Kategorie: À la une

  • Frankreichs riskanter Kurs: Warum der Ausschluss von Wind und Sonne die Energiewende torpediert

    Frankreichs riskanter Kurs: Warum der Ausschluss von Wind und Sonne die Energiewende torpediert

    Es klingt fast wie ein schlechter Witz: Ausgerechnet die beiden dynamischsten Energiequellen der Welt – Windkraft und Solarenergie – sollen in Frankreichs Energiestrategie für die Jahre 2025 bis 2035 keine Rolle mehr spielen. Doch genau das sieht ein aktueller Gesetzesentwurf vor. Und die Empörung ist groß. Die Streichung, die keiner kommen sah Was ist passiert? In der Nationalversammlung wurden kürzlich mehrere Änderungen an einem Gesetz zur künftigen Energieplanung beschlossen. Darin werden unter anderem die „dekarbonisierten“ Energieformen definiert – also solche, die ohne CO₂-Ausstoß erzeugt werden. Aufgelistet werden: Atomkraft, Wasserkraft, Gezeitenkraft, Geothermie, Biomasse und andere spezialisierte Technologien wie Osmosekraft.Nicht aber: Photovoltaik. Und nicht: Windenergie. Ein fataler Fehler, sagt Jules Nyssen, Präsident des französischen Verbands für erneuerbare Energien (SER). Für ihn ist das nicht weniger als „technologischer Negationismus“ – und ein Schlag ins Gesicht a…

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  • Historischer Wendepunkt: Frankreich definiert Vergewaltigung als « jede nicht einvernehmliche sexuelle Handlung »

    Historischer Wendepunkt: Frankreich definiert Vergewaltigung als « jede nicht einvernehmliche sexuelle Handlung »

    Mit dem einstimmigen Beschluss des Sénats am 18. Juni 2025 steht Frankreich kurz vor einer grundlegenden Reform des Sexualstrafrechts: Non-Consentement, das Fehlen von ausdrücklicher Zustimmung, wird künftig zentrale Komponente bei der Definition von Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen. Bisher galt im französischen Strafrecht Vergewaltigung als jede Form von sexueller Handlung, die unter Anwendung von Gewalt, Nötigung, Drohung oder Überraschung erfolgte. Damit hing die Strafbarkeit nicht an einem klaren, positiv formulierten Einverständnis, sondern an Faktoren, die oft nur schwer juristisch zu erfassen waren. Diese Einschränkung führte wiederholt zu Debatten – etwa im vielbeachteten Mazan-Prozess, in dem das Fehlen einer erklärten Zustimmung im Zentrum der Kontroverse stand. Der neue Entwurf – initiiert von Véronique Riotton (Renaissance) und Marie‑Charlotte Garin (Les Écologistes) – definiert alle sexuellen Handlungen ohne frei, informiert, spezifisch, vorausgehend und widerrufli…

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  • Die Reichensteuer – populär, aber nicht regierungsfähig

    Die Reichensteuer – populär, aber nicht regierungsfähig

    Frankreich diskutiert erneut über eine Steuer auf große Vermögen. Der Vorschlag, ein Mindeststeuer von 2 % auf Vermögen über 100 Millionen Euro einzuführen – bekannt als „Zucman-Steuer“ – hat in der Nationalversammlung eine Mehrheit gefunden, aber nicht im Senat. Es ist ein Konflikt, der tiefer reicht als bloßes Haushaltsdenken. Es geht um das Verhältnis von Staat und Wohlstand, von Gerechtigkeit und Leistung. Was auf den ersten Blick nach einem Gebot sozialer Fairness klingt, offenbart bei näherem Hinsehen seine politische Sprengkraft. Rund 1.800 französische Steuerhaushalte wären von einer solchen Maßnahme betroffen. Die geschätzten Einnahmen für den Staat: bis zu 25 Milliarden Euro jährlich. Die Argumentation der Befürworter ist schlüssig: Gerade die Reichsten zahlen im Verhältnis oft wesentlich weniger als der Mittelstand – durch internationale Gestaltungsmöglichkeiten und die Natur von Kapitalerträgen. Doch gegen diese Argumentation steht ein anderes, nicht minder ernst zu nehmend…

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  • Macron fordert Ende israelischer Luftschläge jenseits des Atomkonflikts

    Macron fordert Ende israelischer Luftschläge jenseits des Atomkonflikts

    Mit deutlichen Worten hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten gewarnt. Angesichts der massiven israelischen Luftangriffe auf iranisches Territorium seit dem 13. Juni 2025 forderte er ein sofortiges Ende aller militärischen Operationen, die keinen direkten Bezug zum iranischen Atom- und Raketenprogramm haben. Die französische Regierung drängt auf Deeskalation und eine diplomatische Lösung – ein ambitionierter Vorstoß inmitten eines zunehmend unübersichtlichen Konflikts. Eine Eskalation mit offenem Ausgang Die jüngste Eskalation begann mit der israelischen Operation „Lion dressé“, in deren Rahmen zahlreiche Ziele im Iran bombardiert wurden – darunter nukleare Anlagen in Natanz, Fordo, Ispahan und Arak sowie militärische und energetische Infrastrukturen. Bei den Angriffen kamen mehrere hochrangige iranische Militärs ums Leben, darunter der Kommandant der Revolutionsgarden Hossein Salami und Generalstabschef Mohammad Bagheri. Die Zahl der Tode…

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  • De Gaulles Appell vom 18. Juni 1940 – bis heute im Gedächtnis der französischen Republik

    De Gaulles Appell vom 18. Juni 1940 – bis heute im Gedächtnis der französischen Republik

    Der 18. Juni 2025 markiert nicht nur den 85. Jahrestag eines historischen Rundfunkaufrufs, sondern auch den formellen Einzug des Originalmanuskripts der Rede in die „Armoire de fer“, dem französischen Nationalarchiv. Das Dokument, versehen mit handschriftlichen Notizen und Ergänzungen, trägt den Entwurf einer Rede von Charles de Gaulle, die Frankreich zur Fortsetzung des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime aufrief. Während sie heute als ein wichtiges Symbol der Résistance gilt, wurde sie am Tag der Ausstrahlung kaum gehört. Das aus zwei beidseitig beschriebenen Seiten bestehende Original, versehen mit durchgestrichenen Passagen und hastigen Notizen, vermittelt Authentizität und Dringlichkeit. Es zeigt, dass Charles de Gaulle bis zuletzt am Wortlaut feilte – ein Beleg für die Ernsthaftigkeit der Situation. Die Rede wurde im Londoner Exil formuliert, unmittelbar nachdem de Gaulle von Winston Churchill ein Sendezeitfenster auf BBC Radio erhalten hatte. Die Rede zielte nich…

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  • Airbags Takata: Betroffene Citroën C3 und DS3 jetzt komplett stillgelegt

    Airbags Takata: Betroffene Citroën C3 und DS3 jetzt komplett stillgelegt

    Ein Paukenschlag aus dem Verkehrsministerium: Am 17. Juni 2025 verfügte Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot die sofortige Stilllegung aller Citroën C3 und DS3, die mit defekten Takata-Airbags ausgestattet sind. Die Maßnahme betrifft nicht nur einige Baujahre oder Regionen – sondern sämtliche Fahrzeuge dieser Baureihen, die noch auf den Austausch der Airbags warten.

    Bisher wurden die betroffenen Halter lediglich dazu aufgefordert, einen Werkstatttermin zur Reparatur zu vereinbaren. Doch nun heißt es: Fahrzeug abstellen, nicht mehr fahren – bis die lebensgefährlichen Airbags ersetzt sind.

    Warum jetzt dieser radikale Schritt?

    Weil ein weiteres Menschenleben verloren ging. Am 11. Juni verunglückte eine Frau tödlich, als der Airbag ihres Citroën C3 bei einem Unfall auf der Schnellstraße in Reims explodierte. Metallteile durchschlugen den Innenraum – ein Szenario wie aus einem schlechten Film. Ihre 14-jährige Tochter überlebte schwer verletzt.

    Dieser Unfall war nicht der erste – aber der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Über dreißig Vorfälle mit Verletzten sind mittlerweile dokumentiert, darunter auch zwei Todesfälle. Viel zu lange wurde das Problem kleingeredet. Jetzt greift der Staat durch.

    Was bedeutet dieser „Stopp“ konkret?

    Ab sofort dürfen Fahrzeuge mit nicht getauschten Takata-Airbags nicht mehr genutzt werden. Wer dennoch fährt, riskiert nicht nur seine Gesundheit, sondern auch eine Strafe und den Verlust des Versicherungsschutz.

    Citroën reagierte prompt: Unternehmenschef Xavier Chardon kündigte an, dass alle betroffenen C3 und DS3 europaweit gestoppt werden. Die Zahl ist gewaltig – über 440.000 Fahrzeuge, davon allein 82.000 in Frankreich.

    Der Austausch des Airbags erfolgt kostenlos – aber nicht automatisch. Die Halter müssen aktiv werden. Entweder sie bringen ihr Auto in die Werkstatt oder fordern einen Abschleppdienst an. Eine komfortable Lösung sieht anders aus – aber es geht um Leben und Tod.

    Ein technisches Pulverfass

    Die Ursache ist längst bekannt: Die Airbags des japanischen Herstellers Takata enthalten ein explosives Treibmittel, das unter bestimmten Bedingungen – vor allem bei Feuchtigkeit und Hitze – instabil wird. Beim Auslösen kann das System förmlich detonieren und Splitter durch den Fahrzeuginnenraum schleudern.

    Weltweit kam es bereits zu über hundert Todesfällen. Takata meldete 2017 Insolvenz an. Seither läuft die größte Rückrufaktion der Automobilgeschichte. In Frankreich betrifft sie mittlerweile insgesamt rund 700.000 Fahrzeuge.

    Was tun, wenn man betroffen ist?

    Wer einen Citroën C3 oder DS3 fährt, sollte sofort prüfen, ob das eigene Auto betroffen ist. Das geht per Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) über die Herstellerwebseite oder bei der nächsten Citroën-Werkstatt.

    Ist das der Fall, darf das Fahrzeug nicht mehr bewegt werden – auch nicht kurz „um die Ecke“. Citroën bietet Hilfen wie Leihwagen oder Abholung an, allerdings je nach Region unterschiedlich organisiert. Es lohnt sich also, hartnäckig nachzufragen.

    Warum wurde nicht schon früher gehandelt?

    Eine berechtigte Frage. Viele Experten kritisieren die zögerliche Kommunikation und die schleppende Umsetzung der Rückrufe – auch weil viele Besitzer ihre alten Fahrzeuge längst verkauft oder verschrottet haben. In manchen Fällen wusste der aktuelle Besitzer nicht einmal, dass sein Auto betroffen ist.

    Dass nun eine gesetzliche Stilllegung erfolgt, ist ein spätes, aber klares Signal: Sicherheit hat Vorrang – auch wenn es unbequem wird.

    Was bleibt?

    Vertrauen ist erschüttert, Trauer ist groß – doch nun bewegt sich endlich etwas. Die Entscheidung zur amtlichen Stillegung tausender Fahrzeuge mag radikal wirken, ist aber der einzig verantwortungsvolle Schritt.

    Denn niemand sollte beim Einsteigen ins Auto das Gefühl haben, in eine potenzielle Sprengfalle zu geraten.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Strahlen der Vergangenheit – Frankreichs Schuldeingeständnis an Polynesien

    Strahlen der Vergangenheit – Frankreichs Schuldeingeständnis an Polynesien

    Manche Wunden heilen nicht. Besonders dann nicht, wenn sie jahrzehntelang ignoriert, beschönigt oder schlicht totgeschwiegen wurden. Eine solche Wunde ist die französische Geschichte in der Südsee – konkret: 193 Atomtests, die zwischen 1966 und 1996 in der polynesischen Inselwelt durchgeführt wurden. Jetzt, fast drei Jahrzehnte nach dem letzten Test, fordern Parlamentarier: Frankreich soll „Entschuldigung“ sagen. Und zwar offiziell. Die Botschaft kam am 17. Juni 2025 schwarz auf weiß: In einem umfassenden Bericht spricht sich eine parlamentarische Untersuchungskommission für eine ausdrückliche Entschuldigung Frankreichs bei der polynesischen Bevölkerung aus. Federführend sind der Abgeordnete Didier Le Gac und die polynesische Abgeordnete Mereana Reid-Arbelot – eine Stimme aus dem Herzen des betroffenen Gebietes. Aber es geht nicht um Symbolpolitik. „Es ist kein Akt der Reue, sondern ein Schritt der Anerkennung“, sagen die Berichterstatter. Ziel sei es, Geschichte nicht zu beschönigen, …

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  • Französisches Parlament hebt Umweltzonen auf – Wendepunkt oder Rückschritt?

    Französisches Parlament hebt Umweltzonen auf – Wendepunkt oder Rückschritt?

    Am 17. Juni 2025 hat die französische Nationalversammlung in erster Lesung das Gesetz zur „Vereinfachung des Wirtschaftslebens“ verabschiedet – mit dem umstrittenen Zusatz, die Zonen à faibles émissions (ZFE) zu streichen. Mit 275 zu 252 Stimmen ist das ein heftiger Schlag gegen bisherige Umweltpolitik – und ein echtes Politikum. Ein überraschendes Bündnis – und ein gespaltenes Präsidententeam Ursprünglich ging es bei dem Gesetzprojekt darum, Bürokratie für Unternehmen abzubauen. Dann kam der Zusatz, auch die Umweltzonen abzuschaffen. Unterstützer? Eine breite Koalition aus Les Républicains, Rassemblement national, Horizons und MoDem. Die Regierungsfraktion Ensemble pour la République votierte mehrheitlich dagegen – doch einige Abgeordnete enthielten sich oder stimmten für das Gesetz. Ein echter Polit-Thriller! ZFE: Klimaschutz oder soziale Ungerechtigkeit? Die Umweltzonen (ZFE) sollen die Luft verbessern – sie verbieten stark emissionsbelastete Fahrzeuge. Kritiker, allen voran das Ras…

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  • Totalausfall bei Mobilfunkbetreiber SFR: Millionen am 16. Juni ohne Netz

    Totalausfall bei Mobilfunkbetreiber SFR: Millionen am 16. Juni ohne Netz

    Montag, der 16. Juni 2025 – ein Tag, den viele SFR-Kundinnen und -Kunden so schnell nicht vergessen werden. Ein plötzlicher Netzausfall legte ab dem späten Vormittag nahezu sämtliche Dienste des Telekommunikationsanbieters lahm. Kein Handyempfang, keine SMS, keine Internetverbindung – für Stunden herrschte digitale Funkstille. Der digitale Blackout Um 10:30 Uhr begann das Unheil – was zunächst wie eine lokale Störung wirkte, entpuppte sich rasch als flächendeckender Ausfall. Zwischen 12:30 und 14 Uhr war der Höhepunkt erreicht: Nichts ging mehr. Weder mobile Gespräche noch Festnetztelefonie funktionierten, selbst Glasfaseranschlüsse waren betroffen. Auch der Versand von Nachrichten über das Mobilfunknetz war vielerorts nicht möglich. SFR bezeichnete die Panne selbst als „massiv“. Die Techniker arbeiteten unter Hochdruck an sogenannten Core-Netz-Komponenten, also dem Herzstück der Infrastruktur. Nach zähem Ringen war ab dem späten Nachmittag eine spürbare Verbesserung zu verzeichnen – g…

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  • Illegale darf man nicht lieben? Éric Ciotti und der Gesetzesvorschlag zum Heiratsverbot

    Illegale darf man nicht lieben? Éric Ciotti und der Gesetzesvorschlag zum Heiratsverbot

    Am 16. Juni 2025 segnete die Loi-Kommission der französischen Nationalversammlung eine Gesetzesinitiative der UDR ab, die es einer französischen Person untersagen soll, eine Person ohne regulären Aufenthaltsstatus in Frankreich zu ehelichen. Bereits im Februar im Senat verabschiedet, soll das Gesetz am 26. Juni 2025 in der Nationalversammlung diskutiert werden. Ein Schutzschild für Bürgermeister? Der UDR-Abgeordnete Éric Michoux, Berichterstatter der Kommission, argumentiert, es ginge primär um den Schutz von Bürgermeister:innen. Diese seien „kompromittiert“, wenn sie Ehen vollziehen, die sie für Scheinehen hielten – und damit unfreiwillig „Gesetzeslücken ermöglichen“, so Michoux. Am Ende stünde ein Zusatz im Code civil, wonach eine rechtswidrig im Land lebende Person hier nicht heiraten dürfe. Zudem sollen Amtspersonen künftig Dokumente zur Aufenthaltsprüfung verlangen können – und sie könnten den Aufschub für zweifelhafte Ehen von einem auf zwei Monate verlängern, einmal erneuerbar. …

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