Schlagwort: Ernährung

  • Was kostet ein Hamburger wirklich? – Die Umweltrechnung auf dem Teller

    Was kostet ein Hamburger wirklich? – Die Umweltrechnung auf dem Teller

    Ein Hamburger kostet zwei, drei Euro? Vielleicht fünf, wenn er Bio ist? Klingt billig – ist es aber nicht. Denn was auf dem Kassenzettel fehlt, steht in keiner Speisekarte: Energieverbrauch, Wasserknappheit, gerodete Wälder und verlorene Artenvielfalt. Kurz gesagt: Unser Fast Food hat Langzeitfolgen. Und Frankreich? Macht manches anders – manchmal besser, manchmal nur anders.

    Energieverbrauch: Wenn Burger mehr Strom fressen als ein Kühlschrank Rindfleisch, das Filetstück des klassischen Hamburgers, ist ein echter Energiefresser. Schon bevor das Fleisch auf dem Grill landet, ist ein ganzer Energie-Rattenschwanz aktiv: Traktoren, die Futtermittel ernten, Maschinen, die diese verarbeiten, Transporte quer durchs Land oder über Kontinente hinweg – und das Ganze wieder rückwärts bis zur Kuh. Ein Kilo Rindfleisch braucht in der Produktion rund 60-mal mehr Energie als ein Kilo Kartoffeln. Das ist kein Zahlendreher. Vor allem in Deutschland, wo Massentierhaltung oft industriell betrieben wird,…

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  • Frankreichs Fleischkonsum im Wandel: Wirtschaftliche Gründe dominieren, doch auch Ethik spielt eine Rolle

    Frankreichs Fleischkonsum im Wandel: Wirtschaftliche Gründe dominieren, doch auch Ethik spielt eine Rolle

    Der Fleischkonsum in Frankreich verändert sich spürbar. Laut einer aktuellen Umfrage von Harris Interactive für die Organisation Réseau Action Climat (RAC) haben 53 % der Französinnen und Franzosen in den letzten drei Jahren ihren Fleischkonsum deutliche reduziert. Die Gründe? Vor allem finanzielle – doch auch Umweltbewusstsein, Gesundheit und Tierschutz gewinnen an Bedeutung.

    Warum essen die Franzosen weniger Fleisch?

    Ein Drittel der Bevölkerung isst zwar weiterhin täglich Fleisch, doch der Trend zur Reduzierung bleibt stabil. Die wichtigsten Faktoren für diese Entwicklung sind:

    • Wirtschaftliche Gründe (52 %): Die steigenden Lebenshaltungskosten machen Fleisch für viele Menschen zu einem Luxusgut.
    • Gesundheitliche Überlegungen (38 %): Der Zusammenhang zwischen übermäßigem Fleischkonsum und Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird zunehmend beachtet.
    • Umweltbewusstsein (35 %): Die CO₂-Bilanz der Fleischproduktion und die Auswirkungen auf das Klima sind für viele ein Argument zum Umdenken.
    • Tierschutz (33 %): Immer mehr Menschen lehnen die Bedingungen in der Massentierhaltung ab.

    Interessant: Der Anteil derjenigen, die aus finanziellen Gründen weniger Fleisch essen, ist im Vergleich zu 2023 um sechs Prozentpunkte gesunken. Das deutet darauf hin, dass der Verzicht immer öfter nicht nur aus Geldmangel, sondern auch aus bewusster Entscheidung erfolgt.

    Der Wunsch nach Veränderung – aber mit Unterstützung

    Der Wille, weniger Fleisch zu essen, ist also da – doch was fehlt, sind passende politische Maßnahmen. 53 % der Befragten sind der Meinung, dass die Regierung zwar aktiv ist, aber nicht genug tut. 29 % glauben sogar, dass überhaupt nichts passiert.

    Und was könnte Menschen überzeugen, noch weniger Fleisch zu konsumieren? Drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie ihren Konsum reduzieren würden, wenn:

    • sie dadurch hochwertigeres Fleisch kaufen könnten, das Landwirte fair entlohnt (79 %),
    • weniger Fleisch importiert würde (77 %),
    • nachhaltige und artgerechte Tierhaltung stärker unterstützt würde (77 %).

    Ein klares Signal: Der Verzicht fällt leichter, wenn es sich um eine Entscheidung für bessere Qualität statt um eine reine Einschränkung handelt.

    Fehlende politische Unterstützung

    Doch gerade hier sehen viele Franzosen ein Problem: 63 % sind der Meinung, dass der Staat nicht genug tut, um entweder den Fleischkonsum zu senken oder zumindest hochwertigere Alternativen zu fördern. Besonders groß ist der Wunsch nach mehr Transparenz.

    68 % wünschen sich klare Angaben zur Herkunft von Fleisch in Fertiggerichten, 65 % fordern das Gleiche für Restaurants. Diese Forderungen sind nicht neu – sie bestehen bereits seit 2021. Dennoch ist bislang wenig passiert.

    Was könnte die Situation verbessern?

    Laut RAC gibt es mehrere Maßnahmen, die breite Zustimmung finden würden:

    • Bessere Rahmenbedingungen für Produzenten: 90 % der Befragten befürworten eine stärkere Regulierung der Handelsbeziehungen zwischen Landwirten und Supermärkten.
    • Nachhaltige Landwirtschaft fördern: Ebenfalls 90 % sprechen sich für mehr Unterstützung für nachhaltige Betriebe aus.
    • Bewusstseinsbildung: 85 % halten es für sinnvoll, die Bevölkerung stärker für pflanzliche Ernährung zu sensibilisieren.
    • Einschränkung von Werbung: 83 % möchten Werbung für ungesunde und umweltschädliche Lebensmittel verbieten.

    Doch es geht nicht nur um den Staat – auch der Einzelhandel steht in der Kritik. Supermärkte sollten dazu verpflichtet werden, die Herkunft von Fleisch klar zu kennzeichnen (90 % Zustimmung) und ihre Gewinnmargen bei gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Bio-Produkten zu begrenzen (89 %). Zudem wünschen sich 87 % der Befragten ein Umweltlabel auf Lebensmitteln, das sowohl die ökologische Bilanz als auch die Haltungsbedingungen der Tiere transparent macht.

    Vegetarismus als Schlüssel zur Klimawende?

    Ein weiterer Aspekt, der für eine Reduzierung des Fleischkonsums spricht, ist die Klimabilanz. Laut der französischen Umweltbehörde ADEME verursacht ein vegetarisches Gericht 14-mal weniger CO₂ als eine Mahlzeit mit Rindfleisch. Die Auswirkungen sind enorm – und doch bleibt Fleisch ein zentrales Element der französischen Esskultur.

    Die Umfrage zeigt: Die Bereitschaft, weniger Fleisch zu konsumieren, ist da. Doch ohne gezielte politische Maßnahmen und eine gerechtere Verteilung der Gewinne in der Lebensmittelindustrie bleibt der Wandel ein langsamer Prozess. Die Frage ist nicht, ob sich die Essgewohnheiten der Franzosen ändern – sondern wie schnell und unter welchen Bedingungen.

    Von C. Hatty

  • Frankreichs Landwirtschaft zwischen Export und Selbstversorgung: Ein ungenutztes Potenzial?

    Frankreichs Landwirtschaft zwischen Export und Selbstversorgung: Ein ungenutztes Potenzial?

    Frankreich hätte die Möglichkeit, sich selbst vollständig mit Lebensmitteln zu versorgen – doch stattdessen setzt das Land stark auf den Export. Ein neuer Bericht kritisiert diese Strategie und warnt vor wachsender Abhängigkeit von internationalen Märkten. Ein paradoxes System: Genug Land, aber nicht genug Nahrung für alle Frankreich besitzt 28 Millionen Hektar Agrarfläche – mehr als genug, um seine Bevölkerung eigenständig zu ernähren. Doch trotz dieser Flächen gibt es acht Millionen Menschen, die in Ernährungsunsicherheit leben, während viele Landwirte kaum von ihrer Arbeit existieren können. Coline Sovran von der Organisation Terre de Liens, die sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzt, spricht von einem eklatanten Widerspruch: „Wir haben die Ressourcen, um unser Land zu ernähren – aber wir nutzen sie anders.“ Export statt Selbstversorgung Der Grund dafür? Rund 43 % der landwirtschaftlichen Flächen in Frankreich sind auf den Export ausgerichtet. Vor allem Getreide und Wein …

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  • Welternährungstag: Ein Tag des Nachdenkens und Handelns für eine gerechte Zukunft

    Welternährungstag: Ein Tag des Nachdenkens und Handelns für eine gerechte Zukunft

    Jedes Jahr am 16. Oktober wird der Welternährungstag gefeiert – und das aus gutem Grund. Es ist kein bloßes Datum im Kalender, sondern ein Tag, der uns alle wachrütteln sollte. Ein Tag, an dem wir nicht nur über den Zustand der globalen Ernährung nachdenken, sondern auch über das, was wir tun können, um ihn zu verbessern. Der Welternährungstag erinnert uns daran, dass unser Planet eigentlich genug Nahrung für alle hat – und doch hungern Millionen Menschen.

    Doch woran liegt es, dass diese Verteilung so ungerecht ist? Und was können wir dagegen tun?

    Ein Problem der Verteilung, nicht des Mangels

    Die Erde produziert genügend Nahrungsmittel, um theoretisch alle Menschen zu ernähren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die diesen Tag 1979 ins Leben gerufen hat, sind wir längst in der Lage, den weltweiten Nahrungsmittelbedarf zu decken. Doch fast 830 Millionen Menschen gehen hungrig zu Bett. Wie ist das möglich?

    Das Hauptproblem ist nicht der Mangel an Nahrung, sondern deren Verteilung. Regionen, die unter Hunger leiden, haben oft keinen Zugang zu den globalen Nahrungsmittelreserven. Gründe dafür gibt es viele: wirtschaftliche Ungleichheit, politische Instabilität, Kriege und Konflikte sowie ein Mangel an Infrastruktur. Dazu kommt, dass in vielen Teilen der Welt Nahrungsmittel verschwendet werden, während andere darum kämpfen, ihre Grundbedürfnisse zu decken.

    Ein drastisches Beispiel: In Europa und Nordamerika landen jährlich Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Es ist, als ob wir eine gigantische Party veranstalten, aber einen Teil der Gäste einfach nicht einladen. Dieser verschwenderische Überfluss steht im krassen Gegensatz zu den Hungersnöten in Teilen Afrikas und Asiens. Das bringt uns zur nächsten Frage: Wie können wir diesen Zustand ändern?

    Landwirtschaft im Wandel – Ernährungssysteme in der Krise

    Die globalen Ernährungssysteme stehen unter enormem Druck. Der Klimawandel, zunehmende Bodenerosion, Wassermangel und eine wachsende Weltbevölkerung fordern neue Lösungen. Konventionelle Landwirtschaft – so wie wir sie heute kennen – gerät an ihre Grenzen. Sie verursacht nicht nur massive Umweltschäden, sondern trägt auch dazu bei, dass die Ungleichheit zwischen Arm und Reich weiter zunimmt.

    Ein Beispiel dafür ist die industrielle Landwirtschaft, die in vielen Entwicklungsländern eingeführt wurde, um die Produktivität zu steigern. Auf den ersten Blick mag das sinnvoll erscheinen, doch oft führt diese Praxis dazu, dass Kleinbauern verdrängt werden, Monokulturen das Land auslaugen und die Menschen vor Ort noch abhängiger von Importen werden.

    Hier zeigt sich, dass es nicht nur um reine Produktivität geht, sondern um nachhaltige Lösungen. Genau darauf legt der Welternährungstag seinen Schwerpunkt: Die Ernährungssysteme müssen resilienter werden, also widerstandsfähiger gegenüber Krisen – sei es durch Klimawandel, wirtschaftliche Schwankungen oder Pandemien.

    Klimawandel und Hunger – ein gefährliches Duo

    Es ist kein Geheimnis, dass der Klimawandel die Landwirtschaft weltweit beeinflusst. Extremwetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen und Stürme vernichten immer häufiger ganze Ernten. Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika sind davon besonders betroffen. Sie haben oft keine Rücklagen, um solche Verluste abzufedern, und geraten so in einen Teufelskreis aus Armut und Hunger.

    Dabei trifft es meist diejenigen am härtesten, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. Es ist, als würde man ein Feuer löschen müssen, das man selbst gar nicht entfacht hat. Die industrielle Landwirtschaft, die in großen Teilen des Westens dominiert, ist für einen großen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Doch die Konsequenzen tragen häufig die ärmeren Regionen der Welt.

    Was können wir tun?

    Die Probleme scheinen auf den ersten Blick unlösbar, aber das stimmt nicht. Es gibt viele Wege, wie wir gemeinsam die weltweite Ernährungssituation verbessern können – sowohl auf politischer als auch auf individueller Ebene.

    1. Lebensmittelverschwendung reduzieren: Jeder von uns kann einen Beitrag leisten, indem wir bewusster einkaufen, Reste verwerten und weniger Lebensmittel wegwerfen. Es klingt simpel, aber wenn Millionen Menschen kleine Veränderungen vornehmen, kann das einen riesigen Unterschied machen.
    2. Nachhaltige Landwirtschaft fördern: Regierungen und Organisationen weltweit sollten den Fokus auf nachhaltige Anbaumethoden legen, die sowohl die Umwelt schützen als auch den Bauern vor Ort helfen. Hier spielen Konzepte wie Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft eine große Rolle.
    3. Fairen Handel unterstützen: Indem wir Produkte aus fairem Handel kaufen, unterstützen wir Kleinbauern in Entwicklungsländern und fördern eine gerechtere Verteilung von Ressourcen. Fairtrade-Produkte mögen teurer sein, aber sie tragen dazu bei, dass Bauern faire Preise für ihre Arbeit erhalten und somit in der Lage sind, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
    4. Politischen Druck ausüben: Es ist wichtig, dass wir nicht nur konsumieren, sondern auch politisch aktiv werden. Initiativen und Programme, die sich für eine gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln einsetzen, brauchen unsere Unterstützung. Seien es Petitionen, Spenden oder das Engagement in Hilfsorganisationen – jede Stimme zählt.

    Was der Welternährungstag uns lehrt

    Der Welternährungstag ist mehr als nur eine Mahnung an die Ungerechtigkeit in der Welt. Er zeigt uns auch, wie sehr wir alle miteinander verbunden sind. Unsere Entscheidungen im Supermarkt, unser Energieverbrauch und unsere politischen Prioritäten wirken sich global aus. Ja, es ist ein harter Weg, den Hunger weltweit zu bekämpfen, aber es ist auch einer, den wir gemeinsam gehen können.

    An diesem Tag sollten wir innehalten und darüber nachdenken, wie viel Glück wir haben, einen vollen Teller vor uns zu haben. Doch statt uns in Dankbarkeit zu suhlen, sollten wir die Ärmel hochkrempeln und uns fragen: Was können wir tun, um das Leben anderer zu verbessern?

    Die Antwort ist einfach – wir müssen handeln. Jeder kleine Schritt zählt. Und der Welternährungstag ist der perfekte Zeitpunkt, um damit anzufangen.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Die „grüne Verordnung“: Bio-Früchte und Gemüse für Schwangere – Ein Modell, das Schule macht

    Die „grüne Verordnung“: Bio-Früchte und Gemüse für Schwangere – Ein Modell, das Schule macht

    Stell dir vor, du gehst zum Arzt oder zur Hebamme und bekommst kein Rezept für Medikamente, sondern für einen Korb voller Bio-Früchte und -Gemüse. Genau das bietet die „grüne Verordnung“, eine Initiative der Stadt Straßburg, die im November 2022 ins Leben gerufen wurde. Diese innovative Idee hat inzwischen das Interesse vieler weiterer Städte in Frankreich geweckt.

    Gesunde Ernährung während der Schwangerschaft

    Die „grüne Verordnung“ hat ein klares Ziel: Schwangeren Frauen während ihrer Schwangerschaft gesunde, regionale Bio-Produkte zur Verfügung zu stellen – und das kostenlos. Jede Woche bekommen die Frauen, je nach Einkommen, für zwei bis sieben Monate einen Korb mit drei Kilo Bio-Früchten und -Gemüse. Das Angebot umfasst saisonale Produkte von lokalen Landwirten.

    Warum das Ganze? Eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft ist entscheidend für die Gesundheit des ungeborenen Kindes und der Mutter. Doch hier hört der Nutzen nicht auf. Durch die Umstellung auf frische und biologische Produkte hoffen die Initiatoren, dass die Frauen nach der Schwangerschaft nicht mehr auf verarbeitete oder minderwertige Lebensmittel zurückgreifen möchten. Denn wer einmal die Frische eines lokalen Kürbisses gekostet hat, dem fällt es schwer, wieder zu Dosengemüse zurückzukehren.

    Der Kampf gegen gefährliche Chemikalien

    Der Hauptgrund, warum Bio-Produkte im Fokus stehen, ist die Bekämpfung sogenannter endokriner Disruptoren. Diese Chemikalien, die in vielen alltäglichen Produkten stecken, stören das Hormonsystem und können ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen – wie Krebs oder Wachstumsstörungen. Besonders gefährdet sind schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder.

    Endokrine Disruptoren finden sich überall: in Plastikverpackungen, in verarbeiteten Lebensmitteln, in Reinigungsmitteln und sogar im Spielzeug von Kindern. Genau hier setzt die „grüne Verordnung“ an. Bio-Produkte enthalten weniger dieser gefährlichen Chemikalien, und die Empfängerinnen des Programms erhalten zusätzlich Schulungen, wie sie solche Schadstoffe im Alltag vermeiden können – etwa, indem sie aggressiven Reiniger durch natürliche Alternativen wie Essig oder Marseiller Seife ersetzen.

    Ein politischer Akt

    Das Programm ist nicht nur ein Gesundheitsprojekt, sondern auch eine bewusste politische Entscheidung. Die Stadt Straßburg investiert aktiv in die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und in eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. Für 2024 plant die Stadt, das Programm auf 1.500 Frauen auszuweiten. Diese Ausweitung kostet jährlich etwa 640.000 Euro. Klingt viel? Die Befürworter argumentieren, dass diese Summe im Vergleich zu den Einsparungen im Gesundheitswesen gering ist – langfristig könnten Krankheitskosten reduziert werden, indem die Belastung durch schädliche Stoffe gesenkt wird.

    Die grüne Abgeordnete Sandra Regol ist von dieser Idee so überzeugt, dass sie im Oktober 2024 einen Gesetzesvorschlag in die französische Nationalversammlung eingebracht hat. Ihr Ziel ist es, das Programm landesweit einzuführen. Sie plant außerdem, einen Änderungsantrag im kommenden Haushaltsplan vorzulegen, um die Finanzierung sicherzustellen.

    Nationale Umsetzung: Ein realistisches Ziel?

    Doch wie realistisch ist es, dass die „grüne Verordnung“ in ganz Frankreich umgesetzt wird? Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage und den Sparplänen der Regierung dürfte es schwierig werden, die nötigen finanziellen Mittel auf nationaler Ebene zu mobilisieren. Das französische Staatsbudget steht unter enormem Druck, und es wurden gerade erst weitere Sparmaßnahmen vorgestellt. In diesem Kontext könnte es für die Regierung schwierig sein, ein neues Projekt zu finanzieren – selbst wenn es langfristig Gesundheitskosten senken könnte.

    Lokales Interesse wächst

    Auf kommunaler Ebene sieht es hingegen anders aus: Immer mehr Städte zeigen Interesse an dem Modell aus Straßburg. Darunter befinden sich vor allem linksgerichtete und ökologische Städte wie Paris, Rennes, Lyon, La Rochelle oder Lons-le-Saunier. Diese Städte teilen die Überzeugung, dass die „grüne Verordnung“ nicht nur der Gesundheit dient, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Unterstützung der lokalen Landwirtschaft ist.

    Diese zunehmende Unterstützung zeigt, dass das Programm vor allem eine politische Entscheidung ist. Städte, die von links-grünen Koalitionen regiert werden, sehen in der „grünen Verordnung“ eine Chance, ihre politischen Ziele in den Bereichen Gesundheit und Umweltschutz umzusetzen. Für sie ist es mehr als nur ein Gesundheitsprojekt – es ist ein Modell für eine gerechtere und nachhaltigere Gesellschaft.

    Blick in die Zukunft

    Ob das Programm in den kommenden Jahren landesweit umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass immer mehr Menschen und Kommunen auf den Zug aufspringen. Denn die Idee, mit einer gesunden Ernährung nicht nur die Gesundheit der nächsten Generation zu verbessern, sondern gleichzeitig auch die Umwelt zu schützen, ist ein starker Antrieb.

    Und wer weiß – vielleicht greifen auch andere Länder bald dieses Konzept auf. Klar ist: Die „grüne Verordnung“ aus Straßburg könnte der Anfang einer weitreichenden Bewegung sein.

  • 19 Milliarden Euro: Der soziale und ökologische Preis der schlechten Ernährung in Frankreich

    19 Milliarden Euro: Der soziale und ökologische Preis der schlechten Ernährung in Frankreich

    Eine neue Studie hat alarmierende Zahlen auf den Tisch gelegt: Mindestens 19 Milliarden Euro – so hoch schätzt man die gesellschaftlichen und ökologischen Kosten der Ernährung in Frankreich. Diese Summe setzt sich aus Ausgaben zusammen, die durch die Mängel im derzeitigen Lebensmittelsystem verursacht werden. Hinter der Studie stehen vier Organisationen: Secours Catholique, das Netzwerk Civam, Solidarités Paysans und die Fédération Française des Diabétiques. Aber wie kommen solche hohen Zahlen zustande? Die 19 Milliarden Euro spiegeln die negativen Auswirkungen des aktuellen Ernährungssystems auf Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft wider. Vor allem Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Leiden durch Pestizide tragen erheblich zu diesen Kosten bei. Gesundheitskosten und ökologische Schäden: Ein System in der Krise Ein großer Teil der Kosten entfällt auf die Gesundheit: Rund 12,3 Milliarden Euro pro Jahr werden für die Folgen schlechter Ernährung ausgegeben, darunter Behandlungen f…

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  • Ein gutes Jahr für die Welt, eine Enttäuschung für Frankreich: Klimawandel und die Getreideernte 2024

    Ein gutes Jahr für die Welt, eine Enttäuschung für Frankreich: Klimawandel und die Getreideernte 2024

    Das Jahr 2024 scheint ein Wendepunkt in der globalen Landwirtschaft zu sein – während die Welt ein gutes Jahr bei der Getreideproduktion verzeichnet, kämpft Frankreich mit einer eher durchschnittlichen Ernte. Nach Angaben der FAO wird die weltweite Getreideproduktion in diesem Jahr voraussichtlich 2.856 Millionen Tonnen erreichen, eine Zahl, die sogar das bereits hohe Niveau des Vorjahres übertrifft. In Frankreich hingegen fallen die Erträge im Vergleich zu den Vorjahren eher mager aus – insbesondere bei Weizen, der knapp die Marke von 26 Millionen Tonnen erreicht.

    Der globale Kontext: Ernten auf Höchststand

    Weltweit gesehen sind die Nachrichten positiv. Die Steigerung der globalen Getreideproduktion ist ein Zeichen dafür, dass trotz der zunehmenden Herausforderungen durch die Klimakrise die landwirtschaftliche Produktion auf einem stabilen Niveau gehalten werden kann. Diese Steigerung ist teilweise auf verbesserte Anbaumethoden, technologische Fortschritte und günstige Wetterbedingungen in einigen Schlüsselregionen zurückzuführen. Besonders in Regionen wie Nordamerika und Teilen Asiens konnten die Bauern von besseren Wetterbedingungen profitieren, was zu höheren Erträgen führte.

    Auch wenn diese Zahlen beeindruckend sind, muss man sich fragen: Was bedeutet das für die globale Ernährungssicherheit? Die Rekordproduktion wird zwar die weltweite Versorgung stabilisieren, doch bleiben große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen. Der Klimawandel und seine ungleichmäßigen Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Bedingungen haben dazu geführt, dass einige Regionen deutlich mehr Ertrag erzielen als andere.

    Frankreichs Herausforderungen: Ein Jahr der Ungewissheit

    Frankreich, traditionell einer der führenden Getreideproduzenten in Europa, hatte es 2024 nicht leicht. Klimatische Extremereignisse – von einer extremen Trockenheit im Frühling bis hin zu plötzlichen Starkregenfällen während der Erntezeit – haben den Ertrag stark beeinträchtigt. Diese Unwägbarkeiten sind direkte Folgen des Klimawandels, der die landwirtschaftlichen Bedingungen immer unvorhersehbarer macht. Während die globale Getreideproduktion steigt, sinkt Frankreichs Anteil daran – ein besorgniserregendes Signal für die heimische Landwirtschaft und Wirtschaft.

    Der Rückgang der Weizenproduktion könnte zudem weitreichende Folgen für die europäische und globale Versorgungskette haben. Frankreich ist ein bedeutender Exporteur von Weizen, insbesondere in Regionen des Nahen Ostens und Afrikas. Ein Rückgang der französischen Produktion könnte in diesen Regionen zu einer Verknappung führen und die Preise in die Höhe treiben, was wiederum die Lebensmittelversorgung und -sicherheit gefährdet.

    Klimawandel: Der Elefant im Raum

    Die Diskrepanz zwischen den globalen Rekorderträgen und den französischen Herausforderungen wirft ein Licht auf die komplexen und ungleichmäßigen Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft. Während einige Regionen von einem wärmeren Klima profitieren könnten, leiden andere unter extremen Wetterbedingungen, die die landwirtschaftliche Produktion erschweren. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass es nicht nur um die bloße Menge an produzierten Nahrungsmitteln geht, sondern auch um deren Verteilung und die Fähigkeit der einzelnen Länder, sich an neue klimatische Realitäten anzupassen.

    Die französische Landwirtschaft steht an einem Scheideweg: Die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen, war noch nie so dringend. Langfristige Strategien zur Verbesserung der Klimaresilienz, wie die Einführung hitze- und dürreresistenter Pflanzensorten, der Ausbau nachhaltiger Bewässerungsmethoden und eine bessere Bodenbewirtschaftung, sind unerlässlich, um die Zukunft der französischen Landwirtschaft zu sichern.

    Globale Ernährungssicherheit: Ein fragiler Erfolg?

    Die beeindruckenden Zahlen der globalen Getreideproduktion 2024 könnten auf den ersten Blick beruhigend wirken – doch sie erzählen nur die halbe Geschichte. Während einige Länder Rekordernten einfahren, bleiben andere zurück. Der Klimawandel verschärft diese Ungleichheiten und stellt die Frage, ob die globale Ernährungssicherheit wirklich gewährleistet ist. Frankreichs mittelmäßige Ernte ist ein Weckruf: Trotz globaler Erfolge bleiben die Herausforderungen für einzelne Nationen groß, und die Auswirkungen auf die globale Versorgung dürfen nicht unterschätzt werden.

    Letztendlich zeigt sich, dass die globale Getreideproduktion trotz aller Herausforderungen noch auf einem hohen Niveau gehalten werden kann – doch der Klimawandel zwingt uns, unsere landwirtschaftlichen Strategien grundlegend zu überdenken, um sicherzustellen, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Verteilung der Nahrungsmittel den Bedürfnissen einer sich wandelnden Welt gerecht wird.

  • Revolution in der Lebensmitteltechnologie: Forscher entwickeln proteinreichen Reis mit Rindfleischgeschmack

    Revolution in der Lebensmitteltechnologie: Forscher entwickeln proteinreichen Reis mit Rindfleischgeschmack

    An der Yonsei-Universität in Seoul könnte ein Durchbruch gelungen sein, der nicht nur die weltweite Ernährungssicherheit revolutionieren, sondern auch zum Klimaschutz beitragen könnte. Forscher haben einen Hybridreis entwickelt, der reich an Rindfleischproteinen ist, jedoch eine weitaus geringere CO2-Bilanz aufweist als herkömmliche Fleischproduktion.

    Ein perfektes Nahrungsmittel?

    Optisch ähnelt dieser neue Reis einer normalen Reissorte, doch die Körner weisen eine leicht rosafarbene Tönung auf und sind etwas runder – ähnlich wie beim Risottoreis. Der leichte Geschmack nach gegrilltem Rindfleisch könnte ihn zu einem Favoriten für viele machen, die sowohl Geschmack als auch Nährwert in ihrer Ernährung suchen.

    Innovative Produktionsmethode

    Der Prozess beginnt mit der Behandlung des Reises mit Fischgelatine und Enzymen, um ein Umfeld zu schaffen, das die Einführung von Rindfleischzellen begünstigt. Diese Zellen, einschließlich Muskel- und Fettzellen, durchdringen langsam die Reiskörner und vermehren sich natürlich. Nach etwa zehn Tagen ist der Reis reich an Proteinen und sicher zu verzehren.

    Nährstoffreicher als gewöhnlicher Reis

    Der Hybridreis enthält nicht nur 7% mehr Fett, sondern auch 8% mehr Protein als normaler Reis und bietet somit eine alternative Quelle für tierische Proteine, die alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Dies macht ihn besonders wertvoll für Regionen, in denen Viehzucht schwierig ist.

    Vorteile für die Umwelt

    Ein wesentlicher Vorteil dieses neuen Lebensmittels ist, dass die Rindfleischzellen ohne das Töten von Tieren gewonnen werden, was die Notwendigkeit großer Viehbestände, die erhebliche Mengen an Treibhausgasen produzieren, reduzieren kann.

    Zukünftige Perspektiven

    Die Forscher an der Yonsei-Universität planen weitere Verbesserungen, um den Proteinanteil des Reises noch mehr zu erhöhen. Derzeit besteht der Reis zu 99% aus Reis und zu 1% aus Rindfleischprotein, aber das Ziel ist es, diesen Anteil zu steigern. Potenzielle Anwendungen des Hybridreises könnten von der Bereitstellung von Nahrungsmittelhilfe in Krisengebieten bis hin zu Nahrungsrationen für Soldaten und sogar als Verpflegung bei bemannten Raummissionen reichen.

    Dieser innovative Ansatz könnte nicht nur eine nachhaltigere Form der Proteinproduktion darstellen, sondern auch eine zukunftsfähige Lösung für Ernährungssicherheit unter den Bedingungen des globalen Klimawandels bieten.

  • Editorial: Welttag der Hülsenfrüchte – Kleine Kraftpakete für eine nachhaltige Ernährung

    Editorial: Welttag der Hülsenfrüchte – Kleine Kraftpakete für eine nachhaltige Ernährung

    Hülsenfrüchte, von Kichererbsen über Linsen bis zu Bohnen, sind nicht nur kulinarische Vielseitigkeitskünstler, sondern auch nachhaltige Superstars in der Welt der Ernährung. Der Welttag der Hülsenfrüchte am 10. Februar gibt uns die Gelegenheit, diese Nahrungsmittel, die meist sehr bescheiden auftreten, zu feiern und ihre bedeutende Rolle für unsere Gesundheit und die Umwelt zu würdigen.

    Hülsenfrüchte sind wahre Schatzkammern an Nährstoffen. Reich an Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind sie ein essentieller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Ihr Gehalt an pflanzlichen Proteinen macht sie besonders wertvoll, vor allem für Vegetarier und Veganer.

    Der ökologische Fußabdruck von Hülsenfrüchten ist vergleichsweise gering. Sie benötigen weniger Wasser und Land im Vergleich zu tierischen Proteinen. Durch die Stickstofffixierung in den Wurzeln tragen Hülsenfrüchte zur Bodenfruchtbarkeit bei und reduzieren den Bedarf an synthetischen Düngemitteln.

    Vielseitigkeit in der Küche: Von herzhaften Eintöpfen über würzige Currys bis hin zu proteinreichen Salaten – Hülsenfrüchte passen in eine Vielzahl von Gerichten. Ihre Vielseitigkeit ermöglicht es, köstliche Mahlzeiten zuzubereiten, die nicht nur sättigen, sondern auch ernährungsphysiologisch wertvoll sind.

    Hülsenfrüchte sind nicht nur gut für unseren Planeten, sondern auch für unsere Gesundheit. Ihr hoher Ballaststoffgehalt unterstützt die Verdauung und kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Die enthaltenen Antioxidantien und Phytonährstoffe tragen zu einer starken Immunabwehr bei.

    Bekämpfung von Welternährungsproblemen: In einer Welt, in der Nahrungsmittelunsicherheit und Unterernährung Herausforderungen darstellen, spielen Hülsenfrüchte eine Schlüsselrolle. Ihre kostengünstige Produktion und hohe Nährstoffdichte machen sie zu einer wichtigen Quelle für bezahlbare, ernährungsphysiologisch wertvolle Lebensmittel.

    Die Botschaft des Welttags der Hülsenfrüchte: Der Welttag der Hülsenfrüchte ist mehr als nur eine kulinarische Feier. Er erinnert uns daran, dass diese kleinen Kraftpakete eine große Wirkung haben können – sowohl für unsere eigene Gesundheit als auch für die Gesundheit unseres Planeten. Dieser Tag ist eine Gelegenheit, bewusster über unsere Ernährung nachzudenken und Schritte in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft zu unternehmen.

    Lasst uns am Welttag der Hülsenfrüchte nicht nur die Geschmacksvielfalt dieser kleinen Naturwunder feiern, sondern auch ihre wichtige Rolle für eine nachhaltige und gesunde Ernährung. Durch die Integration von Hülsenfrüchten in unseren Speiseplan können wir nicht nur unseren Gaumen verwöhnen, sondern auch einen Beitrag zu einer gesünderen und nachhaltigeren Welt leisten. Ein kleiner Bissen für uns, ein großer Schritt für die Ernährung und Umwelt!

  • Nach dem Vorbild des „dry january“ will der „veganuary“ die vegane Ernährung in Frankreich propagieren

    Nach dem Vorbild des „dry january“ will der „veganuary“ die vegane Ernährung in Frankreich propagieren

    Der Vegane Januar „veganuary“ ruft dazu auf, während des gesamten Monats Januar eine Ernährung ohne Fleisch und tierische Produkte zu bevorzugen. In Frankreich wächst der Markt für vegane Ernährung spürbar. Wir kennen bereits den „dry january“, der uns dazu ermutigt, den ganzen Januar über keinen Alkohol zu trinken. Nun folgt der „veganuary“, ein Monat, in dem die pflanzliche Ernährung und die vegane Diät, die ohne Fleisch, aber auch ohne tierische Produkte wie Eier oder Milch auskommt, aufgewertet werden soll. In Frankreich wächst in den letzten Jahren der Markt für vegane Ernährung. Sie hält zwei Packungen Tortellini mit Gemüse in den Händen. Die 29-jährige Laura ist seit fast fünf Jahren Vegetarierin und wurde vor anderthalb Jahren vollständig vegan, weil sie davon überzeugt ist, dass Tiere nicht mehr leiden sollten. Die junge Frau gesteht auf dem Sender Radio France: „Für nichts in der Welt würde ich mich wieder anders ernähren wollen. Ich wohne noch bei meiner Familie, also bin ic…

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