Kategorie: Wirtschaft

  • Französische Bauern schlagen Alarm – „Unsere Felder sind kein Spielplatz für Freihandel“

    Französische Bauern schlagen Alarm – „Unsere Felder sind kein Spielplatz für Freihandel“

    Traktoren auf den Straßen, blockierte Kreisverkehre, umgedrehte Ortsschilder: Frankreichs Landwirtinnen und Landwirte greifen zu drastischen Mitteln. Der Grund? Immer mehr Agrarimporte fluten den Markt – häufig zu Dumpingpreisen, mit geringeren Standards produziert, aber in französischen Supermärkten präsent. Und das, während heimische Betriebe unter strengsten Umwelt- und Tierschutzauflagen ächzen. Das nennen viele von ihnen: konkurrenzwidrig und existenzbedrohend. Was mancherorts wie ein lokales Ärgernis wirkt, ist in Wahrheit ein flächendeckender Aufschrei einer Branche am Limit. Eine Protestwelle rollt durchs Land Am 25. und 26. September 2025 gingen in fast allen französischen Départements Hunderte Bauern auf die Straße. Die mächtige Bauerngewerkschaft FNSEA sowie die Jeunes Agriculteurs riefen zur landesweiten Mobilisierung auf – und Frankreichs Landwirtschaft zeigte Flagge. In den Departements Cher, Yvelines oder Indre-et-Loire rollten Traktorenkolonnen Richtung Städte, vor den …

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  • Der 2. Oktober als erneute Nagelprobe: Frankreichs Gewerkschaften setzen Lecornu unter Druck

    Der 2. Oktober als erneute Nagelprobe: Frankreichs Gewerkschaften setzen Lecornu unter Druck

    Es war ein Treffen, das als letzte Chance inszeniert wurde – und als Enttäuschung endete.Am Mittwoch kamen die Spitzen der französischen Gewerkschaften im Pariser Matignon-Palast mit Premierminister Sébastien Lecornu zusammen. Heraus gingen sie ernüchtert, manche sagen sogar frustriert: Keine klaren Antworten, keine greifbaren Zusagen, kein politischer Durchbruch. Stattdessen kündigte die Intersyndicale eine neue Mobilisierung an. Der 2. Oktober wird damit zur nächsten Etappe eines Konflikts, der sich immer stärker zuspitzt. Erwartungen, die ins Leere liefen Schon im Vorfeld war das Treffen mit hohen Erwartungen beladen. Nach der massiven Streikwelle am 18. September, als Hunderttausende Menschen durch die Straßen zogen, sollte die Regierung nun liefern.Marylise Léon von der CFDT beklagte, dass nicht einmal die geforderten Haushaltsunterlagen auf dem Tisch lagen. Sophie Binet von der CGT ging noch schärfer ins Gericht: Weder bei Steuerfragen, noch bei der Arbeitslosenversicherung, noch…

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  • Ernährung, Klima, Gesundheit – eine Strategie im Wartestand

    Ernährung, Klima, Gesundheit – eine Strategie im Wartestand

    Frankreich ringt mit einem Grundsatzkonflikt zwischen wissenschaftlichen Empfehlungen, politischem Realismus und wirtschaftlichen Interessen. Seit mehr als zwei Jahren wartet das Land auf die Veröffentlichung einer nationalen Strategie für Ernährung, Gesundheit und Klima. Nun machen über hundert Organisationen öffentlich Druck – und stellen unbequeme Fragen nach Legitimität, Lobbyeinfluss und politischer Verantwortung. Im Zentrum steht ein Dokument, das mehr sein sollte als ein Regierungsplan: eine kohärente Antwort auf die ökologischen und gesundheitlichen Herausforderungen der Gegenwart. Doch stattdessen steht die „SNANC“ – die Stratégie nationale pour l’alimentation, la nutrition et le climat – sinnbildlich für die Schwierigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Politik zu überführen.

    Ein Entwurf mit Ambition – und vielen Widersprüchen Die französische Strategie sollte ursprünglich bereits im Sommer 2023 vorliegen. Ihr Ziel war es, Ernährungspolitik, Gesundheitsprävention…

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  • Blois zieht die Zügel an: Kampf gegen leerstehende Läden im Herzen der Stadt

    Blois zieht die Zügel an: Kampf gegen leerstehende Läden im Herzen der Stadt

    In Blois tobt ein leiser, aber folgenreicher Konflikt: Die Stadtverwaltung geht entschieden gegen Eigentümer vor, deren Geschäftsräume seit Jahren leer stehen. Denn wo früher Schaufenster lebten, herrscht heute gähnende Leere – und genau das will die Kommune nicht länger hinnehmen. Die Diagnose ist eindeutig: Leerstand, überhöhte Mieten, verfallende Gebäude. Und die Geduld der Politik schwindet. Ein Zentrum, das um Luft ringt 9,7 Prozent der Geschäfte im Bloiser Zentrum standen 2024 leer. Ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, der zum Warnsignal geworden ist. Noch kein dramatischer Kollaps – aber die Kurve zeigt nach oben. Die Ursachen sind schnell umrissen: Viele Eigentümer verlangen Mieten, die schlicht nicht mehr zum Markt passen. Ein paradoxes Bild: Interessierte Händler gäbe es durchaus, doch die Kalkulation stimmt nicht mehr. Wer heute in einer mittelgroßen Stadt wie Blois ein Geschäft eröffnen will, hat geringere Margen, geringere Passantenströme – aber Mieten, die auf dem Niveau ve…

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  • Die letzte rote Versuchung: Wie lange die Erdbeere aus dem Périgord wirklich Saison hat

    Die letzte rote Versuchung: Wie lange die Erdbeere aus dem Périgord wirklich Saison hat

    Wenn der Sommer langsam den Rückzug antritt und der Herbst seine kühle Hand über das Land legt, hält sich ein süßes Gerücht hartnäckig: Die Erdbeere aus dem Périgord, so heißt es, sei bis in den November hinein frisch erhältlich. Auf den Wochenmärkten, in kleinen Feinkostläden – manchmal blitzt sie auch dann noch verführerisch rot zwischen Kürbissen und Äpfeln hervor. Doch wie lange trägt diese legendäre Pflanze tatsächlich Früchte? Offiziell ist im Oktober Schluss Die Fraise du Périgord genießt den geschützten Status der Indication Géographique Protégée (IGP) – ein Qualitätssiegel, das Herkunft, Anbaumethoden und Saison klar definiert. Laut diesem Regelwerk reicht die Vermarktungszeit der regionalen Erdbeeren von April bis Oktober. Mehr nicht. Und das ist auch die Linie, die die meisten Produzenten für sich ziehen. Ein Blick auf die Sorten zeigt: Die „Gariguette“, ein zartes Frühlingskind unter den Erdbeeren, verabschiedet sich bereits Mitte Juni. Andere wie „Mara des Bois“ oder „Char…

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  • Macron und Lecornu zwischen fiskalischem Pragmatismus und politischem Druck

    Macron und Lecornu zwischen fiskalischem Pragmatismus und politischem Druck

    Die Debatte um die sogenannte Taxe Zucman hat Frankreichs Regierung in eine heikle Lage gebracht. Einerseits drängt die öffentliche Meinung darauf, dass die Wohlhabendsten stärker zur Finanzierung des Staates beitragen. Andererseits fürchtet der Élysée, ein schlecht konstruiertes Instrument könnte Investitionen hemmen, Kapital ins Ausland treiben und juristisch anfechtbar sein. Im anstehenden Haushaltsgesetz dürfte daher zwar eine stärkere Belastung der Reichsten verankert werden – allerdings nicht in der von Gabriel Zucman vorgeschlagenen Form.

    Ursprung und Idee der Taxe Zucman Der Ökonom Gabriel Zucman, international bekannt für seine Studien über Steuervermeidung, schlug einen Mindeststeuersatz von 2 Prozent jährlich auf Vermögen oberhalb von 100 Millionen Euro vor. Ziel ist es, sicherzustellen, dass selbst jene, die über komplexe Konstruktionen oder niedrige Einkünfte aus tatsächlicher Arbeit kaum Einkommensteuer zahlen, einen substantiellen Beitrag leisten. Betroffen wären rund 1…

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  • Französische Weinberge im Umbruch: Hybride Rebsorten gegen Pestizide

    Französische Weinberge im Umbruch: Hybride Rebsorten gegen Pestizide

    Die Weinberge Frankreichs stehen unter Druck. Krankheiten, Klimawandel, steigende Umweltauflagen – alles drängt die Winzer, neue Wege zu gehen. Eine der spannendsten Entwicklungen trägt den unscheinbaren Namen „hybride Rebsorten“. Doch hinter diesem Begriff steckt nichts weniger als ein kleines Erdbeben für die Weinwelt.

    Was sind hybride oder resistente Rebsorten? Hybride Rebsorten, auch PIWI genannt, entstehen aus einer Kreuzung der klassischen europäischen Vitis vinifera mit wilden Arten aus Nordamerika oder Asien. Ziel ist ein doppelter Gewinn: die aromatische Finesse der europäischen Weine und die natürliche Abwehrkraft der Wildarten.So entstehen Sorten, die sich gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Oidium deutlich robuster zeigen. Weniger Behandlungen mit Kupfer und Schwefel, weniger Traktorfahrten durch die Rebzeilen – und damit weniger Belastung für Böden, Grundwasser und Menschen.

    Frankreich tastet sich vor In der Gironde hat die Winzergenossenschaft Tutiac begonnen, resist…

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  • Mont Roucous: Warum die Mineralwasser-Lieblingsmarke gerade knapp wird

    Mont Roucous: Warum die Mineralwasser-Lieblingsmarke gerade knapp wird

    Wer in den letzten Wochen durch die Getränkeabteilung seines Supermarkts streifte, stieß mitunter auf gähnende Leere im Regal: Mont Roucous, die Mineralwasser-Marke aus dem Tarn, ist vielerorts schlicht ausverkauft. Für Eltern kleiner Kinder ist das mehr als nur eine kleine Unannehmlichkeit – schließlich gilt diese besonders schwach mineralisierte Quelle als eine der besten für die Zubereitung von Babynahrung. Doch warum fehlt ausgerechnet jetzt das Wasser, das seit Jahrzehnten für seine besondere Reinheit steht?

    Eine Quelle mit besonderem Ruf Mont Roucous entspringt im Herzen des Naturparks Haut-Languedoc, in den Monts de Lacaune. Die Besonderheit: extrem niedrige Werte bei Natrium, Nitraten und Mineralstoffen. Gerade deshalb wird sie von Kinderärzten und Hebammen häufig empfohlen. Für Eltern bedeutet das: eine verlässliche Wahl, wenn es um das Wohl des Nachwuchses geht. Kein Wunder also, dass die Nachfrage stetig steigt – und inzwischen die Grenzen des Machbaren erreicht.

    Warum sin…

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  • Wenn Bürgerprotest Politik formt – die Loi Duplomb im parlamentarischen Gegenwind

    Wenn Bürgerprotest Politik formt – die Loi Duplomb im parlamentarischen Gegenwind

    Am 17. September 2025 hat die Kommission für Wirtschaftsanliegen der französischen Nationalversammlung einstimmig beschlossen, eine Bürgerpetition zur Loi Duplomb formell zu prüfen. Die Petition mit dem Titel „Nein zur Loi Duplomb – für Gesundheit, Sicherheit und kollektive Intelligenz“ hatte über zwei Millionen Unterschriften gesammelt – ein Rekord in der Geschichte der französischen Parlamentsplattform für öffentliche Petitionen.

    Was das Verfahren tatsächlich bedeutet Mit dem Beschluss der Kommission beginnt ein formeller parlamentarischer Prozess, der über das Symbolische hinausgeht:

    Die Kommission wird Sachverständige, Minister, Verbände und die Initiatorinnen und Initiatoren der Petition anhören. Auf dieser Grundlage wird ein Bericht erstellt, der sowohl die Anliegen der Petition als auch die Positionen der befragten Akteure zusammenfasst. Die Konferenz der Präsidenten der Nationalversammlung kann anschließend entscheiden, ob das Thema in das Plenum eingebracht wird – allerdings…

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  • Frankreich vor dem Stillstand: Generalstreik am 18. September legt das Land lahm

    Frankreich vor dem Stillstand: Generalstreik am 18. September legt das Land lahm

    Frankreich steht am Donnerstag, dem 18. September 2025, vor einer der größten gesellschaftlichen Mobilisierungen der letzten Jahre. Was schon jetzt absehbar ist: Das öffentliche Leben wird an diesem Tag in vielen Bereichen nahezu zum Erliegen kommen. Acht große Gewerkschaften rufen gemeinsam zum Streik auf – ein Signal von seltener Einigkeit, das Erinnerungen an die heftigen Proteste gegen die Rentenreform von 2023 wachruft. Im Kern der Auseinandersetzung steht das Sparpaket der Regierung: 43,8 Milliarden Euro Kürzungen im Haushalt 2026. Auch der neue Premierminister Sébastien Lecornu, erst seit wenigen Tagen im Amt, hat daran bisher nichts geändert. Für die Gewerkschaften ein Affront – und für das Land eine Belastungsprobe.

    Züge, Busse, Bahnen: Der Verkehr bricht ein Am stärksten betroffen: der Transportsektor. Bei der SNCF werden nur 30 bis 40 Prozent der Züge fahren – egal ob TGV, Intercités oder Regionalzüge. Wer zur Arbeit pendeln muss, sollte also besser frühzeitig planen oder i…

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