Kategorie: Frankreich

  • Artikel 49.3: Eine undemokratische Waffe oder ein Instrument der Stabilität?

    Artikel 49.3: Eine undemokratische Waffe oder ein Instrument der Stabilität?

    Der erwartete Einsatz von Artikel 49.3. Am Montag, den 3. Februar, wird Premierminister François Bayrou erstmals in seiner Amtszeit Artikel 49.3 der französischen Verfassung anwenden, um den Haushalt für 2025 ohne Abstimmung im Parlament zu verabschieden. Diese Entscheidung, obwohl erwartet, löst bereits einen Aufschrei in der Opposition aus. Später in der Woche wird Bayrou denselben Mechanismus erneut nutzen, um das Gesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung durchzusetzen. Wie üblich kündigen die „Unbeugsamen“ (La France Insoumise) zwei Misstrauensanträge an, während die Sozialisten und der Rassemblement National ihre Position noch offenlassen. In der politischen Debatte wird erneut die Frage aufgeworfen: Ist Artikel 49.3 ein undemokratisches Machtinstrument? Kritik an einem umstrittenen Verfassungsinstrument Für die Opposition ist der Einsatz von Artikel 49.3 ein „Machtmissbrauch“ und ein „Angriff auf die Demokratie“. Begriffe wie „Zwangsmaßnahme“ oder „Verfassungsbruch“ werden …

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  • Tödliche Lawine in Bessans: Ein Skitourengeher stirbt unter den Schneemassen

    Tödliche Lawine in Bessans: Ein Skitourengeher stirbt unter den Schneemassen

    Bessans, Savoie – Eine Skitour sollte für zwei Freunde ein unvergessliches Abenteuer in den französischen Alpen werden. Doch für einen von ihnen endete sie tödlich. Eine gewaltige Lawine riss den Mann am Sonntagnachmittag unterhalb der Pointe d’Andagne mit in die Tiefe – ein tragisches Unglück, das einmal mehr zeigt, wie unberechenbar die Natur sein kann.

    Ein Unglück in eisiger Höhe

    Die Pointe d’Andagne erhebt sich majestätisch auf 3.217 Meter. An ihrem Fuß, in fast 3.000 Metern Höhe, löste sich gegen 16 Uhr eine massive Lawine – 200 Meter breit, mit einer Abrisskante von einem Meter. Für den Tourengeher, der sich dort mit seinem Begleiter befand, gab es kein Entkommen. Die Schneemassen begruben ihn unter sich.

    Sein Freund reagierte geistesgegenwärtig: Dank des Lawinenverschüttetensuchgeräts (DVA) konnte er ihn orten und ausgraben. Doch es war zu spät. Die alarmierten Rettungskräfte – darunter die Pistenretter aus Bonneval und die CRS von Modane – konnten nichts mehr für den Mann tun.

    Sieben Lawinentote in einer Woche – was ist los in den Alpen?

    Dieser Todesfall ist bereits der siebte innerhalb einer Woche in der Region Pays de Savoie. Ein bitterer Rekord. Woran liegt das? Ist es einfach nur Pech, oder gibt es besondere Bedingungen, die das Risiko in diesem Winter erhöhen?

    Fakt ist: Lawinen sind eine allgegenwärtige Gefahr in den Alpen. Doch gerade in den letzten Jahren häufen sich Unfälle dieser Art. Ein Grund dafür könnte der Klimawandel sein.

    Wenn das Klima die Schneedecke destabilisiert

    Früher waren die Winter stabiler – lange Frostphasen hielten die Schneeschichten zusammen. Heute wechseln sich Kälte- und Wärmeperioden in schneller Folge ab. Das führt dazu, dass sich instabile Schneeschichten bilden, die bei zusätzlicher Belastung leicht ins Rutschen geraten.

    Ein weiteres Problem: Die zunehmende Beliebtheit des Skitourengehens. Immer mehr Menschen suchen abseits der gesicherten Pisten das Abenteuer. Doch nicht alle sind ausreichend vorbereitet. Wer die Lawinengefahr unterschätzt oder Warnhinweise ignoriert, begibt sich in Lebensgefahr.

    Wie kann man sich schützen?

    Absolute Sicherheit gibt es nicht – das ist klar. Aber es gibt Strategien, um das Risiko zu minimieren:

    1. Lawinenlagebericht checken – Vor jeder Tour sollte man sich über die aktuelle Lawinensituation informieren. Ist die Gefahr hoch, bleibt man besser auf sicheren Routen.
    2. Ausrüstung dabei haben – und sie auch beherrschen – Ein DVA, eine Lawinenschaufel und eine Sonde gehören zur Grundausstattung. Doch sie nützen wenig, wenn man nicht weiß, wie man sie einsetzt. Regelmäßiges Üben kann im Ernstfall Leben retten.
    3. Die Natur lesen können – Brüche in der Schneedecke, Risse oder dumpfe Geräusche unter den Skiern sind Warnzeichen. Wer sie erkennt, kann sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
    4. In Gruppen unterwegs sein – Allein unterwegs? Keine gute Idee. In einer Gruppe kann man sich im Ernstfall gegenseitig helfen.
    5. Notfallkontakt setzen – Falls doch etwas passiert, sollte immer jemand wissen, wo man sich befindet. So können Retter schneller eingreifen.

    Ein Mahnmal für alle Bergsportler

    Der tragische Tod des Skitourengehers in Bessans ist ein weiterer Beweis dafür, wie riskant der alpine Raum sein kann. Doch er zeigt auch, wie wichtig es ist, sich auf solche Unternehmungen gründlich vorzubereiten. Die Berge sind atemberaubend schön – aber sie verzeihen keine Fehler.

    Von Andreas M. B.

  • Hochwasser in Frankreich: Sechs Départements weiter in Alarmstufe Orange

    Hochwasser in Frankreich: Sechs Départements weiter in Alarmstufe Orange

    Während sich das Hochwasser langsam zurückzieht, bleibt die Lage in mehreren Regionen Frankreichs angespannt. Météo-France hält sechs Départements am Sonntag, den 2. Februar, weiterhin in Vigilance Orange (Alarmstufe Orange) für Hochwasser. Betroffen sind die Somme, das Val-d’Oise, die Eure, Ille-et-Vilaine, Morbihan und Loire-Atlantique. In den Départements Oise und Sarthe hat sich die Situation leicht entspannt – sie sind nun auf Vigilance Jaune (gelbe Warnstufe) herabgestuft.

    Langsame Entspannung, aber weiterhin Gefahr

    Seit einigen Tagen zeichnet sich eine allmähliche Entspannung ab. Dennoch bleibt die Hochwasserlage kritisch. Wie der französische Hochwasserwarndienst Vigicrues in seinem aktuellen Bulletin mitteilt, sind in vielen Gebieten zwar die Wasserstände rückläufig, aber die Pegel bleiben hoch.

    „Die Tendenz zeigt in den meisten Regionen eine Verbesserung, dennoch gibt es weiterhin erhebliche Überschwemmungen in den Flussabschnitten, die unter Alarmstufe Orange stehen“, so der Bericht vom Sonntagmorgen. Neue Regenfälle werden am Sonntag zwar im Südosten Frankreichs erwartet, doch diese werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Flüsse in den betroffenen Regionen haben.

    Schnellere Hilfsmaßnahmen für Betroffene

    Angesichts der dramatischen Lage hat Innenminister Bruno Retailleau angekündigt, dass das Verfahren zur Anerkennung des „état de catastrophe naturelle“ (Naturkatastrophenzustand) beschleunigt wird. Besonders betroffen ist die Stadt Redon in Ille-et-Vilaine sowie rund zwanzig weitere Gemeinden im Westen Frankreichs.

    Diese Maßnahme soll es den betroffenen Haushalten und Unternehmen ermöglichen, schneller finanzielle Unterstützung aus dem staatlichen Hilfsfonds zu erhalten. Viele Einwohner kämpfen weiterhin mit den Folgen der Überschwemmungen – überflutete Straßen, beschädigte Häuser und landwirtschaftliche Flächen, die unter Wasser stehen.

    Hoffnung auf eine weitere Entspannung

    Auch wenn die Pegelstände langsam sinken, wird es noch einige Zeit dauern, bis sich die Lage vollständig normalisiert. Experten mahnen zur Vorsicht: Das Hochwasser kann in manchen Regionen noch Tage oder sogar Wochen nachwirken.

    Die Behörden raten der Bevölkerung, weiterhin aufmerksam zu bleiben und offizielle Warnhinweise zu beachten.

    Von Andreas M. Brucker

  • Ravioles du Royans – Die zarten Teigtaschen aus dem Vercors

    Ravioles du Royans – Die zarten Teigtaschen aus dem Vercors

    Die Ravioles du Royans sind eine Spezialität aus der Region Vercors und Dauphiné, die in Frankreich für ihre zarten, filigranen Teigtaschen bekannt sind. Ähnlich den italienischen Ravioli, aber deutlich kleiner, bestechen sie durch eine feine Füllung aus Käse, Quark und Kräutern. Doch woher kommt di…

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  • Erdrutsch in Savoyen: Verkehr auf der RN 90 läuft wieder an

    Erdrutsch in Savoyen: Verkehr auf der RN 90 läuft wieder an

    Nach dem massiven Erdrutsch auf der RN 90 in Savoie kehrt langsam Normalität zurück. Seit dem frühen Sonntagmorgen bewegt sich der Verkehr wieder – wenn auch schleppend. Doch die Behörden warnen: Geduld und Vorsicht sind gefragt.

    Zäher Start nach der Blockade

    Samstagabend kam der Verkehr auf der wichtigen Route Nationale 90 völlig zum Erliegen. Gesteinsmassen hatten die Straße blockiert, Reisende Richtung Tarentaise und Haute-Tarentaise saßen fest. Eine ungemütliche Situation, gerade für die zahlreichen Wintersporturlauber, die auf dem Weg in die Skigebiete waren.

    Doch am Sonntagmorgen ab 7 Uhr die erlösende Nachricht: Der Verkehr rollt wieder – wenn auch nur schrittweise. Die Präfektur erwartet im Laufe des Tages ein hohes Verkehrsaufkommen mit möglichen Staus.

    Ein Kraftakt für die Einsatzkräfte

    Savoies Präfekt François Ravier nutzte die Gelegenheit, um all jenen zu danken, die in dieser Ausnahmesituation geholfen haben. Kommunale Teams, Katastrophenschutzorganisationen, die Gendarmerie, Feuerwehrleute des SDIS sowie Straßenmeistereien und der Département-Rat – sie alle haben Hand in Hand gearbeitet, um die Sicherheit der Autofahrer zu gewährleisten.

    Und diese Hilfe war dringend nötig. Rund 1.500 Menschen mussten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Notunterkünften untergebracht werden. Dort konnten sie sich ausruhen, eine warme Mahlzeit bekommen oder einfach nur einen Moment durchatmen. Für viele Reisende eine unerwartete Zwangspause, die durch das Engagement der Helfer erträglicher wurde.

    Vorsicht bleibt das Gebot der Stunde

    Trotz der teilweisen Wiederaufnahme des Verkehrs ist die Situation noch nicht völlig entschärft. Die Behörden bitten alle Autofahrer, besonders vorsichtig zu sein – die Strecke bleibt anfällig für weitere Zwischenfälle.

    Denn eines ist klar: Die Natur lässt sich nicht kontrollieren. Erdrutsche in den Alpen sind keine Seltenheit, gerade in den Wintermonaten, wenn Frost, Tauwetter und Niederschläge die Hänge destabilisieren.

    Wer also in den kommenden Tagen durch Savoie reist, sollte Zeit einplanen – und auf der Straße nicht nur auf die eigene Sicherheit, sondern auch auf die der anderen achten.

    Autor: C. Hatty

  • Sicher unterwegs: Geschäfte als Schutzräume gegen Belästigung auf den Straßen in Montpellier

    Sicher unterwegs: Geschäfte als Schutzräume gegen Belästigung auf den Straßen in Montpellier

    Ein unerwarteter Pfiff, ein unangebrachter Kommentar oder sogar eine bedrohliche Annäherung – viele Frauen kennen diese unangenehmen Situationen auf offener Straße. In Montpellier und anderen französischen Städten setzt ein neues Konzept genau hier an: Geschäfte als Zufluchtsorte für Betroffene von Straßenbelästigung. Mit einem einfachen Codewort können sich Frauen in diese sicheren Räume flüchten. Doch wie funktioniert das genau?

    Hinter der Kampagne „Angela“ steckt Solidarität

    Drei von vier Frauen geben an, regelmäßig Opfer von Belästigungen auf der Straße zu werden. Eine alarmierende Zahl. Das Programm „Angela“ soll das ändern – mit Hilfe von lokalen Geschäften, die als sichere Anlaufstellen fungieren.

    In Montpellier, Brest, Nîmes und Nice kleben mittlerweile Aufkleber mit dem Namen „Angela“ an den Fenstern teilnehmender Läden. Diese Signale bedeuten: Wer sich verfolgt oder bedrängt fühlt, kann hier Schutz suchen. Ein einfacher Satz reicht – „Ist Angela hier?“ – und die Mitarbeiter wissen sofort, dass Hilfe benötigt wird.

    Zwischen Alltagskommentar und Übergriff: Die Unsichtbarkeit des Problems

    Straßenbelästigung wird oft verharmlost. „Das sind doch nur Komplimente“ oder „Nimm es als Schmeichelei“ – solche Aussagen hört man immer wieder. Doch für die Betroffenen ist es kein harmloser Flirt, sondern eine ständige Belastung.

    „Wenn du jeden Tag hinterhergerufen bekommst, ist das nicht mehr witzig – es ist einfach nur noch anstrengend“, erzählt eine junge Frau aus Montpellier. Und sie ist bei Weitem nicht die Einzige mit dieser Erfahrung.

    Mehr als ein Aufkleber: Schulungen für den Ernstfall

    Die teilnehmenden Geschäfte sind mehr als bloße Zufluchtsorte – sie sind vorbereitet. Denn einfach nur die Tür zu öffnen reicht nicht aus. Wer ein „Angela“-Geschäft werden will, muss eine Schulung absolvieren.

    Die Mitarbeiter lernen, wie sie in schwierigen Situationen reagieren: zuhören, deeskalieren und – falls nötig – die Polizei rufen. In einem Fall suchte eine Frau mitten in der Nacht Zuflucht in einer Bar, die zum Angela-Netzwerk gehört. Doch es ging nicht um Straßenbelästigung, sondern um häusliche Gewalt. Die geschulte Bedienung erkannte den Ernst der Lage, sprach mit der Frau und half ihr, weitere Schritte zu unternehmen.

    Warum ein Codewort?

    Vielleicht fragt man sich: Warum nicht einfach direkt um Hilfe bitten? Die Antwort ist simpel – Angst und Unsicherheit.

    Wenn eine Frau verfolgt wird, will sie oft nicht riskieren, die Situation weiter eskalieren zu lassen. Ein Codewort wie „Angela“ ermöglicht es, Hilfe diskret zu erbitten, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. So kann sie sichergehen, dass sie ernst genommen wird, ohne den Täter auf sich aufmerksam zu machen.

    Solidarität statt Wegsehen

    Das Konzept zeigt: Schutz vor Belästigung ist nicht nur eine Aufgabe der Polizei oder der Politik – die Gesellschaft kann aktiv mithelfen. Die Initiative Angela ist ein Beispiel dafür, wie Städte, Gewerbetreibende und Bürger gemeinsam Verantwortung übernehmen.

    Könnte dieses Modell auch in anderen Ländern Schule machen? In Großbritannien existiert ein ähnliches Konzept bereits seit Jahren, dort unter dem Namen „Ask for Angela“. Frankreich zieht jetzt nach – und vielleicht bald auch andere Staaten.

    Sicher auf der Straße unterwegs zu sein, sollte kein Privileg sein, sondern eine Selbstverständlichkeit. Und jede Maßnahme, die dazu beiträgt, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

    Von C. Hatty

  • Redon nach dem Hochwasser: Die Fluten weichen nur langsam

    Redon nach dem Hochwasser: Die Fluten weichen nur langsam

    In Redon und anderen betroffenen Gemeinden der Bretagne beginnt die langersehnte Entspannung – doch sie lässt auf sich warten. Das Wasser zieht sich zwar zurück, aber nur in Zeitlupe. Für viele bleibt die Rückkehr in die eigenen vier Wände eine quälende Geduldsprobe.

    Ein Alltag zwischen Hoffnung und Verzweiflung

    Jean-François Longuet steht seit Tagen vor seiner Haustür und fragt sich, wann er endlich wieder hinein kann. „Ich frage mich, wie wir das schaffen sollen“, sagt er und schaut auf das Wasser, das sich noch immer in manchen Räumen staut. Eine Woche lang ist er schon jeden Tag hergekommen, um nach dem Rechten zu sehen.

    In den Straßen von Redon wird der Fortschritt sichtbar – aber nur Stück für Stück. Die ersten Keller werden ausgepumpt, einige Straßen tauchen langsam wieder auf. Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz, um das Wasser aus Gebäuden zu schaffen. Doch am Morgen stand es mancherorts noch bei 1,60 Meter.

    Ein drittes Mal unter Wasser

    Jean-Paul Massiot, ein Rentner aus Redon, erlebt diese Situation nicht zum ersten Mal. „Das ist jetzt die dritte Überschwemmung für mich“, erzählt er mit einer Mischung aus Resignation und Frustration. Sein größtes Fragezeichen: Wie lange wird es dauern, bis die Versicherungen zahlen?

    Viele Bewohner stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Straßen sind teils noch unpassierbar, einige Viertel komplett abgeschnitten. Besonders dramatisch: 53 Menschen haben immer noch keinen Strom. Für sie ist die oberste Priorität, so schnell wie möglich nach Hause zurückzukehren – wenn das Wasser es zulässt.

    Hoffnung auf schnelle Unterstützung

    Innenminister Bruno Retailleau war vor Ort und versicherte, dass das Verfahren zur Anerkennung als Naturkatastrophe beschleunigt werde. Das bedeutet: Betroffene könnten schneller an Entschädigungen kommen.

    Doch eine Frage bleibt: Wie oft soll das noch passieren? Dass extreme Wetterereignisse wie diese in den letzten Jahren immer häufiger auftreten, ist kein Zufall. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Starkregenfälle intensiver ausfallen und Flüsse über die Ufer treten. Wer jetzt noch glaubt, dass solche Katastrophen Ausnahmefälle bleiben, macht sich etwas vor.

    Für die Menschen in Redon heißt es derweil: Warten, Pumpen, Hoffen. Und die bange Frage – wann kommt die nächste Flut?

    Von Andreas M. Brucker

  • Politisches Manöver in Frankreich: Premierminister Bayrou setzt auf Artikel 49.3 zur Verabschiedung des Haushalts

    Politisches Manöver in Frankreich: Premierminister Bayrou setzt auf Artikel 49.3 zur Verabschiedung des Haushalts

    Inmitten politischer Spannungen und drohender Misstrauensanträge hat der französische Premierminister François Bayrou angekündigt, von Artikel 49.3 der Verfassung Gebrauch zu machen, um die Haushalte des Staates und der Sozialversicherung durchzusetzen. Diese Entscheidung wirft Fragen zur Stabilität der Regierung und den möglichen Konsequenzen für das politische Gefüge Frankreichs auf. Artikel 49.3: Ein verfassungsrechtliches Instrument Artikel 49.3 der französischen Verfassung ermöglicht es der Regierung, ein Gesetz ohne Abstimmung im Parlament zu verabschieden, indem sie ihre Verantwortung dafür übernimmt. Dies bedeutet, dass das Gesetz automatisch angenommen wird, es sei denn, innerhalb von 48 Stunden wird ein Misstrauensantrag gestellt und angenommen. Historisch gesehen wurde dieses Instrument mehrfach genutzt, um wichtige Reformen trotz parlamentarischer Widerstände durchzusetzen. Die aktuelle Situation Premierminister Bayrou plant, am Montag die Schlussfolgerungen des Vermittlung…

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  • Spektakuläre Rettungsaktion in Valmeinier: 61 Skifahrer aus Sessellift evakuiert

    Spektakuläre Rettungsaktion in Valmeinier: 61 Skifahrer aus Sessellift evakuiert

    Ein Wintertag in den französischen Alpen – strahlender Sonnenschein, perfekte Pistenbedingungen. Doch für 61 Skifahrer in Valmeinier nahm der Tag eine unerwartete Wendung. Eine Panne am Sessellift „Le Roi“ sorgte für einen ungewollten Zwischenstopp in luftiger Höhe.

    Technischer Defekt zwingt zur Evakuierung

    Gegen Mittag trat ein technisches Problem am Sessellift im Skigebiet Valmeinier in der Savoie auf. Laut Anthony Vacherand, Direktor der Betreibergesellschaft SEMVAL, entschied man sich nach einer ersten Einschätzung der Lage für eine Evakuierung – eine Reparatur hätte zu lange gedauert.

    Jetzt stellte sich die Frage: Wie bringt man mehr als 60 Menschen sicher zurück auf den Boden?

    Rettung in Rekordzeit

    Das Rettungsteam der Pistenwacht und die Spezialisten der CRS Modane waren schnell zur Stelle. Innerhalb von weniger als zwei Stunden gelang es ihnen, alle Betroffenen aus dem Sessellift zu befreien – eine beachtliche Leistung angesichts der anspruchsvollen Bedingungen.

    Einige Skifahrer wurden per Helikopter abgeseilt, andere mit einem Seil- und Bremssystem sicher nach unten gebracht. Eine Aktion, die höchste Präzision und Erfahrung erforderte.

    Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Ein Erlebnis, das vermutlich dennoch keiner der Evakuierten so schnell vergessen wird.

    Lift wieder in Betrieb

    Noch am selben Nachmittag konnte der technische Defekt behoben werden. Der Sessellift „Le Roi“ wird am Sonntagmorgen wieder wie gewohnt in Betrieb sein, so Vacherand.

    Skifahren bedeutet Abenteuer – doch nicht immer in der Form, wie man es erwartet. Zum Glück gab es in diesem Fall ein Happy End, und alle Wintersportler konnten ihren Tag nach der aufregenden Rettungsaktion fortsetzen.

    Autor: C. Hatty

  • Flutkatastrophe in der Bretagne: Händler kämpfen mit hohen Verlusten

    Flutkatastrophe in der Bretagne: Händler kämpfen mit hohen Verlusten

    Die Wassermassen ziehen sich langsam zurück – doch die Folgen bleiben. Während die Aufräumarbeiten beginnen, stellen sich viele Menschen in der Bretagne existenzielle Fragen: Wie groß sind die Schäden? Wer kommt für sie auf? Und wie sieht die Zukunft aus?

    Guipry-Messac im Département Ille-et-Vilaine steht seit Tagen unter Wasser. Am 1. Februar setzt endlich die langsame Entwässerung ein, doch das Ausmaß der Verwüstung ist enorm. Loïc Moison, Dachdecker, blickt mit gebrochener Stimme auf seine überflutete Werkstatt. „Das ist meine ganze Kindheit“, sagt er sichtlich bewegt. Drei Tage zuvor versuchte er noch, so viel wie möglich zu retten. Doch seine Maschinen – ein Schaden von rund 100.000 Euro – stehen weiterhin im Wasser. „Hoffentlich übernehmen die Versicherungen wenigstens einen Großteil“, sagt er, aber in seiner Stimme schwingt mehr Hoffnung als Gewissheit.

    Händler stehen vor dem Nichts

    Nicht nur Privatpersonen und Handwerker sind betroffen, auch viele Geschäftsinhaber kämpfen mit den Folgen der Flut. Yves Gautier, Betreiber eines Spielecafés, betritt sein Geschäft zum ersten Mal seit den Überschwemmungen. Der Anblick ist niederschmetternd: Durchnässte Kartons, aufgeweichte Spiele, zerstörte Waren – kaum etwas ist noch zu gebrauchen. Seine Verluste beziffert er auf 5.000 bis 10.000 Euro. Und eine schnelle Rückkehr zum Alltag? Davon kann keine Rede sein.

    „Wir warten auf die Gutachter der Versicherungen“, sagt Gautier. Doch selbst wenn das Geld irgendwann fließt, bleibt noch ein langer Weg: Reinigung, Reparaturen, Neubeschaffungen – und all das ohne laufende Einnahmen.

    Hoffnung auf Unterstützung

    Für viele Betroffene geht es jetzt um die Existenz. Werden die Schäden von den Versicherungen vollständig übernommen? Wie schnell erfolgt die Auszahlung? Und was passiert mit denen, die gar nicht oder nur unzureichend abgesichert sind?

    Während die Bretagne mit den Folgen der Flut kämpft, zeigen sich Parallelen zu anderen Katastrophen dieser Art: Die wirtschaftlichen Schäden für kleine Betriebe sind oft enorm, die Erholung dauert Monate oder gar Jahre. Wer keine finanziellen Rücklagen hat, steht vor einer ungewissen Zukunft.

    Aber eines zeigt sich auch immer wieder: Die Solidarität in den betroffenen Regionen ist groß. Freiwillige helfen beim Aufräumen, Nachbarn unterstützen sich gegenseitig. Die Hoffnung bleibt, dass die Behörden und Versicherungen schnell handeln – denn für viele zählt jeder Tag.

    Von Andreas M. Brucker