Schlagwort: Donald Trump

  • Chaos und Unsicherheit nach Trumps Ankündigung von Strafzöllen – und andere World-News

    Chaos und Unsicherheit nach Trumps Ankündigung von Strafzöllen – und andere World-News

    Die Eliten der Wall Street reagierten am Wochenende mit Wut, Angst, Frustration und Unsicherheit auf die Ankündigung umfassender neuer Strafzölle durch Präsident Trump. Hochrangige Berater des Präsidenten eilten daraufhin in verschiedene Nachrichtensendungen, um die Maßnahme zu verteidigen. Einige von ihnen gaben an, bereits von ausländischen Regierungen kontaktiert worden zu sein, die Verhandlungen über Handelsabkommen anstreben.

    Die Finanzmärkte gerieten heute Morgen mit Beginn des Handels in Asien erneut unter Druck: Eine neue Verkaufswelle traf die Börsen, während Investoren und Ökonomen zunehmend mit der Wahrscheinlichkeit einer schweren Wirtschaftskrise rechnen. In Japan brach der Aktienmarkt um über 8 Prozent ein, in Südkorea sank er um rund 5 Prozent. Der Bitcoin-Kurs fiel seit der Zollankündigung um 10 Prozent auf unter 78.000 US-Dollar, und auch die US-Ölpreise gaben um 15 Prozent nach.

    Trumps führende Wirtschaftsberater wiesen die Turbulenzen dennoch zurück und erklärten, der Handelskrieg werde letztlich die wirtschaftlichen Aussichten der USA verbessern. Trump selbst erklärte gegenüber Reportern, er werde die Zölle nicht zurücknehmen, solange das Handelsdefizit der USA mit China, der EU und anderen Staaten nicht beseitigt sei. „Solange wir dieses Problem nicht lösen“, sagte er, „werde ich keinen Deal abschließen.“

    Trumps Zölle bedeuten einen tiefen Einschnitt in die bestehende Weltordnung, schreibt Mark Landler, Leiter des Londoner Büros der New York Times, in einer Analyse. Doch bleiben die langfristigen Folgen ungewiss: Trump könnte sich jederzeit umentscheiden. Und der freie Handel könnte sich auf eine Weise durchsetzen, dass der Rest der Welt einen Weg findet, das System auch ohne die USA aufrechtzuerhalten – trotz deren bisheriger Schlüsselrolle.

    Wie geht es weiter?
    Die Zollankündigung vom Freitag hat die US-Wirtschaft in einen Zustand des Chaos versetzt. Ökonomen, Anlagestrategen und weitere Fachleute versuchen nun, die nächsten Schritte zu analysieren und einzuordnen.


    Video bringt neue Erkenntnisse zu getöteten Helfern im Gazastreifen

    Zwei Zeugen berichteten der New York Times, dass sie im vergangenen Monat beobachteten, wie israelische Soldaten in Gaza das Feuer auf Krankenwagen und ein Löschfahrzeug eröffneten – bei dem Angriff starben 15 Rettungskräfte. Sie gaben an, das Geschehen mitangesehen zu haben, weil sie von denselben israelischen Truppen festgehalten wurden.

    Die Aussagen konnten nicht unabhängig verifiziert werden, stimmen jedoch in wesentlichen Punkten mit einem Video überein, das ebenfalls der New York Times vorliegt und auf Echtheit überprüft wurde. Das Material scheint zudem die Vorwürfe der Vereinten Nationen zu stützen, wonach israelische Soldaten die Helfer getötet, deren Leichen entsorgt und die Einsatzfahrzeuge zerstört hätten.

    Am Samstag erklärte die israelische Armee nach Veröffentlichung des Videos, dass ihre ursprüngliche Darstellung des Vorfalls teilweise „fehlerhaft“ gewesen sei. Weitere Details wurden bekannt.

    Nach dem Bekanntwerden der eklatanten Widersprüche in der israelischen Darstellung reagierte das Militär ungewöhnlich schnell. Ein Armeesprecher dementierte jedoch Berichte, wonach einige Leichen gefesselt und aus nächster Nähe erschossen worden seien. Vor diesem Hintergrund trifft sich Premierminister Benjamin Netanjahu heute im Weißen Haus mit Präsident Trump.


    Mögliche Chemiewaffenlager in Syrien ungesichert

    Nach dem Sturz von Baschar al-Assad könnten sich in Syrien noch mehr als 100 Chemiewaffenstandorte befinden – das geht aus Angaben der weltweit führenden Chemiewaffenkontrollbehörde hervor. Diese Zahl liegt deutlich über früheren Schätzungen.

    Die Organisation bemüht sich derzeit, das Ausmaß der verbliebenen Bestände und deren Sicherheitslage zu ermitteln. Bei den Chemikalien handelt es sich unter anderem um Sarin, Senfgas und Chlorgas – Substanzen, die ein ernsthaftes Risiko für die Übergangsregierung Syriens darstellen. Zwar kündigte der syrische Außenminister im vergangenen Monat an, sämtliche verbliebene Chemiewaffen zu vernichten, doch bislang wurde kein Botschafter zur Kontrollbehörde entsandt – dies wäre ein notwendiger erster Schritt.


    WEITERE NACHRICHTEN

    • Sudan: Geflüchtete, die kürzlich in den Tschad kamen, berichteten, dass Luftangriffe der Regierungstruppen gegen die Rapid Support Forces statt dessen Zivilisten trafen.
    • Vatikan: Bei einer Messe für Pilger zeigte sich Papst Franziskus erstmals wieder öffentlich, nachdem er vor zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden war.
    • Ukraine: Russische Angriffe forderten ein Todesopfer und verletzten mindestens sieben weitere Personen.
    • Frankreich: Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen kündigte in Paris an, sie werde gegen das fünfjährige Amtsverbot juristisch vorgehen.
    • Großbritannien: Die Labour-Partei suspendierte den Abgeordneten Dan Norris, nachdem dieser laut BBC wegen sexueller Vergehen verhaftet worden war.
    • Theater: „Giant“, ein Stück über Roald Dahls Antisemitismus, gehörte zu den großen Gewinnern der diesjährigen Olivier Awards – dem britischen Pendant zu den Tonys.
    • Tiere: Im Zoo von Philadelphia wurde die 100-jährige Galápagos-Schildkröte „Mommy“ erstmals Mutter von vier Jungtieren.
  • Netanjahus heikler Besuch bei Trump inmitten eskalierender Gewalt in Gaza

    Netanjahus heikler Besuch bei Trump inmitten eskalierender Gewalt in Gaza

    Als Israels Premierminister Benjamin Netanjahu das letzte Mal in Washington war, konnte er sich entspannt zurücklehnen. Im Oval Office der US-Hauptstadt saß er lächelnd neben Präsident Donald Trump, der mit seinem überraschenden Vorschlag für Aufsehen sorgte: Der schwer zerstörte Gazastreifen solle in eine luxuriöse Tourismusdestination verwandelt werden. Inmitten zäher diplomatischer Bemühungen um eine realistische Nachkriegsordnung für Gaza kam dieser Vorstoß für Netanjahu einem Geschenk gleich. Implizit sprach Trump von einer Massenemigration der palästinensischen Bevölkerung – eine Vorstellung, die in Teilen der israelischen Rechten seit langem Anklang findet. Über die Rechte der Palästinenser oder die Perspektive eines eigenen Staates verlor Trump hingegen kein Wort.

    Nun kehrt Netanjahu an diesem Montag erneut ins Weiße Haus zurück – doch das politische Klima hat sich deutlich eingetrübt. Anlass der Visite sind neue US-Zölle in Höhe von 17 Prozent auf israelische Exporte, ein Schritt, der Jerusalem vergangene Woche überraschend traf. Dies, obwohl Israel im Vorfeld angekündigt hatte, seinerseits Zölle auf US-Waren zu senken. Darüber hinaus dürfte Netanjahu das Gespräch mit Trump auch nutzen wollen, um seine Skepsis gegenüber einer möglichen Wiederaufnahme von Verhandlungen mit dem Iran zum Ausdruck zu bringen. Auch die Lage in Syrien, wo Israel immer wieder Luftangriffe gegen iranische Stellungen durchführt, dürfte zur Sprache kommen – nicht zuletzt wegen wachsender Spannungen mit der Türkei.

    Innenpolitische Turbulenzen und Korruptionsvorwürfe

    Während Netanjahu sich auf internationalem Parkett als Staatsmann inszeniert, wächst der innenpolitische Druck. Eigentlich hätte er diese Woche vor Gericht erscheinen sollen – im Rahmen eines langjährigen Korruptionsprozesses, der seine politische Karriere seit Jahren überschattet. Zusätzlich belasten zwei parallele Affären sein Amt: Zum einen Ermittlungen wegen finanzieller Verbindungen zwischen Katar und engen Vertrauten Netanjahus, zum anderen die kontroverse Absetzung des Chefs des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Ronen Bar. Letzterer reichte am Freitag eine Stellungnahme beim Obersten Gerichtshof ein, in der er Netanjahu unterstellte, den Krieg in Gaza bewusst zu verlängern – um seine rechtsradikale Regierungskoalition zu stabilisieren und von den juristischen Problemen abzulenken.

    In Anbetracht dieser Gemengelage ist es kaum überraschend, dass Netanjahu den außenpolitischen Auftritt in den Vereinigten Staaten sucht. Doch selbst auf internationalem Parkett ziehen dunkle Wolken auf. Bei einem Staatsbesuch in Ungarn vergangene Woche kündigte Premierminister Viktor Orbán den Austritt seines Landes aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) an – eine Entscheidung, die er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu mit den Worten begründete, der IStGH sei ein „politisches Gericht“. Hintergrund ist ein internationaler Haftbefehl gegen Netanjahu selbst wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen, unter anderem wegen der Anwendung von „Aushungern als Kriegswaffe“.

    Zunehmender internationaler Druck

    Trotz diplomatischer Schutzbehauptungen lässt sich der Fokus auf mutmaßliche israelische Kriegsverbrechen nicht verdrängen. Neue Handyaufnahmen, die der New York Times zugespielt und anschließend vom Roten Kreuz dem UN-Sicherheitsrat präsentiert wurden, dokumentieren mutmaßlich die Minuten vor dem Tod von 15 medizinischen Helfern in Gaza. Die israelische Armee hatte nach dem Vorfall am 23. März erklärt, die Konvois seien „verdächtig ohne Lichtsignale“ unterwegs gewesen. Erst Tage später wurden die verstümmelten Leichen und die zerstörten Fahrzeuge in einem Massengrab entdeckt.

    Die veröffentlichten Aufnahmen jedoch zeigen deutlich gekennzeichnete Krankenwagen und ein Feuerwehrfahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht – ein Widerspruch zu den offiziellen Darstellungen. Die israelische Armee hat mittlerweile eingeräumt, dass Teile der ersten Berichte korrigiert werden müssen, und kündigte eine interne Untersuchung an.

    Der Vorfall steht exemplarisch für eine großangelegte Militäroffensive, die Israel seit dem Scheitern der Waffenruhe mit der Hamas im März durchführt. Nach Angaben der Vereinten Nationen sterben seit Wiederaufnahme der Kampfhandlungen am 18. März im Schnitt täglich rund 100 Kinder im Gazastreifen. Israel setzt dabei vor allem auf massive Luftangriffe und Artilleriebeschuss, um die militärische Infrastruktur der Hamas zu zerstören.

    Humanitäre Katastrophe ohne Zugang zu Hilfe

    Seit dem 2. März hat Israel zudem jegliche humanitäre Hilfe in den Gazastreifen blockiert. Nach Angaben von UNICEF handelt es sich um die längste derartige Blockade seit Kriegsbeginn. „UNICEF hat Tausende Paletten lebensrettender Hilfsgüter bereit, doch sie dürfen nicht ins Gebiet gebracht werden“, erklärte Edouard Beigbeder, regionaler UNICEF-Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika. „Das ist keine Frage des Ermessens oder der Wohltätigkeit – es ist eine völkerrechtliche Verpflichtung.“

    Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigte derweil eine Ausweitung der Offensive an. Ziel sei nicht nur die „Evakuierung der Bevölkerung aus den Kampfzonen“, sondern auch die „Zerstörung terroristischer Infrastrukturen“ und die Schaffung neuer Sicherheitszonen unter israelischer Kontrolle. Bereits vergangene Woche erklärte Netanjahu, dass israelische Bodentruppen einen neuen Sicherheitskorridor im Süden des Gazastreifens errichtet hätten – konkret in Rafah, das einst als humanitäres Zentrum galt.

    Kritiker im In- und Ausland warnen, dass die anhaltende Offensive das Leben der noch in Hamas-Gefangenschaft befindlichen Geiseln gefährden könnte. Netanjahu hingegen beharrt darauf, dass der zunehmende Druck die Freilassung der Gefangenen wahrscheinlicher mache.

    Gleichzeitig deutet sich ein Szenario an, das international auf breite Ablehnung stößt: die forcierte Auswanderung der palästinensischen Bevölkerung aus Gaza. Netanjahu formulierte dies vergangene Woche offen auf sozialen Medien: „Wir werden die allgemeine Sicherheit im Gazastreifen gewährleisten und die Umsetzung des Trump-Plans für freiwillige Auswanderung ermöglichen“, schrieb er. „Das ist der Plan. Wir verheimlichen ihn nicht und sind jederzeit bereit, darüber zu sprechen.“

    Von P. Tiko

  • Kommentar: Die leise Stimme des Gewissens in einer Welt, die schreit

    Kommentar: Die leise Stimme des Gewissens in einer Welt, die schreit

    Gestern war der Internationale Tag des Gewissens. Kaum jemand hat es bemerkt. Die Nachrichten waren wie immer voll von Bildern des Leids, von Raketen über Gaza, zerstörten Krankenhäusern in der Ukraine, von Schlauchbooten im Mittelmeer – und dazwischen Donald Trump, der mit grimmiger Miene seine Rückkehr ins Weiße Haus inszeniert, als wäre es eine Realityshow mit dem Titel Make Hate Great Again.

    Was für ein Zynismus: Ein Tag, der an unser menschliches Gewissen appelliert – während weltweit täglich Entscheidungen getroffen werden, die es verraten.

    Trump hat in seinem Wahlkampf angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl nicht nur die restriktive Migrationspolitik seiner ersten Amtszeit fortzusetzen, sondern zu radikalisieren. Massendeportationen, Lager für illegale Einwanderer, Streichung jeglicher Schutzprogramme – das ist kein Schreckensszenario mehr, sondern eine offen formulierte und umgesetzte Strategie. Der Präsident der angeblich freien Welt will das Asylrecht de facto abschaffen. Gleichzeitig soll USAID, das amerikanische Entwicklungs- und Hilfsprogramm, drastisch gekürzt oder gleich ganz eingestellt werden. Wer Hilfe braucht, bekommt sie nicht mehr – nicht in Honduras, nicht in Haiti, nicht im Südsudan. America first, humanity last.

    Was ist in einer Welt, die sich so verhält, das Gewissen noch wert?

    Gewissen – das ist keine abstrakte Moralinstanz. Es ist diese leise, unbequeme Stimme, die nicht schweigt, wenn wir zu bequem, zu abgestumpft oder zu feige geworden sind. Sie fragt uns nicht, ob wir uns politisch links oder rechts verorten. Sie fragt uns: Was tust du, wenn ein Mensch leidet? Was tust du, wenn jemand klopft, der Hilfe braucht? Und vielleicht: Was lässt du zu, weil es dich nicht direkt betrifft?

    In Kriegszeiten – und ja, wir leben in einer Welt permanenter Kriege – scheint das Gewissen wie ein nostalgisches Relikt. Doch es ist gerade dann nötiger denn je. Denn Kriege beginnen immer mit der Entmenschlichung. Man hört Wörter wie „Invasoren“, „Illegale“, „Kollateralschäden“. Man baut Mauern, zieht Grenzen, streicht Budgets – und wäscht die Hände in politischer Alternativlosigkeit. Aber nein: Das Gewissen kennt keine geopolitische Strategie. Es sagt nur: Das ist falsch.

    Der Internationale Tag des Gewissens ist keine PR-Veranstaltung. Er ist ein stiller, unbequemer Moment. Er fordert uns heraus – nicht nur als Politikerinnen und Wähler, sondern als Menschen. Was sind wir bereit zu sehen? Was sind wir bereit zu tun?

    Wir stehen an einem Kipppunkt. Nicht nur ökologisch, wirtschaftlich oder politisch – sondern moralisch. Wenn wir Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen, weil wir ihre Flucht „illegal“ nennen, wenn wir unsere Augen vor zerbombten Schulen verschließen, weil sie im „falschen“ Teil der Welt stehen, wenn wir Entwicklungshilfe streichen und dann die Folgen fürchten – dann verlieren wir etwas, das schwerer wiegt als jedes Bruttoinlandsprodukt.

    Dann verlieren wir unsere Menschlichkeit.

    Aber das Gewissen – so leise es auch sein mag – bleibt. Es flüstert, manchmal schreit es. Und es ist da. Gestern war sein Tag. Und heute? Heute liegt es an uns, ob wir weiter weghören.

    P.T.

  • Proteste gegen Trump in Paris: Gesänge, Schilder und ein klares Statement

    Proteste gegen Trump in Paris: Gesänge, Schilder und ein klares Statement

    Am 5. April 2025 vibrierte die Place de la République in Paris nicht nur vom Straßenverkehr – sondern auch von Protesten. Rund 200 Menschen, überwiegend amerikanische Staatsbürger, versammelten sich dort, um ein deutliches Zeichen gegen die Politik von Donald Trump zu setzen. Und das nicht zum ersten Mal.

    Mit Schildern wie „Resist Tyrant“, „Rule of Law“ und „Feminists for Freedom not Fascism“ machten die Demonstrierenden klar, worum es ihnen ging: den Schutz demokratischer Werte. Andere wiederum intonierten Bob Dylans Song „Masters of War“, begleitet von Gitarrenklängen – fast wie eine Mahnwache in Liedform. Die Stimmung war friedlich, aber bestimmt.

    Doch Paris stand an diesem Tag nicht allein.

    In mehreren europäischen Städten, darunter Frankfurt, Berlin, London und Lissabon, regte sich zeitgleich Widerstand. In Frankfurt etwa rief die Gruppe „Hands Off!“ zur Kundgebung auf. In Berlin versammelten sich Demonstrierende vor einem Tesla-Showroom – ein stiller Seitenhieb auf Elon Musks enge Verbindung zu Trump.

    Die Protestwelle erinnert stark an die Jahre 2017 und 2018, als Trump zum Ziel weltweiter Polarisierung wurde. Damals, kurz nach seinem Amtsantritt, sorgte sein Einreiseverbot für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern für Empörung – auch in Europa. Tausende protestierten damals vor der US-Botschaft in Paris. Und als Trump im Juli 2017 Frankreich besuchte, wurde kurzerhand eine „No Trump Zone“ eingerichtet.

    Dass sich 2025 erneut Menschen auf den Straßen zeigen, ist Ausdruck einer tiefen, unveränderten Unruhe. Zwar liegt Trumps erste Amtszeit Jahre zurück, doch seine Rückkehr auf die politische Bühne – mitsamt polarisierender Rhetorik und konservativer Agenda – scheint alte Wunden wieder aufzureißen. Seine Positionen zu internationalen Bündnissen, dem Klimaschutz und den Rechten von Minderheiten stoßen auf Widerstand – nicht nur in den USA.

    Warum aber gerade Paris?

    Die französische Hauptstadt war schon immer ein Ort des Protests, des Widerstands, der politischen Symbolik. Vom Sturm auf die Bastille bis zu den Gelbwesten: Wer in Paris demonstriert, sendet ein Signal an die Welt. Dass es dabei vor allem US-Amerikaner sind, die nun auf französischem Boden protestieren, macht die globale Tragweite der Trump-Debatte noch deutlicher.

    Ein Teilnehmer erzählte, er sei extra aus Brüssel angereist. „Ich wollte nicht nur online wütend sein. Ich wollte zeigen, dass wir auch hier in Europa nicht wegschauen.“ Eine andere Demonstrantin sagte, sie fühle sich als Feministin und Aktivistin in Trumps Amerika nicht mehr sicher – auch wenn sie gar nicht dort lebt.

    Solche Stimmen sind es, die dem Protest Gewicht verleihen. Sie zeigen, dass die Politik eines US-Präsidenten längst nicht mehr nur nationale Angelegenheit ist. Globalisierung bedeutet eben auch: Globale Verantwortung – und globale Reaktion.

    Klar ist: Die Demos von Paris & Co. sind keine Eintagsfliegen. Sie fügen sich ein in ein Mosaik aus Widerstand, Sorge und dem Wunsch nach Veränderung. Dass der Protest diesmal in kleinerem Rahmen stattfand, schmälert seine Bedeutung nicht. Im Gegenteil. Die Intimität – der Gesang, die Gespräche, die Gesichter – machen ihn umso greifbarer.

    Bleibt die Frage: Was bewirkt all das?

    Verändert ein Schild auf der Place de la République wirklich etwas im Weißen Haus? Vielleicht nicht sofort. Doch es erinnert. Daran, dass Politik immer beobachtet wird. Dass Worte Gewicht haben. Und dass selbst ein einzelner Song an einem Frühlingstag in Paris Teil eines größeren Ganzen sein kann.

    Denn eines steht fest – der Protest ist lebendig. Und er hat eine Stimme.

    Von C. Hatty

  • USA: TikTok bleibt vorerst – Trump verschiebt Verkaufsfrist erneut

    USA: TikTok bleibt vorerst – Trump verschiebt Verkaufsfrist erneut

    Die Uhr tickt – aber TikTok bleibt. Zumindest bis zum Sommer.

    Donald Trump hat sich erneut Zeit verschafft: Die Verkaufsfrist für die US-Sparte von TikTok wurde um 75 Tage verlängert. Ursprünglich sollte ByteDance, das chinesische Mutterunternehmen der beliebten App, bis zum 5. April eine Lösung präsentieren. Jetzt liegt die neue Deadline auf dem 19. Juni.

    Klingt nach einer Verschnaufpause. Doch der Druck bleibt.

    Schon Anfang des Jahres hatte der frühere US-Präsident einen ersten Aufschub genehmigt. Es geht um nicht weniger als die Kontrolle über eines der einflussreichsten sozialen Netzwerke weltweit – mit rund 170 Millionen Nutzerinnen und Nutzern allein in den Vereinigten Staaten.

    Warum die ganze Aufregung?

    Im Kern geht es um nationale Sicherheit. Der US-Kongress hatte 2024 ein Gesetz verabschiedet, das ByteDance zwingt, sich von TikTok in den USA zu trennen. Der Vorwurf: TikTok könnte ein Einfallstor für chinesische Einflussnahme sein – über den Algorithmus, über Nutzerdaten, über Meinungsmache. Gerade in einem Wahljahr ein brisantes Thema.

    Die Sorge: China könnte die Plattform nutzen, um politische Stimmungen zu beeinflussen oder persönliche Informationen amerikanischer Bürgerinnen und Bürger auszuspähen. Kein Wunder also, dass man in Washington genauer hinschaut.

    Doch so einfach ist das nicht

    Der Verkauf der US-Sparte von TikTok ist alles andere als ein unkomplizierter Deal. Denn nicht nur ByteDance muss zustimmen – auch Peking hat ein Wörtchen mitzureden. Und bislang halten sich beide Seiten bedeckt.

    „Es gibt noch offene Fragen“, hieß es am Freitag nüchtern aus dem Unternehmen. Gespräche würden geführt, aber bislang sei nichts spruchreif. Eine Transaktion müsse – klar – auch mit chinesischem Recht vereinbar sein. Klingt ein bisschen nach: Das kann dauern.

    Trumps doppeltes Spiel

    Auf der anderen Seite stehen Trump und sein Vize JD Vance, die sich demonstrativ optimistisch geben. Der Republikaner inszeniert sich gerne als Retter von TikTok – ein interessanter Rollenwechsel, wenn man sich an seine früheren Drohgebärden erinnert.

    „Wir wollen nicht, dass TikTok verschwindet“, betonte Trump erneut. Vielmehr wolle man mit TikTok und China zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden. Das klingt fast schon versöhnlich – fast.

    Was ist da los? Spielt Trump auf Zeit? Oder nutzt er TikTok als politische Verhandlungsmasse im Verhältnis zu China?

    Zwischen Politik und Popkultur

    TikTok ist längst mehr als eine Tanz-App. Es ist Plattform, Meinungsmacher, Trendbarometer. Gerade junge Menschen informieren sich hier, tauschen sich aus, mobilisieren. Wer die Plattform kontrolliert, hat Einfluss – kulturell, wirtschaftlich, politisch.

    Die Verlängerung der Frist ist deshalb mehr als nur ein juristischer Vorgang. Sie ist ein Symbol dafür, wie eng Politik und digitale Kultur heute verflochten sind. Und ein Zeichen dafür, wie schwierig es ist, globale Tech-Giganten in nationale Gesetzesrahmen zu pressen.

    Was passiert als Nächstes?

    Vieles hängt nun an den Gesprächen zwischen ByteDance und den US-Behörden – und an Pekings Zustimmung. Ein Verkauf ohne grünes Licht aus China? Undenkbar.

    Die kommenden Wochen dürften spannend bleiben. Denn was, wenn kein Deal zustande kommt? Wird TikTok dann tatsächlich verboten?

    Oder kommt es, wie so oft in der Politik, zu einer weiteren Verlängerung?

    Eines ist jedenfalls sicher: In dieser Geschichte tanzt nicht nur TikTok – auch die Politik bewegt sich in einem komplizierten Rhythmus.

    Von C. Hatty

  • Marine Le Pen, Trump und das Spiel mit dem Feuer – Wenn internationale Allianzen zur Hypothek werden

    Marine Le Pen, Trump und das Spiel mit dem Feuer – Wenn internationale Allianzen zur Hypothek werden

    Ein Urteil mit Nachhall: Die Verurteilung von Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern schlägt nicht nur in Frankreich hohe Wellen, sondern entfacht auch international Debatten – insbesondere durch einen prominenten Unterstützer: Donald Trump. Der US-Präsident springt der Chefin des Rassemblement National (RN) öffentlich bei und spricht von einer „Hexenjagd“ – eine Vokabel, die man von ihm nur zu gut kennt. Doch Trumps Rückendeckung bringt für den RN nicht nur Applaus – sondern auch reichlich Bauchschmerzen. Trumps Unterstützung: Rückenwind oder Ballast? In einem Beitrag auf Truth Social schrieb Trump sinngemäß, die ganze Sache sei kaum mehr als ein Buchhaltungsfehler – und Le Pen habe davon vermutlich nicht einmal etwas gewusst. Damit stellt er sich demonstrativ hinter eine Politikerin, die mit einer fünfjährigen Ämtersperre belegt wurde. Das allein ist schon brisant genug. Aber noch spannender ist die Reaktion aus Le Pens eigenem Lager. Denn nicht jeder dort begrüßt Trumps Sol…

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  • Marine Le Pen verurteilt – und Trump springt ihr bei

    Marine Le Pen verurteilt – und Trump springt ihr bei

    Ein politisches Erdbeben erschüttert Frankreich – und zieht internationale Kreise. Marine Le Pen, Galionsfigur des Rassemblement National, wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, davon zwei Jahre zur Bewährung. Hinzu kommt ein sofort wirksames politisches Aus: fünf Jahre Ineligibilität. Ihre Ambitionen für die Präsidentschaftswahl 2027? Wohl erst mal passé. Doch damit fängt das Drama erst an.

    Ein Fall mit Sprengkraft Der Vorwurf gegen Le Pen wiegt schwer: Zweckentfremdung öffentlicher EU-Gelder im Zusammenhang mit parlamentarischen Assistenten. Für ihre Unterstützer ist es ein juristischer Angriff auf eine politische Gegnerin. Für andere schlicht: die Anwendung des Rechtsstaats. Aber was macht diese Verurteilung so brisant? Sie trifft nicht nur eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der französischen Politik – sie spielt sich auf der Bühne eines Europas ab, das ohnehin mit wachsender Polarisierung ringt.

    Trump auf Truth Social: „Hexenjagd“ Kaum war das Urteil gesprochen, meld…

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  • Zölle schocken Wall Street: Trumps Handelskrieg lässt Finazmärkte beben

    Zölle schocken Wall Street: Trumps Handelskrieg lässt Finazmärkte beben

    Ein Börsentag wie ein Erdbeben – am 3. April 2025 rutschten die US-Finanzmärkte in einer Geschwindigkeit ab, die Erinnerungen an die ersten Wochen der Corona-Krise wachrief. Der Dow Jones verlor satte 1.679 Punkte und schloss bei 40.546 – ein Minus von 4 Prozent. Der S&P 500 stürzte um fast 5 Prozent ab, und der technologiegetriebene Nasdaq Composite rauschte sogar um 6 Prozent in den Keller.

    Was war passiert?


    Eine Unterschrift – und das Chaos nahm seinen Lauf

    Donald Trump, erneut US-Präsident, kündigte Zölle auf nahezu alle Importe an. Pauschal 10 Prozent – mit deutlichen Ausnahmen nach oben. Besonders China bekam die volle Breitseite ab: Auf chinesische Produkte sollen künftig Zölle in Höhe von insgesamt 54 Prozent erhoben werden.

    Das Ziel? Handelsdefizite ausgleichen und „faire Bedingungen für Amerika“ schaffen.

    Die Realität? Ein Börsencrash, internationale Empörung – und Sorgen vor einem neuen globalen Handelskrieg.


    Technologie im Sturzflug

    Besonders hart traf es die Tech-Riesen. Unternehmen wie Apple, die stark auf asiatische Lieferketten angewiesen sind, mussten dramatische Kursverluste hinnehmen. Die Apple-Aktie rauschte um 9 Prozent nach unten. Nvidia und Amazon folgten mit Einbußen von rund 8 Prozent.

    Und es blieb nicht bei den Tech-Werten: Auch Einzelhändler litten unter der Zoll-Angst. Nike verlor satte 14 Prozent, Best Buy gar 18 Prozent. Die Angst vor teureren Importwaren, steigenden Kosten und einem Konsumknick sorgte für Verkaufswellen.


    Reaktionen aus aller Welt – und aus Frankreich besonders deutlich

    Die internationalen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Kanada kündigte als direkte Antwort Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Fahrzeuge an – eine klare Kampfansage. Und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ging noch einen Schritt weiter: Er rief französische Unternehmen dazu auf, ihre US-Investitionen vorerst zu stoppen.

    „Wir können nicht gleichzeitig Strafzölle hinnehmen und Milliarden in die US-Wirtschaft pumpen“, erklärte Macron. Sein Appell traf auf offene Ohren – und sorgt für neue Spannungen zwischen den transatlantischen Partnern.


    Marktpanik und Inflationssorgen

    An der Wall Street herrschte Panik. Der Abverkauf war nicht nur heftig, sondern auch breit angelegt. Investoren warfen Aktien in Massen auf den Markt, aus Angst vor einer globalen Eskalation. Schon jetzt warnen Analysten vor einer drohenden Rezession – und steigender Inflation.

    Denn Zölle wirken wie eine Steuer auf Konsumgüter. Sie verteuern Produkte, verunsichern Unternehmen – und bremsen das Wachstum. Eine fatale Mischung, die sich durch sämtliche Wirtschaftsbereiche ziehen könnte.


    Druck auf die Fed wächst

    Für die US-Notenbank Fed bedeutet das: heikle Zeiten. Muss sie nun gegen eine drohende Inflation ankämpfen? Oder die Konjunktur mit Zinssenkungen stützen? Eine einfache Antwort gibt es nicht – zumal sich der wirtschaftspolitische Kurs der Regierung nicht gerade durch Berechenbarkeit auszeichnet.

    Die Märkte jedenfalls trauen dem Braten nicht.


    Ein Warnschuss für die Weltwirtschaft

    Trumps Maßnahmen zeigen einmal mehr, wie fragil das Gefüge der globalen Wirtschaft ist. In einer Welt, in der Lieferketten über Kontinente reichen und Börsenkurse von Sekundenbewegungen leben, reicht ein Tweet – und alles gerät ins Wanken.

    Handelsprotektionismus, so wird einmal mehr deutlich, ist keine kurzfristige Lösung, sondern ein brandgefährliches Spiel mit dem Feuer. Die Illusion, mit Zöllen nationale Stärke zurückzuholen, kollidiert mit den Realitäten einer vernetzten Weltwirtschaft.


    Und jetzt?

    Die nächsten Wochen dürften stürmisch bleiben. Investoren werden nervös auf jede neue Zoll-Ankündigung reagieren, auf jede Gegenmaßnahme, auf jeden diplomatischen Versuch zur Deeskalation. Wer jetzt auf den Aktienmärkten unterwegs ist, braucht starke Nerven – oder einen sehr langen Atem.

    Vielleicht ist genau das der Moment, in dem sich zeigt, welche Rolle die USA künftig in der Weltwirtschaft spielen wollen – als Partner oder als Einzelkämpfer?

    Andreas M. B.

  • Trumps Strafzölle erschüttern die Weltmärkte – Börsen im freien Fall – und weitere World-News

    Trumps Strafzölle erschüttern die Weltmärkte – Börsen im freien Fall – und weitere World-News

    Die US-Börsen sind am Donnerstag regelrecht abgestürzt – und das aus gutem Grund: Nach der überraschenden Einführung weitreichender Strafzölle durch Ex-Präsident Donald Trump reagierten Anleger weltweit schockiert. Der S&P 500 sackte um ganze 4,8 Prozent ab – der größte Verlust seit Juni 2020, dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Die Schockwellen waren global spürbar. Auch in Europa und Asien rutschten die Kurse ab.

    Trump hatte zuvor Zölle in Höhe von 20 Prozent auf Importe aus der EU und 34 Prozent auf Waren aus China angekündigt – ein ökonomisches Erdbeben mit politischen Nachbeben.

    „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kämpferisch. Europa denkt laut über harte Gegenmaßnahmen nach. Auch China ließ nicht lange auf eine Antwort warten und kündigte Schritte an, um seine Interessen zu schützen. Großbritannien hingegen zeigte sich vorsichtiger und betonte, dass die Gespräche mit den USA weiterlaufen würden.

    Tech-Riesen unter Druck

    Besonders heftig traf es den Technologiesektor. Apple verzeichnete einen Kurssturz von rund 9 Prozent. Der Grund: Die neuen Zölle betreffen zahlreiche Vorprodukte und Bauteile, auf die die US-Technologiebranche angewiesen ist. Viele Firmen könnten gezwungen sein, ihre Lieferketten radikal umzustellen – oder die steigenden Kosten an Verbraucher weiterzugeben.

    Das bedeutet: Smartphones, Computer und Autos könnten bald deutlich teurer werden.

    Reaktionen aus aller Welt

    Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach von einem „Wendepunkt im Welthandel“ und kündigte seinerseits 25 Prozent Strafzölle auf US-Fahrzeuge an. Gleichzeitig forderte er eine neue globale Handelsordnung – diesmal ohne die Vereinigten Staaten.

    Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum will als Reaktion die heimische Produktion von Lebensmitteln, Energie und Textilien ausbauen. Ziel: Die Abhängigkeit vom Handel mit den USA reduzieren.

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief europäische Unternehmen dazu auf, sämtliche Investitionen in den USA vorerst einzufrieren – „bis Klarheit herrscht“, wie er sagte.

    Asien besonders betroffen

    Für viele asiatische Staaten war das ein schwarzer Tag. Länder wie Vietnam, Kambodscha und Thailand, die sich in den letzten Jahren als Fertigungsstandorte für den US-Markt etabliert hatten, sehen ihre Wirtschaftskraft in Gefahr. Besonders die Textilbranche in Bangladesch und Sri Lanka steht vor massiven Herausforderungen – die neuen Zölle treffen sie ins Mark.

    Ob sich diese Länder dauerhaft als Alternative zu China halten können, steht plötzlich in den Sternen.

    Autobauer zittern

    Einer der radikalsten Schritte: Auf alle außerhalb der USA hergestellten Fahrzeuge wurde ein pauschaler Zoll von 25 Prozent eingeführt – mit sofortiger Wirkung. Trump begründete das mit der Hoffnung auf mehr Investitionen in amerikanische Fabriken. Doch Branchenexperten sehen das kritisch: Die höheren Kosten dürften letztlich beim Käufer landen.

    Man fragt sich unweigerlich: Wer profitiert hier eigentlich wirklich von diesen Zöllen?

    Weitere Weltnachrichten im Überblick

    Während der wirtschaftspolitische Sturm tobt, überschlagen sich auch die internationalen Schlagzeilen:

    • In Gaza wurde eine Schule, die als Notunterkunft diente, von einem israelischen Luftangriff getroffen. Dutzende Menschen kamen ums Leben. Videos zeigen, wie Überlebende – darunter viele Kinder – zu Krankenwagen getragen werden. Die israelische Armee prüft den Vorfall.
    • In Südkorea hat das Verfassungsgericht einstimmig Präsident Yoon Suk Yeol abgesetzt. Er hatte im Dezember überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Jetzt soll innerhalb von 60 Tagen ein Nachfolger gewählt werden. Die Szene vor dem Gericht: jubelnde Demonstranten, Tränen, Umarmungen.
    • Die USA wurden von schweren Tornados und Überschwemmungen heimgesucht – mindestens sieben Menschen starben.
    • In New York kündigte Bürgermeister Eric Adams an, bei der nächsten Wahl als Unabhängiger anzutreten.
    • Eine medizinische Untersuchung in Großbritannien wirft neue Zweifel am Schuldspruch gegen die Krankenpflegerin Lucy Letby auf, die wegen Mordes an sieben Babys verurteilt wurde.
    • In Indien wurden Mitglieder einer hinduistischen Organisation aus Bolivien ausgewiesen – im Zusammenhang mit dubiosen Landgeschäften mit indigenen Gemeinden.
    • Und ein kleines Highlight am Rande: Ein dreijähriges Mädchen entdeckte auf einem Familienausflug in Ägypten ein 3.800 Jahre altes Amulett. Abenteuerurlaub mal anders.

    Was bleibt?

    Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, die politische Weltordnung wird einmal mehr auf die Probe gestellt. Trumps Zollschock hat das Zeug, globale Machtverhältnisse zu verschieben – wirtschaftlich wie diplomatisch.

    Ein ruhiger Frühling sieht anders aus.

    Andreas M. B.

  • Trumps neue Zollpolitik: Ein riskanter Kurswechsel mit globalen Auswirkungen

    Trumps neue Zollpolitik: Ein riskanter Kurswechsel mit globalen Auswirkungen

    Am 2. April 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses ein umfassendes Paket neuer Importzölle an – ein Schritt, der weit über das hinausgeht, was Wirtschaftsexperten und politische Beobachter erwartet hatten. Mit dem Schlagwort „Liberation Day“ versehen, markiert diese Maßnahme nicht nur eine deutliche Abkehr von den Prinzipien des freien Welthandels, sondern auch eine Zuspitzung seines politischen Stils: konfrontativ, unilateral und maximalistisch.

    In einer Weltwirtschaft, die nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre noch immer nach Stabilität sucht, wirft diese neue protektionistische Wende der USA zahlreiche Fragen auf – wirtschaftlich, diplomatisch und institutionell. Sie deutet auf einen Präsidenten hin, der bereit ist, hohe Risiken einzugehen, um seine Vision eines neuen amerikanischen Wirtschaftsmodells durchzusetzen.

    Zölle auf Rekordniveau

    Die neuen Zölle betreffen sämtliche Importgüter mit einem allgemeinen Satz von 10 Prozent, ergänzt durch deutlich höhere „reziproke“ Tarife gegen ausgewählte Länder. Die Volksrepublik China wird mit einem zusätzlichen Satz von 34 Prozent belegt, Vietnam mit 46 Prozent, die Europäische Union mit 20 Prozent und Japan mit 24 Prozent. Damit steigt die durchschnittliche US-Zollrate auf rund 22 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im frühen 20. Jahrhundert erreicht wurde.

    Trump begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, amerikanische Arbeitsplätze zurückzuholen und ein „faires“ Handelssystem zu etablieren. Der freie Zugang zu billigen Importgütern sei, so seine Worte, kein wesentlicher Bestandteil des amerikanischen Traums. Der Schutz der heimischen Industrie soll durch die neuen Zölle Vorrang erhalten – auch um den Preis kurzfristiger ökonomischer Verwerfungen.

    Inflationäre Risiken und wachsender Druck auf Verbraucher

    Die wirtschaftlichen Folgen dieser Zolloffensive sind erheblich. Analysten rechnen mit einem spürbaren Anstieg der Verbraucherpreise, da importierte Waren teurer werden und inländische Produzenten ihren Spielraum zur Preisanhebung nutzen könnten. Schätzungen zufolge dürften US-Haushalte im Durchschnitt mit zusätzlichen Kosten von über 1.000 Dollar pro Jahr rechnen müssen.

    Hinzu kommt die Gefahr einer sich beschleunigenden Inflation in einem ohnehin angespannten geldpolitischen Umfeld. Sollte die Nachfrage unter dem Preisdruck nachlassen, droht eine Kombination aus stagnierendem Wachstum und steigenden Preisen – ein Szenario, das in der Vergangenheit als Stagflation gefürchtet war.

    Globale Reaktionen zwischen Empörung und Abwarten

    Die internationale Reaktion auf die neue Zollpolitik fiel gespalten aus. Europäische Vertreter warnten vor einer Eskalation, die nicht nur Handelsflüsse, sondern auch politische Bündnisse gefährden könnte. Andere Staaten, insbesondere in Asien, reagierten zurückhaltender, machten jedoch deutlich, dass Gegenmaßnahmen nicht ausgeschlossen seien.

    Während manche Länder versuchen, durch diplomatische Kanäle Ausnahmen zu erwirken – womöglich bei einem Besuch in Mar-a-Lago –, prüfen andere Gegenmaßnahmen auf digitalem oder agrarischem Gebiet. Die Europäische Union denkt über eine Abgabe auf digitale Dienstleistungen nach, die insbesondere große US-Konzerne treffen würde.

    Verunsicherung an den Märkten

    Die Finanzmärkte reagierten nervös. US-Aktien verloren deutlich an Wert, Technologiewerte litten besonders unter der Sorge vor neuen Handelsbarrieren. Der Preis für Gold stieg auf ein historisches Hoch – ein klassisches Signal für die Suche nach Sicherheit. Auch asiatische Börsen verzeichneten Verluste, insbesondere jene in China, Japan und Südkorea, die von den Maßnahmen direkt betroffen sind.

    Die Unsicherheit über mögliche Gegenmaßnahmen, die Dauer der Zölle und die Auswirkungen auf globale Lieferketten verstärken die Nervosität. Investoren stellen sich zunehmend auf ein volatiles Marktumfeld ein, das stark von politischen Entscheidungen geprägt ist.

    2. April 2025: Donald Trump unterzeichnet vor Anhängern im Rosengarten des Weißen Hauses das Zoll-Dekret. (Screenshot X)

    Strategiewechsel im Weißen Haus

    Der neue Kurs ist Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels innerhalb der Trump-Administration. Während in seiner ersten Amtszeit noch Berater wie Jim Mattis oder Steven Mnuchin versuchten, die impulsiveren Instinkte des Präsidenten einzudämmen, sind diese Stimmen inzwischen weitgehend verstummt. Sie wurden ersetzt durch loyalere, oft medienaffine Persönlichkeiten, die Trumps Konfrontationskurs nicht nur mittragen, sondern strategisch rechtfertigen.

    So wird das Ziel eines neuen wirtschaftlichen Ordnungsmodells zunehmend ideologisch unterfüttert. Globale Institutionen verlieren an Bedeutung, bilaterale Deals rücken in den Fokus. Wo einst multilaterale Kooperation dominierte, zählt nun die Stärke der eigenen Verhandlungsposition – gestützt auf Zölle, Sanktionen und wirtschaftliche Hebel.

    Die Wiederbelebung des Protektionismus

    Trump beruft sich mit seiner Zollpolitik auf historische Vorbilder wie William McKinley, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf hohe Importzölle setzte, um amerikanische Industrialisierung zu fördern. Doch die globale Wirtschaftsstruktur hat sich seither radikal verändert. Produktionsketten sind international verflochten, Handelsverträge komplexer, und die politischen Auswirkungen wirtschaftlicher Entscheidungen unmittelbarer.

    Dennoch hofft Trump offenbar, durch einen Schockeffekt eine neue Dynamik zu erzeugen: Er erwartet, dass ausländische Märkte sich öffnen, um US-Zölle zu vermeiden, und dass heimische Produktion stimuliert wird – trotz steigender Kosten. Das ist nicht nur wirtschaftlich ein Wagnis, sondern auch diplomatisch ein Drahtseilakt.

    Politisches Kalkül und innenpolitische Risiken

    Dass Trump diese riskante Strategie ausgerechnet in seiner zweiten Amtszeit umsetzt, ist kein Zufall. Ohne Aussicht auf eine weitere Wiederwahl entfällt ein wesentlicher politischer Bremsmechanismus. Gleichzeitig stärkt ihn die Entscheidung des Supreme Court, die ihm Immunität für offizielle Handlungen zuspricht, in seinem Handlungsspielraum.

    Doch die innenpolitischen Risiken sind nicht zu unterschätzen. Sollte die Wirtschaft in den kommenden Monaten einbrechen oder die Inflation außer Kontrolle geraten, könnte der innenpolitische Rückhalt schwinden. Auch die republikanische Mehrheit im Kongress steht unter Druck – vor allem, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Zölle die Wähler direkt treffen.

    Die kommenden Monate dürften zeigen, ob Trumps Zollpolitik ein kalkulierter Kraftakt ist – oder der Beginn einer Phase der wirtschaftlichen Selbstisolierung der Vereinigten Staaten.

    Von Andreas Brucker