Schlagwort: Erderwärmung

  • Klima: Der wärmste Monat Mai, der je in Frankreich gemessen wurde

    Klima: Der wärmste Monat Mai, der je in Frankreich gemessen wurde

    Sogar auf der Insel Bréhat in der Bretagne wurden am 17. Mai 28°C erreicht.

    Météo-France hat es gerade bestätigt: Die Temperaturen in diesem Monat Mai lagen um mehr als 3 °C über den saisonalen Normalwerten und es wurden unzählige Rekorde gebrochen. In der dritten Maiwoche fiel die landesweite Durchschnittstemperatur nicht unter 20 °C, so hoch wie noch nie. Ebenfalls noch nie dagewesen: die 26°C in La Hague und fast 28°C auf der Insel Bréhat in der Bretagne am 17. Mai. Auch in Straßburg, Albi, Lyon, Tarbes und Aurillac wurden Hitzerekorde gebrochen. Es war nicht nur tagsüber, sondern auch nachts sehr heiß. Frankreich hatte noch nie so früh im Jahr so warme Nächte erlebt, mit einer durchschnittlichen Nachttemperatur von 16,5 °C, die am 19. Mai erreicht wurde. Der heute endende Monat war auch einer der trockensten, mit einem Niederschlagsdefizit, das die Rekorde von 1976, 1989 und 2011 erreichte.

    Die Klimaforscher von Météo-France führen diese außergewöhnlichen Temperaturen auf die Luftmassensituation (mit einem Hochdruckgebiet, das sich über Europa aufgebaut hat, und der Zufuhr warmer Luft aus dem Süden) und auf die Auswirkungen des Klimawandels zurück. Das bedeutet, dass sich diese frühen Hitzerekorde in den kommenden Jahren wiederholen werden, dank der Rekordwerte der Treibhausgase in der Atmosphäre. Die Weltorganisation für Meteorologie hatte diesen Trend übrigens im Januar dieses Jahres bestätigt: Die letzten sieben Jahre waren die wärmsten, die je auf der Erde gemessen wurden.

    Ein warmer Mai bedeutet nicht zwangsläufig einen heißen Sommer.
    Der vorangegangene wärmste Mai in Frankreich war der des Jahres 2011. Ihm folgte damals ein klassischer Sommer mit normalen jahreszeitlich bedingten Durchschnittstemperaturen.

    Für das Jahr 2022 wird Météo-France am Wochenende seine Drei-Monats-Prognose vorlegen, aber die Prognostiker gaben bereits Anfang des Monats Mai an, dass das wahrscheinlichste Szenario in Frankreich tatsächlich wärmere Temperaturen als normal im Juni und Juli seien.

  • Pollen und Allergien: In ganz Frankreich herrscht Alarmstufe Rot – und das wird auch so bleiben

    Pollen und Allergien: In ganz Frankreich herrscht Alarmstufe Rot – und das wird auch so bleiben

    Wer Frühling sagt, sagt auch Pollenflug. Seit dem 20. Mai schätzt das nationale aerobiologische Überwachungsnetz Frankreichs das Risiko einer Pollenallergie für den größten Teil Frankreichs als hoch ein. Das gesamte Land ist betroffen und es wird nicht erwartet, dass die Warnung in den nächsten Wochen aufgehoben werden kann. Eine laufende Nase, ständiges Niesen, ein gereizter Hals, tränende, juckende und stechende Augen, asthmaähnliche Atembeschwerden… Mit der Rückkehr des Frühlings hustet Frankreich und sieht rot. In seinem letzten Bulletin, das am 20. Mai veröffentlicht wurde, hat das Nationale Netzwerk für aerobiologische Überwachung (RNSA) – das die Risikokarte für Pollenallergien in Frankreich festlegt – 90 der 96 Departements in Alarmstufe Rot versetzt. Die große Hitze in den letzten zwei Wochen hat das Phänomen noch verschlimmert. Die kurze Rückkehr der kühleren Temperaturen und des Regens zu Beginn dieser Wochen hat zwar gut getan, aber die Niederschlagsmenge reichte nicht a…

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  • Klima: Werden Tornados in Europa immer häufiger?

    Klima: Werden Tornados in Europa immer häufiger?

    Nachdem in Deutschland ein Tornado über den Westen des Landes fegte, stellen sich Wissenschaftler diese Frage. Die globale Erwärmung soll für die immer häufiger auftretenden starken Unwetter in Europa verantwortlich sein.

    Es ist ein erschreckendes Schauspiel, das man mehr als sechs Monate im Jahr in der gesamten Mitte der Vereinigten Staaten beobachten kann. Tornados von manchmal außergewöhnlicher Stärke wie der, der am Samstag, dem 21. Mai in Michigan auftrat und abgerissene Dächer und umgekippte Autos hinterließ. Könnten solche Szenen, die wir bisher nur aus Nordamerika kannten, jetzt auch vermehrt in Europa auftreten? Früher war das fast undenkbar, aber die Tornados in der Tschechischen Republik im letzten Jahr und in Deutschland in dieser Woche haben die Lage verändert.

    Lesen Sie auch: Ein Tornado verletzt in Deutschland 38 Menschen und richtet große Schäden…

    Klimaforscher sind geteilter Meinung
    Damit Gewitterwolken Tornados hervorbringen, müssen warme Luftmassen am Boden auf viel kältere Luft in der Höhe treffen, die von drehenden Winden angetrieben wird. Werden diese Phänomene im Zuge des Klimawandels häufiger und heftiger auftreten? Diese Frage ist unter Klimaforschern noch umstritten. „Theoretisch müssten wir heftigere Gewitter, heftigere konvektive Bedingungen und damit günstigere Situationen für Tornados haben. Das ist eine Theorie, die noch nicht bewiesen wurde“, erklärt Robert Vautard, Klimatologe und Mitglied des IPCC, auf Franceinfo.

  • Dürre: Feuerwehrleute im Departement Côte-d’Or befürchten große Waldbrände

    Dürre: Feuerwehrleute im Departement Côte-d’Or befürchten große Waldbrände

    Aufgrund der Trockenheit holen die Feuerwehren der Côte-d’Or bereits jetzt ihre Ausrüstung heraus, um sich auf Waldbrände vorzubereiten. Sie befürchten, dass es zu außergewöhnlichen Bränden kommen wird.

    Die Feuerwehr des Departements hat seit einem Jahr zwei Löschfahrzeuge CCF 13.000, die jeweils 13.000 Liter Wasser transportieren. „Noch vor fünf oder gar zehn Jahren hätten wir nie daran gedacht, ein solches Fahrzeug in der Côte-d’Or anzuschaffen“, sagt Régis Deza, Leiter des Rettungszentrums von Dijon gegenüber Franceinfo.

    Derzeit sind 14 französische Departements von Wasserknappheit betroffen und natürlich auch von den sehr hohen Temperaturen dieser Woche. Die Dürre ist weit verbreitet und dadurch das Brandrisiko hoch und im Departement Côte-d’Or befinden sich die Feuerwehrleute wegen der schweren Brandgefahr, die durch den Klimawandel noch verstärkt wird, in dauerhafter Alambereitschaft. Sie bereiten sich auf außergewöhnliche Waldbrände vor.

    Im Departement wurden die ersten Anzeichen des Klimawandels durch die Brände im Jahr 2015 deutlich. „Wir hatten es mit einem Waldbrand zu tun, der extrem groß war, etwa 100 Hektar, vor den Toren von Dijon“, erinnert sich der Oberstleutnant. Damals war die Feuerwehr gezwungen, Strategien der Brandbekämpfung zu befolgen, die man vorher nur bei großen Bränden in Südfrankreich anwenden musste.

    In Dijon bereiten sich die Feuerwehrleute jetzt darauf vor, zu erleben, was ihre Kollegen bisher nur im Süden erlebten. „Die heiße Zone und damit das Waldbrandgebiet wandern immer weiter nach Norden“, hat Régis Deza beobachtet.

    „Es wird geschätzt, dass wir in 10, 15 oder 20 Jahren ein Klima haben werden, das dem der Region Ardèche entspricht.“

    Zusätzlich zu den neuen Löschwagen hat die Feuerwehr der Côte-d’Or drei Drohnen mit Wärmebildkameras angeschafft. Damit sollen kleine Brände und Hotspots schneller ausfindig gemacht und die Fuerwehr schneller vor Ort gebracht werden. Der Kampf gegen diese neue Feuergefahr erfordert aber auch die Sensibilisierung der Landwirte, die manchmal für den Ausbruch von Bränden verantwortlich sind, und der Waldbesitzer, die die neue Gefahr bei der Pflege ihrer Wälder nicht ausreichend berücksichtigen.

    Bei Risikobetrachtungen für die Zukunft muss die globale Erwärmung berücksichtigt und eine Analyse des Waldes unter Berücksichtigung der Wasserressourcen sowie der verschiedenen Baumarten, die anfälliger für Brände sind, durchgeführt werden. Waldspezialisten wurden aufgefordert, eine Analyse der Waldgebiete zu erstellen, die am gefährdetsten sind.

    Das Departement Côte-d’Or besteht zu einem Drittel aus Wald. Die Brandperiode reicht inzwischen von April bis Oktober, früher konzentrierte sie sich traditionell auf die Sommermonate Juli und August.

  • Hitze: Französische Atomkraftwerke bekommen Probleme

    Hitze: Französische Atomkraftwerke bekommen Probleme

    Aufgrund der Hitze und des Wassermangels musste die EDF die Stromproduktion drosseln, da die Atomkraftwerke Wasser aus Flüssen zur Kühlung verwenden. Bei Temperaturen über 30 °C funktioniert diese Kühlung nicht mehr.

    Wird die globale Erwärmung die Arbeit der Atomkraftwerke beeinflussen? Aufgrund der steigenden Temperaturen musste ein französischer Atomreaktor am Montag, 9. Mai, heruntergefahren werden. Es handelte sich dabei um das Kraftwerk Blayais, das an der Mündung der Gironde liegt. Diese Entscheidung der EDF war prophylaktisch. Um seine Produktionseinheiten zu kühlen, pumpt das Kraftwerk Wasser aus dem Fluss Garonne und leitet es wieder ab. In den letzten Tagen war die Temperatur des Flusses jedoch gestiegen. Da die EDF kein Wasser mit einer Temperatur von über 30 °C einleiten kann, musste einer der Reaktoren heruntergefahren werden.

    Auswirkungen auf die biologische Vielfalt
    Solche Entscheidungen kennt amn aus dem Sommer, aber bisher musste niemals mitten im Mai ein Reaktor abgeschaltet werden. „Das hat Auswirkungen auf die Biodiversität. Sowohl natürlich auf die Fische, die in der Mündung leben, als auch auf das Algenwachstum“, meint Patrick Mautin von der Umweltorganisation Sepanso gegenüber France 2. Aufgrund der fortschreitenden globalen Erwärmung könnten bald etwa zehn französische Reaktoren von solchen Abschaltungen betroffen sein.

  • Australien: 91% des Great Barrier Reefs bleichen aus

    Australien: 91% des Great Barrier Reefs bleichen aus

    Ein in Australien veröffentlichter Regierungsbericht besagt, dass 91% des Great Barrier Reefs aufgrund der Hitzewelle, die das Land im Sommer erlebte, „eine Bleiche“ erlitten haben. Dies sei eine der Folgen des Klimawandels.

    Etwa 91% des Great Barrier Reef in Australien haben aufgrund einer lang anhaltenden Hitzewelle im Sommer eine „Bleiche“ erlitten, wie aus einem neuen Regierungsbericht hervorgeht, der am Dienstagabend veröffentlicht wurde. Von den 719 untersuchten Riffen wiesen 654, also 91%, ein beunruhigendes Maß an Korallenbleiche auf. Es ist das erste Mal, dass das größte Korallenriff der Welt während des Klimaphänomens La Niña, das normalerweise durch ungewöhnlich niedrige Wassertemperaturen gekennzeichnet ist, von einer solchen Bleiche betroffen ist.

    „Der Klimawandel nimmt zu und das Riff leidet bereits unter den Folgen“, warnt der Überwachungsbericht und weist darauf hin, dass es sich bereits um die vierte Welle von Korallenbleiche handelt, die das Riff seit 2016 trifft. Zwischen September 2021 und März 2022 führte die Meeresbehörde für das Great Barrier Reef, die die Studie veröffentlichte, umfassende Messungen an dem Riff durch, das zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Sie stellte fest, dass sich das Wasser Ende Dezember zu erwärmen begann und dass die drei Hauptgebiete, in denen sich das Riff befindet, von dieser erwärmung betroffen waren, was sich in einer Verfärbung zeigt, weil die Algen, die den Korallen ihre leuchtende Farbe verleihen, sterben.

    Gebleichte Korallen bleiben am Leben und können sich erholen, wenn sich die Bedingungen verbessern, aber „stark gebleichte Korallen weisen höhere Sterblichkeitsraten auf“, heißt es in dem Bericht, dessen erste Version im März veröffentlicht wurde.

    Der Bericht wurde zehn Tage vor den australischen Bundeswahlen am 21. Mai veröffentlicht, bei denen die Regierungspolitik in Bezug auf den Klimawandel im Mittelpunkt stehen wird. Premierminister Scott Morrison hält trotz der immer lauteren Forderungen nach mehr Klima-Ehrgeiz an seinem Ziel fest, erst bis 2030 CO2-neutral zu werden, und hat sich ausserdem dafür ausgesprochen, Kohle zu exportieren, solange Nachfrage dafür besteht. Allerdings spricht auch die oppositionelle Labour Party nicht von einem sofortigen Ausstieg aus der Kohle.

    „Auch wenn die Bleiche immer häufiger auftritt, ist sie nicht normal und wir dürfen sie nicht als gegeben hinnehmen“, warnt Lissa Schindler, Aktivistin bei der Australian Marine Conservation Society. „Die beiden großen Parteien müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihre Klimaziele für das Riff nicht ausreichend sind“.

    Die von dem Philanthropen Simon Holmes finanzierte Bewegung Climate 200, die sich für eine aktivere Klimapolitik einsetzt, hat rund 20 Kandidaten für die Wahlen aufgestellt. Einige von ihnen könnten die Wiederwahl amtierender konservativer Abgeordneter, wie den Finanzminister Josh Frydenberg, durchaus gefährden.

    Im Juni wird die UNESCO über eine mögliche Aufnahme des Great Barrier Reef in die Liste der „gefährdeten“ Stätten entscheiden. Australien hat den milliardenschweren Schutzplan „Reef 2050“ ins Leben gerufen, nachdem die Vereinten Nationen 2015 mit einer Herabstufung des Gebietes gedroht hatten.

  • Trockenheit: Frankreich befindet sich in einer „kritischen Phase“ der Klimakrise

    Trockenheit: Frankreich befindet sich in einer „kritischen Phase“ der Klimakrise

    In Frankreich droht eine grosse Dürre. Bereits vor Beginn des Sommers gelten in fünfzehn Departements Wasserbeschränkungen. Die Landwirte sind sich bereits jetzt sicher, dass sich die aktuelle Trockenheits-Periode auf ihre Ernten auswirken wird.

    Derzeit will noch niemand von einer Katastrophe sprechen. Aber alle Anzeichen für eine Rekordtrockenheit sind vorhanden. Die FNSEA, die größte landwirtschaftliche Gewerkschaft, veröffentlichte am Dienstag, dem 10. Mai, eine alarmierende warnung: „Keine Region ist verschont geblieben. Mit jedem Tag, der vergeht, sehen wir, dass die Böden Risse bekommen. Gestern war ich bei einem Landwirt im Departement Puy-de-Dôme, der seinen Weizen bewässern muss. Wenn es so weitergeht, werden diejenigen, die die Möglichkeit haben zu bewässern, davonkommen, die anderen werden dramatische Ertragseinbußen haben“, warnte Christiane Lambert, FNSEA-Präsidentin, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Seit Oktober/November gibt es enorme Dürren in Portugal und Spanien, die sich über Okzitanien und die Provence entlang des Rhonetals fortsetzen. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist, dass die Trockenheit auch Regionen nördlich der Loire betrifft“, fuhr sie fort.

    Lesen Sie auch: Wetter: Frühe Dürre beunruhigt in grossen Gebieten Frankreichs

    Die gleiche Notlage stellt auch das Landwirtschaftsministerium fest. „Bei Kulturen wie Weizen oder Gerste, die sich heute in der Entwicklungsphase befinden, treten allmählich Situationen auf, die die Erträge beeinträchtigen werden“, heißt es aus dem Ministerium. Das trockene und warme Wetter Ende April und Anfang Mai könnte, wenn es anhält, auch Frühjahrskulturen wie Sonnenblumen, Rüben und Mais und damit für die Ernährung von Nutztieren unerlässlichen Futtermittel beeinträchtigen.

    Die Risiken gehen aber weit über Verluste in der Landwirtschaft hinaus. „Neben der Landwirtschaft hat die Dürre auch erhebliche Auswirkungen auf viele andere Bereiche, z. B. auf Gebäude“, erklärt die Hydrologin Emma Haziza. Immer mehr Häuser werden durch ausgetrocknete Böden, die sich unkontrolliert verändern, beschädigt und sind vom Einsturz bedroht. Das ist ein neues Phänomen in Frankreich und diese art von Schäden können auf Dauer viel teurer als Überschwemmungen sein und langfristig erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Darüber hinaus hat die Dürre auch gefährliche Auswirkungen auf die Energieproduktion: Kernkraftwerke benötigen durchgehend große Mengen an Wasser, um die Reaktoren zu kühlen.

    Dürre ist die erste sichtbare Folge des Klimawandels
    Schuld an den oben beschriebenen Problemen sind die höheren Temperaturen, die im Frühjahr gemessen wurden, und ein April mit einem Niederschlagsdefizit von 25%. Für Météo-France ist diese „Hitzeepisode“ „bemerkenswert aufgrund ihrer Frühzeitigkeit, ihrer Dauer und ihrer geografischen Ausdehnung. Die Trockenheit lässt sich jedoch vor allem durch die sehr geringen Niederschläge im vergangenen Winter erklären. An sich ist eine solche Trockenheitsepisode zwar außergewöhnlich, aber nicht wirklich neu. Neu ist jedoch, dass es in allen vier Wintermonaten zu wenig geregnet hat. In Kombination mit den für die Jahreszeit hohen Temperaturen konnten sich die Grundwasserspeicher nicht füllen. Dies führt sehr schnell zu einer kritischen Phase, wenn man bedenkt, dass der Sommer noch vor uns liegt.

    Hydrologen sind sich einig: Der Regenmangel steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel, daran gibt es keinen Zweifel mehr. Die Dürre ist eine der ersten sichtbaren Folgen. Man stellt heute fest, dass die Folgen der Klimakrise immer schneller kommen und jedes Jahr größere Ausmaße annehmen. 2022 ist das erste Jahr, in dem Frankreich mit einer „Blitzdürre“ konfrontiert ist, einem Phänomen, das bisher nur in traditionell warmen Ländern beobachtet wurde und das den Boden und die Ernten in nur fünf Tagen austrocknet.

    Nicht alle Regionen jedoch sind diesem Phänomen gleichermaßen ausgesetzt. Die Grundwasserspeicher sind in einigen Gebieten reaktiver und schaffen es leichter, sich zu füllen, während sie sich in anderen gebieten nicht füllen. So sind etwa die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, der Mittelmeerraum, der Grand-Est sowie die gesamte Region Poitou-Charentes besonders stark vom Wassermangel betroffen. Aber Wissenschaftler warnen davor, dass selbst Regionen, wie Nordfrankreich, Belgien oder Nordeuropa, die sich von der Dürre verschont glaubten, beginnen, die Auswirkungen der Erwärmung und der Trockenheit zu spüren.

    Um dem Notstand entgegen zu wirken, wurden in 15 Departements bereits spezielle Regeln von den Präfekturen erlassen. Diese reichen von der Aufforderung zum Wassersparen (Wachsamkeitsstufe) über ein Verbot der Bewässerung von Gärten oder Feldern zu bestimmten Zeiten (Alarmstufe), bis zur Reduzierung der Wasserentnahme für landwirtschaftliche Zwecke um 50% oder zum vollständigen Verbot der Wasserentnahme für die Autowäsche oder die Bewässerung von Grünflächen (verstärkte Alarmstufe) gehen können.

    Nach Treffen mit Wasserbehörden und Vertretern der Landwirtschaft kündigte das Landwirtschaftsministerium außerdem an, dass das im April gestartete Programm, das Landwirte bei der Bewältigung des Klimawandels unterstützen soll und ursprünglich mit 20 Millionen Euro ausgestattet war, um weitere 20 Millionen Euro aufgestockt und damit verdoppelt werden soll.

    Ende April hatte die Regierung außerdem angekündigt, dass die Wasserbehörden zusätzliche 100 Millionen Euro ausgeben dürfen, um die landwirtschaftlichen Bereiche bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, zum Beispiel durch das Anlegen von Wasserrückhaltebecken.

    Es ist allerdings durchaus nicht sicher, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Wissenschaftler stellen fest, dass wir sind inzwischen mitten im Klimawandel und seinen Folgen angekommen sind. Wir müssen unsere langfristigen Modelle überdenken, die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen neu gestalten und aus dem produktorientirten Denken der Vergangenheit aussteigen, das unter anderem zur Entwaldung und Denaturierung grosser Flächen geführt hat.

  • Extreme Hitze: 50°C in Indien und Pakistan – aber das Phänomen bedroht auch andere Teile der Welt

    Extreme Hitze: 50°C in Indien und Pakistan – aber das Phänomen bedroht auch andere Teile der Welt

    Indien und Pakistan werden derzeit von einer extremen Hitzewelle heimgesucht, bei der Temperaturen um die 50 °C erreicht werden. Laut einer britischen Studie könnte sich dieses Wetter-Phänomen auch in anderen Teilen der Welt ausbreiten.

    Indien und Pakistan ersticken unter einer Hitzeglocke. Beide Länder sind seit März mit einer extremen Hitzewelle konfrontiert, die sich seit Anfang dieser Woche noch verstärkt. Der Grund dafür ist eine Hitzekuppel, die über der Region liegt. Die Meteorologen sagen Temperaturen von bis zu 46 °C in Delhi, 48 °C in Rajasthan und sogar 50 °C in Jacobabad voraus.

    Laut einer britischen Studie, die von Forschern des Imperial College London verfasst wurde und die dem Sender BFMTV vorliegt, ist diese extreme Hitzewelle mit dem durch den Menschen verursachten Klimawandel verbunden. Ein solches Wetter-Phänomen wird sich daher nicht nur häufiger wiederholen, sondern bedroht auch andere Regionen der Welt.

    „Die aktuelle Hitzewelle in Indien wurde durch den Klimawandel, der durch menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen verursacht wird, noch verstärkt“, stellen die Forscher fest und behaupten, dass „dies von nun an bei allen Hitzewellen auf der ganzen Welt der Fall ist“.

    „Der Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit hoher Temperaturen, wie wir sie in Indien sehen, erhöht. Bevor menschliche Aktivitäten den weltweiten Temperaturanstieg verursacht haben, hätten wir eine Hitzewelle wie die, die Indien getroffen hat, nur alle 50 Jahre beobachten können. Doch jetzt tritt dieses Ereignis häufiger auf. Jetzt müssen wir solche Hitzewellen etwa alle vier Jahre erwarten“, warnt Mariam Zacariah, Doktorandin am Imperial College.

    Auch andere Länder könnten in den kommenden Jahren unter großen Hitzewellen leiden, wie sie derzeit in Indien und Pakistan herrschen. Dies gilt insbesondere für Argentinien, Paraguay und China. Auch in einigen Staaten in unserer Region herrschen derzeit für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen, z. B. in Zypern und der Türkei, wo um die 36 °C erreicht werden.

  • Etwa 30 Aktivisten bauen eine symbolische Mauer vor dem Ministerium für ökologischen Übergang

    Etwa 30 Aktivisten bauen eine symbolische Mauer vor dem Ministerium für ökologischen Übergang

    Mit dieser Aktion, die zwei Tage nach der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen stattfand, sollte Widerstand gegen „umweltschädliche Projekte“ gezeigt werden. Am frühen Dienstagmorgen, dem 26. April, fand vor dem Ministerium für den ökologischen Übergang in Paris eine Aktion des Umweltkollektivs Résistances Locales statt. Etwa 30 Aktivisten schlossen das Ministerium symbolisch ein, indem sie eine Mauer aus Betonsteinen errichteten, die mit dem Slogan „Ministerium geschlossen, holen wir uns das Land zurück“ besprüht wurde, um ihren Widerstand gegen „umweltschädliche Projekte“ zum Ausdruck zu bringen.

    Die Aktion mit dem Namen „Retour sur Terres“ wurde zwei Tage nach der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen organisiert, „in die wir ohnehin nicht viel Hoffnung hatten“, wie eine Aktivistin vor Ort gegenüber Franceinfo sagt. Die Wahl endete mit der Wiederwahl von Emmanuel Macron. Aktivisten des Kollektivs „Résistances local…

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  • Klimakrise: Welche Präsidentschaftskandidaten halten das Pariser Abkommen ein?

    Klimakrise: Welche Präsidentschaftskandidaten halten das Pariser Abkommen ein?

    Wer die Präsidentschaftswahlen gewinnt, muss wichtige Entscheidungen treffen, um die globale Erwärmung zu begrenzen. In Zusammenarbeit mit dem Verein Les Shifters bietet Franceinfo heute eine detaillierte Analyse der von den Elysee-Anwärtern vorgeschlagenen Maßnahmen. Sind die Programme der Kandidaten mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar? Diese Frage wollte Franceinfo wenige Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2022 beantworten. Hier Überblick über die Bewertung der Programme und für jeden Kandidaten eine Zusammenfassung der Analyse des Vereins Les Shifters. Die vollständige Bewertung findet man auf dieser Website. Kein Kandidat erfüllt die Ziele des Pariser Abkommens vollständig Die Analyse der zwölf Wahlprogramme zeigt, dass die Kandidaten insgesamt weit von den Zielen des Pariser Klimaabkommens entfernt sind. kein Kandidat präsentiert einen Plan mit Maßnahmen, die kohärent und detailliert genug sind, um dem Pariser Abkommen „sehr nahe“ zu kommen. Diejenigen…

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