Kategorie: International

  • Rauch aus Belgien sorgt in der Mosel für Luftalarm

    Rauch aus Belgien sorgt in der Mosel für Luftalarm

    Dichter Rauch aus Belgien hat am Sonntag in Teilen des französischen Départements Moselle eine Luftverschmutzungswarnung ausgelöst. Ursache ist der gewaltige Wald- und Moorbrand in den belgischen Hohen Venn, dessen Rauchwolke durch die vorherrschenden Winde bis nach Frankreich, Luxemburg und in den Westen Deutschlands getragen wurde. Die Behörden reagierten umgehend und aktivierten die vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.

    Messungen des Luftüberwachungsverbands ATMO Grand Est registrierten einen deutlichen Anstieg der Luftbelastung. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Verbrennungs-Peak“, der vor allem durch erhöhte Konzentrationen von Feinstaub sowie Stickoxiden gekennzeichnet ist. Beide Schadstoffe entstehen in großen Mengen bei Bränden und können insbesondere für empfindliche Menschen gesundheitliche Folgen haben.

    Der Präfekt des Départements Moselle setzte deshalb die geltenden Vorschriften für Luftverschmutzung in Kraft. Dazu zählt das Verbot, Grünabfälle im Freien zu verbrennen. Ausgenommen bleiben lediglich Fälle, in denen dies aus Gründen der öffentlichen Sicherheit unvermeidbar ist. Auch landwirtschaftliche Feuer zur Beseitigung von Pflanzenresten müssen bis auf Weiteres eingestellt bleiben.

    Zusätzlich gelten Auflagen für Baustellen, auf denen größere Mengen Staub entstehen. Vor allem bei Abrissarbeiten ist eine regelmäßige Bewässerung vorgeschrieben, damit möglichst wenige Staubpartikel in die Luft gelangen. Ebenfalls untersagt sind während der gesamten Dauer der Warnstufe Feuerwerke, um zusätzliche Emissionen zu vermeiden.

    Neben diesen verbindlichen Maßnahmen sprechen die Behörden mehrere Empfehlungen an die Bevölkerung aus. Wer Rauch oder Brandgeruch wahrnimmt, sollte Türen und Fenster geschlossen halten, damit möglichst wenig belastete Außenluft in Wohnräume gelangt. Auch Lüftungsanlagen, die Frischluft von außen ansaugen, sollten vorübergehend ausgeschaltet werden. Sportliche Aktivitäten im Freien gilt es möglichst einzuschränken, bis sich die Luftqualität wieder verbessert hat.

    Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf Menschen, die besonders empfindlich auf Luftschadstoffe reagieren. Dazu gehören Kinder, ältere Personen sowie Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bereits kurze Aufenthalte in stark belasteter Luft können bei ihnen Husten, Atembeschwerden oder Reizungen der Augen verursachen.

    Auslöser der außergewöhnlichen Situation ist einer der schwersten Brände, die Belgien bislang erlebt hat. Das Feuer in den Hohen Venn hat bereits rund 3.000 Hektar Moor- und Waldlandschaft zerstört. Die dichte Rauchwolke reicht weit über die Grenzen Belgiens hinaus und beeinträchtigt die Luftqualität in mehreren Nachbarregionen. Fachleute beobachten die Entwicklung kontinuierlich, da Windrichtung und Wetterlage entscheidend dafür sind, wie lange die Belastung anhält.

    Für die Bevölkerung in der Mosel bleibt die Lage vorerst angespannt. Solange die Rauchwolke anhält und die Messwerte erhöht bleiben, raten die Behörden dazu, die Vorsichtsmaßnahmen konsequent einzuhalten. So lassen sich gesundheitliche Risiken zumindest deutlich verringern.

    Daniel Ivers

  • Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban: Das unvollendete Exil der Afghanen in Frankreich

    Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban: Das unvollendete Exil der Afghanen in Frankreich

    Als am 15. August 2021 Kabul in die Hände der Taliban fiel, markierte dies nicht nur das Ende eines zwanzigjährigen westlichen Militäreinsatzes, sondern auch den Beginn einer der größten Fluchtbewegungen der jüngeren Zeitgeschichte. Die Bilder verzweifelter Menschen, die sich an startende Militärflugzeuge klammerten, gingen um die Welt und wurden zum Sinnbild eines dramatischen Zusammenbruchs. Frankreich beteiligte sich ebenso wie andere westliche Staaten an Evakuierungsmissionen und versprach Schutz für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen.

    Fünf Jahre später hat sich die politische Realität grundlegend verändert. Die Taliban haben ihre Herrschaft gefestigt, internationale Kontakte nehmen schrittweise wieder zu, und selbst europäische Staaten führen Gespräche mit Kabul über migrations- und sicherheitspolitische Fragen. Für jene Afghanen, die in Frankreich Zuflucht gefunden haben, bedeutet diese Entwicklung jedoch keineswegs Entspannung. Ihr Exil ist längst nicht abgeschlossen. Es hat vielmehr eine neue Form angenommen – geprägt von bürokratischen Verfahren, psychischen Belastungen, Integrationshürden und der Sorge, dass die politische Stimmung in Europa eines Tages auch ihre Zukunft infrage stellen könnte.

    Die Flucht endet nicht mit der Ankunft

    Die afghanische Gemeinschaft in Frankreich ist ausgesprochen heterogen. Unter den Geflüchteten befinden sich ehemalige Ortskräfte französischer Institutionen, Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen, Journalisten, Richterinnen, Lehrer, Menschenrechtsaktivisten, aber auch zahlreiche junge Männer, die vor wirtschaftlichem Zusammenbruch, politischer Verfolgung oder drohender Zwangsrekrutierung flohen.

    Für die meisten begann das Exil lange vor der Ankunft in Frankreich. Der Weg führte häufig über den Iran, die Türkei und die Balkanroute. Viele verbrachten Monate oder sogar Jahre unter prekären Bedingungen, bevor sie europäischen Boden erreichten. Erst danach folgten langwierige Asylverfahren, Aufenthalte in Erstaufnahmeeinrichtungen und die Hoffnung auf einen rechtlich gesicherten Aufenthalt.

    Doch selbst die Anerkennung als Flüchtling markiert keinen Neubeginn im klassischen Sinn. Sie beendet lediglich die existenzielle Unsicherheit der Flucht – nicht jedoch deren psychologische Folgen. Familien leben oftmals über Kontinente hinweg getrennt. Viele Geflüchtete telefonieren regelmäßig mit Angehörigen in Afghanistan, deren Lebensbedingungen sich unter der Herrschaft der Taliban kontinuierlich verschlechtert haben. Die Sorge um Eltern, Geschwister oder Kinder bleibt für viele ein ständiger Begleiter.

    Frauen zwischen neuer Freiheit und verlorener Biografie

    Besonders tief greift das Schicksal afghanischer Frauen. Zahlreiche von ihnen verließen ihre Heimat, weil innerhalb weniger Monate nahezu sämtliche gesellschaftlichen Fortschritte der vergangenen zwanzig Jahre rückgängig gemacht wurden.

    Der Ausschluss von Mädchen aus weiterführenden Schulen und Universitäten, massive Einschränkungen der Erwerbstätigkeit sowie weitreichende Verbote der öffentlichen Teilhabe haben Afghanistan international zu einem Symbol institutionalisierter Geschlechterdiskriminierung werden lassen.

    In Frankreich genießen diese Frauen zwar grundlegende Freiheitsrechte und rechtliche Sicherheit. Der gesellschaftliche Neuanfang gestaltet sich dennoch schwierig. Akademische Abschlüsse werden häufig nicht anerkannt oder nur eingeschränkt berücksichtigt. Sprachbarrieren erschweren den Einstieg in qualifizierte Berufe erheblich. Ehemalige Richterinnen, Professorinnen oder Verwaltungsbeamtinnen sehen sich oftmals gezwungen, ihre berufliche Laufbahn vollständig neu aufzubauen oder Tätigkeiten anzunehmen, die weit unter ihrer Qualifikation liegen.

    Damit verbindet sich nicht selten ein Gefühl des sozialen Abstiegs. Während sie der Verfolgung entkommen sind, bleibt die Rückkehr in ihren früheren Beruf für viele auf absehbare Zeit unerreichbar.

    Integration zwischen Hoffnung und Realität

    Auch für Männer gestaltet sich die Integration häufig schwieriger, als es die öffentliche Debatte vermuten lässt. Wohnraum gehört zu den größten Herausforderungen. Nach dem Aufenthalt in staatlichen Unterkünften fällt vielen Familien der Zugang zum privaten Wohnungsmarkt schwer – nicht zuletzt wegen steigender Mieten und eines ohnehin angespannten Angebots.

    Hinzu kommt der Arbeitsmarkt. Viele Geflüchtete finden zunächst Beschäftigung in Branchen mit niedrigen Einstiegshürden: Baugewerbe, Gastronomie, Logistik oder Reinigungsdienste. Diese Tätigkeiten ermöglichen wirtschaftliche Eigenständigkeit, entsprechen jedoch selten der beruflichen Qualifikation der Betroffenen.

    Ein weiterer Engpass bleibt der Spracherwerb. Zwar existieren staatlich geförderte Integrationskurse, doch reichen deren Umfang und Dauer häufig nicht aus, um rasch ein Niveau zu erreichen, das anspruchsvollere Berufslaufbahnen ermöglicht. Besonders ältere Geflüchtete oder Menschen mit geringer Schulbildung benötigen deutlich längere Förderzeiträume.

    Weniger sichtbar, aber gesellschaftlich ebenso bedeutsam, sind die psychischen Folgen der Flucht. Traumatische Kriegserfahrungen, der Verlust nahestehender Menschen und die permanente Angst um zurückgelassene Familienmitglieder führen vielfach zu Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungssymptomen. Diese Belastungen erschweren die Integration zusätzlich und bleiben im öffentlichen Diskurs häufig unterschätzt.

    Eine Diaspora übernimmt Verantwortung

    Trotz aller Schwierigkeiten hat sich in Frankreich in den vergangenen Jahren eine zunehmend organisierte afghanische Diaspora entwickelt. Vereine und Initiativen unterstützen Neuankömmlinge bei Behördengängen, vermitteln Sprachkurse, begleiten die Wohnungssuche oder helfen bei der Arbeitsmarktintegration.

    Zugleich engagieren sich viele Organisationen politisch. Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan, Informationsveranstaltungen und Kontakte zu französischen Institutionen verfolgen das Ziel, das Schicksal der Bevölkerung im Herkunftsland im öffentlichen Bewusstsein zu halten.

    Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei die jüngere Generation. Viele junge Afghaninnen und Afghanen, die als Jugendliche oder Studierende nach Frankreich kamen, sprechen inzwischen fließend Französisch, absolvieren Hochschulstudien oder arbeiten selbst als Dolmetscher, Sozialarbeiter oder Integrationsbegleiter. Sie bilden eine Brücke zwischen den Neuankömmlingen und der französischen Gesellschaft und tragen wesentlich dazu bei, dass Integration nicht allein staatliche Aufgabe bleibt.

    Wachsende Unsicherheit durch den Wandel der Migrationspolitik

    Während sich die Lage der Taliban auf internationaler Ebene stabilisiert, verändert sich gleichzeitig die europäische Migrationspolitik. Zahlreiche Regierungen setzen verstärkt auf Rückführungen abgelehnter Asylbewerber und suchen dafür auch den Dialog mit Staaten, deren Regierungen noch vor wenigen Jahren weitgehend isoliert waren.

    Für anerkannte Flüchtlinge gilt zwar weiterhin der Schutz des internationalen Asylrechts. Dennoch verfolgen viele Afghaninnen und Afghanen diese Entwicklung mit wachsender Sorge. Sie befürchten, dass sich politische Mehrheiten verändern und langfristig auch bestehende Schutzmechanismen unter Druck geraten könnten.

    Diese Unsicherheit speist sich weniger aus konkreten rechtlichen Veränderungen als aus einem allgemeinen Stimmungswandel. Migration wird in vielen europäischen Ländern zunehmend unter sicherheits- und ordnungspolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Für Menschen, die bereits ein neues Leben begonnen haben, entsteht dadurch erneut das Gefühl, ihre Zukunft hänge von politischen Entwicklungen ab, auf die sie keinerlei Einfluss besitzen.

    Zwischen Solidarität und Misstrauen

    Auch die öffentliche Wahrnehmung afghanischer Flüchtlinge hat sich verändert. Die breite Solidarität, die unmittelbar nach dem Fall Kabuls vorherrschte, ist einer deutlich nüchterneren Debatte gewichen. Fragen nach Integration, Migration und innerer Sicherheit bestimmen inzwischen den politischen Diskurs stärker als humanitäre Erwägungen.

    Einzelne Ermittlungsverfahren gegen afghanische Staatsangehörige wegen mutmaßlicher extremistischer Verbindungen haben diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Solche Fälle stehen zwar jeweils für individuelles Fehlverhalten und erlauben keinerlei Rückschlüsse auf die afghanische Gemeinschaft insgesamt. Dennoch prägen sie die öffentliche Wahrnehmung überproportional und erschweren die gesellschaftliche Integration vieler unbescholtener Geflüchteter.

    Vertreter von Hilfsorganisationen warnen deshalb davor, sicherheitspolitische Einzelfälle mit einer gesamten Bevölkerungsgruppe gleichzusetzen. Gerade jene Menschen, die vor den Taliban geflohen seien, hätten selbst unter islamistischem Terror und politischer Verfolgung gelitten.

    Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban zeigt sich damit ein bemerkenswertes Paradox. Während das Regime in Kabul schrittweise aus seiner internationalen Isolation heraustritt und um diplomatische Anerkennung bemüht ist, bleibt das Leben vieler Geflüchteter von Unsicherheit geprägt. Sie haben Schutz gefunden, aber nur selten die Gewissheit, endgültig angekommen zu sein.

    Das Afghanistan, das sie einst verließen, existiert in seiner früheren Form nicht mehr. Zugleich ist Frankreich für viele noch immer kein Ort uneingeschränkter Normalität, sondern eine Gesellschaft, in der Integration Zeit, Geduld und gegenseitiges Vertrauen verlangt. Exil bedeutet deshalb weit mehr als einen Ortswechsel. Es ist ein dauerhafter Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft – zwischen der Erinnerung an eine verlorene Heimat und der Hoffnung, eines Tages wirklich eine neue zu finden.

    Autor: P. Tiko

    En quelques années, la France est devenue l’un des principaux pays d’accueil des réfugiés afghans en Europe, avec environ 100 000 ressortissants sur son territoire. Derrière ce chiffre, la situation de ces femmes et hommes ayant fui leur pays depuis cinq ans est souvent compliquée, entre traumatismes, difficultés pour s’intégrer et parcours professionnel à reconstruire. Reportage d’Alice Brogat et Anaïs Chesnel., En quelques années, la France est devenue l’un des principaux pays d’accueil des réfugiés afghans en Europe, avec environ 100 000 ressortissants sur son territoire. Derrière ce chiffre, la situation de ces femmes et hommes ayant fui leur pays depuis cinq ans est souvent compliquée, entre traumatismes, difficultés pour s’intégrer et parcours professionnel à reconstruire. Reportage d’Alice Brogat et Anaïs Chesnel.,

  • Elf Franzosen wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels in Thailand in Untersuchungshaft

    Elf Franzosen wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels in Thailand in Untersuchungshaft

    Elf französische Staatsbürger sitzen derzeit in Thailand in Untersuchungshaft. Ihnen wird internationaler Drogenschmuggel vorgeworfen, nachdem sie zwischen Mitte Juni und dem Beginn des Sommers an mehreren Flughäfen des Landes festgenommen wurden. Nach Angaben der thailändischen Behörden sollen sie versucht haben, mehrere Kilogramm Cannabis in ihrem Gepäck außer Landes zu bringen.

    Die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren beteuern nach Angaben ihrer Familien, Opfer einer ausgeklügelten Betrugsmasche geworden zu sein. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge sollen sie über Snapchat und andere soziale Netzwerke angeworben worden sein. Unbekannte hätten ihnen eine kostenlose Reise nach Thailand angeboten, einschließlich Flug und Hotel. Als Gegenleistung sollten sie lediglich Koffer transportieren, von denen sie angeblich annahmen, dass sich darin Mobiltelefone oder andere elektronische Geräte befanden.

    Erst bei den Kontrollen an den Flughäfen entdeckten die thailändischen Zollbeamten größere Mengen Cannabis in den Gepäckstücken. Die Angehörigen der Festgenommenen gehen deshalb davon aus, dass die jungen Reisenden von kriminellen Netzwerken gezielt als sogenannte Drogenkuriere missbraucht wurden, ohne den tatsächlichen Inhalt der Koffer zu kennen.

    Die thailändischen Ermittlungsbehörden äußern sich bislang nicht zu dieser Darstellung. Aus ihrer Sicht handelt es sich derzeit um ein Verfahren wegen internationalen Drogenhandels. Die elf Franzosen bleiben bis zu ihrem Prozess in Untersuchungshaft. Nach Informationen aus Polizeikreisen drohen ihnen im Falle einer Verurteilung Freiheitsstrafen zwischen zwei und zehn Jahren. Je nach den konkreten Umständen des jeweiligen Falls könnte das Strafmaß sogar noch höher ausfallen.

    Der Fall fällt in eine Zeit, in der Thailand deutlich entschlossener gegen den Schmuggel von Cannabis vorgeht. Zwar hatte das Land seine Cannabisgesetzgebung im Jahr 2022 gelockert, doch der Export von Betäubungsmitteln blieb weiterhin verboten und wird konsequent strafrechtlich verfolgt. Die Behörden verschärften ihre Kontrollen an internationalen Flughäfen, nachdem zuletzt mehrere Fälle von Drogenschmuggel bekannt geworden waren.

    Die französischen Behörden verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Über die konsularischen Vertretungen erhalten die Inhaftierten Unterstützung, etwa bei der Kommunikation mit ihren Familien oder bei organisatorischen Fragen. Auf das laufende Strafverfahren in Thailand können die französischen Stellen jedoch keinen Einfluss nehmen. Wie die thailändische Justiz den Einlassungen der Beschuldigten begegnet und welche Rolle mögliche Hintermänner gespielt haben, dürfte nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen und des bevorstehenden Gerichtsverfahrens sein.

    Daniel Ivers

    Onze Français détenus en Thaïlande et à Hong Kong sont soupçonnés de trafic de drogue après avoir été recrutés sur les réseaux sociaux. Ces jeunes, piégés par de fausses annonces de transport de smartphones, risquent gros après la saisie de plusieurs kilos de cannabis dans leurs bagages.Onze Français détenus en Thaïlande et à Hong Kong sont soupçonnés de trafic de drogue après avoir été recrutés sur les réseaux sociaux. Ces jeunes, piégés par de fausses annonces de transport de smartphones, risquent gros après la saisie de plusieurs kilos de cannabis dans leurs bagages.

  • Klimawandel gefährdet die Ernährungssicherheit weltweit

    Klimawandel gefährdet die Ernährungssicherheit weltweit

    Der Klimawandel zählt längst nicht mehr nur zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Er entwickelt sich zunehmend zu einer Bedrohung für die weltweite Ernährungssicherheit. Steigende Temperaturen, häufigere Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und immer heftigere Stürme verändern die Bedingungen für die Landwirtschaft grundlegend. Damit gerät nicht nur die Produktion von Lebensmitteln unter Druck, sondern auch deren Verfügbarkeit, Bezahlbarkeit und Qualität.

    Ernährungssicherheit beruht auf vier wesentlichen Säulen: Lebensmittel müssen ausreichend vorhanden sein, für alle Menschen erreichbar und erschwinglich bleiben, gesundheitlich unbedenklich sowie nährstoffreich sein und diese Voraussetzungen dauerhaft erfüllen. Genau diese Grundlagen geraten durch den Klimawandel gleichzeitig ins Wanken.

    Besonders deutlich zeigen sich die Folgen auf den Feldern. Viele Kulturpflanzen reagieren empfindlich auf extreme Hitze und Wassermangel. Anhaltende Hitzewellen bremsen das Wachstum von Getreide, während lange Trockenperioden die Erträge von Mais, Weizen oder Reis erheblich verringern. Gleichzeitig richten sintflutartige Regenfälle enorme Schäden an. Sie zerstören Ernten, spülen fruchtbare Böden fort und verzögern die Aussaat. Hinzu kommt, dass Wetterextreme immer häufiger auftreten. Für Landwirte gleicht jede Anbausaison zunehmend einem Blick in die Glaskugel.

    Auch die Viehzucht leidet unter den veränderten Klimabedingungen. Hohe Temperaturen setzen Rindern, Schweinen oder Geflügel erheblich zu. Die Tiere fressen weniger, wachsen langsamer und bringen geringere Leistungen. Gleichzeitig sinkt ihre Fruchtbarkeit, während Krankheiten und Hitzestress häufiger auftreten. Dürreperioden lassen Weiden austrocknen, sodass Betriebe zusätzliches Futter zukaufen müssen. Dadurch steigen die Produktionskosten spürbar.

    Nicht einmal die Meere bleiben von den Veränderungen verschont. Die Erwärmung der Ozeane verschiebt die Lebensräume zahlreicher Fischarten. Manche Bestände wandern in kühlere Gewässer ab, andere gehen deutlich zurück. Gleichzeitig fördern höhere Wassertemperaturen das Wachstum giftiger Algen, die ganze Küstenregionen belasten können. Für Millionen Menschen, deren Einkommen und Ernährung unmittelbar von der Fischerei abhängen, verschärft sich dadurch die wirtschaftliche Unsicherheit.

    Neben der Menge gerät auch die Qualität der Lebensmittel unter Druck. Wärme und Feuchtigkeit schaffen ideale Bedingungen für Bakterien, Pilze und Schimmel, die gesundheitsschädliche Stoffe bilden können. Zudem breiten sich zahlreiche Schädlinge und Pflanzenkrankheiten in Regionen aus, in denen sie bislang kaum vorkamen. Landwirte stehen dadurch vor immer neuen Herausforderungen beim Schutz ihrer Ernten.

    Die Folgen reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. Sinkende Ernten führen häufig zu steigenden Lebensmittelpreisen. Besonders einkommensschwache Haushalte spüren diese Entwicklung unmittelbar, da ein großer Teil ihres Budgets bereits für Lebensmittel aufgewendet wird. Höhere Preise verschärfen soziale Ungleichheiten und können Spannungen innerhalb von Gesellschaften verstärken. In manchen Regionen verschärfen sich zudem Konflikte um Wasser und fruchtbares Land, während andere Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.

    Vor allem Entwicklungsländer tragen ein hohes Risiko. Viele Regionen sind stark von der Landwirtschaft abhängig und verfügen nur über begrenzte Möglichkeiten zur Bewässerung oder technischen Anpassung. In Teilen Afrikas, Südasiens oder Lateinamerikas treffen Dürren und Überschwemmungen daher oft jene Menschen am härtesten, die ohnehin am wenigsten Reserven besitzen.

    Doch auch wohlhabende Industriestaaten bleiben nicht verschont. In Europa sorgen wiederkehrende Dürresommer, späte Frostnächte und außergewöhnliche Hitzewellen bereits heute für Ernteausfälle bei Getreide, Obst, Gemüse und Wein. Auch in Deutschland und Frankreich stehen Landwirte vor der Aufgabe, Anbaumethoden anzupassen und Wasser deutlich effizienter einzusetzen. Früher galt das vielerorts als Zukunftsmusik – heute gehört es zum Alltag.

    Trotz der ernsten Lage gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu gestalten. Dazu zählen hitze- und trockenheitsresistente Pflanzensorten, moderne Bewässerungstechniken, ein nachhaltiger Umgang mit Wasser sowie vielfältigere Anbausysteme. Auch die Wiederherstellung fruchtbarer Böden, agrarökologische Konzepte, Frühwarnsysteme für Wetterextreme und gezielte Unterstützung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe stärken die Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels.

    Dennoch reicht Anpassung allein nicht aus. Ohne eine deutliche Verringerung der Treibhausgasemissionen steigen die Temperaturen weiter an – und damit auch die Risiken für die weltweite Lebensmittelversorgung. Klimaschutz, Landwirtschaft und Ernährungspolitik lassen sich deshalb längst nicht mehr getrennt voneinander betrachten.

    Der Klimawandel stellt somit nicht nur eine ökologische Herausforderung dar, sondern berührt eine der grundlegendsten Fragen der Menschheit: Wie lässt sich eine wachsende Weltbevölkerung auch künftig ausreichend und sicher ernähren? Die Antwort entscheidet maßgeblich darüber, ob Ernährungssicherheit im 21. Jahrhundert erhalten bleibt oder zu einer immer größeren globalen Herausforderung wird.

    Autor: C.H.

  • „Sie sagen Genozid, ich sage Krieg“: Boy George löst mit neuem Song heftige Debatte aus

    „Sie sagen Genozid, ich sage Krieg“: Boy George löst mit neuem Song heftige Debatte aus

    Mit einem neuen Lied hat Boy George eine internationale Kontroverse entfacht. Der ehemalige Frontmann von Culture Club bezieht in seinem Song „Od Nirkod (We Will Dance Again)“ klar Stellung zum Krieg im Gazastreifen und verteidigt das militärische Vorgehen Israels. Gleichzeitig weist er den Vorwurf …

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  • Brigitte Macron gegen Candace Owens: US-Gericht prüft Fortgang der Verleumdungsklage

    Brigitte Macron gegen Candace Owens: US-Gericht prüft Fortgang der Verleumdungsklage

    Der juristische Streit zwischen Brigitte und Emmanuel Macron auf der einen sowie der amerikanischen Influencerin Candace Owens auf der anderen Seite erreicht eine entscheidende Phase. Vor dem Superior Court des US-Bundesstaates Delaware stand am 27. Juli zunächst nicht die inhaltliche Bewertung der Vorwürfe im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob das Gericht den Fall überhaupt verhandeln darf. Eine Entscheidung lag zunächst noch nicht vor, doch sie dürfte den weiteren Verlauf des Verfahrens maßgeblich prägen.

    Gibt das Gericht dem Antrag der Verteidigung statt, endet die Klage womöglich bereits aus formalen Gründen. Lehnt der Richter den Antrag hingegen ab, folgt die Beweisaufnahme – ein Abschnitt, der für beide Seiten weitreichende Folgen haben dürfte und Brigitte Macron möglicherweise zur Offenlegung privater Lebensumstände zwingt.

    Die Verteidigung von Candace Owens setzt vor allem auf verfahrensrechtliche Argumente. Nach ihrer Auffassung fehlt dem Gericht in Delaware die Zuständigkeit, da Owens in Tennessee lebt und arbeitet. Zwischen ihr und Delaware bestehe keine ausreichende Verbindung, die eine Verhandlung dort rechtfertige.

    Darüber hinaus erhebt Owens den Vorwurf des sogenannten „Libel Tourism“. Gemeint ist die gezielte Wahl eines Gerichtsstandes, dessen rechtliche Rahmenbedingungen für Kläger günstiger erscheinen. Nach Ansicht ihrer Anwälte hätte französisches Recht Anwendung finden müssen. Aufgrund der dort deutlich kürzeren Verjährungsfristen seien mögliche Ansprüche inzwischen ohnehin erloschen.

    Die Anwälte des französischen Präsidentenpaares widersprechen dieser Darstellung. Sie verweisen darauf, dass mehrere Unternehmen, die an der Verbreitung und Vermarktung der beanstandeten Inhalte beteiligt gewesen sein sollen, ihren Sitz in Delaware haben. Aus ihrer Sicht besitzt das Gericht deshalb eine nachvollziehbare Zuständigkeit.

    Ausgangspunkt des Rechtsstreits bildet eine umfangreiche Klage, die Emmanuel und Brigitte Macron im Juli 2025 eingereicht hatten. Sie werfen Candace Owens vor, über Jahre hinweg gezielt falsche Behauptungen verbreitet und daraus wirtschaftlichen Nutzen gezogen zu haben. Nach Auffassung der Kläger handelte es sich nicht um vereinzelte Äußerungen, sondern um eine systematische Kampagne, die ein weltweites Publikum erreichte.

    Im Zentrum steht die seit Jahren kursierende Falschbehauptung, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden und trage in Wahrheit die Identität ihres Bruders Jean-Michel Trogneux. Diese Verschwörungserzählung verbreitete sich zunächst in sozialen Netzwerken und griff später auf verschiedene Plattformen über. Owens machte sie zum Gegenstand einer mehrteiligen Serie unter dem Titel „Becoming Brigitte“ und erklärte öffentlich, sie stehe hinter ihren Aussagen.

    Nach Darstellung der Macrons setzte Owens ihre Veröffentlichungen sogar fort, nachdem ihr Unterlagen und Hinweise vorgelegt worden waren, die ihre Behauptungen widerlegen sollten. Genau dieser Punkt besitzt für das Verfahren besondere Bedeutung. Die Kläger möchten nachweisen, dass es nicht um journalistische Recherche oder eine vertretbare Meinungsäußerung ging, sondern um die bewusste Verbreitung falscher Tatsachen mit dem Ziel, Aufmerksamkeit und Einnahmen zu steigern.

    Selbst bei einer Zulassung der Klage wartet allerdings eine hohe juristische Hürde. Nach amerikanischem Recht genießen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens einen geringeren Schutz vor Verleumdungsklagen als Privatpersonen. Deshalb genügt es nicht, die Unwahrheit einer Behauptung nachzuweisen. Zusätzlich muss belegt werden, dass die Beklagte wissentlich falsche Angaben machte oder die Wahrheit in besonders schwerwiegender Weise außer Acht ließ. Dieses Prinzip ist unter dem Begriff „Actual Malice“ bekannt und zählt zu den tragenden Säulen des amerikanischen Presse- und Meinungsfreiheitsrechts.

    Die Anwälte der Macrons kündigten an, umfangreiche Beweismittel vorzulegen. Dazu könnten Fotografien aus verschiedenen Lebensphasen, Aussagen von Familienangehörigen sowie medizinische oder wissenschaftliche Stellungnahmen gehören. Für Brigitte Macron bedeutet das eine erhebliche persönliche Belastung. Um haltlose Behauptungen zu entkräften, könnte sie gezwungen sein, intime Details ihres Privatlebens vor Gericht offenzulegen.

    Der Fall reicht damit weit über den persönlichen Konflikt zwischen den Beteiligten hinaus. Er wirft die grundsätzliche Frage auf, wie weit die Meinungsfreiheit im digitalen Zeitalter reicht und wo die Grenze zur gezielten Verbreitung nachweislich falscher Tatsachen verläuft. Gerade in sozialen Netzwerken erzielen provokante Inhalte oft enorme Reichweiten und erhebliche Werbeeinnahmen. Kritiker sehen darin einen Anreiz, spektakuläre Behauptungen zu verbreiten – selbst dann, wenn deren Wahrheitsgehalt längst widerlegt erscheint.

    Die anstehende Entscheidung des Gerichts beantwortet diese Fragen noch nicht. Sie legt zunächst lediglich fest, ob das Verfahren in Delaware geführt werden darf und ob die Klage die formalen Voraussetzungen erfüllt. Erst danach könnte sich ein amerikanisches Gericht mit den eigentlichen Vorwürfen befassen. Für Brigitte Macron stellt diese erste Entscheidung dennoch eine Schlüsselphase dar. Nur wenn die Klage zugelassen wird, erhält sie die Möglichkeit, Candace Owens zu verpflichten, ihre Aussagen unter den strengen Regeln eines US-Gerichts zu verteidigen.

    C. Hatty

  • Acht Delfine verlassen Marineland Antibes – Zwischenstation in Spanien sorgt weiter für Diskussionen

    Acht Delfine verlassen Marineland Antibes – Zwischenstation in Spanien sorgt weiter für Diskussionen

    Mitten in der Nacht begann für acht Delfine des ehemaligen Marineland Antibes ein außergewöhnlicher Umzug. In einer aufwendig geplanten Transportaktion verließen die Meeressäuger die Côte d’Azur und machten sich auf den Weg nach Südspanien. Der Transfer markiert einen wichtigen Schritt bei der Auflösung des seit Anfang 2025 geschlossenen Freizeitparks, löst die Debatte über die Zukunft der Tiere jedoch keineswegs.

    Kurz nach Mitternacht hoben Tierpfleger und Tierärzte die Delfine vorsichtig aus ihren Becken. In speziell angefertigten Transportbehältern ging es unter Polizeibegleitung zum Flughafen Nizza. Dort wartete bereits ein Frachtflugzeug, das die Tiere in den frühen Morgenstunden nach Málaga brachte. Nach der Landung erreichten die Delfine wenige Stunden später ihre neuen Becken im Selwo Marina.

    Nach Angaben der Verantwortlichen verlief die Reise ohne Zwischenfälle. Französische und spanische Tierärzte begleiteten den Transport ebenso wie erfahrene Pfleger, die den Gesundheitszustand der Tiere während der gesamten Strecke überwachten. In den kommenden Wochen steht für Joe, Anya, Tux, Kai, Neo, Lua, Dam und Rocky zunächst eine Phase der Eingewöhnung auf dem Programm. Medizinische Kontrollen und eine behutsame Anpassung an die neue Umgebung sollen den Stress des Umzugs möglichst gering halten.

    Trotzdem gilt der Aufenthalt in Málaga nicht als endgültige Lösung. Nach den derzeitigen Planungen sollen die acht Delfine später nach Frankreich zurückkehren. Im ZooParc de Beauval ist der Bau eines neuen Zentrums vorgesehen, das Forschung, wissenschaftliche Beobachtung und den Schutz von Delfinen miteinander verbinden soll. Bis diese Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen kann, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Deshalb dient Selwo Marina vorerst als Übergangsquartier.

    Genau dieser Punkt sorgt für Kritik. Mehrere Tierschutzorganisationen bemängeln, dass die Tiere lediglich von einem Delfinarium in ein anderes gebracht wurden. Aus ihrer Sicht verändert sich dadurch an den grundlegenden Haltungsbedingungen wenig. Außerdem werfen sie den französischen Behörden vor, seit dem Tierschutzgesetz von 2021 nicht ausreichend Vorsorge für geeignete Alternativen wie Meeresrefugien getroffen zu haben.

    Die Organisationen verlangen deshalb mehr Transparenz. Sie möchten unabhängige Informationen über den Gesundheitszustand der Delfine sowie über ihre Unterbringung in Spanien erhalten. Die bisherigen Mitteilungen der Betreiber reichen ihnen nicht aus. Besonders nach einem so langen Transport müsse nachvollziehbar sein, wie die Tiere die Reise verkraftet haben.

    Während acht Delfine bereits Spanien erreicht haben, leben vier weitere Tiere noch immer im ehemaligen Marineland von Antibes. Auch für sie ist ein Umzug geplant, möglicherweise in das Oceanogràfic von Valencia. Ein konkreter Termin steht bislang jedoch nicht fest.

    Noch komplizierter gestaltet sich die Situation der beiden Orcas Wikie und Keijo. Sie befinden sich weiterhin in den Anlagen des geschlossenen Parks. Verschiedene Konzepte für ihre Zukunft liegen auf dem Tisch, doch bislang konnte keine kurzfristig umsetzbare Lösung gefunden werden. Auch ein möglicher Transfer nach Teneriffa bleibt umstritten und sorgt weiterhin für politische und tierschutzrechtliche Diskussionen.

    Der Abtransport der acht Delfine schafft damit zwar Bewegung, beendet den Konflikt jedoch nicht. Vielmehr zeigt der Fall eindrucksvoll, wie schwierig der Ausstieg aus der jahrzehntelangen Haltung von Meeressäugern in Delfinarien ausfällt, wenn geeignete Alternativen erst geschaffen werden müssen. Ob Málaga tatsächlich nur eine Zwischenstation auf dem Weg in eine langfristig bessere Zukunft bleibt, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

    Autor: C.H.

  • Andy Burnham übernimmt Downing Street: Der «König des Nordens» soll Grossbritannien neuen Schwung verleihen

    Andy Burnham übernimmt Downing Street: Der «König des Nordens» soll Grossbritannien neuen Schwung verleihen

    Mit Andy Burnham beginnt eine neue Phase in der britischen Politik. Nach dem Rücktritt von Keir Starmer als Premierminister und Vorsitzender der Labour Party übernimmt ein Politiker die Regierungsgeschäfte, der seit Jahren als einer der populärsten Sozialdemokraten des Landes gilt. Während Starmer den Wahlsieg von Labour ermöglichte, soll Burnham nun das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen und das wirtschaftlich angeschlagene Vereinigte Königreich auf einen neuen Kurs führen. Der Machtwechsel erfolgt in einer schwierigen Lage. Das Wirtschaftswachstum bleibt schwach, der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) kämpft weiterhin mit überlasteten Strukturen, die Lebenshaltungskosten belasten Millionen Haushalte und das Vertrauen in die politische Elite ist auf einem Tiefpunkt. Gleichzeitig wächst der Druck durch oppositionelle Parteien, die von der Unzufriedenheit vieler Wähler profitieren. Vom Liverpooler Abgeordneten an die Spitze der Regierung Andy Burnham wurde 1970 in Liverpool geboren…

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  • Kommentar: Demokratie? Bitte nur, wenn das Ergebnis stimmt

    Kommentar: Demokratie? Bitte nur, wenn das Ergebnis stimmt

    Elon Musk hat wieder einmal gesprochen. Diesmal erklärte er Marine Le Pen zur «letzten Hoffnung Frankreichs». Ein einziger Satz – und doch steckt darin ein bemerkenswertes Weltbild. Es ist das Weltbild eines Mannes, der offenbar glaubt, die Zukunft europäischer Demokratien lasse sich ebenso unkompliziert steuern wie der Algorithmus seiner eigenen Plattform.

    Man fragt sich unweigerlich: Was ist eigentlich aus dem alten amerikanischen Grundsatz geworden, sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Demokratien einzumischen? Offenbar gilt diese Zurückhaltung nicht mehr, sobald man über genügend Milliarden verfügt und eine Kommunikationsplattform besitzt, deren Reichweite jene vieler klassischer Medien übertrifft.

    Dabei geht es gar nicht um Marine Le Pen. Man kann sie unterstützen oder ablehnen – das ist Sache der französischen Wähler. Genau das ist der Kern einer Demokratie: Die Bürger entscheiden. Nicht Washington. Nicht Brüssel. Und schon gar nicht ein Unternehmer aus Texas.

    Doch genau dieser Gedanke scheint einigen Tech-Milliardären zunehmend fremd zu werden.

    Wer jahrzehntelang erlebt hat, dass sich Unternehmen kaufen, Konkurrenten verdrängen und politische Aufmerksamkeit mit einem einzigen Mausklick erzeugen lässt, entwickelt möglicherweise die Überzeugung, demokratische Prozesse seien lediglich ein weiteres Geschäftsmodell. Fehlt nur noch ein Update, ein neuer CEO und ein paar effizientere Nutzer.

    Leider funktioniert Demokratie anders.

    Sie ist mühsam. Sie ist langsam. Sie produziert Kompromisse statt maximaler Rendite. Vor allem aber besitzt sie einen entscheidenden Konstruktionsfehler – zumindest aus Sicht mancher Superreicher: Jeder Bürger verfügt über genau eine Stimme. Der Kassierer aus Marseille zählt am Wahltag exakt so viel wie der reichste Mann der Welt. Welch unerhörte Zumutung.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Kränkung.

    Denn Demokratie kennt keine Premium-Mitgliedschaft. Es gibt keinen Goldstatus für Milliardäre, keinen VIP-Eingang zur Wahlurne und keine Möglichkeit, sich zusätzliche Stimmen über den Aktienkurs zu sichern. Geld verschafft Einfluss – aber keine demokratische Legitimation.

    Besonders ironisch ist dabei, dass ausgerechnet jene Kreise unablässig von Meinungsfreiheit sprechen. Selbstverständlich darf Elon Musk seine politische Meinung äußern. Niemand bestreitet das. Doch Meinungsfreiheit schützt auch das Recht, diese Einmischung als das zu benennen, was sie ist: der Versuch eines der mächtigsten Unternehmer der Welt, politische Debatten in souveränen Staaten nach seinen Vorstellungen mitzugestalten.

    Man stelle sich den umgekehrten Fall vor. Der Eigentümer eines großen europäischen Medienkonzerns würde amerikanischen Wählern wenige Monate vor einer Präsidentschaftswahl erklären, welcher Kandidat ihre «letzte Hoffnung» sei. Die Empörung in den Vereinigten Staaten wäre vorhersehbar und vermutlich gewaltig. In Europa dagegen scheint man sich an solche Grenzüberschreitungen fast schon gewöhnt zu haben.

    Vielleicht ist genau das das größere Problem.

    Denn Elon Musk ist längst kein Einzelfall mehr. Immer häufiger treten globale Technologieunternehmer auf wie inoffizielle Statthalter einer neuen digitalen Weltordnung. Sie verfügen über Plattformen, deren Reichweite die vieler Staaten übertrifft, kontrollieren öffentliche Debatten und kommentieren Wahlen, als handle es sich um Börsenprognosen oder Produktbewertungen.

    Das eigentliche Paradox besteht jedoch darin, dass ausgerechnet jene Unternehmer, die ständig Innovation und Disruption predigen, mit der Demokratie wenig Geduld zu haben scheinen. Denn Demokratie ist störrisch. Sie lässt sich nicht programmieren, nicht kaufen und nicht per Software-Update optimieren. Sie akzeptiert keine Alleinherrscher mit Verifizierungsabzeichen.

    Am Ende bleibt deshalb eine einfache Erkenntnis: Frankreich braucht keine letzte Hoffnung aus Kalifornien oder Texas. Frankreich braucht freie Wahlen, unabhängige Institutionen und Bürger, die selbst entscheiden, wem sie ihre Stimme geben.

    Alles andere mag auf X funktionieren.

    In einer Demokratie sollte es das nicht.

    Andreas M. Brucker

  • Elon Musk erklärt Marine Le Pen zur «letzten Hoffnung Frankreichs»

    Elon Musk erklärt Marine Le Pen zur «letzten Hoffnung Frankreichs»

    Mit einem einzigen Satz hat Elon Musk erneut eine politische Debatte weit über die Grenzen der USA hinaus ausgelöst. Auf seiner Plattform X bezeichnete der Unternehmer die Vorsitzende des Rassemblement National, Marine Le Pen, als «Frankreichs letzte Hoffnung». Die kurze Botschaft reiht sich in eine Serie politischer Stellungnahmen des Tech-Milliardärs ein, mit denen er sich zunehmend in europäische Wahlkämpfe und innenpolitische Debatten einschaltet. Ein Satz mit großer politischer Wirkung Auslöser der Kontroverse war ein Beitrag auf X, in dem auf steigende Umfragewerte von Marine Le Pen im Hinblick auf die französische Präsidentschaftswahl 2027 hingewiesen wurde. Elon Musk reagierte darauf mit den Worten: «She is France’s last hope» – auf Deutsch: «Sie ist Frankreichs letzte Hoffnung.» Obwohl Musk seine Aussage nicht weiter begründete, wurde sie allgemein als eindeutige öffentliche Unterstützung für die Politikerin des Rassemblement National verstanden. Der Unternehmer verzichtete au…

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