Kategorie: Frankreich

  • Bauernproteste: Neue Aktionen in mehreren französischen Departements

    Bauernproteste: Neue Aktionen in mehreren französischen Departements

    Nachdem die Proteste nach den jüngsten Ankündigungen der französischen Regierung nachzulassen schienen, versammelten sich wütende Landwirte am Samstag, dem 17. Februar, erneut, um Druck auf die Exekutive auszuüben. Das war insbesondere in den Departements Tarn und Doubs der Fall. Am Samstag, dem 17. Februar, kehrten die Traktoren nach Gaillac (Departement Tarn) zurück. Von dort war die Protestbewegung der Landwirte vor einigen Wochen ausgegangen. Diesmal entschieden die protestierenden Bauern sich dafür, eine Mauer vor dem Zentrum für öffentliche Finanzen in Gaillac zu errichten. „Wir bauen eine Mauer, weil wir im Moment den Eindruck haben, dass die Regierung, dass Herr Attal, gegen eine Mauer anläuft, nämlich die Zentralverwaltung“, erklärt Marie-Line Bruel, Ko-Präsidentin der bauerngewerkschaft FDSEA des Departements Tarn, gegenüber dem Sender Franceinfo. „Es hat sich inhaltlich nichts getan“Dem Aufruf der „Coordination rurale“ folgend, versammelten sich auch 80 Landwirte in Besançon…

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  • Aveyron: 3.000 m2 und 900 Tonnen Batterien werden in Viviez ein Raub der Flammen

    Aveyron: 3.000 m2 und 900 Tonnen Batterien werden in Viviez ein Raub der Flammen

    In einem Umkreis von 500 m wurde die Bevölkerung aus Sicherheitsgründen von der Präfektur des Departements Aveyron aufgefordert, in den Häusern zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Route Departementale 5 wurde gesperrt.

    Etwa 60 Feuerwehrleute sind seit dem frühen Nachmittag des Samstags, 17. Februar, in Viviez auf dem Gelände der Snam-Fabrik im Einsatz, die auf die Wiederaufbereitung von gebrauchten Batterien spezialisiert ist.

    In einem Nebengebäude des Industriestandorts SNAM ist ein Feuer ausgebrochen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Präfektur nicht um einen sogenannten „Seveso-Standort“ mit besonders giftigen Produkten.

    Das Gebäude brannte vollständig nieder.
    Das Feuer brach in einem 3.000 m2 großen Gebäude am Samstagnachmittag kurz nach 14 Uhr aus. Das Lager, in dem sich 900 Tonnen Batterien befanden, brannte vollständig nieder.

    Ein drohendes Übergreifen der Flammen auf ein anderes Gebäude mit einer Fläche von 4.000 m2 konnte glücklicherweise verhindert werden. Auch dieses Gebäude enthielt ebenfalls Batterien, konnte aber von Mitarbeitern der Firma vollständig geleert werden.

    Feuer eingedämmt, aber nicht gelöscht
    Am Samstagabend galt das Feuer zwar als eingedämmt und auf das betroffene Gebäude beschränkt, aber noch nicht als gelöscht. Die Präfektur des Departements Aveyron hat aus Sicherheitsgründen einen Lockdown der Bevölkerung in einem Umkreis von 500 m angeordnet. Umliegende Strassen, dabei auch die Durchgangsstrasse RD 5, wurde gesperrt.

    Die Feuerwehrleute aus dem Aveyron werden von Kräften aus den Departements Haute-Garonne und Marseille (Bouches-du-Rhône) unterstützt, die auf die Behandlung chemischer Risiken spezialisiert sind.

  • Paris: Zollbeamte entdecken 21 Reptilien im Gepäck eines Reisenden aus Deutschland

    Paris: Zollbeamte entdecken 21 Reptilien im Gepäck eines Reisenden aus Deutschland

    Der illegale Handel mit wildlebenden Tierarten bringt nach Angaben der Zollbehörden jährliche Gewinne, die auf 8 bis 20 Milliarden Euro geschätzt werden. Der illegale Tierhandel steht nach dem Drogenhandel, dem Menschenhandel und dem Waffenhandel an vierter Stelle.

    21 Reptilien, Eidechsen und Leguane aus Fidschi, wurden in den Koffern eines Reisenden aus Deutschland im Pariser Gare de l’Est entdeckt, berichtete der Sender France Bleu Lorraine Nord am Freitag, dem 16. Februar.

    Die Beamten der Überwachungsbrigade von Paris Nord gaben am Freitag bekannt, dass sie diese Entdeckung bereits am vergangenen Sonntag gemacht hatten. Als die Zöllner die Koffer des Reisenden aus Deutschland untersuchten, entdeckten sie die Reptilien in den Socken des Mannes.

    21 lebende Tiere und Bargeld
    Insgesamt fielen den Zollbeamten 21 lebende Tiere sowie ein nicht deklarierter hoher Bargeldbetrag in die Hände. Diese Tiere sind durch das Washingtoner Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen geschützt.

    Der Mann wurde in Polizeigewahrsam genommen und der Kriminalpolizei in Paris übergeben. Die Tiere wurden derweil in einem Tierzentrum untergebracht. Im Jahr 2022 fing der französische Zoll 52.506 Exemplare geschützter Tierarten ab. 397 waren lebende Tiere, darunter 60 Reptilien, 41 Schildkröten und 10 Schlangen. Der illegale Handel mit wildlebenden Tierarten bringt nach Angaben von Zollbeamten Gewinne, die auf 8 bis 20 Milliarden Euro geschätzt werden. Er ist nach dem Drogenhandel, dem Menschenhandel und dem Waffenhandel der lukrativste illegale Handel.

  • Paris: Ein mit einem Fleischermesser bewaffneter Mann wurde in der Nacht von der Polizei erschossen

    Paris: Ein mit einem Fleischermesser bewaffneter Mann wurde in der Nacht von der Polizei erschossen

    Der Mann, der der Justiz bisher unbekannt war, starb. Kein Polizist wurde verletzt, aber vier Polizisten, die unter Schock standen, wurden in ein Krankenhaus gebracht.

    Ein Mann, der mehrere Polizisten mit einem Fleischermesser bedrohte, wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag, den 17. Februar von der Polizei in Paris erschossen. Dies meldet der Sender Franceinfo und bezieht sich auf eine Mitteilung der Pariser Staatsanwaltschaft. Auch die Zeitung Le Parisien meldete den Vorfall.

    Der Vorfall ereignete sich kurz vor 3 Uhr morgens an der Straßenbahnhaltestelle Butte du chapeau rouge am Boulevard d’Indochine im 19. Arrondissement der französischen Hauptstadt. Die Polizei wurde von Zeugen wegen eines etwa 40-jährigen Mannes gerufen, der mit einem Fleischermesser bewaffnet unherirrte. Der Mann sudanesischer Herkunft hatte außerdem „ein Notizbuch mit arabischen Aufschriften“ in der Hand, so die Pariser Staatsanwaltschaft.

    Die Polizisten forderten den Mann vergeblich auf, seine Waffe fallen zu lassen. Daraufhin machten sie mehrmals von ihren Elektroschockpistolen Gebrauch. Der Mann behielt jedoch seine Klinge in der Hand und ging auf die Ordnungskräfte zu. Nach ersten Erkenntnissen eröffneten vier Polizisten das Feuer und trafen den vermeintlichen Angreifer etwa zwanzig Mal. Der Mann, der der Justiz bisher unbekannt war, starb im Kugelhagel. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärt, dass kein Polizist verletzt wurde, die vier Beamten jedoch unter Schock standen und in ein Krankenhaus gebracht werden mussten.

    Die Staatsanwaltschaft von Paris leitete zwei Ermittlungen ein. Die erste wegen „versuchter vorsätzlicher Tötung“ gegen den vermeintlichen Messer-Angreifer, die zweite Untersuchung wird von der Generalinspektion der nationalen Polizei (IGPN) wegen „vorsätzlicher Gewalt durch Polizeibeamte mit Todesfolge ohne Tötungsabsicht“ durchgeführt.

  • SNCF-Streik: Mit 300% sind die Preise für Flixbus und Blablacar an diesem Wochenende explodiert

    SNCF-Streik: Mit 300% sind die Preise für Flixbus und Blablacar an diesem Wochenende explodiert

    Inmitten der französischen Winterferien wird an diesem Wochenende im Durchschnitt nur einer von zwei TGVs verkehren. Eine profitable Situation für die großen Busunternehmen, die für diese Tage ihre Preise drastisch erhöht haben.

    Aufgrund des Streiks bei der SNCF, der seit Donnerstag, dem 15. Februar, um 20 Uhr bis Montag, dem 19. Februar, um 8 Uhr andauert, bleiben viele Züge mitten in den Schulferien auf den Abstellgleisen. Im Durchschnitt sollen nur etwa die Hälfte der TGV-, Ouigo- und Intercités-Züge ihre Fahrten wie geplant durchführen können. Eine Gelegenheit, die Busunternehmen wie Flixbus und BlaBlaCar nicht verstreichen lassen, um ihre Preise drastisch zu erhöhen. Zum großen Leidwesen der Reisenden…

    Busfahrpreise vervierfacht! Angesichts des Streiks wenden sich die betroffenen Kunden der SNCF massenhaft dem Reisen mit dem Bus, Fahrgemeinschaften oder der Autovermietung zu. Der Präsident von BlaBlaCar, Frédéric Mazzella, betonte gegenüber dem Sender Franceinfo einen signifikanten Anstieg der Nachfrage nach Fahrgemeinschaften und Busreisen, insbesondere im Westen und Norden des Landes, den am stärksten von Zugausfällen betroffenen Gebieten. Der Ansturm auf die Buchungsseiten und die Explosion der Preise hat zu einer angespannten Situation geführt und viele Urlauber verärgert.

    Angesichts der starken Nachfrage sind die Preise für einige Busfahrkarten regelrecht explodiert. Für eine Fahrt mit dem Blablabus von Toulouse nach Nantes am Samstag, den 17. Februar, müssen durchschnittlich 100 Euro bezahlt werden, im Vergleich zu 25 Euro an einem normalen Wochenende.

    Wer zum Beispiel von Grenoble abreist, muss jetzt 98 Euro ausgeben, um nach Toulouse zu gelangen, normalerweise kostet diese Strecke nur 25 Euro. Ein Preisanstieg, der vielen Menschen als absolut unverschämt erscheint.

    Flixbus und BlaBlaCar in der Kritik. Die betreiber der Fernbusse wurden während Streiks schon oft kritisiert und beschuldigt, die Situation auszunutzen, um ihre Preise übermäßig zu erhöhen. Charles Billard, Sprecher von FlixBus, rechtfertigt diese Preisschwankungen, indem er erklärt, dass die Tarife von der Nachfrage und dem Wettbewerb abhängen, obwohl dies nicht für alle Ziele gilt.

    Er betont auch, dass FlixBus versucht, die Preise die meiste Zeit über extrem niedrig zu halten. So kostete im Jahr 2022 im Durchschnitt eine Fahrt innerhalb Frankreichs nur etwa 18 Euro.

    In der Streikzeit hätte eine frühzeitige Buchung einen deutlichen Unterschied beim Preis machen können, aber die späte Ankündigung des Streiks hat diese Option für viele Reisende unmöglich gemacht.

  • Ukraine-Krieg: Auch Frankreich unterzeichnet Sicherheitsabkommen mit der Ukraine

    Ukraine-Krieg: Auch Frankreich unterzeichnet Sicherheitsabkommen mit der Ukraine

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde am Freitag, dem 16. Februar, in Paris erwartet, um ein Sicherheitsabkommen mit Frankreich zu unterzeichnen. Nach der Unterzeichnung eines ähnlichen Abkommens mit dem deutschen Bundeskanzler Scholz am Vormittag in Berlin, markiert dies einen weiteren Schritt in der Unterstützung für das in Schwierigkeiten steckende Land. Mehrere Verpflichtungen Frankreichs sollen in dem Sicherheitsabkommen enthalten sein, das mit der Ukraine während des Besuchs von Wolodymyr Selenskyj in Paris am Freitag, den 16. Februar, unterzeichnet wurde. Dazu gehört natürlich auch die Bereitstellung weiterer militärischer Ausrüstung für Kiew. Frankreich erklärt sich bereit, 78 neue Caesar-Kanonen sowie Luft-Boden-Raketen und Langstrecken-Scalp-Raketen für die Ukraine zu produzieren und zu liefern. Frankreich will ausserdem die Ausbildung der ukrainischen Soldaten unterstützen und die Stärkung der Verteidigungsindustrie des Landes fördern.

    https://twitter.com/Emm…

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  • Paris 2024: Behörden befürchten einstürzende Balkone bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele

    Paris 2024: Behörden befürchten einstürzende Balkone bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele

    Am 26. Juli 2024, dem Tag der spektakulären Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele, werden viele Pariser Balkone wahrscheinlich überfüllt sein, und einige könnten unter der ungewohnten Last zusammenbrechen.

    Wie Logen im Theater blicken viele Pariser Balkone über die Seine und werden einen atemberaubenden Blick auf die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 am 26. Juli bieten. Aber wenn man sich die Spuren des Verfalls und Risse an vielen diese Balkone ansieht, stellt sich die Frage, ob sie wirklich in der Lage sind, Zuschauergruppen zu tragen Theoretisch sind die Balkone so konstruiert, dass sie auf jedem Quadratmeter 350 Kilogramm tragen können, was vier Personen mit einem Gewicht von 87,5 Kilogramm entspricht. Dennoch kommt es in Frankreich aufgrund von mangelhafter Bauausführung oder Unachtsamkeit regelmäßig zu Einstürzen, durchschnittlich passiert das 1x pro Monat. Im Falle eines Unfalls kann die gesamte Eigentümergemeinschaft eines Hauses haftbar gemacht werden.

    Die Kontrollen der Balkone erfolgen nicht systematisch. Die Verwalter vieler Häuser mit Blick auf die Seine wollen in den nächsten Wochen ein Empfehlungsschreiben an alle Wonungseigentümer schicken. Nicht nur die für Paris typischen sogenannten Haussmannschen Gebäude müssen besonders überwacht werden. Einstürze von Balkonen betreffen auch neuere Bauten, vor allem aus Beton.

  • Frankreich: Zahl der Verkehrstoten im Januar um 6% gestiegen

    Frankreich: Zahl der Verkehrstoten im Januar um 6% gestiegen

    Laut der jüngsten Bilanz der Sécurité routière stieg die Zahl der Verkehrstoten im Januar 2024 im französischen Mutterland im Vergleich zum Januar 2023 um 6%. Die Zahl der Unfälle und der Verletzten blieb stabil.

    Die Sécurité routière meldet, dass die Zahl der Verkehrstoten im Januar 2024 im französischen Mutterland im Vergleich zum Januar 2023 um 6% gestiegen ist. Die Zahl der Unfälle und der Verletzten blieb dagegen stabil. 240 Todesfälle wurden in diesem Januar registriert – gegenüber 227 im Jahr 2023 -, wobei der Anstieg bei Fußgängern, Radfahrern und motorisierten Zweirädern, wie Motorrollern oder Motorrädern, besonders stark ausfiel.

    Im Januar wurden in Frankreich 45 Fußgänger getötet, 15 mehr als im Januar letzten Jahres, das ist der größte Anstieg. Es wurden 40 Fahrer von motorisierten Zweirädern getötet, das sind 9 mehr als im Vorjahr, und 15 Radfahrer, das sind 4 mehr als im Januar 2023. Ein Toter wurde auf einem motorisierten persönlichen Fortbewegungsmittel wie Elektroroller, Segway, Hoverboard usw. gezählt.
    Die interministerielle nationale Beobachtungsstelle für Straßenverkehrssicherheit verzeichnet jedoch einen Rückgang der Zahl der getöteten Autofahrer: 124 kamen im Januar ums Leben, 14 weniger als im Vorjahr. Insgesamt gab es 3.759 Unfälle, eine stabile Zahl im Vergleich zum Jahr 2023. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 1.001 Personen unverändert. 189 Fußgänger, 117 Radfahrer, 33 Nutzer von Elektrorollern, 352 Autofahrer und 251 Mopedfahrer wurden schwer verletzt.
    In den französischen Überseegebieten lag die Bilanz bei 275 Unfällen mit Personenschaden, ein Anstieg um 7% gegenüber 2023. 18 Personen wurden getötet, was einem Rückgang um 31% entspricht, 347 Personen wurden verletzt, was einem Anstieg um 2% entspricht.

  • Côtes-d’Armor: Bürgermeister zweier Gemeinden wollen mit Mietbeihilfen neue Familien anlocken

    Côtes-d’Armor: Bürgermeister zweier Gemeinden wollen mit Mietbeihilfen neue Familien anlocken

    Um junge Familien dazu zu bewegen, sich in ihren Gemeinden niederzulassen und so Klassenschließungen zu verhindern, bieten die Bürgermeister von Calanhel und Lohuec im Departement Côtes-d’Armor Zuzüglern jeweils eine Monatsmiete an. In den Gemeinden Calanhel und Lohuec (Departement Côtes-d’Armor) konnten zwei Klassen vor der Schliessung gerettet werden. Die Schulbehörde von Saint-Brieuc plante, die Schule komplett zu schließen, doch die Bürgermeister der beiden Gemeinden nahmen Familien mit Kindern in sechs Gemeindewohnungen auf, ohne ihnen die erste Monatsmiete zu berechnen. „Die Bedingung war, dass die Kinder hier zur Schule gehen“, sagt Cyril Jobic, Bürgermeister von Calanhel, gegenüber dem Sender France 2. Der Bürgermeister hat sich sogar Geld geliehen, um selbst ein Haus zu kaufen und es an eine Familie zu vermieten. Insgesamt sind in den letzten Wochen 12 Schüler gezählt worden, wodurch die Schule gerettet werden konnte. Die Bürgermeister der beiden Gemeinden wissen, dass dieser …

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  • Frankreich verurteilt: 2020 durfte ein Mann seinen sterbenden Vater wegen Covid-19 nicht besuchen

    Frankreich verurteilt: 2020 durfte ein Mann seinen sterbenden Vater wegen Covid-19 nicht besuchen

    Der französische Staat wurde dazu verurteilt, dem Kläger 12.000 Euro als Entschädigung für den erlittenen Schaden und für die Gerichtskosten zu zahlen.

    Eine Gerichtsentscheidung, die zum Präzedenzfall werden könnte. Ein Winzer aus dem Departement Loir-et-Cher, der während des ersten Lockdowns im April 2020 von Gendarmen daran gehindert wurde, an das Krankenbett seines sterbenden Vaters zu fahren, hat den französischen Staat wegen groben Fehlverhaltens verklagt und vor Gericht gewonnen, wie sein Anwalt am Donnerstag, dem 15. Februar, der Presse mitteilte.

    In seinem Urteil vom 19. Dezember 2023 stellte das Gericht in La Rochelle (Departement Charente-Maritime) fest, dass eine „Reihe von Tatsachen“ zu einem „Prozess der unverhältnismäßigen Überschreitung der Kontrollbefugnisse“ und zu einer „Verweigerung der Gerechtigkeit für Herrn Patrice Dupas, nämlich des Rechts, sich aus zwingenden familiären Gründen bei seinem Vater aufzuhalten“, geführt habe. Das Gericht entschied: „Die schwere Verfehlung des Staates ist somit erwiesen“ und verurteilte den französischen Staat dazu, dem Kläger 12.000 Euro als Entschädigung für den erlittenen Schaden und für die Gerichtskosten zu zahlen.

    Der Vorfall ereignete sich am 4. April 2020, während der Covid-19-Epidemie. Patrice Dupas hatte versucht, seinem sterbenden Vater auf der Île de Ré einen letzten Besuch abzustatten. Er war mit einer der damals vorgeschriebenen Ausgangsbescheinigung ausgestattet, auf der er „zwingende familiäre Gründe“ angekreuzt hatte.

    Obwohl die Gendarmerie des Departements ihm per SMS zunächst grünes Licht für die Reise gegeben hatte und der Hausarzt den ernsten Gesundheitszustand des Vaters bescheinigte, wurde er von Gendarmen auf der Strasse daran gehindert, die Brücke zu der Île de Ré zu überqueren. Patrice Dupas hatte damals obendrein eine Geldstrafe erhalten. Sein Vater war drei Tage später gestorben.

    „Ich schlafe jetzt viel besser“, sagte Patrice Dupas der Zeitung Le Parisien, die diese Informationen heute enthüllt hat. „Soweit ich weiß, wird der Staat keine Berufung einlegen und das Urteil wird am 6. März 2024 rechtskräftig“, erklärte der Anwalt von Patrice Dupas.