Schlagwort: Côte d’Azur

  • Saint-Tropez rettet sein Wahrzeichen: Fast 245.000 Euro für die Restaurierung des berühmten Kirchturms

    Saint-Tropez rettet sein Wahrzeichen: Fast 245.000 Euro für die Restaurierung des berühmten Kirchturms

    Er gehört zu Saint-Tropez wie die Luxusyachten zum Hafen und die bunten Fassaden zur Altstadt: der ockerfarbene Glockenturm der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption. Doch das berühmte Wahrzeichen der Côte d’Azur ist in die Jahre gekommen. Nach Verzögerungen gehen die Restaurierungsarbeiten nun in die e…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Bei den Meistern des Feuers

    Bei den Meistern des Feuers

    BIOT. Feuer, Atem, Geduld. Viel mehr scheint es im ersten Moment nicht zu brauchen. Am Ende einer langen Glasmacherpfeife glüht eine orangefarbene Masse. Der Glasbläser dreht das Rohr, prüft die Form, tritt wieder an den Ofen. Dann ein Atemzug – und aus dem unförmigen Klumpen wächst langsam eine transparente Kugel.

    So beginnt in Biot seit Jahrzehnten ein kleines Schauspiel.

    Das mittelalterliche Dorf zwischen Antibes und Nizza zählt heute zu den Hochburgen der europäischen Glaskunst. Beim fünften Biot International Glass Festival, kurz BIG, verwandelte sich der Ort vom 18. bis 20. September 2026 erneut in eine internationale Bühne. Rund 200 Glaskünstler und Kunsthandwerker aus fünf Kontinenten kamen zusammen. In den vier örtlichen Glaswerkstätten arbeitete man vor Publikum, tauschte Techniken aus und zeigte, wie lebendig dieses alte Handwerk geblieben ist.

    Das Festival selbst ist vorbei, sein Nachhall jedoch noch spürbar. Bis zum 25. Oktober zeigt die Ausstellung „Glass is Biotiful V“ rund vierzig Werke zeitgenössischer Glaskunst. Mit dabei sind Arbeiten der Ehrengäste Tobias Møhl aus Dänemark und Juliette Leperlier aus Frankreich.

    Und wer dabei nur an Vasen und Weingläser denkt, liegt ziemlich daneben.

    Ein Fehler macht Geschichte

    Die besondere Geschichte des Bioter Glases beginnt ausgerechnet mit etwas, das Glasbläser gewöhnlich vermeiden: Luftblasen.

    1956 experimentierte der Keramikingenieur Éloi Monod in Biot mit der Glasherstellung. Statt eingeschlossene Luft als Makel zu betrachten, machte er sie zum Gestaltungselement. Kleine Blasen verteilten sich bewusst im Material.

    Der „verre bullé“, das berühmte Blasenglas von Biot, war geboren.

    Gemeinsam mit Lucette, der Tochter des Besitzers der damaligen Poterie Provençale, gründete Monod die Verrerie de Biot. Seine zweite Idee erwies sich beinahe als ebenso prägend: Die Werkstatt blieb für Besucher offen.

    Plötzlich ließ sich Kunst beim Entstehen beobachten.

    Aus Monods Umfeld gingen Glaskünstler wie Jean Claude Novaro, Robert Pierini, Raphaël Farinelli sowie Daniel und Marcel Saba hervor. Lehrlinge entwickelten eigene Handschriften, wurden Meister und gaben ihr Wissen weiter.

    Biot besaß damit eine Schule ohne Klassenzimmer – der Unterricht fand am Ofen statt.

    Wo Glas lebendig bleibt

    Noch heute gehört die Glaskunst zum Alltag des Dorfes. Mehr als 80 Künstler und Kunsthandwerker arbeiten hier, darunter etwa zehn aktive Glaskünstler.

    In der traditionsreichen Verrerie de Biot entsteht weiterhin mundgeblasenes Glas. Besucher stehen in der Halle und erleben aus nächster Nähe, wie Karaffen, Gläser oder Leuchter Form annehmen.

    Bei der Verrerie Du Val De Pôme führen Daniel und Christophe Saba ihre eigene Tradition fort. Im Studio Antoine Pierini entwickelte sich das Handwerk stärker in Richtung zeitgenössischer Kunst. Und Sébastien Sappa führt die Linie seines Lehrmeisters Raphaël Farinelli weiter.

    Was verbindet diese Werkstätten?

    Vielleicht vor allem die Nähe zwischen Künstler, Material und Publikum.

    Denn Glasbläserei besitzt etwas ausgesprochen Theatralisches. Vor dem Ofen herrschen Temperaturen von weit über tausend Grad. Das Material duldet keine endlosen Überlegungen. Drehen, ziehen, blasen, formen – jeder Griff sitzt, während die Zeit davonläuft.

    Ganz schön heißer Arbeitsplatz.

    Der Zauber eines Atemzugs

    Beim BIG wurde sogar Glas tragbar. Die „Glass Fashion Show“ verband das Material mit Mode und Körperkunst. Die entstandenen Stücke bleiben bis zum 25. Oktober im Musée d’Histoire et de Céramique Biotoises zu sehen.

    Biot zeigt damit, warum Tradition nicht Stillstand bedeuten muss. Einst war das Dorf vor allem für seine großen Tonkrüge bekannt. Erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägt Glas seine Identität.

    Und alles begann mit einer Luftblase, die eigentlich ein Fehler war.

    Wer heute durch Biot schlendert, findet fertige Werke in Galerien und Geschäften. Doch der schönste Moment wartet vor dem Ofen: Ein Mensch hebt die Glasmacherpfeife. Ein Tropfen glüht. Ein Atemzug folgt.

    Plötzlich entsteht eine Form.

    Vielleicht liegt genau darin die Magie von Biot – in diesem kurzen Augenblick, in dem Feuer, Sand und menschliches Können etwas hervorbringen, das länger lebt als sein Schöpfer.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Frankreich erlebte 2026 trotz Rekordhitze und Waldbränden einen Tourismusboom

    Frankreich erlebte 2026 trotz Rekordhitze und Waldbränden einen Tourismusboom

    Rekordhitze, ausgedörrte Landschaften und verheerende Waldbrände – der Sommer 2026 bot eigentlich denkbar schlechte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Urlaubssaison. Trotzdem verzeichnet Frankreich so viele touristische Übernachtungen wie seit mindestens 15 Jahren nicht mehr. Doch hinter dem Rekord zeichnet sich eine Entwicklung ab, die langfristig viel bedeutender sein dürfte: Die touristische Landkarte Frankreichs beginnt sich zu verschieben.

    Wer im Sommer 2026 die Nachrichten aus Frankreich verfolgte, hätte kaum auf einen neuen Tourismusrekord gewettet. Es war der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur erreichte 24 Grad und lag damit 3,6 Grad über dem langjährigen Mittel. 53 Tage wurden als Teil von Hitzewellen registriert. Dazu kamen Trockenheit, Wasserknappheit und zahlreiche Waldbrände.

    Und trotzdem kamen die Urlauber.

    Zwischen Mai und August wurden in französischen Hotels, auf Campingplätzen und in anderen touristischen Gemeinschaftsunterkünften 260,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Das waren 2,8 Millionen oder 1,1 Prozent mehr als im bereits starken Vorjahr – und der höchste Stand seit mindestens 15 Jahren.

    Frankreichs Tourismus erweist sich damit als erstaunlich widerstandsfähig. Doch die große Zahl täuscht über erhebliche regionale Unterschiede hinweg.

    Der Norden entdeckt seine neue Stärke

    Besonders auffällig ist die Entwicklung an den Küsten. Während die Mittelmeerregion mit einem Plus von lediglich 0,3 Prozent praktisch stagnierte, legten andere französische Küsten kräftig zu.

    Zwischen Ärmelkanal und Nordsee stiegen die Übernachtungen um 5,6 Prozent. Auch die nördliche Atlantikküste und die westliche Ärmelkanalküste, darunter große Teile der Bretagne, verzeichneten ein Plus von fünf Prozent.

    Ausgerechnet jene Regionen also, deren Tourismuswerbung jahrzehntelang gegen das Klischee von Regen, Wind und Pulloverwetter kämpfen musste, entdecken plötzlich einen neuen Wettbewerbsvorteil: Es ist dort schlicht weniger heiß.

    Was früher als Schwäche galt, könnte in einem sich erwärmenden Europa zum Trumpf werden.

    Bretagne, Normandie und Nordfrankreich entwickeln sich zunehmend zu Alternativen für Urlauber, denen Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke am Mittelmeer irgendwann doch zu viel des Guten sind.

    Auch die französischen Gebirge profitieren. Dort stieg die Zahl der Übernachtungen um 1,3 Prozent auf rund 45 Millionen. Kühlere Nächte, Seen, Wanderwege und Höhenlagen gewinnen gegenüber überhitzten Städten und Küstenregionen an Attraktivität.

    Die Hitze verändert die Reiseentscheidung

    Dass dieser Effekt nicht bloß statistische Theorie ist, zeigen die Urlauber selbst. 55 Prozent der französischen Reisenden erklärten, das Wetter habe ihre Reiseplanung beeinflusst. Bei gut jedem Fünften spielte es sogar eine erhebliche Rolle.

    Besonders deutlich sichtbar wird der Wandel in den Städten.

    In dicht besiedelten urbanen Gebieten sank die Zahl der Übernachtungen um 3,9 Prozent. Das entspricht rund 2,5 Millionen verlorenen Nächten. Bei ausländischen Besuchern betrug der Rückgang sogar 7,7 Prozent.

    Der ländliche Raum entwickelte sich genau in die andere Richtung: Dort stiegen die Übernachtungen um kräftige 3,2 Prozent.

    Die Botschaft dahinter ist bemerkenswert. Frankreich verliert seine Urlauber nicht – sie verteilen sich anders.

    Statt eines Städtetrips bei 40 Grad lockt das Ferienhaus auf dem Land. Statt Côte d’Azur vielleicht Bretagne. Statt eines Campingplatzes in einer von Waldbränden bedrohten Region womöglich die Normandie. Und statt Marseille im August plötzlich ein Aufenthalt in den Alpen.

    Auch die südliche Atlantikküste bekam die schwierigen Wetterbedingungen zu spüren. Dort gingen die Übernachtungen um 2,3 Prozent zurück. Besonders Campingplätze litten unter den Waldbränden des Sommers.

    Camping bleibt König

    Dabei bleibt Camping eine französische Institution. Mit 126,5 Millionen Übernachtungen war es auch 2026 die bedeutendste touristische Unterkunftsform während des Sommers. Das Plus gegenüber dem Vorjahr betrug 1,1 Prozent.

    Hotels kamen auf rund 92 Millionen Übernachtungen und legten sogar um 1,7 Prozent zu.

    Und hier kommen die Deutschen ins Spiel.

    Deutsche Urlauber verbrachten rund 9,7 Millionen Nächte auf französischen Campingplätzen – 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Nur die Niederländer lagen mit 11,8 Millionen Übernachtungen noch davor, allerdings mit rückläufiger Tendenz.

    Auch in Hotels gehören Deutsche zu den wichtigsten europäischen Gästen. Rund 3,9 Millionen Hotelübernachtungen gingen 2026 auf ihr Konto, nach etwa 3,7 Millionen im Vorjahr. Lediglich britische Gäste lagen mit rund 4,3 Millionen Übernachtungen noch darüber.

    Die deutsche Frankreichliebe ist also keineswegs nur ein kulturelles Phänomen. Sie macht sich in den französischen Tourismuskassen durchaus bemerkbar.

    Allein im Juli nahm Frankreich rund 9,4 Milliarden Euro durch internationale Besucher ein, 3,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Einnahmen aus dem deutschen Markt lagen sogar neun Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr erscheinen internationale Tourismuseinnahmen von rund 80 Milliarden Euro möglich.

    Urlaub ja – aber mit spitzerem Bleistift

    Auch die Franzosen selbst bleiben ihrem Land treu. 84 Prozent der im Sommer verreisten Franzosen verbrachten mindestens einen Aufenthalt im eigenen Land.

    Doch die angespannte Kaufkraft hinterlässt Spuren.

    Jeder zweite Befragte erklärte, wegen der wirtschaftlichen Situation mindestens eine Urlaubsgewohnheit verändert zu haben. Gespart wurde vor allem bei Restaurants, Freizeitaktivitäten und Einkäufen. Andere wählten billigere Unterkünfte oder verkürzten ihren Aufenthalt.

    Der Urlaub fällt also nicht unbedingt aus. Er wird neu kalkuliert.

    Das passt zum Gesamtbild dieses Sommers: Die Menschen reisen weiterhin, reagieren aber flexibler auf Preise, Hitze und Wetterrisiken.

    Ein Rekord, der zugleich ein Warnsignal ist

    Frankreich besitzt dabei einen großen Vorteil. Kaum ein anderes europäisches Reiseland verfügt über eine derart breite touristische Palette: Atlantik und Mittelmeer, Alpen und Pyrenäen, historische Städte, kleine Dörfer, Weinregionen, Kulturerbe und eine Landschaft, die sich innerhalb weniger hundert Kilometer vollkommen verändern kann.

    Schwächelt eine Region, profitieren andere.

    Doch es wäre voreilig, den Rekord des Jahres 2026 als Beweis dafür zu betrachten, dass der Klimawandel dem Tourismus wenig anhaben könne. Wahrscheinlicher ist das Gegenteil.

    Die entscheidende Frage der kommenden Jahrzehnte lautet womöglich nicht mehr, ob Urlauber nach Frankreich reisen, sondern wann und wohin.

    Vor- und Nachsaison dürften wichtiger werden. Kühlere Regionen gewinnen. Klimatisierte Unterkünfte erhalten einen Wettbewerbsvorteil. Wasserverfügbarkeit, Hitzeschutz und Waldbrandprävention entwickeln sich von Randthemen zu handfesten Standortfaktoren.

    Für Frankreich liegt darin auch eine Chance. Touristenströme könnten sich stärker über das Land und über das Jahr verteilen. Regionen, die bislang im Schatten von Provence, Côte d’Azur oder südlicher Atlantikküste standen, bekommen neue Möglichkeiten.

    Der Rekordsommer 2026 erzählt deshalb weniger von einem Tourismus, dem selbst 40 Grad nichts ausmachen. Er erzählt von Urlaubern, die bereits begonnen haben, ihre persönliche Landkarte Frankreichs neu zu zeichnen.

    Die Liebe zu Frankreich scheint ungebrochen. Nur die Orte, an denen sie gelebt wird, verändern sich.

    C. Hatty

  • Kunstraub an der Côte d’Azur: Renoirs Familie spricht von einer Katastrophe

    Kunstraub an der Côte d’Azur: Renoirs Familie spricht von einer Katastrophe

    Ein Museum als Erinnerungsort, ein berühmter Name und plötzlich leere Stellen dort, wo Kunstwerke hingen: Der Einbruch in das Renoir-Museum im südfranzösischen Cagnes-sur-Mer sorgt für Bestürzung. Besonders hart trifft die Nachricht Pauline Renoir, die Ururenkelin des großen Impressionisten Auguste …

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Gratis mit Bus und Tram: Nizza schenkt Senioren die Fahrkarte – und streitet über den Preis

    Gratis mit Bus und Tram: Nizza schenkt Senioren die Fahrkarte – und streitet über den Preis

    Seit dem 1. September 2026 fahren ältere Einwohner der Metropole Nice Côte d’Azur nahezu kostenlos mit Bus und Straßenbahn. Wer mindestens 65 Jahre alt ist und in einer der Gemeinden des Großraums lebt, darf das gesamte Netz von Lignes d’Azur nutzen – unabhängig von Einkommen und Vermögen. Ganz zum Nulltarif gibt es die Mobilität allerdings nicht. Einmalig fallen 15 Euro für das Abonnement an. Je nach Beantragung kommen zwei Euro für die Karte sowie bei einer Online-Bestellung 2,80 Euro Versandkosten hinzu. Politisch steckt hinter dem vermeintlich simplen Fahrschein eine deutlich größere Geschichte. Die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs gehörte zu den Wahlversprechen von Éric Ciotti. Pikant daran: Auch sein politischer Gegner Christian Estrosi hatte sich im Wahlkampf für kostenlose Fahrten älterer Menschen ausgesprochen. Der Grundsatz war somit weniger umstritten als die Frage, wem die öffentliche Hand diese Vergünstigung gewähren sollte. Bislang profitierten unter anderem nicht steue…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Beißende Fische im Mittelmeer: Warum Badegäste an der Côte d’Azur plötzlich blutige Wunden melden

    Beißende Fische im Mittelmeer: Warum Badegäste an der Côte d’Azur plötzlich blutige Wunden melden

    Ein entspannter Schritt ins warme Mittelmeer, ein paar Meter durchs seichte Wasser – und plötzlich ein schmerzhafter Biss in Wade, Fuß oder Knöchel. Was derzeit an der Côte d’Azur und auf Korsika manchen Badegast erschreckt, klingt zunächst nach einer Szene, die eher in einen Abenteuerfilm gehört. Doch hinter den Attacken stecken weder Haie noch andere gefährliche Meeresräuber. Häufig ist ein Fisch verantwortlich, den viele Urlauber bislang kaum auf dem Schirm hatten: der Graue Drückerfisch.

    Der Balistes capriscus, im Französischen meist schlicht „Baliste“ genannt, erreicht eine Länge von etwa 30 bis 50 Zentimetern. Auffällig ist vor allem sein kräftiges Gebiss mit rund 20 Zähnen. Normalerweise dienen diese Werkzeuge dazu, Seeigel, Muscheln und Krebstiere zu knacken.

    Doch zur Fortpflanzungszeit versteht der Drückerfisch keinen Spaß.

    Dann bewacht er sein Nest und verteidigt das Gelege energisch gegen Eindringlinge. Schwimmt oder watet ein Mensch ausgerechnet über einem solchen Bereich, interpretiert der Fisch Füße und Beine offenbar als Bedrohung. Er nähert sich, schnappt zu und versucht damit, den vermeintlichen Störenfried zu vertreiben.

    Das erklärt auch, weshalb vor allem Füße, Knöchel und Waden betroffen sind. Die Tiere jagen Menschen nicht gezielt. Vielmehr handelt es sich um territoriales Verteidigungsverhalten – für den gebissenen Urlauber macht diese biologische Feinheit im ersten Moment freilich wenig Unterschied.

    Manche Wunden bluten deutlich.

    Neben dem vergleichsweise kräftigen Drückerfisch sorgen kleinere Mittelmeerbewohner wie Obladen und verschiedene Meerbrassen, sogenannte Sars, für Überraschungen. Sie knabbern mitunter an abgestorbenen Hautschuppen an Füßen und Beinen. Meist fühlt sich das lediglich wie ein kurzes Pieksen oder Kitzeln an. Unangenehm? Ja. Ein Grund, den Badeurlaub abzubrechen? Eher nicht.

    Bei einem kräftigen Biss des Balistes sieht die Sache etwas anders aus. Die Verletzungen bleiben zwar überwiegend oberflächlich, tiefere Bisse schmerzen jedoch und bluten unter Umständen stärker. Eine solche Wunde sollte nach dem Verlassen des Wassers gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Hält die Blutung an, entwickelt sich eine Entzündung oder verschlechtert sich die Wunde, empfiehlt sich ärztliche Hilfe.

    Bleibt die Frage, weshalb ausgerechnet jetzt häufiger über solche Begegnungen berichtet wird.

    Eine mögliche Rolle spielen die hohen Wassertemperaturen. Warmes Meerwasser steigert die Aktivität vieler Fischarten und begünstigt längere Aufenthalte in flachen Küstenzonen. Dort treffen Tiere und Menschen zwangsläufig häufiger aufeinander. Ein eindeutiger direkter Zusammenhang zwischen den aktuellen Bissvorfällen und dem Klimawandel ist für die französische Mittelmeerküste allerdings bislang nicht belegt.

    Für Badegäste bedeutet das vor allem eines: aufmerksam bleiben, aber nicht in Panik geraten. Wer im flachen Wasser einen Drückerfisch entdeckt oder bereits einen Biss gespürt hat, sollte ruhig Richtung Strand gehen und das Tier nicht bedrängen. Gerade ein Fisch, der sein Gelege verteidigt, lässt sich kaum durch Diskussionen umstimmen.

    Das Mittelmeer ist schließlich kein Swimmingpool, sondern ein Lebensraum. Und manchmal erinnert seine tierische Bevölkerung ziemlich nachdrücklich daran.

    Andreas M. Brucker

  • „Ich schlafe nachts nicht mehr“: Wie die Dauerhitze den Menschen im Var die Kraft raubt

    „Ich schlafe nachts nicht mehr“: Wie die Dauerhitze den Menschen im Var die Kraft raubt

    „Es ist einfach viel zu heiß.“ Kaum ein Satz fällt im Département Var derzeit häufiger. Was zunächst wie die typische Klage über einen besonders warmen Sommer klingt, beschreibt längst eine Realität, die viele Menschen an ihre Grenzen bringt. Seit Tagen klettern die Temperaturen auf 37 bis 39 Grad, an der Küste bleibt das Thermometer ebenfalls deutlich über der 35-Grad-Marke. Noch belastender als die glühenden Nachmittage sind jedoch die Nächte. Sie bringen kaum noch Abkühlung – und genau das macht die Hitzewelle zu einer echten Belastungsprobe.

    Während der August weiter unter der Canicule leidet, speichern Häuser, Straßen und Plätze die Wärme wie riesige Heizkörper. Selbst nach Sonnenuntergang strahlen Mauern und Asphalt die Hitze zurück. Wer am Abend die Fenster öffnet, hofft auf eine frische Brise – stattdessen strömt oft nur warme Luft in die Wohnung.

    Besonders problematisch sind die sogenannten tropischen Nächte. Von ihnen sprechen Meteorologen, wenn die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken. Im Var lagen die nächtlichen Werte in diesem Sommer mehrfach deutlich darüber. An vielen Küstenorten herrschten selbst mitten in der Nacht noch 24 bis 26 Grad. Für den Körper bedeutet das Dauerstress.

    Der Mensch benötigt kühlere Temperaturen, damit die Körperkerntemperatur leicht absinkt und er in einen erholsamen Schlaf findet. Bleibt die Umgebung zu warm, fällt das Einschlafen schwer, die Schlafphasen verkürzen sich und viele wachen immer wieder auf. Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit einem Schlafdefizit, das sich von Nacht zu Nacht weiter aufbaut. Viele Bewohner berichten inzwischen, sie fühlten sich schon beim Frühstück erschöpft.

    Diese Müdigkeit bleibt nicht ohne Folgen. Konzentration fällt schwerer, die Geduld schwindet schneller und selbst kleine Alltagsprobleme wirken plötzlich deutlich größer. Wer tagelang schlecht schläft und anschließend erneut stundenlang der Hitze ausgesetzt ist, merkt schnell, dass die Belastung nicht nur körperlich, sondern auch seelisch zunimmt. Die sprichwörtliche Gelassenheit des Südens bekommt unter diesen Bedingungen spürbare Risse.

    Der Alltag im Var hat sich längst den Temperaturen angepasst. Frühmorgens herrscht reges Treiben auf den Wochenmärkten, während viele Straßen zur Mittagszeit nahezu menschenleer wirken. Einkäufe, Arztbesuche oder Gartenarbeiten finden möglichst in den frühen Morgenstunden statt. Zwischen Mittag und dem späten Nachmittag ziehen sich viele Menschen in ihre Wohnungen zurück – sofern diese überhaupt etwas Kühlung bieten.

    Auch die Städte reagieren. In Hyères wurden während der jüngsten Hitzewarnung klimatisierte öffentliche Räume geöffnet, damit besonders gefährdete Menschen der größten Hitze entkommen können. Gleichzeitig kümmern sich soziale Dienste verstärkt um ältere oder alleinlebende Einwohner. Solche Maßnahmen zeigen, dass extreme Hitze längst nicht mehr nur als Wetterereignis betrachtet wird. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer gesellschaftlichen Herausforderung.

    Besonders hart trifft die Hitzewelle jene, die ihr beruflich kaum entkommen können. Bauarbeiter, Lieferfahrer, Beschäftigte in der Gastronomie, Pflegekräfte oder Marktverkäufer verbringen viele Stunden im Freien oder in schlecht gekühlten Arbeitsbereichen. Während Urlauber im Meer Abkühlung suchen oder in klimatisierte Geschäfte flüchten, bleibt die Hitze für sie Teil des Arbeitsalltags. Jeder zusätzliche Tag mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke verlangt enorme körperliche Reserven.

    Auch ältere Menschen, kleine Kinder und chronisch Kranke gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen. Doch selbst gesunde Erwachsene spüren inzwischen die Auswirkungen. Wer über Wochen kaum noch tief schläft, verliert einen Teil seiner Regenerationsfähigkeit. Müdigkeit begleitet den gesamten Tag, körperliche Leistungsfähigkeit sinkt und viele berichten von einer anhaltenden Gereiztheit.

    Gerade darin liegt die eigentliche Besonderheit dieser Hitzewelle. Nicht einzelne Spitzenwerte machen den Sommer außergewöhnlich, sondern die Dauer. Ein heißer Tag lässt sich verkraften. Mehrere Wochen mit fast ununterbrochen hohen Temperaturen und warmen Nächten verändern dagegen den gesamten Lebensrhythmus. Der Körper erhält kaum Gelegenheit, sich vollständig zu erholen.

    Dabei wirkt der Kontrast beinahe paradox. Die Côte d’Azur gilt weltweit als Synonym für unbeschwerte Sommertage, lange Abende auf den Terrassen und mediterrane Lebensfreude. Doch wenn selbst nach Sonnenuntergang keine angenehme Kühle mehr einsetzt, verliert dieser Sommer einen Teil seines Zaubers. Viele Bewohner sprechen inzwischen weniger vom Genießen als vom Durchhalten.

    Der August 2026 macht deutlich, dass extreme Hitze weit mehr bedeutet als beeindruckende Zahlen auf dem Thermometer. Sie beeinflusst Schlaf, Gesundheit, Arbeitsleben und Stimmung gleichermaßen. Die Folgen schleichen sich langsam in den Alltag ein und summieren sich von Tag zu Tag.

    Vielleicht beschreiben deshalb gerade die einfachen Sätze die Lage am treffendsten. „Ich schlafe nachts nicht mehr.“ „Ich bin ständig müde.“ „Es ist einfach zu heiß.“ Hinter diesen Worten verbirgt sich weit mehr als eine beiläufige Beschwerde über das Wetter. Sie erzählen von einer Region, deren Bewohner unter einer Dauerbelastung leben – und von einem Sommer, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

    Von C. Hatty

    Après près de trois semaines de canicule, les effets se font lourdement sentir chez les habitants de Flayosc, petite commune du Var. Ils sont à bout, fatigués et irritables. Tous réfléchissent à s’adapter pour les années qui viennent.Après près de trois semaines de canicule, les effets se font lourdement sentir chez les habitants de Flayosc, petite commune du Var. Ils sont à bout, fatigués et irritables. Tous réfléchissent à s’adapter pour les années qui viennent.

  • Das steinerne Geheimnis vor Cannes

    Das steinerne Geheimnis vor Cannes

    Nur wenige Kilometer trennen zwei Welten. Auf der Croisette von Cannes glänzen Luxushotels, Yachten und Strandclubs in der Mittelmeersonne. Eine kurze Bootsfahrt entfernt bestimmen dagegen Pinien, Weinberge, Felsen und jahrhundertealte Mauern das Bild.

    Auf der Île Saint-Honorat öffnet nun eines der außergewöhnlichsten Bauwerke der Côte d’Azur wieder seine Türen: die mittelalterliche Tour Monastère der Abtei von Lérins. Sechs Jahre dauerte ihre Restaurierung. Jetzt lässt sich dieser steinerne Zeuge einer mehr als tausendjährigen Geschichte wieder erkunden.

    Eine Festung für Mönche

    Die Geschichte Saint Honorats reicht rund 1600 Jahre zurück. Um das Jahr 410 gründete Honoratus von Arles auf der damals weitgehend unbewohnten Insel eine Klostergemeinschaft. Lérins entwickelte sich bald zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum des westlichen Mittelmeerraums.

    Doch das kleine Paradies besaß eine gefährliche Seite.

    Über Jahrhunderte bedrohten Angriffe und Plünderungen die Insel. Die Mönche brauchten Schutz vor Piraten und anderen Eindringlingen. Direkt am Meer entstand deshalb ein befestigtes Kloster, dessen mächtiger Turm bis heute über der Südküste Saint Honorats wacht.

    Die Tour Monastère verbindet zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen: Festung und Kloster, Verteidigung und Gebet. Hinter den dicken Mauern liegen Kreuzgänge, Kapellen und ehemalige Wohnräume.

    Wer hier Treppen hinaufsteigt und durch schmale Durchgänge geht, besucht also nicht bloß ein altes Gemäuer. Er wandert durch Jahrhunderte.

    Und welche Mauern könnten wohl mehr Geschichten erzählen als jene, die Mönche, Angreifer, Stürme und Generationen von Reisenden erlebt haben?

    Sechs Jahre zwischen Stein und Meer

    Im Juli 2020 begann die umfangreiche Restaurierung. Rund 7,1 Millionen Euro flossen in das Projekt.

    Eine zentrale Aufgabe bestand darin, das historische Gebäude besser gegen Wasser und Witterung zu schützen. Zwei unterschiedliche Dachkonstruktionen entstanden, eine traditionelle und eine zeitgenössische. Handwerker restaurierten außerdem Mauern, Türen, Fenster und Gitter.

    Dabei sollte der Turm keineswegs wie frisch aus dem Mittelalter aussehen.

    Zum Glück.

    Denn gerade seine Unebenheiten, Verfärbungen und sichtbaren Spuren verleihen ihm Charakter. Alte Steine dürfen schließlich alt aussehen. Moderne Technik kam dort zum Einsatz, wo Sicherheit, Beleuchtung und Erhaltung sie verlangten. Der besondere Charakter des Monuments blieb dabei erhalten.

    Moderne Kunst hinter alten Mauern

    Eine Überraschung wartet im Inneren: zeitgenössische Kunst.

    Elf moderne Glasfenster treten in einen ungewöhnlichen Dialog mit der mittelalterlichen Architektur. Hinzu kommt ein Werk der französisch ungarischen Künstlerin Vera Molnar, einer Pionierin der digitalen und algorithmischen Kunst und Teil ihres späten Schaffens.

    Geometrische Formen treffen auf groben Stein, moderne Gestaltung auf jahrhundertealte religiöse Räume. Klingt nach einem gewagten Mix? Genau darin liegt sein Reiz.

    Saint Honorat ist schließlich kein erstarrtes Freilichtmuseum. Bis heute leben Zisterziensermönche auf der Insel. Sie bewirtschaften Weinberge, produzieren Wein und Liköre und führen eine Tradition fort, deren Wurzeln bis in die Spätantike reichen.

    Die stille Seite der Côte d’Azur

    Vom Hafen von Cannes dauert die Überfahrt nur wenige Minuten. Dennoch fühlt sich Saint Honorat erstaunlich weit entfernt an.

    Keine Autos, keine großen Hotelkomplexe, kein ständiger Verkehrslärm. Wege führen unter Pinien und Aleppokiefern entlang, vorbei an Weinbergen, Kapellen und felsigen Buchten. Das Meer begleitet den Spaziergänger fast überall.

    Von den oberen Bereichen der Tour Monastère schweift der Blick über das Mittelmeer und die Lérins Inseln. Cannes liegt gegenüber, sichtbar nah und zugleich wie aus einer anderen Welt.

    Die Restaurierung spielt zudem eine Rolle für ein großes Ziel: Saint Honorat strebt die Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste an. Der Klosterturm zählt dabei zu den bedeutendsten Zeugnissen der außergewöhnlich langen monastischen Geschichte der Insel.

    Vielleicht liegt darin das eigentliche Wunder dieses Ortes. Nur eine kurze Bootsfahrt vom roten Teppich des Filmfestivals entfernt stehen Mauern, die aus einer Epoche stammen, in der vom heutigen Cannes noch keine Rede war.

    Manchmal reichen ein paar Minuten auf dem Mittelmeer, um mehr als tausend Jahre zurückzureisen.

    M. Legrand

  • Frankreichs Tourismus im Juli: Viele Gäste, aber immer weniger Umsatz

    Frankreichs Tourismus im Juli: Viele Gäste, aber immer weniger Umsatz

    Frankreichs Tourismusbranche blickt auf einen Juli zurück, der auf den ersten Blick erfreulich erscheint, bei genauerem Hinsehen jedoch zahlreiche Probleme offenbart. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen melden in vielen Regionen eine gute Auslastung. Dennoch bleibt der wirtschaftliche Ertrag vieler Betriebe hinter den Erwartungen zurück. Die Zahl der Urlauber steigt, doch ihre Ausgaben sinken spürbar – mit Folgen für Restaurants, Geschäfte und Freizeitunternehmen.

    In der Provence verlief der Saisonstart zunächst verhalten. Erst nach dem französischen Nationalfeiertag am 14. Juli zog die Nachfrage deutlich an. In Marseille erreichten einige Hotels inzwischen Auslastungsquoten von bis zu 95 Prozent. Auch der Ausblick auf den August stimmt viele Gastgeber nur vorsichtig optimistisch.

    Die gut belegten Unterkünfte spiegeln nur einen Teil der Realität wider. Während die Kosten für Übernachtungen oft kaum gesenkt werden können, sparen viele Reisende bei allem, was darüber hinausgeht. Familien kaufen häufiger im Supermarkt ein, bereiten Mahlzeiten selbst zu oder greifen tagsüber lieber zu einem einfachen Sandwich, anstatt im Restaurant zu essen. Auch kostenpflichtige Ausflüge oder größere Einkäufe stehen seltener auf dem Urlaubsprogramm.

    Hinzu kommt die außergewöhnliche Sommerhitze, die den Tagesablauf vieler Gäste verändert. Zwischen Mittag und dem späten Nachmittag bleiben Straßen, Terrassen und Geschäfte oft erstaunlich leer. Urlauber verlegen ihre Aktivitäten auf die kühleren Morgenstunden oder in den Abend. Dieser mediterrane Rhythmus sorgt dafür, dass Festivals, Konzerte und Abendveranstaltungen profitieren, während Geschäfte und Gastronomiebetriebe mit klassischen Öffnungszeiten deutlich weniger Laufkundschaft verzeichnen.

    Für etwas Stabilität sorgt die internationale Nachfrage. Besucher aus Deutschland, Belgien und Italien reisen wieder zahlreicher nach Frankreich. Auch Gäste aus den Vereinigten Staaten und Kanada sind häufiger anzutreffen und verfügen vielfach über eine höhere Kaufkraft. Dennoch reicht ihr Beitrag nicht aus, um die geringeren Ausgaben vieler französischer Urlauber vollständig auszugleichen.

    Ein ähnliches Bild zeigt sich an der bretonischen Atlantikküste. Im Morbihan profitieren Ferienorte zwar davon, dass manche Reisende der großen Hitze im Süden ausweichen. Strände, Campingplätze und Ferienanlagen sind gut besucht. Gleichzeitig berichten zahlreiche Betriebe von geringeren Umsätzen als erwartet. Schon vor Beginn der Hauptsaison lagen viele Reservierungen hinter dem Vorjahr zurück. Zudem buchen Urlauber ihre Reisen immer kurzfristiger, was Personalplanung und Einkauf erheblich erschwert.

    Gerade in der Bretagne zeigt sich besonders deutlich, dass hohe Besucherzahlen nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg bedeuten. Ferienwohnungen und Campingplätze können nahezu ausgebucht sein, während Restaurants, Ausflugsanbieter, Märkte und Einzelhändler deutlich weniger Einnahmen erzielen als in früheren Jahren.

    Der Hauptgrund liegt in der angespannten finanziellen Lage vieler Haushalte. Steigende Lebenshaltungs- und Kraftstoffkosten zwingen zahlreiche Familien dazu, ihren Urlaub genauer zu kalkulieren. Auf Ferien verzichten möchten die wenigsten. Stattdessen verkürzen sie ihren Aufenthalt, wählen günstigere Unterkünfte oder sparen konsequent bei Verpflegung und Freizeitaktivitäten.

    Für Frankreichs Tourismusbranche entsteht damit eine neue Herausforderung. Das Land bleibt eines der beliebtesten Reiseziele Europas und zieht weiterhin Millionen Besucher an. Gleichzeitig sinkt die Wertschöpfung vieler touristischer Betriebe. Nun richten sich alle Hoffnungen auf den August, traditionell der stärkste Reisemonat des Jahres. Doch selbst ein erfolgreicher Saisonabschluss dürfte kaum darüber hinwegtäuschen, dass sich das Reiseverhalten dauerhaft verändert: Urlaub besitzt weiterhin einen hohen Stellenwert – allerdings unter deutlich strengeren finanziellen Rahmenbedingungen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Kommentar: Willkommen im neuen Süden – nur eben im Norden

    Kommentar: Willkommen im neuen Süden – nur eben im Norden

    Es ist schon eine bittere Pointe der Geschichte: Jahrzehntelang galt der Süden Frankreichs als Inbegriff des perfekten Sommerurlaubs. Lavendelfelder, Mittelmeer, Zikaden, Sonne satt. Wer etwas auf sich hielt, fuhr an die Côte d’Azur oder in die Provence. Heute fährt man dorthin, um festzustellen, dass sich Asphalt in Kaugummi verwandelt und der Spaziergang am Nachmittag ungefähr den Charme eines Saunagangs mit Sonnenbrand besitzt.

    Herzlichen Glückwunsch. Der Klimawandel hat den Reiseführer neu geschrieben.

    Während der Süden unter Temperaturen ächzt, bei denen selbst die Klimaanlage kapituliert, packen immer mehr Franzosen ihre Strandtasche und flüchten ausgerechnet in die Normandie. Ja, genau dorthin, wo früher jeder zweite Urlauber vorsorglich einen Regenschirm einpackte. Plötzlich gilt Nieselwetter fast schon als Luxusgut. Wer hätte gedacht, dass 23 Grad, eine frische Brise und ein Pullover für den Abend einmal zum Sehnsuchtsziel eines französischen Sommers werden?

    Die Ironie könnte kaum größer sein.

    Jahrelang wurde über Klimaziele gestritten, über Emissionsgrenzen debattiert und jeder neue Hitzerekord mit einem kollektiven Schulterzucken quittiert. Schließlich war schönes Wetter doch etwas Positives. Ein paar Grad mehr – na und? Heute suchen dieselben Menschen verzweifelt nach Orten, an denen man mittags überhaupt noch einen Kaffee auf einer Terrasse trinken kann, ohne das Gefühl zu haben, man sitze direkt vor dem geöffneten Backofen.

    Natürlich profitiert die Normandie wirtschaftlich davon. Hotels sind ausgebucht, Restaurants freuen sich über volle Terrassen, Campingplätze melden Rekordzahlen. Das ist verständlich und niemand wird den Menschen dort ihren Erfolg missgönnen. Aber dieser Boom ist kein Geschenk der Natur. Er ist das Symptom einer Entwicklung, die niemand ernsthaft als Erfolg feiern sollte.

    Man stelle sich den Werbeslogan vor: „Besuchen Sie die Normandie – hier ist der Klimawandel noch ein bisschen langsamer.“ Sarkastischer lässt sich Tourismus kaum vermarkten.

    Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der sich Gewohnheiten verändern. Noch vor wenigen Jahren galt die Normandie vielen als hübsches Ausflugsziel für ein verlängertes Wochenende. Heute avanciert sie zum Sommer-Refugium eines ganzen Landes. Nicht, weil sich ihre Strände verändert hätten. Nicht, weil plötzlich Palmen wachsen würden. Sondern weil der Rest Frankreichs im Hochsommer vielerorts schlicht zu heiß geworden ist.

    Das eigentliche Drama liegt jedoch darin, wie schnell sich der Ausnahmezustand als neue Normalität tarnt. Man freut sich über zehn Grad weniger, als wäre das ein glücklicher Zufall. Dabei zeigt dieser Temperaturunterschied vor allem eines: Etwas läuft gewaltig schief.

    Und trotzdem wird munter weiter diskutiert, ob der Klimawandel wirklich so dramatisch sei. Als müssten erst Kamele über die Champs-Élysées spazieren, bevor auch der letzte Zweifler einsieht, dass sich das Klima verändert. Vielleicht genügt inzwischen schon der Blick auf die Landkarte der Sommerferien. Wenn Millionen Menschen ihre Urlaubsplanung völlig neu ausrichten, weil traditionelle Ferienregionen zur Hitzefalle werden, braucht es keine komplizierten Diagramme mehr. Die Realität übernimmt die Argumentation.

    Natürlich bleibt die Normandie wunderschön. Ihre Kreidefelsen, die historischen Hafenstädte und die langen Sandstrände besitzen seit jeher ihren eigenen Zauber. Doch auch dort ist niemand vor den Folgen der Erderwärmung sicher. Steigende Meerestemperaturen, Küstenerosion und häufigere Extremwetterereignisse machen vor regionalen Gewinnern keinen Halt. Wer heute glaubt, der Norden habe das große Los gezogen, verwechselt einen kurzfristigen Vorteil mit langfristiger Sicherheit.

    Vielleicht ist genau das die bitterste Erkenntnis dieser Entwicklung: Selbst dort, wo der Klimawandel momentan wirtschaftliche Gewinner hervorbringt, basiert dieser Erfolg auf den Problemen anderer Regionen. Das ist ungefähr so erfreulich, wie sich über den Verkauf von Feuerlöschern während eines Großbrandes zu freuen.

    Die Normandie erlebt gerade ihren touristischen Höhenflug. Doch gefeiert wird hier kein neuer Traumurlaub, sondern die Tatsache, dass man im Sommer wieder normal atmen, spazieren gehen und draußen sitzen kann. Dass solche Selbstverständlichkeiten inzwischen als Luxus gelten, sagt mehr über unseren Umgang mit der Klimakrise aus als jede politische Sonntagsrede.

    Der neue Lieblingsurlaubsort Frankreichs ist deshalb weniger ein Grund zur Freude als ein stilles Warnsignal. Wer genau hinschaut, erkennt hinter der frischen Meeresbrise keine Postkartenidylle, sondern den Preis eines Klimas, das sich unaufhaltsam verändert.

    C. Hatty