Kategorie: International

  • Macrons Rezept gegen Europas politische Ohnmacht

    Macrons Rezept gegen Europas politische Ohnmacht

    Wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit kehrt Emmanuel Macron zu einem Leitmotiv seiner Präsidentschaft zurück: Europa müsse handlungsfähiger werden, wenn es dem Erstarken populistischer und extremistischer Kräfte begegnen wolle. Bei seinem Staatsbesuch in Spanien nutzte der französische Präsident einen Auftritt an der Universität Complutense in Madrid für eine grundsätzliche Diagnose der europäischen Demokratien. Wenn Demokratie zu langsam erscheint Macrons Analyse reicht weit über Frankreich hinaus. Wirtschaftlicher Strukturwandel, der Verlust industrieller Arbeitsplätze, Migration und das Gefühl eines stagnierenden Lebensstandards hätten in vielen Gesellschaften Vertrauen erschüttert. Hinzu komme eine institutionelle Schwäche: Demokratien wirkten angesichts komplexer Entscheidungsprozesse häufig langsamer als autoritäre Systeme. Gerade darin liege eine politische Gefahr. Rechtsstaatliche Verfahren, Gerichte, Parlamente und andere Kontrollinstanzen sollen Macht begrenzen. Doch wen…

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  • Russlands neue Waffe ist nicht die Lüge – sondern der Zweifel

    Russlands neue Waffe ist nicht die Lüge – sondern der Zweifel

    Editorial Die Zahl wirkt wie eine jener Schlagzeilen, die selbst aus einer Desinformationskampagne stammen könnten: plus 850 Prozent innerhalb eines Jahres. Doch in diesem Fall ist die Größenordnung dokumentiert. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 421 gefälschte Nachrichtenbeiträge registriert, die sich als Produkte etablierter Medien ausgaben. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 44 gewesen. Der Befund bedeutet nicht, dass «die russische Desinformation» insgesamt um 850 Prozent zugenommen hätte. Er beschreibt eine bestimmte Methode. Gerade diese Präzisierung macht die Entwicklung allerdings nicht weniger beunruhigend. Denn die Strategie verändert sich. Propaganda versucht nicht mehr nur, eine alternative Wirklichkeit zu konstruieren. Sie beginnt, die Institutionen zu imitieren, auf denen die gemeinsame Wirklichkeit einer demokratischen Gesellschaft beruht. Die Fälscher tragen jetzt Anzug und Krawatte Die klassische Desinformation hatte ein Erkennungsproblem. Dubiose Telegram-Kanäle…

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  • Was Frankreichs Ukraine-Hilfe wirklich kostet – und was der RN davon streichen könnte

    Was Frankreichs Ukraine-Hilfe wirklich kostet – und was der RN davon streichen könnte

    Marine Le Pen und führende Vertreter des Rassemblement National stellen Frankreichs finanzielle Unterstützung für die Ukraine zunehmend infrage. Dabei fällt regelmäßig eine spektakuläre Zahl: Seit Beginn des russischen Großangriffs im Februar 2022 habe Frankreich die Ukraine mit mehr als 26 Milliarden Euro unterstützt. Die Größenordnung ist nach der international gebräuchlichen Berechnung grundsätzlich plausibel. Sie sagt jedoch wenig darüber aus, wie viel Geld tatsächlich aus dem französischen Staatshaushalt nach Kiew geflossen ist – und noch weniger darüber, welche Summe eine künftige Regierung kurzfristig einsparen könnte. 26,2 Milliarden Euro – aber nicht aus einer Kasse Nach den bis Juni 2026 reichenden Daten des Ukraine Support Tracker des Kiel Instituts summiert sich die Frankreich zugerechnete Unterstützung auf rund 26,2 Milliarden Euro. Davon entfallen etwa 7,9 Milliarden Euro auf bilaterale französische Hilfe und rund 18,3 Milliarden Euro auf Frankreichs rechnerischen Anteil …

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  • Frankreich schickt Soldaten nach Yanbu – und macht den Ölpreis zur Frage der nationalen Sicherheit

    Frankreich schickt Soldaten nach Yanbu – und macht den Ölpreis zur Frage der nationalen Sicherheit

    Frankreich will Soldaten, Radarsysteme und Luftabwehr nach Saudiarabien verlegen. Was auf den ersten Blick wie ein weiterer Schritt in den Nahostkonflikt aussieht, verfolgt ein eng umrissenes Ziel: Paris will eine der wichtigsten verbliebenen Ausweichrouten für saudisches Erdöl schützen. Hinter der Entscheidung Emmanuel Macrons steht damit auch eine innenpolitische Rechnung. Die Sicherung eines Hafens am Roten Meer soll helfen, die Versorgung der Weltmärkte zu stabilisieren – und damit indirekt den Druck auf die französischen Tankstellenpreise zu mindern. Yanbu wird zum strategischen Nadelöhr Am 24. September kündigte Macron an, Frankreich werde militärische Mittel nach Yanbu an der saudischen Westküste entsenden. Vorgesehen seien Soldaten, Radare und Verteidigungssysteme. Die Mission, so die französische Darstellung, solle defensiven Charakter haben. Französische Streitkräfte würden nicht in die Kämpfe zwischen Saudiarabien und den Huthi im Jemen eingreifen, sondern eine für den Energ…

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  • Trump gegen Macron: In New York prallen zwei Weltordnungen aufeinander

    Trump gegen Macron: In New York prallen zwei Weltordnungen aufeinander

    Selten lässt sich der Wandel der internationalen Ordnung so anschaulich beobachten wie an diesem Dienstag in New York. Im Abstand weniger Stunden traten Donald Trump und Emmanuel Macron vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Beide sprachen über Frieden, Sicherheit und Souveränität. Doch hinter denselben Begriffen stehen zwei nahezu gegensätzliche Vorstellungen davon, wie die Welt im Jahr 2026 funktionieren soll. Trump setzt auf Macht, Abschreckung und nationale Handlungsfreiheit. Macron verteidigt eine Ordnung, in der Macht durch Recht eingehegt und nationale Souveränität durch internationale Zusammenarbeit ergänzt wird. Es ist mehr als ein rhetorischer Gegensatz zwischen einem amerikanischen und einem französischen Präsidenten. In New York standen sich zwei konkurrierende Antworten auf eine grundsätzliche Frage gegenüber: Was bleibt von der regelbasierten internationalen Ordnung, wenn ihre Regeln von den mächtigsten Staaten zunehmend nur noch dann akzeptiert werden, wenn s…

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  • Macrons Abrechnung in New York: Gaza wird zum Prüfstein der internationalen Ordnung

    Macrons Abrechnung in New York: Gaza wird zum Prüfstein der internationalen Ordnung

    Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat Emmanuel Macron vor der Uno-Generalversammlung die Lage im Gazastreifen zum Symbol einer internationalen Ordnung erklärt, die an ihren eigenen Ansprüchen zu scheitern droht. Was sich dort vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspiele, sei ein «Schauspiel, das uns alle beschämt», sagte der französische Präsident in New York. Hinter der moralischen Anklage steht jedoch mehr als Empörung über das Leiden der Zivilbevölkerung. Macron formulierte eine grundsätzliche Kritik an einer Diplomatie, deren Friedensversprechen nach französischer Auffassung zunehmend von der Realität vor Ort entkoppelt sind. Eine Rede mit ungewöhnlicher Schärfe Macrons Auftritt am 22. September vor der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Es handelte sich um seine letzte Rede vor der Uno-Generalversammlung vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit im Frühjahr 2027. Entsprechend grundsätzlich fiel seine Botschaft aus. Der französische P…

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  • Trump und Macron treffen sich in New York – ein Gespräch im Schatten dreier Krisen

    Trump und Macron treffen sich in New York – ein Gespräch im Schatten dreier Krisen

    Donald Trump und Emmanuel Macron treffen sich am Montag, 21. September, in New York zu einem bilateralen Gespräch am Rande der hochrangigen Woche der Vereinten Nationen. Das Weisse Haus hat den Termin bestätigt; nach dem veröffentlichten Zeitplan des amerikanischen Präsidenten ist die Begegnung für 17.35 Uhr Ortszeit angesetzt. Sie findet damit unmittelbar vor Beginn der Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung statt, die am Dienstag eröffnet wird. Eine detaillierte Tagesordnung haben weder Washington noch Paris veröffentlicht. Doch der internationale Kontext lässt erkennen, welche Fragen das Treffen prägen dürften: der Krieg in der Ukraine und mögliche Sicherheitsgarantien für Kiew, die eskalierte Lage im Nahen Osten und die Energieversorgung Europas sowie die weiterhin störanfälligen Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Ein dicht gedrängter diplomatischer Kalender Für Trump ist das Gespräch mit Macron Teil eines eng getakteten diplomatis…

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  • Frankreich und Kanada machen den Nordatlantik zur strategischen Nahtstelle

    Frankreich und Kanada machen den Nordatlantik zur strategischen Nahtstelle

    Der Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney in Saint-Pierre-et-Miquelon ist mehr als eine diplomatische Geste an Frankreich. Er zeigt, wie sich die strategische Geografie des Nordatlantiks verändert. Frankreich und Kanada wollen ihre Zusammenarbeit bei Fischerei, Energie, Verteidigung, Raumfahrt und digitalen Technologien erheblich ausweiten. Das kleine französische Archipel vor der Küste Neufundlands soll dabei vom Randgebiet zu einem Bindeglied zwischen Kanada und Europa werden. Ein kleines Archipel mit neuer strategischer Bedeutung Saint-Pierre-et-Miquelon zählt nur wenige tausend Einwohner und liegt rund 25 Kilometer vor der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador. Politisch gehört die Inselgruppe jedoch zu Frankreich. Damit besitzt die Europäische Union faktisch einen französischen Außenposten unmittelbar vor der kanadischen Atlantikküste. Dass Mark Carney am 20. September als erster kanadischer Premierminister zu einem offiziellen Besuch auf das Archipel reiste, …

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  • Macron setzt im Nordatlantik ein Zeichen französischer Souveränität

    Macron setzt im Nordatlantik ein Zeichen französischer Souveränität

    Auf einer Landkarte ist Saint-Pierre-et-Miquelon leicht zu übersehen. Politisch aber ist der französische Archipel vor der Küste Neufundlands plötzlich ins Zentrum einer grösseren Auseinandersetzung über Souveränität, strategische Einflusszonen und die Ordnung des Nordatlantiks gerückt. Bei seiner Ankunft am 19. September reagierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron demonstrativ auf eine von Donald Trump veröffentlichte Karte, auf der weite Teile Nordamerikas einschliesslich des französischen Gebiets mit den Farben der Vereinigten Staaten überzogen waren. «Das ist selbstverständlich. Es gibt darüber keine Diskussion. Saint-Pierre-et-Miquelon ist französisch und mit Frankreich verbunden», erklärte Macron. Und er fügte hinzu: «Wir werden das nicht jeden Morgen bekräftigen, nur weil Leute seltsame Ideen haben oder seltsame Dinge sagen.» Eine kleine Inselgruppe in strategischer Lage Saint-Pierre-et-Miquelon liegt rund 25 Kilometer vor der kanadischen Insel Neufundland und ist das letzte…

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  • Frankreich erweitert seine nukleare Abschreckung nach Osten – Moskau warnt vor neuem Risiko

    Frankreich erweitert seine nukleare Abschreckung nach Osten – Moskau warnt vor neuem Risiko

    Russland betrachtet Frankreichs neue «vorgelagerte nukleare Abschreckung» zunehmend als strategische Herausforderung. Nachdem Finnland Mitte September der von Präsident Emmanuel Macron initiierten Zusammenarbeit beigetreten ist, warnte Moskau vor einem zusätzlichen «Risiko» für Russland. Hinter dem diplomatischen Schlagabtausch steht eine wesentlich grössere Frage: Beginnt Europa, neben dem amerikanischen Atomschirm eine eigenständige nukleare Sicherheitsarchitektur aufzubauen? Die französische Initiative gehört zu den bedeutendsten Veränderungen der europäischen Abschreckungspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges. Sie verändert zwar nicht die Verfügungsgewalt über Frankreichs Atomwaffen. Diese bleibt ausschliesslich beim französischen Präsidenten. Doch Paris öffnet seine bisher ausgesprochen nationale Nuklearstrategie stärker für europäische Partner. Moskau verschärft den Ton Die russische Reaktion folgte auf den Beitritt Finnlands zur französischen Initiative. Maria Sacharowa, Spre…

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