Kategorie: Paris, Ile de France

  • 17. Oktober 1961: „Ein unentschuldbares Verbrechen“ laut Emmanuel Macron

    17. Oktober 1961: „Ein unentschuldbares Verbrechen“ laut Emmanuel Macron

    Anlässlich des 61. Jahrestags des 17. Oktober 1961 verurteilte der Präsident der Republik erneut die blutige Auflösung einer friedlichen Demonstration von Algeriern in Paris. In Algerien legte Präsident Abdelmadjid Tebboune eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer ein. „Unentschuldbares Verbrechen.“ Mit einem Tweet vom Montag, dem 17. Oktober, prangerte Präsident Macron das Massaker an friedlich demonstrierenden Algeriern vom 17. Oktober 1961 in Paris an. An diesem Abend wurden Hunderte friedliche Demonstranten geschlagen, beschossen und in die Seine geworfen worden. „Die Wahrheit ist der einzige Weg zu einer gemeinsamen Zukunft“, schrieb der Präsident auf Twitter.

    Im Jahr 2021 hatte Emmanuel Macron bei der offiziellen Zeremonie zum 60. Jahrestag des Massakers „eine unbestreitbare Wahrheit“ anerkannt. „Diese Tragödie wurde lange verschwiegen, geleugnet oder verheimlicht“, so die Präsidentschaft, die den Abend des 17. Ok…

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  • Protest „gegen teure Lebenshaltungskosten und Untätigkeit“ im Klimabereich: 29.500 Teilnehmer in Paris

    Protest „gegen teure Lebenshaltungskosten und Untätigkeit“ im Klimabereich: 29.500 Teilnehmer in Paris

    Nach Angaben des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Occurrence marschierten am Sonntagnachmittag 29.500 Menschen zwischen dem Place de la Nation und dem Place de la Bastille in Paris. Ein Protestmarsch „gegen teures Leben und Untätigkeit“ beim Klima fand am Sonntag, dem 16. Oktober, zwischen den Plätzen Place de la Nation und Place de la Bastille in Paris statt. Die im Bündnis Nupes vereinte Linke organisierte diesen Mobilisierungstag, der auch von einigen Gewerkschaftsverbänden unterstützt wurde. Die Organisatoren gaben am späten Nachmittag bekannt, dass etwa 140.000 Menschen am Demonstrationszug teilgenommen hätten, während die Behörden von etwa 30.000 Teilnehmern sprachen. Nach einer Zählung der Firma Occurrence, die im Auftrag eines Medienkollektivs, darunter Franceinfo, durchgeführt wurde, waren 29.500 Demonstranten anwesend. Jean-Luc Mélenchon rief zu einem „Generalstreik“ auf. Zu Beginn der Demonstration sagte der Vorsitzende der LFI, dass Emmanuel Macron „am Ende des Wege…

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  • Haitianischer Sänger Mikaben stirbt mit 41 Jahren während eines Konzerts in Paris auf der Bühne

    Haitianischer Sänger Mikaben stirbt mit 41 Jahren während eines Konzerts in Paris auf der Bühne

    Michael Benjamin, alias Mikaben, brach am Samstag, dem 15. Oktober, in der Accor Arena in Bercy auf der Bühne zusammen. Er starb im Alter von nur 41 Jahren an einem Herzinfarkt. Sechs Jahre nach der Trennung von Carimi hatten sich die Bandmitglieder am Samstag, den 15. Oktober, zu einem musikalische…

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  • Marsch gegen „das teure Leben“: Die politische Linke geht in Paris auf die Straße

    Marsch gegen „das teure Leben“: Die politische Linke geht in Paris auf die Straße

    Die im Bündnis Nupes vereinte Linke organisiert am Sonntag in Paris einen „Marsch gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die Untätigkeit im Klimabereich“ gemeinsam mit Vereinen und Gewerkschaftsverbänden und hofft, damit zum sozialen Aufruhr im Herbst beizutragen. Die Parteien der Vereinigten Linken, mehrere NGOs und Gewerkschafter werden sich heute in Paris zu einem „Marsch gegen das teure Leben und die Untätigkeit im Klimabereich“ versammeln, in der Hoffnung, auf der Straße eine neue Front gegen die Regierung zu eröffnen. Jean-Luc Mélenchon sagte im Vorfeld: „Wir dürfen unsere Augen nicht davor verschliessen, es wurde beträchtlicher Reichtum angehäuft, der geteilt werden muss“. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat (21,95 % im ersten Wahlgang im April) hatte bereits im Juli seine Truppen und die Neue Ökologische und Soziale Volksunion (Nupes) aufgefordert, eine möglichst grosse Demonstration mit Verbänden und Gewerkschaften zu organisieren. Rund 60 Persönlichkeiten aus der Kultur,…

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  • Polizeischüsse in Paris: Autofahrer getötet – Polizisten in Gewahrsam

    Polizeischüsse in Paris: Autofahrer getötet – Polizisten in Gewahrsam

    Ein Mann am Steuer eines Autos wurde beim Versuch ein er Polizeikontrolle zu entgehen am Freitagabend im 12. Arrondissement von Paris tödlich verletzt. Die beiden Polizisten, die die Schüsse abgegeben hatten, wurden in Polizeigewahrsam genommen.

    Ein Mann kam ums Leben, nachdem er von einer Kugel getroffen wurde, die ein Polizist in Paris im zwölften Arrondissement auf ihn abgefeuert hatte.

    Laut zwei von der Nachrichtenagentur AFP zitierten Polizeiquellen wollten Polizisten am Freitagabend gegen 19.00 Uhr ein Auto mit drei Männern an Bord kontrollieren. Das Fahrzeug versuchte zu fliehen und stieß mit einem anderen Auto zusammen, wie eine der Quellen berichtete. „Zwei Polizeibeamte“ machten daraufhin „von ihren Dienstwaffen Gebrauch, da das flüchtende Fahrzeug in ihre Richtung fuhr“. Einer der drei Schüsse traf den Fahrer, der sofort starb.

    Auf einem Video, das auf TikTok zu sehen ist, sieht man, wie Polizisten eine Herzmassage an dem getroffenen Mann durchführen, der neben dem Fahrzeug auf der Straße liegt. Die anderen Insassen des Fahrzeugs flüchteten, wie eine der Polizeiquellen gegenüber Franceinfo berichtete. Am Ort des Geschehens, in einer Seitengasse des Cours de Vincennes, stand das rote Auto des getöteten Fahrers quer auf der Fahrbahn. Ein Teil des Viertels, in dem zum Zeitpunkt des Geschehens noch Geschäfte geöffnet waren, wurde von der Polizei abgeriegelt. Die Leiche des Fahrers wurde erst kurz vor 23.00 Uhr abtransportiert.

    Aufgrund der schwerwiegenden Vorfälle wurden zwei Ermittlungen eingeleitet: eine wegen vorsätzlicher Tötung durch eine Amtsperson, die der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) übertragen wurde, wie es immer der Fall ist, wenn es zu Schüssen durch Polizisten kommt; und eine andere wegen versuchten Mordes an einer Amtsperson, die von der Kriminalpolizei durchgeführt wird und sich gegen den Fahrer des roten Autos richtet.

    Zwei Polizisten in Polizeigewahrsam
    Im Rahmen der ersten Ermittlungen wurden zwei Polizeibeamte in Polizeigewahrsam genommen. Der 52-jährige Omar Labdi, ein Ladenbesitzer aus dem Viertel, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP aus, er habe „drei Polizisten hinter dem Auto herlaufen sehen“, die den Fahrer zum Anhalten aufgefordert hätten. Das Auto „fuhr langsam, sie waren darin zu zweit, der Kumpel des Fahrers stieg aus und rannte weg, er fuhr langsam weiter und die Polizei schoss dreimal“.

    Zwölf Tote nach Polizeischüssen in diesem Jahr
    Seit Anfang des Jahres sind bereits zwölf Menschen nach Schüssen der Polizei bei Kontrollen gestorben. Innerhalb weniger Stunden starben im September zwei Menschen durch Schüsse der Polizei und ein dritter wurde verletzt: In Rennes wurde in der Nacht vom 6. auf den 7. September eine Frau getötet und ein Mann verletzt, als sie während eines Einsatzes zur Drogenbekämpfung angehalten wurde. Am gleichen Tag kam in Nizza gegen 16.30 Uhr ein Mann am Steuer eines gestohlenen Autos ums Leben.

    Im August kamen zwei Männer in Vénissieux und ein weiterer in Neuville-en-Ferrain (Nordfrankreich) ums Leben. Im März wurde ein Autofahrer in Sevran (Seine-Saint-Denis) und im Juni ein ägyptischer Migrant in Sospel (Alpes-Maritimes) getötet. In Grenoble wurde eine 18-jährige Beifahrerin bei einem Schusswechsel in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober während einer Verfolgungsjagd getötet.

    In Paris starben im April, am Abend der Wiederwahl von Emmanuel Macron, ein Fahrer und sein Beifahrer auf der Pont-Neuf. Im Juni dann eine Beifahrerin nach einer Verfolgungsjagd im XVIII Arrondissement.

  • Paris: Leiche einer 12-Jährigen in einem Koffer gefunden

    Paris: Leiche einer 12-Jährigen in einem Koffer gefunden

    Nachdem am Freitagabend die Leiche eines 12-jährigen Mädchens in einem Koffer am Fusse des Gebäudes, in dem sie wohnte, gefunden worden war, wurden vier Personen in Polizeigewahrsam genommen.

    Die Leiche eines 12-jährigen Mädchens wurde am Freitagabend in einem Koffer am Fusse des Wohnhauses, in dem sie lebte, gefunden. Dies berichtete die Pariser Staatsanwaltschaft am Samstag, dem 15. Oktober. Vier Personen seien in Polizeigewahrsam genommen worden, so die Staatsanwaltschaft.

    Nach Informationen von Franceinfo fand der grausige Fund im 19. Arrondissement der Hauptstadt, in der Nähe des Parks Buttes-Chaumont, statt.

    Als die besorgten Eltern ihre Tochter am Freitagnachmittag nicht nach Hause kommen sahen, hatten sie Fotos in einem sozialen Netzwerk geteilt, darauf vermerkt, dass sie „zuletzt um 15.20 Uhr gesehen“ worden sei, und „Entführungsalarm“ auf den Posts vermerkt. Auf einem der geteilten Fotos, das von einer Videoüberwachungskamera stammt, ist zu sehen, wie der Teenager in die Eingangshalle ihres Wohnhauses geht.

    Vier Personen in Polizeigewahrsam
    Um 23.20 Uhr teilt ein 42-jähriger Obdachloser Polizisten auf Streife mit, dass er gerade die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden habe. Die Polizisten folgen ihm in die Rue d’Hautpoul. Im Innenhof eines Gebäudes entdeckten sie zwei Koffer und eine Aufbewahrungsbox aus undurchsichtigem Plastik. Im Inneren befand sich der leblose Körper des Mädchens. Das Opfer wies Wunden im Halsbereich auf.

    Vier Personen, deren Rolle bei dem Tötungsdelikt noch geklärt werden muss, wurden vorsorglich in Polizeigewahrsam genommen,

    Die Kriminalpolizei von Paris hat eine Untersuchung wegen Mordes an einer Minderjährigen unter 15 Jahren eingeleitet.

  • Energiekrise: Lichtwerbung in Paris nachts bald verboten

    Energiekrise: Lichtwerbung in Paris nachts bald verboten

    Der Stadtrat von Paris verabschiedete am Mittwoch eine Maßnahme, die am 1. Dezember in Kraft treten wird. Laut der Agence de l’environnement et de la maîtrise de l’énergie (Agentur für Umwelt und Energie) verbraucht ein digitaler Werbebildschirm so viel wie ein durchschnittlicher Haushalt für Beleuchtung und Haushaltsgeräte. Die Abschaltung der Werbebeleuchtung in Paris ist beschlossene Sache. Ab dem 1. Dezember muss die Lichtwerbung in Paris von 23:45 Uhr bis 6 Uhr morgens ausgeschaltet werden. Die Bestimmung wurde am Mittwoch, dem 12. Oktober vom Stadtrat verabschiedet. Diese Entscheidung betrifft Clear Channel, einen privaten Betreiber von Informationsschildern mit elektrischer oder elektronischer Anzeige, digitalen, hintergrundbeleuchteten oder rollenden Werbetafeln in Paris. Das Unternehmen JC Decaux, das die beleuchteten Tafeln der Zeitungskioske und die Fahrgastunterstände verwaltet, muss diese ab 1 Uhr nachts abschalten. Nach Angaben aus dem Umfeld der Stadtverwaltung haben die…

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  • Benzinknappheit: In Paris verlangt die teuerste Tankstelle Frankreichs 3 Euro für einen Liter Diesel!

    Benzinknappheit: In Paris verlangt die teuerste Tankstelle Frankreichs 3 Euro für einen Liter Diesel!

    Eine Avia-Tankstelle im 7. Arrondissement von Paris verlangte am Donnerstag, dem 13. Oktober, 2,95 Euro für einen Liter SP98 und 2,99 Euro für einen Liter Diesel. Aber auch diese Preise hielten Autofahrer nicht davon ab, dort zu tanken.

    Fanden Sie die Benzinpreise im Juli dieses Jahres schon exorbitant hoch? Wenn Sie in die 15 avenue Duquesne in Paris fahren, werden Sie bestimmt schockiert sein. An dieser Avia-Tankstelle im VII. Arrondissement zahlten Autofahrer am Donnerstag, dem 13. Oktober, fast 3 Euro pro Liter für ihre Tankfüllung.

    Wie die Zeitung Le Parisien berichtete, verkaufte diese wahrscheinlich teuerste Tankstelle in Frankreich, einen Liter SP98 für 2,95 Euro und einen Liter Diesel für 2,99 Euro. Doch selbst das konnte einige Autofahrer nicht entmutigen, die bereits am Vormittag Schlange, um ihre kostbare Tankfüllung zu bekommen.

    „Das ist eine sogenannte Trottoirstation. Sie ist eher dazu da, um auszuhelfen, als Pannenhilfe. Sie ist immer teurer als normal, auch außerhalb von Knappheitssituationen“, zitiert Le Parisien einen Branchenexperten.

    Die Arbeitsniederlegungen in den Raffinerien verschärften sich am Donnerstag weiter und die Gewerkschaft CGT rief dazu auf, den Streik auf den gesamten Energiesektor auszuweiten.

  • Benzinknappheit: Unternehmen in großen Schwierigkeiten

    Benzinknappheit: Unternehmen in großen Schwierigkeiten

    Unternehmen, die auf Treibstoff angewiesen sind, haben angesichts der Knappheit mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Am Montag, dem 10. Oktober, forderte die Confédération des petites et moyennes entreprises (CPME) die Zwangsverpflichtung streikender Raffinerie-Arbeiter. Vor dem Bahnhof von Fleury-les-Aubrais im Département Loiret stehen die Taxis still. Die Fahrer haben Schwierigkeiten, ihre Fahrzeuge aufzutanken und befürchten, dass ihnen der Sprit ausgeht. „Seit heute Morgen drehe ich meine Runden, um Diesel zu finden. Jetzt kann ich nicht einmal mehr Kunden annehmen“, klagt ein Taxifahrer auf France 3. Er musste sein Taxi bereits abstellen. Andere Taxis haben nur noch einige Liter Kraftstoff für einen letzten Arbeitstag. „Ich kann nicht zur Arbeit kommen“Auch in der Île-de-France beginnen die Unternehmen, die Folgen des Kraftstoffmangels zu spüren. Émilie Prignot, eine Verkaufsleiterin, mit der France Télévisions gesprochen hat, kam eine Stunde zu spät zur Arbeit, nachdem sie fünf Tank…

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  • Absturz des Fluges Rio-Paris: Prozess gegen Airbus und Air France beginnt 13 Jahre nach der Tragödie

    Absturz des Fluges Rio-Paris: Prozess gegen Airbus und Air France beginnt 13 Jahre nach der Tragödie

    Der europäische Flugzeughersteller und die französische Fluggesellschaft stehen ab Montag in Paris wegen „fahrlässiger Tötung“ vor Gericht. Der Prozess soll bis Dezember dauern.

    Es war die tödlichste Katastrophe in der Geschichte von Air France. Mehr als 13 Jahre nach dem Absturz über dem Atlantik des Fluges AF447 Rio-Paris, bei dem am 1. Juni 2009 228 Menschen ums Leben kamen, beginnt am Montag, dem 10. Oktober in Paris. Die Richter müssen die Verantwortung von Airbus und Air France untersuchen, die natürlich jegliche strafrechtliche Schuld bestreiten.

    Was wird Airbus und Air France vorgeworfen?
    Die beiden Unternehmen, denen eine Geldstrafe von 225.000 Euro droht, werden wegen „fahrlässiger Tötung“ vor Gericht gestellt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Piloten, die in ein Gewitter geraten waren, durch die Vereisung der Pitot-Geschwindigkeitssonden die Orientierung verloren hatten. Sie konnten den Strömungsabriss des Flugzeugs nicht verhindern, wie dieses Video beweist:

    Nach Abschluss der Ermittlungen kam die Justiz zu dem Schluss, dass gegen Air France genügend Anklagepunkte vorlagen, weil sie „es unterlassen hatte, eine angemessene Ausbildung durchzuführen“ und „die Besatzungen zu informieren, was angesichts einer Vereisung der Sonden zu tun erforderlich gewesen wäre“. Dieses Versäumnis habe „die Piloten daran gehindert, angemessen zu reagieren“. Das Unternehmen bestreitet diese Schlussfolgerung und will auf Freispruch plädieren, da es seiner Meinung nach „kein strafrechtliches Vergehen begangen hat, das zu dem Unfall geführt hätte“.

    Airbus auf der anderen Seite ist angeklagt, weil es „die Schwere der Sondenausfälle unterschätzt“ habe. Vorfälle mit Pitot-Sonden hatten sich bereits in den Monaten vor dem Unfall gehäuft. Der Flugzeughersteller soll „nicht alle notwendigen Vorkehrungen getroffen haben, um die Besatzungen der Betreibergesellschaften umgehend zu informieren und zu ihrer wirksamen Schulung beizutragen“. Auch Airbus bestreitet jegliches strafrechtliches Fehlverhalten.

    Warum kommt dieser Prozess so spät?
    Dieser Termin vor den Richtern ist der Höhepunkt eines langen technischen und juristischen Prozesses. Zwar wurden die ersten Trümmerteile sowie Leichen gleich in den Tagen nach dem Absturz gefunden, doch das Wrack wurde erst zwei Jahre später, im April 2011, in 3.900 m Tiefe, umgeben von hohen Unterwasserreliefs, lokalisiert. „Zwei Jahre des Wartens, mit vielen Wendungen, bösen Überraschungen und schlechten Informationen“, erinnert sich Corinne Soulas, die Mutter einer vermissten Passagierin, deren Leiche nie gefunden wurde.

    Erst in einer vierten Suchphase konnten die Flugschreiber geborgen werden, die das Problem der Vereisung der Geschwindigkeitssonden bestätigten. Nach einer Reihe von Gutachten stellten die Untersuchungsrichter das Verfahren am 29. August 2019 zunächst ein. Daraufhin legten die Angehörigen der Opfer und die Pilotengewerkschaften ebenso wie die Staatsanwaltschaft Berufung ein.

    Am 12. Mai 2021 verkündete die Ermittlungskammer schließlich die Anklage der beiden Unternehmen vor einem Strafgericht.

    „Wir erwarten einen unparteiischen, beispielhaften Prozess, damit so etwas nie wieder passiert und die beiden Angeklagten durch diesen Prozess die Flugsicherheit in den Mittelpunkt stellen und nicht nur die Rentabilität“, sagt Danièle Lamy, Vertreter der Nebenkläger.

    An Bord des Flugzeugs befanden sich insgesamt 216 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder aus 33 verschiedenen Nationen, darunter 72 Franzosen. Zu dem jetzt beginnenden Prozess haben sich 476 Angehörige als Nebenkläger gemeldet.