Schlagwort: Emmanuel Macron

  • Frankreichs Budget 2027: Im Herbst schlägt die Stunde der Wahrheit

    Frankreichs Budget 2027: Im Herbst schlägt die Stunde der Wahrheit

    Frankreich kennt den Fahrplan für den Haushalt 2027. Was es nicht kennt, ist der politische Weg zu einer Mehrheit. Bis spätestens Anfang Oktober muss die Regierung ihren Entwurf für das kommende Haushaltsjahr der Nationalversammlung vorlegen. Danach beginnt ein parlamentarisches Verfahren, das auf dem Papier streng geregelt ist. Doch hinter den Fristen verbirgt sich eine weit grundsätzlichere Frage: Ist Frankreichs politisches System noch in der Lage, unter den Bedingungen eines fragmentierten Parlaments einen glaubwürdigen finanzpolitischen Kurs zu formulieren? Am 25. August ist der Projet de loi de finances pour 2027, kurz PLF 2027, noch nicht im Parlament eingebracht. Die entscheidenden Wochen beginnen erst im September. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieser Haushalt weit mehr sein wird als eine Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben. Er wird zum Belastungstest für Regierung, Parlament und letztlich für die Fähigkeit des französischen Staates, seine wachsenden finanziellen …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreich verbannt das Smartphone aus den Gymnasien – doch die schwierigste Phase beginnt erst

    Frankreich verbannt das Smartphone aus den Gymnasien – doch die schwierigste Phase beginnt erst

    Frankreich zieht die Grenzen der digitalen Schule neu. Vom Schuljahr 2026/27 an soll die Nutzung von Mobiltelefonen auch an den Lycées, den französischen Gymnasien, grundsätzlich untersagt sein. Präsident Emmanuel Macron hat die entsprechende gesetzliche Regelung promulgiert. Damit wird ein Verbot auf die Oberstufe ausgedehnt, das für Grundschulen und Collèges bereits seit 2018 gilt. Politisch ist die Botschaft eindeutig: Der Staat will die Schule stärker von der permanenten digitalen Präsenz abschirmen. Praktisch aber beginnt wenige Tage vor dem Schulstart die schwierigere Aufgabe – die Umsetzung in mehreren tausend Lycées. Die Regelung ist Teil eines größeren politischen Projekts zum Schutz Minderjähriger vor den Folgen sozialer Netzwerke und übermäßiger Bildschirmnutzung. Bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet das Smartphone-Verbot den verfassungsrechtlichen Streit um das Gesetz überstanden hat. Das ursprünglich zentrale Vorhaben, unter 15-Jährigen den Zugang zu sozialen Netzwer…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Frankreichs Milliardenberg aus unbezahlten Geldstrafen

    Frankreichs Milliardenberg aus unbezahlten Geldstrafen

    Ende 2025 standen in Frankreich rund 1,1 Milliarden Euro an Forderungen aus pauschalierten Geldstrafen für Straftaten zur Einziehung aus. Die Zahl ist spektakulär, ihre Bedeutung aber weniger eindeutig, als es zunächst scheint. Hinter dem Milliardenbetrag stehen nicht nur säumige Zahler, sondern auch mittellose Schuldner, falsche Adressen, umstrittene Strafbescheide und eine Verwaltung, deren Informationssysteme nur unzureichend miteinander verbunden sind. Der französische Rechnungshof legt damit ein grundsätzliches Problem der Strafpolitik offen: Eine Sanktion lässt sich leichter verhängen als vollstrecken.

    Die amende forfaitaire délictuelle (AFD) gehört zu jenen Reforminstrumenten, mit denen Frankreich seine chronisch überlastete Justiz entlasten wollte. Das 2016 geschaffene Verfahren erlaubt Polizei und Gendarmerie, bestimmte Straftaten unmittelbar mit einer pauschalen Geldstrafe zu ahnden, ohne zunächst das klassische Strafverfahren durchlaufen zu müssen.

    Anfangs betraf dies vor allem Verkehrsdelikte wie das Fahren ohne Führerschein oder Versicherung. Später wurde das Instrument insbesondere auf den Konsum von Betäubungsmitteln und weitere Delikte ausgedehnt. Inzwischen kommen theoretisch 91 Straftatbestände für das Verfahren infrage, auch wenn bislang nur rund drei Dutzend tatsächlich angewandt oder erprobt werden.

    Das Prinzip ist bestechend einfach: feststellen, protokollieren, übermitteln, kassieren. Doch ausgerechnet beim letzten Schritt verliert das System erheblich an Effizienz.

    1,1 Milliarden Euro – zumindest auf dem Papier

    Nach Angaben der Cour des comptes beliefen sich die noch einzuziehenden Forderungen aus seit 2018 verhängten AFD Ende 2025 auf rund 1,1 Milliarden Euro. Dem steht ein vergleichsweise bescheidenes tatsächliches Aufkommen gegenüber. Zwischen 2020 und 2025 nahm der Staat aus nicht verkehrsbezogenen AFD lediglich 137,5 Millionen Euro ein.

    Bereits die freiwillige Zahlung funktioniert nur eingeschränkt. Vor einer Erhöhung der Geldstrafe werden etwa 24,1 Prozent der Forderungen beglichen. Gelangt eine erhöhte Geldstrafe zur Direction générale des finances publiques (DGFiP), der französischen Finanzverwaltung, sinkt die Erfolgsquote beim Einzug auf ungefähr 17,5 Prozent.

    Bemerkenswert ist zudem, dass der französische Staat keinen einheitlichen Gesamtwert für die tatsächliche Einziehungsquote nennen kann. Die Agence nationale de traitement automatisé des infractions (ANTAI), die für die automatisierte Bearbeitung von Verstössen zuständig ist, und die DGFiP arbeiten mit unterschiedlichen Kennzahlen, Zeitpunkten und Berechnungsmethoden.

    Der Rechnungshof sieht darin nicht bloss ein statistisches Ärgernis. Ohne gemeinsame Datengrundlage lässt sich kaum zuverlässig beurteilen, ob die Reform ihre Ziele erreicht und an welcher Stelle der Vollstreckungskette die grössten Verluste entstehen.

    Eine Forderung ist noch keine Einnahme

    Der Betrag von 1,1 Milliarden Euro verlangt allerdings nach einer wichtigen Einordnung. Er bedeutet nicht, dass dem französischen Staat eine Milliarde Euro an unmittelbar verfügbaren Einnahmen entgeht, die sich mit einigen zusätzlichen Mahnungen problemlos beschaffen liesse.

    Zwischen einer öffentlich-rechtlichen Forderung und tatsächlich einziehbarem Geld liegt ein erheblicher Unterschied.

    Wird eine Geldstrafe nicht fristgerecht bezahlt und deshalb erhöht, beginnt die eigentliche Vollstreckungsarbeit. Die Verwaltung muss den Schuldner lokalisieren, dessen finanzielle Verhältnisse feststellen und gegebenenfalls Einkommen, Konten oder Vermögenswerte ausfindig machen, auf die sie zugreifen kann.

    Dabei stösst sie auf Probleme, die ebenso banal wie folgenreich sind. Menschen ziehen um, Anschriften sind veraltet, Daten unvollständig. Andere Schuldner verfügen weder über pfändbares Einkommen noch über nennenswertes Vermögen. Bei bestimmten Gruppen von AFD-Empfängern spielt nach Einschätzung des Rechnungshofs gerade die Zahlungsunfähigkeit eine erhebliche Rolle.

    Das verweist auf ein grundsätzliches Problem geldbasierter Sanktionen. Eine höhere Geldstrafe erhöht bei einem mittellosen Schuldner nicht automatisch die abschreckende Wirkung – und schon gar nicht die Staatseinnahmen. Unter Umständen wächst lediglich der nominelle Forderungsbestand.

    Ein Teil des französischen Milliardenbergs dürfte deshalb auf absehbare Zeit eher eine buchhalterische Grösse bleiben als eine realisierbare Einnahme.

    Wenn der Staat den Schuldner nicht findet

    Noch grundlegender ist die Frage, ob die Verwaltung überhaupt weiss, wo der Betroffene erreichbar ist.

    Der Rechnungshof empfiehlt deshalb, der ANTAI einen besseren Zugang zu den steuerlichen Referenzdaten der DGFiP zu ermöglichen. Damit sollen insbesondere die Anschriften der Betroffenen zuverlässiger überprüft werden können. Als Zielhorizont wird Ende 2027 genannt.

    Die Empfehlung offenbart eine Schwachstelle der französischen Verwaltungsdigitalisierung: Mehrere Behörden wirken an derselben Sanktionskette mit, verfügen aber nicht automatisch über dieselben aktuellen Informationen.

    Eine falsche Adresse kann erhebliche Konsequenzen haben. Der Betroffene erfährt möglicherweise erst verspätet von einer Forderung oder ihrer Erhöhung. Gleichzeitig muss die Verwaltung zusätzliche Ressourcen aufwenden, um ihn ausfindig zu machen. Bei Forderungen gegen Personen ohne pfändbares Vermögen können die Kosten und der administrative Aufwand des Verfahrens schliesslich in einem ungünstigen Verhältnis zum erwartbaren Ertrag stehen.

    Das Problem ist damit weniger spektakulär als der Milliardenbetrag, institutionell aber womöglich bedeutender: Ein moderner Staat produziert grosse Mengen digitaler Verwaltungsakte, ohne dass seine Behörden zwangsläufig über eine ebenso leistungsfähige gemeinsame Informationsarchitektur verfügen.

    Manche Geldstrafen hätten nie vollstreckt werden sollen

    Noch problematischer wird das Bild dort, wo die Schwierigkeiten bereits bei der Verhängung der Sanktion beginnen.

    Mit der Ausweitung der AFD nahmen auch Beanstandungen und juristische Probleme zu. Nach den vom Rechnungshof untersuchten Daten enden 79 Prozent bestimmter von den örtlichen Staatsanwaltschaften überprüfter Vorgänge mit einer Einstellung. Bei ungefähr einem Drittel dieser Einstellungen war die Straftat nicht gegeben oder nicht hinreichend nachgewiesen.

    Auch bei zulässigen Einsprüchen ist die Quote auffällig: 56 Prozent führen zu einer Einstellung des Verfahrens.

    Damit entsteht ein institutionelles Paradox. Die pauschalierte Geldstrafe sollte gerade verhindern, dass vergleichsweise einfach gelagerte Delikte die ohnehin stark beanspruchten Staatsanwaltschaften und Gerichte beschäftigen. Ist die ursprüngliche Protokollierung jedoch fehlerhaft, unvollständig oder rechtlich nicht belastbar, kehrt der Vorgang in das klassische Justizsystem zurück.

    Die Arbeit verschwindet dann nicht, sondern wird lediglich verlagert.

    Der Rechnungshof verlangt deshalb nicht nur effizientere Vollstreckung, sondern auch eine bessere Qualität der ursprünglichen Strafprotokolle, zusätzliche Ausbildung und stärkere interne Kontrollen. Denn ein effizienter Staat zeichnet sich nicht dadurch aus, möglichst viele Sanktionen zu produzieren, sondern dadurch, rechtmässige Sanktionen zuverlässig zu verhängen und anschliessend durchzusetzen.

    Die Glaubwürdigkeit des Strafrechts steht auf dem Spiel

    Damit reicht die Debatte weit über die öffentlichen Finanzen hinaus. Eine Geldstrafe ist zunächst keine Einnahmequelle des Staates, sondern eine strafrechtliche Sanktion. Ihre Wirkung beruht wesentlich darauf, dass der Betroffene davon ausgehen muss, sie tatsächlich bezahlen zu müssen.

    Das gilt besonders für die AFD wegen Drogenkonsums. Mit ihrer Einführung wollte die französische Politik auf ein langjähriges Vollzugsproblem reagieren. Der Konsum illegaler Betäubungsmittel war strafbar, führte in der Praxis aber häufig zu aufwendigen Verfahren oder blieb ohne spürbare Konsequenz. Die pauschalierte Geldstrafe sollte eine schnelle, sichtbare und systematische Reaktion ermöglichen.

    Doch Geschwindigkeit bei der Sanktionierung löst das Problem der Vollstreckung nicht.

    Einen Konsumenten innerhalb weniger Minuten zu kontrollieren und einen Strafbescheid auszustellen, ist administrativ vergleichsweise einfach. Monate später mehrere hundert Euro von einem Schuldner ohne regelmässiges Einkommen, aktuelle Anschrift oder pfändbares Vermögen einzuziehen, ist ungleich schwieriger.

    Damit entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem. Wer davon ausgeht, dass eine Geldstrafe mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vollstreckt werden kann, dürfte sich von ihrer nominellen Höhe nur begrenzt beeindrucken lassen. Die politische Versuchung, auf geringe Einziehungsquoten mit höheren Strafbeträgen zu reagieren, könnte dieses Problem sogar verschärfen.

    Die Grenzen einer automatisierten Strafpolitik

    Die Cour des comptes plädiert deshalb dafür, die Funktionsfähigkeit des bestehenden Systems zu verbessern, bevor die AFD erneut umfassend ausgeweitet wird. Zu ihren Empfehlungen gehören gemeinsame Kennzahlen, eine engere Zusammenarbeit von Justizministerium, Innenministerium, ANTAI und DGFiP, leistungsfähigere Informationssysteme sowie ein besserer Zugriff auf jene Daten, die für die Identifizierung und Lokalisierung von Schuldnern notwendig sind.

    Hinzu kommt die politische Frage nach schärferen Vollstreckungsinstrumenten. Im Parlament werden Möglichkeiten diskutiert, insbesondere gegen Personen vorzugehen, die zahlreiche Geldstrafen anhäufen.

    Dabei muss der Staat allerdings zwischen zwei sehr unterschiedlichen Gruppen unterscheiden: zwischen Menschen, die bezahlen könnten, sich der Vollstreckung aber bewusst entziehen, und solchen, bei denen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation kaum etwas einzuziehen ist.

    Diese Unterscheidung ist entscheidend. Gegen den zahlungsfähigen Verweigerer können bessere Daten, Kontenabfragen und konsequentere Vollstreckungsverfahren wirken. Beim dauerhaft Mittellosen stossen dieselben Instrumente dagegen an eine ökonomische Grenze. Der Staat kann eine Forderung erhöhen, aber kein Vermögen schaffen, das er anschliessend pfänden könnte.

    Genau darin liegt die politische Bedeutung der 1,1 Milliarden Euro. Die Zahl dokumentiert nicht einfach eine aussergewöhnliche französische Zahlungsmoral. Sie macht vielmehr sichtbar, wie stark die Effektivität moderner Strafpolitik von unspektakulären Voraussetzungen abhängt: korrekten Adressen, belastbaren Protokollen, kompatiblen Datenbanken, qualifiziertem Personal und einer realistischen Einschätzung der Zahlungsfähigkeit.

    Frankreich hat in wenigen Jahren eine leistungsfähige Infrastruktur geschaffen, mit der sich bestimmte Straftaten schnell und in grosser Zahl sanktionieren lassen. Die Infrastruktur für die anschliessende Vollstreckung hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten.

    Der Milliardenbetrag ist deshalb weniger als entgangene Einnahme denn als Warnsignal zu verstehen. Hinter ihm stehen säumige Zahler und bewusste Verweigerer, aber ebenso mittellose Schuldner, unzustellbare Bescheide, rechtlich angreifbare Verfahren und Behörden, deren Datenwelten noch nicht ausreichend miteinander verbunden sind.

    Die entscheidende Frage lautet damit nicht, wie viele Geldstrafen der französische Staat verhängen kann. Entscheidend ist, wie viele davon rechtlich Bestand haben und tatsächlich vollstreckt werden. Denn eine Sanktion, die dauerhaft nur in den Datenbanken der Verwaltung existiert, verliert einen wesentlichen Teil ihrer abschreckenden Wirkung.

    Quellen: Cour des comptes (2026), Bericht zu den amendes forfaitaires délictuelles; Assemblée nationale (2026), Anhörung der Cour des comptes zur Vollstreckung pauschalierter Geldstrafen; Sénat (2026), parlamentarische Beratungen zur Vollstreckung von Geldstrafen; ANTAI, Informationen zur amende forfaitaire délictuelle; Direction générale des finances publiques (DGFiP), Informationen zum Einzug öffentlicher Forderungen.

    P.T.

  • Macrons letzte «Rentrée»: Frankreich regiert bereits im Schatten der Nachfolge

    Macrons letzte «Rentrée»: Frankreich regiert bereits im Schatten der Nachfolge

    Wenn Emmanuel Macron an diesem Montag, dem 24. August, sein Kabinett im Élysée-Palast versammelt, beginnt mehr als nur das politische Arbeitsjahr nach der Sommerpause. Es ist die letzte «Rentrée» seiner Präsidentschaft vor der Wahl im Frühjahr 2027. Der Ministerrat eröffnet damit eine Übergangsphase, in der die französische Staatsführung zwei widersprüchliche Aufgaben bewältigen muss: Sie soll bis zum Ende des Mandats handlungsfähig bleiben, während sich Regierung, Parteien und Öffentlichkeit bereits auf die Nachfolge des Präsidenten einstellen. Der Haushalt für 2027, die Folgen eines aussergewöhnlichen Hitzesommers und die prekäre parlamentarische Lage werden darüber entscheiden, ob Macron sein zweites Mandat geordnet abschliessen kann. Abschiedssignale ohne Amtsverzicht Den Ton für dieses letzte politische Jahr hatte Macron bereits eine Woche zuvor in Bormes-les-Mimosas angeschlagen. Bei der Gedenkfeier zur Befreiung der südfranzösischen Gemeinde sprach er ungewöhnlich persönlich übe…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Tagesüberblick Frankreich: Nach dem Feuer beginnt die politische Aufarbeitung

    Tagesüberblick Frankreich: Nach dem Feuer beginnt die politische Aufarbeitung

    Am Mittwochmorgen, dem 19. August 2026, verändert sich die französische Nachrichtenlage spürbar. Die große Hitzewelle ist vorerst vorbei, die wichtigsten Waldbrände sind unter Kontrolle. Doch damit verschwinden Hitze, Dürre und Feuer keineswegs aus den Schlagzeilen. Im Gegenteil: Die französische Politik beginnt nun, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen dieses außergewöhnlichen Sommers zu bilanzieren. Gleichzeitig rücken der Staatshaushalt 2027, die Nachfolge Emmanuel Macrons und der Cyberangriff auf die französische Steuerverwaltung stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.

    Waldbrände: Aus der Naturkatastrophe wird eine politische Affäre

    Das wichtigste französische Inlandsthema bleiben die verheerenden Brände in der Gironde, den Landes und im Var. Zwar hat die unmittelbare Gefahr deutlich nachgelassen, doch nun beginnt die Auseinandersetzung über Verantwortung, Entschädigungen und Wiederaufbau.

    Premierminister Sébastien Lecornu hat für die besonders betroffenen Gebiete zunächst zwölf Millionen Euro Soforthilfe zugesagt. Hinzu kommen steuerliche Erleichterungen, Hilfen für Unternehmen sowie beschleunigte Genehmigungsverfahren für den Wiederaufbau.

    Dennoch wächst in den betroffenen Regionen die Kritik. Zahlreiche Geschädigte werfen dem Staat unzureichende Vorsorge, eine mangelhafte Ausstattung des Katastrophenschutzes und eine verspätete Reaktion vor. Einzelne Betroffene prüfen inzwischen juristische Schritte gegen staatliche Stellen.

    Damit verschiebt sich die öffentliche Debatte grundlegend. Nicht mehr die Frage, wo aktuell Brände wüten, bestimmt die politische Agenda, sondern ob Frankreich ausreichend auf künftig häufiger auftretende Naturkatastrophen vorbereitet ist.

    Das Ende der Hitzewelle – aber nicht das Ende der Klimakrise

    Meteorologisch gibt es inzwischen Entspannung. Die letzten orangefarbenen Hitzewarnungen wurden aufgehoben, die Temperaturen normalisieren sich insbesondere im Westen und Norden des Landes.

    Die Bilanz dieses Sommers fällt jedoch außergewöhnlich aus. Wochenlange Trockenheit, Rekordtemperaturen und großflächige Waldbrände haben Landwirtschaft, Tourismus, Infrastruktur und öffentliche Haushalte erheblich belastet.

    Ökonomen schätzen die wirtschaftlichen Schäden inzwischen auf bis zu 15 Milliarden Euro. Damit entwickelt sich der Klimawandel zunehmend von einer ökologischen zu einer finanz- und wirtschaftspolitischen Herausforderung für Frankreich.

    Landwirtschaft fordert milliardenschwere Unterstützung

    Besonders schwer getroffen wurde die Landwirtschaft. Dürre, Hitze und Feuer haben Erträge zahlreicher Kulturen beeinträchtigt und vielerorts die Viehhaltung erschwert.

    Landwirtschaftliche Verbände sprechen von einer historischen Belastungsprobe und fordern umfangreiche staatliche Hilfsprogramme. Premierminister Lecornu hat bereits angekündigt, dass der Haushalt 2027 zusätzliche Mittel für den Agrarsektor vorsehen soll. Über deren Umfang wird jedoch noch verhandelt.

    Die Diskussion reicht inzwischen weit über kurzfristige Entschädigungen hinaus. Immer stärker rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die französische Landwirtschaft langfristig an häufigere Hitzeperioden und zunehmende Wasserknappheit anpassen kann.

    Haushalt 2027: Lecornus schwierigste politische Bewährungsprobe

    Parallel zur Bewältigung der Naturkatastrophen arbeitet die Regierung am nächsten innenpolitischen Großprojekt: dem Staatshaushalt für 2027. Der Entwurf soll Ende September der Nationalversammlung vorgelegt werden.

    Die Regierung strebt an, das Haushaltsdefizit von voraussichtlich 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 auf 4,9 Prozent im Jahr 2027 zu senken. Dieses Ziel erscheint jedoch angesichts steigender Ausgaben für Verteidigung, Landwirtschaft, Katastrophenschutz und Wiederaufbau äußerst anspruchsvoll.

    Hinzu kommt die schwierige parlamentarische Ausgangslage. Da der Regierung weiterhin eine stabile Mehrheit fehlt, wird bereits über einen erneuten Rückgriff auf Artikel 49.3 der französischen Verfassung oder andere außergewöhnliche haushaltspolitische Verfahren spekuliert.

    Präsidentschaftswahl 2027: Lecornu rückt in den Mittelpunkt

    Mit der Haushaltsdebatte verbindet sich zunehmend auch die Frage nach der politischen Zukunft Frankreichs. Obwohl die Präsidentschaftswahl erst im kommenden Jahr stattfindet, haben die Spekulationen über die Nachfolge Emmanuel Macrons deutlich an Dynamik gewonnen.

    Lange galt Édouard Philippe als aussichtsreichster Kandidat des politischen Zentrums, während auch Gabriel Attal seine Position kontinuierlich ausbaute. Inzwischen fällt jedoch immer häufiger der Name Sébastien Lecornu.

    Aus dem Umfeld des Élysée-Palastes mehren sich Hinweise, dass der Premierminister als möglicher Nachfolger Macrons ernsthaft in Betracht gezogen wird. Lecornu selbst weist entsprechende Ambitionen bislang zurück. Seine Rolle als Krisenmanager während der Waldbrände verschafft ihm jedoch eine nationale Aufmerksamkeit, die weit über das klassische Amt eines Regierungschefs hinausgeht.

    Damit beginnt der Präsidentschaftswahlkampf faktisch deutlich früher als offiziell vorgesehen.

    Cyberangriff auf die Steuerverwaltung sorgt für Vertrauensverlust

    Ein weiteres innenpolitisches Thema bleibt der umfangreiche Hackerangriff auf die französische Finanzverwaltung. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden Datensätze von nahezu 700.000 Privatpersonen und Unternehmen entwendet.

    Der Vorfall gilt als besonders sensibel, da die Steuerverwaltung über umfangreiche persönliche und finanzielle Informationen verfügt. Die Debatte beschränkt sich deshalb längst nicht mehr auf Fragen der IT-Sicherheit. Vielmehr steht das Vertrauen der Bürger in die Fähigkeit des Staates im Mittelpunkt, sensible Daten wirksam zu schützen.

    Der Cyberangriff entwickelt sich damit zu einem sicherheitspolitischen und institutionellen Problem mit potenziell langfristigen Folgen.

    Macron startet in seinen letzten politischen Herbst

    Über all diesen Themen liegt bereits der Schatten der Präsidentschaftswahl 2027. Emmanuel Macron hat bei seinem traditionellen Sommerauftritt in Bormes-les-Mimosas die Bevölkerung davor gewarnt, in politischen oder gesellschaftlichen Pessimismus zu verfallen.

    Seine Rede wirkte zugleich wie der Beginn der letzten Phase seiner Präsidentschaft. Macron möchte die verbleibenden Monate seiner Amtszeit vor allem für sicherheits- und außenpolitische Vorhaben sowie einige innenpolitische Reformprojekte nutzen.

    Gleichzeitig dürfte es für den Präsidenten zunehmend schwieriger werden, die Diskussion über seine Nachfolge aus dem Élysée herauszuhalten.

    Der 19. August 2026 markiert damit weniger einen Tag neuer Krisen als vielmehr den Beginn ihrer politischen Aufarbeitung. Nach Wochen extremer Hitze und verheerender Waldbrände kann Frankreich zwar meteorologisch aufatmen. Politisch beginnen die eigentlichen Herausforderungen jedoch erst.

    Drei Fragen werden den französischen Herbst prägen: Wer trägt die finanziellen Lasten der Klimaschäden? Wie lässt sich das hohe Haushaltsdefizit trotz steigender Ausgaben reduzieren? Und wer kann nach Emmanuel Macron das politische Zentrum des Landes zusammenhalten?

    Der außergewöhnliche Sommer 2026 könnte sich rückblickend als jener Wendepunkt erweisen, an dem Klima-, Finanz- und Nachfolgepolitik endgültig miteinander verschmolzen und die politische Agenda Frankreichs für die kommenden Jahre bestimmten.

    Christine Macha

  • Frankreichs Haushalt 2027: Lecornus schwierigste Baustelle vor der Präsidentschaftswahl

    Frankreichs Haushalt 2027: Lecornus schwierigste Baustelle vor der Präsidentschaftswahl

    Der französische Staatshaushalt war in den vergangenen Jahren weit mehr als eine Sammlung von Zahlenkolonnen. Er entwickelte sich zum Gradmesser der politischen Handlungsfähigkeit eines Landes, dessen Institutionen zunehmend unter Druck geraten. Mit dem Budget für 2027 erreicht diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt. Premierminister Sébastien Lecornu muss nicht nur ein milliardenschweres Defizit eindämmen und die Finanzmärkte beruhigen, sondern zugleich ein Parlament ohne stabile Mehrheiten durch eine der sensibelsten Debatten der Legislaturperiode führen. Es ist der letzte Haushalt vor der Präsidentschaftswahl – und damit zugleich ein politischer Lackmustest für das Ende der Macron-Ära. Finanzielle Realität lässt kaum Spielraum In Paris wird die politische Sommerpause traditionell genutzt, um den Etat des kommenden Jahres vorzubereiten. Doch selten waren die Vorzeichen so schwierig wie diesmal. Während Waldbrände, Hitzewellen und die Folgen des Klimawandels die öffentliche Aufm…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Brégançon im Krisenmodus: Macron und Lecornu beraten über die Waldbrandlage

    Brégançon im Krisenmodus: Macron und Lecornu beraten über die Waldbrandlage

    Die französische Regierung bleibt angesichts der anhaltenden Wald- und Vegetationsbrände im Dauereinsatz. Nachdem Präsident Emmanuel Macron am Montag bereits eine interministerielle Krisensitzung geleitet hatte, setzte er seine Beratungen am Abend in seiner Sommerresidenz, dem Fort de Brégançon, fort. Dort traf er Premierminister Sébastien Lecornu zu einer Arbeitsbesprechung über die aktuelle Lage. Am Dienstagmittag gilt das Treffen als abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Entwicklung der zahlreichen Brandherde in mehreren Regionen Frankreichs sowie die Koordinierung der staatlichen Einsatzkräfte. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurden insbesondere der Stand der Löscharbeiten, der Einsatz zusätzlicher ziviler und militärischer Mittel sowie die Unterstützung der betroffenen Gemeinden erörtert. Die Zusammenkunft reiht sich in eine Serie von Krisensitzungen ein, mit denen die Exekutive auf die außergewöhnliche Waldbrandsaison reagiert. Bereits am Montagvormittag hatte …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Tagesüberblick Frankreich: Brände, Macron und die Folgen eines extremen Sommers

    Tagesüberblick Frankreich: Brände, Macron und die Folgen eines extremen Sommers

    18. August 2026 – Die französische Nachrichtenlage wird an diesem Dienstag ungewöhnlich stark von den Folgen des extremen Sommers bestimmt. Nach Wochen mit Hitze, Dürre und verheerenden Waldbränden verschiebt sich die Debatte von der unmittelbaren Katastrophenbekämpfung zur politischen und wirtschaftlichen Aufarbeitung. Gleichzeitig beginnt Emmanuel Macron seine letzte politische rentrée als Präsident, während eine massive Cyberattacke auf die französische Steuerverwaltung Hunderttausende Bürger beschäftigt.

    Waldbrände: Jetzt beginnt der politische Streit um den Wiederaufbau

    Das dominierende innenpolitische Thema bleiben die Waldbrände in der Gironde, den Landes und im Süden Frankreichs. Premierminister Sébastien Lecornu hat nach seinem Besuch in der Gironde ein umfangreiches Hilfspaket angekündigt. Für die unmittelbar betroffenen Gebietskörperschaften sind zunächst zwölf Millionen Euro vorgesehen, hinzu kommen Steuererleichterungen, Sozialabgabenbefreiungen und weitere Unterstützungen für Unternehmen und Beschäftigte. Die Gesamtkosten der Maßnahmen könnten sich auf mehr als 100 Millionen Euro summieren.

    Doch die politische Lage bleibt angespannt. Lecornu wurde bei seinem Besuch in der Gironde mit dem Unmut von Bewohnern konfrontiert, die sich während der Brände nicht ausreichend geschützt fühlten. Die Regierung versucht nun sichtbar, die Phase der Katastrophe in eine Phase des Wiederaufbaus zu überführen.

    Dabei geht es längst nicht mehr nur um verbrannte Häuser und Wälder. Hinter dem Wiederaufbau zeichnet sich eine wesentlich größere Frage ab: Wie teuer wird die Anpassung Frankreichs an einen Klimawandel, der solche Katastrophen häufiger und intensiver macht? Die Diskussion über die Finanzierung dieser Anpassung gewinnt entsprechend an Gewicht.

    Macron beginnt seine letzte politische rentrée

    Fast symbolisch fällt diese Debatte mit dem Beginn der letzten politischen rentrée Emmanuel Macrons als Präsident der Republik zusammen. Bei der traditionellen Gedenkveranstaltung zur Befreiung von Bormes-les-Mimosas rief Macron dazu auf, nicht dem „défaitisme“, also einer Haltung der Resignation und des Niedergangs, zu verfallen.

    Die Worte besitzen bereits einen deutlich testamentarischen Unterton. Frankreich nähert sich der Präsidentschaftswahl 2027, und die politische Landschaft beginnt sich neu zu sortieren. Erste Umfragen bestätigen dabei das Bild eines Landes, das weiterhin in drei große politische Blöcke geteilt ist – Rechte und äußerste Rechte, politische Mitte sowie eine stark fragmentierte Linke.

    Macrons Problem besteht darin, dass sein Optimismus auf eine ausgesprochen nervöse gesellschaftliche Stimmung trifft. Waldbrände, Staatsfinanzen, Kaufkraft, Klimaanpassung und die Frage nach seiner politischen Nachfolge werden die kommenden Monate prägen.

    Landwirtschaft warnt vor einer tiefen Krise

    Die Folgen des Sommers erreichen inzwischen auch die Landwirtschaft. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard spricht von einer „crise profonde“. Dürre, wiederholte Hitzewellen und Waldbrände treffen zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe gleichzeitig.

    Damit verändert sich auch die politische Dimension der Klimadebatte. Was lange als Umweltpolitik behandelt wurde, wird zunehmend zu Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Infrastrukturpolitik.

    Besonders sichtbar ist dies am Rhein. Der niedrige Wasserstand beeinträchtigt die Schifffahrt erheblich. In Straßburg ist der Verkehr zeitweise auf nur wenige Schiffe pro Tag zurückgegangen. Für einen der wichtigsten französischen Binnenhäfen und die Industrie im Elsass ist das weit mehr als ein lokales Problem: Niedrigwasser wird zum logistischen und wirtschaftlichen Risiko.

    Auch im Norden zeigt sich die außergewöhnliche Trockenheit. Dunkerque hat 47 Tage ohne messbaren Regen registriert – eine der längsten Trockenperioden seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen.

    Immerhin gibt es meteorologisch eine vorsichtige Entspannung: Die dritte große Hitzewelle dieses Sommers geht zu Ende. Am Dienstagmorgen befand sich erstmals wieder kein Département in der höchsten Hitzewarnstufe.

    Cyberattacke auf den Fiskus: Jetzt werden die Opfer informiert

    Ein zweites großes innenpolitisches Thema bleibt der Hackerangriff auf die französische Steuerverwaltung DGFiP. Rund 678.000 Privatpersonen und Unternehmen sind von dem Datendiebstahl betroffen. Die Steuerverwaltung beginnt nun damit, Betroffene individuell zu informieren.

    Besonders brisant ist weniger die technische Attacke selbst als das Missbrauchspotenzial der gestohlenen Informationen. Sicherheitsexperten warnen vor maßgeschneiderten Phishing-Angriffen und Betrugsversuchen, weil Kriminelle mit echten Steuerdaten wesentlich glaubwürdigere Nachrichten konstruieren können.

    Zugleich wird über die mutmaßlichen Täter diskutiert. Ein unter dem Namen „ZeroBytes“ auftretendes Hackerduo behauptet, hinter dem Angriff zu stehen und die Daten weiterverkauft zu haben. Diese Angaben sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen und sollten daher mit entsprechender Vorsicht bewertet werden.

    Die Affäre könnte zudem größere Kreise ziehen: Berichte über einen weiteren Datenabfluss im Bereich des Bildungsministeriums verschärfen die Debatte über die Cybersicherheit staatlicher Informationssysteme.

    Millionen Familien erhalten die Schulanfangsbeihilfe

    Für rund drei Millionen Haushalte ist der 18. August dagegen aus einem ganz anderen Grund wichtig. Von diesem Dienstag an wird die Allocation de rentrée scolaire ausgezahlt, die einkommensschwächere Familien bei den Kosten des Schuljahresbeginns unterstützt.

    Mit steigenden Preisen für Schulmaterial, Kleidung und andere Ausgaben ist die Beihilfe zugleich ein klassisches Kaufkraftthema – und damit politisch sensibel wenige Wochen vor der eigentlichen rentrée.

    Von Perpignan bis Salon-de-Provence

    Daneben bestimmen mehrere regionale Geschichten die französischen Medien. In Perpignan hat ein außergewöhnlich umfangreicher Diebstahl von Kupferkabeln zahlreiche Internetanschlüsse lahmgelegt. Das Ereignis lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf ein Problem, das weit über den Materialwert des gestohlenen Metalls hinausgeht: Mit wenigen Schnitten können Täter Kommunikationsinfrastruktur für ganze Stadtviertel außer Betrieb setzen.

    In Salon-de-Provence wiederum sorgte ein Militärflugzeug für Aufsehen, das nach Problemen bei der Landung außerhalb des vorgesehenen Bereichs zum Stillstand kam. Nach den bislang bekannten Informationen gab es keine Todesopfer.

    Der rote Faden dieses Nachrichtentages ist dennoch unübersehbar: Frankreich beginnt, die Rechnung dieses außergewöhnlichen Sommers zu bezahlen.

    Wochenlang ging es um Temperaturen, Feuerfronten, Evakuierungen und Löschflugzeuge. Jetzt geht es um Versicherungen, Steuern, Wiederaufbau, Landwirtschaft, Tourismus, Wasserreserven und Verkehrswege. Selbst die wirtschaftliche Aktivität in Nouvelle-Aquitaine wurde durch Hitze und Brände spürbar beeinträchtigt.

    Damit könnte der Sommer 2026 politisch nachhaltiger wirken als manche frühere Hitzewelle. Die Klimafrage verlässt endgültig das klassische Umweltressort. Sie erreicht die Staatsfinanzen, die Landwirtschaft, die Infrastruktur und die Versicherungswirtschaft – und damit jene Bereiche, in denen abstrakte Klimamodelle plötzlich sehr konkrete Rechnungen produzieren.

    Für Emmanuel Macron und Sébastien Lecornu beginnt deshalb eine rentrée unter ungewöhnlichen Vorzeichen. Frankreich diskutiert zwar bereits über die Präsidentschaftswahl 2027. Doch bevor der Wahlkampf das Land vollständig erfasst, zwingt dieser Sommer die Politik zu einer wesentlich unmittelbareren Frage: Wie schützt und finanziert man ein Frankreich, dessen Klima sich schneller verändert als seine Infrastruktur?

    Christine Macha

  • Macron auf dem Jetski: Olivier Faure wirft dem Präsidenten fehlendes Gespür in der Hitzekrise vor

    Macron auf dem Jetski: Olivier Faure wirft dem Präsidenten fehlendes Gespür in der Hitzekrise vor

    Mit scharfen Worten hat der Erste Sekretär der französischen Sozialistischen Partei (PS), Olivier Faure, Präsident Emmanuel Macron wegen dessen Urlaubsauftritt am Fort de Brégançon kritisiert. Auslöser ist ein Titelbild des Magazins Paris Match, das den Staatschef auf einem Jetski während seines Sommerurlaubs zeigt – ausgerechnet in einer Phase, in der Frankreich unter einer schweren Hitzewelle und zahlreichen Waldbränden leidet. Auf der Plattform X schrieb Faure:

    „Während der Hitzewelle, während Frankreich brennt und ein Teil der Franzosen sich keinen Urlaub leisten konnte, vergnügt sich der Präsident auf einem Jetski in Brégançon. Ist das die Botschaft? Dann ist sie bestens gelungen.“

    Für den PS-Vorsitzenden vermittelt die Bildsprache des Präsidenten ein Signal, das in deutlichem Widerspruch zur aktuellen Lage des Landes steht. Frankreich erlebt erneut außergewöhnlich hohe Temperaturen, zahlreiche Départements sind von extremer Hitze betroffen, gleichzeitig kämpfen Einsatzkräfte in…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Nach dem Feuer: Der Bürgermeister von Saumos fordert einen Neuanfang statt politischer Reflexe

    Nach dem Feuer: Der Bürgermeister von Saumos fordert einen Neuanfang statt politischer Reflexe

    Katastrophen erzeugen politischen Handlungsdruck. Kaum sind die Flammen gelöscht, beginnen Debatten über Wiederaufbauprogramme, neue Vorschriften und staatliche Hilfen. Dieser Mechanismus ist nachvollziehbar, birgt jedoch die Gefahr, dass Entscheidungen unter dem Eindruck des Augenblicks getroffen werden. Genau davor warnt Didier Chautard, Bürgermeister der kleinen Gemeinde Saumos im Département Gironde, aus der sich Ende Juli einer der verheerendsten Waldbrände der französischen Geschichte entwickelte. In einem offenen Brief an Präsident Emmanuel Macron, die Abgeordneten und die Vertreter des Staates plädiert er dafür, die Katastrophe nicht allein als Krise zu begreifen, die möglichst rasch bewältigt werden muss, sondern als Zäsur, die eine grundlegende Neubewertung des Umgangs mit Landschaft, Klima und territorialer Entwicklung verlangt. Die Worte des Bürgermeisters sind bewusst schlicht gehalten und entfalten gerade dadurch ihre Wirkung. „Die Natur ruft uns zur Ordnung“, schreibt Ch…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…