Kategorie: Südost

  • Verwoben in Fels und Himmel: Ein Streifzug durch Saorge in den Alpes-Maritimes

    Verwoben in Fels und Himmel: Ein Streifzug durch Saorge in den Alpes-Maritimes

    Man stelle sich ein Dorf vor, das wie ein Adlerhorst an steilen Hängen klebt, mit Häusern, die wie Bauklötze übereinandergestapelt scheinen, durchzogen von verschlungenen Pfaden und Stufen, die mehr an eine Filmkulisse erinnern als an einen realen Ort. Willkommen in Saorge – einem kleinen Wunderwerk in den südlichen Alpen Frankreichs. Ein Labyrinth aus Stein und […]

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  • Alarmstufe Rot: Frankreich impft gegen neue Rinderseuche

    Alarmstufe Rot: Frankreich impft gegen neue Rinderseuche

    Plötzlich war sie da. Heimlich, still und gefährlich: Die dermatose nodulaire contagieuse – auf Deutsch meist als „ansteckende knotige Hautkrankheit“ bezeichnet – hat Frankreich erreicht und sorgt seither in der Rinderhaltung für Aufregung, Unruhe und enorme Herausforderungen. Klingt harmlos? Ist es nicht. Diese aus Afrika stammende Viruserkrankung, international auch als „lumpy skin disease“ (LSD) bekannt, betrifft ausschließlich Rinder – und zwar heftig. Sie äußert sich durch schmerzhafte Hautknoten, hohes Fieber, stark reduzierte Milchleistung und im Extremfall sogar durch den Tod der Tiere. Für den Menschen ist die Krankheit zwar ungefährlich, aber wirtschaftlich kann sie für Betriebe existenzbedrohend sein. Frankreich hat seinen ersten bestätigten Fall am 29. Juni 2025 in einem Hof in der Savoie gemeldet. Seitdem ist das Virus nicht mehr zu stoppen – zumindest nicht ohne massive Gegenmaßnahmen. Inzwischen wurden 32 Ausbrüche registriert, vor allem in den Départements Savoie und Ha…

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  • Nîmes greift zur Ausgangssperre – und was folgt dann?

    Nîmes greift zur Ausgangssperre – und was folgt dann?

    In der südfranzösischen Stadt Nîmes greift die Politik derzeit zu einem drastischen Mittel: Ein nächtliches Ausgangsverbot für Minderjährige unter 16 Jahren soll die zuletzt eskalierende Jugendgewalt in den Griff bekommen. Zwischen 21 Uhr und 6 Uhr dürfen sich Kinder und Jugendliche in sechs als sensibel eingestuften Vierteln nicht mehr ohne Begleitung Erwachsener aufhalten. Die Maßnahme ist vorerst auf 15 Tage befristet – mit Option auf Verlängerung. Der Fall Nîmes ist kein Einzelfall. Immer mehr französische Kommunen sehen sich gezwungen, in Reaktion auf zunehmende Gewaltakte zu temporären oder dauerhaften Ausgangssperren zu greifen. Doch was bringen solche Maßnahmen wirklich? Und welche Risiken gehen mit ihnen einher? Ordnung durch Präsenz – ein kurzer Erfolg Die erste Nacht nach Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkung verlief ruhig. Dank massiver Polizeipräsenz, darunter Einheiten der Compagnies Républicaines de Sécurité (CRS), mobile Polizeiteams (BAC) und sogar Drohneneinsatz, bli…

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  • Lyon im Wohnungsnotstand: Wenn Studierende um jeden Quadratmeter kämpfen

    Lyon im Wohnungsnotstand: Wenn Studierende um jeden Quadratmeter kämpfen

    Die Wohnungssuche in Lyon gleicht inzwischen einem Sprint mit Hürden – und kaum einer kommt ins Ziel. Wer als Studentin oder Student in der Rhône-Metropole eine Bleibe sucht, sieht sich mit einem sehr knappen Angebot, steigenden Mieten und einer regelrechten Bewerberflut konfrontiert. Wohnungsanzeigen verschwinden binnen Minuten wieder, weil sich dutzende Interessierte gleichzeitig melden. Willkommen im Sommer 2025 – wo Studieren zur logistischen Herausforderung wird. Ein Markt am Limit – Nachfrage schlägt Angebot In Lyon ist der Wohnungsmarkt heißgelaufen. Die Nachfrage nach studentischen Unterkünften steigt seit Jahren, doch das Angebot kann längst nicht mehr mithalten. Immobilienmakler berichten von bis zu 60 Bewerbungen innerhalb von 15 Minuten – pro Wohnung. Die Besichtigungen gleichen Mini-Castings, bei denen oft auch die Eltern mitkommen, um die Chancen ihrer Kinder zu verbessern. Kein Wunder, denn mit durchschnittlich 598 Euro liegt der Mietpreis in Lyon deutlich über dem natio…

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  • Mallet 403 – Dampflok-Legende erweckt Ardèche zu neuem Leben

    Mallet 403 – Dampflok-Legende erweckt Ardèche zu neuem Leben

    Ein Jahrhundertdampfer kehrt triumphal zurück: Die Mallet 403, eine Schmalspurdampflok aus dem Jahr 1903, schnauft seit dem 1. Juli 2025 wieder durch die beeindruckenden Gorges du Doux. Ein Glücksmoment für alle Eisenbahnliebhaber – und ein starkes Zeichen für den Erhalt industriellen Kulturguts. 🛠 Meisterleistung der Technik und Restaurierung Diese Lok stammt ursprünglich aus der Schweiz […]

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  • Mini-Tornado über Miramas: Als der Sturm mitten in der Nacht zuschlug

    Mini-Tornado über Miramas: Als der Sturm mitten in der Nacht zuschlug

    Plötzlich war da dieser Ton – ein tiefes Grollen, das durch die nächtliche Stille schnitt wie ein Messer durch Seide. Was sich in der südfranzösischen Gemeinde Miramas in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli ereignete, war kein gewöhnlicher Sommersturm. Es war ein Ausbruch der Natur, wild, heftig und selten: ein Mini-Tornado, der mit brachialer Gewalt durch die Stadt fegte.

    Ein Inferno um 3:55 Uhr

    Die Uhr zeigte 3:55 Uhr, als der Tornado über den Stadtkern von Miramas hereinbrach. Der Wetterdienst hatte bereits eine Unwetterwarnung der Stufe Orange wegen drohender Gewitter und Überflutungen ausgegeben – doch was folgte, übertraf die Warnstufe bei Weitem.

    Mit Orkanböen im Gepäck riss der Wind Dächer ab, schleuderte Äste wie Speere durch die Straßen, ließ Bäume wie Streichhölzer umkippen. Die Départementstraße RD16, eine der Hauptverbindungen der Stadt, wurde zur Trümmerstrecke – gesperrt bis weit in den Vormittag hinein.

    Der Notfallplan greift

    Sofort wurde der kommunale Sicherheitsplan aktiviert. In Windeseile koordinierten sich Feuerwehr, Stadtverwaltung und Präfektur, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Straßen mussten geräumt, die beschädigten Bereiche gesichert, die Infrastruktur notdürftig wiederhergestellt werden.

    Nicht zum ersten Mal zeigt sich: Katastrophenschutz ist kein abstraktes Konzept, sondern eine echte Lebensversicherung im Angesicht von Naturgewalten.

    80 Feuerwehrleute im Dauereinsatz

    Knapp 80 Feuerwehrleute rückten in der Nacht aus. Insgesamt wurden 59 Einsätze im gesamten Département Bouches-du-Rhône gezählt – der Großteil in und um Miramas. Der häufigste Grund: umgestürzte Bäume und schwer beschädigte Hausdächer.

    Zwanzig Menschen mussten evakuiert werden. Für zehn von ihnen wurde eine vorübergehende Unterkunft organisiert. Besonders heftig traf es Anwohner in den Randbezirken, wo der Sturm stellenweise Schneisen der Verwüstung schlug.

    Stromausfall, geschlossene Schwimmbäder – und abgesagte Feste

    Auch am nächsten Tag war der Ausnahmezustand spürbar: In Teilen der Stadt blieb der Strom aus, die städtische Schwimmhalle musste wegen defekter Pumpen geschlossen werden. Die beliebten „Soirées du lac“ – ein fest eingeplanter Sommerabend am Wasser – wurden kurzfristig abgesagt.

    Was bleibt, ist ein Gefühl der Verwundbarkeit. Eine Erinnerung daran, dass selbst in scheinbar ruhigen Regionen Extremwetter nicht nur möglich, sondern real ist.

    Stimmen aus der Nacht

    „Ich dachte, das Haus fliegt gleich weg“, berichtet eine Anwohnerin, die mit ihrer Familie Schutz im Badezimmer suchte. Andere sprechen von einem ohrenbetäubenden Lärm, von Fensterläden, die wie Papierschiffchen durch die Luft flogen, von einem Himmel, der plötzlich taghell war vom grellen Licht der Blitze.

    Trotz aller Schäden – es gibt auch Dankbarkeit: für die Einsatzkräfte, die unermüdlich arbeiteten, für Nachbarn, die sich gegenseitig halfen, für eine Gemeinschaft, die in der Krise zusammenrückte.

    Ein Weckruf mit Sturmwarnung

    Meteorologen sind sich einig: Mini-Tornaden sind in Südfrankreich nach wie vor selten – aber nicht mehr so unwahrscheinlich wie noch vor einigen Jahrzehnten. Der Klimawandel verändert nicht nur Temperaturen, sondern auch die Art und Häufigkeit extremer Wetterereignisse.

    Heißt das, wir müssen in Zukunft öfter mit solchen Stürmen rechnen? Die Frage stellt sich – und verlangt nach Antworten, nach besseren Warnsystemen, nach Bauweisen, die Stürme aushalten, nach einem kollektiven Bewusstsein für neue Risiken.

    So zerstörerisch das Naturereignis auch war – verletzt wurde niemand. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis schnellen Handelns, kluger Vorbereitung und wachsamem Krisenmanagement.

    Miramas hat diese Nacht überstanden. Doch die Lektion ist klar: Wachsamkeit ist keine Option mehr – sie ist Pflicht.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Tragödie in La Bâtie-Neuve: Wenn das Zuhause zum Tatort wird

    Tragödie in La Bâtie-Neuve: Wenn das Zuhause zum Tatort wird

    Die Idylle trügt – oft besonders dort, wo man sie am wenigsten hinterfragt. In der kleinen Gemeinde La Bâtie-Neuve in den französischen Alpen wurde diese bittere Erkenntnis zur brutalen Realität: Ein Ehepaar im Rentenalter und deren Tochter wurden leblos in ihrem Haus aufgefunden – erschossen. Die Ermittler gehen von einem Familiendrama aus, das in einem Doppelmord mit anschließendem Suizid gipfelte.

    Ein Albtraum in drei Akten. Am Sonntagabend, dem 20. Juli, schrillten in einem Wohnviertel der Gemeinde mit ihren knapp 2.600 Einwohnern die Alarmglocken. Ein Angehöriger, der sich um das Wohl seiner Familie sorgte, entdeckte die Leichen der Eltern – beide geboren in den 1950er-Jahren – und ihrer Tochter, Jahrgang 1990. Der Ort des Geschehens: das gemeinsame Zuhause. Kein Einbruch, kein Einbruchsalarm, keine Anzeichen von Fremdeinwirkung. Gendarmen, Spurensicherung und ein Gerichtsmediziner rückten an. Was sie fanden, bestätigte…

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  • Unwetter-Wochenende in Frankreich: Nach dem Sturm kehrt Ruhe ein – vorerst

    Unwetter-Wochenende in Frankreich: Nach dem Sturm kehrt Ruhe ein – vorerst

    Es war ein Wochenende, das sich in die Wetterchronik Frankreichs einbrennen dürfte. Sturmböen, Starkregen, Hagel – und mittendrin Menschen, die von einer Minute auf die andere in Ausnahmesituationen gerieten.

    Am Montagmorgen, dem 21. Juli, atmet Frankreich auf. Die ganz dringenden Wetterwarnungen sind vorüber. Météo-France hat alle orangenen Wetterwarnungen aufgehoben. Doch Entwarnung heißt nicht Sorglosigkeit – denn 59 Départements stehen weiterhin unter gelber Warnstufe. Und die Narben des Unwetters sind vielerorts noch sichtbar.

    Ein Sturm zieht durch den Südosten – mit voller Wucht

    Begonnen hatte alles am Samstag. Eine intensive pluvio-orageuse Wetterfront – ein schweres Regen-Gewitter-Ereignis – brach über den Südosten Frankreichs herein. Es war nicht einfach nur ein Sommergewitter.

    Die Böen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h, begleitet von heftigem Hagel und intensiven Blitzen. Eine meteorologische Achterbahnfahrt, die sich über Départements wie die Drôme, Isère, Ardèche, Savoie, Haute-Savoie und viele weitere legte – der gesamte Südosten wurde von der Natur durchgerüttelt.

    Die Tragödie von Saint-Cyr

    Doch es blieb nicht nur bei kaputten Dächern und überfluteten Straßen.

    In Saint-Cyr, im Département Saône-et-Loire, kam ein Mensch ums Leben. Beim Versuch, das Dach seines Hauses wetterfest zu machen, stürzte er fünf Meter in die Tiefe. Eine Szene, wie sie sich so oder ähnlich wohl tausendfach in ganz Frankreich abspielte – doch hier endete sie tödlich.

    Sechs weitere Personen wurden verletzt, unter anderem in Savoie, wo ein Baum unter den stürmischen Bedingungen auf ein Auto stürzte. Die Feuerwehr im Département Saône-et-Loire verzeichnete allein 280 Einsätze. Eine Belastungsprobe für Mensch und Maschine.

    Die Ruhe danach – trügerisch?

    Mit dem neuen Wochenbeginn stellt sich nun ein milderes Wetterbild ein. Alle zuvor betroffenen Départements wurden am Morgen von Météo-France auf Grün gesetzt – es besteht aktuell keine akute meteorologische Gefahr.

    Doch ganz ausgestanden ist es nicht. Frankreich bleibt in Alarmbereitschaft: 59 Départements sind weiter unter gelber Warnstufe, vor allem wegen Hochwassergefahr und weiterhin kräftiger Winde.

    Was bleibt, ist die Mahnung

    Solche Ereignisse werfen Fragen auf, die größer sind als das aktuelle Wetter. Wie oft muss es noch krachen und blitzen, bis uns allen klar wird: Das Klima verändert sich – und mit ihm die Risiken, denen wir ausgesetzt sind?

    Extremwetterereignisse wie diese zeigen, wie verletzlich selbst entwickelte Gesellschaften sein können, wenn Naturgewalten losbrechen. Wer auf dem Dach steht oder mit dem Auto unter einem Baum parkt, hat keine Zeit für große Klimadebatten – der Moment entscheidet.

    Ein Appell an die Vorsicht

    Die Behörden rufen zur Wachsamkeit auf. Wer in betroffenen Regionen lebt, sollte sich regelmäßig informieren, Warnmeldungen beachten und sich im Ernstfall nicht überschätzen. Sicherheit geht vor – immer.

    Denn auch wenn der Himmel heute wieder blau ist, können die nächsten dunklen Wolken schneller aufziehen, als einem lieb ist.

    Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus diesem Wochenende: Wir sind nicht machtlos – aber wir sollten besser vorbereitet sein.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Gewitterinferno im Südosten: Ein Toter, sechs Verletzte – Frankreich im Sturm der Extreme

    Gewitterinferno im Südosten: Ein Toter, sechs Verletzte – Frankreich im Sturm der Extreme

    Es war ein Sonntag, den viele nicht so schnell vergessen werden. Der 20. Juli 2025 hat sich mit Gewalt ins Gedächtnis der Bewohner Ost- und Südostfrankreichs gebrannt.

    Ein Gewittersturm von seltener Heftigkeit tobte über Land und Leute – mit tragischen Folgen.

    Ein Mensch starb, sechs weitere wurden verletzt. Dächer flogen davon, Bäume knickten wie Streichhölzer, Stromleitungen rissen, Straßen verwandelten sich in Sturzbäche. Die Natur zeigte ihr ungezähmtes Gesicht – und hinterließ eine Schneise der Verwüstung.

    Ein Mann stirbt beim Versuch, sein Haus zu schützen

    Der traurigste Schauplatz: Saint-Cyr in der Saône-et-Loire. Dort stürzte ein Mann fünf Meter in die Tiefe, als er versuchte, das Dach seines Hauses zu sichern – der Sturz endete tödlich.

    Nur wenige Kilometer entfernt, in Devrouze, erlitt eine weitere Person bei einem ähnlichen Einsatz schwere Verletzungen.

    Die Feuerwehr rückte allein in diesem Département zu 280 Einsätzen aus. Der Großteil galt beschädigten oder komplett abgedeckten Dächern – manche Häuser standen anschließend wie entblößte Skelette da.

    Savoie: Baum kracht auf Auto, fünf Verletzte

    In Flumet, einem sonst eher beschaulichen Ort in der Savoie, traf ein umstürzender Baum ein Auto frontal. Zwei Menschen wurden dabei schwer verletzt, drei weitere kamen mit leichteren Blessuren davon. Alle wurden ins Krankenhaus von Albertville eingeliefert.

    Das Bild: Rettungskräfte, die sich durch den Sturm kämpfen, zerschmetterte Windschutzscheiben, bleiche Gesichter – und überall umgestürzte Bäume.

    Jura im Dunkeln – 4.800 Haushalte ohne Strom

    In den Höhenlagen des Jura peitschten Winde mit bis zu 105 Stundenkilometern über die Wälder. Die Folge: gekappte Stromleitungen, gesperrte Straßen, blockierte Zufahrten. Rund 130 Mal mussten Feuerwehrtrupps ausrücken, um Verkehrswege zu räumen und Sicherungen durchzuführen. Etwa 4.800 Haushalte saßen zeitweise im Dunkeln.

    Ein Gefühl der Ohnmacht machte sich breit – auch weil nicht klar war, wann der nächste Sturm kommt.

    Die Wetterwarnung endet – das Risiko bleibt

    Météo-France hatte bereits am Sonntagmorgen sieben Départements in Alarmbereitschaft versetzt. Orange Warnstufe wegen Gewitter und Überschwemmung – darunter bekannte Regionen wie die Drôme, die Isère und der Vaucluse.

    Am Montagmorgen wurde die Warnung zwar aufgehoben. Doch rund 53 Départements blieben weiterhin in gelber Alarmstufe – zumindest bis zum Abend.

    Ein Aufatmen? Nur teilweise. Denn die Gefahr war noch nicht gebannt.

    Blitzschläge, Hagel, Wasserfluten – ein Bilderbuch-Sturm?

    Der Sturm war ein meteorologisches Gesamtkunstwerk – wenn auch eines von der zerstörerischen Sorte. Blitze zuckten im Sekundentakt. Hagelkörner prasselten auf parkende Autos, Fenster und Dächer. Innerhalb kürzester Zeit füllten sich Straßenzüge mit Wasser, als hätten sich ganze Flüsse aus dem Nichts gebildet.

    In den sozialen Netzwerken kursieren seither Bilder, die mehr sagen als tausend Worte: Menschen, die durch knietiefes Wasser waten, Kinder, die unter umgekippten Trampolinen hervorgezogen werden, Feuerwehrleute, die mit leerem Blick durch durchnässte Straßen stapfen.

    Zwischen Resilienz und Hilflosigkeit

    Der Vorfall hat erneut die Verletzlichkeit ganzer Regionen offenbart. Häuser, Stromnetze, Kommunikationswege – nichts scheint sicher vor den Launen des Klimas.

    Zugleich aber wurde auch eine andere Seite sichtbar: die Stärke der Gemeinschaft, der Einsatz der Rettungskräfte, die Solidarität unter Nachbarn. Wie etwa jene Familie aus Albertville, die Fremde in ihrem Keller unterbrachte, weil deren Wohnung überflutet war.

    Aber reicht das?

    Was bleibt – und was kommen muss

    Die Frage, die in vielen Köpfen schwebt: Wird das jetzt zur neuen Normalität?

    Solche Unwetter häufen sich – und sie scheinen heftiger zu werden. Fachleute warnen schon seit Jahren vor den Folgen des Klimawandels. Und diese Ereignisse sind nicht mehr bloße Zukunftsszenarien, sondern bittere Realität.

    Es geht nicht mehr nur um Reaktion – sondern um Prävention.

    Dächer müssen sturmfester werden, Stromnetze robuster, Notfallpläne schneller abrufbar. Und jede und jeder Einzelne muss wissen, was im Ernstfall zu tun ist.

    Denn das nächste Gewitter kommt bestimmt.

    Autor: Andreas M. B.

  • Gewitterfront über dem Osten Frankreichs: 21 Départements in Alarmbereitschaft

    Gewitterfront über dem Osten Frankreichs: 21 Départements in Alarmbereitschaft

    Der Sommer zeigt seine ungestüme Seite – und das gleich mit voller Wucht.

    Am heutigen Sonntag, dem 20. Juli, steht der Osten Frankreichs unter Strom: Météo-France hat 21 Départements ab dem frühen Nachmittag in Alarmstufe Orange versetzt. Grund sind heftige Gewitter, die nicht nur mit starken Windböen, sondern auch mit Starkregen und Hagel aufziehen. Drei Départements – Savoie, Haute-Savoie und Isère – müssen sich zusätzlich auf mögliche Überschwemmungen einstellen.

    Die Wetterwarnung tritt in mehreren Wellen in Kraft: Ab 13 Uhr sind zunächst die Meuse, Moselle, Meurthe-et-Moselle, Vosges, Haute-Marne, Côte-d’Or, Bas-Rhin, Haut-Rhin, Saône-et-Loire und das Territoire de Belfort betroffen. Zwei Stunden später folgen unter anderem Ain, Ardèche, Drôme, Jura, Loire und Rhône.

    Was steckt hinter dieser Unwetterlage?

    Laut dem Wetterdienst entwickeln sich die Gewitterzellen ab dem frühen Nachmittag und ziehen bis in die späten Abendstunden über das gesamte östliche Frankreich. Besonders heikel: Diese Gewitter sind nicht nur zahlreich, sondern auch intensiv. Es ist mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 90 km/h zu rechnen – in einzelnen Böen sogar mit bis zu 120 km/h. Dazu kommt Starkregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 40 mm innerhalb nur einer Stunde. Auch Hagel könnte vom Himmel prasseln.

    Man könnte sagen: Der Himmel lässt Dampf ab.

    Gerade die Kombination aus Wind, Wasser und Eis birgt Gefahren – für Mensch, Tier und Infrastruktur. Straßen können überflutet werden, Keller volllaufen, Bäume umstürzen. Wer am Nachmittag oder Abend unterwegs ist, sollte das Wettergeschehen aufmerksam verfolgen und sich bei Bedarf rasch in Sicherheit bringen.

    Doch warum trifft es gerade den Osten des Landes?

    Meteorologisch betrachtet ist das keine Überraschung: Die östlichen Regionen Frankreichs, insbesondere das Rhonetal und die Voralpen, sind bei instabiler Sommerwetterlage besonders anfällig für Gewitter. Feuchtwarme Luft aus dem Mittelmeerraum trifft auf kühlere Luftmassen aus dem Norden – ein explosives Gemisch, das sich in Gewittertürmen entlädt. Die Topografie tut ihr Übriges: Berge wirken wie Sprungschanzen für aufsteigende Luftmassen und begünstigen die Entstehung von Unwettern.

    Und der Ausblick?

    Nach aktuellen Prognosen soll sich die Wetterlage ab der Nacht allmählich beruhigen. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt. Besonders in den drei Hochrisiko-Départements – Isère, Savoie und Haute-Savoie – bleibt die Lage bis in die Nacht kritisch. Dort warnt Météo-France explizit vor Überschwemmungen: Die Böden sind vielerorts gesättigt, Flüsse führen Hochwasser, neue Regenmassen könnten lokale Überschwemmungen auslösen.

    Was bedeutet das für die Menschen vor Ort?

    Vor allem für Urlaubsreisende, die aktuell in den französischen Alpen oder in Südostfrankreich unterwegs sind, ist Wachsamkeit gefragt. Zelten, Campen oder Autofahrten in bergigen Regionen sollten überdacht, Outdoor-Aktivitäten besser verschoben werden. Auch Stromausfälle sind bei solchen Wetterlagen keine Seltenheit – ein aufgeladener Akku und eine Taschenlampe schaden also nie.

    Bleibt die Frage: Was macht man eigentlich während eines Gewitters?

    Ganz einfach – Ruhe bewahren, drinnen bleiben, Fenster und Türen schließen. Und wenn’s draußen kracht, einfach mal den Moment bewusst erleben. Denn so wild sich der Himmel zeigt – in seiner Urgewalt liegt auch eine ganz eigene Faszination.

    Autor: Andreas M. Brucker