Kategorie: Umwelt

  • Wie darf man sich in Frankreich im Sommer in der Natur oder am Meer entlang bewegen und wandern?

    Wie darf man sich in Frankreich im Sommer in der Natur oder am Meer entlang bewegen und wandern?

    Es sind Ferien, und Viele haben sich bereits auf den Weg in die sommerliche Erholung gemacht. Welche Rechte haben wir im Sommer in der Natur und an den Stränden Frankreichs?

    Wer im Sommerurlaub ans Meer fährt, stellt sich automatisch Fragen zu den Wegerechten entlang der Küste. Darf man in Frankreich überall am Meer entlang laufen? Darf man in Frankreich überall im Wald spazieren gehen und querfeldein laufen?

    In Bezug auf die Strände ist es wichtig zu wissen, dass einige Bereiche privat sind. In diesen privaten Bereichen muss man eine Zugangsgebühr bezahlen, z. B. indem man einen Liegestuhl mietet. Es gibt jedoch ein grundlegendes Prinzip im französischen Recht: Es ist verboten, einen Drei-Meter-Streifen an der Küste zu privatisieren. Personen dürfen nicht daran gehindert werden, den Drei-Meter-Streifen zu passieren oder entlang dieses Streifens zu spazieren. An einem Privatstrand kann es verboten sein, sich in diesem Bereich hinzulegen und sein Handtuch dort abzulegen, aber es ist erlaubt, zu Fuß zu gehen und an der Küste spazieren zu gehen. Die Privatisierung eines Strandes darf sich insgesamt nur auf einen kleinen Bereich des Strandes beziehen.

    Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel. Im Fall von Militärgelände, Flughäfen oder wenn die Anwesenheit einer wichtigen Persönlichkeit geschützt werden muss, kann der Zugang auch zu der 3-Meter-Zone verboten werden. Der Besitzer eines Hauses am Strand darf hingegen keine Barrieren aufstellen, die den Zugang zum Drei-Meter-Streifen verbieten. Andernfalls würde ihm eine Geldstrafe von 1.500 EUR drohen.

    In Bezug auf Wälder ist es wichtig zu wissen, dass mehr als drei Viertel der französischen Wälder in Privatbesitz sind. Können die Eigentümer den Zugang zu diesen Wäldern verbieten? Im Prinzip ja, aber sie müssen dies ausdrücklich mit Schildern oder Zäunen kennzeichnen. So ist es in Privatwäldern, sofern nichts anderes angegeben ist, zwar erlaubt, sich zu bewegen, aber Wanderer müssen unbedingt auf den Wegen bleiben, um die Umwelt nicht zu schädigen. Außerdem ist es nicht erlaubt, übermäßig viele Pilze, Früchte oder sogar Erde mitzunehmen.

    Und wie sieht es mit dem Picknick aus? Ist das erlaubt?

    Ja, Picknicks sind erlaubt, wenn sie am Rande der Wege stattfinden und die Umwelt nicht beeinträchtigt wird. Dies gilt sowohl in Privatwäldern als auch in Staatswäldern.

    Ist es in Frankreich erlaubt, querfeldein über Felder zu laufen?

    Nein, ein Feld ist Privateigentum, auch wenn es hier und da eine gewisse Toleranz geben kann. Wanderer und Spaziergänger müssen auf den markierten Wegen bleiben und es ist nicht erlaubt, Felder zu betreten, auch wenn sie nicht eingezäunt sind.

    Es ist wichtig, die geltenden Regeln zu beachten, wenn man als Tourist in Frankreich ohne Probleme einen harmonischen Sommerurlaub verbringen möchte. Obwohl Urlauber in der Natur und an den Stränden viele Freiheiten genießen können, ist es unerlässlich, die Rechte der Eigentümer respektiert und die Umwelt geschützt wird.

  • Finistère: Weiteres Stück des Wracks der Amoco Cadiz entdeckt

    Finistère: Weiteres Stück des Wracks der Amoco Cadiz entdeckt

    Taucher haben vor der Küste des Finistère ein Stück der Amoco Cadiz entdeckt. Der Öltanker war 1978 auf Grund gelaufen und hatte eine verheerende Ölpest verursacht.

    In über 30 Metern Tiefe taucht ein Teil des Rumpfes eines mythischen Schiffes auf, ein Stück des Wracks der Amoco Cadiz. Im März 1978 sank der Öltanker vor der Küste von Portsall (Finistère) und verursachte eine der schlimmsten Ölpests an der französischen Atlantikküste. Ein Teil des Schiffes wurde jetzt von Tauchern vor Lanildut (Finistère) gefunden. Von einem Fischer gerufen, desse Netze sich verklemmt hatten, entdeckten die Taucher das Stück des Schiffswracks.

    Thibault Dieudonné, einer der Taucher, erklärte auf dem Sender France 2: „Wenn man näher herankommt, sieht man die rostigen Metallteile. Wenn man sich etwas entfernt, erkennt man die Größe des Wrackteils. Das gibt eine ungefähre Vorstellung von der Größe des Schiffes, das wirklich riesig war.“ Der Rumpf dieses riesigen Schiffes wurde durch die Gezeiten und Stürme in viele Teile zerbrochen und vor der Küste zerstreut. Der Bug wurde in einer Entfernung von fast einem Kilometer gefunden. Das Wrack der Amoco Cadiz ist eines der am meisten betauchten Wracks in der Bretagne.

  • Klima: Frankreich liegt im Rennen um den ökologischen Wandel hinten

    Klima: Frankreich liegt im Rennen um den ökologischen Wandel hinten

    Frankreich ist nicht ausreichend auf den Klimawandel vorbereitet. Dies ist das Fazit des fünften Berichts des Hohen Klimarats, der Frankreich mit den Ereignissen im Jahr 2022 überfordert sieht.

    2022 war ein symbolträchtiges Jahr für die Sichtbarkeit der Folgen des Klimawandels. Brände in bislang verschonten Gebieten wurden beobachtet. 72.000 Hektar Wald und Landschaft brannten ab. Es kam zu heftigen Hagelschlägen, die Bilanz ist düster. Der einzige positive Punkt in diesem Bericht ist, dass Frankreich seine Treibhausgasemissionen senkt: minus 2,7 % bis Ende 2022. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, müsste das bisherige Tempo bis 2030 jedoch verdoppelt werden.

    Zusätzliche Milliarden Euro sind erforderlich.
    Das Baugewerbe und die Industrie haben sich sichtbar bemüht. Energie und Verkehr aber längst nicht genug. Um den ökologischen Wandel zu finanzieren, wären dem Bericht zufolge bis 2030 jährlich 30 Milliarden Euro zusätzlich nötig. Dies könnte unter anderem dazu dienen, Wälder zu retten, die durch Abholzungen und Waldsterben immer weniger Kohlenstoff binden. Das Baumsterben ist in den letzten zehn Jahren um 50% angestiegen.

  • Umwelt: Endlich wieder Lachse im Rhein

    Umwelt: Endlich wieder Lachse im Rhein

    Der Lachs, einer der Lieblingsfische der Franzosen, ist in den Rhein zurückgekehrt, nachdem er völlig aus dem Fluss verschwunden war. Einige Wehre wurden umgebaut, um den Aufstieg zu erleichtern. 

    Der Rhein ist mit über 1.300 Kilometern Länge, die zum Teil kanalisiert und industrialisiert sind, der wichtigste Handelsfluss Europas. Seit 30 Jahren wird versucht, ihn ökologisch wiederherzustellen. In Gambsheim (Bas-Rhin) beobachten Liebhaber ein Wasserkraftwerk, das von großen Wanderfischen wie dem Lachs überwunden wird. Es wurde eigens so umgebaut, dass die Fische über Betontreppen flussaufwärts wandern können.

    Der Rhein ist für den Lachs zu stark ausgebaut und verschmutzt.
    Vor einigen Jahren wäre es noch unmöglich gewesen, dort Lachse zu sehen, da der Lachs aus dem Rhein vollständig verschwunden war, da die ökologischen Bedingungen durch „die Staudämme, die Überfischung, die Verschmutzung und die Verschlechterung der Umweltbedingungen“ zu schlecht waren, erklärt Florian Lucas, Beauftragter des Vereins Saumon-Rhin, auf dem Sender France 2. Um die 50er Jahre herum verschwand der Lachs aus dem Rhein, der bis dahin zu den fischreichsten und lachsreichsten Gewässern Europas gehörte. Heute werden die Fische in Schwimmbecken gezüchtet, bevor sie in den Nebenflüssen des Rheins ausgesetzt werden. Aber wird die Wiederansiedlung Erfolg haben? Denn der Klimawandel muss mittlerweile auch mit einberechnet werden. Das Ziel bleibt jedoch, Lachse wieder in den Rhein zu bringen.

  • Frankreich will CO2-Emissionen bis 2030 um 140 Millionen Tonnen senken

    Frankreich will CO2-Emissionen bis 2030 um 140 Millionen Tonnen senken

    Nach Ansicht des Ministers für den ökologischen Übergang, Christophe Béchu, muss das Tempo bei der Senkung der Treibhausgasemissionen verdoppelt werden. Die Regierung will ihren Plan am Mittwoch, dem 5. Juli, näher erläutern. Die französische Regierung wird am Mittwoch, den 5. Juli, ihren Plan vorstellen, „die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 140 Millionen Tonnen zu senken“, kündigte Christophe Béchu, Minister für den ökologischen Übergang, am Mittwoch, dem 28. Juni, auf dem Sender Franceinfo an. Der fünfte Jahresbericht des Hohen Klimarats hatte zuvor gezeigt, dass Frankreich noch nicht bereit ist, mit klimatischen Unwägbarkeiten umzugehen, und schneller vorgehen muss, um seine CO2-Emissionen zu senken. „Unser Land und unser Kontinent sind auf dem richtigen Weg, aber nicht im richtigen Tempo. Wir müssen dieses Tempo verdoppeln“, räumte Christophe Béchu ein. Am Mittwoch kommender Woche will die Regierung erklären, „wie wir von 404 Millionen Tonnen auf 270 kommen können, indem wir für…

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  • Rückkehr der Gewitter: mehrere Departements ab dem heutigen Donnerstag von Unwettern betroffen

    Rückkehr der Gewitter: mehrere Departements ab dem heutigen Donnerstag von Unwettern betroffen

    Das Wetter, das in Frankreich seit Anfang der Woche sommerlich war, soll sich am Donnerstag wieder ändern und gewittrigen Schauern in weiten Teilen des Landes Platz machen.

    Die Temperaturen stiegen zu Beginn der Woche kräftig, doch das soll sich ändern. „Ab Donnerstag zieht eine Störung vom Nordwesten über das Land und wird von mäßigem bis anhaltendem Regen sowie möglichen Gewittern begleitet“, berichtet Météo France. Ein „vorübergehender Rückgang der Temperaturen“ wird vorhersagt.

    Laut Meteo France zeichnet sich ein erhöhtes Gewitterrisiko ab. Der Großteil des Landes könnte einer möglichen Rückkehr heftiger gewittriger Schauer ausgesetzt sein.

    Die Vorhersage für den Abend des Donnerstags, 29. Juni (Météo France)

    Am Donnerstag „könnte sich die Zone, die den stärksten Gewittern ausgesetzt ist, vom mittleren Westen bis zum Pariser Becken und nach Belgien erstrecken“, so La Chaîne Météo. Laut Météo France werden für Donnerstag 42 Departements auf Gewitterwarnung Gelb gesetzt.

    Das Wetter für den Freitag
    Für den Freitag, den 30. Juni, sagt La Chaîne Météo voraus, dass „die Störung in Richtung der östlichen Regionen voranschreiten wird, wo sie gewittrigen Regen mit sich bringen wird“. Das Gewitterrisiko wird laut Météo France in den Regionen Vaucluse, Bouches-du-Rhône, Hautes-Alpes und einem großen Teil der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur am stärksten sein. Im Südwesten dagegen soll das Wetter am Freitag aufklaren.

  • Klima: Das Mittelmeer und der Atlantik erleben eine Meereshitzewelle

    Klima: Das Mittelmeer und der Atlantik erleben eine Meereshitzewelle

    Das Mittelmeer und der Atlantische Ozean werden immer wärmer. Das Phänomen erfreut die Badegäste, besorgt aber die Klimaforscher. Die Wassertemperaturen im Mittelmeer und im Atlantik sind in diesem Juni ungewöhnlich hoch.

    Es ist so heiß, dass die Badegäste am Strand von Larmor-Plage (Morbihan) nicht zögern, sich ins Wasser zu stürzen. „Ich glaube, heute hat das Wasser 20 Grad. Es sollte aber eigentlich bei 18 Grad oder sogar darunter liegen“, stellt eine Einwohnerin auf dem Sender France 3 fest. Das Phänomen ist im gesamten Nordatlantik zu spüren, wobei es in einigen Gebieten bis zu fünf Grad wärmer ist als die Durchschnittstemperatur.

    Mögliche Zunahme ozeanischer Hitzewellen.
    Die Erwärmung des Wassers betrifft auch das Mittelmeer. Taucher im Hafen von Montpellier (Hérault) spüren die Hitzewelle sogar in mehreren Metern Tiefe. „Es ist ziemlich tief, bevor man die kalte Wasserschicht findet“, sagt eine Taucherin. Im letzten Jahr stieg die Wassertemperatur sogar manchmal auf über 30 Grad. Die Hitzewellen im Meer beunruhigen die Wissenschaftler, die Sensoren ausgebracht haben, um die Temperaturen zu messen. Sie stellen einen dauerhaften Anstieg der Temperaturen und entsprechende Auswirkungen auf die Biodiversität fest.

    In seinem schlimmsten Szenario sagt der UNO-Klimarat IPCC eine bis zu 50-fache Zunahme der Hitzewellen in den Ozeanen voraus.

  • Wasserknappheit: 20% des Wassers gehen in Frankreich durch Leitungslecks verloren

    Wasserknappheit: 20% des Wassers gehen in Frankreich durch Leitungslecks verloren

    Wasser geht in Frankreich wegen Leitungslecks verloren. Nach Angaben der Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir geht in Frankreich jeder fünfte Liter Wasser aufgrund von defekten Leitungen verloren.

    Es handelt sich um viele Liter verlorenes Trinkwasser. In Sens (Yonne) kommt es zu einem Leck in einer Wasserleitung, das sich über den Straßenrand ergießt. Das ist in der Stadt üblich. „Wir haben es mit einen Verlust von 300 Litern pro Stunde zu tun“, erläutert Youri Crajka, Lecksucher bei des Wasserversorgers Sénone, gegenüber France 2. In der Stadt stammen die ältesten Rohrleitungen aus dem Jahr 1880. Da die gusseisernen Rohre besonders empfindlich sind, hat die Stadt jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt und sogar Mikrofone eingesetzt, um die Leitungen zu überprüfen. Das hat 8,5 Millionen Euro gekostet.

    Eine Milliarde Kubikmeter gehen pro Jahr verloren.
    „Wir haben heute etwa 76% Wassereffizienz. Wir bemühen uns, das zu verbessern“, erklärt Marc Botin, Präsident des Ballungsraums Grand Sénonais. Die Stadt Sens ist keine Ausnahme. Im Durchschnitt geht in Frankreich jeder fünfte Liter Wasser verloren, was einer Milliarde Kubikmetern pro Jahr entspricht. Aber, es gibt Lösungen wie zum Beispiel einen Lecksuchroboter, der durch die Rohre wandert und Lecks aufspürt.

  • Hitze: Was ist der „Föhn-Effekt“, der in Südfrankreich zu besonders heißen Temperaturen führt?

    Hitze: Was ist der „Föhn-Effekt“, der in Südfrankreich zu besonders heißen Temperaturen führt?

    Am Montag, den 26. Juni, stiegen die Temperaturen im Languedoc und in der Provence auf bis zu 37°C. Diese starke Hitze hielt auch am Dienstag, dem 27. Juni, an. Wie aber kommt es zu einer plötzlichen, so starken und örtlich begrenzten Hitze?

    In Montpellier, Nîmes und Marseille war die Luft am Montagnachmittag erstickend heiß. Die Thermometer zeigten 36,4 °C in Montpellier und 37,7 °C im Zentrum von Marseille an. Diese Regionen sind an Hitze gewöhnt, aber dieses mal war es die einzige Region in Frankreich, in der es so heiß wurde. In den anderen Regionen Frankreichs waren die Höchstwerte im Vergleich zum Sonntag sogar rückläufig.

    Das Languedoc und die westliche Provence erlebten eine sehr warme Luftmasse, verbunden mit der Rückkehr des Mistrals, der sehr trockene Luft brachte. Es sei diese Kombination, die den sogenannten „Föhn-Effekt“ in Südfrankreich verursachte, erklärt La Chaîne Météo.

    Beim Föhn-Effekt kann die Temperatur innerhalb von zwei Stunden um mehr als 15 °C steigen! Trockener Wind gepaart mit niedriger Luftfeuchtigkeit kann zu einer plötzlichen und starken Austrocknung der Böden, der Vegetation und der Artenvielfalt führen. Wie der Agrarmeteorologe Serge Zaka erklärt, „sind Blitzdürren aufgrund der durch die trockene Luft und die extremen Temperaturen stark erhöhten Evapotranspiration kurz und heftig“. Für die Vegetation ist es ein bisschen so, wie wenn man eine Ofentür öffnet. Ein Föhneffekt hatte am 28. Juni 2019 ganze Weinberge im Languedoc verbrannt. Von diesem Tag stammt auch der Temperaturrekord in Frankreich mit 45,9 °C in Galalrgues-le-Montueux im Département Gard.

    Auch am Mittwoch werden sehr hohe Temperaturen herrschen, wobei sie im Vergleich zu den vorherigen Tagen leicht zurückgehen werden. Die warmen Nächte werden sich bis Donnerstag fortsetzen.

  • TotalEnergies in Afrika: Französischer Ölkonzern wegen Menschenrechtsverletzungen verklagt

    TotalEnergies in Afrika: Französischer Ölkonzern wegen Menschenrechtsverletzungen verklagt

    Die Organisation „Les Amies de la Terre“ verklagt den Konzern TotalEnergies erneut wegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den EACop-Projekten in Ostafrika.

    „Bei dieser neuen Klage handelt es sich um eine Wiedergutmachungsklage, da die Verletzungen bereits stattgefunden haben“, erklärt Juliette Renaud, Kampagnenleiterin der Organisation Les Amies de la Terre, am Dienstag, dem 27. Juni auf dem Sender Franceinfo. Die Organisation verklagt TotalEnergies erneut wegen Menschenrechtsverletzungen, die durch die Ölprojekte EACop (East african crude oil pipeline), eine 1.500 km lange beheizte Pipeline bis zur Küste Tansanias, und Tilenga, eine Bohrung in Uganda, die in den Naturpark Murchison Falls eingreift, verursacht wurden.

    Die Organisation wirft Total eine Vielzahl von Verstößen vor, die insbesondere mit „Landgrabbing zum Nachteil von mehr als 118.000 Menschen, die ganz oder teilweise enteignet wurden“ zusammenhängen. „Wir fordern das Gericht auf, die zivilrechtliche Haftung von Total anzuerkennen und den Konzern zu verurteilen, diese Schäden zu beheben“, fährt Juliette Renaud fort.

    26 Mitglieder Bewohner von ugandischen Gemeinden fordern Wiedergutmachung. Ihnen wurde die freie Nutzung ihres Landes vorenthalten, ohne dass sie eine Entschädigung erhielten, und sie mussten ihr Land aufgrund von Druck und Einschüchterung ohne ihre Zustimmung abtreten.

    „Es wurde ihnen für mehr als drei oder vier Jahre verboten, ihr Land zu bewirtschaften. All dies führte dazu, dass ihr Recht auf ausreichende Ernährung verletzt wurde. Dies führte zu einer schweren Nahrungsmittelknappheit.“ Betont Juliette Renaud von Les Amies de la Terre gegenüber Franceinfo.

    Darüber hinaus haben Arbeiten zum Bau einer Ölverarbeitungsanlage seit letztem Jahr wiederholt zu Überschwemmungen geführt. Eine Reihe von Verantwortlichen betroffener Gemeinden und Verbänden wurden bedroht und schikaniert, festgenommen und somit in ihren Rechten auf freie Meinungsäußerung und Meinungsfreiheit verletzt.

    Diese Einschüchterungen wurden von lokalen Behörden, der ugandischen Polizei, aber auch von Total-Mitarbeitern und Subunternehmern begangen. Es handele sich um Schikanen allein aufgrund der Tatsache, dass sie es wagten, die Ölprojekte zu kritisieren. Selbst in Fällen von Einschüchterung, Druck und Verhaftungen durch die ugandischen Behörden gäbe es eine Verantwortung von Total. Total ist im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht verpflichtet, Risiken von Menschenrechtsverletzungen und der Verletzung von Grundfreiheiten zu identifizieren und zu verhindern. Dazu gehört auch das Recht auf freie Meinungsäußerung.

    Les Amies de la Terre versucht in der  Klageschrift zu beweisen, dass Total die Risiken von Menschenrechtsverletzungen, die mit diesen Projekten verbunden sind, nicht ausreichend identifiziert hat. Dabei seien diese Risiken durchaus erkennbar gewesen, noch bevor die Projekte in Angriff genommen wurden, die zu massiven Enteignungen in den beiden autoritär geführten Ländern Uganda und Tansania führen.

    „All dies betrifft mehr als 118.000 Menschen, die ganz oder teilweise von ihrem Land enteignet werden, um Platz für diese Ölprojekte zu schaffen.“ So Juliette Renaud, Les Amies de la Terre gegenüber Franceinfo.