Kategorie: Südost

  • Sausset-les-Pins: Großreinigung der Mittelmeerküste – Mehr als nur Müllsammeln

    Sausset-les-Pins: Großreinigung der Mittelmeerküste – Mehr als nur Müllsammeln

    Jedes Jahr ziehen Menschen weltweit los, um die Natur von Unrat zu befreien. Im Rahmen des Weltreinigungstags am 21. September fand auch an der Mittelmeerküste, in Sausset-les-Pins in den Bouches-du-Rhône, eine große Aufräumaktion statt. Was für viele wie eine simple Müllsammelaktion erscheinen mag, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wichtiges Statement gegen den steigenden Konsum und die Verschmutzung der Meere.

    Schon mal an einem Strand spazieren gegangen und plötzlich einen Plastikstrohhalm zwischen den Zehen gespürt? Genau solche Erlebnisse sind der Grund, warum sich in Sausset-les-Pins so viele Menschen an der Aufräumaktion beteiligten – bepackt mit Handschuhen, Zangen und einer gehörigen Portion Engagement. Doch was fanden sie dieses Mal? Plastikflaschen, Chipstüten und sogar Bleigewichte von Anglern. Thomas Chesseboeuf, einer der fleißigen Helfer, beschreibt es treffend: „Man entdeckt immer wieder dieselben Dinge.“

    41 Kilo Müll in nur zwei Stunden

    Es war kein kleines Team, das an diesem Tag antrat. Dutzende Freiwillige, darunter auch viele Kinder, stürzten sich auf die Mülljagd. Einer von ihnen, Jules Chamayou, ist gerade einmal acht Jahre alt, aber schon jetzt überzeugt davon, dass seine Hilfe notwendig ist: „Ich sammle seit ich sechs bin gern Müll. Wenn wir es nicht machen, landet das alles im Meer und die Fische fressen es – und dann sterben sie.“ Seine Worte treffen den Kern des Problems. Es geht hier nicht nur um das saubere Erscheinungsbild eines Strandes, sondern um das Überleben der Tierwelt.

    Mit Metalldetektoren bewaffnet, durchsuchte ein anderer Helfer den Sand nach versteckten Schätzen – oder besser gesagt nach eingewühltem Abfall. Er fand Batterien und Alufolien, tief in den Boden gedrückt, kaum sichtbar für das bloße Auge. Innerhalb von nur zwei Stunden sammelten die Freiwilligen unglaubliche 41 Kilo Müll.

    Ein Symbol für unseren Konsum

    Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass unsere Strände regelmäßig in Müll versinken? Die Antwort ist einfach, wenn auch erschreckend: Unser Konsumverhalten. „Das zeigt doch, dass wir beim Konsum nicht vorankommen“, sagt die Organisatorin der Aktion, die seit mehr als zehn Jahren für die Umweltorganisation „Planète Perles“ tätig ist. Mit ihrer Aussage trifft sie ins Schwarze. Es geht nicht nur darum, was wir finden, sondern auch, warum wir es überhaupt finden.

    Plastik ist allgegenwärtig. Es begleitet uns im Alltag – und landet allzu oft dort, wo es nicht hingehört. Jedes einzelne Stück Müll, das am Strand von Sausset-les-Pins gefunden wurde, erzählt seine eigene Geschichte. Eine Plastikflasche, die bei einem Sommerpicknick vergessen wurde. Ein Zigarettenstummel, achtlos in den Sand getreten. Ein Chipspaket, das der Wind davongetragen hat. Kleinigkeiten, die sich zu einem globalen Problem summieren.

    Ein globales Phänomen

    Die Aktion in Sausset-les-Pins war nur eine von vielen. Allein an diesem Wochenende fanden in Frankreich mehr als 2.500 ähnliche Aufräumaktionen statt. Doch auch weltweit mobilisiert der Weltreinigungstag Millionen von Menschen. Sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel: Die Welt ein Stück sauberer zu machen – für uns, für die Tiere und für die kommenden Generationen.

    Es bleibt jedoch die Frage: Reicht es, einmal im Jahr den Müll zu sammeln? Oder brauchen wir mehr – eine echte Veränderung in unserem Verhalten? Klar ist, dass solche Aktionen wichtig sind. Sie schaffen Bewusstsein und setzen ein Zeichen. Aber sie sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn wir nicht gleichzeitig unser Konsumverhalten ändern.

    Was bleibt nach dem Aufräumen?

    Nach zwei Stunden harter Arbeit und 41 Kilo Müll auf der Waage kehrten die Freiwilligen nach Hause zurück – müde, aber zufrieden. Doch das wahre Ziel liegt in der Zukunft. Es geht darum, den Müllberg im nächsten Jahr kleiner zu machen. Dafür braucht es ein Umdenken bei jedem Einzelnen. Denn die Welt zu verändern beginnt nicht mit einer großen Aktion, sondern mit vielen kleinen Schritten.

    Die Aufräumaktion in Sausset-les-Pins war ein Erfolg, keine Frage. Doch der wahre Sieg wird erst dann errungen, wenn solche Aktionen irgendwann überflüssig werden. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als weiterzumachen – mit Zange und Müllsack in der Hand und dem festen Willen, unseren Planeten zu schützen.

  • Blockade in Marseille: Protest gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Umweltverschmutzung

    Blockade in Marseille: Protest gegen Kreuzfahrtschiffe und deren Umweltverschmutzung

    Am Samstagmorgen, 21. September, erlebte Marseille eine spektakuläre Aktion auf See: Eine Gruppe von Umweltaktivisten des Kollektivs „Stop Croisières“ und „Extinction Rebellion“ blockierte für fast zwei Stunden die Ankunft mehrerer Kreuzfahrtschiffe – darunter die riesige MSC World Europa, sechstgrößtes Kreuzfahrtschiff der Welt. Ihr Ziel: auf die massive Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen, die von diesen schwimmenden Städten ausgeht.

    Wachsender Widerstand in Marseille

    Der Unmut gegen die Kreuzfahrtindustrie in Marseille wird immer lauter. Drei Kreuzfahrtschiffe und zwei Fähren wurden durch die Aktion der Aktivisten gestoppt. Die Gruppe positionierte sich mit ihren Kanus direkt am Eingang des Hafens – einem der größten Häfen Frankreichs. Es war eine gut koordinierte Aktion, die den Verkehr am Hafen lahmlegte und bei den Reedereien für Aufregung sorgte. Erst nach rund zwei Stunden griff die maritime Gendarmerie ein und räumte den Zugang.

    Es war kein kleiner Vorfall. Der „Aidastella“, ein deutsches Kreuzfahrtschiff mit einer Kapazität von 2.000 Passagieren, musste umkehren und konnte erst nach der Blockade wieder Kurs auf den Hafen nehmen. Ähnliche Verzögerungen erlitten auch zwei weitere große Schiffe: der MSC World Europa und die Costa Smeralda, die aufgrund der Aktion eine Weile auf offener See ausharren mussten.

    Die Botschaft der Aktivisten

    Die Protestierenden, bewaffnet mit Transparenten und entschlossenem Willen, machten ihre Botschaft laut und deutlich klar: „Es stinkt nach Diesel“ und „Wir sind wütend auf MSC Cruises“ war auf den Bannern zu lesen. Sie prangerten die Luftverschmutzung an, die durch diese Kreuzfahrtriesen verursacht wird – und das mit möglicherweise fatalen Folgen für die Gesundheit der lokalen Bevölkerung und die Meeresökosysteme. „Diese Schiffe sind nichts anderes als schwimmende Städte, und ihre Emissionen belasten massiv die Umwelt“, so ein Sprecher des Kollektivs.

    Doch das ist nicht alles. Neben der Umweltbelastung wurden auch die Arbeitsbedingungen an Bord kritisiert. Die Aktivisten fordern mehr Transparenz und bessere Bedingungen für die Crewmitglieder, die oft unter sehr harten Bedingungen auf diesen Luxuslinern arbeiten.

    Kreuzfahrtindustrie: Ein zweischneidiges Schwert

    Während Städte wie Marseille wirtschaftlich von der Kreuzfahrtindustrie profitieren, wird zunehmend die Kehrseite dieser Branche deutlich. In Europa regt sich immer mehr Widerstand. Städte wie Venedig und Amsterdam haben es vorgemacht: Sie haben ihre Innenstadt-Häfen für Kreuzfahrtschiffe gesperrt, um die negativen Folgen zu minimieren.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Eine Studie der NGO Transport & Environment zeigt, dass Kreuzfahrtschiffe, die 2022 in europäischen Gewässern unterwegs waren, mehr als acht Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen haben – das entspricht rund 50.000 Flügen von Paris nach New York. Eine Bilanz, die viele schockiert und die Frage aufwirft: Kann dieser Luxus wirklich im Einklang mit unseren Klimazielen stehen?

    Steigende Luftverschmutzung: Ein Problem für Marseille

    Marseille ist besonders von der Luftverschmutzung durch den Schiffsverkehr betroffen. Laut AtmoSud, einer regionalen Organisation zur Überwachung der Luftqualität, sind die maritimen Aktivitäten für 39 % der Stickoxid-Emissionen (NOx) in der Region verantwortlich – nur knapp hinter dem Straßenverkehr, der 45 % ausmacht. Diese Stickoxide sind ein erheblicher Faktor für die schlechte Luftqualität in der Stadt und tragen zu gesundheitlichen Problemen bei den Anwohnern bei.

    Im März 2023 reichte eine Gruppe von Anwohnern und Umweltorganisationen sogar eine Klage gegen unbekannt ein, um auf die ständige Überschreitung der gesetzlich erlaubten Luftverschmutzungsgrenzen hinzuweisen. Die Belastung durch den Schiffsverkehr wird immer wieder als eine der Hauptursachen genannt.

    Die Reaktion der Kreuzfahrtindustrie

    Die Kreuzfahrtbranche verteidigt sich jedoch vehement. In einer Stellungnahme der internationalen Kreuzfahrtvereinigung Clia wurde die Blockade als „illegal und gefährlich“ bezeichnet. Man betonte zudem, dass die Schifffahrtsindustrie, darunter auch die Kreuzfahrtschiffe, intensiv daran arbeite, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und langfristig eine CO2-Neutralität anzustreben. In Marseille machen Kreuzfahrtschiffe derzeit nur 5 % des gesamten Schiffsverkehrs aus – ein Faktum, das laut Clia verdeutlicht, dass die Kreuzfahrt-Industrie nur einen kleinen Teil des Problems darstellt.

    Kampf um die Zukunft des Hafens

    Der Hafen von Marseille hat in den letzten Jahren einen enormen Anstieg des Kreuzfahrtverkehrs verzeichnet. 2022 begrüßte der Hafen 1,5 Millionen Kreuzfahrtpassagiere, im letzten Jahr stieg diese Zahl sogar auf 2,5 Millionen. Solche Zahlen sind natürlich wirtschaftlich bedeutsam – sie bringen der Stadt Einnahmen und schaffen Arbeitsplätze.

    Aber um welchen Preis? Mit wachsender Umweltbelastung und gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung ist der gesellschaftliche Widerstand nachvollziehbar. Werden andere Städte dem Beispiel von Venedig und Amsterdam folgen und auch Marseille in Zukunft seine Tore für die Kreuzfahrtriesen schließen?

    Wohin führt der Weg?

    Die Protestaktion in Marseille sollte ein klarer Weckruf sein – nicht nur für die Kreuzfahrtindustrie, sondern auch für die Verantwortlichen der Stadt. Die Umweltaktivisten haben es geschafft, das Thema der Luftverschmutzung durch Schiffe erneut ins Rampenlicht zu rücken. Doch die Frage bleibt: Wird sich etwas ändern?

    In Anbetracht der wachsenden Zahl an Protesten und der zunehmenden Reaktionen von Städten auf die Kreuzfahrtbranche scheint es, als würde der Druck weiter steigen. Die Zukunft des Kreuzfahrttourismus in Europa könnte bald anders aussehen. Schauen wir mal, ob diese Aktion der Beginn einer größeren Bewegung ist oder ob es bei diesem kurzen Aufbegehren bleibt.

  • Der traditionelle Kartoffelsalat der Provence: Eine Reise durch Geschichte und Geschmack

    Der traditionelle Kartoffelsalat der Provence: Eine Reise durch Geschichte und Geschmack

    Die französische Küche ist berühmt für ihre Vielfalt, Eleganz und Liebe zum Detail, und auch einfache Gerichte wie Kartoffelsalat werden auf raffinierte Weise zubereitet. Besonders in der Provence, einer Region im Südosten Frankreichs, hat der Kartoffelsalat eine besondere Tradition, die stark von der mediterranen Lebensweise geprägt ist. Dieser provenzalische Kartoffelsalat unterscheidet sich von anderen europäischen […]

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  • Lyon und das Erbe der Römer: Wie das „Loto du Patrimoine“ das Aquädukt von Gier rettet

    Lyon und das Erbe der Römer: Wie das „Loto du Patrimoine“ das Aquädukt von Gier rettet

    Wer Lyon besucht, taucht ein in eine Stadt voller Geschichte – und ein besonders beeindruckendes Kapitel wurde damals bereits von den Römern geschrieben. Abseits des pulsierenden Stadtlebens liegt ein historisches Juwel, das das römische Erbe der Region wie kaum ein anderes verkörpert: das Aquädukt von Gier. Dieses außergewöhnliche Bauwerk, das einst Wasser über fast 90 […]

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  • Käseproduktion in Gefahr: Der „Picodon“ und sein Kampf um das AOP-Siegel im Klimawandel

    Käseproduktion in Gefahr: Der „Picodon“ und sein Kampf um das AOP-Siegel im Klimawandel

    In der heutigen Zeit kämpfen nicht nur Menschen, sondern auch Lebensmittel um ihren Platz und ihre Identität – insbesondere, wenn der Klimawandel ins Spiel kommt. Ein Beispiel aus der Region Ardèche in Frankreich zeigt, wie sich traditionelle Käseproduzenten den veränderten Bedingungen anpassen müssen, um das wertvolle Qualitätssiegel der „Appellation d’Origine Protégée“ (AOP) zu behalten. Ein Käse, der sich diesem harten Kampf stellt, ist der „Picodon“, ein traditioneller Ziegenkäse aus der Region. Doch wie lange kann er noch so genannt werden, wenn sich alles verändert?

    Das AOP-Siegel: Ein kostbares Gut

    Das AOP-Siegel ist nicht irgendein Label, sondern steht für eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Es garantiert, dass ein Produkt nicht nur aus einer bestimmten Region stammt, sondern auch nach festgelegten traditionellen Methoden hergestellt wird. Doch was passiert, wenn diese Bedingungen durch den Klimawandel ins Wanken geraten? In der Region Ardèche, genauer in Préaux, steht der Käseproduzent Grégoire Bobichon vor genau diesem Problem.

    Sein Alltag ist geprägt von Anpassungen. Nach vier aufeinanderfolgenden Dürrejahren zerstörte kürzlich ein Hagelsturm seine Weiden – eine Katastrophe für einen Mann, dessen Existenz vom Land abhängig ist. Damit seine Ziegen weiterhin die AOP-Anforderungen erfüllen, muss er sie nun tiefer in die umliegenden Wälder treiben, auf der Suche nach Futter. Dabei ist es nicht nur die Zeit, die verloren geht – der Kampf gegen die Natur kostet auch viel Energie.

    Strenge Auflagen im Angesicht der Dürre

    Die Anforderungen des AOP-Labels sind streng: Die Ziegen müssen Zugang zur freien Natur haben, und ihre Nahrung muss aus der Region Drôme oder Ardèche stammen. Das klingt in normalen Zeiten vielleicht einfach, wird jedoch zu einer echten Herausforderung, wenn extreme Wetterereignisse wie Dürre oder Hagel zuschlagen. Doch das Label ist entscheidend für die Existenz von Produzenten wie Grégoire Bobichon. Es sichert nicht nur den traditionellen Charakter des Käses, sondern auch seinen Marktwert.

    Wer hätte gedacht, dass sich ein so simples Produkt wie Käse plötzlich inmitten eines der größten globalen Krisen wiederfindet? Die Antwort liegt im Boden, auf den Bobichon und seine Ziegen angewiesen sind – der sich unter den sich verändernden Klimabedingungen kaum noch erholen kann.

    Innovation in Zeiten der Klimakrise

    Bobichon und seine Kollegen aus der Region sind jedoch nicht untätig geblieben. In Zusammenarbeit mit einer lokalen Vereinigung sucht er nach Alternativen und Möglichkeiten, sich anzupassen. Ein Hoffnungsschimmer: der Anbau von Luzerne. Diese Pflanze ist nicht nur widerstandsfähiger gegen extreme Wetterlagen, sondern wird auch von den Ziegen sehr geschätzt. Der Einsatz von Luzerne bedeutet allerdings auch hohe Investitionen – allein der notwendige Traktor kostete Bobichon 20.000 Euro.

    Die Ardèche ist nicht die einzige Region, die mit solchen Herausforderungen kämpft. Etwa 100 Kilometer entfernt, auf dem Hof „Pradel“, wird intensiv an weiteren Futteralternativen geforscht. Mulberrybäume und Sorghum werden als potenzielle Futterpflanzen untersucht. Das Ziel dieser Bemühungen ist klar: Die einzigartige Beschaffenheit und der unverwechselbare Geschmack des Picodon müssen erhalten bleiben – trotz aller klimatischen Widrigkeiten.

    Tradition und Wandel im Einklang?

    Die Anpassung an den Klimawandel wird nicht ohne Opfer gelingen – das ist den Ziegenbauern der Ardèche bewusst. Der Verlust von Weideland, steigende Kosten und die ständige Suche nach neuen Futterquellen erfordern Kreativität und Durchhaltevermögen. Doch gleichzeitig sind sie auch Hüter einer langen Tradition, die im Picodon-Käse Ausdruck findet.

    Und hier wird eine der wichtigsten Fragen des Klimawandels sichtbar: Wie kann man tief verwurzelte Traditionen bewahren, wenn die äußeren Umstände immer unberechenbarer werden? Es ist ein ständiger Drahtseilakt zwischen Fortschritt und Tradition.

    Eine Herausforderung für die Zukunft

    Der Kampf um das AOP-Siegel des Picodon spiegelt in vielerlei Hinsicht den größeren Kampf wider, dem sich zahlreiche landwirtschaftliche Produkte weltweit stellen müssen. Die Klimakrise zwingt uns, Althergebrachtes neu zu denken – ohne dabei unsere Wurzeln zu verlieren. Das ist eine Herausforderung, die weit über die Ziegenherden in der Ardèche hinausgeht. Doch wenn Menschen wie Grégoire Bobichon nicht aufgeben und ihre Innovationen weiter vorantreiben, gibt es zumindest Hoffnung, dass wir Wege finden, beides zu vereinen – Tradition und Anpassung.

    Wer weiß, vielleicht wird der Picodon-Käse in einigen Jahren sogar zu einem Symbol dafür, wie man auch in der Landwirtschaft den Klimawandel überleben kann, ohne den eigenen Charakter zu verlieren. Aber leicht wird dieser Weg nicht.

  • „Ich fühle mich gedemütigt“ – Der aufwühlende Prozess von Mazan und die Wut von Gisèle Pelicot

    „Ich fühle mich gedemütigt“ – Der aufwühlende Prozess von Mazan und die Wut von Gisèle Pelicot

    Im Gerichtssaal von Avignon entlädt sich die Wut einer Frau, die jahrelang Opfer schwerster Verbrechen wurde. Gisèle Pelicot, deren Ehemann sie unter Drogen gesetzt und Männern zum Missbrauch überlassen hatte, trat erneut vor Gericht. Doch anstatt Trost zu finden, sieht sie sich mit erschreckenden Verteidigungsstrategien konfrontiert – die sie als Mittäterin darstellen wollen. „Seit ich hier bin, fühle ich mich gedemütigt“, brach es aus ihr heraus. „Man behandelt mich wie eine Alkoholikerin, als wäre ich Komplizin von diesem Mann. Ich muss wirklich Geduld haben, um das hier alles zu ertragen“, schrie sie voller Zorn, während sie an der Zeugenbank stand. Der Prozess, der seit Anfang September in Avignon läuft, bringt 51 Männer vor Gericht, darunter den Ehemann Dominique Pelicot. Den Männern wird vorgeworfen, die heute über 70-Jährige unter Drogen gesetzt und missbraucht zu haben – über Jahre hinweg. Gisèle Pelicot war unter dem Einfluss von starken Schlafmitteln bewusstlos, während ihr …

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  • Gratin de Crozets: Ein Klassiker aus der Savoyer Küche

    Gratin de Crozets: Ein Klassiker aus der Savoyer Küche

    Gratin de Crozets ist ein traditionelles Gericht aus der französischen Alpenregion Savoyen, das durch seine rustikale Einfachheit und den Einsatz regionaler Zutaten besticht. Diese herzhafte Speise ist insbesondere in den kalten Wintermonaten sehr beliebt, wenn herzhafte und wärmende Gerichte die Tische der Bergdörfer füllen. Die Entstehung und Geschichte der Crozets Der Name „Crozets“ leitet sich […]

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  • Die Weinregion Bugey: Ein verborgener Schatz in den französischen Alpen

    Die Weinregion Bugey: Ein verborgener Schatz in den französischen Alpen

    Die Weinregion Bugey, eingebettet in die malerischen Hügel der französischen Alpen, ist eine der am wenigsten bekannten, aber faszinierendsten Appellationen Frankreichs. Obwohl sie oft im Schatten der berühmteren Weinregionen des Landes steht, bietet Bugey Weine von bemerkenswerter Qualität und einzigartigem Charakter. Ihre Weine spiegeln die alpine Landschaft, das milde Klima und die handwerklichen Traditionen der […]

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  • Jahre später: Ehemaliger Bonbon-Dieb entschuldigt sich bei Kiosk-Besitzer

    Jahre später: Ehemaliger Bonbon-Dieb entschuldigt sich bei Kiosk-Besitzer

    In Uzès, einer kleinen Stadt im französischen Gard, hat ein ungewöhnlicher Vorfall die Bewohner bewegt. Alexandre Gonçalves de Oliveira, Besitzer eines Kiosks und Tabakladens, erhielt einen überraschenden Brief – samt einem 50-Euro-Schein. Der Inhalt? Eine Entschuldigung für einen Diebstahl… von Bonbons, der viele Jahre zurückliegt.

    In dem Schreiben gesteht der Verfasser einen Kindheitsstreich: „Ich schreibe Ihnen diesen Brief, um mich für ein Unrecht zu entschuldigen, das ich in meiner Kindheit begangen habe. Tatsächlich habe ich als kleiner Junge eine Handvoll Bonbons aus Ihrem Tabakladen gestohlen.“ Dem Brief lag ein 50-Euro-Schein bei, als symbolische Wiedergutmachung für den damaligen Diebstahl.

    Der Tabakhändler ist gerührt – und lädt den Verfasser auf einen Kaffee ein

    Für den Tabakhändler, der seit 18 Jahren das Geschäft führt, war dies das erste Mal, dass er eine solche Entschuldigung erhielt. Er war sichtlich gerührt von der Geste und zeigte sich voller Verständnis. Die Geschichte verbreitete sich schnell in der kleinen Stadt, die nicht nur für ihre charmanten Gassen, sondern auch für ihre Bonbonfabrik bekannt ist.

    Die Reaktionen der Einwohner sind gemischt, aber meistens von Humor und Nachdenklichkeit geprägt. „Ich habe auch mal Bonbons geklaut, aber ich würde jetzt nicht alle Kioske abklappern, um mich zu entschuldigen“, scherzt ein Bewohner. Eine andere Frau mutmaßt: „Vielleicht hat er jetzt Enkel und will ihnen ein gutes Beispiel geben.“

    Unabhängig davon, ob die Entschuldigung aus reiner Reue oder anderen Gründen erfolgte – sie zeigt eindrucksvoll, dass es nie zu spät ist, etwas wieder gut zu machen. Alexandre Gonçalves de Oliveira hat dem ehemaligen Bonbon-Dieb jedenfalls eine herzliche Einladung ausgesprochen: „Wenn er möchte, kann er in den nächsten Tagen auf einen Kaffee vorbeikommen.“

    Manchmal sind es die kleinsten Gesten, die den größten Eindruck hinterlassen.

  • Tarte Bressane: Ein Klassiker der Bresse-Region

    Tarte Bressane: Ein Klassiker der Bresse-Region

    Die Tarte Bressane, auch als „Tarte à la Crème“ bekannt, ist ein einfacher, aber eleganter Genuss aus der französischen Region Bresse, die südlich von Burgund liegt und sich bis in die Weinanbaugebiete von Bugey erstreckt. Diese Region ist berühmt für ihre üppige Küche und hochwertige landwirtschaftliche Produkte, wie das Bresse-Huhn, das eine geschützte Herkunftsbezeichnung trägt. […]

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