Schlagwort: Atomenergie

  • Gabriel Attal kündigt eine öffentliche Konsultation zur Energie- und Klimastrategie Frankreichs an

    Gabriel Attal kündigt eine öffentliche Konsultation zur Energie- und Klimastrategie Frankreichs an

    Die Konsultation soll sich einerseits auf die energiepolitische Roadmap Frankreichs – welche Energien, nuklear und erneuerbar, für die Jahre 2030 und 2035 – und andererseits auf den Plan zur Reduktion der Kohlenstoffemissionen konzentrieren. Eine „große Konsultation“ unter der Schirmherrschaft der Nationalen Kommission für öffentliche Debatten (CNDP) wird zur Energie- und Klimastrategie Frankreichs gestartet, wie das Büro des Premierministers im Palais Matignon am Freitag, dem 15. März, ankündigte. Die Konsultation wird sich einerseits auf die energiepolitische Roadmap Frankreichs – welche Energien, nuklear und erneuerbar, für die Jahre 2030 und 2035 – und andererseits auf den Plan zur Reduktion der Kohlenstoffemissionen konzentrieren. „Das Anschreiben zur Einberufung wird in Kürze verschickt“, erklärte das Palais Matignon, ohne weitere Details zum Zeitplan oder zur Organisation zu geben. Neues Gesetzesprojekt zur Energie auf unbestimmte Zeit verschoben“Was wir jetzt erwarten, ist eine…

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  • Atomkraft: Emmanuel Macron bekräftigt Frankreichs Engagement für die Kernenergie

    Atomkraft: Emmanuel Macron bekräftigt Frankreichs Engagement für die Kernenergie

    Emmanuel Macron bekräftigte erneut die Unterstützung Frankreichs in Bezug auf die Kernenergie. Der „Plan France 2030“, ein im Jahr 2021 eingeführter Finanzierungsplan für Innovationen, war am Montag, dem 11. Dezember, Gegenstand einer Zwischenbilanz von Präsident Emmanuel Macron in Toulouse. Unter den hervorgehobenen Entwicklungsschwerpunkten wurde ein besonderer Schwerpunkt auf die Kernenergie gelegt. Die Rolle des Atomstroms wird immer mehr in den Mittelpunkt der Debatten gerückt, um eine kohlenstofffreie, kostengünstigere Energie zu entwickeln. Die Forschung rund um die Kernfusion, die eine Stromproduktion in großen Mengen mit wenig radioaktiven Abfällen ermöglichen würde, wird neben anderen Technologien, darunter etwa supraleitende Magnete, an prominenter Stelle angesiedelt. Der französische Präsident wollte in Toulouse die Prioritäten des Handelns in Frankreich neu setzen. Beobachter, darunter auch Wirtschaftswissenschaftler, hatten dem Plan France 2030 vorgeworfen, die staatliche…

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  • Die englische Atomanlage Sellafield stellt eine Bedrohung für ganz Europa dar

    Die englische Atomanlage Sellafield stellt eine Bedrohung für ganz Europa dar

    Nach Recherchen, die etwa ein Jahr dauerten, behaupten Journalisten des Guardian nun, dass die britische Atomanlage Sellafield für die Europäer gefährlich werden könnte. Die Anlage weist Lecks auf, aus denen Radioaktivität austritt und die Anlage war berits mehrfach Ziel von Cyberangriffen. Die hochsensible Atomanlage Sellafield – die als die gefährlichste in ganz Europa gilt – steht heute im Mittelpunkt des Interesses nicht nur der britischen Behörden, sondern auch der europäischen Entscheidungsträger. Es war eine einjährige Untersuchung, die von unseren Kollegen des Guardian durchgeführt wurde, die das Feuer entfachte. Die Journalisten kamen zu dem Schluss, dass die Anlage, die an der Irischen See liegt, eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für Europa darstellt. Auf dem 6 km² großen Gelände der Anlage befindet sich unter anderem das älteste Kernkraftwerk der Welt mit 400 Gebäuden und 10.000 Angestellten. Sellafield beherbergt außerdem das größte Plutoniumlager der Welt. Hier stell…

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  • Umfrage: Jeder zweite Franzose befürwortet Bau neuer Atomkraftwerke

    Umfrage: Jeder zweite Franzose befürwortet Bau neuer Atomkraftwerke

    Das Institut de radioprotection et de sûreté nucléaire weist aber auch auf die wachsende Besorgnis der Franzosen über die Frage der Lagerung von Atommüll hin. 50% der Franzosen befürworten den Bau neuer Atomkraftwerke, ein Anstieg um sechs Punkte innerhalb eines Jahres, so eine Umfrage des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN), die am Montag, dem 18. September veröffentlicht wurde. Seit mehr als 30 Jahren verfolgt das Institut die Wahrnehmung von Risiken nuklearer Energieerzeugung in der öffentlichen Meinung. Einer von vier Franzosen spricht sich strikt gegen neue Kernkraftwerke aus. Die Sichtweise der Franzosen hat sich in Bezug auf den Bau von Kernkraftwerken geändert. So sagen jetzt 65 % der Franzosen, dass „der Bau von Kernkraftwerken eine gute Sache ist“, was einem Anstieg um fünf Punkte entspricht, während 11 % (- 5 Punkte) damit nicht einverstanden sind. Die Unabhängigkeit der Energieversorgung ist für 43 % der Befragten ein wichtiges Argument für die Kerne…

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  • Frankreich: Wiederanfahren des Atomkraftwerks Golfech wegen Hitzewelle verzögert

    Frankreich: Wiederanfahren des Atomkraftwerks Golfech wegen Hitzewelle verzögert

    Der Kraftwerksbetreiber EDF will verhindern, dass die für den Fluss Garonne, in den das Kraftwerk sein Kühlwasser einleitet, vorgeschriebenen Temperaturen überschritten werden.

    Der Kraftwerksbetreiber EDF verschob am Montag, dem 21. August, den Neustart eines Kernreaktors im Kraftwerk Golfech (Tarn-et-Garonne), nordwestlich von Toulouse. Dies ist eine der Folgen der Hitzeperiode, die in diesem August weite Teile Südfrankreichs betrifft. Der Stromversorger will so verhindern, dass die Höchstwerte für die Wassertemperaturen in der Garonne, in die das Kraftwerk sein Kühlwasser einleitet, überschritten werden.

    Derzeit erzeugt das Atomkraftwerk Golfech, das wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet war, keinen Strom mehr. Die EDF beschloss nun, die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 zu verzögern, und auch Reaktor Nummer 1 bleibt abgeschaltet. Ursprünglich war die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 2 für den 13. August und die von Reaktor 1 für den 20. August angekündigt.

    Die Stromversorgung insgesamt wird durch diese Maßnahme nicht beeinträchtigt, da die Nachfrage in Frankreich derzeit gering ist: rund 40.000 MW gegenüber beispielsweise rund 70.000 MW im Januar. Von 56 französischen Reaktoren sind derzeit 23 abgeschaltet, die meisten davon aufgrund von Wartungsarbeiten.

    Die Abschaltungen aufgrund der Hitze haben insgesamt nur sehr geringe Auswirkungen. Die EDF schätzt, dass sie im Durchschnitt 0,3 % der Produktion der letzten 20 Jahre betreffen. Aber es besteht die Gefahr, dass sie sich künftig häufen werden. Vor dem Wochenende vom 19. und 20. August hatte der Stromversorger EDF Warnungen für die Reaktoren Bugey (Ain) und Tricastin (Drôme und Vaucluse) herausgegeben. Diese wurden schließlich jedoch aufgehoben oder verschoben. Die derzeitige Hitzewelle wird allerdings die Temperatur der Flüsse, in die die Kraftwerke das Wasser einleiten, das sie zur Kühlung der Reaktoren verwenden, weiter ansteigen lassen. Und das könnte Abschaltungen oder Produktionsdrosselungen bedeuten, um zu verhindern, dass die Temperatur-Limits überschritten werden.

    Der Betrieb von Kraftwerken, die Wasser aus Flüssen (oder ggf. aus dem Meer) zur Kühlung verwenden, bevor sie es wärmer wieder in die Umwelt abgeben, wird nämlich durch Schwellenwerte für die Erwärmung und die Durchflussmenge dieses Wassers eingegrenzt.

    Im Jahr 2022 war es der EDF mehrmals gestattet worden, diese Limits zu überschreiten. Die Reaktoren in Golfech sowie die Reaktoren in Bugey, Tricastin, Saint-Alban (Isère) und Blayais (Gironde) hatten die Erlaubnis erhalten, diese Höchsttemperaturen vorübergehend zu überschreiten, und alle, mit Ausnahme des Kraftwerks Blayais, machten damals von diesen Maßnahmen Gebrauch.

    Das von einem Kraftwerk in Flüsse wieder eingeleitete Kühlwasser ist zwangsläufig wärmer als das Wasser des Flusses. Normalerweise löst sich dieser Wärmeunterschied auf natürliche Weise auf, doch in Trocken- und Hitzezeiten wird dies durch die Temperatur des natürlichen Wassers und die mangelnde Fließgeschwindigkeit des Flusses erschwert. Um die Temperaturnormen einzuhalten, verlangsamt die EDF daher die Produktion des Atomstroms oder stellt sie an manchen Standorten vollständig ein und leitet das Wasser in dafür vorgesehene Becken in den Kraftwerken ab. Im Jahr 2022 war der Kontext allerdings ein anderer, es ging darum, die Stromproduktion aufrechtzuerhalten und zu vermeiden, dass zu viel Gas aus den durch das Embargo gegen Russland geschwächten Gasvorräten abgezapft wird.

  • Betrieb von französischen Kernkraftwerken kan bei zu hohen Temperaturen gestört werden

    Betrieb von französischen Kernkraftwerken kan bei zu hohen Temperaturen gestört werden

    Während zwei Drittel des Grundwassers in Frankreich immer noch unter dem Normalwert liegen, kann der Betrieb von Kernkraftwerken auch gestört werden, wenn bestimmte Kriterien für die Temperatur von Wasserläufen überschritten werden. Dies erklärt Karine Herviou, Generaldirektorin am Institut de radioprotection et de sûreté nucléaire (Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit) auf Franceinfo.

    Der Betrieb von Atomkraftwerken „kann gestört werden, wenn bestimmte Temperatur- oder Abflusskriterien in diesen Wasserläufen überschritten werden, wie es im letzten Jahr der Fall war“, erklärte Karine Herviou, stellvertretende Generaldirektorin, die für Nukleare Sicherheit beim Institut für Strahlenschutz und Nukleare Sicherheit (IRSN) zuständig ist, am Mittwoch auf dem Sender Franceinfo. Zwei Drittel der Grundwasserspiegel in Frankreich liegen immer noch unter den normalen Werten. Laut dem Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM), das für die Überwachung des Grundwassers zuständig ist, entwickelt sich der Zustand des Grundwassers „nur geringfügig und bleibt insgesamt unbefriedigend“.

    Die Kraftwerke entnehmen das Wasser für die Kühlung direkt aus den Flüssen. In Frankreich gibt es 38 Reaktoren, die an Flussufern stehen. Ihr Betrieb kann gestört werden, wenn bestimmte Temperatur- oder Durchflusskriterien in diesen Wasserläufen überschritten werden, wie es schon im letzten Jahr der Fall war. Im Kraftwerk Bugey beispielsweise muss der Betreiber EDF, wenn die Wassertemperatur nach dem Kühldurchlauf im Kraftwerk 26 Grad übersteigt, aufgrund von Umweltauflagen die Leistung der Reaktoren begrenzen oder sie ganz abschalten, um die Umwelt nicht zu sehr zu erwärmen.

    Das würde zu einem Produktionsstopp bei der Stromerzeugung führen. Ein Kraftwerk muss bestimmte Mengen an Wärmeabwässern in die Natur einleiten. Sind die Temperaturen zu hoch oder der Wasserstand zu niedrig kann es nicht mehr betrieben werden.

  • Energie: Der französische Staat renationalisiert den Stromerzeuger EDF zu 100 %

    Energie: Der französische Staat renationalisiert den Stromerzeuger EDF zu 100 %

    Verlangsamt durch den Widerstand der Kleinaktionäre konnte die 100%ige Wiederverstaatlichung des Stromerzeugers EDF am Donnerstag, fast ein Jahr nach der Entscheidung der Regierung, endlich vollzogen werden. Die Exekutive will so in der Lage sein, die Atomkraft in Frankreich wiederzubeleben. Trotz der Widerstand der Kleinaktionäre „hat der französische Staat heute das Verfahren zum obligatorischen Rückkauf der Kapitalanteile von EDF durchgeführt“, wie das Wirtschaftsministerium am Donnerstag, dem 8. Juni in einer Pressemitteilung erklärte. „Folglich hält der Staat nun das gesamte Kapital und die gesamten Stimmrechte von EDF“. Die französische Finanzmarktaufsicht (AMF) hatte Ende Mai den 8. Juni als Stichtag angekündigt, an dem die Aktionäre, die die noch ausstehenden 2 % der Aktien besaßen, gezwungen sein würden, ihre Anteile zu verkaufen, wodurch der Staat 100 % des Kapitals halten wird. „Diese Wiedererlangung der vollständigen Kontrolle über unseren nationalen Stromversorger war eine…

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  • Ukraine-Krieg: Gefahr eines „schweren Atomunfalls“ im Kraftwerk Saporischschja – Evakuierungen im Gange

    Ukraine-Krieg: Gefahr eines „schweren Atomunfalls“ im Kraftwerk Saporischschja – Evakuierungen im Gange

    Die Internationale Atomenergiebehörde warnt vor der Gefahr eines „schweren nuklearen Unfalls“ im Kraftwerk Zaporijjia. Die russischen Streitkräfte haben mit der Evakuierung von Zivilisten begonnen.

    Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnte am Samstag, dem 6. Mai, vor der Gefahr eines „schweren nuklearen Unfalls“ in dem von russischen Streitkräften besetzten Kraftwerk Saporischschja in der Ukraine. Mit der Evakuierung der nahe gelegenen Stadt Saporischschja, in der die meisten Angestellten leben, wurde wegen der „potenziell gefährlichen“ Situation um den Standort bereits begonnen.

    „Die Situation im Gebiet in der Nähe des Atomkraftwerks Saporischschja wird zunehmend unvorhersehbar und potenziell gefährlich“, warnte der Leiter der Agentur, Rafael Grossi, in einer IAEO-Erklärung.

    Das größte Kraftwerk in Europa, wurde seit Beginn des Konflikts mehrmals beschossen. Die Experten der IAEO, die sich vor Ort befinden, berichten weiterhin von Bombardements in der Gegend, das letzte am Freitagabend, heißt es in der Erklärung.

    Man beobachtete die Situation genau, um „mögliche Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit zu erkennen“, sagte Rafael Grossi. „Diese große nukleare Anlage muss geschützt werden. Ich werde weiterhin Druck ausüben, damit sich alle Parteien zu diesem lebenswichtigen Ziel verpflichten, und die IAEO wird weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um dazu beizutragen, die nukleare Sicherheit und Sicherung des Kraftwerks zu gewährleisten“.

    Am Freitag hatte der von Moskau eingesetzte Regionalbeamte Jewgeni Balitski eine teilweise Evakuierung von 18 Orten unter russischer Besatzung in der Region Saporischschja, insbesondere in Energodar, angekündigt. Diese gibt jedoch weiteren Anlass zur Sorge.

    Ivan Fedorov, Bürgermeister von Melitopol, beklagte am Samstag auf Telegram eine zu schnelle „Evakuierung“. Am Kontrollpunkt Chongar auf der Straße, die von Melitopol auf die Krim führt, hätten sich riesige Warteschlangen gebildet, berichtet er. Dasselbe gilt für die Stadt Tokmak, wo sich lange Schlangen von Menschen bildeten, die Brot kaufen wollten und die meisten Tankstellen kein Benzin mehr hatten.

    Diese Evakuierungen, die laut dem russischen Regionalverwalter Balitski „vorübergehend“ sein sollen, betreffen in erster Linie Kinder mit ihren Eltern, ältere und behinderte Menschen sowie Krankenhauspatienten angesichts der seiner Meinung nach zunehmenden ukrainischen Bombenangriffe in den letzten Tagen.

    Die russischen Behörden planen die Evakuierung von rund 70.000 Menschen aus den von ihnen besetzten Ortschaften in der Region Saporischschja, wie ein anderer Beamter der Besatzungsverwaltung, Andrej Kozenko, von der Nachrichtenagentur TASS zitiert wurde.

    Eine Evakuierung der Beschäftigten des Atomkraftwerks, dessen sechs Reaktoren abgeschaltet sind, sei derzeit jedoch noch nicht geplant, kündigte Juri Tschernitschuk, der von den russischen Behörden ernannte Direktor des Kraftwerk-Standorts, am Samstag an.

    Die Belegschaft von Saporischschja habe sich seit Beginn des Konflikts allmählich verringert, heißt es in der IAEO-Mitteilung. Das Atomkraftwerk Saporischschja, das seit März 2022 von der russischen Armee kontrolliert wird, liegt am Ufer des Flusses Dnepr, der in diesem Gebiet die beiden Armeen trennt.

    Mitte April hatte IAEO-Direktor Rafael Grossi bereits gewarnt, dass man sich hinsichtlich der „Sicherheit“ des Kraftwerks „auf Bewährung“ befinde. Und obwohl die Reaktoren nicht in Betrieb sind, ist der Zustand einer Notstromleitung, von der die Kühlungen abhängen, von kritischer Wichtigkeit. Diese Leitung wurde am 1. März beschädigt und war Mitte April immer noch nicht repariert, wie die IAEO bedauert.

  • Atomkraft: Regierung sucht 100.000 Auszubildende

    Atomkraft: Regierung sucht 100.000 Auszubildende

    Mit mindestens sechs zu bauenden EPR-Kraftwerken und älteren Kraftwerken, die gewartet und überholt werden müssen, steht die Atomindustrie, die 2022 über 60% des Stroms in Frankreich lieferte, vor immensen Herausforderungen.

    Die französische Regierung sucht Ingenieure, Kesselschmiede und Schweißer für den Nuklearsektor. Die Branche muss innerhalb von 10 Jahren 100.000 Personen finden und ausbilden, um die Wiederbelebung der Atomenergie in Frankreich zu unterstützen, heißt es in einer Mitteilung, die der Regierung am Freitag, dem 21. April, übergeben wurde. Mit mindestens sechs zu bauenden EPR-Kraftwerken und älteren Reaktoren, die gewartet und repariert werden müssen, steht die französische Atomindustrie vor riesigen Herausforderungen, sowohl bei industriellen und menschlichen Ressourcen.

    Die im Februar 2022 von Emmanuel Macron angekündigte Wiederbelebung der Kernenergie verspricht „eines der wichtigsten Industrieprogramme für unser Land seit den 1990er Jahren“ zu werden, betont der Verband der französischen Kernenergieindustrie (Gifen) in einer Studie, die der Ministerin für den Energiewandel, Agnès Pannier-Runacher, und ihrem Kollegen für Industrie, Roland Lescure, übergeben wurde.

    Alle Ebenen von Personalmangel betroffen
    Die Branche, die derzeit 220.000 Arbeitsplätze bietet, rechnet damit, dass das erforderliche Arbeitsvolumen in den nächsten zehn Jahren in etwa 20 Bereichen um 25 % steigen wird. Im Einzelnen wird die Branche mit „60.000 vollzeitäquivalenten Einstellungen“ in ihren Kernberufen rechnen müssen, wovon „die Hälfte auf Abgänge in den Ruhestand oder in andere Wirtschaftssektoren entfällt“, heißt es in dem Bericht.

    Der Großteil der Bemühungen um dieses Beschäftigungswachstum wird sich vor allem auf die Zulieferer konzentrieren, und das, obwohl diese nicht immer die gleiche Attraktivität wie die großen Konzerne genießen, wie Olivier Bard, Generaldelegierter des Gifen, vor der Presse sagte. „Wir werden auf allen Ebenen einstellen müssen, vom Fachabitur bis zum Ingenieur“, betonte auch das Ministerium für Energiewende.

  • Finnland nimmt einen EPR-Reaktor französischer Bauart in Betrieb – nach 18 Jahren Bauzeit

    Finnland nimmt einen EPR-Reaktor französischer Bauart in Betrieb – nach 18 Jahren Bauzeit

    Der Atomreaktor wurde von dem französischen Konzern Areva und dem deutschen Konzern Siemens gebaut und ist der dritte sogenannte EPR, der weltweit in Betrieb ist.

    Es war eine der symbolischen Baustellen für die Schwierigkeiten des EPR, des von Frankreich entwickelten Atomreaktors der neuen Generation. Der Reaktor Olkiluoto 3 in Finnland wurde am Sonntag, dem 16. April, in Betrieb genommen. Er ist nun voll funktionsfähig, wie sein Betreiber TVO mitteilt.

    Der Reaktor ist der dritte EPR, der weltweit in Betrieb genommen wird, die beiden anderen befinden sich in China. Er wird der leistungsstärkste Reaktor, der in Europa in Betrieb ist. Das an der Südwestküste Finnlands gelegene Kraftwerk mit insgesamt drei Reaktoren erzeugt 30 % des Stroms des Landes. Eigentlich war der Atomreaktor bereits im Dezember 2021 in Betrieb genommen worden, befand sich jedoch vor seiner jetzt erfolgten tatsächlichen Inbetriebnahme in einer Testphase.

    Enorme Mehrkosten
    Dies ist das Ende einer 2005 begonnenen Riesen-Baustelle, die von dem deutschen Siemens-Konzern und dem französischen Areva-Konzern geleitet wurde. Enorme Mehrkosten waren einer der Hauptgründe für die Zerschlagung des Areva-Konzerns, der durch Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Euro belastet war. Es gibt zwar noch eine Struktur, deren Hauptaufgabe darin besteht, den Bau von Olkiluoto abzuschließen, aber der Großteil des Konzerns ist in den Besitz des französischen Kernkraftbetreibers  EDF übergegangen.

    In Frankreich wurde der 2007 begonnene Bau des EPR in Flamanville ebenfalls durch massive Verzögerungen beeinträchtigt, die vor allem auf Anomalien im Stahldeckel und im Reaktordruckbehälter zurückzuführen sind. Emmanuel Macron möchte baldmöglichst den Bau von sechs weiteren EPR der zweiten Generation in Frankreich in Angriff nehmen. Diese Technologie wurde auch für ein Kraftwerk mit zwei Reaktoren in Hinkley Point im Südwesten Englands ausgewählt. Der Beginn der Stromerzeugung dort ist derzeit für Mitte 2027 geplant, statt ursprünglich für 2025.

    Der Europäische Druckreaktor oder EPR (Evolutionary power reactor) ist ein Kernreaktor, der zur Gruppe der Druckwasserreaktoren gehört. Er ist ein Reaktor der Generation III nach der internationalen Klassifizierung.

    Es handelt sich um einen Hochleistungsreaktor (~1.600 MWe), der in den 1990er Jahren von dem deutsch-französischen Joint Venture NPI (Nuclear Power International) entwickelt wurde, das zu gleichen Teilen von Framatome SA und Siemens KWU gehalten wird. Seit 2011 wird der EPR von den Franzosen EDF und Framatome (ehemals Areva NP) entwickelt, nachdem sich Siemens KWU zurückgezogen hat.

    Im April 2023 sind drei EPR in Betrieb: zwei im Kernkraftwerk Taishan in China (Taishan 1 und 2, die 2018 bzw. 2019 den kommerziellen Betrieb aufgenommen haben) und ein dritter im Kernkraftwerk Olkiluoto in Finnland, der im März 2022 an das Netz angeschlossen und am 16. April 2023 in den kommerziellen Betrieb überführt wurde. Drei weitere EPR befinden sich im Bau: einer in Frankreich im Kernkraftwerk Flamanville und zwei im Vereinigten Königreich im Kernkraftwerk Hinkley Point. Acht weitere EPR sind in Planung: zwei im Kernkraftwerk Sizewell im Vereinigten Königreich und sechs im Kernkraftwerk Jaitapur in Indien.

    Eine verbesserte Version befindet sich in der Entwicklung, der EPR 2, von dem in Frankreich sechs bis vierzehn Reaktoren geplant sind.