Logodesign und Zielgruppenpsychologie – Worte, die man sonst aus Business-Meetings kennt, nicht aus WG-Küchen.

    Doch die Motive der jungen „Entrepreneure“ sind vielschichtiger als bloße Gier. Oft steckt dahinter ein diffuses Gefühl von Unsicherheit – und der Wunsch, sich selbst zu behaupten. „Ich will nicht betteln, wenn ich mir was leisten will“, sagt Noah. Und Keryan erinnert sich an sein Praktikum bei einem Sporthändler: „Zwei Wochen Regale einräumen – da wusste ich, das ist nichts für mich.“ Sie alle wollen Kontrolle – über ihre Zeit, ihr Geld, ihr Leben.

    Auch Maeva, 24, suchte diesen Ausweg. Die gelernte Erzieherin hatte ihren Beruf geliebt, aber die Bezahlung war miserabel, der Alltag zermürbend. Dann wurde sie Mutter – und entdeckte auf Instagram das Versprechen von flexiblem Einkommen. Heute verkauft sie digitale Produkte, während ihr Kind schläft. Nicht aus Geiz, sondern aus dem Bedürfnis heraus, nicht mehr „nur zu überleben“.

    Doch der goldene Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ist mit Fallstricken gesäumt. Denn viele dieser vermeintlichen Erfolgsgeschichten beruhen auf Versprechungen, nicht auf soliden Geschäftsmodellen. Immer häufiger entpuppen sich die Kurse als leere Hüllen, die Shops als Etikettenschwindel. Influencer zeigen ihre Rolex, ihre Lamborghinis, ihre Villen in Dubai – aber nicht die Insolvenzquote ihrer Follower.

    Die Masche funktioniert über Emotionen: Schuldgefühle, Angst, Stolz, Liebeskummer. Botschaften wie „Während du scrollst, verdiene ich Geld“ oder „Niemand kommt, um dich zu retten“ richten sich gezielt an die Unsicherheiten junger Menschen. Die Sprache ist betont männlich, aggressiv, übergriffig. Und das System kennt seine Mechanismen: Wer ein Video über E-Commerce schaut, bekommt gleich Dutzende weitere. Was populär ist, wirkt plötzlich glaubwürdig – und schon wird das Unwahrscheinliche zur neuen Realität.

    Selbst Timéo, 16, weiß, dass es ein Spiel mit kleinen Chancen ist. Auf Vinted verkauft er Designertaschen zum dreifachen Preis, inzwischen bietet er auch eigene Kurse an. Er weiß, dass nicht jeder Millionär wird – aber „ein bisschen Geld nebenbei“ reicht ihm auch. Seine Einnahmen sind überschaubar, die Legalität seiner Tätigkeit fraglich. Von Steuern und Sozialabgaben hat er „mal gehört“, mehr aber nicht.

    Die psychischen Folgen solcher Illusionen sind nicht zu unterschätzen. Wer scheitert, redet nicht darüber. Wer verliert, verschwindet still. Die Psychologin Nathalie Granier warnt: „Jugendliche sind besonders anfällig für digitale Manipulationen – sie erkennen die Absichten hinter den Bildern oft nicht.“ Die Folge: Schlafprobleme, Selbstzweifel, soziale Isolation. Was als Selbstermächtigung beginnt, endet nicht selten in Selbstvorwürfen.

    Und während einige noch an ihren Marken arbeiten, kämpfen andere schon mit der Realität: schlechte Konversionsraten, unseriöse Lieferanten, finanzielle Verluste. „Ich habe mal einen Shop gekauft und eine einzige Bestellung bekommen – in anderthalb Monaten“, gesteht Noah. Vom großen Geld blieb nur eine bittere Lektion.

    „Wer verliert, schweigt“, sagt die Psychologin. Und doch muss jemand reden. Nicht, um zu verurteilen – sondern um zu erklären. Denn die Sehnsucht nach Freiheit ist kein Fehler. Aber sie braucht Aufklärung, keine Algorithmen. Orientierung statt Illusion. Und Vorbilder, die Erfolg nicht nur an Luxusgütern messen, sondern an dem, was bleibt, wenn der Bildschirm schwarz wird.

    Von C. Hatty

  • Niederländisches Gericht stoppt Metas Algorithmus-Zwang – Was bedeutet das für Europa?

    Niederländisches Gericht stoppt Metas Algorithmus-Zwang – Was bedeutet das für Europa?

    Ein Urteil aus Amsterdam sorgt für Aufsehen: Der US-Konzern Meta, Betreiber von Facebook und Instagram, muss niederländischen Nutzerinnen und Nutzern künftig die Möglichkeit geben, ihren Nachrichtenfeed chronologisch anzuzeigen – ohne algorithmische Vorauswahl. Und noch wichtiger: Diese Einstellung soll bestehen bleiben, auch wenn man die App schließt.

    Das klingt nach einer kleinen Funktionseinstellung, ist aber in Wahrheit ein Paukenschlag. Denn es geht um weit mehr als die Reihenfolge von Posts. Es geht um die Frage, wer im digitalen Raum den Ton angibt: die Algorithmen der Konzerne oder die Entscheidungshoheit der Bürgerinnen und Bürger.


    Gericht gegen „Dark Patterns“

    Die Richter in Amsterdam kamen zu einem klaren Schluss: Meta drängt Nutzerinnen und Nutzer über versteckte Voreinstellungen („Dark Patterns“) dazu, beim personalisierten Feed zu bleiben. Dieser sei nicht neutral, sondern diene vor allem den wirtschaftlichen Interessen des Konzerns.

    Die Konsequenz: Ein Bußgeld von 100.000 Euro pro Tag, falls Meta das Urteil innerhalb von zwei Wochen nicht umsetzt. Maximal fünf Millionen Euro können so zusammenkommen.

    Meta reagierte empört und kündigte Berufung an. Aus Sicht des Unternehmens gehören solche Fragen in die Hand europäischer Regulierungsbehörden, nicht in die einzelner Nationalgerichte. Ein Argument, das wohl noch mehrfach in einem europäischen Gerichtssaal verhandelt werden dürfte.


    Algorithmen entmachtet? Ganz so einfach ist es nicht

    Auf den ersten Blick wirkt das Urteil wie eine Befreiung von der „Algorithmus-Diktatur“. Endlich wieder das echte, unverfälschte Netz! Doch die Sache ist komplexer.

    Zum einen gilt die Entscheidung nur in den Niederlanden. Nichts verpflichtet Meta, diese Funktion sofort in anderen EU-Staaten freizuschalten. Das Verfahren könnte aber als Blaupause dienen. Je nachdem, ob Meta den Widerstand durchhält oder ob andere Gerichte nachziehen, könnte daraus eine europäische Dynamik entstehen.

    Zum anderen bedeutet ein chronologischer Feed nicht automatisch eine bessere Informationsqualität. Er verhindert zwar, dass Algorithmen bestimmte Inhalte hochpushen – doch Filterblasen, Desinformation oder schlicht Überflutung mit irrelevanten Posts bleiben ein Problem.

    Die Schlagzeile „Algorithmen haben verloren“ ist also eher ein Signal, kein Endpunkt.


    Wenn das Geschäftsmodell wackelt

    Die technischen Anforderungen für Meta sind überschaubar. Viel problematischer ist der Eingriff ins Geschäftsmodell.

    Personalisierte Feeds sind Goldgruben: Sie steigern die Verweildauer, sie treiben die Klicks, und sie liefern präzise Daten für personalisierte Werbung. Ein chronologischer Feed, der ohne algorithmisches Ranking auskommt, könnte den Werbewert deutlich senken.

    Meta selbst warnt deshalb: Nationale Alleingänge wie in Amsterdam gefährden den „digitalen Binnenmarkt“ und unterlaufen die geplante EU-weite Umsetzung des Digital Services Act (DSA). Hinter dieser Verteidigung steckt aber nicht nur juristische Logik – sondern handfester wirtschaftlicher Selbsterhalt.


    Ein Etappensieg für digitale Bürgerrechte

    Die NGO Bits of Freedom, die das Verfahren angestoßen hatte, feiert das Urteil als Triumph. „Es ist inakzeptabel, dass ein paar amerikanische Milliardäre entscheiden, wie wir die Welt sehen“, sagte ein Sprecher.

    Und ja: Das Urteil markiert einen symbolischen Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung im Netz. Aber die Wirklichkeit ist weniger spektakulär. Die Umsetzung hängt an der praktischen Kontrolle der Aufsichtsbehörden – und Meta hat bereits signalisiert, dass man auf Zeit spielen will.

    Die Chronologie-Option allein beseitigt weder Echokammern noch den Einfluss manipulativer Inhalte. Sie ist ein Korrektiv, kein Allheilmittel.


    Der europäische Kontext: DSA als Hebel

    Der Fall fügt sich nahtlos in die größere europäische Agenda ein. Der Digital Services Act verpflichtet Plattformen, transparenter zu agieren und Nutzerinnen mehr Kontrolle über Empfehlungsalgorithmen einzuräumen.

    Doch die Gesetze lassen Interpretationsspielräume. Genau deshalb sind nationale Urteile wie in Amsterdam so entscheidend: Sie schaffen Präzedenzfälle, sie zwingen Konzerne zur Bewegung – und sie zeigen, dass digitale Rechte einklagbar sind.

    Man könnte sagen: Die Niederlande spielen hier das Versuchslabor für Europa.


    Warum es uns alle betrifft

    Warum sollten Bürgerinnen, Medien und Politik über einen Feed-Streit in den Niederlanden reden? Drei Gründe:

    1. Autonomie im Informationszeitalter
      Gerade vor Wahlen ist entscheidend, wie Informationen fließen. Der niederländische Gerichtshof verwies explizit auf den anstehenden Urnengang als Grund für die Eilbedürftigkeit.
    2. Macht der Plattformen
      Facebook, Instagram & Co. sind längst mehr als Unternehmen – sie prägen die öffentliche Debatte wie ein unsichtbarer Staat im Staat. Das Urteil macht deutlich: Auch sie unterliegen Regeln.
    3. Alternativen denkbar
      Sollte der chronologische Feed Zuspruch finden, könnte er den Wettbewerb im Social-Media-Markt neu beleben. Vielleicht entstehen neue Plattformen, die den Nutzerwillen ins Zentrum stellen, statt allein die Klickzahlen.

    Kein Nullpunkt der Algorithmen

    Bleibt die Frage: Leben wir bald in einer algorithmusfreien Zone? Natürlich nicht. Algorithmen sind nicht per se böse. Sie strukturieren Daten, filtern Informationen, erleichtern Orientierung.

    Aber sie dürfen nicht unkontrolliert darüber entscheiden, wie unsere digitale Öffentlichkeit aussieht. Das Urteil aus Amsterdam ist weniger ein Ende als ein Komma – ein Einspruch gegen die totale Macht der Plattformen, ein kleiner, aber deutlicher Schritt in Richtung Balance.

    Die eigentliche Debatte fängt gerade erst an: Wie lassen sich Geschäftsmodelle, demokratische Kontrolle und Nutzerrechte so austarieren, dass das Netz wieder ein öffentlicher Raum bleibt – und nicht nur ein gewinnoptimiertes Schaufenster?

    Autor: C.H.

  • Verzerrte Geschichte per KI? Wie Frankreichs Regierung mit einer historischen Hommage ins Fettnäpfchen trat

    Verzerrte Geschichte per KI? Wie Frankreichs Regierung mit einer historischen Hommage ins Fettnäpfchen trat

    Eine KI, ein patriotischer Anlass und ein Sturm der Kritik: Frankreichs Versuch, mithilfe künstlicher Intelligenz an die Résistance zu erinnern, geriet am 27. Mai 2025 zum medialen Fiasko. Auf TikTok und Instagram veröffentlichte der staatliche Informationsdienst (SIG) eine animierte Video-Hommage unter dem Titel „POV: Du bist eine Frau der Résistance im Zweiten Weltkrieg“. Eigentlich sollte das Video anlässlich des nationalen Gedenktags die Heldinnen der Résistance ehren. Doch es schlug fehl – und das krachend. Der Clip zeigte eine junge Frau, die am helllichten Tag eine Untergrundzeitung mit dem – recht offensichtlich generierten – Titel „Clandestine“ verteilt. Auffällig: Sie trägt eine trikolore Armbinde, als würde sie geradewegs der Karikatur einer Résistance-Kämpferin entstammen. In der nächsten Szene wird sie von deutschen Soldaten verhaftet. Den Gipfel der Absurdität erreicht das Video schließlich mit einer „Befreiung von Paris“-Szene, in der ein vermeintlicher Alliierter ein He…

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  • El Salvador verweigert Rückführung eines aus den USA Abgeschobenen

    El Salvador verweigert Rückführung eines aus den USA Abgeschobenen

    Bei einem Treffen im Weißen Haus erklärte der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, am gestrigen Tag, dass er nicht bereit sei, einen Mann zurück in die USA zu schicken, der fälschlicherweise abgeschoben und anschließend in ein berüchtigtes Gefängnis in El Salvador gebracht wurde.

    „Natürlich werde ich das nicht tun“, antwortete Bukele auf die Frage von Journalisten, ob er bereit sei, bei der Rückführung von Kilmar Armando Abrego Garcia zu helfen. Der Fall steht im Mittelpunkt eines Rechtsstreits, der inzwischen vor dem Obersten Gerichtshof der USA verhandelt wird.

    Bukele sagte, die Rückführung von Abrego Garcia käme dem „Schmuggel eines Terroristen in die Vereinigten Staaten“ gleich. Während Bukele im Oval Office sprach, lächelte Ex-Präsident Donald Trump zustimmend.

    Hintergrund: Die Trump-Regierung hatte die Abschiebung als „Verwaltungsfehler“ bezeichnet. Der Supreme Court hat angeordnet, dass die US-Regierung Abrego Garcias Rückkehr „ermöglichen“ müsse – Trump ignorierte diese Anweisung jedoch bislang.


    Zuckerberg vor Gericht – Der Kampf um Instagram und WhatsApp

    Mark Zuckerberg, Vorstandschef von Meta, stand am ersten Tag eines historischen Kartellverfahrens in den USA als Zeuge vor Gericht. Die Regierung beschuldigt Meta, ein illegales Monopol geschaffen zu haben – durch die Übernahmen von Instagram und WhatsApp, als diese noch kleine Start-ups waren.

    Dieses Verfahren stellt die bislang größte Bedrohung für Zuckerbergs Tech-Imperium dar.

    Im voll besetzten Gerichtssaal in Washington konfrontierten Bundesanwälte Zuckerberg mit E-Mails und internen Dokumenten, die seine Akquisitionsstrategie beleuchten. In einer E-Mail aus dem Jahr 2012 schrieb er, Instagram „ohne neue Features“ weiterlaufen zu lassen – heute nennt er das „frühes Denken“. Letztlich, so Zuckerberg, habe man „enorm investiert“ nach dem Kauf.

    Wie geht es weiter? Heute soll Zuckerberg seine Aussage fortsetzen. In dem auf acht Wochen angesetzten Prozess werden Meta und die US-Regierung zwei völlig unterschiedliche Erzählungen über die 20-jährige Wachstumsgeschichte des Tech-Konzerns präsentieren. Sollte das Gericht gegen Meta entscheiden, müsste Zuckerberg Instagram und WhatsApp womöglich abgeben – ein massiver Einschnitt in die bisherige Silicon-Valley-Praxis.


    Chinas Präsident Xi Jinping besucht Vietnam

    Präsident Xi Jinping ist zum Auftakt einer Südostasien-Reise in Vietnam eingetroffen. In Zeiten wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit durch US-Zölle will er neue Allianzen für Peking schmieden.

    In einem Essay, veröffentlicht kurz vor seiner Ankunft, rief Xi andere Länder auf, sich gemeinsam mit China für „Stabilität, freien Handel und ein offenes, kooperatives internationales Umfeld“ einzusetzen.

    Doch trotz diplomatischer Gastfreundschaft: Vietnam und viele Nachbarländer versuchen gleichzeitig, die USA zu besänftigen – in der Hoffnung auf Zollsenkungen. Das könnte sie davon abhalten, sich offen an die Seite Chinas zu stellen.


    WEITERE TOP-MELDUNGEN

    • Ukraine: Trump bezeichnete den russischen Raketenangriff, bei dem mindestens 35 Menschen in Sumy getötet wurden, als „Fehler“ und „schreckliche Sache“.
    • Gabun: Brice Oligui Nguema gewann die Präsidentschaftswahl und festigte seine Macht nach dem Putsch 2023.
    • USA: Ein Brandanschlag auf das Haus des Gouverneurs von Pennsylvania schürt Sorgen über Bedrohungen gegen Politiker.
    • Ecuador: Amtsinhaber Daniel Noboa wurde erneut zum Präsidenten gewählt. Die unterlegene Kandidatin, eine Vertraute von Ex-Präsident Correa, ficht das Ergebnis an.
    • Kanada: Danielle Smith, Premierministerin des Bundestaates Alberta, sorgt mit lobenden Worten über Trump für Empörung.
    • Dominikanische Republik: Beim Einsturz des Dachs im Jet Set-Nachtclub in Haina starben nach letzten Erkenntnissen 25 Menschen, darunter lokale Persönlichkeiten.
    • Kuba: Die Trump-Regierung hat damit begonnen, US-Visa von Beamten aus Ländern einzuziehen, die kubanische Ärzte beschäftigen.
    • Ungarn: Das Parlament verabschiedete eine Verfassungsänderung, wonach alle Ungarn entweder männlich oder weiblich sind.
    • Gesundheit: Forschern gelang erstmals eine Nierentransplantation bei einem Schwein mit einem zuvor eingefrorenem Organ – dank neuartiger Auftaumethode von innen heraus.
    • Unterhaltung: HBO hat erste Schauspieler für seine „Harry Potter“-Serie vorgestellt – unter anderem John Lithgow als Albus Dumbledore.

  • Empörung um Sophia Chikirous Hommage an Hamas-Chef

    Empörung um Sophia Chikirous Hommage an Hamas-Chef

    Soziale Medien kochen über. Am Samstag, dem 3. August, sorgte die Veröffentlichung von Screenshots des Instagram-Kontos der LFI-Abgeordneten Sophia Chikirou für große Aufregung. Diese Screenshots, die auf der Plattform X (ehemals Twitter) geteilt wurden, zeigen angeblich einen vierseitigen Tribut an den Hamas-Chef Ismaïl Haniyeh, der am Mittwoch in Teheran bei einem Attentat, das Israel zugeschrieben wird, getötet wurde. Obwohl Chikirou selbst bisher keine Stellungnahme abgegeben hat, um diese Screenshots des inzwischen wohl wieder gelöschten Instagram-Beitrags zu bestätigen oder zu dementieren, haben sich bereits mehrere sozialistische Führungspersönlichkeiten lautstark gegen diesen vermeintlichen Beitrag ausgesprochen. Sozialistische Reaktionen Olivier Faure, der erste Sekretär der Parti Socialiste (PS), kritisierte auf X scharf die LFI-Abgeordnete Chikirou (Linkspartei La France Insoumise) und bezeichnete ihren Beitrag als „Provokation“, die nur dazu diene, Kontroversen zu schüren …

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  • Werden Facebook oder Instagram bald kostenpflichtig sein? Diese Tarife sind im Gespräch

    Werden Facebook oder Instagram bald kostenpflichtig sein? Diese Tarife sind im Gespräch

    Werden Facebook und Instagram, die seit ihrer Gründung grundsätzlich kostenlos sind, bald eine Abonnementgebühr verlangen? Die Muttergesellschaft Meta prüft die Einführung eines werbefreien aber kostenpflichtigen Abonnements. „Es ist kostenlos (und wird es immer bleiben)“. Diese Nachricht, die auf Facebook erschien, bevor man sein Konto einrichtete, ist schon lange verschwunden. Bis heute ist Facebook für seine Nutzer zwar immer noch zu 100 % kostenlos. Aber wie lange noch? Die Muttergesellschaft Meta prüft gerade die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abonnement einzuführen. 40 Millionen Nutzer allein in Frankreich. Obwohl Facebook bei Teenagern weniger beliebt ist, da diese TikTok oder Snapachat bevorzugen, zieht Facebook weiterhin sehr viele Internetnutzer an. Das soziale Netzwerk hat allein in Frankreich etwa 40 Millionen monatlich aktive Nutzer. Seit seiner Gründung vertreibt Facebook gezielte Werbung, auf der es sein Geschäftsmodell aufgebaut hat. Die zahlreichen Informationen, die Facebook über alle seine Nutzer sammelt, ermöglichen es, die Werbeanzeigen, die in den Newsfeeds erscheinen, sehr gezielt zu platzieren. Diese Methode ist jedoch ins Visier der EU geraten. Die neue EU-Verordnung macht unter anderem Jagd auf zielgerichtete Werbung. Der Digital Services Act (DSA) ist eine EU-Gesetzgebung für digitale Märkte, die am 25. August 2023 in Kraft trat. Es legt sozialen Netzwerken eine ganze Reihe von Pflichten und Auflagen auf. Bei Nichteinhaltung droht eine Geldbuße von bis zu 6 % des Umsatzes oder sogar ein komplettes Verbot. Facebook hat in der Vergangenheit bereits die EU-Vorschriften im Zusammenhang mit der Verarbeitung personenbezogener Daten wiederholt nicht eingehalten. Mehr als 10 Euro pro Monat Daher jetzt die Idee, ein werbefreies Abonnement einzuführen, also ohne die bisherige gezielte Werbung, das sich ausschließlich durch die Abonnements der Nutzer finanzieren müsste. Wären aber die Nutzer bereit, ein Abonnement zu bezahlen, um Facebook oder Instagram werbefrei zu nutzen? Das ist ganz und gar nicht sicher. Deshalb wollen Facebook und Instagram immer ein kostenloses Angebot mit Werbung beibehalten. Die Preise sind bereits bekannt. Das Abonnement soll laut The Financial Times 10 € pro Monat kosten. Und sogar 13 € pro Monat für die mobile Version, um die Provisionen auszugleichen, die der Apple App Store und der Google Playstore erheben. Das Wall Street Journal berichtet sogar über Preise von 13,30 € pro Monat und 17 € pro Monat für Facebook und Instagram. Diese neue Strategie, die sich noch in der Studienphase befindet, würde sich allerdings nur auf Europa beziehen. Europa ist der zweitgrößte Markt für den Facebook-Mutterkonzern Meta. Im Jahr 2022 erzielte der Konzern einen weltweiten Umsatz von 117 Mrd. USD und einen Gewinn von 23 Mrd. USD.
  • „Mir geht es gut“: Schauspieler Mathieu Kassovitz grüßt nach seinem Motorradunfall die Fans

    „Mir geht es gut“: Schauspieler Mathieu Kassovitz grüßt nach seinem Motorradunfall die Fans

    Der Schauspieler, der am Sonntag, dem 3. September, bei einem Motorradunfall schwer verletzt wurde, erklärt seinen Fans, dass er sich nach einer Operation in der Rehabilitation befindet. Drei Tage nach seinem Motorradunfall meldete sich Mathieu Kassovitz am Mittwoch, dem 6. September, über eine Inst…

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  • Instagram erhält eine Geldstrafe von 405 Millionen Euro von der Europäischen Union

    Instagram erhält eine Geldstrafe von 405 Millionen Euro von der Europäischen Union

    Die europäische Regulierungsbehörde hatte Ende 2020 eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob die App die notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Daten von Minderjährigen getroffen hat.

    Instagram wird zur Kasse gebeten. Das soziale Netzwerk, eine Tochtergesellschaft der Meta-Gruppe, Muttergesellschaft von Facebook, hat eine Rekordstrafe von 405 Millionen Euro wegen Versäumnissen im Umgang mit den Daten von Minderjährigen erhalten, wie die irische Datenschutzkommission (DPC) am Montag, den 5. September, bekannt gab.

    Dies ist die härteste Strafe, die diese Behörde seit 2018 verhängt hat, als die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Regulierungsbehörden mehr Macht verlieh, um die Verbraucher vor der Dominanz von Facebook, Google, Apple und Twitter zu schützen.

    Die irische Datenschutzkommission (DPC), das Pendant zur französischen Cnil, beaufsichtigt Facebook im Auftrag der Europäischen Union, da das Unternehmen seinen regionalen Hauptsitz in Irland hat.

    Der Konzern will Berufung einlegen
    Die Regulierungsbehörde hatte Ende 2020 eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob die Instagram-App die notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um die Daten der Nutzer zu schützen, insbesondere wenn es sich um Minderjährige handelt. Man kann bereits im Alter von 13 Jahren ein Konto bei Instagram eröffnen.

    Die DPC war insbesondere darüber besorgt, dass Nutzer unter 18 Jahren zu leicht zu einem Geschäftskonto wechseln können. Diese Art von Konto verlangt von den Nutzern, dass sie ihre Kontaktdaten öffentlich machen, was bedeutet, dass sie für alle Nutzer des sozialen Netzwerks sichtbar sind.

    Die Regulierungsbehörde warf Instagram außerdem vor, dass die Inhalte der Konten von Minderjährigen standardmäßig zu bestimmten Zeiten für alle Nutzer geöffnet wurden und nicht nur auf genehmigte Abonnenten beschränkt waren. Ein Sprecher von Meta sagte, dass der Konzern Berufung einlegen wolle, und betonte, dass sich die Untersuchung auf Einstellungen konzentriere, die seit einem Jahr geändert worden seien.