Schlagwort: Atomenergie

  • Atomkraft: Noch immer sind in Frankreich 16 von 56 Reaktoren abgeschaltet

    Atomkraft: Noch immer sind in Frankreich 16 von 56 Reaktoren abgeschaltet

    Der Sender France 2 erklärt am Mittwoch, dem 21. Dezember, warum 16 der 56 französischen Atomreaktoren abgeschaltet sind.

    In Frankreich sind noch immer 16 der 56 im Land installierten Atomreaktoren abgeschaltet. „Es ist ein Serienfehler, den wir bei einer ganzen Generation von Kernkraftwerken festgestellt haben. (…) Man wollte ihre Leistung verbessern, indem man die Rohre verlängerte und sie Bögen machen ließ. Man hat erst kürzlich festgestellt, dass bei den hohen Temperaturen, die in den Reaktoren herrschen, bei dieser Reaktorgeneration Mikrorisse aufgetreten sind“, erklärt der Journalist Axel de Tarlé am Mittwoch, dem 21. Dezember, in der Sendung „8 Uhr“ auf France 2.

    Axel de Tarlé informiert darüber, dass man 16 Atomkraftwerke nach diesem neuen Modell gebaut habe. „Wir sind gerade dabei, sie zu reparieren, und es gibt sechs weitere, die wir im Jahr 2023 reparieren müssen.“ Allerdings handele es sich um Rohre, die weit in die Reaktoren hineinreichen und dadurch seien das grosse uns schwierige Baustellen. Man ist dabei gezwungen, das ganze Kraftwerk abzuschalten. 500 Techniker müssen anschliessend daran arbeiten, diese Rohre zu ersetzen und die Schweißnähte zu erneuern. „Das Problem ist, dass wir keine Schweißer mehr haben, wir haben nicht genügend Spezialisten“, erklärte Axel de Tarlé und wies darauf hin, dass jetzt sogar Schweißer aus Nordamerika geholt werden.

  • Atomkraft: EDF verlängert Abschaltung von Reaktoren und kündigt neue Arbeiten für 2023 an

    Atomkraft: EDF verlängert Abschaltung von Reaktoren und kündigt neue Arbeiten für 2023 an

    Der Stromversorger begründet die Abschaltungen mit dem Austausch von Rohrleitungen bei einer bestimmten Reaktorkategorie, die einem besonderen Korrosionsrisiko ausgesetzt ist.

    Die EDF drückt weiterhin auf die Pausentaste. Das Unternehmen teilte am Montag, dem 19. Dezember, der Nachrichtenagentur AFP mit, dass zwei Reaktoren doch nicht vor Ende dieses Winters wieder in Betrieb genommen werden können und sechs weitere 2023 wegen Reparaturen im Zusammenhang mit Korrosionsproblemen abgeschaltet werden müssen. Der Stromversorger erklärt auf seiner Website, dass er sich dafür entschieden habe, die Rohrleitungen der Reaktorkategorie, die am stärksten von Korrosion bedroht ist, systematisch zu ersetzen. Die Probleme befinden sich insbesondere an den Notleitungen, die im Notfall zur Kühlung des Reaktors dienen. Die betroffenen Reaktoren müssen für die Dauer der Arbeiten vollständig abgeschaltet werden.

    Bei sechs Reaktoren mit einer Leistung von 1.300 Megawatt (MW) „gehen wir, da wir ziemlich sicher sind, dass wir etwas finden, direkt zu den Arbeiten über“, erklärte ein EDF-Sprecher am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der Winter 2022-2023 wird voraussichtlich der angespannteste in Bezug auf die Stromversorgung in Frankreich sein, was sowohl auf Wartungsarbeiten als auch auf die bei einem immer größeren Teil der Kraftwerke entdeckten (oder vermuteten) Korrosionserscheinungen zurückzuführen ist.

    Die EDF hat noch nie in ihrer Geschichte so wenig Atomstrom produziert, was Frankreich dazu zwingt, Rekordmengen an Strom aus den Nachbarländern zu importieren. In den letzten Tagen hat sich die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke dennoch insgesamt verbessert. Am Montag waren in Frankreich wieder 40 Atomreaktoren in Betrieb.

  • Energiekrise im Winter: Frankreichs Atompark immer mehr geschwächt

    Energiekrise im Winter: Frankreichs Atompark immer mehr geschwächt

    Frankreich rechnet während des Winters mit Stromausfällen. Dieser Mangel an Elektrizität ist die Folge einer andauernden Schwächung des französischen Atomparks.

    Die Wiederinbetriebnahme einer grossen Anzahl von Atomreaktoren der EDF braucht viel zuviel Zeit. Von den 56 Atomreaktoren in Frankreich sind 20 immer noch abgeschaltet, doppelt so viel als in dem Zeitplan vorgesehen, den die EDF im September aufgestellt hatte. Das ist einer der Gründe, warum es in Frankreich im kommenden Winter zu Strommangel kommen könnte. „Wir befinden uns in dieser angespannten Situation, weil der französische Kernkraftpark nicht seine volle Kapazität erreicht“, bedauert Xavier Piechaczyk, Vorstandsvorsitzender des Netzbetreibers RTE.

    Anhaltende Probleme mit den Reaktoren
    Diese Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren ist die Folge von anhaltenden Problemen, die an mehreren Reaktoren auftreten. Zu diesen Anomalien gehören insbesondere Risse in den Kühlkreisläufen der Reaktoren. „In den letzten 20 Jahren wurde zu wenig in die Kernenergie investiert“, stellt Phuc-Vinh Nguyen, Forscher im Bereich Energiepolitik, gegenüber dem Sender France 2 fest. Um diese Probleme zu kompensieren, muss Frankreich dringend Energie sparen und Strom aus dem Ausland – zum Beispiel aus Deutschland – importieren.

  • Atomkraft: Greenpeace kritisiert Fortsetzung des Atomhandels mit Russland als „skandalös“

    Atomkraft: Greenpeace kritisiert Fortsetzung des Atomhandels mit Russland als „skandalös“

    Greenpeace hat am Dienstag eine Uranlieferung aus Russland dokumentiert. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine fordert die NGO die „endgültige Einstellung“ dieses „nuklearen Handels“.

    Greenpeace forderte am Dienstag, dem 29. November, die französische Regierung auf, „die Verträge über den Uranhandel“ zwischen Frankreich und Russland zu stoppen. Die Lieferungen gehen trotz des Krieges in der Ukraine weiter, da es keine internationalen Sanktionen gegen die zivile russische Atomkraft gibt.

    In einer Erklärung fordert Greenpeace die „endgültige Einstellung aller Atomgeschäfte mit Russland“.

    Die NGO fordert außerdem „die Kündigung aller laufenden Verträge zwischen der französischen Atomindustrie und dem russischen Rosatom sowie deren Tochtergesellschaften, beginnend mit den Verträgen über den Uranhandel zwischen Tenex, einer Tochtergesellschaft von Rosatom, und der EDF bzw. Orano“.

    „Die Fortsetzung des Atomhandels mit Russland, während der Krieg in der Ukraine tobt, ist skandalös“, kritisiert Pauline Boyer, Kampagnenleiterin für Atomkraft und Energiewende bei Greenpeace Frankreich.

    Am Dienstagmorgen wurden „Dutzende Fässer mit angereichertem Uran und zehn Container mit Natururan aus Russland“ per Frachtschiff in den Hafen von Dünkirchen gebracht, um „auf einen Zug und mehrere LKWs verladen zu werden, deren Ziel Pierrelatte in Frankreich und/oder Lingen in Deutschland sein könnte“, so Greenpeace.

    Der Kernkraftwerksbauer und Brennstofflieferant Framatome, eine Tochtergesellschaft der EDF, erklärte am Dienstagabend lediglich, dass es sich um eine „Lieferung von Material für die Herstellung von Kernbrennstoffen“ an seine Fabrik in Romans-sur-Isère (Drôme) handele. Dieser Brennstoff sei anschließend für seine „Kunden und insbesondere den französischen Kernkraftwerkspark“ bestimmt.

    Der Atomkonzern Orano (ehemals Areva) hatte zuvor erklärt, dass „diese Transporte weder seine Materialien noch seine Anlagen betrafen“.

    Orano bestätigte jedoch, dass man im Rahmen eines 2020 unterzeichneten Vertrags über ein Gesamtvolumen von 1.150 Tonnen „fünf oder sechs“ Transporte von Uran an die Wiederaufbereitungsanlage Seversk des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom geliefert habe.

    „Als der Krieg ausbrach, gab es keine Sanktionen, aber wir haben die Entscheidung getroffen, diesen Vertrag auslaufen zu lassen, und der letzte Transport fand im Oktober statt“, erklärte ein Orano-Sprecher.

    URT oder Recycling-Uran, das bei der Brennstoffaufbereitung anfällt, kann nach Umwandlung und erneuter Anreicherung wieder zur Herstellung von Brennstäben verwendet werden. Dieses URT wurde nach Russland exportiert, weil Orano „nicht über eine Konversionswerkstatt verfügt“, erklärte der Sprecher.

    Die EDF unterzeichnete 2018 einen Vertrag im Wert von 600 Mio. Euro mit einer Rosatom-Tochtergesellschaft namens Tenex über „die Wiederaufbereitung des Urans der EDF“.

    „Die Entscheidung, bestimmte Beziehungen fortzusetzen, wurde insbesondere im Einklang mit den internationalen Sanktionen getroffen“, kommentierte die EDF, ohne auf einen bestimmten Vertrag Bezug zu nehmen.

  • Kernenergie: Branche rechnet mit 130.000 Neueinstellungen über zehn Jahre

    Kernenergie: Branche rechnet mit 130.000 Neueinstellungen über zehn Jahre

    Insbesondere der Stromversorger EDF spricht von massiven Neueinstellungen, um auf die Vergrösserung des Atomprogramms zu reagieren und teilweise verloren gegangene Kompetenzen wiederzuerlangen.

    Massive Neueinstellungen in der Kernenergiebranche geplant: Die EDF und andere Firmen in diesem Bereich werden in den nächsten zehn Jahren jährlich 13.000 neue Mitarbeiter benötigen. Es geht darum, im Hinblick auf den Bau der von Emmanuel Macron angekündigten neuen Generation von EPR2-Kraftwerken die Kapazitäten aufzustocken… Um die neuen Kraftwerke bauen zu können, muss die Branche zahlreiche in Frankreich verloren gegangene Kompetenzen wiedererlangen.

    Für keinen der sechs von Emmanuel Macron gewünschten EPR2-Kernreaktoren gibt es bisher einen festen Auftrag: Und das aus gutem Grund, denn die Phasen der öffentlichen Anhörungen haben gerade erst begonnen. Und die notwendigen Gesetzestexte werden nicht vor nächstem Jahr ins Parlament kommen. Aber nach dem industriellen Desaster des EPR in Flamanville darf sich der Nuklearsektor keine Fehler mehr erlauben. Die Probleme mit den beruflichen Fähigkeiten und dem Personalbestand, die die Baustelle in Flamanville belasteten und insbesondere die Nacharbeit besonders schwieriger Schweißnähte erforderlich machten, sollen nicht länger hingenommen werden.

    Die Atomindustrie will ab sofort notwendige Schulungen durchführen, da sie weiß, dass Mitarbeiter in bestimmten Berufen nicht einfach zu finden sein werden. Es handelt sich insbesondere um Schweißer, Kesselbauer, Rohrleger, die für den Bau und die Unterhaltung von Kernkraftwerken unerlässlich sind. Darüber hinaus gibt es einen enormen Bedarf an Ingenieurberufen wie Bauingenieuren, Planungsingenieuren, Maschinenbauingenieuren und Projektleitern.

    Allein die EDF muss jährlich 3.000 neue Mitarbeiter einstellen und die anderen Unternehmen rechnen in den nächsten zehn Jahren jährlich mit 10.000 neuen Mitarbeitern. Dabei geht es sowohl darum, Abgänge zu kompensieren als auch darum, die Belegschaft für den Bedarf der künftigen Reaktoren zu erhöhen, wenn deren Bau tatsächlich bestätigt werden wird. Allein die neuen Reaktoren werden mindestens 40.000 Arbeitsplätze erfordern.

  • Energiekrise: Stromversorger EDF im Wettlauf gegen die Zeit zur Sicherung der Stromproduktion im Winter

    Energiekrise: Stromversorger EDF im Wettlauf gegen die Zeit zur Sicherung der Stromproduktion im Winter

    Der französische Stromversorger EDF kündigt den Normalbetrieb in 42 Reaktoren im Dezember und 46 Reaktoren im Januar nächsten Jahres an, um so zu versuchen, den Winter ohne Stromausfälle zu überstehen. Die Prognosen bleiben jedoch unsicher.

    der Stromversorger EDF sieht sich einem Wettlauf mit der Zeit ausgesetzt, um eine ausreichende Stromproduktion in diesem Winter zu sichern. Der staatliche Stromversorger kündigte am Dienstag, dem 7. November an, dass er im Dezember über 42 und im Januar über 46 Reaktoren im Normalbetrieb verfügen wolle. Derzeit sind nur 30 der 56 französischen Reaktoren in Betrieb. Das Erreichen dieses Versprechens bleibt jedoch unsicher, da der Konzern die Wiederinbetriebnahme von vier Reaktoren in der vergangenen Woche verschieben musste.

    42 Reaktoren im Dezember und 46 im Januar im Normalbetrieb: Auch das ist immer noch eine niedrige Verfügbarkeit. Auf jeden Fall niedriger als der Wirtschaftsminister Bruno Le Maire gehofft hatte. Er hatte sich auf das optimistischste Szenario von RTE, dem Betreiber des Stromnetzes, gestützt. Inzwischen rechnet RTE mit einem so genannten vorsichtigen Szenario: Das bedeutet, dass es keinen sehr kalten Winter geben darf. Andernfalls müsste RTE das rote Ecowatt-Signal mehrmals in der Wintersaison aktivieren und es würde wahrscheinlich zu Stromabschaltungen kommen. Wenn die nukleare Produktion noch weiter sinkt, könnte das das schlechteste Szenario bedeuten. Das heißt, selbst bei einem warmen Winter bestünde die Gefahr von Stromausfällen.

    Was das Risiko neuer Probleme in den Kraftwerken betrifft, bleibt die EDF vorsichtig. Man will keinen zu grossen Optimismus mehr zeigen, wie es Ende Oktober vor dem Senat der Fall war. „Es ist immer die gleiche Frage, was garantieren Sie heute?“, erklärte Régis Clément, der stellvertretende Direktor des EDF-Kernkraftwerksparks. „Ich kann nur erklären, dass wir auf ein außergewöhnliches Mobilisierungsniveau verpflichtet sind, und mit uns die Unternehmen, die an den Reaktoren arbeiten. Wir sind also ziemlich zuversichtlich“.

    Ob die 42 Reaktoren im Dezember und die 46 Reaktoren im Januar funktionieren, bleibt jedoch nur eine Prognose. In der vergangenen Woche musste EDF erneut vier Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme seines Reaktorparks bekannt geben. Zwei davon wegen neuer Entdeckungen von Problemen mit Spannungsrisskorrosion. Dabei handelt es sich um Mikrorisse in den Rohrleitungen. Sie traten erst ganz am Ende der Tests an den Reaktoren der Kraftwerke Cattenom im Département Moselle und Penly im Département Seine-Maritime auf. Hinzu kam die Weigerung der ASN (Autorité de sûreté nucléaire), dem Wiederanfahren eines Reaktors in Cattenom zuzustimmen. Die für später geplanten Reparaturen müssen nun sofort durchgeführt werden. Ein Vorfall am Mittwoch, den 2. November, im AKW Civaux: Der Ausstoß eines radioaktiven Elements bei einem Test und ein Leck zeigen, wie brüchig diese Prognosen sind.

    Um zu versuchen, weitere Verzögerungen zu vermeiden, hat der Stromversorger zunächst seine Teams verstärkt, indem er zusätzlich zu den 500 bereits beschäftigten Spezialschweißern rund 100 kanadische und amerikanische Schweißer einstellte. Er änderte seinen sehr komplexen Zeitplan für die Wartung von Kernreaktoren, um möglichst viele Reaktoren in der Wintersaison am Netz zu haben.

  • Neues Atomgesetzes: Was die französische Regierung umsetzen will

    Neues Atomgesetzes: Was die französische Regierung umsetzen will

    Ein neuer Gesetzentwurf wurde am Mittwoch, dem 2. November, im Ministerrat vorgestellt. Er zielt darauf ab, den Bau neuer Atomreaktoren zu beschleunigen.

    Die Regierung legte am Mittwoch, dem 2. November, im Ministerrat einen Gesetzentwurf zur Beschleunigung des Baus von Atomreaktoren vor, während die öffentliche Debatte über den Stellenwert der Atomenergie in Frankreich gerade erst beginnt.

    „Wenn wir sowohl energiepolitisch unabhängig sein als auch unsere Klimaziele einhalten wollen, müssen wir die fossilen Energien durch kohlenstoffarme Energien ersetzen. Die Kernenergie ist heute die kohlenstoffärmste aller Lösungen, über die wir verfügen“, rechtfertigte Ministerin Agnès Pannier-Runacher am Freitag im Kernkraftwerk Chinon (Indre-et-Loire) den Schritt der Regierung. Der Bedarf an Elektrizität wird steigen und das Land will und muss sich von fossilen Brennstoffen befreien.

    Der Gesetzentwurf sieht den Bau neuer kleinerer Kernkraftwerke (EPR) vor. Die ersten beiden sollen in Penly (Seine-Maritime) und anschließend in Gravelines (Nord) errichtet werden. Der Standort eines dritten Reaktorneubaus ist noch nicht festgelegt, aber das Rhonetal (Bugey oder Tricastin) wird in Betracht gezogen.

    Emmanuel Macron könnte den Grundstein noch vor dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2027 legen, auch wenn die Inbetriebnahme des ersten neuen EPR-Kraftwerks nicht vor 2035 oder gar 2037 erfolgen wird.

    Der am Mittwoch vorgestellte Gesetzentwurf zielt darauf ab, „Zeit zu sparen“, indem die Verwaltungsverfahren vereinfacht werden: So wären die Standorte beispielsweise von der Stadtplanungsgenehmigung befreit, da die Konformitätskontrolle von staatlichen Stellen übernommen würde. Die Projekte sollen „dem überwiegenden öffentlichen Interesses entsprechen, was es ihnen ermöglicht, von einer der Bedingungen für die Gewährung von Ausnahmen in Bezug auf geschützte Arten zu profitieren“, heißt es in dem Gesetzentwurf. Und die Arbeiten an Gebäuden, die nicht für die Aufnahme radioaktiver Stoffe bestimmt sind, können schon vor Abschluss der öffentlichen Anhörung durchgeführt werden.

    Der Gesetzentwurf „greift weder den laufenden Beratungen noch den künftigen Energie- und Klimagesetzen vor, die letztendlich entscheiden werden“, versicherte das Umweltministerium. „Wir wünschen uns eine Zustimmung der Bevölkerung und der gewählten Volksvertreter“, sagte Ministerin Agnès Pannier-Runacher in Chinon. Die Parlamentarier sollen ab der zweiten Hälfte des Jahres 2023 über Frankreichs neue Klima-Energie-Strategie abstimmen.

    Bis dahin können die Franzosen ihre Meinung äußern. Eine öffentliche Debatte über den Bau der sechs EPR-Kernkraftwerke hat bereits am 27. Oktober begonnen und wird bis zum 27. Februar dauern. Gleichzeitig wird von der Regierung bis zum 31. Dezember eine weitere, umfassendere Diskussion zum Thema Energie organisiert, die insbesondere online durchgeführt wird (concertation-energie.gouv.fr).

    Diese beiden Prozesse, deren Zusammenfassungen anschliessend den Parlamentariern übergeben werden, sollen die Planungen des Netzbetreibers RTE bis 2050 beeinflussen. Alle diskutierten Szenarien beinhalten einen Anstieg der erneuerbaren Energien mit einem variablen Anteil an Kernenergie (oder gar keiner Kernenergie, was jedoch zu sehr proaktiven Sparmaßnahmen zwingen würde). Frankreich, das rund 70% seines Stroms aus der Kernkraft bezieht, hatte 2015 beschlossen, seine Versorgungsquellen zu diversifizieren, indem es 14 seiner 58 Reaktoren stilllegen wollte (zwei davon sind bereits geschlossen), bevor Emmanuel Macron Ende 2021 eine Kehrtwende ankündigte.

  • Kernkraft: Stromversorger EDF senkt seine Produktionsschätzung für 2022

    Kernkraft: Stromversorger EDF senkt seine Produktionsschätzung für 2022

    Der Stromversorger gab nicht an, ob sich diese Korrektur der Atomstromproduktion auch auf seine Finanzergebnisse auswirken wird.

    Die EDF passt ihre Prognosen an. Der Konzern gab am Donnerstag, dem 3. November, bekannt, dass er seine Atomstromproduktion für das Jahr 2022 nach unten korrigieren muss, insbesondere aufgrund der längeren Abschaltung mehrerer Reaktoren wegen Korrosionsproblemen. Das Unternehmen rechnet für das Jahr 2022 mit 275-285 TWh (Terawattstunden) nuklearer Produktion, gegenüber den zuvor prognostizierten 280-300 TWh.

    Diese Revision hängt insbesondere mit der „Verlängerung der Abschaltdauer von vier Kernreaktoren zusammen, die vom Programm zur Kontrolle und Reparatur von Spannungsrisskorrosion betroffen sind“, erklärt der Stromversorger EDF. Der Energieriese, dessen Reaktoren derzeit fast zu 50% nicht am Netz sind, machte auch die Streikbewegung in den Kraftwerken im Herbst 2022 verantwortlich, die sich „auf die Planungen der Wartungsarbeiten“ ausgewirkt habe.

    Ein Risiko für die finanzielle Gesundheit des Konzerns

    Die EDF gab allerdings nicht an, ob diese Abwärtskorrektur der Nuklearproduktion Auswirkungen auf seine Finanzergebnisse haben wird. Letzte Woche prognostizierte der Konzern jedoch bereits finanzielle Auswirkungen aufgrund der geringeren Atomstromproduktion in Höhe von 32 Milliarden Euro auf sein Bruttobetriebsergebnis (Ebitda), ein buchhalterischer Indikator für die Rentabilität, an.

    Die Atomstrom-Produktion der EDF befindet sich auf einem historischen Tiefstand, da fast die Hälfte der 56 Reaktoren (nur 29 sind in Betrieb) wegen geplanter Wartungsarbeiten oder vermuteter oder tatsächlicher Korrosionsprobleme nicht zur Verfügung stehen. In den ersten neun Monaten des Jahres belief sich die Nuklearproduktion in Frankreich auf 209,2 TWh, das sind 59 TWh weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021.

  • Atomkraft: Regierung will den Bau von EPR-Reaktoren beschleunigen

    Atomkraft: Regierung will den Bau von EPR-Reaktoren beschleunigen

    Am Mittwoch, dem 2. November, wurde im Ministerrat ein Gesetzentwurf vorgelegt, der den Bau von sechs EPR, Kernreaktoren der neuen Generation, beschleunigen soll. Die Exekutive will die Verwaltungsverfahren vereinfachen. Am Fuße der normannischen Klippen von Penly (Seine-Maritime) sollen die beiden herkömmlichen Atomreaktoren bis 2035-2037 um zwei EPR-Kraftwerke erweitert werden. Um den Prozess zu beschleunigen, schlägt die Regierung vor, die Verwaltungsvorschriften zu vereinfachen. Befreiung von der Stadtplanungsgenehmigung, Beginn der Arbeiten vor Abschluss der öffentlichen Anhörung, Ausnahmeregelungen für geschützte Arten… Ein Gesetzentwurf mit all diesen Maßnahmen wurde am Mittwoch, dem 2. November, im Ministerrat vorgestellt. Umweltverbände kritisieren die Maßnahmen.Die lokale Industrie freut sich über diese Nachricht, insbesondere im Hinblick auf die Beschäftigung. Um den alternden Kernkraftwerkspark abzulösen, ist die Errichtung von acht modernen EPR-Kraftwerken geplant, an be…

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  • Kernkraft: Lohnvereinbarung nach wochenlangem Streik in den EDF-Atomkraftwerken

    Kernkraft: Lohnvereinbarung nach wochenlangem Streik in den EDF-Atomkraftwerken

    Die Arbeiter in den französischen Kernkraftwerken kehren allmählich wieder an ihre Arbeitsplätze zurück, nachdem mit der EDF-Führung eine Einigung über Lohnerhöhungen erzielt wurde. Die Streiks hatten am 13. September begonnen. Nach den Raffinerien nun die Atomkraftwerke: Die Geschäftsleitung des Stromversorgers EDF und die Gewerkschaften haben sich darauf geeinigt, dass die Arbeit in den Kraftwerken, die bestreikt wurden, wieder aufgenommen wird. Die Beschäftigten erhalten Lohnerhöhungen und Einmalzahlungen. Diese Streikbewegung hatte weniger Aufsehen erregt als die der Raffineriebeschäftigten, war aber auch sehr real: Bis zu 12 der Kernkraftwerke in Frankreich waren betroffen. Die ersten Beschäftigten, die die Arbeit wieder aufnahmen, waren am vergangenen Freitag die Arbeiter in Gravelines, wo sich das leistungsstärkste Kraftwerk Westeuropas befindet. Die von der CGT als Bedingung für die Beendigung des Arbeitskampfes geforderte Erhöhung von mindestens 200 Euro pro Monat für alle wur…

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