Schlagwort: Bretagne

  • Tragödie in Morbihan: Elf Monate altes Baby stirbt nach Hundebiss

    Tragödie in Morbihan: Elf Monate altes Baby stirbt nach Hundebiss

    Ein schrecklicher Vorfall erschütterte am Wochenende die Gemeinde Questembert im französischen Département Morbihan. Ein elf Monate alter Junge wurde von einem Hund der Familie – einem Malinois – angegriffen und tödlich verletzt.

    Angriff aus dem Nichts

    Es war ein gewöhnlicher Nachmittag im Zuhause der Familie. Die Eltern saßen mit ihrem Kind auf dem Sofa, die drei Hunde der Familie befanden sich ebenfalls im Raum. Nichts deutete auf eine Gefahr hin – bis plötzlich einer der Hunde losging.

    Der Malinois stürzte sich auf den Säugling, biss ihn schwer. Der Vater versuchte, einzugreifen, doch auch er wurde verletzt. Trotz des schnellen Eingreifens von 23 Feuerwehrleuten und des Notarztdienstes aus Vannes konnte das Baby nicht gerettet werden. Es verstarb noch in der Ambulanz.

    Familie unter Schock

    Die Eltern, beide etwa 30 Jahre alt, wurden in das Centre Hospitalier Bretagne Atlantique (CHBA) nach Vannes gebracht. Sie sind laut der Gemeindeverwaltung nicht polizeibekannt und führten ein unauffälliges Leben – bis zu diesem tragischen Tag.

    Die drei Hunde wurden vorübergehend betäubt und von einer spezialisierten Firma abgeholt. Der Malinois, der das Kind angriff, soll nun Verhaltensanalysen unterzogen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass er eingeschläfert wird, ist hoch.

    Warum passiert so etwas?

    Solche tragischen Vorfälle werfen immer wieder Fragen auf. War der Hund schlecht sozialisiert? Gab es Warnsignale, die übersehen wurden? Oder war es eine plötzliche, unvorhersehbare Reaktion?

    Experten warnen regelmäßig, dass Hunde, egal welcher Rasse, nie unbeaufsichtigt mit Kleinkindern gelassen werden sollten. Doch selbst bei größter Vorsicht – manchmal reicht ein Augenblick, um eine Katastrophe auszulösen.

    C. Hatty

  • Hochwasser in Frankreich: Sechs Départements weiter in Alarmstufe Orange

    Hochwasser in Frankreich: Sechs Départements weiter in Alarmstufe Orange

    Während sich das Hochwasser langsam zurückzieht, bleibt die Lage in mehreren Regionen Frankreichs angespannt. Météo-France hält sechs Départements am Sonntag, den 2. Februar, weiterhin in Vigilance Orange (Alarmstufe Orange) für Hochwasser. Betroffen sind die Somme, das Val-d’Oise, die Eure, Ille-et-Vilaine, Morbihan und Loire-Atlantique. In den Départements Oise und Sarthe hat sich die Situation leicht entspannt – sie sind nun auf Vigilance Jaune (gelbe Warnstufe) herabgestuft.

    Langsame Entspannung, aber weiterhin Gefahr

    Seit einigen Tagen zeichnet sich eine allmähliche Entspannung ab. Dennoch bleibt die Hochwasserlage kritisch. Wie der französische Hochwasserwarndienst Vigicrues in seinem aktuellen Bulletin mitteilt, sind in vielen Gebieten zwar die Wasserstände rückläufig, aber die Pegel bleiben hoch.

    „Die Tendenz zeigt in den meisten Regionen eine Verbesserung, dennoch gibt es weiterhin erhebliche Überschwemmungen in den Flussabschnitten, die unter Alarmstufe Orange stehen“, so der Bericht vom Sonntagmorgen. Neue Regenfälle werden am Sonntag zwar im Südosten Frankreichs erwartet, doch diese werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Flüsse in den betroffenen Regionen haben.

    Schnellere Hilfsmaßnahmen für Betroffene

    Angesichts der dramatischen Lage hat Innenminister Bruno Retailleau angekündigt, dass das Verfahren zur Anerkennung des „état de catastrophe naturelle“ (Naturkatastrophenzustand) beschleunigt wird. Besonders betroffen ist die Stadt Redon in Ille-et-Vilaine sowie rund zwanzig weitere Gemeinden im Westen Frankreichs.

    Diese Maßnahme soll es den betroffenen Haushalten und Unternehmen ermöglichen, schneller finanzielle Unterstützung aus dem staatlichen Hilfsfonds zu erhalten. Viele Einwohner kämpfen weiterhin mit den Folgen der Überschwemmungen – überflutete Straßen, beschädigte Häuser und landwirtschaftliche Flächen, die unter Wasser stehen.

    Hoffnung auf eine weitere Entspannung

    Auch wenn die Pegelstände langsam sinken, wird es noch einige Zeit dauern, bis sich die Lage vollständig normalisiert. Experten mahnen zur Vorsicht: Das Hochwasser kann in manchen Regionen noch Tage oder sogar Wochen nachwirken.

    Die Behörden raten der Bevölkerung, weiterhin aufmerksam zu bleiben und offizielle Warnhinweise zu beachten.

    Von Andreas M. Brucker

  • Redon nach dem Hochwasser: Die Fluten weichen nur langsam

    Redon nach dem Hochwasser: Die Fluten weichen nur langsam

    In Redon und anderen betroffenen Gemeinden der Bretagne beginnt die langersehnte Entspannung – doch sie lässt auf sich warten. Das Wasser zieht sich zwar zurück, aber nur in Zeitlupe. Für viele bleibt die Rückkehr in die eigenen vier Wände eine quälende Geduldsprobe.

    Ein Alltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung

    Jean-François Longuet steht seit Tagen vor seiner Haustür und fragt sich, wann er endlich wieder hinein kann. „Ich frage mich, wie wir das schaffen sollen“, sagt er und schaut auf das Wasser, das sich noch immer in manchen Räumen staut. Eine Woche lang ist er schon jeden Tag hergekommen, um nach dem Rechten zu sehen.

    In den Straßen von Redon wird der Fortschritt sichtbar – aber nur Stück für Stück. Die ersten Keller werden ausgepumpt, einige Straßen tauchen langsam wieder auf. Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz, um das Wasser aus Gebäuden zu schaffen. Doch am Morgen stand es mancherorts noch bei 1,60 Meter.

    Ein drittes Mal unter Wasser

    Jean-Paul Massiot, ein Rentner aus Redon, erlebt diese Situation nicht zum ersten Mal. „Das ist jetzt die dritte Überschwemmung für mich“, erzählt er mit einer Mischung aus Resignation und Frustration. Sein größtes Fragezeichen: Wie lange wird es dauern, bis die Versicherungen zahlen?

    Viele Bewohner stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Straßen sind teils noch unpassierbar, einige Viertel komplett abgeschnitten. Besonders dramatisch: 53 Menschen haben immer noch keinen Strom. Für sie ist die oberste Priorität, so schnell wie möglich nach Hause zurückzukehren – wenn das Wasser es zulässt.

    Hoffnung auf schnelle Unterstützung

    Innenminister Bruno Retailleau war vor Ort und versicherte, dass das Verfahren zur Anerkennung als Naturkatastrophe beschleunigt werde. Das bedeutet: Betroffene könnten schneller an Entschädigungen kommen.

    Doch eine Frage bleibt: Wie oft soll das noch passieren? Dass extreme Wetterereignisse wie diese in den letzten Jahren immer häufiger auftreten, ist kein Zufall. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Starkregenfälle intensiver ausfallen und Flüsse über die Ufer treten. Wer jetzt noch glaubt, dass solche Katastrophen Ausnahmefälle bleiben, macht sich etwas vor.

    Für die Menschen in Redon heißt es derweil: Warten, Pumpen, Hoffen. Und die bange Frage – wann kommt die nächste Flut?

    Von Andreas M. Brucker

  • Flutkatastrophe in der Bretagne: Händler kämpfen mit hohen Verlusten

    Flutkatastrophe in der Bretagne: Händler kämpfen mit hohen Verlusten

    Die Wassermassen ziehen sich langsam zurück – doch die Folgen bleiben. Während die Aufräumarbeiten beginnen, stellen sich viele Menschen in der Bretagne existenzielle Fragen: Wie groß sind die Schäden? Wer kommt für sie auf? Und wie sieht die Zukunft aus?

    Guipry-Messac im Département Ille-et-Vilaine steht seit Tagen unter Wasser. Am 1. Februar setzt endlich die langsame Entwässerung ein, doch das Ausmaß der Verwüstung ist enorm. Loïc Moison, Dachdecker, blickt mit gebrochener Stimme auf seine überflutete Werkstatt. „Das ist meine ganze Kindheit“, sagt er sichtlich bewegt. Drei Tage zuvor versuchte er noch, so viel wie möglich zu retten. Doch seine Maschinen – ein Schaden von rund 100.000 Euro – stehen weiterhin im Wasser. „Hoffentlich übernehmen die Versicherungen wenigstens einen Großteil“, sagt er, aber in seiner Stimme schwingt mehr Hoffnung als Gewissheit.

    Händler stehen vor dem Nichts

    Nicht nur Privatpersonen und Handwerker sind betroffen, auch viele Geschäftsinhaber kämpfen mit den Folgen der Flut. Yves Gautier, Betreiber eines Spielecafés, betritt sein Geschäft zum ersten Mal seit den Überschwemmungen. Der Anblick ist niederschmetternd: Durchnässte Kartons, aufgeweichte Spiele, zerstörte Waren – kaum etwas ist noch zu gebrauchen. Seine Verluste beziffert er auf 5.000 bis 10.000 Euro. Und eine schnelle Rückkehr zum Alltag? Davon kann keine Rede sein.

    „Wir warten auf die Gutachter der Versicherungen“, sagt Gautier. Doch selbst wenn das Geld irgendwann fließt, bleibt noch ein langer Weg: Reinigung, Reparaturen, Neubeschaffungen – und all das ohne laufende Einnahmen.

    Hoffnung auf Unterstützung

    Für viele Betroffene geht es jetzt um die Existenz. Werden die Schäden von den Versicherungen vollständig übernommen? Wie schnell erfolgt die Auszahlung? Und was passiert mit denen, die gar nicht oder nur unzureichend abgesichert sind?

    Während die Bretagne mit den Folgen der Flut kämpft, zeigen sich Parallelen zu anderen Katastrophen dieser Art: Die wirtschaftlichen Schäden für kleine Betriebe sind oft enorm, die Erholung dauert Monate oder gar Jahre. Wer keine finanziellen Rücklagen hat, steht vor einer ungewissen Zukunft.

    Aber eines zeigt sich auch immer wieder: Die Solidarität in den betroffenen Regionen ist groß. Freiwillige helfen beim Aufräumen, Nachbarn unterstützen sich gegenseitig. Die Hoffnung bleibt, dass die Behörden und Versicherungen schnell handeln – denn für viele zählt jeder Tag.

    Von Andreas M. Brucker

  • Vandalismus an der Grabstätte von Jean-Marie Le Pen

    Vandalismus an der Grabstätte von Jean-Marie Le Pen

    Unbekannte Täter haben das Grab des ehemaligen rechtsextremen Politikers Jean-Marie Le Pen geschändet. Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar auf dem Friedhof von La Trinité-sur-Mer im Département Morbihan. Laut ersten Informationen handelt es sich um eine „erhebliche Beschädigung“, wie der EU-Abgeordnete Gilles Pennelle gegenüber „Ici Bretagne“ mitteilte.

    Spurensicherung läuft – Details noch unklar

    Auch Philippe Olivier, EU-Abgeordneter der Partei Rassemblement National und Schwiegersohn von Jean-Marie Le Pen, bestätigte gegenüber französischen Medien: „Ja, das Grab wurde geschändet.“ Eine Bewohnerin der Gemeinde hatte den Vorfall bemerkt und die Behörden alarmiert. Die Gendarmerie hat die Ermittlungen aufgenommen.

    Bislang gibt es keine offiziellen Angaben, was genau beschädigt wurde. Fest steht nur, dass es sich um eine graue Marmorplatte handelt, auf der die Geburts- und Sterbedaten des FN-Gründers sowie sein Vorname eingraviert sind.

    Eine umstrittene Figur – und ein Vorfall mit politischer Brisanz

    Jean-Marie Le Pen verstarb am 7. Januar 2024 im Alter von 96 Jahren. Der Gründer des Front National (heute Rassemblement National) war eine zentrale Figur der französischen Rechten – eine umstrittene Persönlichkeit, die über Jahrzehnte die politische Landschaft Frankreichs prägte.

    Seine Beisetzung fand am 11. Januar unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit statt. Rund 200 Personen, darunter seine Tochter Marine Le Pen, seine Tochter Marie-Caroline sowie seine Enkelin Marion Maréchal, nahmen an der Trauerfeier in der Kirche Saint-Joseph teil. Auch Jordan Bardella, der aktuelle Vorsitzende des Rassemblement National, war anwesend, hielt sich jedoch im Hintergrund.

    Motiv und Täter noch unbekannt

    Ob der Vandalismus eine politische Botschaft enthält oder reine Zerstörungswut war, bleibt abzuwarten. Fälle von Grab-Schändungen aus ideologischen Motiven sind nicht neu – oft dienen sie als Symbolakte gegen die betreffende Person oder deren politische Bewegung.

    Die Behörden setzen ihre Untersuchungen fort. Ob Überwachungskameras oder Zeugenaussagen zur Identifizierung der Täter beitragen können, ist noch offen.

    Eines steht fest: Dieser Vorfall wird für Diskussionen sorgen.

    Von C. Hatty

  • Karneval in Frankreich: Palets Bretons – Der knusprige Genuss aus der Bretagne

    Karneval in Frankreich: Palets Bretons – Der knusprige Genuss aus der Bretagne

    Wenn es um köstliche französische Leckereien geht, darf die Bretagne nicht fehlen. Diese Region ist berühmt für ihre reichhaltige Küche, gesalzene Butter und köstliches Gebäck. Ein Highlight unter den bretonischen Spezialitäten sind die Palets Bretons – köstlich buttrige, knusprige Kekse, die perfek…

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  • Flutkatastrophe in Redon: Eine Stadt im Wasser gefangen

    Flutkatastrophe in Redon: Eine Stadt im Wasser gefangen

    Normalerweise fließt die Vilaine ruhig durch die Stadt, umgeben von Marschland, Kanälen und Feldern. Doch seit dem 29. Januar sieht Redon (Ille-et-Vilaine) aus wie eine Festung – umzingelt nicht von Mauern, sondern von Wasser. Die 10.000-Einwohner-Stadt ist weitgehend abgeschnitten, Straßen sind überflutet, Notfallkräfte im Dauereinsatz.

    Mitten in der Nacht abgeschnitten

    Schon in den Abendstunden zeichnete sich ab, dass die Lage kritisch werden würde. Dann ging alles schnell: Wasser drückte von allen Seiten ins Stadtgebiet, Straßen verwandelten sich in reißende Ströme. Kurz nach Mitternacht entschieden die Behörden, die Zufahrtswege zu sperren – aus Sicherheitsgründen.

    Eintritt verboten, außer für Rettungskräfte und Anwohner, die dringend nach Hause mussten.

    In einigen Vierteln blieb den Menschen nichts anderes übrig, als improvisierte Holzstege zu nutzen, um von A nach B zu kommen. Ein schmaler Grat zwischen Normalität und Katastrophe – buchstäblich.

    Die Pegel steigen weiter

    Am Morgen des 30. Januar steht das Wasser in einigen Bereichen bereits 5,10 Meter hoch. Und es steigt weiter.

    Die Marschlandschaft ist nicht wiederzuerkennen, Äcker und Weinberge sind verschwunden, die Vilaine hat sich aus ihrem Bett erhoben und beansprucht das Zentrum für sich.

    Und die Schutzmaßnahmen? Sie halten kaum stand. Die Barrieren am Hafen geben dem Druck nach, das Wasser strömt unaufhaltsam weiter. Einkaufszentren stehen bereits unter Wasser. Vom Parkplatz ist nichts mehr zu sehen – nur noch ein stiller See.

    Und die Tankstelle? Man erkennt sie noch. Aber wie lange?

    Die Prognosen sind düster: Der Wasserstand könnte den ganzen Tag über weiter steigen.

    Eine Stadt im Ausnahmezustand

    Redon ist kein Einzelfall. In den letzten Jahren häufen sich Hochwasserereignisse in Frankreich, oft als Folge extremer Wetterbedingungen. Mehr Niederschlag in kürzerer Zeit, dazu ein bereits gesättigter Boden – perfekte Bedingungen für Überschwemmungen.

    Kann sich Redon noch retten? Die nächsten Stunden werden es zeigen.

    Von Andreas M. B.

  • Überschwemmungen in der Bretagne: Das Leben steht still

    Überschwemmungen in der Bretagne: Das Leben steht still

    Züge fahren nicht, Straßen sind unpassierbar, Geschäfte stehen unter Wasser – die Bretagne kämpft nach dem Durchzug des Sturms Ivo mit massiven Überschwemmungen. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm.

    Eine Region unter Wasser

    Es sind Bilder, die an eine Apokalypse erinnern: Menschen, die ihr Hab und Gut verlassen müssen, Unternehmen, die komplett lahmgelegt sind, und Angestellte, die plötzlich ohne Arbeit dastehen. Besonders hart trifft es den Süden des Départements Ille-et-Vilaine.

    Ein Restaurantbesitzer versucht, zu seiner Pizzeria zu gelangen. Doch schon beim ersten Versuch wird klar: Keine Chance. Das Wasser steht einen Meter hoch im Innenraum, und die Strömung ist zu stark. Die Schäden? Mehrere tausend Euro. Die Fragen? Unzählige. Wie lange dauert es, bis er wieder öffnen kann? Wird die Versicherung zahlen?

    Verkehr komplett zusammengebrochen

    Nicht nur Unternehmen stehen still – auch die Infrastruktur ist stark betroffen. Straßen sind blockiert, Züge fahren nicht mehr. Seit dem 29. Januar ist der gesamte Bahnverkehr zwischen Rennes und Redon eingestellt.

    Ein Fabrikbesitzer hat alles verloren. Der einzige Weg, um sein Unternehmen zu erreichen? Mit dem Boot. Er rudert durch die überschwemmte Landschaft, um wenigstens noch wichtige Dokumente zu retten.

    Wie geht es weiter?

    Die wirtschaftlichen Folgen der Überschwemmungen sind noch nicht absehbar. Viele Unternehmen stehen vor dem Nichts. Reparaturen, Versicherungsfragen, Einnahmeausfälle – all das wird die Region noch lange beschäftigen.

    Und die große Frage bleibt: Wird die Bretagne in Zukunft besser auf solche Extremwetterereignisse vorbereitet sein? Denn eines ist klar – der Klimawandel macht solche Katastrophen wahrscheinlicher.

    Artikel: MAB

  • Hochwasser in Redon: Droht ein neuer Rekord?

    Hochwasser in Redon: Droht ein neuer Rekord?

    In Redon (Ille-et-Vilaine) steht das Wasser so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr – und es steigt weiter. Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 1936 könnte in den nächsten Stunden überschritten werden.

    Eine kritische Lage

    Die Pegelstände der Vilaine steigen unaufhörlich. Schon jetzt bewegen sie sich in einem Bereich, der als historisch bezeichnet werden kann. Laut Anne Morantin, Leiterin der Hochwasservorhersage bei der Dreal Bretagne (Direction régionale de l’environnement, de l’aménagement et du logement), steht Redon vor einem der höchsten Hochwasserstände seiner Geschichte.

    Die Départements Ille-et-Vilaine und Morbihan befinden sich weiterhin in der höchsten Alarmstufe – der roten Hochwasserwarnung. Besonders betroffen ist Redon, das genau an der Schnittstelle dieser beiden Regionen liegt. Hier ist die Situation besonders kritisch, da der Hochwasserscheitel der Vilaine noch nicht erreicht ist.

    Wann kommt die Entspannung?

    Zusätzliche Regenfälle in den vergangenen Stunden haben die Lage weiter verschärft. „Wir haben gestern und in der Nacht erneut Niederschläge erlebt, die das Wasser wieder etwas ansteigen lassen“, erklärt Morantin. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Experten rechnen mit einem baldigen Rückgang der Pegel – zumindest in bestimmten Teilen des Flusseinzugsgebiets.

    Zunächst wird sich die Lage im Oberlauf der Vilaine entspannen, etwa in den Zuflüssen wie dem Meu. Weiter flussabwärts, also in der mittleren und unteren Vilaine, verzögert sich die Entlastung. Für Redon bedeutet das: Geduld ist gefragt. Da die Stadt am Unterlauf des Flusses liegt, wird sie den höchsten Pegel erst später zu spüren bekommen.

    Ein neuer Höchststand?

    Der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 1936 lag bei 5,46 Metern. Aktuell befinden sich die Pegel bereits in Rekordnähe – und steigen weiter. „Der Wasserstand in Redon nimmt zwar langsamer zu, aber er steigt weiterhin“, so Morantin. In den nächsten 24 Stunden könnte der historische Wert erreicht oder sogar überschritten werden.

    Wird 2025 also als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem Redon die schlimmste Flut seit fast 90 Jahren erlebte? Die kommenden Stunden werden entscheidend sein.

    Artikel: MAB

  • Überschwemmungen in der Bretagne: In Redon steigt das Wasser unaufhörlich

    Überschwemmungen in der Bretagne: In Redon steigt das Wasser unaufhörlich

    Seit Tagen wüten Stürme über der Bretagne. In der vergangenen Nacht traf Sturmtief Ivo auf den Westen Frankreichs und verschärfte die ohnehin angespannte Lage. Sechs Départements stehen unter orangefarbener Wetterwarnung, drei – darunter Ille-et-Vilaine – wurden sogar auf Rot hochgestuft. Besonders hart getroffen: die Gemeinde Saint-Nicolas-de-Redon. Sie ist inzwischen menschenleer.

    Eine Stadt versinkt im Wasser

    Die Nacht bricht herein, doch die Vilaine tritt weiterhin über die Ufer. In Redon hat sich eine gespenstische Stille ausgebreitet. Nur vereinzelt kehren Menschen noch einmal zurück, um das Nötigste aus ihren Häusern zu holen. Einer von ihnen blickt auf das steigende Wasser und fragt resigniert: „Wo soll das noch enden?“

    Die Hochwasserwarnstufe Rot bleibt bestehen – mindestens bis Donnerstag. Sturmtief Ivo hat die bereits durch die vorherigen Unwetter Eowyn und Herminia verursachten Überschwemmungen weiter verschärft. Die Wasserstände sind alarmierend: Die Vilaine soll am Donnerstagnachmittag eine Höhe von 5,42 Metern erreichen, vielleicht sogar 5,62 Meter. Zum Vergleich: Die Rekordflut von 1936 lag bei 5,46 Metern.

    Der Pegel steigt schneller als erwartet

    Schon am Mittwochmorgen breiteten sich die Wassermassen rasant aus – schneller als viele dachten. Regen, Sturm und steigende Pegel haben eine gefährliche Mischung geschaffen. In den Straßen von Redon drückt das Wasser bereits aus den Abwasserschächten nach oben.

    Ein Restaurantbesitzer deutet auf eine Markierung an einer Mauer: „Da war 1995 die höchste Flut. Und jetzt? Jetzt sagen sie, es wird noch schlimmer.“ Seine Stimme klingt ungläubig.

    Die Feuerwehr geht von Tür zu Tür, fordert die letzten Bewohner zur Evakuierung auf. Bald soll der Strom abgeschaltet werden, um Kurzschlüsse und Brände zu verhindern. Und als wäre das nicht genug, wird das Wasser bis Donnerstagmorgen noch einmal um 30 Zentimeter steigen.

    Wie lange hält Redon diesem Druck noch stand?