Mehr als 1.000 Kilometer Stau: Frankreichs Urlauber brauchen starke Nerven

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Der große Urlauberwechsel zwischen Juli und August hat Frankreichs Autobahnen erneut an ihre Belastungsgrenze geführt. Am ersten Augustwochenende summierten sich die Staus am Samstag zur Mittagszeit auf mehr als 1.000 Kilometer. Besonders stark betroffen waren die wichtigsten Reiserouten in Richtung Atlantikküste, Mittelmeer und Spanien, auf denen sich der Verkehr über viele Stunden nur im Schritttempo bewegte.

Der französische Verkehrsinformationsdienst Bison Futé hatte den Samstag bereits im Vorfeld landesweit als „schwarzen Tag“ eingestuft – die höchste Warnstufe für den Straßenverkehr. Die Prognose bestätigte sich eindrucksvoll. Bereits am frühen Vormittag wurden mehrere Hundert Kilometer Stau registriert. Innerhalb weniger Stunden vervielfachte sich die Länge der Rückstaus und machte zahlreiche Ferienfahrten zu einer Geduldsprobe.

Der erste Samstag im August zählt traditionell zu den verkehrsreichsten Tagen des Jahres. Dann treffen die Urlauber, die ihre Ferien im Juli verbracht haben, auf jene, deren Sommerurlaub gerade beginnt. Während die einen den Heimweg antreten, zieht es die anderen an die Küsten, in die Berge oder in den sonnigen Süden Frankreichs.

Besonders angespannt zeigte sich die Lage auf der Autobahn A7 zwischen Lyon und dem Mittelmeer. Im Rhônetal, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas, reihten sich Fahrzeuge zeitweise auf einer Länge von rund 75 Kilometern aneinander. Auch auf der A9 in Richtung Montpellier, Perpignan und der spanischen Grenze stockte der Verkehr über viele Kilometer.

Erhebliche Verzögerungen entstanden außerdem auf der A10 zwischen Paris und Bordeaux, auf der A63 in Richtung Baskenland sowie auf den Autobahnen A61 und A62 rund um Toulouse und Narbonne. Viele Reisende hatten ihre Fahrt bewusst in die Nacht oder in die frühen Morgenstunden gelegt, um den erwarteten Verkehrsspitzen auszuweichen. Doch auch diese Strategie brachte nur begrenzten Erfolg. Schon vor Sonnenaufgang bildeten sich auf mehreren Ferienachsen lange Staus.

Für Familien mit Kindern bedeutete die Reise oft stundenlanges Warten. Rastplätze waren stark ausgelastet, an Tankstellen und Schnellladestationen entstanden zusätzliche Wartezeiten. Trotzdem blieb die Stimmung vieler Urlauber bemerkenswert gelassen. Wer an einem der verkehrsreichsten Wochenenden des Jahres Richtung Süden aufbricht, kalkuliert längere Verzögerungen häufig bereits mit ein.

Die sommerliche Hitze verschärfte die Situation zusätzlich. Autofahrer wurden dazu aufgerufen, ausreichend Trinkwasser mitzunehmen, regelmäßig Pausen einzulegen und Kinder oder Haustiere niemals in abgestellten Fahrzeugen zurückzulassen. Besitzer von Elektroautos profitierten davon, Ladestopps frühzeitig zu planen und nicht erst mit nahezu leerem Akku eine überfüllte Rastanlage anzusteuern.

Am Sonntag entspannte sich die Verkehrslage zwar spürbar, doch von freier Fahrt konnte noch keine Rede sein. Vor allem im Süden Frankreichs blieb das Verkehrsaufkommen hoch. Das Wochenende zeigte einmal mehr, dass die französischen Ferienautobahnen während des großen Urlauberwechsels kaum Spielraum für zusätzliche Belastungen bieten. Bereits kleinere Unfälle oder Pannen reichen aus, um kilometerlange Rückstaus auszulösen.

Autor: Andreas M. Brucker

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