Kategorie: Gesellschaft

  • Youcef Atal: Profi des 1.Liga-Clubs OGC Nizza wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ verhaftet

    Youcef Atal: Profi des 1.Liga-Clubs OGC Nizza wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ verhaftet

    Youcef Atal, Verteidiger des Erstligisten OGC Nizza und algerischer Nationalspieler, wurde am Donnerstag, dem 23. November, wegen „Verherrlichung des Terrorismus und öffentlicher Provokation von Hass oder Gewalt“ in Polizeigewahrsam genommen, wie am Freitag bekannt wurde. Der Grund dafür war die Verbreitung eines Videos über seine sozialen Netzwerke, in dem Israel kritisiert wurde.

    Der Spieler des OGC Nizza Youcef Atal, gegen den nach einer Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas eine Voruntersuchung wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ eingeleitet wurde, wurde am Freitag in Polizeigewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft von Nizza mitteilte und damit eine Meldung der Tageszeitung Nice-Matin bestätigte.

    Der 27-jährige algerische Nationalverteidiger hatte seinen unglücklichen Beitrag damals sehr schnell wieder gelöscht und sich entschuldigt, aber die Staatsanwaltschaft, die vom Präfekten und dem Bürgermeister von Nizza eingeschaltet worden war, leitete trotzdem eine Untersuchung ein. Sein Verein hatte ihn bis auf weiteres suspendiert. Die Disziplinarkommission des französischen Fussballbunds hatte ihm außerdem eine Sperre von sieben Spielen auferlegt.

    Trotz der Entschuldigung des Spielers hatte der OGC Nizza erklärt, dass er sich dafür entschieden habe, Sanktionen zu verhängen, die „angesichts der Art der geteilten Veröffentlichung und ihrer Schwere“ den Sanktionen, die von Sport- oder Justizbehörden verhängt werden könnten, „vorauseilen“. Der Staatsanwalt von Nizza hatte am 16. Oktober die Einleitung einer Untersuchung wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ und „Aufruf zu Hass oder Gewalt aufgrund einer bestimmten Religion“ angekündigt.

    Atal hatte auf seinem Instagram-Account ein Video eines islamistischen Predigers geteilt. Da das Video von dem Spieler fast umgehend wieder gelöscht wurde, konnte die französische Nachrichtenagentur AFP den genauen Inhalt nicht unabhängig überprüfen. In dem Video, das der Repräsentative Rat der jüdischen Institutionen Frankreichs (Crif) gespeichert hat, äußert sich der islamistische Prediger über das Schicksal der Zivilisten in Gaza und fordert „einen schwarzen Tag für die Juden“ und dass sie „ihre Flagge in Gaza nicht hissen“ dürfen.

    Stellt sich natürlich die Frage, ob das kurzzeitige Teilen des Videos jetzt eine Verhaftung des algerischen Nationalspielers tatsächlich rechtfertigt…

  • Brigitte Macron: „Ich habe gedacht, dass er sich in jemanden in seinem Alter verlieben würde“

    Brigitte Macron: „Ich habe gedacht, dass er sich in jemanden in seinem Alter verlieben würde“

    In der Zeitschrift Paris-Match sprach die First Lady über ihre Beziehung zu Emmanuel Macron. Die internationale Presse griff dieses Interview auf und betonte insbesondere den Altersunterschied zwischen dem Paar, was zu einer Polemik und heftigen Reaktionen in den sozialen Netzwerken führte. „Ihre Geschichte begann in der Schule“, so beschreibt Paris-Match die Anfänge der Beziehung zwischen Emmanuel und Brigitte Macron in einem Porträt, das der First Lady Frankreichs gewidmet ist. Über das Thema wurde in den letzten Tagen vor allem in der internationalen Presse viel geschrieben, insbesondere über den Altersunterschied zwischen dem Staatschef und seiner Frau zum Zeitpunkt ihres Kennenlernens. In einem am 17. November veröffentlichten Artikel gab die britische Tageszeitung The Telegraph die Äußerungen von Brigitte Macron über die Anfänge ihrer Romanze mit dem späteren Präsidenten Frankreichs wieder. Das wurde anschließend von der US-amerikanischen New York Post aufgegriffen und sorgte auc…

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  • Armut in Frankreich: In 2023 gibt es 9% mehr Empfänger von Lebensmittelspenden

    Armut in Frankreich: In 2023 gibt es 9% mehr Empfänger von Lebensmittelspenden

    Am kommenden Wochenende werden in Frankreich landesweit Spenden für Lebensmittel-Verteilstellen gesammelt.

    Die Lebensmittelbanken verzeichnen in diesem Jahr einen Anstieg von „9% der Begünstigten“ im Vergleich zu 2022, warnt Laurence Champier, Generaldirektorin der Lebensmittelbanken, am Dienstag, den 21. November auf dem Sender Franceinfo. Heute beginnt die 39. Spenden-Kampagne der Restos du Coeur und an diesem Wochenende wird die nationale Spendensammlung für die Lebensmittelbanken stattfinden.

    Diese Sammelkampagne „ist absolut wichtig, damit unsere Freiwilligen den Begünstigten genug geben können“, betont Laurence Champier. Insgesamt, so Champier, verteilen die Lebensmittelbanken etwa 224 Millionen Mahlzeiten an Bedürftige.

    „Lebensmittel sind der zweitgrößte Ausgabenposten der Haushalte“.
    Die Generaldirektorin der Lebensmittelbanken erinnert daran, dass in diesem Jahr einige Empfänger aufgrund fehlender Vorräte abgelehnt werden könnten, da die Zahl der Empfänger aufgrund der Inflation deutlich steigt. „Die Auswirkungen sind sehr stark“, sagt sie, „Lebensmittel sind zum ersten Mal der zweitgrößte Posten bei den Haushaltsausgaben“. Die Inflation betrifft aber auch die Tafeln, bedauert Laurence Champier, die von „Schwierigkeiten, eine möglichst vielfältige und breite Nahrungsmittelhilfe für die Empfänger bereitzustellen“ spricht.

    Champier ist besorgt über die Auswirkungen, die die Verknappung auf die Ernährung bestimmter Personen, insbesondere Kinder, haben könnte. Es sind dieses Jahr 136.000 Empfänger, im Alter von 0 bis 3 Jahren von den Lebensmittelbanken aufgenommen worden. Champier spricht auch die Möglichkeit an, dass bestimmten Personen in diesem Winter die Nahrungsmittelhilfe verweigert werden könnte, und kritisiert: „Es ist undenkbar, dass wir im Jahr 2023 Freiwillige haben, die sich verpflichtet sehen, eine Wahl zu treffen, das darf nicht sein.“ Die Generaldirektorin der Lebensmittelbanken erinnert daran, dass 67 % aller Menschen, die die Lebensmittelbanken besuchen, erklären, dass sie nicht ohne sie auskommen könnten.

  • Armut in Frankreich: Allein in Lyon suchen 14.000 Menschen ein Dach über dem Kopf

    Armut in Frankreich: Allein in Lyon suchen 14.000 Menschen ein Dach über dem Kopf

    Ein Bericht des Senders Franceinfo über den Spendenaufruf des Samu social de Lyon.

    Zum ersten Mal in seiner Geschichte rief der Samu social de Lyon (Departement Rhône) zu Spenden auf, um die Notsituation zu bewältigen. Auf die Frage nach den Beweggründen erklärte Pascal Isard, Generaldirektor von Alynea: „Was diese beispiellose Initiative motiviert hat, ist eine Situation von ebenso beispiellosem Ernst. Derzeit gibt es im Gebiet der Metropole Lyon 14.000 Personen, die eine Unterkunft (…) suchen. Das sind doppelt so viele wie vor fünf Jahren“. Seiner Meinung nach „darf man diese Situation nicht länger hinnehmen“.

    „Babys schlafen im Freien“
    Marie-Charlotte Garin, Abgeordnete der Grünen im Departement Rhône, verbrachte die Nacht zum Donnerstag in einer Schule in Lyon an der Seite eines obdachlosen Paares und ihrer Kinder. Diese Nacht, so versichert sie, habe sie „mit viel Wut“ erlebt. „Es ist nicht normal, dass in einem Land wie Frankreich 2.822 Kinder auf der Straße schlafen“, sagt sie und präzisiert: „Heute gilt in der Metropole Lyon als Kriterium für eine akute Gefährdung und um Kinder sofort in Obdach zu bringen, dass es sich um eine Mutter und ein Kind handeln muss, das jünger als ein Jahr ist.“

    Die Parlamentarierin bedauert, dass „Kinder und Babys im Freien schlafen“, in Lyon wie auch anderswo im Land.

  • Israel-Hamas-Konflikt: Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur rufen für Sonntag zu Schweigemarsch auf

    Israel-Hamas-Konflikt: Persönlichkeiten aus der Welt der Kultur rufen für Sonntag zu Schweigemarsch auf

    Zu den fast 500 Unterzeichnern des Aufrufs gehören Pierre Richard, Elsa Zylberstein oder Laure Calamy und auch der Sänger Michel Jonasz. Sie wollen „einer anderen Stimme Gehör verschaffen: der Stimme der Vereinigung“. Rund 500 Persönlichkeiten aus dem französischen Kulturbereich, darunter prominente…

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  • Brigitte Macron: Neue Einblicke in ihren Alltag mit Emmanuel Macron

    Brigitte Macron: Neue Einblicke in ihren Alltag mit Emmanuel Macron

    Brigitte Macron verrät in der Ausgabe des Magazins Paris-Match in einem Interview neue Einzelheiten über ihre Ehe mit Emmanuel Macron. Sie erzählt von ihrem Alltag zu zweit im Elysée-Palast und bekräftigt ihre Bewunderung für ihren Mann. Brigitte Macron lüftet ein wenig Schleier über ihren Alltag im Elysee-Palast mit Emmanuel Macron. Die Ehefrau des Staatschefs hatte bereits in anderen Interviews über ihr Leben im Elysée-Palast berichtet, diesmal gibt sie noch mehr Details preis. Am Morgen frühstückt das Paar zu zweit. Das Frühstück wird von Brigitte Macron zubereitet. „Es ist ein Moment, in dem er nie angespannt ist“, behauptet sie und fügt hinzu: „das kann ihm am Abend aber passieren“. Der Morgen ist ein heiliger Moment: „Wenn ich Emmanuel etwas zu sagen habe, dann nie am Morgen“. Ganz im Gegensatz zu Bernadette Chirac: Wenn sie Jacques Chirac eine Nachricht zu überbringen hatte, war es meist morgens im Badezimmer. Abends isst das Präsidentenpaar spät. In der Regel zwischen 22 und 23…

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  • Frankreich: Gesichtserkennung seit 2015 illegal von Polizei und Gendarmerie eingesetzt

    Frankreich: Gesichtserkennung seit 2015 illegal von Polizei und Gendarmerie eingesetzt

    Die französische Datenschutzbehörde Cnil kündigte am Mittwoch an, „ein Kontrollverfahren“ gegen das Innenministerium einzuleiten, nachdem die investigative Website Disclose Informationen über die ungesetzliche Nutzung von Videoüberwachungssoftware durch die Polizei veröffentlicht hatte.

    Laut den Enthüllungen der investigativen Journalisten des Online-Mediums Disclose am Dienstag, dem 14. November, verwenden die französischen Ordnungskräfte seit 2015 eine Gesichtserkennungssoftware, obwohl dies gesetzlich in Frankreich nicht erlaubt ist. Die Nationale Kommission für Informatik und Freiheiten (Cnil) kündigte am Mittwoch an, ein Kontrollverfahren gegen das Innenministerium einzuleiten.

    Die benutzte Software nennt sich „Video Synopsis“ und ist ein Werkzeug, das mithilfe künstlicher Intelligenz Bilder von Kameras oder Drohnen analysiert und Personen identifiziert. Im Fachjargon spricht man von „algorithmischer Videoüberwachung“. Diese Software wurde von dem israelischen Start-up-Unternehmen Briefcam entwickelt, das heute zum Canon-Konzern gehört.

    Die Informationen unserer Kollegen von Disclose sind, sollten sie sich bewahrheiten, brisant. Disclose behauptet, dass das französische Innenministerium seit 2015, also schon unter François Hollande, nach der Welle islamistischer Anschläge in Paris, und bis heute diese Software ohne echten Rechtsrahmen in Polizei- und Gendarmerieermittlungen eingesetzt haben soll. Die Gesichtserkennung soll in den Abteilungen für öffentliche Sicherheit in den Departements Seine-et-Marne, Rhône, Nord, Alpes-Maritimes und Haute-Garonne, aber auch in sensiblen Abteilungen wie dem Service interministériel d’assistance technique (Siat), der für verdeckte Ermittlungen, Abhörmaßnahmen und die Überwachung der Schwerkriminalität zuständig ist eingesetzt worden sein.

    Dieser Einsatz erfolgte laut Disclose ohne jeglichen Rechtsrahmen. Der Gesetzgeber und die Cnil wurden nicht benachrichtigt „und das war so auch beabsichtigt“, behauptet der Journalist Mathias Destal aus dem Disclose-Team. Die Journalisten beziehen sich auf einen Austausch, der intern schriftlich zwischen mehreren ranghöheren Polizeibeamten aus verschiedenen Abteilungen stattgefunden haben soll. „In diesen Mitteilungen stehe schwarz auf weiß, dass die Software von mehreren Abteilungen verwendet werde, aber, da diese nicht bei der Cnil angemeldet sei, sei es besser, nicht offen darüber zu sprechen…“

    Laut Disclose hätten die betroffenen Abteilungen spezielle Computer für die Gesichtserkennung eingerichtet und diese bei Ermittlungen oder Aufgaben der öffentlichen Ordnung regelmäßig genutzt.

    Der französische Innenminister Darmanin hat in den letzten Monaten mehrfach seine Ablehnung der Gesichtserkennung zum Ausdruck gebracht. „Bin ich für die Gesichtserkennung? Die Antwort ist nein“, erklärte Gérald Darmanin im Oktober 2022 im Senat bei der Prüfung des Sicherheitskonzepts für die Olympischen Spiele 2024.

    Nach Informationen von Disclose soll ein Teil der Polizei und der Gendarmerie schon seit langem dieses Werkzeug genutzt haben, das es ermöglicht, jeden Bürger automatisch zu erkennen.

  • Frankreich: 2022 wurden 244.000 Opfer häuslicher Gewalt gezählt – ein Anstieg von 15%

    Frankreich: 2022 wurden 244.000 Opfer häuslicher Gewalt gezählt – ein Anstieg von 15%

    Die Verbesserung der Bedingungen für die Klageeinreichung durch Opfer bei Polizei- und Gendarmeriediensten habe sich die Zahl der registrierten Opfer seit 2016 verdoppelt, meldet das französische Innenministerium.

    Rund 244.000 Opfer häuslicher Gewalt – überwiegend Frauen – wurden im Jahr 2022 von den Polizei- und Gendarmeriekomissariaten registriert, was einem Anstieg von 15% im Vergleich zu 2021 entspricht, wie das französische Innenministerium am Donnerstag, dem 16. November bekannt gab. Der Anstieg von 15% liege nahe der durchschnittlichen jährlichen Änderungsrate, die seit 2019 festgestellt wurde.

    Vor einem Hintergrund der Verbesserung der Bedingungen bei der Behandlung und Registrierung der Opfer von häuslicher Gewalt durch die Polizei- und Gendarmeriedienste habe sich die Zahl der registrierten Opfer seit 2016 verdoppelt, heißt es aus dem Innenministerium. 87% der Opfer sind Frauen und 89% der Beschuldigten sind Männer. Nur eines von vier Opfern erstattete tatsächlich Anzeige.

    Zwei Drittel der gemeldeten Gewalt sind körperlicher Art, 30% verbaler oder psychologischer Art und 5% sind Arten sexueller Gewalt. Wie schon im Jahr 2021 sind die Departements Seine-Saint-Denis, Guyana, Pas-de-Calais, Nord und La Réunion die Regionen mit den höchsten Raten an registrierten Opfern pro 1.000 Einwohner/innen im Alter von 15 bis 64 Jahren, so das Ministerium.

  • Frankreich: Laut dem Institut Pasteur steigen derzeit die Fälle von Meningokokken-Meningitis sprunghaft an

    Frankreich: Laut dem Institut Pasteur steigen derzeit die Fälle von Meningokokken-Meningitis sprunghaft an

    Laut dem Institut Pasteur erlebt Frankreich derzeit einen „beispiellosen Aufschwung“ von Meningokokken-Meningitis-Erkrankungen, einer potenziell tödlichen Krankheit. Diese Zunahme soll zum Teil mit dem Ende der Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 zusammenhängen. Bei der Nachverfolgung der Entwicklung der Fälle von Meningokokken-Meningitis in Frankreich zwischen 2015 und 2022 hat das Institut Pasteur einen „beispiellosen Aufschwung der Krankheit nach dem Ende der während der Epidemie von Covid-19 eingeführten Gesundheitsmaßnahmen“ festgestellt. Eine Situation, die vor allem die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen betrifft. Die Meningokokken-Meningitis ist eine Infektion der dünnen Membranen, die das Gehirn und das Rückenmark umhüllen. Sie wird „durch Tröpfchen von Atem- oder Rachensekreten“ übertragen, beschreibt die Weltgesundheitsorganisation. Enger Kontakt etwa beim Küssen, Niesen, Husten mit einer infizierten Person begünstigen die Ausbreitung der Krankheit. So hatten während des…

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  • Katholische Hilfsorganisation Secours Catholique: Armut in Frankreich verschärft sich – insbesondere für Frauen

    Katholische Hilfsorganisation Secours Catholique: Armut in Frankreich verschärft sich – insbesondere für Frauen

    Das mittlere Einkommen der Menschen, die der Verein betreut, lag im Jahr 2022 bei 538 Euro pro Monat, was einem Tagesbudget von 18 Euro für einen Haushalt entspricht.

    Eine alarmierende Situation. Die Armut in Frankreich verschärft sich und Frauen und Kinder sind besonders gefährdet, warnt die Katholische Hilfsorganisation Secours Catholique in ihrem Jahresbericht, der am Dienstag, dem 14. November veröffentlicht wurde. Das Medianeinkommen der von der Organisation betreuten Personen lag im Jahr 2022 bei 538 Euro pro Monat. Die Katholische Nothilfe hat für ihre Studie die die Daten von 49.250 Personen und Haushalten analysiert, die ihr von ihren Begünstigten übermittelt wurden.

    Dieser Betrag entspricht einem Tagesbudget von 18 Euro, um alle Bedürfnisse des jeweiligen Haushalts zu decken. Und dieser Betrag entspricht weniger als der Hälfte der Armutsgrenze, die von der Organisation für das Jahr 2022 auf 1.211 Euro geschätzt wurde. Vor allem die Inflation, die sich besonders auf die Lebensmittel- und Energiepreise ausgewirkt hat, bedeutete für viele Menschen einen Einkommensrückgang um 7,6 %.

    Zur Bekämpfung der Armut empfiehlt die katholische Organisation insbesondere, die sozialen Mindestbeträge an den Mindestlohn zu koppeln und die Nichtinanspruchnahme von Sozialleistungen zu verhindern, indem die sozialen Dienste zugänglicher gemacht werden.

    Prekäre Situation von Frauen nimmt zu
    Laut dem Jahresbericht hat Secours Catholique im vergangenen Jahr in Frankreich eine Million Menschen betreut, die verschiedene Dienstleistungen wie Lebensmittelhilfe oder soziale Begleitung in Anspruch genommen haben. Unter diesen Personen sind Haushalte mit nur einem Erwachsenen überrepräsentiert (75%). Es handelt sich vor allem um alleinerziehende Mütter (25,7 %) und alleinstehende Frauen (20,9 %).

    Viele von ihnen klopfen nach einer Trennung oder Scheidung an die Tür der Organisation. Frauen litten stärker unter der Last von Trennungen in der Ehe und übernähmen allzu oft allein die Verantwortung für die Kinder, so der Verein. Die Armut von Frauen in Frankreich hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, während bis Anfang der 2000er Jahre Männer und Frauen gleichermaßen von Armut betroffen waren, stellt Secours Catholique fest. Frauen machen heute 57,5 % der bedürftigen Menschen aus, mit denen die Organisation zu tun hat, gegenüber 52,6 % im Jahr 1999.