Schlagwort: Hamas

  • Trumps Friedensvision für den Nahen Osten – Wunschbild oder Wendepunkt?

    Trumps Friedensvision für den Nahen Osten – Wunschbild oder Wendepunkt?

    Donald Trump inszeniert sich als Architekt eines historischen Neubeginns im Nahen Osten. Doch hinter der Inszenierung bleiben zentrale Konflikte ungelöst – und alte Muster kehren rasch zurück.

    Nach wochenlangen Verhandlungen verkündete Donald Trump einen befristeten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas – begleitet von der Freilassung israelischer Geiseln, vagen Zusagen zur Entwaffnung der Hamas und einem groß inszenierten Friedensgipfel im ägyptischen Scharm al-Scheich. Der ehemalige US-Präsident, der sich bereits im Wahlkampf für 2026 befindet, sprach in der Knesset vom „historischen Morgengrauen eines neuen Nahen Ostens“. Der Jubel seiner israelischen Gastgeber und mediale Bilder befreiter Geiseln unterstrichen den symbolischen Moment – doch politisch bleiben viele Fragen offen.

    Ein Waffenstillstand ohne Verankerung

    Zwar markiert das Ende der akuten Kampfhandlungen nach fast zwei Jahren Krieg im Gazastreifen eine wichtige Wegmarke. Die Erleichterung unter Familienangehörigen der Geiseln und auch unter vielen Palästinensern in Gaza ist spürbar. Doch von einem nachhaltigen Frieden kann kaum die Rede sein. Während in Washington bereits über einen Wiederaufbauplan gesprochen wird, feuerten israelische Soldaten erneut auf Palästinenser, die sich Armee-Stellungen genähert haben sollen. Gleichzeitig kündigte die israelische Regierung an, die Zahl der Hilfstransporte in den Gazastreifen zu begrenzen.

    Hinzu kommt: Weder Vertreter der Hamas noch der israelischen Regierung nahmen am ägyptischen Gipfel teil. Der Waffenstillstand beruht auf einer fragilen Vereinbarung, vermittelt durch Katar, Ägypten und die Türkei – nicht auf einem formellen Vertrag zwischen den Konfliktparteien. Zwar gab es vonseiten Washingtons mündliche Zusicherungen, dass Israel die Kampfhandlungen nicht sofort wieder aufnimmt. Doch schriftliche Garantien, wie von der Hamas gefordert, blieben aus.

    Ein politischer Balanceakt für Netanjahu

    Die Rolle des israelischen Premierministers bleibt ambivalent. Zwar ließ sich Benjamin Netanjahu unter internationalem Druck auf die Feuerpause ein – gegen den erklärten Willen seines rechtsnationalen Regierungslagers, das die vollständige Vernichtung der Hamas fordert. Doch politische Beobachter in Israel vermuten taktisches Kalkül. Netanjahus Popularitätswerte sind niedrig, mehrere Korruptionsprozesse belasten sein Amt, und die nächste Wahl steht für 2026 im Raum.

    Der Konflikt mit der Hamas diente Netanjahu bereits mehrfach als innenpolitisches Ablenkungsmanöver. Dass er mittelfristig wieder auf Eskalation setzt, ist keineswegs ausgeschlossen. „Wenn sich in einigen Wochen zeigt, dass der Krieg nur eine weitere Runde war – und Hamas weiter existiert –, wird Netanjahu versuchen, das zu korrigieren“, sagte der Nahost-Experte Nimrod Novik dem New York Times. Auch Nimrod Goren vom israelischen Thinktank Mitvim warnt vor wahlstrategischer Eskalation.

    Friedensplan mit schwacher Grundlage

    Trump präsentiert derweil einen eigenen „20-Punkte-Plan“ für den Nahen Osten. Zentraler Bestandteil ist eine vage formulierte Perspektive auf „palästinensische Selbstbestimmung“ und ein zukünftiger Staat – ein Thema, das von der arabischen Welt seit Jahrzehnten eingefordert wird. Doch gerade hier zeigen sich die Grenzen von Trumps Ansatz.

    Israels Regierung lehnt eine Zwei-Staaten-Lösung dezidiert ab, und auch innerhalb der Trump-nahen außenpolitischen Kreise ist davon wenig zu hören. Stattdessen wird der Wiederaufbau des Gazastreifens in erster Linie als Investitionsprojekt gesehen. Trumps Vertraute Mike Huckabee und David Friedman – beide prominente Unterstützer der israelischen Siedlungsbewegung – traten am Wochenende bei einer Veranstaltung auf, bei der sie in einem umgedichteten Lied französische und UN-Initiativen zur Zwei-Staaten-Lösung verspotteten und Trumps Rückendeckung für Israels Territorialansprüche lobten.

    Die Kluft zwischen Israel und der arabischen Welt

    Die politische Diskrepanz zwischen dem Trump-Lager, Israel und den arabischen Staaten wird zunehmend offensichtlich. Während Trump auf eine rasche Ausweitung der Abraham-Abkommen und ein Wiedererstarken US-israelischer Allianzen setzt, pochen Jordanien, Ägypten und andere arabische Akteure auf eine ernsthafte Friedenslösung. „Er weiß, dass es nicht nur um Gaza geht“, betonte Jordaniens König Abdullah II. im Interview mit der BBC. „Es gibt keinen Frieden in der Region ohne eine Zukunft für die Palästinenser.“

    Auch diplomatische Beobachter bezweifeln, dass Trumps Regierung – sollte er erneut ins Weiße Haus einziehen – die politische Substanz für eine nachhaltige Nahoststrategie mitbringt. „Sie haben die Normalisierung zwischen Israel und arabischen Staaten überverkauft – und die Frage der palästinensischen Staatlichkeit unterschätzt“, sagte Barbara Leaf, Nahost-Beauftragte der Biden-Regierung, dem Sender CNN.

    Der Tag danach bleibt unklar

    Trump selbst scheint sich bereits neuen Projekten zuzuwenden – etwa einer geplanten Ausweitung der Abraham-Abkommen oder gar einem Friedensnobelpreis, wie sein Umfeld offen andeutet. Doch ob seine Regierung – erneut oder weiterhin – die Kraft hat, das schwierige Terrain des „Tags danach“ in Gaza und der Westbank diplomatisch zu gestalten, ist zweifelhaft.

    Wie in früheren US-Administrationen zeigt sich: Den Krieg zu beenden, ist nicht die eigentliche Herausforderung. Der eigentliche Test steht erst bevor – nämlich der Aufbau einer tragfähigen Friedensordnung, die auch der palästinensischen Seite eine glaubwürdige Perspektive eröffnet. Bisher ist davon wenig zu sehen.


    Machtverschiebung in Madagaskar

    Während im Nahen Osten neue Machtverhältnisse verhandelt werden, zeigt sich auch in anderen Weltregionen eine Erosion etablierter Ordnungen. In Madagaskar hat das Militär die Kontrolle über das Land übernommen und nahezu alle staatlichen Institutionen außer dem Unterhaus des Parlaments aufgelöst. Dieses stimmte am Dienstag für die Amtsenthebung von Präsident Andry Rajoelina – damit endet die über ein Jahrzehnt andauernde Herrschaft eines Mannes, der selbst durch einen Putsch an die Macht gelangt war.

    Rajoelina teilte mit, er befinde sich aus Angst um sein Leben an einem unbekannten Ort im Untergrund. Zuvor hatten sich Proteste über fast drei Wochen hinweg landesweit ausgebreitet – angeführt vor allem von jungen Menschen. Am Wochenende brach schließlich eine Eliteeinheit des Militärs, CAPSAT, mit der Regierung und schloss sich den Demonstrationen an.

    Das Beispiel Madagaskars reiht sich ein in eine wachsende Zahl jugendgetragener Protestbewegungen – etwa in Nepal, Marokko oder Kenia –, die sich gegen Korruption, Perspektivlosigkeit und autoritäre Strukturen richten. Sie zeugen von einem wachsenden Unmut einer Generation, die politische und wirtschaftliche Teilhabe einfordert – nicht selten unter hohem Risiko.

    Trump: Außenpolitische Widersprüche und neue Fronten

    Auch an anderer Stelle offenbart sich die Widersprüchlichkeit von Trumps außenpolitischem Kurs. So gab er bekannt, die US-Streitkräfte hätten vor der venezolanischen Küste sechs mutmaßliche Drogenschmuggler getötet – Teil einer Serie militärischer Operationen, die seit September 27 Todesopfer forderten. Die rechtliche Grundlage dieser Einsätze wird zunehmend hinterfragt, da sie ohne völkerrechtlich gesicherte Mandate erfolgen.

    Zugleich kündigte Trump ein 20-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für Argentinien an – explizit zur Unterstützung von Präsident Javier Milei, einem politischen Verbündeten, der sich mit wachsendem innenpolitischen und wirtschaftlichen Druck konfrontiert sieht. Pikant ist: Das Paket steht im Kontrast zu Trumps „America First“-Rhetorik, und US-amerikanische Landwirte, die bislang auf Entlastungen im Handelskonflikt warten, zeigen sich zunehmend ungeduldig.

    Medienfreiheit unter Druck

    In den USA selbst spitzt sich der Konflikt zwischen der Regierung und den Medien weiter zu. Führende US-Sender – darunter Fox News, ABC, CBS und NBC – verweigerten jüngst die Unterzeichnung einer neuen Pressepolitik des Verteidigungsministeriums. Diese sieht vor, Journalist:innen den Zugang zu Informationen zu verweigern, die nicht offiziell vom Pentagon freigegeben wurden – ein massiver Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit. Medien, die nicht unterschreiben, verlieren künftig ihre Presseakkreditierung beim Verteidigungsministerium.

    China setzt auf wirtschaftliche Hebel

    In einem geopolitisch brisanten Schritt hat China seine Exportkontrollen für seltene Erden drastisch verschärft – ein Gegenschlag zu westlichen Sanktionen im Technologiesektor. Die Maßnahme traf die USA überraschend, ist jedoch das Resultat einer mehrjährigen Strategie Pekings: Während Washington den Export von Hochtechnologie wie Halbleitern einschränkt, nutzt China seine marktbeherrschende Stellung bei strategischen Rohstoffen als Druckmittel.

    Seltene Erden sind für moderne Technologien unverzichtbar – von Smartphones bis zu Flugzeugtriebwerken. Mit den neuen Kontrollen testet China seine Hebelwirkung auf dem geopolitischen Schachbrett – und signalisiert zugleich, dass ökonomische Abhängigkeiten längst Teil strategischer Machtprojektion geworden sind.

    Autor: P. Tiko

  • Nahost-Frieden in Sicht? – Warum der aktuelle Waffenstillstand mehr Hoffnung als Lösung bietet

    Nahost-Frieden in Sicht? – Warum der aktuelle Waffenstillstand mehr Hoffnung als Lösung bietet

    Donald Trump erklärte euphorisch: „Das ist Frieden im Nahen Osten.“ Der US-Präsident bezog sich dabei auf das jüngste Abkommen zwischen Israel und der Hamas, das bislang zur Freilassung von 20 israelischen Geiseln sowie rund 2.000 palästinensischen Gefangenen geführt hat. Auch Trumps Außenminister Marco Rubio lobte den Deal als „einen der wichtigsten Tage für den Weltfrieden seit 50 Jahren“. Doch hinter dem Pathos der Worte verbirgt sich eine politische Realität, die weitaus komplizierter ist – und fragiler.

    Der jüngste Gefangenenaustausch markiert zweifelsohne einen bemerkenswerten Moment in einem seit Jahrzehnten festgefahrenen Konflikt. Doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Und wie realistisch ist die Hoffnung auf einen umfassenden Frieden im Nahen Osten?

    Ein Deal mit begrenzter Tragweite

    Die erste Phase des von Trump und seinen Beratern ausgehandelten Plans gilt weithin als erfolgreich umgesetzt. Sie betraf vor allem sogenannte „low-hanging fruit“ – also vergleichsweise einfache Zugeständnisse beider Seiten: Die Freilassung aller verbliebenen Hamas-Geiseln, sowie politischer Gefangener aus israelischen Haftanstalten.

    Doch schon die zweite Phase des Plans droht zu scheitern. Hamas fordert einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen – eine Bedingung, die die israelische Regierung bislang kategorisch ablehnt. Diese pocht wiederum auf die vollständige Umsetzung des „Trump-Plans“, der unter anderem die Entwaffnung der Hamas und die Errichtung einer neuen palästinensischen Verwaltung vorsieht. Der diplomatische Spielraum ist entsprechend eng bemessen.

    Machtvakuum oder Machtkalkül?

    Die Sicherheitslage in Gaza bleibt derweil angespannt. Beobachter berichten davon, dass sich Hamas wieder zunehmend als ordnende Kraft auf der Straße positioniert. Offenbar ist die Organisation bemüht, jeden Anschein eines Machtvakuums zu vermeiden – ein Szenario, das Israels Regierung als Bedrohung wahrnimmt.

    Besonders brisant ist die Frage, wer künftig in Gaza regieren soll. Weder Israel noch die USA sehen die Hamas als akzeptable Verhandlungspartner. Doch auch die Palästinensische Autonomiebehörde unter Präsident Mahmoud Abbas wird von Israel abgelehnt. Die von Trump favorisierte Idee technokratischer Verwalter aus dem Kreis der Palästinenser stößt auf ein zentrales Problem: Woher sollen diese kommen, wenn keine der etablierten Organisationen infrage kommt?

    Internationale Stabilisierung: Idee mit Unsicherheiten

    Ein zentrales Element des Friedensplans ist der Einsatz einer internationalen Stabilisierungstruppe. Im Gespräch sind Einheiten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Indonesien sowie möglicherweise der EU. Diese sollen die Waffenruhe sichern und beim Wiederaufbau helfen. Doch viele dieser Länder zögern: Wer will die Verantwortung übernehmen, Hamas zur Entwaffnung zu bewegen? Und zu welchem Preis?

    Eine internationale Truppe könnte in der Tat das nötige Vertrauen schaffen, um einen langfristigen Frieden zu ermöglichen. Doch der Aufbau solcher Einheiten braucht Zeit – und einen klaren politischen Auftrag. Ohne eine verbindliche Sicherheitsarchitektur bleibt die Aussicht auf Stabilisierung vage.

    Der diplomatische Moment – und seine Grenzen

    Trotz der zahlreichen ungelösten Fragen sprechen manche Analysten vom „vielversprechendsten Moment seit den Oslo-Verträgen“. Das liegt vor allem an der breiten Unterstützung aus der arabischen Welt, die sich ungewöhnlich geschlossen hinter die amerikanische Initiative stellt. Länder wie Saudi-Arabien, Ägypten oder Jordanien haben ein erhebliches Interesse an einer Eindämmung der Gewalt – nicht zuletzt aus geopolitischen und wirtschaftlichen Gründen.

    Gleichzeitig ermöglicht der Deal allen beteiligten Parteien eine politische Erfolgsbilanz: Hamas kann die Rückkehr von Gefangenen feiern und behaupten, die Palästina-Frage wieder auf die internationale Agenda gesetzt zu haben. Israel wiederum hat die Geiseln befreit und kann militärische Erfolge gegen die Hamas vorweisen. Und die USA können sich als Friedensstifter profilieren – ein wichtiges Narrativ für Trump und Rubio, gerade mit Blick auf die innenpolitische Bühne.

    Doch dieser Balanceakt birgt Risiken. Sollte die internationale Aufmerksamkeit nachlassen, könnten die beteiligten Akteure versucht sein, ihre bisherigen Positionen zu zementieren – oder gar erneut zur Gewalt zu greifen.

    Ein historischer Moment – oder nur eine weitere Episode?

    Derzeit besteht eine vorsichtige Hoffnung auf eine echte Wende im Nahostkonflikt. Die Kombination aus diplomatischem Druck, regionalem Interesse an Stabilität und internationaler Einbindung schafft ein bisher seltenes Momentum. Doch der Weg zu einem dauerhaften Frieden bleibt lang – und voller Hindernisse.

    Insbesondere die Frage nach der künftigen Verwaltung des Gazastreifens, die Entwaffnung der Hamas und die Rückkehr zu politischen Verhandlungen über einen palästinensischen Staat erfordern Kompromisse, zu denen bislang kaum jemand bereit scheint. Sollte der derzeitige Waffenstillstand jedoch in eine substanzielle Friedensordnung münden, wäre dies tatsächlich ein Durchbruch – möglicherweise der erste seit Oslo.


    Madagaskars Präsident auf der Flucht

    Proteste gegen Korruption und Staatsversagen eskalieren – Teile des Militärs wechseln die Seite

    Nach wochenlangen Massenprotesten ist Madagaskars Präsident Andry Rajoelina offenbar untergetaucht. Er erklärte, sich an einem geheimen Ort aufzuhalten – aus Angst um sein Leben. Gleichzeitig bekräftigte er, im Amt bleiben zu wollen. Doch es scheint bestätigt, dass das Land längst in einer französischen Militärmaschine verlassen hat.

    Der Hintergrund: Seit Wochen gehen in mehreren Städten des Inselstaats Zehntausende junge Menschen auf die Straße. Sie fordern Rajoelinas Rücktritt – wegen grassierender Korruption, wachsender Armut und der Verschlechterung der Lebensbedingungen. Die Proteste werden von einer jugendlichen, zunehmend politisierten Zivilgesellschaft getragen – der sogenannten Gen-Z. Der Zorn richtet sich nicht nur gegen die Regierung, sondern auch gegen ein System, das vielen als kleptokratisch und entkoppelt vom Alltag der Bevölkerung gilt.

    Ein dramatischer Wendepunkt: Teile der Armee, die anfangs brutal gegen die Demonstranten vorgingen, erklärten inzwischen öffentlich, keine Befehle ihrer Vorgesetzten mehr auszuführen – und schlossen sich teilweise den Protestierenden an. Der Bruch innerhalb des Sicherheitsapparats wird wohl zum Kipppunkt für die Regierung werden.

    Internationale Beobachter warnen vor einer Eskalation der Lage. Sollte Rajoelina nicht abgesetzt werden, wächst das Risiko eines Zusammenbruchs staatlicher Ordnung. Es wäre nicht das erste Mal in Madagaskars jüngerer Geschichte, dass ein Präsident durch außerparlamentarischen Druck gestürzt wird – Rajoelina selbst kam 2009 durch einen Putsch an die Macht.


    Weitere Schlagzeilen weltweit

    Schwere Unwetter in Mexiko:
    Sintflutartige Regenfälle haben in fünf Bundesstaaten zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens 64 Menschen ums Leben, Dutzende gelten als vermisst.

    Ukraine kündigt neue Kriegsstrategie an:
    Kiew plant offenbar gezielte Angriffe im Westen Russlands – insbesondere auf Infrastruktur der Ölindustrie. Ziel sei es, die wirtschaftliche Kriegsmaschinerie Moskaus zu schwächen.

    Busunglück in Südafrika:
    Mindestens 42 Menschen kamen ums Leben, als ein überfüllter Linienbus in einer bergigen Region von der Straße abkam und in eine Schlucht stürzte.

    Mord im Gefängnis an Ian Watkins:
    Zwei Männer wurden in Großbritannien wegen der Tötung des inhaftierten Ex-Rockstars Ian Watkins angeklagt. Watkins, einst Frontmann der Band Lostprophets, war wegen schwerster Sexualverbrechen verurteilt worden.

    US-amerikanische Anti-Abtreibungsgruppe expandiert nach Großbritannien:
    Eine einflussreiche Pro-Life-Organisation aus den USA nimmt Europa ins Visier – insbesondere Großbritannien. Beobachter warnen vor einer gezielten Einflussnahme auf Gesetzgebung und öffentliche Debatten im Vereinigten Königreich.

    Autor: P. Tiko

  • Gipfel der Abwesenden: Trumps Gaza-Plan, Ägyptens Vermittlung und die Grenzen diplomatischer Inszenierung

    Gipfel der Abwesenden: Trumps Gaza-Plan, Ägyptens Vermittlung und die Grenzen diplomatischer Inszenierung

    Am Montag, dem 13. Oktober 2025, richtet Ägypten in Sharm el-Sheikh einen internationalen Gipfel zur Lage in Gaza aus. Unter dem gemeinsamen Vorsitz des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi und US-Präsident Donald Trump soll die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in einen dauerhaften Friedensprozess überführt werden. Doch während sich rund zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs versammeln, bleibt ein zentrales Problem unausgesprochen: Die entscheidenden Akteure des Konflikts – Israel und die Hamas – sind nicht vertreten. Der Gipfel droht damit zum diplomatischen Schaufenster zu verkommen, das mehr Fragen aufwirft, als es Antworten liefert.


    Eine fragile Ruhe – und ein ambitionierter Friedensplan

    Der Gipfel ist eingebettet in eine außergewöhnliche diplomatische Dynamik: Nach monatelangen Kämpfen in Gaza, die Zehtausende Tote forderten und große Teile der Infrastruktur zerstörten, trat dank eines US-gestützten Plans eine erste Feuerpause in Kraft. Donald Trump positioniert sich nun als zentraler Architekt des Nahost-Friedens. Sein Plan sieht eine schrittweise Demilitarisierung des Gazastreifens, eine Übergangsverwaltung unter internationaler Aufsicht sowie eine spätere Rückkehr der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) vor.

    Für Ägypten, traditionell Vermittler zwischen Israel und Palästinensern, ist das Treffen nicht minder bedeutend: Al-Sisi nutzt das Forum, um Kairo als unverzichtbare regionale Ordnungsmacht zu inszenieren. Bereits in früheren Phasen des Konflikts hatte Ägypten durch Geheimdienstkontakte und Grenzmanagement entscheidend Einfluss genommen.


    Wer fehlt, spricht Bände

    Trotz der hohen Symbolkraft des Gipfels fällt eines besonders auf: Israel hat seine Teilnahme abgesagt. Ebenso bleibt die Hamas offiziell dem Treffen fern. Zwar betonen US-Diplomaten, dass informelle Kanäle zur Hamas weiterhin offen seien, doch ohne eine aktive Beteiligung der Konfliktparteien bleibt die Legitimität etwaiger Beschlüsse eingeschränkt. Es ist ein strukturelles Defizit: Friedensverhandlungen ohne die kriegsführenden Parteien haben wenig Aussagekraft.

    Diese Leerstelle wirkt besonders schwer, da die Frage der künftigen Verwaltung des Gazastreifens ohne die Mitwirkung der Hamas – die weiterhin über erhebliche soziale wie militärische Strukturen vor Ort verfügt – kaum lösbar erscheint. Selbst die Rückkehr der PA ist mit erheblichen politischen Widerständen verbunden, sowohl in Ramallah als auch in Gaza selbst.


    Agenda und geopolitische Interessen

    Auf dem Papier verfolgt der Gipfel ambitionierte Ziele: Neben der Einrichtung einer technokratischen Übergangsregierung in Gaza geht es um den langfristigen Wiederaufbau des völlig zerstörten Küstenstreifens. Internationale Geldgeber – darunter die Golfstaaten, die EU und UN-Institutionen – sollen Milliarden für Infrastrukturprojekte, humanitäre Hilfe und Wirtschaftsförderung bereitstellen. Gleichzeitig steht die Errichtung eines internationalen Überwachungsmechanismus zur Sicherung des Waffenstillstands auf der Agenda – ein Modell, das an frühere UN-Missionen im Libanon oder am Sinai erinnert, jedoch mit völlig neuen politischen Vorzeichen konfrontiert ist.

    Die USA nutzen den Gipfel natürlich auch zur Rehabilitierung ihrer außenpolitischen Rolle im Nahen Osten. Für Trump persönlich ist die Inszenierung des Friedensarchitekten nicht nur ein außenpolitisches Projekt, sondern Teil einer umfassenden Strategie seiner politischen Wiederauferstehung. Die Präsenz europäischer und arabischer Führer wie Emmanuel Macron, Friedrich Merz, Recep Tayyip Erdoğan oder der saudischen und emiratischen Außenminister gibt dem Gipfel zusätzliches diplomatisches Gewicht – auch wenn sich hinter dem gemeinsamen Auftritt höchst divergierende Interessen verbergen.


    Zwischen Stabilisierung und Symbolpolitik

    Ein konstruktiver Impuls aus dem Gipfel lässt sich dennoch nicht ausschließen. Die aktuelle Waffenruhe hat – erstmals seit Monaten – ein Zeitfenster für diplomatische Bewegung geöffnet. Sollte es gelingen, erste Schritte zur zivilen Verwaltung Gazas einzuleiten und eine internationale Schutzstruktur zu etablieren, könnte dies den Grundstein für weiterführende Verhandlungen legen. Doch die zentralen Herausforderungen bleiben schwerwiegend:

    • Sicherheitsgarantien: Wer garantiert, dass es nicht erneut zu Eskalationen kommt? Bisherige Versuche internationaler Kontrolle in vergleichbaren Kontexten – etwa im Südsudan – sind gescheitert.
    • Politische Legitimation: Weder die PA noch eine internationale Verwaltung genießen derzeit ausreichende Akzeptanz bei der Bevölkerung in Gaza. Die Hamas bleibt trotz ihrer Isolation militärisch präsent und verfügt über tief verwurzelte soziale Netzwerke.
    • Finanzierung und Transparenz: Die Erfahrung vergangener Hilfszusagen für Gaza – etwa nach den Kriegen 2009 und 2014 – zeigt, wie schnell Mittel versanden oder zweckentfremdet werden. Ein glaubwürdiger Kontrollmechanismus für die notwendigen Milliardenhilfen ist bisher nicht in Sicht.

    Der Gipfel von Sharm el-Sheikh steht somit exemplarisch für die Ambivalenz vieler internationaler Friedensbemühungen: politisch aufgeladen, medial wirksam, aber strukturell schwach verankert. Die Abwesenheit Israels und der Hamas ist mehr als ein diplomatischer Makel – sie legt offen, wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

    Ob das Treffen über symbolische Gesten hinauskommt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich daraus belastbare Folgeformate entwickeln lassen, die eine schrittweise Integration aller relevanten Akteure ermöglichen. Nur dann könnte der Gipfel ein Baustein für eine realistische Friedensarchitektur sein – andernfalls bleibt er ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte gescheiterter Nahost-Initiativen.

    Von Andreas Brucker

  • Erste Geiseln frei: Hoffnung auf Frieden in Gaza wächst – Macron spricht von „echter Chance“

    Erste Geiseln frei: Hoffnung auf Frieden in Gaza wächst – Macron spricht von „echter Chance“

    Ein Lichtstrahl in einem dunklen Kapitel des Nahostkonflikts: Am Morgen des 13. Oktober 2025 haben sieben israelische Geiseln nach zwei Jahren Gefangenschaft im Gazastreifen wieder israelischen Boden unter den Füßen – und die Welt hält den Atem an.

    Es sind Namen, die nun mit Hoffnung verknüpft werden: Eitan Mor, Gali und Ziv Berman, Matan Engrast, Omri Miran, Guy Gilboa-Dalal und Alon Ahel. Sie gehören zu den ersten lebenden Geiseln, die im Rahmen eines umfassenden Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und der Hamas an das Internationale Rote Kreuz übergeben wurden.

    Insgesamt sollen laut dem aktuellen Abkommen 48 israelische Geiseln freikommen – davon sind noch 20 am Leben. Ihre Freilassung soll im Laufe des Tages erfolgen. Im Gegenzug verpflichtet sich Israel zur Entlassung von 250 palästinensischen Häftlingen, die aus „Sicherheitsgründen“ festgehalten wurden. Doch erst wenn alle Geiseln übergeben sind, werden auch diese Freilassungen erfolgen.

    Emmanuel Macron reagierte noch am frühen Morgen auf X mit klaren Worten: „Mit ihrer Freilassung und der der anderen Geiseln heute Morgen wird der Frieden möglich – für Israel, für Gaza und für die gesamte Region.“

    Ein Satz, der für viele mehr ist als diplomatische Rhetorik. Denn er bringt auf den Punkt, worauf die Welt seit Jahren wartet: einen echten, dauerhaften Frieden im Nahen Osten.

    Doch was macht diesen Moment so besonders?

    Zum einen ist es die Symbolik. Zwei Jahre nach dem verheerenden Angriff der Hamas auf israelisches Gebiet am 7. Oktober 2023, bei dem Hunderte Menschen getötet und dutzende Geiseln verschleppt wurden, beginnt nun womöglich ein neuer Abschnitt. Damals löste das Massaker einen langanhaltenden Gegenschlag der israelischen Armee aus, mit Zehntausenden Toten im Gazastreifen – ein Kreislauf der Gewalt, der nun vielleicht durchbrochen wird.

    Zum anderen ist es die politische Dimension. In Charm El-Cheikh, Ägypten, findet parallel ein historischer Friedensgipfel statt. Gastgeber sind der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sissi und der US-Präsident Donald Trump. Emmanuel Macron ist ebenso vor Ort wie Vertreter aus über 20 weiteren Ländern. Ziel: die Unterzeichnung eines Dokuments, das „den Krieg in Gaza offiziell beendet“.

    Ein mutiger Schritt – und ein diplomatisches Manöver mit vielen offenen Fragen.

    Noch ist unklar, wie stabil dieser Waffenstillstand tatsächlich ist. Die israelische Armee hat sich laut eigenen Angaben auf vereinbarte Linien innerhalb Gazas zurückgezogen. Der Chef des israelischen Generalstabs, Eyal Zamir, spricht sogar von einem „Sieg über die Hamas“ – militärisch wie diplomatisch. Eine Aussage, die Zuversicht vermitteln soll, aber auch Erwartungen schürt.

    Gleichzeitig ist die Lage vor Ort angespannt. In Tel Aviv versammeln sich Angehörige der noch verbliebenen Geiseln auf der symbolträchtigen „Platz der Geiseln“. Dort, wo monatelang Proteste gegen die israelische Regierung stattfanden, herrscht heute vor allem eines: gespannte Hoffnung.

    Denn noch sind nicht alle in Sicherheit.

    Die Namen der 20 noch lebenden Geiseln wurden von den al-Qassam-Brigaden, dem bewaffneten Flügel der Hamas, in einem offiziellen Kommuniqué veröffentlicht. Ihre Übergabe an die Rotkreuz-Mitarbeiter soll in einer einzigen, koordinierten Aktion erfolgen. Von dort werden sie in die von Israel kontrollierten Gebiete Gazas gebracht – ein logistisches Nadelöhr in einem von Zerstörung gezeichneten Landstrich.

    Was passiert, wenn der Austausch gelingt?

    Dann könnten neue Gespräche über langfristige Lösungen beginnen – über einen Wiederaufbau des Gazastreifens, über einen politischen Dialog zwischen Israel und Palästina, über eine Zwei-Staaten-Lösung, die seit Jahren wie ein ferner Traum wirkt. Vielleicht – und das ist kein kleines Vielleicht – beginnt hier ein Wandel, der lange und schmerzlich überfällig ist.

    Doch der Weg dorthin bleibt steinig.

    Vertrauen muss wachsen, Misstrauen abgebaut werden. Opfer, auf beiden Seiten, dürfen nicht vergessen werden. Und die politischen Akteure müssen mehr bieten als schöne Worte – sie müssen handeln.

    Die Welt blickt gespannt nach Gaza, Tel Aviv und Charm El-Cheikh.

    Es ist ein Tag, der Geschichte schreiben könnte.

    Oder?

    Von Andreas M. Brucker

  • Blick in die Welt: Israelis und Palästinenser warten auf Geisel‑Gefangenentausch

    Blick in die Welt: Israelis und Palästinenser warten auf Geisel‑Gefangenentausch

    Mit angespannter Erwartung blicken Israelis und Palästinenser heute auf die angekündigte Freilassung israelischer Geiseln aus dem Gazastreifen im Austausch gegen die Entlassung von fast 2.000 palästinensischen Gefangenen. Der Schritt ist Teil eines umfassenderen Waffenstillstandsabkommens, das nach zwei Jahren verheerender Kämpfe neue Hoffnung auf ein Ende der Gewalt weckt.

    US-Präsident Donald Trump reist im Zuge dessen nach Israel, wo er mit den Angehörigen der Geiseln zusammentreffen und eine Rede vor der Knesset halten wird. Anschließend ist ein Gipfeltreffen mit arabischen Staats- und Regierungschefs in Ägypten geplant – insbesondere jener Länder, die das Abkommen mitgetragen haben.

    Die israelischen Behörden gehen derzeit von etwa 20 noch lebenden Geiseln in Gaza aus. Hinzu kommen die sterblichen Überreste von rund 25 weiteren Entführten, die ebenfalls übergeben werden sollen. Bestandteil der Vereinbarung ist auch die massive Ausweitung humanitärer Hilfe für den Gazastreifen, der sich nach Monaten schwerer Kämpfe in einer tiefen Versorgungskrise befindet.


    Ein Tausch mit Signalwirkung

    Der Austausch von Geiseln und Gefangenen steht am symbolischen Anfang einer möglichen diplomatischen Wende im Nahostkonflikt – doch die Frage bleibt: Warum gerade jetzt? Warum hat es 736 Tage gedauert?

    Verhärtete Fronten, gescheiterte Initiativen

    Bereits kurz nach Beginn der Kämpfe im Herbst 2023 hatte es internationale Bemühungen um einen Austausch gegeben – meist vermittelt durch Ägypten oder Katar. Doch weder Israel noch die Hamas konnten sich auf ein tragfähiges Format einigen. Zentrale Streitpunkte waren Sicherheitsgarantien, die Auswahl der freizulassenden Gefangenen sowie die künftige politische Kontrolle über Gaza.

    Zwar kursierten mehrere Pläne, doch interne politische Zwänge – etwa innerhalb der rechtsgerichteten Koalition in Jerusalem – verhinderten eine Einigung. Gleichzeitig galt jede Konzession an die Hamas als politisches Risiko.

    Der Druck wuchs – innen wie außen

    Mit zunehmender Dauer des Konflikts mehrten sich die militärischen, wirtschaftlichen und politischen Kosten auf beiden Seiten. Der Gazastreifen steht am Rande einer humanitären Katastrophe, während in Israel die Geduld der Öffentlichkeit schwindet. Die Familien der Geiseln wurden zum Motor einer zivilgesellschaftlichen Protestbewegung, die auf eine Einigung drängt – mit wachsender Unterstützung auch aus dem Militär und Teilen der Opposition.

    Auf internationaler Ebene wuchs ebenfalls der Druck – nicht zuletzt vonseiten der USA, der EU und regionaler Akteure, die auf eine Beruhigung der Lage drängten, um eine weitere Eskalation im Nahen Osten zu verhindern.

    Neue Dynamik durch Trumps Friedensoffensive

    Erst die jüngste US-Initiative brachte neue Bewegung in die festgefahrene Lage. Trumps sogenannter „Gaza-Plan“ bündelte diplomatischen Druck, wirtschaftliche Anreize und sicherheitspolitische Zusagen zu einem umfassenden Maßnahmenpaket. Im Zentrum stand der Geiselaustausch als erster, vertrauensbildender Schritt.

    Arabische Staaten wie Ägypten, Jordanien und Katar unterstützten das Vorhaben und stellten sich offen hinter das Abkommen – ein Zeichen für die wachsende Bereitschaft regionaler Akteure, Verantwortung für eine Nachkriegsordnung in Gaza zu übernehmen.

    Die Erschöpfung der Kriegsparteien

    Schließlich spielte auch die schiere Erschöpfung eine Rolle: Hamas ist militärisch und logistisch stark geschwächt, die israelische Regierung zunehmend isoliert. Auf beiden Seiten der Wunsch nach einem Ende der Gewalt spürbar – selbst wenn zentrale Konfliktfragen bislang ungelöst bleiben.


    Keine Garantie für Stabilität

    Trotz aller Hoffnungen birgt das Abkommen erhebliche Unsicherheiten. Die Umsetzung weiterer Phasen – etwa eine langfristige Waffenruhe, eine internationale Übergangsverwaltung für Gaza oder die Entwaffnung der Hamas – ist bislang nicht konkret geregelt.

    Vertrauen zwischen den Parteien gibt es keines. Frühere Abkommen scheiterten oft an Detailfragen oder einseitigen Vorstößen. Die Gefahr eines Rückfalls in die Gewalt bleibt also bestehen.

    Dennoch markiert der heutige Tag einen möglichen Wendepunkt: Der Geiselaustausch zeigt, dass Bewegung möglich ist – wenn politischer Wille, internationaler Druck und regionale Verantwortung zusammenkommen.


    Weitere Nachrichten:

    – In Madagaskar hat sich eine Militäreinheit den regierungskritischen Protesten angeschlossen. Beobachter befürchten einen möglichen Umsturz.
    – An der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan ist es zu schweren Gefechten gekommen. Dutzende Menschen kamen ums Leben – die schwerste Eskalation seit Jahren.
    – Drei katarische Diplomaten starben bei einem Autounfall im ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich – nur wenige Tage vor einem geplanten Gaza-Friedensgipfel.
    – China wirft den USA Doppelmoral vor, nachdem Präsident Trump neue Strafzölle in Höhe von 100 Prozent auf chinesische Importe angekündigt hatte. Zuvor hatte Peking den Export seltener Erden eingeschränkt.
    – Die Armee Bangladeschs hat mehr als ein Dutzend Offiziere wegen mutmaßlicher Verbrechen unter der Regierung von Sheikh Hasina festgenommen.
    – In Kamerun strebt der 92-jährige Präsident Paul Biya eine weitere Amtszeit an – nach bereits 42 Jahren an der Macht.
    – Hollywood trauert um Diane Keaton. Die Schauspielerin starb im Alter von 79 Jahren.
    – Die Fluggesellschaft Qantas meldet ein massives Datenleck: Hacker erbeuteten fast sechs Millionen Kundendatensätze.

    Autor: P. Tiko

  • Tony Blair und Gaza: Der Friedensrichter, der keiner ist

    Tony Blair und Gaza: Der Friedensrichter, der keiner ist

    Seit dem Herbst 2025 wabert ein vertrauter Name immer wieder durch die Schlagzeilen: Tony Blair. Der ehemalige britische Premierminister, einst Architekt des „New Labour“-Zeitalters und später umstrittener Kriegsteilnehmer neben den USA im Irak, soll nun angeblich als „neutraler“ Vermittler oder gar als Leiter einer internationalen Übergangsverwaltung in Gaza auftreten. Washington soll ihn im Auge haben, heißt es. Ein „Gouverneur der Transition“, der die Nachkriegsordnung im zerstörten Küstenstreifen organisieren soll. Klingt nach Stabilität. Oder nach einem Déjà-vu?

    Eine neue Behörde für ein altes Problem

    Das Konzept, das aus den Schubladen der US-Diplomatie stammt, trägt den technokratischen Namen Gaza International Transitional Authority (GITA). Hinter diesem Akronym verbirgt sich der Versuch, die politische und administrative Kontrolle in Gaza zeitweise einer internationalen Instanz zu überlassen – angeblich neutral, faktisch aber von westlichen Akteuren entworfen.

    Der Plan sieht eine Art „Board of Peace“ vor, in dem Blair als Mitglied oder gar Vorsitzender fungieren könnte – an der Seite von niemand Geringerem als Donald Trump. Eine Mischung aus diplomatischer Routine und politischer Sprengkraft. Diese Übergangsverwaltung soll öffentliche Dienste wiederherstellen, Infrastruktur aufbauen, wirtschaftliche Planung betreiben und zugleich mit einer multinationalen Sicherheitskraft aus Ägypten heraus in Gaza einziehen. Später, so das Versprechen, würde die Kontrolle schrittweise an die geschwächte Palästinensische Autonomiebehörde übergehen.

    Das klingt nach internationaler Fürsorge – oder nach einer Reinszenierung bekannter Modelle aus dem Kosovo oder dem Osttimor, wo westlich gelenkte Übergangsregime ebenfalls Frieden sichern sollten. Doch Gaza ist kein Protektorat. Gaza ist ein Pulverfass.

    Blairs Erfahrung – Segen oder Hypothek?

    Niemand bestreitet, dass Tony Blair die Sprache der Diplomatie beherrscht. Zwischen 2007 und 2015 war er Sondergesandter des sogenannten Quartetts (UNO, EU, USA und Russland) für den Nahost-Friedensprozess. Er kennt die handelnden Personen, die Codes, die zähen Gremienrunden. In den Balkanstaaten, besonders im Kosovo, gilt er bis heute als Symbol westlicher Entschlossenheit – ein Mann, der half, Krieg zu beenden.

    Diese Aura nutzt ihm: In einer Region, die unter politischer Lähmung leidet, könnte ein internationaler Akteur tatsächlich vermitteln, wo lokale Rivalitäten jede Bewegung blockieren. Blair, der Pragmatiker, als Koordinator von Hilfsgeldern, NGOs und Wiederaufbauprojekten – das hätte auf dem Papier Charme.

    Aber Diplomatie ist kein Rechenexempel. Und Neutralität kein Jobtitel.

    Die Kratzer im Heiligenschein

    Denn Tony Blair ist vieles – nur kein unbeschriebenes Blatt. Sein Name ist für Millionen Araber untrennbar mit dem Irakkrieg 2003 verbunden, einer Intervention, die auf falschen Prämissen beruhte und eine ganze Region in Brand setzte. Diese Hypothek lässt sich nicht einfach abstreifen. Für viele Palästinenser steht Blair eher für westliche Doppelmoral als für Friedensfähigkeit.

    Hamas hat bereits erklärt, Blair sei in Gaza „nicht willkommen“. Und auch innerhalb der palästinensischen Gesellschaft herrscht Skepsis: Wer, fragen viele, gibt einem britischen Ex-Premier das moralische Mandat, das Schicksal Gazas mitzubestimmen?

    Ein solches Projekt riecht für viele nach politischem Paternalismus – nach einem „von außen verordneten“ Friedensmodell, das lokale Stimmen marginalisiert. Der Gedanke, dass ausgerechnet die Mächte, die Jahrzehnte lang in der Region intervenierten, nun „neutral“ ordnen wollen, wirkt auf viele schlicht zynisch.

    Die Illusion der Neutralität

    Selbst wenn man Blair guten Willen unterstellt: Wie neutral kann jemand sein, der über Jahrzehnte eng mit Washington und London verbunden war? Seine heutige Tätigkeit als Gründer des Tony Blair Institute for Global Change positioniert ihn zwischen Diplomatie, Beratung und Wirtschaft – eine Grauzone, in der Interessen, Einfluss und Idealismus schwer zu trennen sind.

    Und selbst eine theoretische Neutralität stößt in der Praxis an Grenzen. Wer über Wiederaufbau entscheidet, über Sicherheitskräfte, über Verträge und Partner, trifft politische Entscheidungen – unausweichlich. Jede Priorität, jede Ausschreibung, jeder Kompromiss verschiebt die Machtverhältnisse.

    Blair stünde also nicht nur vor einem moralischen, sondern auch vor einem strukturellen Dilemma: Jede Handlung würde als Parteinahme gelesen. Neutralität in Gaza ist keine Haltung, sie ist ein Balanceakt über einem Minenfeld.

    Zwischen Vakuum und Kontrolle

    Trotzdem gibt es Argumente, die für eine Figur wie Blair sprechen. Gaza steht nach Jahren von Krieg und Blockade vor einem politischen Vakuum. Die palästinensische Autonomiebehörde hat an Autorität verloren, Hamas ist militärisch geschwächt und international isoliert. Jemand muss die ersten Schritte beim Wiederaufbau koordinieren – und das Vertrauen der Geberländer sichern.

    Doch genau darin liegt die Gefahr: Wenn internationale Kontrolle die lokale Selbstbestimmung ersetzt, droht ein neuer Zyklus von Abhängigkeit. Schon einmal – nach Oslo, nach Annapolis, nach endlosen Konferenzen – wurden Palästinenserinnen und Palästinenser zu Zuschauern ihres eigenen Friedensprozesses degradiert.

    Will man wirklich noch einmal denselben Fehler machen?

    Fazit: Nützlich, aber nie neutral

    Tony Blair als Architekt einer Übergangsordnung in Gaza – das könnte Stabilität bringen, zumindest kurzfristig. Aber die Idee, dass er ein „neutraler“ Mediator wäre, ist ein politischer Mythos. Seine Erfahrung ist wertvoll, sein Netzwerk global – doch sein Name trägt zu viel Ballast, zu viel westliche Geschichte, zu viel Skepsis.

    Ein solches Mandat könnte nur funktionieren, wenn es an klare Bedingungen geknüpft wäre: Transparenz über Entscheidungsstrukturen, echte lokale Mitsprache und ein verbindlicher Fahrplan für den Abzug der internationalen Verwaltung. Ohne diese Garantien droht aus der vermeintlichen Friedensmission eine Neuauflage alter Machtverhältnisse zu werden – mit allen bekannten Folgen.

    Vielleicht braucht Gaza tatsächlich einen Übergangshelfer.
    Aber ganz sicher keinen Retter.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Israel genehmigt erste Phase des Gaza-Deals – Der Waffenstillstand beginnt, der Frieden bleibt ungewiss

    Israel genehmigt erste Phase des Gaza-Deals – Der Waffenstillstand beginnt, der Frieden bleibt ungewiss

    Nach monatelangen Kämpfen, internationalen Vermittlungsversuchen und wachsendem innenpolitischem Druck hat die israelische Regierung der ersten Phase eines Abkommens mit der Hamas zugestimmt. Das als „vorläufiger Waffenstillstand“ deklarierte Übereinkommen soll den Weg ebnen für die Rückkehr aller verbliebenen israelischen Geiseln, die Freilassung hunderter palästinensischer Häftlinge und eine schrittweise Beruhigung der Lage im Gazastreifen einläuten. Doch der Konflikt ist damit keineswegs beendet – zentrale Fragen bleiben offen, nicht zuletzt die Entwaffnung der Hamas und die politische Zukunft des Küstenstreifens.

    Der Inhalt des Abkommens

    Kern des vereinbarten Maßnahmenpakets ist ein sofortiger Waffenstillstand, der von beiden Seiten eingehalten werden soll. Israel verpflichtet sich, seine militärischen Operationen in Gaza auszusetzen und bestimmte Einheiten zurückzuziehen. Im Gegenzug wird Hamas sämtliche verbliebenen israelische Geiseln freilassen – sowohl lebende als auch getötete. Als Gegenleistung sollen mehrere hundert palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden.

    Ergänzt wird die Vereinbarung durch humanitäre Maßnahmen. Grenzübergänge sollen geöffnet, die Einfuhr von Hilfsgütern erleichtert und zerstörte Infrastruktur zumindest notdürftig instandgesetzt werden. Eine multinationale Beobachtermission – bestehend aus Soldaten der USA, Ägyptens, Katars, der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate – wird die Einhaltung des Waffenstillstands überwachen.

    Die geopolitische Dimension

    Auffällig ist die zentrale Rolle der USA. Der amerikanische Präsident kündigte an, noch am Wochenende in die Region zu reisen, um der Unterzeichnung des Abkommens persönlich beizuwohnen. Der Deal gilt als ein diplomatischer Erfolg Washingtons, das seit Monaten Druck auf beide Konfliktparteien sowie auf die regionalen Vermittler ausgeübt hatte.

    Das Timing ist dabei nicht zufällig. Israel sieht sich wachsender internationaler Kritik gegenüber, insbesondere angesichts der hohen zivilen Opferzahlen in Gaza und der humanitären Notlage. Gleichzeitig nehmen innenpolitische Spannungen zu, da viele Israelis das Schicksal der Geiseln als nationale Schande empfinden. Aufseiten der Hamas wuchs der Druck ebenfalls: Der Nutzen der Geiseln als politisches Faustpfand schien zunehmend von der strategischen und logistischen Belastung überlagert zu werden.

    Auch regionale Akteure wie Ägypten, Katar und die Türkei drängten auf eine Lösung – nicht zuletzt, um ein Übergreifen der Instabilität auf Nachbarstaaten zu verhindern. Ihre diplomatischen Netzwerke und Einflusskanäle waren entscheidend für die jetzige Einigung.

    Offene Fragen und Risiken

    Trotz aller diplomatischen Inszenierung handelt es sich bislang lediglich um einen ersten Schritt. Die eigentlichen Kernfragen des Konflikts bleiben ungelöst. Vor allem die Entwaffnung der Hamas wurde in die nächste Verhandlungsphase verschoben. Ob die Organisation bereit ist, ihre militärischen Kapazitäten aufzugeben, erscheint höchst fraglich – auch angesichts ihrer ideologischen Grundhaltung und der internen Konkurrenz mit anderen militanten Gruppen im Gazastreifen.

    Auch die künftige politische Verwaltung des Gazastreifens ist ungeklärt. Die palästinensische Autonomiebehörde hat bisher keine tragfähige Rolle im Friedensprozess übernommen, eine internationale Übergangsverwaltung ist bisher lediglich hypothetisch diskutiert worden. Ohne ein klares institutionelles Modell droht der Wiederaufbau in Chaos und Rivalitäten zu versinken.

    Ein weiteres Risiko liegt in der Fragilität des politischen Konsenses in Israel. Rechte und ultranationalistische Kräfte betrachten das Abkommen als gefährlichen Präzedenzfall und könnten versuchen, durch innenpolitischen Druck oder juristische Hebel Einfluss zu nehmen. Auch innerhalb der Hamas ist nicht sicher, ob alle Fraktionen den eingeschlagenen Weg mittragen.

    Symbolkraft und Unsicherheit

    Das jetzt verabschiedete Abkommen ist zweifellos ein diplomatischer Durchbruch – nicht zuletzt, weil es zeigt, dass Dialog auch nach intensiver Gewalt wieder möglich ist. Es eröffnet Raum für humanitäre Entlastung und verschafft politischen Akteuren Zeit, einen tragfähigeren Rahmen für eine langfristige Lösung zu entwickeln.

    Doch der Waffenstillstand ist fragil. Ohne strukturelle Antworten auf die grundlegenden politischen, sozialen und sicherheitspolitischen Probleme der Region bleibt das Risiko hoch, dass es sich lediglich um eine Atempause handelt – nicht um einen Wendepunkt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Vereinbarung der Auftakt zu einem belastbaren Friedensprozess ist – oder nur eine Episode in einem langen Zyklus aus Eskalation und Deeskalation.


    Weitere Schlagzeilen

    Ein schweres Erdbeben vor der Südküste der Philippinen hat eine Tsunami-Warnung ausgelöst.

    In den USA wurde Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York, wegen Bankbetrugs und Falschaussage angeklagt – zwei Wochen nach der Trump-gelenkten Anklage gegen Ex-FBI-Chef James Comey.

    Russland hat die Verantwortung für den Abschuss eines aserbaidschanischen Passagierflugzeugs im Vorjahr übernommen, offenbar im Bemühen um eine Entspannung mit Baku.

    China verschärft die Exportkontrollen für Seltene Erden, ein entscheidender Rohstoff für Smartphones und E-Autos.

    Ein US-Gericht hat den Einsatz der Nationalgarde in Chicago vorläufig gestoppt. Die von der Regierung Trump vorgebrachten Begründungen seien „unzureichend“.

    Deutschlands Bundeskanzler Merz ruft gemeinsam mit der Autoindustrie die EU auf, ihre Emissionspolitik zu überdenken.

    Die hohe Avocado-Nachfrage in den USA führt zu illegaler Abholzung in Mexiko. Ein neues Satellitenüberwachungssystem soll Exporte aus betroffenen Gebieten stoppen.

    Autor: P. Tiko

  • Friedensplan für Gaza: Hoffnung, Zweifel und ein Hauch von Geschichte

    Friedensplan für Gaza: Hoffnung, Zweifel und ein Hauch von Geschichte

    Es ist ein Tag, der Geschichte schreiben könnte – oder ein weiterer, der in den Schlagzeilen verraucht. Heute um 17 Uhr (Pariser Zeit) will die israelische Regierung in Jerusalem zusammenkommen, um über das zu beraten, was viele bereits den „entscheidenden Schritt zum Frieden“ nennen: die erste Phase des Gaza-Friedensplans von Donald Trump. Nach Monaten erbitterter Kämpfe, Zerstörung und Angst scheint Bewegung in den grausamen Stillstand zu kommen. Doch zwischen Hoffnung und Misstrauen liegt in Israel oft nur ein Wimpernschlag.


    Ein Abkommen – und ein Wagnis

    Am Mittwochabend dann die Nachricht, die viele kaum glauben wollten: Israel und die palästinensische Hamas haben sich auf die erste Phase des US-amerikanischen Plans geeinigt. Vermittelt in Ägypten, abgesegnet durch Washington.

    Donald Trump selbst verkündete das Ergebnis auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social: Er sei „stolz, mitteilen zu können, dass Israel und der Hamas beide die erste Phase des Gaza-Friedensplans akzeptiert haben“. In einem Interview mit Fox News legte er nach – die Geiseln, die seit Monaten im Gazastreifen festgehalten werden, „werden bis Montag zurückkehren“. Und dann ein Satz, der vielen den Atem stocken ließ: „Das schließt auch die Körper der Toten ein.“

    Ein Versprechen, das Hoffnung weckt. Und zugleich schmerzt.


    Interner Sturm in Jerusalem

    Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, muss das israelische Kabinett zustimmen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will den Friedensplan am Nachmittag vorstellen – mit dem erklärten Ziel, die Zustimmung seiner Minister zu gewinnen. Doch Widerstand formiert sich bereits.

    Bezalel Smotrich, Finanzminister und ultranationalistischer Partner in der Regierungskoalition, kündigte an, er werde „auf keinen Fall“ zustimmen. In den Reihen der Regierungsmehrheit herrscht Nervosität: Die einen sprechen von einem „mutigen Schritt“, die anderen von einer „Kapitulation vor dem Terror“.

    Netanjahus Büro hat klargestellt: Die 72-Stunden-Frist, die vor der Umsetzung läuft, beginnt erst nach offizieller Zustimmung des Kabinetts. Damit bleibt Zeit – für politische Manöver, für Verhandlungen, für das Zählen der Stimmen.


    Macron: „Ein riesiges Hoffnungszeichen“

    Auch aus Paris kamen Worte, die zwischen Erleichterung und Vorsicht schwankten. Präsident Emmanuel Macron begrüßte das Abkommen als „immenses Hoffnungszeichen“ und rief beide Seiten auf, die Vereinbarung „streng einzuhalten“. Frankreich wolle zur politischen Lösung beitragen – „auf Grundlage einer Zwei-Staaten-Ordnung“.

    In Paris soll noch am Nachmittag mit internationalen Partnern über das „Danach“ beraten werden: Wie kann Gaza wiederaufgebaut, wie eine nachhaltige Friedensordnung geschaffen werden? Und vor allem: Wer kontrolliert das Gebiet, wenn Israels Armee sich tatsächlich zurückzieht?


    Militärische Bewegung im Süden

    Während die Diplomaten noch Formulierungen feilen, arbeitet die israelische Armee längst an konkreten Schritten. Sie kontrolliert derzeit rund 75 Prozent des Gazastreifens – ein Landstrich, in dem kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist.

    Der Generalstab erklärte am Donnerstag: „Die Armee hat mit den operativen Vorbereitungen für die Umsetzung des Abkommens begonnen. Die Einsatzlinien werden rasch angepasst.“ Außerdem bereitet sich die Armee darauf vor, die Geiseln zu bergen – eine Operation, die nicht nur militärische Präzision, sondern auch menschliche Stärke erfordert.

    An die Zivilbevölkerung ging eine klare Warnung: Niemand solle in den Norden der Enklave zurückkehren. Das Gebiet bleibt gefährlich, vermint, zerstört.


    Trump hinter dem Friedensplan

    Dass Donald Trump gerade jetzt mit dem Friedensplan ins Rampenlicht trat, überrascht kaum. Der US-Präsident präsentiert sich erneut als „Macher“, als Mann, der aus dem Chaos Ordnung schaffen will.

    Sein Plan sieht einen schrittweisen Rückzug Israels aus Gaza vor, verbunden mit einem Austausch aller Geiseln und der Vorbereitung einer Übergangsverwaltung unter internationaler Aufsicht. Kritiker halten das für illusorisch – zu viel Misstrauen, zu viele Wunden, zu wenig Vertrauen. Doch Trump setzt auf Symbolik. Auf das Bild eines Mannes, der auf die Weltbühne zurückkehrte, um Frieden zu bringen.


    Zwischen Hoffnung und Skepsis

    In Israel selbst schwankt die Stimmung. Vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv haben sich Familien der Geiseln versammelt, viele mit Kerzen und Porträts ihrer Angehörigen. Einige sprechen leise von Erleichterung, andere blicken misstrauisch auf die politischen Spiele in Jerusalem.

    „Wir glauben es erst, wenn sie wieder zu Hause sind“, sagt eine Mutter, die ihren Sohn seit Monaten vermisst. Ihr Satz steht sinnbildlich für ein Land, das gelernt hat, den Frieden erst dann zu feiern, wenn er tatsächlich da ist.

    Und doch – in den Straßen, in den Stimmen, in den Kommentaren schwingt etwas mit, das man lange nicht mehr gehört hat: leise, vorsichtige Hoffnung. Vielleicht, nur vielleicht, ist dies der Moment, in dem aus den Trümmern eine neue Möglichkeit erwächst.

    Von C. Hatty

  • Ein Schritt in Richtung Frieden

    Ein Schritt in Richtung Frieden

    Der längste und tödlichste Krieg im über hundertjährigen jüdisch-palästinensischen Konflikt könnte bald zu Ende gehen. Israel und die Hamas erklärten, sie hätten sich auf die erste Phase des von Präsident Trump vorgelegten Waffenstillstandsplans geeinigt: Alle aus Israel entführten Geiseln sollen gegen palästinensische Gefangene ausgetauscht werden, israelische Truppen sollen sich zurückziehen, und humanitäre Hilfe wird in den Gazastreifen gelangen.

    Der Durchbruch, den Trump gestern Nacht über soziale Medien verkündete, erfolgte genau zwei Jahre und einen Tag nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel, der die israelische Offensive gegen Gaza ausgelöst hatte. Es war mitten in der Nacht im Nahen Osten, doch Israelis und Palästinenser verfolgten gespannt die Nachrichten und reagierten mit großer Emotionalität. „Das war’s, es ist vorbei!“, sagte die Mutter einer Geisel im israelischen Fernsehen, während im Hintergrund Familienmitglieder jubelten. In Gaza erklärte ein Englischlehrer, er empfinde „Freude über das Ende des Krieges und der Tötungen – und Trauer über alles, was wir verloren haben“.

    Die genauen Details des Abkommens blieben in der Nacht noch unklar. Doch die Freilassung der 20 Geiseln, die laut israelischen Angaben noch am Leben sind, wird bereits für Sonntag erwartet – für diesen Tag hat Trump auch eine mögliche Reise in die Region angekündigt.

    Die Leichen von 28 weiteren Geiseln sollen in Etappen übergeben werden. Trumps Plan sieht im Gegenzug die Freilassung von 250 Palästinensern vor, die zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden waren, sowie von 1.700 während des Krieges inhaftierten Bewohnern Gazas.

    Die Bilanz

    Der Krieg, der mit dem tödlichsten Tag für Juden seit dem Holocaust begann – 1.200 Menschen wurden getötet und 250 von Hamas-Kämpfern entführt, die aus Gaza über die Grenze eindrangen – hat fast alle der zwei Millionen Bewohner des Gazastreifens aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben und einen Großteil der Infrastruktur zerstört. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza kamen mehr als 67.000 Palästinenser durch israelische Bomben und Schüsse ums Leben, fast ein Drittel davon unter 18 Jahre alt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 500.000 Menschen von akuter Hungersnot bedroht sind.

    Israel hat unterdessen bedeutende militärische Erfolge gegen seine weiteren Gegner in der Region erzielt: gegen den Iran, die Hisbollah im Libanon und die Huthi-Rebellen im Jemen. Gleichzeitig ist das Land zunehmend isoliert – es sieht sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof mit dem Vorwurf des Völkermords konfrontiert und wird Ziel akademischer, kultureller und wirtschaftlicher Boykotte. Weltweit nehmen antisemitische Übergriffe und Gewalttaten deutlich zu.

    Die Hamas wiederum hat sowohl ihre militärische als auch ihre politische Führung und den Großteil ihres Waffenarsenals verloren. Trumps Plan fordert nun ihre vollständige Entwaffnung und ihren Abzug aus dem Gazastreifen. In den nächtlichen Stellungnahmen von Hamas, Israel, Trump und Katar zum Abkommen wurde auf die Waffen der Hamas jedoch nicht eingegangen; Israels Erklärung erwähnte zudem keinen vollständigen Truppenrückzug aus Gaza.

    Der Durchbruch

    „Ein großartiger Tag“ – So bezeichnete Trump das Abkommen in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Er sprach von einem „historischen und beispiellosen Ereignis“. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu nannte es „einen großartigen Tag für Israel“ und kündigte an, am Donnerstag sein Kabinett einberufen zu wollen, um den Plan offiziell zu billigen. Die Hamas forderte Trump und andere Vermittler auf, sicherzustellen, dass Israel das Abkommen vollständig umsetzt und es ihm nicht erlaubt werde, sich den Verabredungen „zu entziehen oder zu verzögern“.

    Wer am Verhandlungstisch sitzt

    Die Gespräche begannen am Montag – eine Woche, nachdem Trump seinen Plan zusammen mit Netanjahu im Weißen Haus vorgestellt hatte. Verhandlungsort ist Sharm-el-Scheich, ein ägyptischer Badeort am Roten Meer, der bereits mehrfach als Ort für Friedensgespräche zwischen Israel und Palästinensern diente. Am Mittwoch stießen Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie sein Nahost-Beauftragter Steve Witkoff zu den Verhandlungen – zusammen mit Netanjahus Chefberater, dem katarischen Premierminister und dem ägyptischen Geheimdienstchef.

    Die Familien der Geiseln

    Vertreter der Geiselfamilien erklärten, das Abkommen habe unter ihren Mitgliedern „eine Mischung aus Aufregung, Hoffnung und Besorgnis“ ausgelöst. Sie äußerten „tief empfundene Dankbarkeit“ gegenüber Trump und warnte die israelische Regierung davor, dass „jede Verzögerung einen hohen Preis haben könnte“.


    Weitere wichtige Nachrichten

    Macron wird keine Neuwahlen ausrufen
    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sein Land ohne Neuwahlen aus der sich vertiefenden politischen Krise führen und wird laut Élysée-Palast demnächst einen neuen Premierminister ernennen. Damit wurden vorgezogene Neuwahlen ausgeschlossen – nach intensiven Gesprächen des zurückgetretenen Premierministers Sébastien Lecornu mit den Parteien.

    Lecornu äußerte sich nach den Gesprächen vorsichtig optimistisch. Angesichts des rasanten Tempos der französischen Politik in den letzten Tagen und tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien bleibt die Lage jedoch angespannt.


    Weitere Meldungen

    Kolumbiens Präsident erklärte, dass eines der kürzlich von den USA bombardierten Boote im Kampf gegen mutmaßliche Drogenhändler offenbar kolumbianische Staatsbürger an Bord hatte.
    – Der frühere FBI-Direktor James Comey, der von Trump ins Visier genommen wurde, plädierte auf „nicht schuldig“ in einem Verfahren wegen angeblicher Falschaussagen vor dem Kongress. Sein Anwalt bezeichnete den Fall als „Rache“.
    – In Myanmar warf das Militärregime bei einem buddhistischen Fest aus einem Paragleiter eine Bombe ab – mindestens zwei Dutzend Menschen starben laut Augenzeugen.
    – Der Täter des Angriffs auf eine Synagoge in Manchester vergangene Woche hatte laut Polizei dem IS die Treue geschworen.
    – Der Chemie-Nobelpreis ging an drei Forscher für die Entwicklung molekularer Bausteine.
    Großbritanniens erschöpfte Konservative Partei versucht, ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen und sich gegen eine rechte Konkurrenz zu behaupten.
    – Vier Bauarbeiter starben in Madrid, als ein Gebäude auf einer Baustelle einstürzte.
    – Ein gefährlicher Trend namens „Bluetoothing“, bei dem Menschen sich das Blut anderer Drogenabhängiger injizieren, führt zu einem Anstieg der HIV-Infektionen.
    – Das Europäische Parlament hat dafür gestimmt, dass fleischlose Produkte künftig nicht mehr mit Bezeichnungen wie „Burger“ oder „Steak“ gekennzeichnet werden dürfen.

    P. Tiko

  • „Der Tag, an dem alles zerbrach“ – Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und seine Folgen

    „Der Tag, an dem alles zerbrach“ – Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und seine Folgen

    Am 7. Oktober 2023 begann im Nahen Osten eine neue Phase der Gewalt, deren politische, gesellschaftliche und humanitäre Auswirkungen bis heute zu spüren sind. Der überraschende, koordinierte Angriff der Terrororganisation Hamas auf den Süden Israels markierte nicht nur das schwerste Massaker an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust, sondern löste eine militärische Eskalation aus, die den Gazastreifen in weiten Teilen zerstörte, hunderttausende Menschen entwurzelte, fas 70.000 Menschen tötete und das Vertrauen in bestehende Sicherheitsstrukturen fundamental erschütterte.


    Die Ereignisse des 7. Oktober: Angriff und Ausmaß

    Am Morgen des 7. Oktober, während des jüdischen Feiertags Simchat Tora, überquerten mehrere tausend bewaffnete Kämpfer der Hamas und anderer Gruppen die Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel. An mehr als hundert Orten durchbrachen sie die Sperranlagen und drangen in israelisches Staatsgebiet ein – zu Fuß, mit Motorrädern, Pick-ups und Gleitschirmen. Zeitgleich wurden Raketen auf israelische Städte und Ortschaften abgefeuert.

    Zahlreiche Gemeinden entlang der Grenze, darunter Be’eri, Kfar Aza, Nir Oz und Sderot, wurden Ziel gezielter Angriffe. In diesen Ortschaften kam es zu Massakern an Zivilistinnen und Zivilisten, zu Folter, Plünderung und Geiselnahmen. Die Bilanz des Tages: Über 1.100 Tote auf israelischer Seite, darunter Hunderte Zivilisten, Familien, Kinder, Rentner. Etwa 250 Menschen wurden in den Gazastreifen entführt – Israelis wie auch Ausländer.

    Die Grausamkeit und die gezielte Vorgehensweise der Angreifer – unter anderem die systematische Tötung ganzer Familien – deuten auf eine langfristig vorbereitete Operation hin. Viele Opfer wurden in ihren Häusern hingerichtet und verbrannt. Erste Videos und Fotos, die kurz nach dem Angriff verbreitet wurden, belegen die Brutalität in erschütternder Weise.


    Das Versagen der Sicherheit und der Schock der israelischen Gesellschaft

    Dass eine derartige Operation in diesem Umfang möglich war, offenbarte gravierende Lücken in Israels Sicherheitsapparat. Überwachungssysteme, Alarmketten und Grenzanlagen versagten auf breiter Linie. Geheimdienstliche Warnsignale wurden offenbar entweder falsch interpretiert oder ignoriert. Viele Einheiten der israelischen Armee waren am Morgen des Angriffs nicht einsatzbereit, da ein großer Teil der Soldaten zum Feiertag beurlaubt war.

    Die israelische Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen und Wut. Die Vorstellung, dass Kibbutzim und Dörfer über Stunden von Terroristen kontrolliert wurden, ohne dass Hilfe eintraf, erschütterte das Selbstverständnis einer wehrhaften Nation. Innerhalb weniger Tage mobilisierte die Regierung Hunderttausende Reservisten. Die Kriegsrhetorik wurde zur Staatsraison.


    Der Krieg in Gaza: Zerstörung, Vertreibung, humanitäre Krise

    Die Antwort Israels folgte prompt und mit massiver militärischer Wucht. Ziel war die Zerschlagung der militärischen Infrastruktur der Hamas. Was folgte, war eine der intensivsten Militäroperationen in der Geschichte des Konflikts. Innerhalb weniger Monate wurden weite Teile des Gazastreifens durch Luftangriffe, Artilleriebeschuss und Bodenoffensiven zerstört. Besonders betroffen waren die Städte Gaza, Khan Yunis und Rafah.

    Die Zahl der Todesopfer unter der palästinensischen Bevölkerung stieg rasant. Bis Ende 2024 wurden zehntausende Menschen getötet – darunter ein hoher Anteil an Frauen und Kindern. Hunderttausende verloren ihre Wohnungen. Die medizinische Versorgung kollabierte, viele Krankenhäuser wurden beschädigt oder mussten schließen. Die humanitäre Lage wurde zunehmend katastrophal.

    Die israelische Führung verteidigte die Offensive als Akt der Selbstverteidigung. Zugleich wurde und wird Israel international immer stärker für die hohe Zahl ziviler Opfer kritisiert. Hilfslieferungen gelangen nur schwerlich durch die Grenzübergänge, viele Menschen leiden unter Hunger, Wassermangel, Krankheiten und fehlender Infrastruktur.


    Internationale Reaktionen und politische Verschiebungen

    Die internationale Gemeinschaft reagierte gespalten. Westliche Staaten – allen voran die USA und Deutschland – erklärten zunächst ihre uneingeschränkte Solidarität mit Israel und verurteilten die Angriffe der Hamas als Terror. Gleichzeitig wuchs mit der Dauer des Krieges die Kritik an der israelischen Kriegsführung. Menschenrechtsorganisationen warnten vor Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht. In multilateralen Foren wurden Forderungen nach Waffenruhen und humanitären Korridoren laut.

    Gleichzeitig verschärfte der Krieg die geopolitischen Spannungen in der Region. Der Libanon wurde erneut zur Front, der Iran verschärfte seine Rhetorik gegen Israel, und auch in westlichen Gesellschaften nahm die gesellschaftliche Polarisierung zu. Die Debatte über Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und die Legitimität von Solidarität mit Israel oder Palästina entbrannte in vielen Ländern aufs Neue – oft auf eine Weise, die Differenzierung vermissen lässt.


    Innenpolitische Konsequenzen: Spaltung, Protest und neue Sicherheitsdoktrinen

    In Israel selbst führte der 7. Oktober zu einem politischen Erdbeben. Premierminister Benjamin Netanjahu geriet unter massiven Druck. Die Kritik an der Vorbereitung auf den Angriff, die schlechten Informationen der Geheimdienste und das staatliche Versagen in den ersten Stunden des Angriffs führten zu Demonstrationen, Rücktrittsforderungen und einem tiefen Vertrauensverlust in die Regierung. Die Sicherheitsdoktrin wurde neu bewertet. Der Fokus lag fortan auf maximaler Abschreckung und präventiver Gefahrenabwehr – auch auf Kosten ziviler Freiheiten und internationaler Akzeptanz.

    Parallel dazu entwickelte sich eine gesellschaftliche Spaltung. Während ein Teil der Bevölkerung bis heute eine kompromisslose Linie gegen die Hamas fordert, artikuliert ein anderer Teil das Bedürfnis nach einem politischen Ausweg und langfristiger Friedensstrategie – etwa durch diplomatischen Druck auf Katar, Ägypten oder durch internationale Vermittlung.


    Gaza in Trümmern – und ohne Perspektive?

    Für die Menschen im Gazastreifen ist der Preis der Eskalation kaum in Worte zu fassen. Fast die gesamte Infrastruktur liegt in Schutt und Asche, der Zugang zu lebensnotwendigen Gütern ist stark eingeschränkt. Der Wiederaufbau steht vor immensen Herausforderungen – auch politisch: Wer soll Gaza nach der Zerschlagung der Hamas regieren? Welche Kräfte könnten eine glaubwürdige Ordnung aufbauen, ohne erneut ins Visier der israelischen Sicherheitskräfte zu geraten?

    Zugleich bleibt die Hamas trotz massiver Verluste in Teilen handlungsfähig. Ihre Ideologie, ihre Netzwerke und ihre Verwurzelung in Teilen der Gesellschaft sind nicht durch Bomben zu beseitigen. Die strukturellen Ursachen des Konflikts – Besatzung, Blockade, fehlende politische Perspektiven – bleiben bestehen.


    Zwei Jahre nach dem Überfall vom 7. Oktober 2023 ist die Region weit davon entfernt, zur Ruhe zu kommen. Der Tag gilt als historische Zäsur: nicht nur für Israel, das seine Verwundbarkeit erkannt hat, sondern auch für Palästina, das mit nie dagewesener Gewalt konfrontiert wurde. Der Krieg hat alles verändert – und noch ist keine Lösung in Sicht.

    Autor: P. Tiko