Schlagwort: Hausbau

  • Wände aus Wellpappe – Wie ein Bretone mit Kartonhäusern den Wohnbau revolutioniert

    Wände aus Wellpappe – Wie ein Bretone mit Kartonhäusern den Wohnbau revolutioniert

    Ein Haus aus Karton? Klingt erstmal wie ein schlechter Scherz aus dem Kindergarten. Doch im Morbihan, einer beschaulichen Region in der Bretagne, zeigt ein findiger Zimmermann, dass diese Idee ziemlich handfest ist – und vor allem: zukunftsweisend.

    Nicolas Le Dirach, ein Mann mit Holz in den Händen und Visionen im Kopf, hat sein eigenes Heim 2022 nicht aus Stein, sondern aus Karton gebaut. Kein Witz. Seitdem hat er mit seinem Unternehmen „Maison Bois Carton 56“ ein kleines, aber wachsendes Öko-Bau-Imperium aufgezogen.

    Und das Beste daran: Diese Häuser sehen nicht nur charmant aus, sie trotzen auch Wind, Wetter und Feuer – besser als manch traditioneller Neubau.


    Wie hält Karton Wind und Wetter stand?

    Der Schlüssel liegt in einem ganz besonderen Material: IPAC. Das steht für „Isolant Porteur Alvéolaire en Carton“. Übersetzt heißt das so viel wie: tragender, wabenförmiger Karton-Dämmstoff. Klingt technischer als es ist. Im Grunde handelt es sich um recycelten Karton, der in mehreren Schichten mit pflanzlichem Kleber verklebt wird. Dazwischen: Luftkammern, die wie kleine Thermoskannen wirken.

    Damit diese Wände nicht bei der ersten Regenwolke einknicken oder Feuer fangen, bekommen sie noch eine Spezialbehandlung: eine feuerhemmende und wasserdichte Außenhaut, die den Karton schützt wie eine Hightech-Jacke bei Sturm.


    Isolierung? Besser als Glaswolle

    Wer jetzt denkt: „Naja, das kann doch niemals so gut isolieren wie Glaswolle oder Styropor“, der irrt gewaltig. Die IPAC-Paneele übertreffen konventionelle Dämmstoffe locker – sowohl in Sachen Wärmeschutz als auch in ihrer Fähigkeit, die Innenräume im Sommer kühl zu halten. Das bedeutet: dünnere Wände, mehr Wohnfläche und trotzdem weniger Heizkosten.

    Schon mal darüber nachgedacht, wie viel Energie wir jährlich zum Fenster hinausheizen – nur weil unsere Häuser schlecht gedämmt sind? Genau da setzen die Kartonhäuser an. Nicht nur clever, sondern auch dringend nötig.


    Fundamentlos glücklich: Bauen ohne Beton

    Ein echter Clou der Bauweise liegt unter der Oberfläche – oder besser gesagt: darüber. Denn die Häuser stehen auf Metallpfeilern, nicht auf Betonfundamenten. Das schont den Boden, spart CO₂ und erlaubt, das Haus bei Bedarf einfach umzusetzen oder zu recyceln. Ein Haus zum Mitnehmen – fast wie beim Drive-in, nur deutlich nachhaltiger.

    Wer in Zeiten der Klimakrise noch immer auf Beton schwört, sollte vielleicht einen Blick auf die Emissionsbilanzen werfen. Der Zementsektor allein verursacht rund 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Mit Karton auf Stelzen wird Bauen plötzlich leicht – im doppelten Sinne.


    Ein Zuhause für die Zukunft

    In der Bretagne sprießen bereits die ersten Siedlungen mit diesen Häusern aus dem Boden – oder besser: auf die Metallstelzen. Diese kleinen, kompakten Häuser verkörpern mehr als nur ökologische Baukunst. Sie erzählen eine Geschichte von Reduktion, von bewusstem Wohnen und von der Rückkehr zur Essenz: ein Zuhause, das schützt, aber nicht erdrückt.

    Warum also nicht kleiner wohnen – und dafür größer denken?


    Kartonhäuser als soziale Innovation?

    Ein oft übersehener Aspekt dieser Bauweise ist ihre soziale Komponente. Kartonhäuser kosten weniger, verbrauchen weniger Ressourcen und lassen sich schneller errichten. Das macht sie besonders interessant für einkommensschwache Haushalte, junge Familien oder Alleinstehende mit ökologischem Gewissen.

    Doch sind diese Lösungen wirklich skalierbar? Können sie auch in Städten, bei größeren Bauprojekten oder als Ersatz für konventionelle Sozialwohnungen funktionieren?

    Die Antwort darauf wird entscheidend sein – nicht nur für die Bauwirtschaft, sondern auch für die soziale Gerechtigkeit im Wohnungsmarkt.


    Der Mann hinter dem Karton

    Nicolas Le Dirach ist kein Weltverbesserer im schicken Anzug, sondern ein bodenständiger Handwerker, der schlicht keine Lust mehr auf energiehungrige Neubauten hatte. Seine eigene Kartonhütte wurde zum Manifest – und zum Geschäftsmodell. Seitdem tüftelt er unermüdlich an neuen Varianten, testet Materialien und bringt Interessierte zum Staunen.

    Ein Detail zeigt, wie tief sein Ansatz geht: Die IPAC-Paneele bestehen aus Kartonresten, die sonst in der Verbrennung gelandet wären. Durch ihre Wiederverwertung entsteht ein geschlossener Kreislauf – aus Müll wird Wohnraum. Aus Altpapier wird Heimat.

    Für weitere Informationen: https://www.maisonboiscarton.com/


    Karton contra Klimakrise

    Natürlich sind Kartonhäuser kein Allheilmittel. Sie lösen nicht alle Probleme der Bauwirtschaft, geschweige denn den Klimawandel. Aber sie zeigen, dass es auch anders geht. Dass Innovation nicht immer hightech und millionenschwer sein muss. Manchmal reicht eine gute Idee, etwas Mut – und ein Haufen Karton.

    Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Material, das wir täglich achtlos entsorgen, uns helfen könnte, das Bauen neu zu erfinden?


    Zeit für einen Perspektivwechsel

    Stellen wir uns vor: Statt Neubauten aus Beton und Stahl entstehen ganze Siedlungen aus Holz und Karton. Die Städte der Zukunft wären nicht nur energieeffizienter, sondern auch deutlich lebenswerter. Weniger Lärm, weniger Emissionen, mehr Natürlichkeit.

    Ein Traum? Vielleicht. Aber eben einer, den wir bereits mit Händen greifen können.


    Wie geht es weiter?

    Die wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichem und leistbarem Wohnraum öffnet die Tür für neue Baustandards. IPAC, Holzrahmenbau, modulare Bauweise – all das wird in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen. Vielleicht nicht morgen flächendeckend, aber sicher übermorgen.

    Architektur, die Ressourcen spart, flexibel ist und gleichzeitig Lebensqualität schafft – wer würde da nicht einziehen wollen?


    Und die Behörden?

    Noch hinken viele Bauvorschriften und Genehmigungsverfahren der Realität hinterher. Alternative Baustoffe wie Karton werden skeptisch beäugt oder schlicht nicht berücksichtigt. Hier braucht es mutige Kommunen und moderne Regelwerke – sonst bleibt das Kartonhaus eine nette Anekdote statt einer echten Lösung.

    Zum Glück gibt’s Pioniere wie Le Dirach, die zeigen: Das geht – und zwar ziemlich gut.

    Von Andreas M. Brucker

  • Savoie: Albtraum statt Eigenheim – dutzende Bauherren warten seit Jahren auf ihr Zuhause

    Savoie: Albtraum statt Eigenheim – dutzende Bauherren warten seit Jahren auf ihr Zuhause

    Für viele Menschen ist es der Traum ihres Lebens: Ein eigenes Haus, ein sicherer Ort für die Familie. Doch in der Savoie hat sich dieser Traum für dutzende Familien in einen Albtraum verwandelt. Seit Jahren warten sie auf ihr neues Zuhause – doch Baustellen stehen still, Versprechen werden nicht gehalten und Bauschäden häufen sich.

    Hinter all dem steckt ein Name: MNB Architecteur – ein Bauträger, der einst Vertrauen versprach, aber nun in der Kritik steht.

    Vier Jahre Wartezeit – und noch immer kein Zuhause

    Einer der Betroffenen ist Marinette de Pieri. Vor vier Jahren sollte sie in ihre neue 80-m²-Wohnung einziehen, für die sie 200.000 Euro bezahlt hat – den größten Teil davon bereits im Voraus. Doch ihre Wohnung ist bis heute nicht bezugsfertig.

    Auch Philippe Lambert steckt im selben Dilemma. Seit 2021 wartet er auf seine Immobilie. Als er sein unfertiges Apartment den Kameras von France Télévisions zeigen will, wird er von einem Subunternehmer barsch zurückgewiesen: „Das ist nicht öffentlich. Soweit ich weiß, sind Sie noch nicht mal der Eigentümer.“

    Lambert ist fassungslos: „Die nehmen unser Geld und machen mit uns, was sie wollen.“

    120 Familien betroffen – doch der Bauträger schweigt

    Und Lambert und de Pieri sind nicht die einzigen. Laut Christian Raucaz, Bürgermeister von Verrens-Arvey, sollen bis zu 120 Bauherren in ähnlichen Konflikten mit MNB Architecteur stehen.

    Doch von den Verantwortlichen fehlt jede Spur. Die Unternehmensleitung reagiert nicht mehr auf Anfragen. Ein Mitarbeiter, den Journalisten telefonisch erreichen konnten, äußert lediglich Bedauern und verweist auf die Corona-Krise und steigende Materialpreise als Ursachen für die massiven Verzögerungen.

    Was passiert jetzt?

    Für die betroffenen Familien bedeutet das: Jahre der Unsicherheit und finanzielle Verluste. Viele haben bereits hohe Summen bezahlt, zahlen gleichzeitig Miete für ihre Übergangswohnungen und haben kaum noch Hoffnung, ihr versprochenes Heim jemals zu beziehen.

    Ob es eine Lösung geben wird? Das bleibt ungewiss – doch eines ist sicher: Für viele Bauherren in der Savoie ist der Traum vom Eigenheim zu einem endlosen Albtraum geworden.

    Von C. Hatty

  • Immobilienmarkt 2024: Deutlicher Rückgang bei neuen Wohnungsangeboten in Frankreich

    Immobilienmarkt 2024: Deutlicher Rückgang bei neuen Wohnungsangeboten in Frankreich

    Der Markt für Neubauimmobilien in Frankreich bleibt angespannt. Im Jahr 2024 wurden 59.014 neue Wohnungen zum Verkauf angeboten – ein Rückgang von 29 % im Vergleich zum Vorjahr und fast 50 % weniger als 2022. Diese Zahlen, die das französische Ministerium für Raumordnung am 26. Februar veröffentlichte, verdeutlichen die anhaltende Krise im Neubausektor. Ein leichter Aufschwung am Jahresende Während das Gesamtjahr von einem deutlichen Rückgang geprägt war, gab es im letzten Quartal 2024 eine leichte Erholung. Mit 14.335 neu auf den Markt gebrachten Wohneinheiten wurde ein Plus von 6,4 % im Vergleich zum vorherigen Quartal verzeichnet. Besonders auffällig: Der Verkauf von Neubauwohnungen zog um 8,1 % an, während der Absatz von Häusern weiter schrumpfte – um satte 15,5 %. Die Nachfrage folgt diesem Trend: Privatpersonen reservierten 2024 insgesamt 67.906 Neubauwohnungen, was einem Rückgang von 5 % gegenüber 2023 entspricht – und fast 40 % weniger als noch 2022. Im vierten Quartal gingen d…

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  • Trockene Aussichten: Baustopps wegen Wasserknappheit

    Trockene Aussichten: Baustopps wegen Wasserknappheit

    Die Auswirkungen der anhaltenden Dürre sind in Frankreich deutlich zu spüren. Besonders hart trifft es die Region Var am Mittelmeer, wo die Wasserknappheit so dramatisch geworden ist, dass einige Bürgermeister entschieden haben, den Bau von neuen Häusern zu stoppen. Die Sorge ist groß, dass die Wasserversorgung für die wachsende Zahl der Bewohner nicht mehr gewährleistet werden kann. In einer Stadt der Region hat man nun drastische Maßnahmen ergriffen – die Erteilung von Baugenehmigungen wurde komplett ausgesetzt.

    Entwicklungsstopp wegen Wasserkrise

    Im Var sind viele Städte in den letzten Jahren gewachsen, was mehr Wohnraum erforderte. Doch das Wachstum kollidiert zunehmend mit der Realität des Wassermangels. Mehrere Gemeinden der Region haben sich deshalb gegen die Erteilung neuer Baugenehmigungen ausgesprochen. Besonders im letzten Sommer wurde die Notlage offensichtlich: Zahlreiche Kommunen mussten mit Lkw-Fahrzeugen mit Trinkwasser beliefert werden, weil die natürlichen Wasserreserven erschöpft waren. Ein Zustand, der weder für die Bewohner noch für die Infrastruktur auf Dauer tragbar ist.

    Die Bauwirtschaft in der Region zeigt sich verständlicherweise besorgt über diese Einschränkungen. Denn für sie bedeuten gestoppte Baugenehmigungen massive wirtschaftliche Einbußen. Die Bewohner hingegen sind zwiegespalten – sie verstehen die Notwendigkeit der Maßnahmen, fürchten jedoch die langfristigen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.

    Der Ernst der Lage

    Die Dringlichkeit der Situation wird von einem Bürgermeister des Départements Var so dargestellt: „Es war höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen. Wir standen kurz vor einer Situation, in der wir mit Wasserabschaltungen rechnen mussten“, sagt er. Tatsächlich zeigt sich die Region bereits seit mehreren Jahren als anfällig für extreme Wetterereignisse. Besonders stark sind nicht nur das Var, sondern auch die benachbarten Départements Bouches-du-Rhône und Pyrénées-Atlantiques von intensiven Dürreperioden und Waldbränden betroffen.

    Die Entscheidung, Baugenehmigungen zu pausieren, ist drastisch, aber notwendig, um langfristig das Überleben der Bevölkerung zu sichern. Diese Einschränkungen könnten in den kommenden Jahren sogar ausgeweitet werden, wenn keine nachhaltigen Lösungen zur Wasserversorgung gefunden werden.

    Dürre: Ein Vorbote der Zukunft?

    Was passiert, wenn Regionen, die für ihr mediterranes Klima bekannt sind, zunehmend austrocknen? Diese Frage wird uns in den kommenden Jahrzehnten immer häufiger beschäftigen. Was man aktuell im Var sieht, könnte nur ein Vorgeschmack auf das sein, was viele Regionen Europas erwartet, wenn der Klimawandel weiter voranschreitet.

    Ein solches Szenario zeigt, wie eng Klimawandel und Bevölkerungswachstum miteinander verflochten sind. Städte und Gemeinden, die weiter wachsen, benötigen immer mehr Ressourcen – allen voran Wasser. Doch die Ressourcen sind endlich. Dies ist eine bittere Lektion, die viele Gebiete in Südeuropa, Nordafrika und anderen Teilen der Welt bereits lernen mussten.

    Es wird immer klarer, dass Städte ihre Infrastrukturen und Wassermanagementsysteme radikal umdenken müssen. Welche Alternativen gibt es, wenn das Grundwasser versickert oder die natürlichen Wasserreservoirs versiegen? Hier könnte Technologie helfen – Entsalzungsanlagen, Wassereinsparungstechniken oder auch die Wiederaufbereitung von Abwasser sind einige der möglichen Ansätze.

    Wie sieht die Zukunft aus?

    Die anhaltende Dürre im Var ist ein mahnendes Beispiel für viele andere Regionen weltweit. Es zeigt uns, dass der Klimawandel nicht nur ein fernes Problem ist, sondern schon jetzt unseren Alltag beeinflusst. Können wir wirklich weiterhin so leben wie bisher, ohne unser Verhältnis zur Natur radikal zu überdenken?

    Der aktuelle Baustopp im Var könnte sich zu einem Vorbild für viele andere Regionen entwickeln – eine unpopuläre, aber notwendige Maßnahme, um die Zukunft der Bewohner zu sichern. Weniger Häuser bedeuten weniger Menschen, die um die knappen Wasserressourcen konkurrieren. Doch kann das auf Dauer eine Lösung sein? Klar ist, dass wir uns auf eine Welt vorbereiten müssen, in der Wasser – die Grundlage allen Lebens – zu einem noch wertvolleren Gut wird. Und diese Vorbereitung beginnt jetzt.

  • Neue Baugenehmigungen in Departements Var und Ardèche wegen Wassermangels eingefroren

    Neue Baugenehmigungen in Departements Var und Ardèche wegen Wassermangels eingefroren

    Aufgrund des Wassermangels verweigern einige Departements inzwischen die Erteilung von Baugenehmigungen. Dies ist z. B. in den Departements Var und Ardèche der Fall, wo der niedrige Grundwasserspiegel die Versorgung neuer Häuser mit Wasser nicht mehr zulässt. Was wäre, wenn man den Bau von Wohnhäusern einstellen müsste, um die Wasserressourcen zu schonen? Dies ist die Entscheidung, die mehrerer Dörfer in den Departements Var und Ardèche, die beide stark von der Dürre betroffen sind, jetzt getroffen haben. Auf einem 8.400 Quadratmeter großen Grundstück in Callian (Var) sollten acht Häuser gebaut werden. Doch vor einigen Monaten beschloss der Bürgermeister des Dorfes, bis auf Weiteres keine Baugenehmigungen mehr zu erteilen. Baugenehmigungen wurden fünf Jahre lang eingefroren.“Wir konnten nicht sicherstellen, dass es Wasser für diese neuen Bewohner geben wird, denn wir sehen bereits jetzt die Grenzen der Ressourcen und die Schwierigkeiten, die wir bei der Versorgung derjenigen haben, die…

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  • Immobilien: Boom der Containerhäuser

    Immobilien: Boom der Containerhäuser

    Containerhäuser, die billiger und besser isoliert sind, werden immer beliebter. Aber sind sie genauso stabil wie herkömmlichere Häuser?

    Was wäre, wenn Container die Lösung geworden wären, um ein Haus schnell, umweltfreundlich und vor allem kostengünstig zu bauen? In einer Siedlung in La Roquette-sur-Siagne (Alpes-Maritimes) wurde 2018 ein Haus, das scheinbar allen anderen gleicht, aus drei Containern gebaut. Maxime Manzione, der Besitzer des Hauses, teilt sich insgesamt 70 Quadratmeter mit seiner Frau und seiner Tochter. Ein Haus, für das er 130.000 Euro schlüsselfertig bezahlt hat, was seiner Meinung nach 30% weniger ist als bei einem herkömmlichen Bau.

    Eine gute Isolierung
    Und dank der Isolierung, die auf beiden Seiten der Container angebracht ist, profitiert Maxime Manzione auch bei seiner Heizkostenrechnung. Bevor die Häuser mit einem Kran auf das Grundstück der Hausbesitzer geliefert werden, werden sie von den Bauunternehmern in der Fabrik zusammengebaut. Dafür werden ausrangierte Schiffs-Container benutzt und recycelt. Aber sind diese Häuser genauso stabil wie herkömmliche Gebäude? „Ein Container ist dafür vorgesehen, allen Witterungseinflüssen während der Seefracht standzuhalten, also haben wir es mit einem sehr robusten Material zu tun, das sogar erdbebensicher ist“, versichert Stéphanie Méli, Marketingleiterin von Maison Eco 3, gegenüber France 2.

  • Umwelt: Ehemaliges Bergarbeiterdorf als ökologischer Vorreiter

    Umwelt: Ehemaliges Bergarbeiterdorf als ökologischer Vorreiter

    In einem ehemaligen Bergbaugebiet in Nordfrankreich dienen stillgelegte Betriebe heute als Labor, um umweltfreundliche Lösungen zu finden. In Loos-en-Gohelle (Pas-de-Calais) sind die Spuren der Vergangenheit noch sichtbar und der ehemalige Bergbau nimmt immer noch einen wichtigen Platz ein. In dem Dorf wird der Winter von den Familien mit Nervosität erwartet. Trotz einer hohen Stromrechnung friert die Familie Jacquart. „Kurz gesagt ist es so, wir zahlen, aber wir frieren“, bedauert Aurélie Jacquart auf dem Sender France 3. Obwohl das Haus der Familie renoviert wurde, sind die Wände zu schlecht isoliert. Dabei floss in dem Dorf Loos-en-Gohelle reichlich Energie, als die Minen noch in Betrieb waren. Als der Kohleabbau eingestellt wurde, waren die Auswirkungen auf die Region sehr negativ. Die Grundstücke waren verseucht und die Arbeitslosigkeit stieg explosionsartig an. Seitdem hat sich der Bürgermeister der Stadt einer neuen Herausforderung gestellt, indem er aus dem ehemaligen Bergbaul…

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  • MaPrimeRénov‘: Die Regierung will Hilfszahlungen für Renovierungen erhöhen

    MaPrimeRénov‘: Die Regierung will Hilfszahlungen für Renovierungen erhöhen

    Das vor zwei Jahren eingeführte Hilfspaket MaPrimeRénov‚ soll zu energetischen Renovierungen anregen, indem es staatliche Beihilfen für Isolierungsarbeiten, Fenster, Heizkörper oder die Installation einer Heizung mit erneuerbaren Energien, gewährt. Nach Informationen von France Info soll das Budget für das Hilfspaket „Ma Prime Rénov“ deutlich erhöht werden. Die Regierung will die Mittel für diese Beihilfe von 2 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 2,6 Milliarden Euro im Haushaltsgesetzentwurf für 2023 erhöhen. Die MaPrimeRénov‚-Förderung ist eine 2020 eingeführte Förderung für die energetische Sanierung von Privathäusern. Sie bietet finanzielle Unterstützung insbesondere für den Austausch eines mit fossilen Energieträgern betriebenen Heizkessels gegen eine Heizung, die mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Um diese Hilfe in Anspruch nehmen zu können, muss man Eigentümer eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung (bewohnt als Hauptwohnsitz) sein, die vor mehr als 15 Jahren gebaut wurde. Wie erhält man „Ma Prime Rénov„? Zunächst muss man einen Kostenvoranschlag bei einem Handwerker mit der Bezeichnung „Reconnu Garant de l’Environnement“ (RGE) einholen, um die Arbeiten in Angriff nehmen zu können. Anschließend muss man nur noch auf die Website www.maprimenov.gouv.fr gehen, um einen Antrag auf Unterstützung zu stellen. Hier erhält man eine Schätzung der Höhe der Unterstützung, die man erwarten kann. Nach der Durchführung der Arbeiten muss man die Rechnungen und Belege auf der Webseite in seinen persönlichen Bereich übertragen, den man dort hat einrichten können. Sobald die Beihilfe endgültig bewilligt ist, wird sie direkt auf das Bankkonto überwiesen.
  • Wände, Dächer, Autos: Sollte man alles weiß anstreichen, um die Hitze besser zu ertragen?

    Wände, Dächer, Autos: Sollte man alles weiß anstreichen, um die Hitze besser zu ertragen?

    Die Farbe des Anstrichs kann die Wärme von Oberflächen um mehrere Grad verändern. Angesichts des Klimawandels kann dies eine kostengünstige Lösung für Häuser und sogar für Autos sein – in bestimmten Fällen.

    Das Streichen von Hauswänden oder Dächern in Weiß, einer Farbe, die Sonnenstrahlen abweist, anstatt in Schwarz, das die Wärme absorbiert, würde die Temperatur wirksam senken können: das könnte in den kommenden heißen Sommer in Frankreich und weltweit zu einer Notwendigkeit werden.

    Dächer
    Weisse Farbe auf dem Dach kann die Hitze auf einer grossen Fläche deutlich verringern. Das ist allerdings abhängig von den Materialien, aus denen es besteht: Asbest, Beton und Metall absorbieren die Wärme sehr stark, sodass ein weißer Anstrich umso wirksamer ist. In den Gebäuden kann der messbare Unterschied zwischen 2 und 5 Grad betragen, auf dem Dach selbst sind es mehrere Dutzend Grad.

    Es ist jedoch möglich, dass der lokale Bebauungsplan (PLU) der Gemeinde Einschränkungen für die farbliche Gestaltung des Daches vorsieht. Bevor man den Pinsel schwingt, sollte man sich daher am besten bei der Stadtverwaltung erkundigen.

    Wände

    Weisse Wände halten Häuser kühl

    Wie die Dächer profitieren auch die Wände von einer weissen Farbe. Aber Vorsicht: Es ist die Sonneneinstrahlung, die die Temperatur einer Oberfläche verändert. Eine Wand mit wenig Sonneneinstrahlung, die von weiß auf schwarz umgestrichen wird, senkt die Temperatur also nicht wesentlich.

    Die Purdue-Universität in den USA hat eine weiße Farbe entwickelt, die 98% der Sonnenstrahlen abweist, „normale“ Farben weisen nur etwa 90% ab. Die Benutzung der Spezialfarbe kann in vielen Fällen den energieintensiven Einsatz von Ventilatoren und Klimaanlagen überflüssig machen.

    Städte wie Los Angeles haben kürzlich beschlossen, grosse Oberflächen und Straßen weiß zu streichen, um zu hohe Temperaturen zu vermeiden; die Stadtverwaltung meldet nach entsprechenden Tests, dass die Temperatur in den entsprechenden Straßen um 5 bis 7 Grad gesunken ist. Ein Unternehmen in Toulouse bietet einen ähnlichen Anstrich an, mit dem man Wohnräume kühlen und die Energiekosten senken kann.

    Autos
    Bei Autos sind die Ergebnisse weniger überzeugend. Ein weißes Auto speichert logischerweise weniger Wärme als ein Auto mit dunkleren Farben. Der eigentliche Unterschied liegt jedoch außerhalb des Fahrzeuginnenraums: Die Temperatur im Inneren des Fahrzeugs wird hauptsächlich durch die Reflexion der Sonne durch die Fensterscheiben erzeugt. Ein weiß lackiertes Auto bietet zwar außen einen Wärmeunterschied, aber innen bleibt es stickig, wenn die Fenster dieselben sind wie bei einem schwarzen Auto. Um die Temperatur zu senken, sollte man also besser andere Scheiben mit entsprechenden Tönungen einbauen.

  • Frankreich: Keine neuen Ölheizungen ab 1. Juli mehr erlaubt

    Frankreich: Keine neuen Ölheizungen ab 1. Juli mehr erlaubt

    Ab dem 1. Juli ist es nicht mehr erlaubt, neue ölbefeuerte Heizungen zu installieren, außer in bestimmten Ausnahmen, das sagt eine neue Regelung.

    Das Ziel dieses Verbots ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, indem der Verbrauch fossiler Brennstoffe verringert wird. Ein Dekret, das am 6. Januar 2022 veröffentlicht wurde, legt die Modalitäten fest.

    Wie auf der Website Service-public.fr erklärt wird, dürfen ab dem 1. Juli neue Geräte zur Heizung oder Warmwasserbereitung, die in Wohn- und Geschäftsräumen installiert werden, eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen in der Größenordnung von 300 gCO2eq/KWh (oder 300 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde) PCI (unterer Heizwert, oder die bei der Verbrennung freigesetzte Wärmemenge) nicht überschreiten. Das bedeutet, dass neue öl- oder kohlebefeuerte Geräte, die diesen Grenzwert in jedem Fall überschreiten, de facto auch beim Hausbau nicht mehr in Frage kommen.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Hausbesitzer sofort von bereits installierten und seit Jahren funktionierenden Ölheizungen trennen müssen. Bereits installierte Ölheizungen können weiterhin benutzt werden, solange sie gewartet und repariert werden können. Es dürfen jedoch keinen neuen Ölheizungen eingebaut werden.

    Laut Service-public können in zwei Fällen Ausnahmen beantragt werden: „Die erforderlichen Arbeiten sind technisch unmöglich oder würden gegen Verordnungs- oder Gesetzesbestimmungen bezüglich des Bodenrechts oder des Eigentumsrechts verstoßen“ oder „wenn es kein bestehendes Wärme- oder Erdgasnetz gibt und keine mit diesem Schwellenwert kompatible Ausrüstung ohne notwendige Verstärkung des örtlichen Stromnetzes installiert werden kann“. Allerdings müssen Ausnahmeanträge durch „eine Machbarkeitsstudie zur Energieversorgung“ oder durch eine Stellungnahme eines Fachmanns für Heizungsinstallationen oder eines qualifizierten Energieauditors belegt werden.

    Neue ölbetriebene Heizkessel zu verbieten, scheint richtig und notwendig zu sein. Aber woher die Mittel nehmen, um eine alte Heizung durch anderes Gerät zu ersetzen, wenn sie am Ende ihrer Lebenszeit angekommen ist? Es gibt Beihilfen, die Hausbesitzern bei dieser Investition helfen sollen. Diese Hilfen können laut der Website Service-public.fr bis zu 11.000 Euro betragen.