Schlagwort: Energiepolitik

  • PPE-Debatte: Bayrous taktisches Abwarten – Frankreich ringt um seine Energiezukunft

    PPE-Debatte: Bayrous taktisches Abwarten – Frankreich ringt um seine Energiezukunft

    Die französische Regierung ringt derzeit um die endgültige Form der dritten Programmation Pluriannuelle de l’Énergie (PPE), die als strategischer Fahrplan für die nationale Energiepolitik von 2025 bis 2035 dienen soll. Derzeit dominieren hitzige parlamentarische Auseinandersetzungen – insbesondere um das Verhältnis von Atomkraft zu erneuerbaren Energien – während Premierminister François Bayrou bewusst zurückhaltend agiert. Die aktuelle Lage im Parlament Seit dem 16. Juni verhandeln die Abgeordneten in der Nationalversammlung die Gesetzesvorlage des republikanischen Senators Daniel Grémillet. Sie zielt auf eine verbindliche nationale Energieplanung und auf regulatorische Vereinfachungen im Sektor ab. Auf der Tagesordnung stehen zwei gegensätzliche Lager: Die politische Rechte fordert eine Renaissance der Atomkraft als Garant für Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit. Die Linke und die Umweltparteien hingegen betonen die Dringlichkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien und fordern str…

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  • Macrons Wachsfigur „entführt“: Greenpeace protestiert gegen Frankreichs Russland-Deals

    Macrons Wachsfigur „entführt“: Greenpeace protestiert gegen Frankreichs Russland-Deals

    So eine Protestaktion sieht man selten: Statt Plakaten oder Megafonen inszeniert Greenpeace eine Aktion, die geradezu filmreif wirkt. Schauplatz: das Musée Grévin in Paris. Ziel: Frankreichs Energiepolitik und die zwiespältige Beziehung zu Russland.

    Was wie ein Krimi beginnt: Der Raub der Wachsfigur

    Am Vormittag des 2. Juni erscheinen drei vermeintliche Museumsbesucher im Musée Grévin. Zwei Frauen, ein Mann. Unauffällig, wie Touristen. Doch hinter den Kulissen folgt der Rollentausch: Mit Museumsuniformen ausgestattet, nehmen sie die 40.000 Euro teure Wachsfigur von Präsident Emmanuel Macron an sich. In einer Decke versteckt, verlassen sie mit ihr das Gebäude durch einen Notausgang – unbehelligt.

    Was wie ein Diebstahl klingt, war laut Greenpeace nur eine Leihgabe mit politischer Botschaft. Und die ließ nicht lange auf sich warten.

    Erst die Botschaft, dann eine Botschaft

    Noch am selben Tag landet Macrons Double vor der russischen Botschaft im 16. Pariser Arrondissement. Dazu ein Banner in kyrillischer Schrift und das Schild „Business is business“. Falsche Geldscheine wirbeln durch die Luft – eine plakative Anklage gegen die wirtschaftlichen Verbindungen Frankreichs zu Russland. Es wirkt wie eine Szene aus einem satirischen Theaterstück – nur dass der Ernst des Themas kein bisschen gespielt ist.

    Greenpeace rechnet ab

    Jean-François Julliard, Chef von Greenpeace Frankreich, bringt die Motivation auf den Punkt: Frankreichs Haltung zur Ukraine sei widersprüchlich. Politische Unterstützung hier – energiepolitische Abhängigkeit dort. Besonders brisant: Frankreich zählt zu den größten Abnehmern von russischem Flüssigerdgas in Europa. Verträge mit Laufzeiten bis 2041 zementieren diese Verbindung.

    Was bedeutet das in der Praxis? Gas, chemische Düngemittel, Uran – alles weiter importiert, als gäbe es keine Sanktionen oder geopolitische Spannungen.

    EDF im Visier: Ein neuer Schauplatz

    Am Abend des 3. Juni erreicht die Aktion ihren zweiten Höhepunkt: Greenpeace stellt die Macron-Figur vor dem Hauptsitz von EDF (Électricité de France) auf. Diesmal mit einem weiteren Statement: „Poutine-Macron Alliés radioactifs“ – Putin und Macron als strahlende Partner.

    Greenpeace kritisiert insbesondere die EDF-Tochter Framatome. Diese importiere weiterhin angereichertes Uran aus Russland, um französische Atomkraftwerke zu betreiben. Man fragt sich unweigerlich: Wie passt das zur europäischen Haltung gegenüber dem Kreml?

    Die Rückgabe mit Stil – und Stachel

    Nach der Inszenierung informiert Greenpeace die Behörden sowie die Museumsleitung. Die Statue sei – so Julliard – „zurückgebracht“, denn sie sei ja nur „geliehen“ gewesen. Eine fast schon charmante Note inmitten einer knallharten Anklage. Jetzt liegt es am Museum, sich seinen Präsidenten wieder abzuholen.

    Ein Rückgriff auf alte Protest-Traditionen

    Interessanterweise ist das Musée Grévin nicht zum ersten Mal Schauplatz politisch motivierter Kunstaktionen. Schon 1980 verschwand die Figur von Valéry Giscard d’Estaing – damals als Protest gegen eine neue Steuer. Dieses Mal jedoch steht nicht der nationale Fiskus im Mittelpunkt, sondern globale Energiepolitik.

    Kunst als Katalysator

    Die Aktion ist mehr als ein PR-Stunt. Sie ist ein Weckruf, verpackt in einer originellen Form des Protests. Frankreichs energiepolitisches Verhalten – insbesondere die langjährigen Verträge mit russischen Energiekonzernen – widerspricht dem politischen Bild, das nach außen vermittelt wird.

    In einer Zeit, in der Energiepolitik nicht nur ökonomische, sondern auch moralische Fragen aufwirft, liefert Greenpeace eine überraschende, aber messerscharfe Antwort: Ihr redet von Souveränität und Solidarität – aber eure Deals sagen etwas anderes.

    Die Wirkung? Noch offen

    Wie die französische Regierung auf diese Aktion reagiert, bleibt offen. Doch eines ist sicher: Die Debatte ist entfacht – und dürfte weiter lodern. Vielleicht braucht es manchmal ein bisschen Theater, damit unbequeme Wahrheiten sichtbar werden.

    Von Andreas M. Brucker

  • Präsident aus Wachs – eine Botschaft aus Beton: Greenpeace protestiert gegen Frankreichs Russlandpolitik

    Präsident aus Wachs – eine Botschaft aus Beton: Greenpeace protestiert gegen Frankreichs Russlandpolitik

    Was wie ein Drehbuch für eine schräge Politkomödie klingt, war am 2. Juni 2025 pure Realität in Paris: Vier Greenpeace-Aktivisten entführten in einer spektakulären Aktion die Wachsfigur von Präsident Emmanuel Macron aus dem berühmten Musée Grévin und platzierten sie – wohin sonst? – direkt vor der russischen Botschaft. Zwischen Bannern, die den französischen Energiehandel mit Russland anprangerten, stand der Präsident aus Wachs sinnbildlich für eine Politik voller Widersprüche. Ein Coup mit Charme und Chuzpe Die Aktivisten agierten clever. Erst als Touristen, dann als Museumsmitarbeiter getarnt, bugsierten sie die 40.000 Euro teure Statue durch die engen Gänge des Museums und auf die Straßen der Hauptstadt. Ziel: die russische Botschaft im 16. Arrondissement. Und was macht man mit einem französischen Präsidenten aus Wachs? Man stellt ihn dorthin, wo’s wehtut – und zwar mitten in die Debatte um Frankreichs widersprüchliche Russlandpolitik. Die Aktion sollte laut Greenpeace ein grelles S…

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  • Rohstoffe für den Wiederaufbau: Das neue Wirtschaftsabkommen zwischen den USA und der Ukraine

    Rohstoffe für den Wiederaufbau: Das neue Wirtschaftsabkommen zwischen den USA und der Ukraine

    Am 30. April 2025 unterzeichneten die Vereinigten Staaten und die Ukraine ein umfassendes Wirtschaftsabkommen, das den USA privilegierten Zugang zu den reichen Vorkommen seltener Erden und anderer kritischer Mineralien in der Ukraine gewährt. Dieses Abkommen, das nach monatelangen, teils angespannten Verhandlungen zustande kam, zielt darauf ab, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen und die langfristige Unterstützung der USA für die Ukraine zu festigen.

    Die Eckpunkte des Abkommens

    Kernstück des Vertrags ist die Gründung des „United States–Ukraine Reconstruction Investment Fund“, eines gemeinsamen Investitionsfonds, der zu gleichen Teilen von beiden Ländern finanziert wird. Die Einnahmen aus neuen Lizenzen für die Förderung von Mineralien, Öl und Gas fließen in diesen Fonds. Ukraine behält dabei die volle Kontrolle über ihre Ressourcen, und bestehende Projekte sowie staatliche Unternehmen sind von der Vereinbarung ausgenommen.

    Ein bedeutender Aspekt des Abkommens ist, dass die USA auf die Rückzahlung früherer Militärhilfen verzichten. Stattdessen werden zukünftige amerikanische Militärhilfen als Beiträge zum Fonds gewertet, was der Ukraine finanzielle Flexibilität verschafft und die bilateralen Beziehungen stärkt.

    Strategische Bedeutung für beide Seiten

    Für die USA bietet das Abkommen strategischen Zugang zu kritischen Mineralien wie Lithium, Titan und Uran, die für moderne Technologien und Verteidigungssysteme unerlässlich sind. Angesichts der dominierenden Position Chinas im Bereich der seltenen Erden ist die Diversifizierung der Lieferketten ein zentrales Anliegen der US-Industrie und -Sicherheitspolitik.

    Für die Ukraine bedeutet das Abkommen nicht nur wirtschaftliche Unterstützung, sondern auch ein implizites Sicherheitsversprechen. Die tiefergehende wirtschaftliche Verflechtung mit den USA könnte als Abschreckung gegenüber weiteren Aggressionen dienen und die Position der Ukraine in internationalen Verhandlungen stärken.

    Reaktionen und Ausblick

    Ukrainische Regierungsvertreter lobten das Abkommen als ausgewogen und vorteilhaft. Premierminister Denys Schmyhal bezeichnete es als „gut, gleichberechtigt und nützlich“. US-Finanzminister Scott Bessent betonte die historische Bedeutung der Vereinbarung für den Frieden und Wohlstand in der Ukraine.

    Dennoch gibt es kritische Stimmen, die befürchten, dass die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA die Souveränität der Ukraine beeinträchtigen könnte. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich das Abkommen auf die Beziehungen der Ukraine zur Europäischen Union auswirken wird, insbesondere im Hinblick auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft.

    Das unterzeichnete Abkommen zwischen den USA und der Ukraine markiert einen bedeutenden Schritt in der wirtschaftlichen und strategischen Partnerschaft beider Länder. Während es der Ukraine dringend benötigte Unterstützung für den Wiederaufbau bietet, sichern sich die USA Zugang zu wichtigen Ressourcen. Die langfristigen Auswirkungen dieses Deals werden maßgeblich davon abhängen, wie beide Seiten die Vereinbarung umsetzen und welche geopolitischen Entwicklungen folgen.

    Autor: P. Tiko

  • Trumps Kohle-Renaissance: Ein Rückfall mit Ansage

    Trumps Kohle-Renaissance: Ein Rückfall mit Ansage

    Warum Amerikas Energiepolitik im Jahr 2025 rückwärts denkt – und was das für uns alle bedeutet


    Kaum zu glauben, aber wahr: Donald Trump zieht es erneut zur Kohle wie die Motte zum Licht. Mit großem Tamtam und vier neuen Executive Orders will er die amerikanische Kohleindustrie wieder aufleben lassen – als wäre nichts gewesen. Doch die Realität? Die hat sich längst weitergedreht.


    Zurück in die Vergangenheit?

    Am 8. April 2025 unterzeichnete Trump seine neuesten Verordnungen. Ziel: Kohlekraftwerke länger laufen lassen, Umweltstandards lockern, Kohleexporte ankurbeln. Ganz nebenbei erklärte er Kohle zum „kritischen Mineral“ für Amerikas Energiesicherheit. Und das alles, weil KI-Server und E-Autos angeblich so viel Strom fressen, dass nur Kohle da noch helfen könne?

    Ehrlich, wer denkt, Kohle sei die Lösung für moderne Energiefragen, der glaubt vermutlich auch noch an VHS-Kassetten.


    Die Realität sieht anders aus

    Fakt ist: Die meisten alten Kohlekraftwerke, die Trump wieder anschmeißen will, stehen nicht ohne Grund still. Sie sind alt – oft über 50 Jahre – ineffizient und teuer im Betrieb. Selbst wenn man sie technisch wieder auf Vordermann bringt, würden die Betriebskosten weit über denen moderner Alternativen liegen.

    Ein Bericht des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) bringt’s auf den Punkt: wirtschaftlich ist das ein Rohrkrepierer. Und da hilft auch keine patriotische Rhetorik.


    Der Markt entscheidet anders

    Ein Blick auf den Energiemarkt zeigt, wo der Hase langläuft. Im Jahr 2000 kam noch die Hälfte des US-Stroms aus Kohle. Heute? Unter 20 Prozent. Und der Trend? Der geht steil in Richtung erneuerbare Energien und Gas.

    2025 stammen fast alle neuen Stromkapazitäten – über 90 Prozent! – aus Solar, Wind und Batteriespeichern. Warum? Weil’s billiger ist. Weil’s sauberer ist. Und weil’s technisch längst besser funktioniert. Punkt.

    Wie sagte Sanya Carley vom Kleinman Center for Energy Policy so treffend? Nicht Gesetze, sondern der Markt hat Kohle verdrängt – weil andere Energieträger einfach günstiger und effizienter sind.


    Klimaschutz? Rückwärtsgang eingelegt

    Trump rudert auch klimapolitisch in die falsche Richtung. Durch die neuen Verordnungen könnten die CO₂-Emissionen der USA wieder steigen – gerade jetzt, wo sich der Planet immer weiter aufheizt. Zusätzlich legt er mit neuen Zöllen auf grüne Technologien – vor allem aus China – dem Ausbau erneuerbarer Energien noch Steine in den Weg.

    Was soll das bringen? Statt die Innovationskraft grüner Technologie zu nutzen, setzt man wieder auf Qualm und Ruß.


    Die Welt geht voran – Amerika bremst

    Während Europa, China und viele andere Staaten in Solarkraftwerke, Windturbinen und Speichertechnologien investieren, stellt sich die USA mit dieser Politik selbst ins Abseits. Es geht nicht nur um Umwelt. Es geht um Jobs, Innovationskraft und wirtschaftliche Zukunft.

    Wer heute noch glaubt, fossile Energie sei der Weg nach vorn, hat den globalen Wandel schlicht verpennt. Und das wird teuer – nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch.


    Was bleibt?

    Man fragt sich: Ist das politische Nostalgie oder einfach Kalkül? Die Kohleindustrie beschäftigt heute nur noch einen Bruchteil der Arbeiter von früher. Und trotzdem wird sie politisch künstlich beatmet – auf Kosten der Zukunft.

    Klar, Kohle war mal König. Aber auch Könige müssen irgendwann abdanken. Die Zukunft gehört jenen, die mutig neue Wege gehen. Nicht denen, die sich an veraltete Strukturen klammern.


    Der eigentliche Skandal

    Was mich daran am meisten frustriert? Dass so viele Menschen weiter vertröstet werden – mit leeren Versprechen. Es sind oft Arbeiter in strukturschwachen Regionen, denen man suggeriert, Kohle brächte den Aufschwung zurück. Statt ihnen echte Perspektiven zu geben, dreht man die Zeit zurück.

    Und ja – das macht wütend.

    Aber es zeigt auch: Wir brauchen nicht weniger Wandel, sondern mehr. Sozial gerecht. Ökologisch sinnvoll. Und wirtschaftlich tragfähig.


    Was kommt als Nächstes?

    Vielleicht ist es Zeit für eine ehrlichere Energiepolitik. Eine, die auf Zahlen basiert, nicht auf Symbolik. Eine, die Zukunft gestaltet, statt Vergangenheit zu verklären.

    Was passiert, wenn man sich mit aller Kraft gegen den Strom stellt? Man geht unter. Oder man bleibt einfach stehen, während alle anderen vorwärtsgehen.

    Die Frage ist: Wollen wir Zuschauer sein – oder Gestalter?

    Von Andreas M. Brucker

  • Frankreich setzt auf grünen Wasserstoff: Millionenhilfe für Gen-Hy

    Frankreich setzt auf grünen Wasserstoff: Millionenhilfe für Gen-Hy

    Frankreich zeigt einmal mehr, dass es beim Umbau seiner Energiezukunft Ernst macht. Knapp 100 Millionen Euro – so viel Unterstützung erhält das Start-up Gen-Hy aus Allenjoie im Département Doubs vom französischen Staat. Ziel: die Weiterentwicklung und industrielle Produktion innovativer Elektrolyseure zur Erzeugung von grünem Wasserstoff.

    Das Geld fließt über fünf Jahre hinweg – und kommt zu einer Zeit, in der die Wasserstoffbranche im Land unter Druck steht.


    Gen-Hy: Kleine Firma, große Technologie

    Was macht Gen-Hy so besonders? Das Unternehmen setzt auf eine neuartige Elektrolyseur-Technologie mit sogenannten AEM-Membranen (Anion Exchange Membranes) – und verzichtet dabei vollständig auf seltene Metalle. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern spart auch Kosten.

    Der Clou: Die Anlagen von Gen-Hy liefern hochreinen Wasserstoff zu besonders wettbewerbsfähigen Preisen.

    Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 20 Mitarbeitende. Doch die Pläne sind ambitioniert: In den kommenden vier Jahren sollen 150 neue Arbeitsplätze entstehen – langfristig sogar bis zu 250. Produziert werden sollen jährlich rund 350 Elektrolyseure mit Leistungen zwischen 100 kW und 2 MW. Ein echter Kraftakt für ein Start-up, das bislang kaum überregional bekannt war.


    Rückenwind für eine Branche im Umbruch

    Die Förderung passt perfekt in Frankreichs nationale Strategie für grünen Wasserstoff. Dieser gilt als zentraler Baustein für die Energiewende – insbesondere zur Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrs. Doch der Markt ist volatil. Jüngstes Beispiel: Der französische Elektrolyseur-Hersteller McPhy hat kürzlich seinen geplanten Gigafactory-Standort im Département Territoire de Belfort auf Eis gelegt.

    Solche Rückschläge machen deutlich, wie fragil das Ökosystem rund um grünen Wasserstoff aktuell noch ist.

    Umso wichtiger ist die öffentliche Unterstützung – allerdings nicht um jeden Preis. Der Arbeitgeberverband Medef mahnt zur Vorsicht: Öffentliche Gelder müssten mit Bedacht eingesetzt werden. Technologie, Reifegrad und Marktchancen müssten klar bewertet werden, bevor Fördergelder fließen.


    Frankreichs Plan: Vielfalt statt Einzellösung

    Gen-Hy ist nicht der einzige Hoffnungsträger. Auch andere französische Unternehmen investieren kräftig in grünen Wasserstoff. Ein gutes Beispiel ist Lhyfe. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und verfolgt ehrgeizige Projekte: So entsteht nahe Le Havre ein neues Wasserstoff-Werk, das ebenfalls staatlich unterstützt wird. Weitere Produktionsstätten sind in den Vogesen und sogar im Ausland geplant.

    Frankreich will eine nachhaltige, international konkurrenzfähige Wasserstoffwirtschaft aufbauen – und dabei möglichst viele technologische Wege parallel verfolgen. Man setzt auf Innovation, Pragmatismus und starke Partnerschaften zwischen Staat und Wirtschaft.


    Der Weg ist lang – aber lohnenswert

    Die politische Unterstützung ist da. Die Technologie entwickelt sich. Und der gesellschaftliche Rückhalt wächst – schließlich steht Wasserstoff für eine Zukunft ohne CO₂. Doch klar ist auch: Der Aufbau einer tragfähigen Wasserstoffwirtschaft ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es braucht Zeit, Durchhaltevermögen und – ja, auch Geduld.

    Aber wenn man auf Unternehmen wie Gen-Hy schaut, spürt man: Hier entsteht etwas. Und vielleicht kommt der große Durchbruch ja bald aus einem kleinen Ort im Département Doubs.


    Autor: M.A.B.