Schlagwort: Gaza

  • US-Kriegspläne versehentlich auf Social Media veröffentlicht – und weitere World-News

    US-Kriegspläne versehentlich auf Social Media veröffentlicht – und weitere World-News

    In einem äußerst heiklen Vorfall hat der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth detaillierte Pläne für Luftangriffe auf Ziele im Jemen in einem Gruppenchat über die App „Signal“ preisgegeben – zwei Stunden bevor die Angriffe auf die Huthi-Miliz begannen. Brisant: In diesem Chat befand sich auch Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des Magazins The Atlantic. Das Weiße Haus bestätigte gestern den Vorfall, der zuvor von der Zeitschrift selbst öffentlich gemacht worden war.

    Der Journalist Goldberg war offenbar versehentlich von Michael Waltz, dem nationalen Sicherheitsberater, zu der Chatgruppe hinzugefügt worden. Die Konversation fand außerhalb gesicherter Regierungskanäle statt – ein absoluter Tabubruch, wenn es um klassifizierte und hochsensible Kriegsplanung geht.

    Beamte des Verteidigungsministeriums zeigten sich entsetzt darüber, dass Hegseth Kriegspläne der USA in einer kommerziellen Chat-App diskutierte. Allein das könnte bereits einen Verstoß gegen das Spionagegesetz darstellen – ein Gesetz, das den Umgang mit vertraulichen Informationen streng regelt.

    Laut Goldberg enthielt Hegseths Nachricht vom 15. März um 11:44 Uhr „operative Details bevorstehender Angriffe auf den Jemen, einschließlich Informationen über Ziele, eingesetzte Waffen und den Ablauf der Angriffe“. Hätten gegnerische Kräfte der USA diese Informationen abgefangen, so Goldberg, hätte das die Sicherheit amerikanischer Militär- und Geheimdienstmitarbeiter – insbesondere im Nahen Osten – gefährden können.

    Ein weiteres Detail: Vizepräsident JD Vance, ebenfalls Teilnehmer des Gruppenchats, äußerte Bedenken bezüglich der Angriffe. Seiner Ansicht nach profitierten vor allem europäische Staaten von den US-Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrtsrouten gegen Huthi-Angriffe. „Ich hasse es einfach, Europa schon wieder aus der Patsche zu helfen“, schrieb Vance. Daraufhin Hegseth: „Ich teile deinen Ekel vor Europas Schmarotzerei voll und ganz. Es ist ERBÄRMLICH.“


    Tiefe politische Gräben in Israel brechen erneut auf

    Israel kämpft derzeit an mehreren Fronten: militärisch in Gaza, im Libanon, im besetzten Westjordanland und im Jemen – aber auch innenpolitisch brodelt es gewaltig. Alte Konflikte brechen wieder auf und werfen große Fragen über Israels Zukunft auf.

    Die Regierungskoalition von Premierminister Benjamin Netanjahu greift erneut nach mehr Kontrolle. Laut Netanjahu soll damit die Macht nicht gewählter Bürokraten und Richter beschränkt werden, die angeblich die gewählten Vertreter behindern. Kritiker hingegen sehen einen klaren Interessenkonflikt – schließlich steht Netanjahu wegen Korruption selbst vor Gericht.

    Die Wiederaufnahme des Krieges in Gaza hat ihm politisch offenbar genutzt und seine fragile Koalition gestärkt – was den öffentlichen Frust zusätzlich anheizt.


    USA und Russland sprechen über Waffenruhe in der Ukraine

    Gestern trafen sich Vertreter Russlands und der USA in Saudi-Arabien zu Gesprächen über eine mögliche begrenzte Waffenruhe im Ukrainekrieg. Laut russischen Staatsmedien soll heute eine gemeinsame Erklärung folgen.

    Steven Witkoff, den Donald Trump als seinen persönlichen Gesandten für Wladimir Putin benannt hat, erklärte, Ziel sei eine vollständige 30-tägige Waffenruhe. In dieser Zeit sollen Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden beginnen. Ob dieser Weg realistisch ist, bleibt offen.

    Laut Einschätzung von Journalisten sieht der Kreml geopolitische und wirtschaftliche Vorteile darin, Trumps Vorstoß für eine Waffenruhe zu unterstützen. An den Kriegszielen Russlands habe sich allerdings nichts geändert.


    Weitere Schlagzeilen weltweit

    Türkei: Die Verhaftung von Präsident Erdogans wichtigstem politischen Rivalen löst die größten Proteste seit über zehn Jahren aus.

    Afghanistan: Die USA haben laut afghanischen Behörden und einem US-Offiziellen Kopfgelder auf drei hochrangige Taliban-Funktionäre gestrichen.

    Libanon: Das Land braucht dringend Finanzhilfen zum Wiederaufbau – dafür muss es allerdings grundlegende Reformen angehen.

    Klimawandel: Viele Länder haben Einwegplastiktüten verboten – doch Papiertüten sind nicht automatisch umweltfreundlicher.

    Japan: Die Autoindustrie steht unter Druck – mögliche Zölle auf Exporte in die USA machen Planungen zunichte.

    Großbritannien: Vogelgrippe bei einem Schaf entdeckt – ein weltweit erster Fall, wie die Regierung mitteilt.

  • Kommentar: Wenn „freiwillig“ zur Farce wird

    Kommentar: Wenn „freiwillig“ zur Farce wird

    Man muss kein Zyniker sein, um in der geplanten israelischen Behörde zur „Förderung der freiwilligen Ausreise“ von Palästinensern aus dem Gazastreifen eine perfide Irreführung zu erkennen. Es reicht, ein Mindestmaß an historischer Bildung, Empathie und sprachlichem Feingefühl mitzubringen. Denn was hier als freiwillig etikettiert wird, ist in Wahrheit das Ergebnis systematisch herbeigeführter Ausweglosigkeit.

    Wie frei ist ein Mensch, der unter Belagerung lebt, dessen Lebensgrundlagen zerstört, dessen Familien zerrissen, dessen Häuser zerbombt wurden? Wie freiwillig ist die Entscheidung zu gehen, wenn das Bleiben nur Hunger, Angst und Elend verspricht? Israel hat in den vergangenen Monaten nicht nur militärisch im Gazastreifen operiert, sondern eine ganze Bevölkerung an den Rand der physischen und psychischen Erschöpfung gedrängt. Die Bilder aus Chan Junis, aus Rafah, aus den zerbombten Ruinen von Schulen, Kliniken und Wohnhäusern sprechen eine deutliche Sprache – und sie widersprechen der Erzählung einer „humanitären Ausreisehilfe“ auf zynische Weise.

    Natürlich kann man argumentieren, dass ein Staat wie Israel legitime Sicherheitsinteressen verfolgt. Dass er sich gegen Angriffe der Hamas verteidigen muss. Dass er – nach Jahrzehnten fruchtloser Verhandlungen – nach neuen Strategien sucht. Aber mit dieser Maßnahme überschreitet die israelische Regierung eine rote Linie: Sie stellt sich offen gegen das Völkerrecht, das die dauerhafte Besatzung und die erzwungene Vertreibung von Zivilbevölkerungen ausdrücklich verbietet.

    Die geplante Behörde ist mehr als ein technokratisches Instrument. Sie ist ein politisches Signal – und ein moralischer Offenbarungseid. Sie folgt der Vision Donald Trumps, der schon 2020 davon sprach, zwei Millionen Palästinenser in andere arabische Staaten „umzusiedeln“. Der Begriff der „freiwilligen Ausreise“ erinnert in diesem Kontext schmerzhaft an historische Euphemismen: „Evakuierung“, „Umsiedlung“, „Neubeginn“. Alles Worte, die das Leid der Vertriebenen verharmlosen sollten – und es doch nicht konnten.

    Ein weiteres Problem: Es gibt kein klares Ziel. Kein Land hat sich bislang bereit erklärt, Menschen aus Gaza aufzunehmen. Ägypten dementierte Berichte, wonach es eine halbe Million Flüchtlinge aufnehmen wolle, mit Nachdruck. Auch Jordanien und Libanon stemmen sich seit Jahren gegen eine dauerhafte Ansiedlung palästinensischer Flüchtlinge – aus Angst vor innerer Destabilisierung und dem Verlust des Rückkehrrechts der Palästinenser.

    Die Behauptung, man wolle lediglich helfen, ist in diesem Licht ein Schlag ins Gesicht all jener, die tatsächlich helfen: Ärzte ohne Grenzen, UNRWA, lokale Initiativen, zivilgesellschaftliche Gruppen. Ihre Arbeit wird nicht durch Ausreisebehörden erleichtert, sondern durch Waffenstillstände, offenen Grenzübergänge und politischen Willen zu einer gerechteren Zukunft.

    Das perfideste an diesem Vorhaben ist aber: Es verkehrt Ursache und Wirkung. Nicht die Palästinenser verlassen ihre Heimat, weil sie in anderen Ländern eine bessere Zukunft suchen. Sie fliehen, weil ihre Gegenwart in Trümmern liegt – weil ihnen systematisch die Luft zum Atmen genommen wurde. Und nun sollen sie auch noch offiziell gedrängt werden, diese Trümmer für immer hinter sich zu lassen.

    Diese Politik ist nicht defensiv, sie ist eliminatorisch. Sie zielt nicht auf Sicherheit, sondern auf Entleerung. Auf ein Gaza ohne Palästinenser. Auf die „Lösung“ eines Problems, das politisch nicht gelöst werden will – und deshalb physisch entfernt werden soll.

    Wer heute in Jerusalem eine Ausreisebehörde plant, stellt sich damit nicht nur gegen den Geist von Oslo und Madrid, sondern gegen jede Hoffnung auf eine gerechte, gemeinsame Zukunft. Frieden entsteht nicht durch Vertreibung. Frieden entsteht durch Anerkennung, Gerechtigkeit und gegenseitige Sicherheit.

    Alles andere ist ein anderes Wort für Kapitulation. Nicht der Palästinenser – sondern der Menschlichkeit.

    P.T.

  • Ein «hochaggressiver» Besuch in Grönland – und weitere World-News

    Ein «hochaggressiver» Besuch in Grönland – und weitere World-News

    Die Beziehungen zwischen Grönland und den Vereinigten Staaten haben sich weiter verschärft. Der grönländische Premierminister Múte B. Egede reagierte gestern empört auf eine geplante Delegation hochrangiger US-Beamter, die diese Woche nach Grönland reisen soll. Er bezeichnete den Besuch als «hochaggressiv».

    Der Versuch der Grönländer, diplomatisch zu bleiben, pralle an Donald Trump und seiner Regierung ab, sagte Egede. Deren einziges Ziel sei es, «Grönland zu besitzen und zu kontrollieren». Besonders kritisierte er die geplante Teilnahme von Michael Waltz, dem nationalen Sicherheitsberater, dessen Anwesenheit lediglich dazu diene, «Macht über uns zu demonstrieren». Auch Usha Vance, die Ehefrau des Vizepräsidenten, soll Grönland besuchen.

    Präsident Trump hatte zuvor angekündigt, Grönland «so oder so» in die Vereinigten Staaten eingliedern zu wollen. Innerhalb der grönländischen Bevölkerung wächst das Misstrauen gegenüber den wahren Absichten Washingtons. Bislang hatten sich viele grönländische Regierungsvertreter um einen Balanceakt bemüht: Sie wollten ihre Souveränität betonen, ohne Trump zu provozieren.

    Die US-Regierung hingegen stellte die geplante Reise als freundlichen Besuch dar. In einer Mitteilung hieß es, Usha Vance werde eines ihrer Kinder mitbringen und an einem nationalen Hundeschlittenrennen teilnehmen.


    Israelische Streitkräfte weiten Offensive im Gazastreifen aus

    Im Norden und Süden des Gazastreifens intensiviert das israelische Militär seine Militäroperationen. Truppen nahmen zusätzliche Gebiete ein und ordneten Evakuierungen in Regionen an, in die erst kürzlich vertriebene Menschen zurückgekehrt waren. Laut israelischem Militär richteten sich die Luftangriffe gegen Ziele und Infrastruktur der Hamas.

    Die Zivilschutzbehörde im Gazastreifen warnte vor einer «unmittelbaren Gefahr für das Leben» von Zehntausenden in der Stadt Rafah. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza hat die Zahl der Todesopfer seit Beginn des Kriegs mittlerweile die Marke von 50.000 überschritten. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien 39 Menschen bei israelischen Angriffen ums Leben gekommen.

    Politisch sorgt eine Entscheidung der israelischen Regierung für zusätzliche Spannungen: Das Kabinett sprach der Generalstaatsanwältin das Vertrauen ab – der erste Schritt hin zu ihrer möglichen Absetzung. Diese erklärte, die Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu versuche, sich «über das Gesetz zu stellen». Netanjahu wiederum wirft ihr vor, gezielt gegen ihn zu arbeiten.


    Annäherungsgespräche zwischen der Ukraine und den USA in Saudi-Arabien

    Vertreter der ukrainischen Regierung trafen sich gestern mit US-Delegierten in Saudi-Arabien, um über einen möglichen begrenzten Waffenstillstand im Krieg mit Russland zu sprechen. Für heute sind auch Gespräche zwischen russischen und amerikanischen Unterhändlern angesetzt.

    Im Zentrum der Gespräche in Riad steht die Umsetzung einer befristeten Einstellung von Angriffen auf Energieinfrastruktur, auf die sich beide Seiten in der Vorwoche verständigt hatten. Zudem geht es um Sicherheitsfragen im Schwarzen Meer. Ein ukrainischer Regierungsvertreter kündigte an, dass möglicherweise weitere Gespräche mit den USA am heutigen Tag folgen könnten.

    Der Weg zu einem Waffenstillstand bleibt jedoch unsicher. Beide Seiten betonen ihre Gesprächsbereitschaft. Moskau beharrt allerdings weiterhin auf Maximalforderungen – unter anderem auf die Kontrolle besetzter Gebiete und die Zusicherung, dass die Ukraine niemals der NATO beitritt. Die Regierung in Kiew lehnt diese Bedingungen entschieden ab und wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, lediglich Zeit gewinnen zu wollen.

    Währenddessen reißen die Angriffe nicht ab: Bei einem massiven Drohnenangriff auf Kiew wurden nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Russland hat in den vergangenen Monaten die Intensität seiner Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt deutlich erhöht.


    Weitere Schlagzeilen weltweit

    • Kanada: Premierminister Mark Carney hat Neuwahlen für den 28. April angesetzt – nur zehn Tage nach seiner Vereidigung.
    • Südkorea: Premierminister Han Duck-soo wurde nach einem Urteil des Verfassungsgerichts wieder als amtierender Präsident eingesetzt. Das Gericht hatte seine Amtsenthebung für ungültig erklärt.
    • Vatikan: Papst Franziskus, sichtbar geschwächt, zeigte sich kurz auf dem Balkon eines Krankenhauses in Rom und grüßte Hunderte von Gläubigen.
    • Türkei: Der Bürgermeister von Istanbul, einer der schärfsten Widersacher von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, wurde inhaftiert und seines Amtes enthoben – ein schwerer Rückschlag für seine vermutete Präsidentschaftskandidatur.
    • Großbritannien: Die Regierung hat eine Untersuchung zum Großbrand am Flughafen Heathrow eingeleitet, der seit Freitag den Betrieb erheblich beeinträchtigt.
    • Kino: Disneys neue Verfilmung von «Schneewittchen» startete mit enttäuschenden Zahlen an den US-Kinokassen.

    Von Andreas Brucker

    Quellen: New York Times, Al Jazeera, BBC, Reuters, Jerusalem Post, CNN, CBC, Korea Herald, Vatican News, Hürriyet Daily News

  • Israel feuert auf den Libanon – auch Gaza erneut unter Beschuss

    Israel feuert auf den Libanon – auch Gaza erneut unter Beschuss

    Die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten hat sich erneut verschärft. Am Samstagmorgen schlugen aus dem Libanon abgefeuerte Raketen in Nordisrael ein – Israel reagierte umgehend mit massiven Luftangriffen. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet, darunter ein Kind, und acht weitere verletzt. Es war die schwerste Auseinandersetzung seit dem Waffenstillstand mit der Hisbollah.

    Obwohl sich die Hisbollah von dem Angriff auf Israel distanzierte und ihn als „primitiv“ bezeichnete, gab Israels Regierung grünes Licht für eine militärische Antwort. Die Streitkräfte bombardierten daraufhin Dutzende Ziele im Süden Libanons. Ins Visier genommen wurden insbesondere Raketenstellungen und ein mutmaßliches Kommandozentrum der schiitischen Miliz.

    Zugleich verschärfen sich auch die Kämpfe im Gazastreifen. Israels Militär setzt seine Offensive mit voller Wucht fort. Allein in der Nacht zu Samstag starben bei einem Luftangriff in Gaza-Stadt mindestens neun Menschen, darunter drei Kinder. Auch die einzige auf Krebs spezialisierte Klinik im Gazastreifen – ein Krankenhaus, das mit türkischer Hilfe gebaut wurde – wurde zerstört. Israel wirft der Hamas vor, dort militärische Infrastruktur betrieben zu haben.

    Die Armee hat angekündigt, ihre Angriffe noch zu intensivieren – solange, bis die restlichen Geiseln freikommen. 59 Geiseln sollen sich noch in den Händen der Hamas befinden, nur 24 davon vermutlich noch am Leben. Das Ziel: militärischer Druck, um bei den stockenden Verhandlungen über eine neue Feuerpause Bewegung zu erzeugen.

    Parallel zum Feuersturm in Gaza wächst die Sorge vor einem Flächenbrand im Norden. Die Waffenruhe mit der Hisbollah – im November geschlossen – steht auf der Kippe. Ursprünglich war vorgesehen, dass sich israelische Truppen bis spätestens Ende Januar vollständig vom libanesischen Staatsgebiet zurückziehen. Der Termin wurde auf den 18. Februar verschoben, aber auch seither sind israelische Soldaten in mehreren Positionen im Südlibanon verblieben.

    Die libanesische Regierung hat bei den Vereinten Nationen Beschwerde eingelegt und fordert Israels vollständigen Rückzug. Gleichzeitig betont Ministerpräsident Nawaf Salam, dass sein Land keinen Krieg wolle. Er beauftragte das Militär, die Lage im Süden zu stabilisieren. Doch wie lange lässt sich die Eskalation noch aufhalten?

    Die UNO zeigt sich beunruhigt über die zunehmende Gewalt. Die UNIFIL, die Friedenstruppe im Libanon, warnt vor einer unkontrollierbaren Eskalation mit unabsehbaren Folgen für die ganze Region. Denn klar ist: Wenn der fragile Waffenstillstand mit der Hisbollah endgültig zerbricht, droht ein Mehrfrontenkrieg.

    In Gaza hingegen ist die Lage längst katastrophal. Mehr als 49.000 Palästinenserinnen und Palästinenser sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums dort bereits ums Leben gekommen – über die Hälfte davon Frauen und Kinder. Die medizinische Versorgung ist nahezu vollständig zusammengebrochen, Lebensmittel und Treibstoff fehlen, Hilfslieferungen kommen kaum noch an. Die Menschen in Gaza kämpfen ums nackte Überleben.

    Israel gibt an, rund 20.000 Hamas-Kämpfer getötet zu haben. Belege für diese Zahl fehlen bislang. Gleichzeitig wirft die internationale Gemeinschaft Israel vor, bei seinen Angriffen unverhältnismäßig vorzugehen. Besonders Großbritannien, Frankreich und Deutschland verurteilten die jüngsten Luftschläge scharf und forderten eine sofortige Rückkehr zur Waffenruhe.

    In Israel selbst regt sich ebenfalls Widerstand. Tausende Menschen protestierten in Tel Aviv gegen die Regierungspolitik und für die Rückkehr der Geiseln. Viele Angehörige werfen Premierminister Netanjahu vor, die humanitäre Krise zu ignorieren und politische Interessen über das Leben der Entführten zu stellen.

    Die politische Führung Israels hingegen gibt sich unnachgiebig. Aus dem Büro des Premierministers hieß es, man werde „jede Bedrohung für die israelische Bevölkerung und Souveränität mit aller Härte“ bekämpfen. Die Armee erhielt den Befehl, dutzende neue Ziele im Libanon anzugreifen.

    Und so dreht sich die Gewaltspirale weiter – Tag für Tag, Schlag um Schlag. Die Fronten sind verhärtet, die Verluste auf beiden Seiten verheerend. Doch je länger der Konflikt andauert, desto schwerer wird es, eine Rückkehr zu Diplomatie und Deeskalation zu finden.

    Wie viele Menschenleben müssen noch verloren gehen, bevor die Waffen endlich ruhen?

    Von C. Hatty

  • Französische UN-Mitarbeiter bei Angriff in Gaza schwer verletzt – Paris fordert Aufklärung

    Französische UN-Mitarbeiter bei Angriff in Gaza schwer verletzt – Paris fordert Aufklärung

    Ein Vorfall mit brisanter Tragweite erschüttert die diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Israel: Zwei französische Staatsangehörige, die für die Vereinten Nationen tätig sind, wurden bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen schwer verletzt. Die französische Regierung zeigte sich am Freitag tief erschüttert – und verlangt lückenlose Aufklärung. Was war passiert? Am Mittwoch schlugen Bomben in zwei UN-Gebäuden ein, die als Unterkünfte für Mitarbeiter dienten. Neben den beiden verletzten Franzosen kam ein bulgarischer UN-Angestellter ums Leben. Der Angriff trifft damit direkt humanitäres Personal – Menschen, die dort tätig sind, um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern. Jean-Noël Barrot, Frankreichs Außenminister, ließ bei einem Besuch in Dijon keinen Zweifel an der Haltung Frankreichs: „Ich wünsche mir, dass vollständige Klarheit geschaffen wird, dass eine Untersuchung eingeleitet und Verantwortlichkeiten sehr deutlich benannt werden.“ Eine Ansage – diplomatisc…

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  • „Dealmaker“ Trump, der Möchtegern-Friedensstifter

    „Dealmaker“ Trump, der Möchtegern-Friedensstifter

    Donald Trump will Frieden. Zumindest behauptet er das. In seiner gewohnt selbstbezogenen Manier versprach er bei Amtsantritt, binnen kürzester Zeit sowohl den Krieg in der Ukraine als auch den im Gazastreifen zu beenden. Jetzt, da er tatsächlich am Hebel der Macht sitzt, wird klar: Reden ist leicht – aber wer Frieden will, muss liefern. Und vor allem: unbequem werden, auch gegenüber „Freunden“.

    Doch genau daran scheitert Trump. Statt konsequent auf Verhandlungen hinzuwirken, spielt er auf beiden Bühnen ein Spiel der Eitelkeiten. Putin und Netanjahu dürfen sich derweil über seine zahme Rhetorik freuen. Sie wissen: Dieser Präsident hat nicht den politischen Mut, ihnen das Wasser abzugraben. Stattdessen hofiert er Autokraten, während er die eigentlichen Partner der Vereinigten Staaten – die europäischen Verbündeten – brüskiert und zur Zuschauerrolle verdammt.

    In der Ukraine-Krise lässt sich Trump von Putin an der Nase herumführen. Ein 30-tägiger Waffenstillstand für Energieinfrastruktur wird als „Durchbruch“ verkauft, obwohl russische Raketen schon Stunden später wieder ukrainische Städte treffen. Putin gibt nichts auf, was er nicht ohnehin entbehren kann – und sichert sich nebenbei noch innenpolitische Ruhe und außenpolitische Terraingewinne.

    In Gaza ist die Lage ähnlich. Netanjahu bombardiert weiter, gestärkt durch Trumps demonstrative Loyalität. Die Regierung in Jerusalem verfolgt ein unrealistisches Maximalziel: die vollständige Zerschlagung der Hamas – ohne internationalen Beistand, ohne politische Lösungsperspektive, ohne Rücksicht auf zivile Opfer. Auch hier: keine roten Linien aus Washington. Stattdessen schweigt Trump – oder lobt.

    Dabei wäre genau jetzt Führungsstärke gefragt. Wer wirklich Frieden will, muss mehr tun als Schlagzeilen produzieren. Er muss unbequem verhandeln, auch gegenüber langjährigen Partnern. Er muss Druck machen – politisch, wirtschaftlich, strategisch. Und ja: Er muss auch selbst bereit sein, Positionen zu überdenken, anstatt bloß Deals wie Immobiliengeschäfte zu behandeln.

    Trump jedoch verfolgt keinen Plan für den Frieden – sondern einen Plan für sich selbst. Fürs Image. Für die Show. Für den Applaus seiner Anhänger, die glauben, der „starke Mann“ werde es schon richten. In Wahrheit aber stützt er jene, die vom Krieg profitieren – und überlässt die Opfer ihrem Schicksal.

    Wenn dieser Präsident wirklich Frieden will, muss er sich endlich entscheiden: für Diplomatie statt Inszenierung, für Prinzipien statt persönliche Loyalitäten, für Verantwortung statt Showbiz. Alles andere bleibt Selbstbetrug – und brandgefährlich.

    Von Andreas Brucker

  • Frankreich stellt sich gegen jede Form der Annexion – scharfe Worte zu Israels Vorgehen in Gaza

    Frankreich stellt sich gegen jede Form der Annexion – scharfe Worte zu Israels Vorgehen in Gaza

    Die politischen Spannungen rund um den Gazastreifen nehmen erneut Fahrt auf. Während Israel unter Verteidigungsminister Yoav Gallant die Kontrolle über weitere Gebiete in Gaza anstrebt, schlägt Frankreich deutliche Töne an. Jean-Noël Barrot, Frankreichs Außenminister, stellte bei einem Pressebriefing unmissverständlich klar: Paris lehnt jede Form von Annexion entschieden ab – sei es im Westjordanland oder im Gazastreifen. Ein Schritt, der nicht nur juristische Brisanz hat, sondern auch die internationale Diplomatie vor neue Herausforderungen stellt. „Sicherheitszonen“ oder schleichende Annektierung? Barrot reagierte auf die Ankündigung Israels, Gebiete in Gaza dauerhaft zu sichern – und möglicherweise zu annektieren. Dabei ging es nicht nur um eine bloße militärische Maßnahme, sondern um die Drohung, sogenannte „Sicherheitszonen“ dauerhaft zu besetzen. Israel argumentiert mit Schutzmaßnahmen, Frankreich spricht von völkerrechtswidrigem Verhalten. Wer hat am Ende das letzte Wort? Inmitt…

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  • Gaza in der Zange: Israels Verteidigungsminister kündigt dauerhafte Besetzung palästinensischer Gebiete an

    Gaza in der Zange: Israels Verteidigungsminister kündigt dauerhafte Besetzung palästinensischer Gebiete an

    Die Lage im Gazastreifen spitzt sich weiter zu. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat der Armee den Befehl erteilt, „mehr Territorium zu erobern“ – mit drastischen Worten und einer klaren Botschaft: Der Druck auf die Hamas soll steigen, notfalls mit bleibenden Konsequenzen für die Palästinenser.

    Annexion als Druckmittel

    Katz‘ Aussage ist unmissverständlich: „Je länger die Hamas sich weigert, die Geiseln freizulassen, desto mehr Land verliert sie – das dann Israel angegliedert wird.“ Diese Ankündigung fällt nicht nur militärisch ins Gewicht, sondern ist politisch hochexplosiv. Denn sie impliziert nicht nur eine temporäre Besetzung, sondern eine mögliche dauerhafte Annexion von Teilen des Gazastreifens.

    Der Verteidigungsminister spricht von einer „permanenten Besetzung von Sicherheitszonen“. Damit rückt eine vollständige territoriale Rückgabe an die Palästinenser in noch weitere Ferne.

    Politisches Beben: Geheimdienstchef entlassen

    Parallel dazu sorgt eine Personalentscheidung für Aufsehen: Ronen Bar, der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, wurde entlassen. Offiziell heißt es, die Entscheidung sei einstimmig im Kabinett getroffen worden. Bar wird sein Amt spätestens bis zum 10. April abgeben.

    Doch die Hintergründe werfen Fragen auf – und heizen die politische Debatte weiter an. Premierminister Netanjahu begründete den Schritt mit einem „anhaltenden Verlust an professionellem und persönlichem Vertrauen“. Ronen Bar wiederum sieht die Dinge anders: Er vermutet persönliche Motive hinter seiner Absetzung. Vor allem, so seine Vermutung, solle damit verhindert werden, dass unabhängige Untersuchungen zum 7. Oktober stattfinden – dem Tag, an dem der verheerende Angriff der Hamas auf Israel begann.

    Der Unmut über den Rauswurf ließ nicht lange auf sich warten. Tausende Menschen protestierten am Donnerstagabend in Jerusalem – zunächst vor Netanjahus Privatresidenz, später vor dem Parlament. Ihre Botschaft: Die Entlassung ist kein Verwaltungsakt, sondern Teil eines größeren Machtspiels.

    Ein Präsident, der zweifelt

    Auch Präsident Isaac Herzog äußerte sich – ungewöhnlich kritisch. In einer Videoansprache zeigte er sich „zutiefst beunruhigt“ über die Wiederaufnahme der israelischen Luftangriffe in Gaza. „Es ist unmöglich, angesichts der Realität, die sich vor unseren Augen abspielt, nicht zutiefst erschüttert zu sein“, sagte er. Es sei „undenkbar“, gleichzeitig zu kämpfen und dabei die „heilige Mission“ der Geiselbefreiung aufrechtzuerhalten.

    Eine deutliche Mahnung aus dem höchsten Amt des Landes – in einer Zeit, in der viele Stimmen zum Schweigen gebracht oder übertönt werden.

    Erneute Eskalation: Tote, Raketen und kein Ende in Sicht

    Während die Worte fliegen, sterben Menschen. Laut der palästinensischen Zivilschutzbehörde sind in den letzten Tagen über 500 Menschen im Gazastreifen ums Leben gekommen – darunter mindestens 190 Minderjährige. Die Zahlen sind kaum zu fassen, doch sie verdeutlichen, wie heftig die Angriffe derzeit sind.

    Und auch die Hamas reagiert: Am Donnerstag feuerte sie Raketen auf Tel Aviv – eine ihrer ersten offiziellen Reaktionen auf die neuerlichen Angriffe seitens Israels. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Konflikt längst wieder in eine neue, brutale Phase eingetreten ist.

    Was bedeutet das für die Zukunft?

    Die Frage, die in der Luft hängt: Wohin führt diese Spirale? Wird das Land, das Israel derzeit im Gazastreifen „sichert“, tatsächlich annektiert? Und wie lange wird es dauern, bis die Eskalation auf andere Regionen übergreift?

    Klar ist: Die Ankündigung von Israel Katz hat das Potenzial, den Nahostkonflikt auf eine neue, noch gefährlichere Ebene zu hieven. Und während politische Köpfe rollen und Bomben fallen, wächst das Leid der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten.

    Die nächsten Tage dürften entscheidend sein.

    Catherine H.

  • Raketenschläge, politische Machtspiele und globale Spannungen – unsere World-News

    Raketenschläge, politische Machtspiele und globale Spannungen – unsere World-News

    Gestern feuerte die Hamas erstmals seit Monaten wieder eine Raketenserie auf Tel Aviv ab. Die israelische Armee intensivierte zeitgleich ihre Bodenoffensive im Gazastreifen. Laut Militärangaben wurden Einsätze sowohl im Süden bei Rafah als auch im Norden nahe Beit Lahiya durchgeführt. Die monatelange Waffenruhe ist damit endgültig Geschichte – die Gewalt droht erneut in einen umfassenden Krieg zu eskalieren.

    Trotz anhaltender Proteste in den Straßen Israels genehmigte die Regierung gestern kurz vor Mitternacht die Entlassung des Chefs des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet durch Premierminister Benjamin Netanjahu. Ein innenpolitisches Beben, das für Gesprächsstoff sorgt.

    Währenddessen spitzt sich auch die Lage in der Ukraine weiter zu.

    Ukrainische Streitkräfte griffen laut offiziellen Angaben einen Militärflugplatz tief im russischen Hinterland an. Gleichzeitig versuchten die USA, eine partielle Waffenruhe zu vermitteln. In der Ukraine töteten russische Drohnenangriffe mindestens fünf Menschen, 26 weitere wurden verletzt.

    Der Kreml teilte mit, dass für kommenden Montag ein neues Treffen zwischen russischen und US-amerikanischen Vertretern in Saudi-Arabien vorgesehen sei – auch die Ukraine wird Vertreter dorthin entsenden.

    Ein brisanter US-Vorschlag steht ebenfalls im Raum: Ex-Präsident Donald Trump brachte kürzlich die Idee ins Spiel, dass die USA die Kontrolle über ukrainische Atomkraftwerke übernehmen. Was das für die Souveränität der Ukraine bedeuten würde, ist eine hochbrisante Frage.

    Trump und der Griff nach der Justiz

    Donald Trump sorgt mit einem neuen Machtschachzug für Aufsehen – und Besorgnis. Verfassungsrechtler und Historiker schlagen Alarm. Erst in dieser Woche ignorierte Trump eine gerichtliche Anordnung zur Aussetzung eines Abschiebeflugs und forderte im Anschluss die Amtsenthebung des betreffenden Richters.

    Seine zunehmend umfassend ausgelegte Idee von präsidialer Macht wird mehr und mehr zum Markenzeichen seiner zweiten Amtszeit. „Das Ausmaß und die Geschwindigkeit dessen, was gerade passiert, ist erschreckend“, sagte ein Historiker.

    Ein Bundesrichter in Washington prüft aktuell, ob die Trump-Administration gegen seine Anordnung zur Aussetzung der Abschiebung zahlreicher Venezolaner verstoßen hat – und erwägt Sanktionen wegen Missachtung des Gerichts.

    Weltgeschehen im Schnelldurchlauf

    In Indonesien setzen sich Parlamentarier über landesweite Studentenproteste hinweg und schaffen mehr zivile Posten für Militärs – ein Schritt zurück in autoritäre Zeiten?

    In China wurden vier Doppelstaatsbürger (Kanada/China) wegen Drogendelikten hingerichtet. Die kanadische Regierung verurteilte die Hinrichtungen als Verstoß gegen die Menschenwürde.

    Ein französischer Wissenschaftler wurde an der US-Grenze abgewiesen – Grenzbeamte fanden kritische Nachrichten zu Trumps Forschungspolitik auf seinem Handy.

    Am Londoner Flughafen Heathrow ging heute früh nichts mehr – ein Brand nahe des Flughafens sorgte für einen großflächigen Stromausfall. Der Betrieb bleibt den ganzen Tag eingestellt.

    In Indien kam es im Bundesstaat Maharashtra zu schweren Ausschreitungen. Auslöser: Die Forderung einer hindu-nationalistischen Gruppe, das Grab eines muslimischen Herrschers aus dem 17. Jahrhundert zu entfernen. Daraufhin wurde eine Ausgangssperre verhängt.

    Im Iran wurde der französische Staatsbürger Olivier Grondeau freigelassen – er war über zwei Jahre wegen Spionagevorwürfen inhaftiert.

    In Syrien kursieren Listen des Assad-Regimes mit Namen von Millionen gesuchter Personen. Viele Syrer, die sich darauf wiederfinden, teilen dies nun öffentlich – teils mit Stolz.

    In Kanada trägt Ontarios Premier Doug Ford nun den Spitznamen „Captain Canada“, weil er öffentlich gegen Trumps Äußerungen Stellung bezogen hat.

    In Afghanistan wurde ein US-Amerikaner freigelassen, der 2022 als Tourist ins Land gereist war und von den Taliban festgenommen wurde.

    Einen echten Paukenschlag gab’s aus Den Haag: Ex-Präsident Rodrigo Duterte sitzt inzwischen in einer Zelle – sein spektakulärer Haftantritt schlägt international Wellen.

    Zum Schluss ein Blick auf den Klimawandel: Satellitenbilder zeigen eindrucksvoll, wie stark Solar- und Windenergie weltweit zugelegt haben. Endlich mal gute Nachrichten inmitten all des Chaos, oder?

    Catherine H.

  • Ukraine stoppt Angriffe auf russische Energieanlagen – und andere World-News

    Ukraine stoppt Angriffe auf russische Energieanlagen – und andere World-News

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einem von Russland vorgeschlagenen beiderseitigen Stopp von Angriffen auf Energieinfrastruktur für 30 Tage zugestimmt. Dies könnte ein erster Schritt zu einem umfassenderen Waffenstillstand sein.

    Die Entscheidung traf Selenskyj nach einem Telefonat mit Donald Trump, der das Gespräch als „sehr gut“ beschrieb. Selenskyj nannte es „positiv, sehr substanziell und offen“ und betonte, dass er Trump für die Unterstützung der USA gedankt habe.

    Das Gespräch fand einen Tag nach Trumps Telefonat mit Wladimir Putin statt. Es war das erste Mal, dass Trump und Selenskyj seit ihrem misslungenen Treffen im Oval Office im letzten Monat wieder miteinander sprachen.

    Trump brachte zudem die Idee ins Spiel, dass die USA die Kontrolle über ukrainische Kraftwerke übernehmen könnten – ein Vorschlag, den ukrainische Energieexperten als kaum umsetzbar bezeichneten. Das Weiße Haus kündigte an, dass in den kommenden Tagen Gespräche in Saudi-Arabien stattfinden werden, um die Waffenruhe möglicherweise auf Aktivitäten im Schwarzen Meer auszuweiten – mit dem Ziel eines vollständigen Waffenstillstands.

    Nächste Schritte

    Selenskyj betonte, dass eine Überwachung durch die USA notwendig sei. Kiew werde eine Liste von Objekten erstellen, die besonderen Schutz benötigen. „Putins bloße Zusicherung, keine Energieanlagen anzugreifen, reicht nicht aus“, sagte er. „Der Krieg hat uns pragmatisch gemacht.“

    Analyse

    Obwohl viele der Punkte, die Putin in seinem Gespräch mit Trump erwähnt hat, als Zugeständnisse dargestellt wurden, hat der russische Präsident in Wirklichkeit kaum nachgegeben.


    Kanada rückt näher an Europa

    Angesichts wachsender Spannungen mit den USA unter Präsident Trump führt Kanada Gespräche über eine Beteiligung an einem europäischen Rüstungsprojekt. Ziel ist es, kanadische Unternehmen in die Produktion europäischer Kampfflugzeuge und anderer militärischer Ausrüstung einzubinden.

    Dies soll sowohl die europäische Verteidigungsindustrie stärken als auch Kanada eine Alternative zum amerikanischen Markt bieten. Der neue kanadische Premierminister Mark Carney besuchte in dieser Woche Paris und London auf seiner ersten Auslandsreise seit Amtsantritt. Dabei bezeichnete er Kanada als „das europäischste nicht-europäische Land“.

    Hintergrund

    Kanada ist traditionell ein wichtiger Rüstungslieferant der USA. Kanadische Fabriken produzieren Munition, Panzer, Flugzeuge, Verteidigungstechnologien und Kriegsschiffe. Eine Analyse aus dem Jahr 2022 ergab, dass der Großteil kanadischer Militärgüter in die USA exportiert wurde.

    Was als Nächstes kommt

    Die geplante Partnerschaft mit der EU wird Jahre brauchen, um Wirkung zu zeigen. Die europäische Verteidigungsindustrie leidet seit langem unter Unterfinanzierung und der Dominanz der USA. Die Bestände der EU-Mitgliedstaaten wurden durch die Waffenlieferungen an die Ukraine zusätzlich geschwächt.


    Israel besetzt neues Gebiet im Gazastreifen

    Israelische Truppen haben ihre Bodenoffensive im Gazastreifen ausgeweitet und eine wichtige Verkehrsachse besetzt. Dies ist die größte militärische Operation seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe mit der Hamas.

    Die Soldaten führen „gezielte Bodenoperationen“ entlang des sogenannten Netzarim-Korridors durch, um eine „teilweise Pufferzone“ zwischen dem nördlichen und südlichen Gazastreifen zu schaffen, teilte das israelische Militär mit.

    Der Vorstoß folgt auf massive Luftangriffe, die bereits am Dienstag begonnen hatten. Hamas hat bislang militärisch nicht darauf reagiert. In Jerusalem forderten Tausende Demonstranten eine erneute Waffenruhe.


    Weitere wichtige Nachrichten

    Jemen: Präsident Trump erklärte, dass die Huthi-Milizen durch US-Militärschläge „vollständig vernichtet“ werden würden, und forderte den Iran auf, „sofort“ die militärische Unterstützung für sie einzustellen.

    Afrika: Die Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo und Ruandas forderten eine Waffenruhe im tödlichen Konflikt zwischen der kongolesischen Armee und einer von Ruanda unterstützten Rebellengruppe.

    Türkei: Die türkischen Behörden haben den Bürgermeister von Istanbul, einen der größten politischen Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, verhaftet – kurz bevor er als Präsidentschaftskandidat der Opposition nominiert werden sollte.

    USA: Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Zinssenkungen erneut aufgeschoben. Trumps aggressive Handelspolitik und Zollerhöhungen sorgen für wirtschaftliche Unsicherheit.

    Technologie: Die EU beschuldigt Apple und Google, kleinere Wettbewerber unfair aus dem Markt zu drängen – eine weitere Belastung für die transatlantischen Beziehungen.

    Papst Franziskus: Laut Vatikan verbessert sich die Gesundheit des Papstes. Dennoch halten sich Verschwörungstheorien hartnäckig.

    Myanmar: Der Anführer einer bewaffneten Gruppe, die die Rohingya-Muslime vertritt, wurde bei einer Razzia in Bangladesch festgenommen.

    Mexiko: Das Parlament von Mexiko-Stadt hat den traditionellen Stierkampf verboten. Eine gewaltfreie Version mit reinen Showelementen bleibt erlaubt.

    Großbritannien: Zwei Männer wurden für den Diebstahl und Verkauf einer 18-karätigen goldenen Toilette verurteilt.

    Klima: Die vergangenen zehn Jahre waren laut UN-Bericht die wärmsten in fast 200 Jahren Temperaturaufzeichnung.

    Brasilien: Ein brasilianischer Abgeordneter, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, hat angekündigt, in den USA Asyl zu beantragen.