Schlagwort: Deutschland

  • Merz und Macron: Neustart unterm Eiffelturm

    Merz und Macron: Neustart unterm Eiffelturm

    Es ist ein Bild, das politische Signalwirkung besitzt: Friedrich Merz, frisch vereidigter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, und Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident, Hand in Hand vor dem Élysée-Palast. Am 7. Mai 2025 markierte dieses Treffen nicht nur den ersten Auslandsbesuch des neuen deutschen Regierungschefs – sondern auch einen Wendepunkt im Verhältnis zweier Nationen, die traditionell als Motor Europas gelten.

    Nach Jahren frostiger Distanz unter Olaf Scholz und Emmanuel Macron will Merz die Partnerschaft nicht nur reaktivieren – er will sie neu erfinden. Was lange brodelte, soll jetzt kochen Die Beziehungen zwischen Berlin und Paris waren zuletzt von Missverständnissen und einem spürbaren Mangel an politischer Übereinstimmung geprägt. Nun aber sprechen beide Seiten von einem „Neustart für Europa“. Es geht um weit mehr als freundliche Gesten: Verteidigung, Wirtschaft, geopolitische Strategie – große Themen s…

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  • Bouillabaisse mit Frankfurter Grüner Soße

    Bouillabaisse mit Frankfurter Grüner Soße

    Eine Fusion der Gegensätze – und eine Hommage an das Beste beider Küchen. 🧄🌿 Ein kulinarisches Rendezvous Die Bouillabaisse stammt ursprünglich aus Marseille und war einst das Gericht der Fischer, die ihre nicht verkauften Fänge mit Kräutern und Gemüseresten zu einem aromatischen Sud verkochten. Heu…

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  • Cassoulet mit Nürnberger Würstchen – ein Fusion-Klassiker neu gedacht

    Cassoulet mit Nürnberger Würstchen – ein Fusion-Klassiker neu gedacht

    Cassoulet – das ist Soulfood aus dem Languedoc: ein rustikaler Eintopf aus weißen Bohnen, aromatischen Würsten, confierten Entenkeulen und viel Geduld. Ursprünglich als Arme-Leute-Essen entstanden, hat das Gericht sich über Jahrhunderte zur Ikone der südfranzösischen Hausmannskost entwickelt. Doch w…

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  • Die Achse der Verantwortung – Warum das deutsch-französische Verhältnis Europas Zukunft bleibt

    Die Achse der Verantwortung – Warum das deutsch-französische Verhältnis Europas Zukunft bleibt

    Seit Jahrzehnten ist das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich das Fundament der europäischen Integration. Diese bilaterale Partnerschaft, oft symbolisch als „deutsch-französisches Paar“ bezeichnet, ist weit mehr als ein diplomatisches Ritual. Sie ist ein politischer Kraftkern, der Impulse gibt, Krisen kanalisiert und Europa in schwierigen Zeiten zusammenhält. Gerade in einer Phase globaler Umbrüche verdient dieser Motor eine nüchterne Neubewertung – frei von romantischer Überhöhung, aber auch fern jeder resignativen Skepsis.

    Die historische Dimension der Beziehung ist nicht zu überschätzen: Aus Feinden wurden Verbündete, aus ideologischer Konfrontation entstand eine konstruktive Arbeitsbeziehung. Die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags durch Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Jahr 1963 war kein Schlussstrich, sondern ein Anfang. Ein politischer Neuanfang, der sich seither in immer neuen Konstellationen behaupten musste – von der Währung über die Verteidigung bis zur Migrationspolitik. Dabei zeigt sich: Entscheidend ist nicht allein der institutionelle Rahmen, sondern die Fähigkeit zur politischen Verständigung zwischen den jeweiligen Führungsduos.

    Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt schufen mit dem Europäischen Währungssystem die Grundlage für die spätere Einführung des Euro – nicht aus ideologischer Euphorie, sondern aus ökonomischer Vernunft. François Mitterrand und Helmut Kohl gingen über das Symbolische hinaus: Ihre Geste in Verdun war Ausdruck einer tiefen politischen Überzeugung, dass ohne Verständigung zwischen Paris und Bonn kein geeintes Europa denkbar ist. Jacques Chirac und Gerhard Schröder widersetzten sich 2003 dem Irak-Krieg – eine seltene deutsch-französische Allianz gegen den Mainstream transatlantischer Politik. In der Finanzkrise traten Nicolas Sarkozy und Angela Merkel als Antipoden auf – doch auch ihre Spannungen verhinderten nicht, dass Europa wirtschaftlich stabilisiert wurde. Diese Ambivalenz gehört zur Wahrheit: Auch funktionierende Partnerschaften kennen Konflikte.

    Angela Merkel und François Hollande knüpften pragmatisch an die Tradition an. In der Flüchtlingskrise 2015 zeigten sie, dass Humanität und Ordnung keine Gegensätze sein müssen – jedenfalls dann nicht, wenn sie europäisch koordiniert sind. Emmanuel Macron und Olaf Scholz standen seither vor einer Welt, die grundlegend anders geworden war: Pandemie, Krieg in der Ukraine, Energiekrise, strategischer Druck aus China und den USA. Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist hier weder automatisch noch problemlos. Differenzen in der Industriepolitik, bei der Verteidigung oder in der Erweiterungsfrage der EU sind offensichtlich. Doch auch das ist ein Zeichen von Reife: Eine Partnerschaft, die divergierende nationale Interessen offen austrägt, ohne sich aufzulösen, zeigt Stärke – nicht Schwäche.

    Europa steht unter Druck – außenpolitisch wie innenpolitisch. Die europäische Idee ist bedroht durch Populismus, geopolitische Fragmentierung und wirtschaftliche Unsicherheiten. In diesem Umfeld ist es keine Folklore, sondern eine strategische Notwendigkeit, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam agieren. Ihre Zusammenarbeit schafft nicht automatisch Konsens, aber sie schafft die Möglichkeit, dass Europa überhaupt handlungsfähig bleibt.

    Dazu bedarf es jedoch mehr als gemeinsamer Pressekonferenzen. Es braucht eine gemeinsame Vision, die über technokratische Feinabstimmungen hinausgeht. Die europäische Verteidigung, die Zukunft der EU-Finanzpolitik, der Umgang mit einer möglichen neuen Erweiterungsrunde – all das verlangt politische Führungsstärke. Gerade hier liegt aktuell ein Defizit. Die Beziehung zwischen Macron und Scholz wirkte nicht dysfunktional, aber auch nicht visionär. Man sprach miteinander, aber zu selten miteinander für Europa. Der Geist von Verdun ist nicht tot, aber er braucht politische Nahrung.

    Ein Rückfall in nationale Reflexe, wie er in jüngster Zeit vereinzelt zu beobachten ist, wäre gefährlich. Denn kein anderes Duo in Europa verfügt über vergleichbare politische Hebel, um komplexe Kompromisse zu ermöglichen. Weder Italien noch Polen, weder Spanien noch die nordischen Staaten haben in der EU die gleiche strukturelle Stellung. Die deutsch-französische Achse bleibt alternativlos – nicht aus Nostalgie, sondern weil ohne sie die europäische Integration Gefahr läuft, zum Stillstand zu kommen.

    Die Herausforderungen unserer Zeit dulden keine strategische Lethargie. Wenn Berlin und Paris ihre Rolle ernst nehmen, kann Europa in einer multipolaren Welt bestehen. Wenn sie sich jedoch in gegenseitigen Vorbehalten erschöpfen, droht dem Kontinent eine Phase der Orientierungslosigkeit. Gerade deshalb ist jetzt der Moment, das deutsch-französische Verhältnis nicht nur zu pflegen, sondern neu zu beleben. Nicht durch neue Verträge, sondern durch politischen Mut zur Führung.

    Und das ist die große Aufgabe des neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz!

    P.T.

  • Ein neuer Anlauf für Europa: Friedrich Merz ist neuer Bundeskanzler

    Ein neuer Anlauf für Europa: Friedrich Merz ist neuer Bundeskanzler

    Mit der Wahl von Friedrich Merz zum zehnten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland beginnt ein neues Kapitel in den deutsch-französischen Beziehungen. Aus französischer Perspektive bietet sich die Gelegenheit, die strategische Partnerschaft mit Berlin neu zu beleben – in Zeiten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen ein dringend benötigtes Signal europäischer Handlungsfähigkeit.

    Deutschland hat gewählt, wenn auch nicht ohne Zögern. Der erste Wahlgang im Bundestag brachte nicht das erwartete Ergebnis: Friedrich Merz verfehlte mit 310 Stimmen die absolute Mehrheit (316 Stimmen) – ein historischer Moment, der Fragen nach der Geschlossenheit seiner Regierungskoalition aufwarf. Erst im zweiten Wahlgang konnte sich der Vorsitzende der CDU mit 325 der abgegebenen Stimmen durchsetzen. Damit endet eine Phase der Unsicherheit, die nicht nur in Berlin, sondern auch in Paris mit Sorge verfolgt wurde. Emmanuel Macron, der französische Staatspräsident, hatte früh erkennen lassen, dass er in Merz einen verlässlichen Gesprächspartner sieht – ideologisch konservativ, wirtschaftsliberal und transatlantisch orientiert, aber zugleich ein überzeugter Europäer.

    Ein konservativer Kurs mit europäischem Anspruch

    Frankreich blickt mit einer Mischung aus Hoffnung und Wachsamkeit auf den neuen Kanzler. Merz verkörpert einen wirtschaftsliberalen Kurs, der auf fiskalische Disziplin und marktwirtschaftliche Reformen setzt. In Paris wird dieser Kurs grundsätzlich begrüßt, solange er mit einer europäischen Perspektive einhergeht. Denn die Herausforderungen, vor denen der Kontinent steht – von der industriellen Wettbewerbsfähigkeit bis zur strategischen Autonomie – verlangen gemeinsame Antworten.

    Die Handschrift Merz’ wird auch die wirtschaftspolitische Ausrichtung Europas prägen. Paris erwartet von Berlin keine Rückkehr zu einer rigiden Austeritätspolitik, sondern eine konstruktive Mitgestaltung einer Wachstumsagenda. Das deutsch-französische Tandem könnte hier Impulse setzen – etwa in der Frage eines neuen europäischen Investitionsfonds oder bei der Umsetzung des Green Deal. Die Bereitschaft, Investitionen in Digitalisierung, Energieinfrastruktur und Verteidigung gemeinsam zu schultern, gilt als Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit der Union.

    Ein Antrittsbesuch mit Signalwirkung

    Dass Friedrich Merz bereits am Tag nach seiner Wahl in Paris empfangen wird, ist kein diplomatischer Zufall, sondern ein gezieltes Signal: Der Élysée-Palast will die enge Abstimmung mit dem Kanzleramt von Beginn an institutionalisieren. Macron setzt damit auf Kontinuität im bilateralen Verhältnis – ungeachtet des parteipolitischen Wechsels in Berlin. In den vergangenen Jahren hatten sich unter Olaf Scholz und Macron zwar zahlreiche Kontakte ergeben, doch fehlte es nicht selten an politischer Synchronität. Nun eröffnet sich die Möglichkeit zu einem Neuanfang.

    Im Zentrum der Gespräche dürfte die europäische Sicherheitsarchitektur stehen. Vor dem Hintergrund der fortgesetzten Instabilität an Europas Grenzen, insbesondere durch die russische Aggression in der Ukraine, ist eine engere militärische Kooperation unvermeidlich. Frankreich hofft auf deutsche Unterstützung für eine stärkere europäische Verteidigung – sowohl finanziell als auch strategisch. Merz, der sich in der Vergangenheit deutlich für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben ausgesprochen hat, dürfte hier gesprächsbereit sein.

    Zwischen Pragmatismus und Ambition

    Die innenpolitische Lage in Deutschland bleibt jedoch fragil. Die neue Koalition unter Führung von CDU und SPD ist ein Zweckbündnis, getragen weniger von gemeinsamer Vision als von politischem Kalkül. Paris ist sich bewusst, dass der Handlungsspielraum des Kanzlers durch Koalitionsdisziplin und parteiinterne Machtgefüge begrenzt ist. Doch Merz gilt als erfahrener Stratege, der mit politischem Instinkt und ökonomischer Expertise ausgestattet ist. Für Macron bietet sich damit die Möglichkeit, zentrale Projekte europäischer Integration mit neuem Elan anzugehen.

    Besondere Aufmerksamkeit gilt in Paris auch der Haltung der neuen Bundesregierung zur Reform der EU-Institutionen. Während Frankreich sich für ein Mehrheitsprinzip in der Außenpolitik starkmacht, steht Deutschland traditionell für Konsenslösungen. Hier könnte Merz – wenn auch vorsichtig – Bewegung in festgefahrene Strukturen bringen. Ein möglicher Kompromiss könnte in sektoralen Mehrheitsentscheidungen liegen, etwa in der Entwicklungshilfe oder bei Sanktionsregimen.

    Eine neue Dynamik für Europa

    Die Wahl von Friedrich Merz markiert nicht nur einen Wendepunkt in der deutschen Innenpolitik, sondern hat auch das Potenzial, Europa neue Dynamik zu verleihen. In einer Phase, in der die Europäische Union vor nie dagewesenen Herausforderungen steht – von der globalen wirtschaftlichen Neuordnung über den Klimawandel bis hin zur Verteidigung ihrer Werte – ist die deutsch-französische Zusammenarbeit wichtiger denn je. Macron und Merz haben nun die Chance, diesen Anspruch mit Leben zu füllen.

    Ihr morgiges Treffen in Paris könnte dabei zum Auftakt einer neuen Etappe europäischer Politik werden: geprägt von Pragmatismus, strategischem Denken und der Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die Voraussetzungen sind gegeben – es liegt an beiden Seiten, sie zu nutzen.

    Von Andreas Brucker

    Wir empfehlen das neue E-Book von Nachrichten.fr: Emmanuel Macron und Friedrich Merz – Ein Neuanfang für Europa?

  • Jetzt sind Sie dran, Herr Merz

    Jetzt sind Sie dran, Herr Merz

    Herr Merz, heute ist Ihr Tag. Sie stehen auf dem Höhepunkt einer politischen Karriere, die viele bereits für beendet hielten. Sie haben es geschafft: Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zehnter in der Geschichte, aber der erste Ihrer Art. Kein Kanzler der Mitte, kein Verwaltungsprofi im Schatten der Großen. Sie sind gekommen, um zu führen – das haben Sie versprochen. Jetzt müssen Sie liefern.

    Ihr Wahlsieg fällt in eine Zeit, in der Europa taumelt. In Paris sitzt ein Präsident, der sich seit Jahren die Zunge fusselig redet, weil er auf ein deutsches „Ja“ wartet: zu einer gemeinsamen Verteidigung, zu einem industriellen Aufbruch, zu einer echten europäischen Souveränität. Emmanuel Macron ist kein einfacher Partner. Aber er ist ein überzeugter Europäer – und er sehnt sich nach einem Gegenüber in Berlin, das nicht nur verwaltet, sondern gestaltet. Bisher hat er vergeblich gewartet.

    Jetzt sind Sie dran, Herr Merz.

    Sie haben gesagt, Europa sei bedroht. Das stimmt. Von außen durch einen Krieg, der nicht enden will. Von innen durch Populisten, die Mauern bauen wollen, wo Brücken gebraucht würden. Und von den Demokratien selbst, wenn sie in Technokratie erstarren und das Vertrauen ihrer Bürger verlieren. Deutschland war lange das ruhende Zentrum Europas. Vielleicht zu lange. Die Welt ist nicht mehr ruhig.

    Frankreich will ein starkes Deutschland – aber nicht ein dominantes. Es will ein Partner sein, kein Bittsteller. Paris wird Ihnen mit Wohlwollen begegnen, aber nicht mit Unterwürfigkeit. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch: ein gemeinsames Rüstungsprojekt, ein europäischer Energieplan, eine Reform der EU-Finanzarchitektur. All das braucht deutsches Engagement, keine deutsche Bedenkenträgerei.

    Jetzt sind Sie dran, Herr Merz.

    Sie kommen aus dem Sauerland, aus der Provinz. Und doch sind Sie ein global denkender Mensch. Sie verstehen die Märkte, Sie kennen die Sprache der Wirtschaft – aber auch die der Verantwortung. Deutschland darf nicht länger nur Exportweltmeister sein. Es muss Demokratieweltmeister werden. In einer Zeit, in der Trump wieder ins Weiße Haus zurückgekehrt ist, in der Putin weiter Krieg führt und Peking den Westen testet, kann sich Europa keine deutsche Funkstille mehr leisten.

    Sie haben gesagt, Sie wollen den „Kanzler der Tat“ geben. Gut. Aber Taten brauchen Richtung. Haltung. Und Mut. Das verlangt Paris. Das verlangt Warschau. Und das verlangt vor allem das eigene Land, das müde geworden ist von lähmender Koalitionsarithmetik und einem „Weiter so“ im Krisenmodus.

    Heute haben Sie den Schlüssel zum Kanzleramt erhalten. Jetzt ist es an der Zeit, die Tür zu öffnen – nicht nur zur Macht, sondern zur Zukunft Europas.

    Frankreich schaut auf Sie.

    Europa zählt auf Sie.

    Jetzt sind Sie dran, Herr Merz.

    Von Andreas Brucker

  • Berlin zögert: Die gescheiterte Kanzlerwahl und das fragile Fundament der neuen deutschen Regierung

    Berlin zögert: Die gescheiterte Kanzlerwahl und das fragile Fundament der neuen deutschen Regierung

    Was als formaler Akt galt, endete in einem politischen Signal mit Sprengkraft. Friedrich Merz, designierter Kanzlerkandidat der CDU und Architekt einer großen Koalition mit der SPD, ist im ersten Wahlgang zur Kanzlerschaft gescheitert – trotz rechnerischer Mehrheit. Ein Scheitern, das in Frankreich aufmerksam registriert wird. Denn die Stabilität des deutschen Partners ist für Paris nicht nur wünschenswert, sondern unabdingbar.

    Die deutsche Bundestagswahl im Februar 2025 hatte keine Überraschung mehr parat gelassen, nachdem sich CDU/CSU und SPD – nicht zum ersten Mal – auf eine große Koalition verständigten. Der Koalitionsvertrag mit dem anspruchsvollen Titel „Verantwortung für Deutschland“ versprach wirtschaftliche Modernisierung, eine neue Migrationspolitik und eine selbstbewusste Außenpolitik. Doch diese programmatische Entschlossenheit steht in Kontrast zum politischen Auftakt, der von Unsicherheit geprägt ist.

    Dass Friedrich Merz nun sechs Stimmen zur absoluten Mehrheit fehlen, ist mehr als eine vernachlässigbare Abweichung. Es ist ein Indiz für Unruhe in den eigenen Reihen. Wer in Berlin regieren will, muss Kontrolle über die Mehrheit im Parlament haben. Die Tatsache, dass diese Kontrolle Merz im entscheidenden Moment entglitt, schwächt nicht nur sein persönliches Mandat – sie untergräbt das Vertrauen in die Koalitionsdisziplin insgesamt.

    Frankreich, das auf ein handlungsfähiges Deutschland als Partner in europäischen Fragen angewiesen ist, blickt mit Sorge auf diesen Fehlstart. In Zeiten geopolitischer Instabilität, ökonomischer Umbrüche und zunehmender transatlantischer Unsicherheiten, ist ein stabiles deutsch-französisches Tandem der Schlüssel zur strategischen Kohärenz Europas. Berlin muss führen wollen – und können. Der verhaltene Start des neuen Kanzlers weckt Zweifel an beidem.

    Das Scheitern im ersten Wahlgang lässt verschiedene Interpretationen zu. Eine naheliegende ist der Widerstand innerhalb der SPD-Fraktion, deren linke Strömungen mit dem wirtschaftsliberalen Kurs von Merz fremdeln. Die angekündigte Lockerung der Schuldenbremse zugunsten von Infrastruktur und Verteidigung ist zwar pragmatisch, aber für viele in der SPD kein ausreichender Grund, einem konservativen Wirtschaftsideologen das Kanzleramt vorbehaltlos zu überlassen. Hinzu kommt die restriktivere Migrationspolitik, mit der Merz den rechten Rand beruhigen möchte – ein politischer Spagat, der in einer Koalition mit der SPD kaum ohne Reibung gelingen dürfte.

    Merz will ein anderes Deutschland repräsentieren: ordnungspolitisch klar, sicherheitspolitisch robust, wirtschaftlich modernisiert. Für Frankreich klingt manches davon durchaus vertraut – insbesondere die Forderung nach mehr europäischer Autonomie in der Außen- und Verteidigungspolitik. Paris wird die Bereitschaft Berlins begrüßen, im Schatten eines unberechenbaren Washington eine eigenständige europäische Linie zu verfolgen. Doch ohne klare politische Rückendeckung im Inneren bleibt diese Ambition bloße Rhetorik.

    Auch wirtschaftlich werden die deutsch-französischen Erwartungen nicht automatisch kongruent verlaufen. Während Paris die expansive Fiskalpolitik zu einem europäischen Grundprinzip erheben möchte, bleibt der deutsche Diskurs – auch unter Merz – tief verwurzelt in der Logik ordnungspolitischer Zurückhaltung. Zwar ist die Bereitschaft zu Investitionen erkennbar, doch bleibt unklar, in welchem Maß Merz die haushaltspolitischen Dogmen seiner Partei tatsächlich zu hinterfragen bereit ist. Für Präsident Macron und seine Nachfolger ist dies eine zentrale Frage, denn die Zukunft der europäischen Industriepolitik hängt an einem deutschen Umdenken.

    In Frankreich gilt Merz als entschlossener Modernisierer mit konservativem Instinkt – kein Ideologe, aber auch kein Visionär. Seine klare Sprache, sein marktwirtschaftliches Denken und seine Skepsis gegenüber politischer Symbolik werden durchaus respektiert, aber seine Fähigkeit zum innerparteilichen Ausgleich ist noch unbewiesen. Gerade hier liegt das aktuelle Problem: Die CDU ist diszipliniert, doch die SPD ist tief gespalten – und der Bundeskanzler, so viel ist sicher, braucht beides: Zustimmung und Vertrauen.

    Es bleibt Merz nun ein schmaler Pfad. Innerhalb von zwei Wochen muss er die notwendige absolute Mehrheit organisieren. Gelingt ihm dies nicht, drohen Neuwahlen – ein Szenario, das weder in Berlin noch in Paris gewünscht sein kann. Ein instabiles Deutschland wäre das falsche Signal in einem Moment, in dem Europa Führungsstärke und strategische Klarheit benötigt.

    Die Ereignisse im Bundestag sind somit mehr als ein parlamentarisches Missgeschick. Sie markieren den schwierigen Beginn einer Kanzlerschaft, die unter den Erwartungen der eigenen Koalition startet und unter den Blicken ihrer europäischen Partner steht. Für Frankreich ist dies ein Weckruf: Die Kontinuität im deutsch-französischen Verhältnis darf nicht als selbstverständlich gelten. Sie muss aktiv gepflegt – und gelegentlich auch eingefordert – werden.

    Von Andreas Brucker

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Trüffel-Kaiserschmarrn mit Champagner-Sabayone – Wenn die Alpen Champagner trinken

    Trüffel-Kaiserschmarrn mit Champagner-Sabayone – Wenn die Alpen Champagner trinken

    🧄 Ein Spiel mit Tradition. Kaiserschmarrn, einst Leibspeise von Kaiser Franz Joseph, ist das Inbild der alpinen Gemütlichkeit. Typisch süß, mit Rosinen, Puderzucker und Apfelmus serviert – so kennen ihn die meisten. Aber warum nicht das Blatt wenden? Mit feinen Trüffeln aus dem Périgord, Parmesan, …

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  • Zander auf Rahmwirsing mit Sauce Béarnaise – Ein kulinarisches Rendezvous

    Zander auf Rahmwirsing mit Sauce Béarnaise – Ein kulinarisches Rendezvous

    ✨ Die Idee hinter dem Gericht. Dieses Gericht steht für eine kreative Verbindung zweier kulinarischer Kulturen. Der Zander, in Deutschland heimisch, wird häufig in der feinen Küche verwendet und bringt ein festes, mildes Fleisch mit, das perfekt zu cremigen oder kräuterbetonten Komponenten passt. D…

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  • Kommentar: Montagswut mit Ansage – Wenn ein Präsident zum Drehbuchautor einer Dystopie wird

    Kommentar: Montagswut mit Ansage – Wenn ein Präsident zum Drehbuchautor einer Dystopie wird

    Manche Montage beginnen mit einem Kaffee und einer vollen Inbox. Dieser hier kam mit Alcatraz, Hollywood-Zöllen und einem diplomatischen Affront gegen Deutschland daher. Man fragt sich: Ist das noch Realität – oder schon ein bizarr schlecht geschriebenes Netflix-Drehbuch?

    Donald Trump, der Mann, der Twitter einst in ein Regierungsinstrument verwandelte, holt nun das große Besteck raus. Alcatraz, die legendäre Gefängnisinsel, soll wieder öffnen. Als Symbol für „Law and Order“, als Mahnmal für Härte. Währenddessen erklärt er den globalen Filmmarkt zum Feindbild Nummer eins – und verdoppelt mal eben die Zölle auf alles, was nicht unter der Sonne Kaliforniens gedreht wurde.

    Und als wäre das nicht genug, schießt seine Regierung gegen Deutschland – weil der Verfassungsschutz die AfD klar und deutlich als rechtsextremistisch einstuft. Eine Einmischung in innere Angelegenheiten? Ach was. Für Trump zählt nur die Schlagzeile – und dass sie laut genug ist, um vom Rest der Welt gehört zu werden.

    Was läuft da gerade schief?

    Der Mann, der gerne sogar Papst werden würde, betreibt eine Politik der Symbole. Aber es sind nicht die Symbole einer Zukunft, sondern die Gespenster der Vergangenheit. Ein Hochsicherheitsgefängnis als politisches Signal – in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Zölle gegen Kultur – ausgerechnet gegen Film, gegen Kreativität, gegen die Stimmen der Welt, die uns zum Lachen, Nachdenken, Weinen bringen?

    Und dann das: Eine Rüge für Deutschland, das sich – endlich – klar gegen rechtsextreme Ideologien positioniert. Als ob die Demokratie in Berlin jemanden um Erlaubnis fragen müsste, wenn es um ihren Selbstschutz geht.

    Montagmorgen also. Der Kopf raucht, das Herz auch. Zwischen den Zeilen dieser Nachrichten liegt ein gefährlicher Subtext: Isolation, Einschüchterung, Rückschritt.

    Die USA, lange Zeit Leuchtturm der Demokratie, taumeln unter Trump in eine gefährliche Richtung. Es ist, als würde jemand die Kulissen eines düsteren Politthrillers aufstellen – und alle zusehen.

    Was bleibt, ist das Gefühl, dass dieser Montag viel mehr war als ein Start in die Woche. Er war eine Warnung. An uns alle.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker