Kategorie: Umwelt

  • Erdbeben in der Türkei: Frankreich schickt Feldlazarett zur Unterstützung

    Erdbeben in der Türkei: Frankreich schickt Feldlazarett zur Unterstützung

    Um der Türkei zu helfen, schickte Frankreich am Sonntag, dem 12. Februar, ein Feldlazarett und 45 Tonnen medizinisches Material in die türkische Region Adiyaman.

    Am Sonntag, dem 12. Februar, brachen 87 Personen in Marseille in Richtung Türkei auf. Es handelt sich um Feuerwehrleute und Rettungskräfte des Zivilschutzes. Zur gleichen Zeit werden in Roissy (Île-de-France) 45 Tonnen medizinisches Material und ein Feldlazarett verladen, um in die Region Adiyaman geschickt zu werden. Diese Einrichtung wird von französischen Helfern aufgebaut und betrieben, die mit Naturkatastrophen vertraut sind. „Es gibt Chirurgen, Ärzte, Kinderärzte und Biologen, die Blutproben nehmen. Wir sind auf sanitärer Ebene völlig autonom, um die notwendige Versorgung und Hilfe zu gewährleisten“, erklärt François Pradon, Leiter des Stabs für zivile Sicherheit.

    Schwierige Wetterbedingungen
    Das Feldlazarett, E.S.C.R.I.M. genannt, ist 1.000 m² groß. Es enthält zwei Operationssäle und kann 100 Patienten pro Tag aufnehmen. Es ist eine materielle und medizinische Hilfe, die bereits bei gesundheitlichen oder humanitären Katastrophen eingesetzt wurde, wie 2010 beim Erdbeben in Haiti oder bei der COVID-19-Pandemie. Diesmal wird man sich jedoch auf schwierige Wetterbedingungen einstellen müssen. Die beiden Transporte starteten am späten Vormittag. Das Feldlazarett wird voraussichtlich bis zu einem Monat in der Türkei bleiben.

  • Waldbrände in der Gironde: Auch Monate danach brennen noch unterirdische Feuer

    Waldbrände in der Gironde: Auch Monate danach brennen noch unterirdische Feuer

    Sieben Monate nach den riesigen Bränden, die die Gironde im vergangenen Sommer heimgesucht hatten, breitet sich das Feuer in einer Gemeinde südlich von Bordeaux immer noch aus. Eine alte Braunkohlemine verhindert, dass die unterirdischen Brandherde gelöscht werden können.

    Es ist ein fast unsichtbares Feuer, das sich auch Anfang Februar in der Nähe des Lac du Bousquet in Hostens, unweit von Landiras (Gironde), immer noch langsam ausbreitet. „Man sieht den Rauch, der aus der Erde aufsteigt“, beschreibt es der Bürgermeister Jean Louis Dartiailh. Die Brände, die diese Gemeinde südlich von Bordeaux in diesem Sommer wie auch große weitere Teile des Departements Gironde heimsuchten, griffen auf ein altes Braunkohlebergwerk über, dessen Betrieb schon vor dem Zweiten Weltkrieg eingestellt worden war. Seitdem brennt die verbliebene Kohle im Boden vor sich hin.

    Das Feuer beginnt in einer Tiefe von etwa einem Meter. Der Bürgermeister verbietet per Gemeinderatsbeschluss das Betreten der betroffenen Umgebung. „Zum einen, weil verbliebene Bäume umstürzen, weil das Wurzelsystem verbrannt ist“, sagt Bürgermeister Jean Louis Dartiailh gegenüber Franceinfo. Zum anderen wegen der Braunkohleschicht, die ein enormes Gefahrenpotenzial darstellt. Der Boden gibt nach und stürzt ein, sobald die Braunkohle verbrannt ist. Durch den unterirdischen Brand entsteht ein Hohlraum und die obere Bodenschicht stürzt ein. Wer in ein solches Loch hineinfällt, muss mit schweren Verbrennungen rechnen. „Hier und heute ist die Gefahr immer noch sehr real“, so der Bürgermeister.

    Die Temperatur im Untergrund beträgt nach Angaben des Departements, das das Gebiet mit Drohnen überwacht, 300 bis 400 Grad. Die Regenfälle in diesem Winter reichten nicht aus, um die Verbrennung zu stoppen. Wenn es nicht massiv genug regnet, verdunstet das Wasser sofort. Die erste Schicht der glühenden Braunkohle mag zwar erlöschen, aber tiefere Schichten brennen weiter, trocknen die höheren Schichten und entzünden sie wieder.

    Wenn sich bis März nichts ändert, will man die unterirdischen Brände eventuell mit Seewasser fluten. Es geht darum, neue Brände im Sommer, die durch die glühenden Brandherde verursacht werden könnten, zu verhindern. Jean Luc Gleyze, Präsident des Departementsrats, ist jedoch nicht überzeugt: „Das ist auch nur ein Tropfen auf den heissen Stein, man kann immer versuchen, das Feuer an bestimmten Stellen zu ertränken, aber es gibt keine Garantie dafür, dass es nicht an anderer Stelle wieder ausbricht. Das Feuer wird sich auf andere Weise und in anderen Gebieten weiter ausbreiten„.

    Nach Angaben des Bürgermeisters von Hostens brennt derzeit 300 Quadratmeter Braunkohle unter der Erde. Das ist nur ein kleiner Teil des Braunkohleflözes, das mindestens 200 Meter lang und 50 Meter breit ist.

  • Erdbeben: Frankreich stellt 12 Millionen Euro zur Unterstützung der Bevölkerung in Syrien zur Verfügung

    Erdbeben: Frankreich stellt 12 Millionen Euro zur Unterstützung der Bevölkerung in Syrien zur Verfügung

    Frankreich wird nach dem tödlichen Erdbeben, das den Norden Syriens und die Türkei erschüttert hat, eine Nothilfe in Höhe von 12 Millionen Euro speziell für die syrische Bevölkerung bereitstellen. Frankreich kündigte am Donnerstag, dem 9. Februar, an, dass es nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien eine Nothilfe speziell für die syrische Bevölkerung in Höhe von 12 Millionen Euro bereitstellen wird. Diese Hilfe werde „in Verbindung mit Nichtregierungsorganisationen und den Vereinten Nationen in allen von den Erdbeben betroffenen Regionen“ verteilt, erklärte François Delmas, Sprecher des französischen Außenministeriums, und stellte gleichzeitig klar, dass dies nichts an Frankreichs Stellung gegenüber dem Regime von Baschar al-Assad ändere. Von den 12 Millionen werden fünf Millionen für den Humanitären Fonds für grenzüberschreitende Hilfe (SCHF) der Vereinten Nationen bereitgestellt, fünf Millionen gehen an „mehrere französische und internationale NGOs, die an Nothilfemaßnahmen in den…

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  • Frankreich ist noch weit von einer 100% nachhaltigen Fischerei entfernt

    Frankreich ist noch weit von einer 100% nachhaltigen Fischerei entfernt

    Laut einem Bericht des Instituts für das Meer, Ifremer, stagniert die Fischpopulation an den französischen Küsten etwa seit fünf Jahren. Der Bericht stellt fest, dass Frankreich noch weit von dem Ziel einer 100% nachhaltigen Fischerei entfernt sind.

    Nach einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zu den 2000er Jahren ist der Fischbestand vor den französischen Küsten in recht gutem Zustand und pendelt laut einem Bericht des Meeresinstituts Ifremer rund um die 50 %-Marke. Bei Arten, die sich in gutem Zustand befinden oder sich weiter erholen, wie etwa Jakobsmuscheln, Seehecht und Roter Thunfisch im atlantischen Mittelmeer, liegt der Bestand derzeit bei 51 %.

    Ein Viertel der Arten befindet sich jedoch immer noch in der roten Zone, einem drohenden Zusammenbruch der Population wegen Überfischung. Insgesamt ist es eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Die Sardine zum Beispiel ist von der Kategorie „kollabiert“ in die Kategorie „überfischt“ aufgestiegen. Zwei Arten befinden sich jedoch weiterhin in die Kategorie „kollabiert“: Nämlich der um Kabeljau in der Nordsee und der Keltischen See und der Seehecht im Golf von Lion.

    Das Ziel „100 % nachhaltige Fischerei“ wurde noch längst nicht erreicht, erklärt Alain Biseau, Fischereibiologe am Institut Ifremer. „Wir sind noch weit von den 100 % entfernt, die wir anstreben. Das war das Ziel für 2020, aber wir haben es nicht erreicht. Man erkennt, dass die Stagnation, zumindest der angelandeten Mengen, ein wenig die Vorstellung konterkariert, dass man dieses Ziel in naher Zukunft erreichen kann.“ In Frankreich werden täglich 300 Fischarten von den Fangschiffen angelandet.

    Netzfischerei zerstört den Meeresboden.
    Das Institut Ifremer hat auch die Auswirkungen der riesigen Fischernetze untersucht, die den Meeresboden durchpflügen. Derzeit macht diese Art des Fischfangs 28 % der Fischereiaktivitäten und etwa ein Drittel der Menge der gefangenen Fische aus. Diese riesigen Fanggeräte schaben den Meeresboden regelrecht ab und zerstören oder beschädigen so die Lebensräume von Krebsen, Seesternen und Seeigeln. Diese Tire haben aber einen wichtigen Platz im Gleichgewicht des Meeres.

    Schließlich heißt es in dem Ifremer-Bericht, dass die bisherigen Meeresschutzgebiete, Frankreichs bevorzugtes Instrument zum Schutz von Ökosystemen, leider keine signifikanten Auswirkungen haben. „Diese Gebiete spielen beim Schutz der Meeresböden nur eine marginale Rolle. Nur ein Prozent dieser Meeresgebiete hat starke Schutzvorschriften.“ Ifremer plädiert für neue Überlegungen und Entscheidungen bei dem heiklen Thema der Fangmethoden.

  • Luftverschmutzung: Liste der französischen Großstädte mit der besten Luft

    Luftverschmutzung: Liste der französischen Großstädte mit der besten Luft

    Die Zeitschrift Le Point veröffentlichte am Donnerstag, dem 9. Februar, eine Rangliste der französischen Großstädte mit der geringsten Feinstaubbelastung. Montpellier im Departement Hérault führt die Liste an, drei Städte aus dem Norden belegen die letzten drei Plätze. Das Magazin Le Point veröffentlichte am Donnerstag, dem 9. Februar, seine Hitliste der grossen Städte Frankreichs mit der geringsten Feinstaubbelastung. Montpellier (Hérault) führt die Rangliste an. Perpignan (Pyrénées-Orientales) belegt den zweiten Platz, gefolgt von Brest (Finistère). Die schlechtesten Bewertungen gehen an drei Städte im Norden. Tourcoing ist die Gemeinde mit der höchsten Luftverschmutzung, gefolgt von Lille und Roubaix. Paris belegt den 95. Platz in der Rangliste der 100 am stärksten verschmutzten Städte Frankreichs. Eine Rangliste, die nach Messungen von Feinstaubpartikeln in der Luft erstellt wurde, die in Frankreich jedes Jahr durchschnittlich für etwa 40.000 Todesfälle verantwortlich sind. Die Umw…

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  • Biodiversität: Goldschakal in der Bretagne formell identifiziert

    Biodiversität: Goldschakal in der Bretagne formell identifiziert

    Das Verbreitungsgebiet dieser Art verändert sich. Aber wie ist es zu erklären, dass ein solches Tier ausgerechnet im Departement Finistère gesichtet wird? Alles begann mit einem automatischen Schnappschuss, der im letzten Frühjahr auf einem pädagogischen Bauernhof im südlichen Finistère aufgenommen wurde. Eine Fotofalle überraschte ein erstaunliches Tier: Es war etwas zu groß für einen Fuchs, aber zu klein für einen Wolf. Außerdem hatte es keine dunklen Pfoten wie ein Fuchs aber die gleichen Ohren und den gleichen Schwanz wie ein Wolf. Das Foto wurde daher genau analysiert. Spezialisten haben nun bestätigt, dass es sich um einen Goldschakal handelt, der auf diesem Bauernhof in der Bretagne gesichtet wurde. Sein Vorkommen in der Bretagne ist eine Premiere, aber es bestätigt, was das französische Amt für Biodiversität seit mehreren Jahren ahnt: Diese Art neigt dazu, ihr Territorium vom Balkan und Mitteleuropa nach West- und Nordeuropa auszudehnen. Schakalpopulationen haben sich bereits in Italien oder der Schweiz angesiedelt. Und in den letzten fünf Jahren wurden in Frankreich etwa 15 Beobachtungen von Einzeltieren gemacht, unter anderem in den Departements Haute-Savoie, Deux-Sèvres, Bouches-du-Rhône und Essonne. Es ist jedoch nicht bekannt, wie viele Schakale insgesamt bereits in Frankreich leben. Kein bekannter Fall von Goldschakal-Angriffen auf Menschen Beobachtungen in Osteuropa zufolge greift der Schakal weniger Viehzuchtbetriebe an als der Fuchs oder der Wolf. In freier Wildbahn gelingt es ihm sehr gut, sich von kleinen Beutetieren zu ernähren, der Schakal ernährt sich aber auch von Wildkadavern oder von Abfällen in Mülltonnen. Bisher ist kein Fall bekannt, in dem ein Goldschakal einen Menschen angegriffen hat. In Frankreich ist der Schakal derzeit weder geschützt noch jagdbar. Er hat keinen Status, da er offiziell (noch) nicht existiert. Wenn seine Anwesenheit offiziell bestätigt wird, muss diese unklare Rechtslage geändert werden und es muss geprüft werden, wie er sich in unser Ökosystem einfügt und wie er insbesondere mit dem Wolf und dem Fuchs zusammenleben kann.
  • Gesundheit: Korsika ist die Region in Europa, in der die Menschen am längsten leben

    Gesundheit: Korsika ist die Region in Europa, in der die Menschen am längsten leben

    Korsika ist die Region in Europa, in der die Menschen am längsten leben. Gibt es ein Geheimnis für diese Langlebigkeit? Korsika bietet idyllische und abwechslungsreiche Landschaften, aber die sogenannte „Insel der Schönheit“ ist auch die Insel der Langlebigkeit. 84 Jahre Lebenserwartung für Männer und 87 Jahre für Frauen – das ist laut einer europäischen Studie ein Rekord auf dem alten Kontinent. der Sender France 2 befragt eine Gruppe von Wanderern und jeder hat seine eigene Erklärung. Ernährung, Natur, aktive Großeltern… Es werden viele Gründe angeführt. 7 bis 10 km pro Woche wandern. Das idyllische Lebensumfeld hat viele Rentner dazu veranlasst, nach Korsika zu ziehen. „Das Glück, es ist hier, zu 150 %. Wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich es wieder tun“, erklärt eine Rentnerin gegenüber France 2. Um in Form zu bleiben und die Statistiken nicht Lügen zu strafen, legt diese Gruppe von Wanderern 7 bis 10 km pro Woche zurück. Ein Zeichen dafür, dass Langlebigkeit mit Insella…

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  • Umwelt: Landwirte demonstrieren in Paris gegen Einschränkungen bei Pestiziden

    Umwelt: Landwirte demonstrieren in Paris gegen Einschränkungen bei Pestiziden

    Französische Landwirte demonstrierten am Mittwoch, 8. Februar, in Paris mit ihren Traktoren gegen zu restriktive Auflagen bei Pestiziden.

    Zu restriktive Auflagen. Das ist der Grund, warum am Mittwoch, dem 8. Februar, jetzt die Landwirte in den Straßen von Paris demonstrieren. Vor Ort berichtet der Journalist Arnaud de la Taille für den Sender France 2 über die Situation. Die Zahl der erlaubten Pestizide im Anbau wird immer weniger, und das gefährdet nach Ansicht der Landwirte die französische Agrarproduktion. Deshalb rufen die Gewerkschaft FNSEA und verschiedene Bauernverbände zu einer Demonstration am Mittwoch, dem 8. Februar, in Paris auf.

    2.000 Landwirte werden erwartet
    Ein Aufruf, der von vielen Bauern und Landwirten befolgt wurde, sie sind in großer Zahl in die Hauptstadt gekommen. „Fast 500 Traktoren werden in der Hauptstadt erwartet, 2.000 Landwirte und mehrere Demonstrationszüge haben sich auf den Weg gemacht und dürften gegen 8.30 Uhr an der Porte de Versailles ankommen, um dann durch die Hauptstadt zu ziehen und um die Mittagszeit am Invalidendom neben dem Landwirtschaftsministerium anzukommen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen“, berichtet der Journalist Arnaud de la Taille auf dem Sender France 2.

  • Französisches Parlament verabschiedet Erneuerbare-Energien-Gesetz

    Französisches Parlament verabschiedet Erneuerbare-Energien-Gesetz

    Der Text sieht insbesondere einen Ausbau der Offshore-Windenergie und der Solarenergie vor. Das Parlament hat am Dienstag, dem 7. Februar, den von Agnès Pannier-Runacher eingebrachten Gesetzentwurf zur Beschleunigung der erneuerbaren Energien endgültig angenommen. Die letzte Abstimmung im Senat erfolgte mit 300 Ja-Stimmen und 13 Nein-Stimmen. Inmitten einer Energiekrise und unter dem Druck der globalen Erwärmung soll dieses Gesetz dazu beitragen, dass Frankreich seinen großen Rückstand bei den erneuerbaren Energien aufholt. Der Gesetzestext sieht insbesondere einen Ausbau der Offshore-Windenergie und der Solarenergie vor. Er will das von Präsident Emmanuel Macron für 2050 gesetzte Ziel erfüllen, die Solarenergiekapazität auf über 100 GW zu verzehnfachen und 50 Offshore-Windparks auf 40 GW auszubauen. Das Gesetz zielt darauf ab, „alle Sperren zu beseitigen, die den Einsatz der Projekte verzögern“, betonte die Ministerin für die Energiewende Agnès Pannier-Runacher, die schwer darum gekäm…

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  • Jura: Das schwierige Verhältnis von Viehzüchtern und Wölfen

    Jura: Das schwierige Verhältnis von Viehzüchtern und Wölfen

    Seit seiner Rückkehr nach Frankreich vor etwa 30 Jahren breitet sich der Wolf immer weiter aus. Er ist heute in rund 50 Departements anzutreffen. Seit dem Sommer 2022 wurden rund 30 Angriffe auf Rinder gemeldet.

    Der Wald im Jura, so weit das Auge reicht, ist ein ideales Gebiet für Wölfe, die zwischen den Tannen in Ruhe leben. Im Juramassiv haben sich zwei Rudel niedergelassen, die aus zehn erwachsenen Tieren und etwa zehn Wolfswelpen bestehen und seit einigen Monaten die Viehzüchter in Panik versetzen. Jeden Winter durchkämmen Teams des französischen Amts für Biodiversität (OFB) das Gebiet. Christophe Guinchard, der Zuständige für das Departement Doubs, beschreibt die Rudel auf dem Sender France 3 als mobil, sie „nutzen ein absolut riesiges Territorium“.

    Unruhige Nächte für Viehzüchter

    Der Wolf ist in der Regel nur nachts unterwegs und kann täglich bis zu 15 km zurücklegen, um Nahrung zu finden. Seit dem Sommer nähern sich Wölfe den Bauernhöfen und reißen Rinder. Das OFB berichtet von „gut 30 Angriffen“, bei denen 35 Rinder getötet und etwa 30 weitere verletzt wurden. Pierre-Henry Pagnier, ein Züchter im Haut-Doubs, war eines der Opfer. „Die Nächte sind unruhig. Es ist schon vorgekommen, dass ich nachts hochgefahren bin, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist“. Weil er seine Tiere liebt und sie viel wert sind, fordert er, wie viele andere Viehzüchter auch, mehr Abschüsse, um die Wölfe zu dezimieren und sein Vieh zu schützen. Ein brisantes Thema für die Befürworter des Tierschutzes. Die regionale Agentur für Biodiversität in der Region Burgund-Franche-Comté wurde damit beauftragt, über die Rahmenbedingungen für ein Zusammenleben zwischen Wölfen und Viehzüchtern nachzudenken.