Kategorie: Umwelt

  • Französischer Sender TF1 sagt Temperaturen von annähernd 50°C im Jahr 2050 voraus

    Französischer Sender TF1 sagt Temperaturen von annähernd 50°C im Jahr 2050 voraus

    Im Jahr 2014 gab der Sender TF1 Temperaturschätzungen bis zum Sommer 2050 ab. Der Sender veröffentlichte nach dem vergangenen Hitzesommer eine neue Karte dieser Art, und seit 2014 sind Abweichungen von den Vorhersagen zu beobachten.

    Laut einer Prognose des französischen Fernsehsenders TF1 sagen die Wetterexperten für den August 2050 immer heißere Temperaturen voraus. Die Temperaturen könnten in ganz Frankreich bei 40°C oder mehr liegen, wobei das Thermometer in Nîmes auf 48°C und in Bordeaux auf 45°C steigen könnte. Diese Höchstwerte liegen weit über denen, die in einer ersten Vorhersage im Jahr 2014 genannt wurden.

    TF1 zufolge könnten die größten Abweichungen bei den Temperaturen des Jahres 2050 im Norden des Landes zu beobachten sein. Nach den neuen Prognosen könnte es in Brest im Jahr 2050 bis zu 37°C heiß werden, gegenüber den 26°C, die 2014 prognostiziert worden waren.

    Der Sommer 2022 hat bereits ganz klar gezeigt, dass die Temperaturen steigen. Am 18. Juli 2022 wurde es in Brest 39,3 °C heiß und in La Rochelle 41,7 °C, wie der Fernsehsender TF1 berichtet. In den letzten Jahren wurden mehrere Hitzerekorde gebrochen, darunter unglaubliche 46°C in Vérargues im Departement Hérault. Ende Juli war es in Paris 42,6°C heiß, was einen neuen Rekord für die Hauptstadt bedeutete.

    Es kommen immer heissere Tage auf Frankreich zu.

  • Emmanuel Macron glaubt an „ökologische Reindustrialisierung“

    Emmanuel Macron glaubt an „ökologische Reindustrialisierung“

    In einem Fernsehinterview am Mittwochabend erklärte Emmanuel Macron, er wolle „das Klima, die Industrie und die Energiesouveränität miteinander in Einklang bringen“. In seinem Interview in der Sendung „L’Evénement“ auf France 2 am Mittwoch, dem 26. Oktober, erklärte Emmanuel Macron gleich zu Beginn, er wolle „eine ökologische Nation vorbereiten“, wobei das Elektroauto im Mittelpunkt stehen werde. Hinsichtlich des Ziels, bis 2035 nur noch Elektroautos zuzulassen, wie es Brüssel vorschreibt, räumte der Staatschef ein, dass Frankreich in Verzug geraten ist. Er möchte erreichen, dass bis 2027, d. h. bis zum Ende seiner fünfjährigen Amtszeit, ein Drittel der französischen Autoflotte elektrifiziert ist. Um dies zu erreichen, gibt es noch wichtige Fragen, die beantwortet werden müssen. Da ist zunächst die Technologie, der kommerzielle Aspekt, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, und die Besteuerung. Dabei denkt man sofort an die Produktion von Elektrobatterien, die den Einsatz seltener Me…

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  • Auto: Betrügereien mit der Crit’air-Vignette

    Auto: Betrügereien mit der Crit’air-Vignette

    Die Crit’air-Vignette, die für Fahrten in bestimmten emissionsarmen Gebieten vorgeschrieben ist, ist inzwischen auch Gegenstand von Betrügereien geworden, um persönliche Daten und Bankdaten von Autobesitzern zu erhalten. Die Polizei ruft zur Wachsamkeit auf.

    Die Crit’air-Vignette, die französische Version der Umweltplakette ist in immer mehr französischen Städten Pflicht. Um sie zu erhalten, fallen manche Franzosen jedoch auf Betrüger herein. So wurde ein Mann um fast 40 Euro betrogen, um die Crit’air-Vignette zu bekommen, bevor er die Vignette vom Staat für 3,70 Euro bekam. Andere, die von einer gut gemachten Website getäuscht wurden, erhielten ihre Vignette nie.

    Betrügerische Websites
    Im Internet wimmelt es von Websites, auf denen die Crit’air-Vignette verkauft wird. Einige geben vor, ein Vermittlungsdienst zu sein, der mehrere Dutzend Euro kostet, andere verlangen ganz frech ein monatliches Abonnement. Seit einigen Tagen erhalten Franzosen auf ihrem Telefon eine SMS, die auf eine gefälschte Regierungsseite verweisen. In der Nachricht heißt es, dass die Vignette „unter Androhung von Bußgeldern innerhalb von 48 Stunden“ bestellt werden müsse. „Hier wird mit der Angst der Menschen gespielt, einen Strafzettel zu bekommen, um sie dazu zu bringen, Informationen herauszugeben und ihre Kreditkartennummer anzugeben“, erklärt Jean-Jacques Latour, Leiter der Abteilung Cybersicherheit bei cybermalveillance.gouv.fr auf dem Sender France 3. 

  • Wetter: Bis zu 30 °C im Südwesten und sommerliche Vorhersagen für das Wochenende

    Wetter: Bis zu 30 °C im Südwesten und sommerliche Vorhersagen für das Wochenende

    Der Oktober 2022 wird wahrscheinlich der wärmste Monat Oktober sein, der jemals in Frankreich gemessen wurde. Das wird am Donnerstag, 27. Oktober, mit Temperaturen von bis zu 30 °C im Südwesten deutlich. Und auch die Vorhersagen für die nächsten Tage liegen weit über den normalen Werten der Saison.

    Frankreich erlebt diese Jahr einen aussergewöhnlich milden Herbst, es werden sogar fast sommerliche Temperaturen erreicht. Die Vorhersagen melden Temperaturen, die am Donnerstag, dem 27. Oktober stellenweise die 30 °C-Marke erreichen werden.

    Temperaturen wie in einem Monat Juni
    Trotz eines verschleierten Himmels über dem gesamten Norden und der Mitte des Landes wird der Donnerstag, 27. Oktober, ein überraschend warmer Tag für den Herbst. Außergewöhnlich ist, dass der Südwesten, laut Météo France, bereits am Vormittag die 20 °C-Marke überschreiten wird, mit bis zu 25 °C in Biarritz und 22 °C in Bordeaux. Auch am Nachmittag wird es sehr warm sein, die Temperatur wird in Tarbes auf mindestens 29 °C und in Toulouse auf 27 °C steigen. Trotz der Wolken wird der Tag auch für den Rest des Hexagons mild, mit 22 °C in Lille oder Straßburg.

    Freitag, der 28. bleibt mild, besonders an der Atlantikküste und in Okzitanien, mit 17 °C in Perpignan und 18 °C in La Rochelle am frühen Vormittag. Mit Ausnahme der Region PACA und Korsikas wird es weiterhin bewölkt sein. Am Nachmittag werden 26 °C in Toulouse und 28 °C in Biarritz erreicht – höchst ungewöhnlich im Oktober.

    Der wärmste Oktober in der Geschichte.
    Laut Météo France, wird diese Situation durch ein umfangreiches atlantisches Tiefdruckgebiet verursacht, das seit mehreren Tagen stabil geblieben ist. Diese Tief bringt einen Südwind der warme Luft aus Nordafrika über das ganze Land weht.

    Der gesamte Oktober war von sehr hohen Temperaturen geprägt. Seit Anfang des Monats liegen die Temperaturen im Durchschnitt 4 Grad über dem Normalwert. Allerdings ist diese Episode nicht wegen der Temperaturen außergewöhnlich, sondern wegen ihrer Dauer: Die aktuelle Situation hält bereits seit dem 15. Oktober an, meldet Météo France. Aber auch schon Ende Oktober 2017 wurden in Toulouse und Bordeaux 28 °C erreicht, jedoch hielten damals die hohen Temperaturen nicht so lange an.

    Es ist diese Dauer, die den Oktober 2022 zum wärmsten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen macht. Bisher wurde der Rekord vom Oktober 2001 gehalten. Das Jahr 2022 ist für die ersten 10 Monate das wärmste Jahr in der Geschichte Frankreichs.

    Laut Météo France werden solche Episoden durch die globale Erwärmung immer häufiger und werden sowohl früher als auch später im Verlauf eines Jahres auftreten.

    Der Südwesten Frankreichs ist im Herbst wegen eines „Föhn-Effekts“ besonders betroffen: Das Relief der Pyrenäen zwingt die Luft, aufzusteigen und darüber hinwegzuwehen, wobei sich die Luft abkühlt und das darin enthaltene Wasser kondensiert. Die Luft, die auf der anderen Seite des Reliefs wieder nach unten strömt, hat an Feuchtigkeit verloren und kann sich stärker erwärmen; daher wird es in Okzitanien heißer als in anderen Regionen.

    Aber, so Météo France: „Der Saharasand in dem Wind könnte helfen, den Effekt der Sonne abzuschwächen“. Es bleibt abzuwarten, ob dies ausreicht, um auf die normalen Werte der Saison zu kommen.

  • Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich erlebt heißesten Oktober aller Zeiten – 30 Grad für Donnerstag erwartet

    Frankreich ist auf dem besten Weg, den heißesten Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen zu erleben, für den Süden des Landes werden am Donnerstag Temperaturen von etwa 30 Grad vorhergesagt.

    In ganz Frankreich wurden im Oktober ungewöhnlich warme Temperaturen gemessen, die im Laufe der letzten Woche des Monats noch weiter ansteigen sollen. Der französische Wetterdienst Météo France sagt für den Südwesten am Donnerstag 30 °C voraus, auch in Nord- und Zentralfrankreich werden Temperaturen von 23 bis 25 °C erwartet.

    Aufgrund der ungewöhnlichen hohen Temperaturen ist Frankreich auf dem besten Weg, den wärmsten Oktober aller Zeiten zu erleben, mit Durchschnittstemperaturen, die 4 °C über den jahreszeitlichen Normen liegen.

    Die folgende Karte von Météo France zeigt die erwarteten Höchsttemperaturen für Donnerstag und Freitag.

    Kurzfristig ist dies eine gute Nachricht für Frankreichs Energiesparplan für den Winter, da Haushalte und Unternehmen das Einschalten der Heizung hinauszögern und so Gas und Strom sparen können, aber längerfristig warnen Wissenschaftler vor den Auswirkungen der Klimakrise und den weltweit steigenden Temperaturen.

    „Das ist keine gute Nachricht, denn es ist ein Zeichen der immer deutlicher werdenden globalen Erwärmung“, sagt zum Beispiel Fabio d’Andrea, Klimaspezialist am französischen Forschungsinstitut CNRS.

    Das heiße Wetter fiel mit geringen Niederschlägen im Oktober zusammen, was bedeutet, dass viele Teile Frankreichs immer noch unter extremer Trockenheit leiden und weiterhin Wassereinschränkungen gelten.

    In diesem Sommer herrschte in Frankreich die schlimmste Dürre seit mindestens 40 Jahren, und vielerorts hat sich der Grundwasserspiegel noch nicht wieder aufgefüllt – für etwa zwei Drittel Frankreichs gilt noch immer Dürrealarm. Insgesamt war der Sommer 2022 in Frankreich nach 2003 der zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen.

    „Die Grundwasserspiegel sind sehr niedrig und die Böden sind mindestens zwei Meter tief ausgetrocknet“, sagte Joel Limouzin, der beim größten französischen Bauernverband FNSEA für das Klimarisikomanagement zuständig ist, der Zeitung Le Parisien.

    „Wir bräuchten mehrere Wochen lang Dauerregen, damit das Wasser tief genug in den Boden eindringen kann.“

    Die längerfristige Wintervorhersage für Europa sagt einen „Kälteeinbruch“ im Dezember voraus, insgesamt aber einen überdurchschnittlich warmen Winter.

  • Warum die Tigermücken auch Ende Oktober noch stechen

    Warum die Tigermücken auch Ende Oktober noch stechen

    Auch die Tigermücken sind Ende Oktober noch weit verbreitet. Das zu warme Wetter erklärt diese späte Mückenplage, die sich von einem Jahr zum nächsten zu wiederholen beginnt. Dieses Jahr Ende des Monats Oktober mit den derzeitigen milden Temperaturen können viele Menschen in Frankreich ihren Garten nicht so richtig genießen. Sobald man nach draußen geht, wird man von Mücken gestochen… Aber angesichts der sehr warmen Temperaturen ist es kaum verwunderlich, dass es noch immer so viele Mücken gibt. Mücken sind im Oktober nicht unbedingt etwas Ungewöhnliches, wenn allerdings die Temperaturen so ungewöhnlich hoch sind, wie in diesem Oktober, ist die Situation besonders günstig für die Entwicklung von Mücken. Und insbesondere die Tigermücken haben von der Natur noch nicht das Signal erhalten, dass die Saison vorbei ist. Normalerweise hätten die Tigermücken im September drastisch zurückgehen müssen, aber in diesem Jahr entwickelt sich die Tigermücke sogar noch üppiger, weil es warm ist und …

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  • Verdacht auf Vertuschung von Vorfällen: Atomkraftwerk Tricastin wurde im September durchsucht

    Verdacht auf Vertuschung von Vorfällen: Atomkraftwerk Tricastin wurde im September durchsucht

    Im Frühjahr 2022 war eine gerichtliche Untersuchung gegen X eingeleitet worden, nachdem ein leitender Angestellter der Anlage im Oktober 2021 eine Klage gegen den Betreiber EDF eingereicht hatte.

    Das Atomkraftwerk Tricastin in der Gemeinde Saint-Paul-Trois-Châteaux (Drôme) wurde bereits im September im Rahmen der Ermittlungen wegen „Nichtmeldung eines Zwischenfalls oder Unfalls“ und „Gefährdung Dritter“ durchsucht, wie der Sender France Bleu Drôme Ardèche am Dienstag, dem 25. Oktober berichtete.

    Das Kraftwerk wurde bereits am 27. und 28. September von Gendarmen des Office central de lutte contre les atteintes à l’environnement et à la santé publique (OCLAESP) (Zentralstelle für die Bekämpfung von Umwelt- und Gesundheitsschäden) durchsucht. Auf Antrag eines Untersuchungsrichters in Marseille wurden Dokumente beschlagnahmt.

    Im Frühjahr 2022 war eine gerichtliche Untersuchung gegen X eingeleitet worden, nachdem im Oktober 2021 ein leitender Angestellter des Standorts eine Klage gegen den Betreiber EDF eingereicht hatte. Die Klage wurde damals wegen Verstößen gegen die Vorschriften für Nuklearanlagen, das Umweltgesetzbuch und das Arbeitsrecht und Gefährdung des Lebens Dritter eingereicht.

    Lesen sie dazu auch: Atomkraft in Frankreich: Zwischenfälle ohne Folgen?

  • 66-jährige Frau stirbt nach Stich einer asiatischen Hornisse

    66-jährige Frau stirbt nach Stich einer asiatischen Hornisse

    Eine 66-jährige Frau starb am Freitag an den Folgen einer allergischen Reaktion, nachdem sie in ihrem Garten von einer asiatischen Hornisse gestochen worden war.

    Am Freitag, dem 21. Oktober, starb eine 66-jährige Frau, die Hobbyimkerin war, nachdem sie beim Laubsammeln in ihrem Garten von einer asiatischen Hornisse gestochen worden war. Sie starb an einer starken allergischen Reaktion. Der Vorfall ereignete sich in Liencourt im Departement Pas-de-Calais, wie die Zeitung La Voix du Nord berichtete.

    Die 66-Jährige wusste, dass sich asiatische Hornissen in der Nähe ihres Hauses aufhielten. Sie hatte deswegen bereits die Stadtverwaltung alarmiert. „Jeden Monat rief sie mich mindestens einmal an, um ihre Sorgen zu äußern, und jetzt musste es ausgerechnet sie treffen…“, bedauert der Bürgermeister des Dorfes gegenüber La Voix du Nord.

    In einem Waldstück, sechshundert Meter vom Haus des Opfers entfernt, wurden mindestens zwei Schwärme dieser gefährlichen Hornissen gefunden. „Das Problem ist, dass die Eigentümer, wenn sie es bemerken, nur ungern einen Fachmann beauftragen, die Schwärme zu vernichten“, bedauert der Bürgermeister.

    Der Herbst ist eine sehr wichtige Jahreszeit im Kampf gegen die Ausbreitung der asiatischen Hornisse. Zu dieser Jahreszeit fliegt das gefährliche Insekt aus, um neue Schwärme zu gründen und Nester zu bauen. Die asiatische Hornisse ist ein gefürchteter Bienenjäger und wurde schon vor Jahren durch Unachtsamkeit in Frankreich eingeschleppt.

  • Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Landwirtschaft: Ungewöhnlich milder Oktober bringt die Natur durcheinander

    Der Oktober ist geprägt von Temperaturen, die im Vergleich zu anderen Jahren viel zu mild sind. Die Natur wird dadurch aus dem Konzept gebracht. Einige Sommergemüse werden immer noch geerntet, Sommerblumen blühen noch und einige Frühjahrskulturen kommen schon jetzt.

    In diesem Oktober hat man das Gefühl, dass der Sommer nicht enden will. In den Straßen von Sélestat (Bas-Rhin) herrschten am Dienstagnachmittag, dem 25. Oktober, 21 °C in der Sonne. Die Gärtner sind daher immer noch fleißig dabei, sich um die Sommerbepflanzung zu kümmern. Die Sommervegetation ist dank des ungewöhnlich milden Oktobers noch immer sehr lebendig. Der Oktober 2022 gilt als der wärmste, der je in Frankreich gemessen wurde.

    In Sélestat werden einige Herbstpflanzungen ausfallen und bis zum Frühjahr warten. Die Erzeuger passen sich an und beobachten Tag für Tag, wie sich die Natur verändert. In Lyon (Rhône) ist ein Gärtner erstaunt, dass er noch Tomaten, Auberginen, Paprika und sogar Erdbeeren ernten kann. Für die Jahreszeit ungewöhnliche Ernten. In Nizza (Alpes-Maritimes) sind Orangen, die normalerweise erst im Dezember geerntet werden, schon jetzt pflückbereit.

  • Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Globale Erwärmung: Zu Allerheiligen Juni-Temperaturen in Frankreich

    Es gibt keine richtigen Jahreszeiten mehr. Ende Oktober klettern die Temperaturen in Südwestfrankreich auf über 30 °C, Tornados fegen über Nordfrankreich hinweg und Waldbrände verwüsten immer noch Teile Spaniens…

    Die globale Erwärmung ist in unserem Leben angekommen! Und das Ergebnis ist gar nicht schön, wie der historisch trockene Sommer bewiesen hat. Ein weiteres Beispiel ist Sonntag, der 23. Oktober 2022.

    Man könnte denken, der Norden leide besonders, mit einem Tornado, dessen verheerende Auswirkungen in Conty, Somme, und Bihucourt, Pas-de-Calais zu sehen waren, aber es ist der Süden, der in Flammen steht. Das Thermometer streift die 30-Grad-Marke in Toulouse und übersteigt sie im Departement Aude sogar. Toll für die Urlauber während der Herbstferien, oder? Man vergisst schnell, dass genau deshalb die Waldbrandsaison in Spanien jetzt in die Verlängerung geht.

    Hochdruckgebiet, Tiefdruckgebiet und Föhneffekt
    Meteorologen drehen sich hilflos im Kreis, während sie Wetterphänomene entschlüsseln, die sie nicht kontrollieren können: das Hoch auf einer Achse von Spanien bis Mitteleuropa, das Tief über dem Atlantik und den Föhneffekt mit gar nicht lustigen Folgen für das Klima.

    Es ist das erste Mal, dass man so spät in der Saison die 30-Grad-Marke erreicht.

    Im Norden Spaniens die Wolken, in Frankreich blauer Himmel über den Strände des Golfe du Lion, die durch eine Süd-Südwestströmung erwärmt werden, die tropische Warmluft nach Südwestfrankreich bringt.

    „Zu dieser Jahreszeit waren 30°C in Toulouse noch nie beobachtet worden. Es ist das erste Mal, dass die 30°-Marke so spät in der Saison erreicht wird“, kommentierte Pascal Boureau, 38 Jahre lang Meteorologe bei Météo France. Der bisherige Rekord wird jetzt um ganze 2 Grad übertroffen. In der letzten Dekade lagen die bisherigen Rekorde im Oktober zwischen 27 und 29 Grad in der Region.“

    Bis in die erste Novemberwoche wird schönes Wetter erwartet
    Und das zu warme Wetter wird weiter anhalten. „Bis Ende Oktober werden wir auf einem Durchschnitt liegen, der nachmittags über 25 Grad und nachts über 15 Grad liegen wird“, fügt Pascal Boureau hinzu – viel zu warm für die Jahreszeit. Der Durchschnitt für Oktober in den letzten 30 Jahren liegt bei 19,7 Grad für die Höchsttemperatur und 10,9 Grad für die Tiefsttemperatur in der Nacht. „Für November und Dezember erwarten wir ebenfalls Temperaturen über der Norm, und man sollte bedenken, dass vor dem 5. oder 6. November keine nennenswerten Niederschläge erwartet werden.“

    Von den Waldbränden in Bilbao über das gute Wetter in Okzitanien bis hin zu den Tornados in Nordfrankreich hängt alles zusammen.

    Die Tornados sind auf die warme Luft zurückzuführen, die bis nördlich der Loire aufgestiegen ist. In Okzitanien gab es keinen so starken Kontrast zwischen der warmen Luft am Boden und der mit -12° nur relativ kühlen Luft in der Höhe, weshalb die Gewitter nur die Berge betrafen. In Nordfrankreich hingegen wurden -20° in 5.000 m Höhe und 22-23° in Bodennähe gemessen; das reichte aus, um heftige Gewitter zu erzeugen, die über die Somme und Pas de Calais hinwegfegten. Bei solchen Gegebenheiten können Tornados entstehen, aber mann kann nicht vorhersagen, ob und wo sie entstehen.

    Das bereitet den IPCC-Experten Kopfzerbrechen und Angst vor schlimmen Szenarien. Vor nicht allzu langer Zeit warnten sie davor, dass sich der globale Temperaturanstieg „in einem Tempo beschleunigt, das sehr wahrscheinlich dazu führen wird, dass die Erwärmung zwischen 2021 und 2040 die Schwelle von 1,5 °C seit dem vorindustriellen Zeitalter überschreitet“.

    Um die globale Erwärmung zu begrenzen und bis 2100 unter 2 °C zu stabilisieren, „müssen die CO2-Emissionen schnell gesenkt werden, mit dem Ziel, bis 2050 keine Nettoemissionen mehr zu verursachen, und auch die Emissionen anderer Treibhausgase müssen stark reduziert werden“, fordern die IPCC-Wissenschaftler.

    In den letzten sechs Monaten ist die Durchschnittstemperatur im Süden Frankreichs um 3,5 °C gestiegen.

    Der berühmte französische Kinderreim „Feuer, die Feuerwehr! V’là la maison qui brûle…“ (Das Haus brennt), bekommt eine ganz neue Bedeutung…