Schlagwort: Europa

  • Stromausfälle: Ist Frankreich gut vorbereitet?

    Stromausfälle: Ist Frankreich gut vorbereitet?

    Ein einziger Tag im April 2025 hat Europa gezeigt, wie verletzlich unsere moderne Energieversorgung tatsächlich ist. Am 28. April legte eine massive Strompanne große Teile Spaniens, Portugals und Südwestfrankreichs lahm. Auch wenn Frankreich größtenteils verschont blieb, stellt sich eine unangenehme Frage: Ist das Land gewappnet für zukünftige Stromkrisen?

    Stabil – aber nicht unverwundbar Frankreichs Stromnetz zählt zu den zuverlässigsten in Europa. Die hohe Beimischung von Atomkraft und ein ansonsten diversifizierter Energiemix sorgen normalerweise für Stabilität. Trotzdem hat der jüngste Zwischenfall gezeigt: Kein Land ist eine Insel – schon gar nicht in einem eng vernetzten europäischen Stromsystem. Ob ein lokaler Brand oder doch ein Cyberangriff die Ursache war, bleibt offen. Fest steht: Die Schwachstelle eines Nachbarn kann schnell zur eigenen werden. Wer würde da nicht nachdenklich?

    Frühwarnsysteme und Notfallpläne Frankreich setzt auf Prävention. Systeme wie Ecowatt informiere…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreich rüstet auf – Europa zieht nach

    Frankreich rüstet auf – Europa zieht nach

    Ein neuer Wind weht durch die Verteidigungspolitik Europas. Frankreich – lange Zeit eher zurückhaltend bei militärischen Großprojekten – hat sich mit voller Kraft in eine Aufrüstungswelle gestürzt. Der Anlass? Die weltpolitische Lage, die von Tag zu Tag unsicherer wird, und ein wachsendes Bedürfnis nach strategischer Unabhängigkeit.

    Eine Welt im Umbruch Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ist das Sicherheitsgefühl in Europa tief erschüttert. Was viele als längst vergangene Bedrohung empfanden, ist mit Wucht zurückgekehrt. Russland hat seinen Verteidigungshaushalt 2024 um satte 38 Prozent erhöht und liegt nun bei 149 Milliarden Dollar. Gleichzeitig rückt China immer näher an den Kreml – wirtschaftlich wie militärisch. Da wundert es nicht, dass auch westliche Länder reagieren. Allen voran Frankreich. Präsident Emmanuel Macron ließ keine Zweifel daran: Die Sicherheit Europas müsse wieder in europäische Hände gelegt werden.

    Frankreich setzt auf Stärke Die neue militärische …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Tesla unter Beschuss: Wenn politische Gesten zum wirtschaftlichen Risiko werden

    Tesla unter Beschuss: Wenn politische Gesten zum wirtschaftlichen Risiko werden

    Wie Elon Musks umstrittene Auftritte und Äußerungen Tesla in Europa in die Krise stürzen.

    Ein Tweet, der Wellen schlägt

    „Wer will auch ein Nazi-Auto fahren?“ – mit diesem Satz sorgte die Berliner Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) für einen politischen Paukenschlag. Gemeint war Tesla, der Elektroautobauer, dessen CEO Elon Musk durch kontroverse Auftritte und Aussagen in die Kritik geraten ist. Kiziltepe löschte den Tweet zwar, doch sie hält an ihrer Kritik fest: Musks Verhalten sei nicht hinnehmbar. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten – von Rücktrittsforderungen bis zu Solidaritätsbekundungen war alles dabei.

    Der umstrittene Gruß

    Was war passiert? Im Januar 2025 trat Elon Musk bei der Amtseinführung von Donald Trump auf und machte eine Geste, die viele als Hitlergruß interpretierten. Musk legte seine rechte Hand auf die Brust und streckte dann den Arm mit flacher Hand nach oben aus – eine Bewegung, die in Deutschland besonders sensibel betrachtet wird. Historiker und jüdische Organisationen äußerten scharfe Kritik, während Musk selbst die Geste als Ausdruck von Dankbarkeit bezeichnete. Die Anti-Defamation League (ADL) nannte die Aktion eine „unbeholfene Aktion“, doch der ehemalige Direktor der ADL widersprach und sprach von einem „Heil-Hitler-Nazi-Gruß“.

    Nähe zur AfD

    Kurz darauf trat Musk per Videokonferenz bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) auf. Dort äußerte er, dass „Kinder nicht für die Sünden ihrer Vorfahren verantwortlich gemacht werden sollten“ und kritisierte das „übermäßige Gewicht der Schuld der Vergangenheit“ in Deutschland. Diese Aussagen, nur wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag, wurden von vielen als Versuch gewertet, die deutsche Erinnerungskultur zu relativieren.

    Proteste und wirtschaftliche Folgen

    Die Kombination aus der umstrittenen Geste und den Aussagen bei der AfD-Veranstaltung führte zu weltweiten Protesten. In mehreren Städten wurden Tesla-Showrooms mit Graffiti wie „No to Nazis“ und Hakenkreuzen beschmiert. Aktivistengruppen organisierten kreative Protestaktionen, darunter gefälschte Werbeanzeigen, die Tesla als „SwastiCar“ darstellten.

    Auch wirtschaftlich spürt Tesla die Folgen. In Deutschland fielen die Verkaufszahlen im ersten Quartal 2025 um 45 Prozent, in Frankreich um 63,4 Prozent und in Spanien um 75,4 Prozent. Einige Unternehmen beendeten ihre Kooperationen mit Tesla. Zudem gaben 31 Prozent der Tesla-Besitzer in einer niederländischen Umfrage an, den Verkauf ihres Fahrzeugs in Erwägung zu ziehen.

    Politische Debatte in Deutschland

    Die Äußerung von Cansel Kiziltepe stieß parteiübergreifend auf Kritik. Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) forderte eine Rücknahme der Aussage und betonte die Bedeutung der Tesla-Fabrik in Grünheide für die Region. Auch CDU-Politiker forderten Konsequenzen. Kiziltepe verteidigte ihre Aussage jedoch und verwies auf Musks rechtsextreme Positionen.

    Ein Balanceakt zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung

    Die Kontroverse um Elon Musk und seine Äußerungen hat nicht nur politische und gesellschaftliche Debatten ausgelöst, sondern auch konkrete wirtschaftliche Auswirkungen für Tesla. Die Bezeichnung von Tesla-Fahrzeugen als „Nazi-Autos“ mag polemisch erscheinen, doch sie reflektiert die tiefe Besorgnis vieler Menschen über die Verbindungen von Führungspersönlichkeiten zu rechtsextremen Ideologien und Symbolen. Für Unternehmen und ihre Führungskräfte bleibt es entscheidend, sich ihrer öffentlichen Wahrnehmung bewusst zu sein und entsprechend verantwortungsvoll zu handeln.

    Autor: Andreas M. B.

  • Trump zu Putin: „Wladimir, HÖR AUF!“ – und weitere World-News

    Trump zu Putin: „Wladimir, HÖR AUF!“ – und weitere World-News

    Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kiew wurden gestern mindestens 12 Menschen getötet und 90 weitere verletzt. Dieser Angriff veranlasste Ex-Präsident Trump zu einer seltenen Missbilligung Moskaus.

    „Wladimir, HÖR AUF!“, schrieb Trump auf sozialen Medien, direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet. „Ich bin nicht glücklich über die russischen Angriffe auf KIEW. Unnötig und sehr schlechtes Timing.“

    Der Angriff ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem Trump und seine engsten Berater den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj dazu gedrängt hatten, einen von den USA entworfenen Friedensplan zu akzeptieren, der Russland stark begünstigen würde.

    Gestern erklärte Trump im Oval Office, er habe „keine Loyalität“ gegenüber einer der beiden Seiten, sein einziges Ziel sei es, den Krieg zu beenden und Leben zu retten. Gleichzeitig behauptete er jedoch, Putin habe ein „ziemlich großes Zugeständnis“ gemacht, um den Konflikt zu beenden. Auf Nachfrage, worin dieses Zugeständnis bestehe, antwortete Trump: „Aufhören, das ganze Land zu übernehmen.“

    Krim: Trump zeigt sich bereit, Russlands Anspruch auf die Krim anzuerkennen. Dies würde zehn Jahre US-Außenpolitik über Bord werfen und ein gefährliches Signal senden – nämlich, dass die USA gewaltsame Grenzverschiebungen akzeptieren. In der Ukraine ist dieser Vorschlag indiskutabel.

    Europäische Länder betrachten die Zukunft der Ukraine als entscheidend für ihre eigene Sicherheit. Offizielle Stellen betonen, dass sie Kiew weiterhin unterstützen werden, auch falls sich die USA aus den Friedensverhandlungen zurückziehen.

    Ein General verurteilt: Der russische Generalmajor Iwan Popow, der entlassen wurde, nachdem er die russische Armeeführung wegen Problemen auf dem Schlachtfeld kritisiert hatte, wurde wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt.


    Eskalation zwischen Indien und Pakistan

    Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan haben sich gestern drastisch verschärft. Pakistan kündigte Vergeltungsmaßnahmen gegen Indien an, einen Tag nachdem Indien Sanktionen gegen Pakistan verhängt hatte – Hintergrund war ein Anschlag in Kaschmir, bei dem 26 Touristen starben.

    Pakistan schloss seinen Luftraum für indische Fluggesellschaften und forderte, dass Indien sein diplomatisches Personal in Islamabad reduziert sowie den Handel zwischen beiden Ländern aussetzt. Indien hat offiziell noch keine Gruppe für den Anschlag nahe der Stadt Pahalgam verantwortlich gemacht, während Pakistan jegliche Verwicklung abstreitet.

    Gleichzeitig wächst in Pakistan die Sorge – indische Offizielle deuten mögliche Militärschläge an. Im Fernsehen warnen Verteidigungsexperten vor unvorhersehbaren Folgen einer Eskalation.

    Details: Nachdem Indien ein wichtiges Wasserabkommen ausgesetzt hat, erklärte Pakistan, jede Blockade der Flüsse werde als „Kriegserklärung“ betrachtet. Pakistan ist auf das Wasser des Indus-Flusssystems, das durch Indien fließt, für etwa 90 Prozent seiner Landwirtschaft angewiesen.


    Papst Franziskus wird morgen beigesetzt

    Der Vatikan veröffentlichte gestern das erste Bild des Grabes von Papst Franziskus – schlicht, ungeschmückt und seinem Willen entsprechend. Das Grab besteht aus Marmor und trägt die Inschrift „Franciscus“.

    Zehntausende Katholiken haben dem verstorbenen Papst die letzte Ehre erwiesen, dessen Leichnam im Petersdom aufgebahrt ist. Die Beisetzung findet morgen statt.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    Frankreich: Ein Schüler in Nantes erstach während der Mittagspause vier Mitschüler, einer starb. Das Motiv ist unklar.

    Klima: Trump unternahm einen großen Schritt zur Erschließung von Rohstoffen auf dem Meeresboden – eine Praxis, die von fast allen anderen Staaten abgelehnt wird.

    Israel: Das Militär Israels gab zu, im vergangenen Monat ein Gästehaus der UN in Gaza mit Panzern beschossen zu haben. Ein UNO-Mitarbeiter starb.

    Südkorea: Der ehemalige Präsident Moon Jae-in wurde wegen Korruption angeklagt – der nächste Ex-Staatschef vor Gericht.

    Amsterdam: Die Bürgermeisterin entschuldigte sich für die Rolle der Stadt bei der Verfolgung jüdischer Bürger während des Holocaust.

    Syrien: Großbritannien hob Sanktionen gegen mehrere syrische Regierungsbehörden unter Assad auf.

    Kanada: Die Polizei erschoss einen Mann am Flughafen Toronto Pearson, was zur teilweisen Schließung eines Terminals führte.

    Äthiopien: Kaffeebauern kämpfen darum, neuen EU-Vorgaben zu genügen, die eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Bohnen verlangen.

    USA: Trump glaubt, seine Zölle würden Unternehmen dazu zwingen, Fabriken in den USA zu bauen – ob das tatsächlich eintritt, bleibt höchst zweifelhaft.

    Israel: Ein Expertenteam arbeitet seit über einem Jahr an einem Leitfaden für die Unterstützung von Geiseln nach ihrer Freilassung.

    USA: Ein indonesischer Student, verheiratet mit einer Amerikanerin, wartet auf eine Green Card. Nun droht ihm die Abschiebung wegen einer Verhaftung im Jahr 2022.

  • Ist Frankreich wirklich eines der gewalttätigsten Länder Europas?

    Ist Frankreich wirklich eines der gewalttätigsten Länder Europas?

    Eine provokante Aussage, die kürzlich von Laurent Wauquiez, dem Präsidenten der Region Auvergne-Rhône-Alpes und Hoffnungsträger der französischen Rechten, aufgestellt wurde, sorgt für Diskussion: Frankreich sei „eines der gewalttätigsten Länder Europas“. Diese These fällt nicht zufällig – sie passt perfekt zu seiner politischen Strategie, die stark auf Themen wie Sicherheit und Migration fokussiert ist. Doch wie viel Wahrheit steckt in dieser Behauptung? Ein Blick auf die Zahlen zeigt ein weitaus komplexeres Bild. Frankreich an der Spitze? Ein Ranking unter der Lupe Zunächst einmal: Laut dem aktuellen Kriminalitätsindex von Numbeo, der auf den Wahrnehmungen der Bürger basiert, landet Frankreich tatsächlich weit oben. Mit einem Kriminalitätswert von 55,3 führt es das Ranking der europäischen Länder an – noch vor Belgien und sogar Belarus. Das klingt alarmierend, oder? Doch Vorsicht: Diese Daten spiegeln subjektive Einschätzungen wider, die stark von der Medienberichterstattung und der p…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Wenn Flüsse über ihre Ufer treten – Die plötzliche Flut in der Dordogne und was sie uns zeigt

    Wenn Flüsse über ihre Ufer treten – Die plötzliche Flut in der Dordogne und was sie uns zeigt

    Manchmal dauert es nur zwei Stunden.

    Zwei Stunden – und aus einer friedlich dahinplätschernden Flusslandschaft wird ein bedrohlicher Strom, der alles mit sich reißt, was ihm in die Quere kommt. Genau das passierte am vergangenen Wochenende in der Dordogne und Corrèze: Der Fluss Vézère, sonst ein Ruhepol inmitten der grünen Hügellandschaft, stieg in kürzester Zeit von 2,80 auf 4,50 Meter. Die Einheimischen in Montignac-Lascaux sprachen von einem Ereignis, das sie „so noch nie gesehen“ haben.

    Doch wie konnte das passieren? Und warum häufen sich solche Ereignisse?


    Wasser auf dem Vormarsch – Mitten in der Idylle

    Montignac, Terrasson, Le Bugue, Saint-Léon-sur-Vézère – Orte, die man mit Urlaub, Natur und Kultur verbindet, nicht mit Notfallplänen und Evakuierungen. An diesem Wochenende aber waren genau das die Worte der Stunde. Ein Bus mit 19 deutschen Touristen, eingeschlossen von den Fluten, konnte nur noch zu Fuß, mit Schwimmwesten gesichert, gerettet werden – die Boote der Feuerwehr waren wegen der Strömung machtlos.

    Straßen verschwanden unter Wasser, Keller liefen voll, Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Behörden riefen die Alarmstufe Orange aus. Und während man sich fragte, wie es so schnell so schlimm werden konnte, begann bereits die Suche nach Antworten.


    Der Himmel öffnet die Schleusen – und das Klima zieht mit

    Die Erklärung liegt näher, als uns lieb ist.

    Solche sintflutartigen Regenfälle sind kein Zufall. Sie sind Ausdruck eines Klimas, das sich rasant verändert. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen – und wenn sie sich entlädt, tut sie das mit einer Kraft, die viele alte Infrastrukturen überfordert.

    Früher waren es „Jahrhundertereignisse“, heute sind es „Ereignisse der letzten fünf Jahre“. Wer das als Zufall abtut, macht es sich zu einfach.

    Der Klimawandel ist längst kein entferntes Zukunftsszenario mehr. Er zeigt sich in überfluteten Straßen, zerstörten Weinbergen und nervlich angeschlagenen Einsatzkräften. Und das nicht irgendwo, sondern vor unserer Haustür.


    Was tun, wenn alles zu schnell geht?

    Natürlich gibt es in Frankreich – wie in vielen anderen Ländern – Pläne zur Hochwasservorsorge. Rückhaltebecken, Pegelmessstationen, Frühwarnsysteme. Doch was, wenn die Natur plötzlich schneller ist als unsere Pläne?

    Eine Anekdote aus Montignac bringt es auf den Punkt: Ein Anwohner sagte, er habe kaum Zeit gehabt, das Auto aus der Einfahrt zu fahren – so schnell sei das Wasser gekommen.

    Wie soll man sich auf etwas vorbereiten, das in Minuten Realität wird?


    Das Dilemma der Infrastruktur

    Ein großer Teil der Infrastruktur in Europa stammt aus einer Zeit, in der extreme Wetterereignisse seltener waren – und vor allem planbarer. Flüsse hatten ihren Lauf, Regen kam in Etappen, und der Winter hielt sich an seine Spielregeln.

    Heute? Chaos in der Atmosphäre. Und die Infrastruktur? Oft überfordert.

    Wir brauchen Systeme, die flexibler reagieren können. Abwassersysteme, die nicht gleich kollabieren. Straßen, die nicht beim ersten Starkregen weggespült werden. Und vielleicht – ganz vielleicht – auch eine Kultur, die lernt, sich dem Wasser nicht überall in den Weg zu stellen.


    Was lernen wir aus der Dordogne-Flut?

    Zum einen: Die Natur ist nicht unser Feind, aber sie fordert Respekt. Und manchmal ist der beste Schutz nicht ein weiterer Damm, sondern klug genutzter Raum.

    Zum anderen: Wir dürfen die soziale Dimension solcher Ereignisse nicht vergessen. Wer arm ist, wohnt oft in schlechter isolierten Häusern, hat keinen Keller mit Pumpe, kein Auto, um zu fliehen, keinen Urlaub zum Ausweichen.

    Klimaanpassung ist auch eine soziale Frage. Sie entscheidet darüber, wer in der Katastrophe untergeht – und wer es schafft, sich zu retten.


    Warum tun wir uns so schwer, das anzuerkennen?

    Vielleicht, weil wir Veränderung oft erst dann akzeptieren, wenn sie uns direkt trifft. Weil es einfacher ist, weiterzumachen wie bisher, als das Unvermeidliche anzupacken. Aber die Realität klopft längst nicht mehr – sie tritt die Tür ein.

    Die Dordogne ist ein Beispiel von vielen. Und wir alle sind Teil der Lösung.


    Was jetzt passieren muss

    Mehr Zusammenarbeit – und zwar über Fachgrenzen hinweg. Meteorologinnen, Stadtplanerinnen, Soziologinnen, Hydrologinnen – sie alle müssen an einem Tisch sitzen, wenn es um Resilienz geht. Wenn Daten besser verfügbar sind und die Technik weiter voranschreitet, können wir präziser, schneller und effizienter reagieren. Aber nur, wenn wir das Wissen auch teilen.

    Und wir brauchen Mut. Mut zur Veränderung, auch wenn sie unbequem ist. Denn Klimaanpassung bedeutet nicht nur, mehr Bäume zu pflanzen oder Flüsse zu renaturieren. Sie bedeutet auch, unbequeme Fragen zu stellen:

    Müssen wir manche Gebiete vielleicht sogar aufgeben?


    Ein persönliches Wort zum Schluss

    Ich habe viele Überschwemmungen dokumentiert. Ich habe mit Betroffenen gesprochen, mit Retterinnen, mit Wissenschaftlerinnen. Und jedes Mal bleibt am Ende dieses dumpfe Gefühl: Wir müssen mehr tun.

    Aber ich glaube auch – wir können noch etwas tun. Die Zeit ist knapp, ja. Doch Hoffnung ist keine Naivität, sondern ein Plan mit offenen Augen.

    Es liegt an uns, ob wir daraus lernen. Oder ob wir weiter zusehen, wie zwei Stunden reichen, um eine ganze Region ins Chaos zu stürzen.


    Quellen:

    • Préfecture de la Dordogne
    • France Bleu Périgord
    • Météo France
    • Interviews aus Montignac-Lascaux

    Von Andreas M. Brucker

  • Europas Schattenreich – Warum wir aufwachen müssen

    Europas Schattenreich – Warum wir aufwachen müssen

    Am 17. April 2025 veröffentlichte der französische Verlag Gallimard ein Werk, das nicht weniger als ein intellektueller Paukenschlag ist: L’Empire de l’ombre. Guerre et terre au temps de l’IA, herausgegeben von Giuliano da Empoli. Es ist der vierte Band der ambitionierten Reihe Le Grand Continent – …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Extremwetter in den Alpen: Schneechaos im Frühling

    Extremwetter in den Alpen: Schneechaos im Frühling

    Mitten im April versinkt ein großer Teil der Alpen unter einer dicken Schneedecke – und das mit verheerenden Folgen. Die ungewöhnlich heftigen Schneefälle treffen vor allem die Schweiz, Frankreich und Italien und bringen nicht nur Skigebiete durcheinander, sondern gefährden auch Menschenleben.

    Was wie ein verspätetes Wintermärchen klingt, entpuppt sich in Wahrheit als Albtraum.


    In der Schweiz wurde für das Hochwallis an der Grenze zu Italien die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen – Stufe 5 von 5. Wer sich dort aufhält, sollte jeden unnötigen Schritt in die Berge meiden. Bereits kleinste Erschütterungen könnten große Lawinen auslösen. Ein Szenario, das man sonst eher aus Hochwinter-Monaten kennt.

    In Frankreich kämpfen nicht nur Skiorte mit den Schneemassen, sondern auch die Straßenverbindungen in die Berge sind teils unpassierbar. Lawinengefahr und Schneeverwehungen machen das Reisen gefährlich – manchmal schlicht unmöglich.

    Italien erlebt derweil ein anderes Extrem: Der Schnee brachte sintflutartige Regenfälle mit sich. Die Autobahn zwischen Turin und Aosta musste teilweise gesperrt werden. Mailands Parks? Aus Sicherheitsgründen dicht. Ein Spaziergang im Grünen? Fehlanzeige.

    Ein Frühling, der keiner sein will

    Was also passiert da gerade in den Alpen? Mitte April – normalerweise die Zeit, in der sich die letzten Schneereste in grüne Wiesen verwandeln – fällt meterweise Neuschnee. Die Temperaturen sind drastisch gesunken, teilweise auf Werte unter dem Gefrierpunkt, die man zuletzt im Januar gesehen hat.

    Die Menschen vor Ort sind beunruhigt. Wer könnte es ihnen verdenken? Lawinen, überflutete Straßen, gesperrte Orte – die Liste der Probleme ist lang. Die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz. Und immer wieder diese Unsicherheit: Kommt noch mehr? Wie lange hält das an?


    Klimawandel – ein alter Bekannter mit neuen Tricks

    Die Meteorologen schlagen Alarm. Was derzeit in den Alpen geschieht, ist zwar außergewöhnlich, aber kein Einzelfall mehr. Extreme Wetterlagen häufen sich. Der Klimawandel spielt dabei eine zentrale Rolle – das steht für viele Experten längst außer Frage.

    Mal zu heiß, dann wieder zu nass oder zu kalt: Die Extreme nehmen zu, wechseln sich schneller ab, hinterlassen aber jedes Mal ihre Spuren. Brücken, Straßen, Häuser – unsere Infrastruktur ist vielerorts nicht für solche Bedingungen gemacht. Und auch die Menschen sind nicht immer vorbereitet.

    Wie soll man mit einem April umgehen, der sich wie ein Februar anfühlt?


    Anpassen oder untergehen

    Es braucht dringend neue Ansätze – keine halben Sachen. Frühwarnsysteme müssen verbessert werden. Die Bauweise in sensiblen Regionen? An den Klimawandel angepasst. Informationskampagnen? Verständlich, zugänglich, nah an den Menschen.

    Denn das Wetter von gestern ist nicht mehr das Wetter von morgen. Wer in den Alpen lebt oder Urlaub macht, muss mit Unvorhersehbarkeiten rechnen. Schneestürme im Frühling? Möglicherweise bald keine Ausnahme mehr, sondern Teil der neuen Realität.

    Eine gemeinsame europäische Strategie gegen die zunehmenden Naturgewalten wird immer wichtiger. Denn das Klima macht an Landesgrenzen keinen Halt.


    Es bleibt ungemütlich

    Auch wenn sich das Wetter in den nächsten Tagen beruhigt, bleibt ein ungutes Gefühl zurück. Nicht nur bei den Menschen in den betroffenen Regionen – auch bei all denen, die verstehen, dass solche Ereignisse nur ein Vorgeschmack auf kommende Herausforderungen sind.

    Noch lacht der Frühling nicht. Noch kämpfen die Alpen mit einem Winter, der zu spät kommt – und dafür umso heftiger.

    Von C. Hatty

  • Zwischen Paris, Teheran und Kiew: Die neue transatlantische Krisendiplomatie

    Zwischen Paris, Teheran und Kiew: Die neue transatlantische Krisendiplomatie

    Am 17. April 2025 rückte Paris einmal mehr ins Zentrum weltpolitischer Aufmerksamkeit. Hochrangige Vertreter der Vereinigten Staaten, darunter Außenminister Marco Rubio und Sondergesandter Steve Witkoff, reisten in die französische Hauptstadt, um sich mit Präsident Emmanuel Macron und Außenminister Jean-Noël Barrot zu treffen. Ziel der Gespräche war es, die diplomischen Bemühungen in zwei der aktuell bedeutendsten internationalen Konflikte zu koordinieren: dem Krieg in der Ukraine und dem eskalierenden Atomstreit mit dem Iran. Im Zentrum steht die Frage, ob die Vereinigten Staaten und Europa trotz divergierender Interessen zu einer einheitlichen Strategie finden können. Neuer Anlauf in der Ukrainefrage Drei Jahre nach Beginn der russischen Invasion bleibt ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine nicht in Sicht. Während die Frontlinien entlang des Dnipro weitgehend eingefroren sind, fehlt es den internationalen Vermittlungsbemühungen an Struktur und politischer Glaubwürdigkeit. Die R…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreich setzt auf grünen Wasserstoff: Millionenhilfe für Gen-Hy

    Frankreich setzt auf grünen Wasserstoff: Millionenhilfe für Gen-Hy

    Frankreich zeigt einmal mehr, dass es beim Umbau seiner Energiezukunft Ernst macht. Knapp 100 Millionen Euro – so viel Unterstützung erhält das Start-up Gen-Hy aus Allenjoie im Département Doubs vom französischen Staat. Ziel: die Weiterentwicklung und industrielle Produktion innovativer Elektrolyseure zur Erzeugung von grünem Wasserstoff.

    Das Geld fließt über fünf Jahre hinweg – und kommt zu einer Zeit, in der die Wasserstoffbranche im Land unter Druck steht.


    Gen-Hy: Kleine Firma, große Technologie

    Was macht Gen-Hy so besonders? Das Unternehmen setzt auf eine neuartige Elektrolyseur-Technologie mit sogenannten AEM-Membranen (Anion Exchange Membranes) – und verzichtet dabei vollständig auf seltene Metalle. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern spart auch Kosten.

    Der Clou: Die Anlagen von Gen-Hy liefern hochreinen Wasserstoff zu besonders wettbewerbsfähigen Preisen.

    Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 20 Mitarbeitende. Doch die Pläne sind ambitioniert: In den kommenden vier Jahren sollen 150 neue Arbeitsplätze entstehen – langfristig sogar bis zu 250. Produziert werden sollen jährlich rund 350 Elektrolyseure mit Leistungen zwischen 100 kW und 2 MW. Ein echter Kraftakt für ein Start-up, das bislang kaum überregional bekannt war.


    Rückenwind für eine Branche im Umbruch

    Die Förderung passt perfekt in Frankreichs nationale Strategie für grünen Wasserstoff. Dieser gilt als zentraler Baustein für die Energiewende – insbesondere zur Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrs. Doch der Markt ist volatil. Jüngstes Beispiel: Der französische Elektrolyseur-Hersteller McPhy hat kürzlich seinen geplanten Gigafactory-Standort im Département Territoire de Belfort auf Eis gelegt.

    Solche Rückschläge machen deutlich, wie fragil das Ökosystem rund um grünen Wasserstoff aktuell noch ist.

    Umso wichtiger ist die öffentliche Unterstützung – allerdings nicht um jeden Preis. Der Arbeitgeberverband Medef mahnt zur Vorsicht: Öffentliche Gelder müssten mit Bedacht eingesetzt werden. Technologie, Reifegrad und Marktchancen müssten klar bewertet werden, bevor Fördergelder fließen.


    Frankreichs Plan: Vielfalt statt Einzellösung

    Gen-Hy ist nicht der einzige Hoffnungsträger. Auch andere französische Unternehmen investieren kräftig in grünen Wasserstoff. Ein gutes Beispiel ist Lhyfe. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und verfolgt ehrgeizige Projekte: So entsteht nahe Le Havre ein neues Wasserstoff-Werk, das ebenfalls staatlich unterstützt wird. Weitere Produktionsstätten sind in den Vogesen und sogar im Ausland geplant.

    Frankreich will eine nachhaltige, international konkurrenzfähige Wasserstoffwirtschaft aufbauen – und dabei möglichst viele technologische Wege parallel verfolgen. Man setzt auf Innovation, Pragmatismus und starke Partnerschaften zwischen Staat und Wirtschaft.


    Der Weg ist lang – aber lohnenswert

    Die politische Unterstützung ist da. Die Technologie entwickelt sich. Und der gesellschaftliche Rückhalt wächst – schließlich steht Wasserstoff für eine Zukunft ohne CO₂. Doch klar ist auch: Der Aufbau einer tragfähigen Wasserstoffwirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es braucht Zeit, Durchhaltevermögen und – ja, auch Geduld.

    Aber wenn man auf Unternehmen wie Gen-Hy schaut, spürt man: Hier entsteht etwas. Und vielleicht kommt der große Durchbruch ja bald aus einem kleinen Ort im Département Doubs.


    Autor: M.A.B.