Kategorie: À la une

  • Warum Frankreichs Lehrer:innen am 2. Oktober schon wieder auf die Straße gehen

    Warum Frankreichs Lehrer:innen am 2. Oktober schon wieder auf die Straße gehen

    Ein Gespräch, das eigentlich die Wogen glätten sollte, endete mit einem Wort, das wie ein Schlag ins Gesicht wirkte: „lunaire“ – „surreal“. So beschrieb Sophie Vénétitay, die Generalsekretärin der Lehrer-Gewerkschaft SNES-FSU, den Austausch ihres Gewerkschaftsbündnisses mit Premierminister Sébastien Lecornu. Und dieses Wort, halb empört, halb ungläubig, hängt nun über der französischen Bildungspolitik wie ein Damokles-Schwert. Von der Enttäuschung zur Mobilisierung Die Ausgangslage: Am 24. September trafen sich die Gewerkschaften mit dem neuen Premierminister im Matignon-Palast. Erwartet wurden Antworten auf drängende Fragen – Gehälter, Arbeitsbedingungen, Budgets. Bekommen haben die Vertreter:innen des SNES-FSU und anderer Organisationen nur eine vage Ankündigung: Ein Brief werde „in den nächsten Tagen“ die Diskussion strukturieren. Konkrete Zusagen? Fehlanzeige. Das reichte, um die Gewerkschaften auf die Barrikaden zu treiben. Statt eines Durchbruchs kam die Gewissheit: Ohne Druck pa…

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  • Frankreich im Wartestand: Lecornus Zermürbungstaktik und die Krise des Regierens

    Frankreich im Wartestand: Lecornus Zermürbungstaktik und die Krise des Regierens

    Seit seiner Ernennung zum Premierminister am 9. September 2025 steht Sébastien Lecornu im Zentrum eines ungewöhnlich langen politischen Vakuums. Sechzehn Tage nach Amtsantritt hat Frankreich noch immer keine Regierung. Während offizielle Stellen das Vorgehen als „überlegt“ und „konsultativ“ verteidigen, mehren sich die Zweifel: Ist hier ein neuer Regierungsstil im Entstehen – oder deutet sich vielmehr eine gefährliche Erosion politischer Handlungsfähigkeit an?

    Ein ungewöhnlich langer Stillstand Gemessen an den Gepflogenheiten der Fünften Republik ist die aktuelle Phase bemerkenswert. Frankreich kennt keine festgelegte Frist für die Regierungsbildung nach einer Ernennung – anders als etwa Deutschland oder Belgien – doch politische Erfahrung und institutionelle Logik fordern zügiges Handeln. Lecornu droht nun, den bisherigen Rekord für die längste Regierungsbildungsphase unter der Fünften Republik zu überbieten. Bereits sein Vorgänger Michel Barnier hatte 2024 sechzehn Tage benötigt. Da…

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  • Affäre Sarkozy-Kadhafi: Ein Schuldspruch mit politischer Sprengkraft

    Affäre Sarkozy-Kadhafi: Ein Schuldspruch mit politischer Sprengkraft

    Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wurde am 25. September 2025 wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ im Zusammenhang mit mutmaßlich illegaler Wahlkampffinanzierung aus Libyen verurteilt. Der Schuldspruch ist historisch – und wirft ein grelles Licht auf die Grauzonen zwischen Diplomatie und Machtpolitik. Als das Pariser Strafgericht am 25. September sein Urteil verkündete, war die französische Öffentlichkeit vorbereitet – und doch überrascht. Der einst allmächtige Präsident der Fünften Republik, Nicolas Sarkozy, wurde schuldig gesprochen, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, mit dem Ziel, Gelder des libyschen Staates zur Finanzierung seines Wahlkampfs im Jahr 2007 zu beschaffen. Die Anschuldigungen sind nicht neu, die juristische Auseinandersetzung währt seit über einem Jahrzehnt. Doch das Urteil setzt einen neuen Maßstab in der justiziellen Aufarbeitung politischer Verantwortung in Frankreich. Ein Strafmaß wurde noch nicht verkündet. Der Ursprung: Ein Schattenpa…

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  • Chikungunya in Antibes: Wenn die Warnung vor der Tropenkrankheit per SMS ins Handy flattert

    Chikungunya in Antibes: Wenn die Warnung vor der Tropenkrankheit per SMS ins Handy flattert

    Antibes, Côte d’Azur. Statt Urlaubsfeeling, Sonnenschirm und Croissant am Strand gibt es plötzlich eine Push-Nachricht auf den Handys mit ganz anderem Beiklang: „Alerte sanitaire – cas de chikungunya“. Eine SMS, die mehr als 11.000 Menschen in der südfranzösischen Küstenstadt erreicht hat. Der Auslöser: über 100 nachgewiesene Infektionen mit dem tropischen Virus, alle lokal übertragen, ohne dass jemand zuvor eine Fernreise gemacht hätte. Ein Szenario, das bislang eher in den Schlagzeilen über La Réunion oder Indien auftauchte, spielt sich nun mitten in der französischen Riviera ab.

    Ein Rekord, der niemanden freut Die Gesundheitsbehörden sprechen vom größten bekannten Ausbruch in Frankreichs Geschichte. 103 Infektionen allein in Antibes – das entspricht etwa einem Viertel aller landesweit gemeldeten Fälle. Denn auch das ist neu: Frankreich zählt inzwischen über 500 autochthone Fälle seit Frühjahr 2025. Damit wird der Chikungunya nicht mehr als „importiertes Problem“ betrachtet, das ein…

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  • Angriff in Brest: Wenn rechte Gewalt aus dem Schatten tritt

    Angriff in Brest: Wenn rechte Gewalt aus dem Schatten tritt

    Ein Angriff wie aus einem schlechten Film – nur dass er mitten in Brest Realität wurde. In der Nacht vom 20. auf den 21. September 2025 stürmten rund zwanzig vermummte Männer die Terrasse des Café de la plage, einem Treffpunkt der linken und antifaschistischen Szene der Stadt. Ausgerüstet mit Baseballschlägern, Schlagstöcken und Tränengas verwandelten sie die friedliche Nacht in ein Schlachtfeld aus zerbrochenen Gläsern, Schreien und Blut. Minuten später war alles vorbei, doch der Schock bleibt. Brests Bürgermeister François Cuillandre sprach von einem „geplanten Angriff“, der Finistère-Abgeordnete Pierre-Yves Cadalen von einem „politischen und homophoben Akt“. Und schon am nächsten Tag gingen etwa 1.500 Menschen auf die Straße, um „Nein zum Faschismus“ zu rufen und ihre Solidarität mit den Opfern zu zeigen.

    Eine Eskalation mit Vorgeschichte Der Überfall reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, die Brest seit Monaten erschüttert. Ein Dutzend Angriffe in nur fünf Monaten – das ist d…

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  • Lehrerin im Unterricht im Département Bas‑Rhin mit Messer attackiert: Schock und viele Fragen

    Lehrerin im Unterricht im Département Bas‑Rhin mit Messer attackiert: Schock und viele Fragen

    Am Mittwochmorgen ereignete sich ein schrecklicher Vorfall in einem Collège im Département Bas‑Rhin: eine 66-jährige Musiklehrerin wurde im Klassenzimmer von einem 14‑jährigen Schüler mit einem Messer angegriffen. Die Tat soll sich am Collège Robert‑Schuman in Benfeld, südlich von Straßburg, zugetragen haben. Der Ablauf der Tat Nach ersten Erkenntnissen geschah der Angriff mitten im Unterricht. Die Lehrerin wurde im Gesicht verletzt. Sie wurde in einem ernsten, aber stabilen Zustand ins Krankenhaus gebracht; ihr Leben war zu diesem Zeitpunkt nicht akut in Gefahr.Der mutmaßliche Täter, zunächst flüchtig, konnte kurze Zeit später gefasst werden. Bei seiner Festnahme soll er sich selbst Verletzungen mit einem Messer zugefügt haben. Es wird berichtet, dass der Jugendliche in einer betreuten Einrichtung (Foyer) untergebracht war, doch bisher gibt es keine belastbare Angabe zu einem Motiv.Die Schule wurde sofort evakuiert. Die Schülerinnen und Schüler wurden in eine benachbarte kommunale Hal…

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  • Frankreichs öffentlicher Sender im Krisenmodus: Rechnungshof schlägt Alarm bei France Télévisions

    Frankreichs öffentlicher Sender im Krisenmodus: Rechnungshof schlägt Alarm bei France Télévisions

    Ein Donnerschlag aus Paris: Am 23. September 2025 veröffentlichte die französische Cour des comptes, der Rechnungshof, einen Bericht, der France Télévisions in ein grelles Licht taucht. Die Prüfer sprechen von einer „kritischen finanziellen Situation“ – und warnen, dass die Lage ohne strukturelle Reformen schlicht nicht tragfähig sei. Hinter der nüchternen Verwaltungssprache verbirgt sich nichts weniger als die Zukunft des größten öffentlichen Fernsehsenders des Landes. Zahlen, die wehtun 2025 rechnet France Télévisions mit einem Minus von 40 Millionen Euro. Schon in den Jahren zuvor häuften sich Defizite: Zwischen 2017 und 2024 entstand ein kumulierter Fehlbetrag von 81 Millionen Euro. Die Eigenmittel sind dramatisch gesunken – von 294 Millionen Euro im Jahr 2017 auf nur noch 179 Millionen in 2025.Dazu kommt eine angeschlagene Liquidität. Wer investieren will, braucht aber freie Mittel. Genau hier liegt das Dilemma: Während die Zuschauerzahlen solide bleiben, bricht die finanzielle Ba…

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  • Claudia Cardinale – Ein letzter Vorhang für die große Diva des europäischen Kinos

    Claudia Cardinale – Ein letzter Vorhang für die große Diva des europäischen Kinos

    Die Leinwand ist ein bisschen dunkler geworden. Am 23. September 2025 ist Claudia Cardinale, eine der letzten Ikonen des europäischen Nachkriegskinos, im Alter von 87 Jahren in ihrem Haus im französischen Nemours verstorben – im Beisein ihrer Kinder. Ihr Tod bedeutet weit mehr als das Verschwinden einer Schauspielerin. Es ist ein Abschied von einer Epoche, in der Kino noch nach Zigarettenrauch, samtroten Vorhängen und großen Träumen roch.

    Claudia Cardinale, geboren am 15. April 1938 in Tunis, verkörperte wie kaum eine andere Schauspielerin die goldene Ära des italienischen Films. Sie war zugleich Leinwandgöttin und bodenständige Frau, schillernde Diva und stille Kämpferin. Und sie hinterlässt eine Filmografie, die bis heute Maßstäbe setzt.


    Von Tunis nach Rom – ein unerwarteter Weg zur Schauspielerei

    Cardinales Geschichte beginnt nicht in Cinecittà, sondern im nordafrikanischen Tunis. Sie wuchs als Tochter einer italienischen Familie auf, sprach zu Hause Sizilianisch, in der Schule Französisch. Das Kino? Zunächst nur eine ferne Welt. Doch ein Schönheitswettbewerb mit dem Titel „Die schönste Italienerin in Tunesien“ brachte sie 1957 nach Venedig. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, doch das Schicksal entschied anders.

    Der Preis – eine Reise zu den Filmfestspielen – öffnete Türen, die sie nie gesucht hatte, und doch war es der Startschuss für eine beispiellose Karriere. Bald stand sie vor der Kamera, und Rom, das damals das pulsierende Herz der europäischen Filmindustrie war, nahm die junge Frau aus Tunis mit offenen Armen auf.


    Die Muse der großen Regisseure

    In den 1960er-Jahren war Claudia Cardinale unübersehbar. Sie arbeitete mit Regisseuren, die heute als Legenden gelten: Federico Fellini, Luchino Visconti, Sergio Leone. In Fellinis „8½“ spielte sie die Traumfrau eines zerstreuten Regisseurs, in Viscontis „Der Leopard“ verkörperte sie an der Seite von Burt Lancaster und Alain Delon die Verlockung der Moderne. Und in Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ wurde sie zur geheimnisvollen Jill – eine Rolle, die das Western-Genre für immer veränderte.

    Hollywood klopfte ebenfalls an. „The Pink Panther“, „The Professionals“ – internationale Produktionen boten ihr Ruhm und Reichtum. Doch Cardinale blieb Europa treu. Sie entschied sich bewusst gegen eine reine Hollywood-Karriere. Ihr Platz war in Italien, in Frankreich, in jener Filmkultur, die mehr auf Charaktere und Geschichten als auf Glamour und Blockbuster setzte.


    Schönheit mit Widerstandskraft

    Claudia Cardinale galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Doch sie wollte nicht auf ihre Erscheinung reduziert werden. Sie spielte Figuren mit Tiefe, mit Brüchen, mit Ambivalenz. Frauen, die mehr waren als bloße Projektionsflächen männlicher Fantasien.

    Dabei war ihr eigenes Leben von Härten geprägt. In jungen Jahren erlitt sie sexualisierte Gewalt, die zu einer Schwangerschaft führte – eine Erfahrung, die sie lange geheim halten musste. Erst Jahre später sprach sie offen darüber. Ihr Sohn Patrick wuchs zunächst als „Bruder“ auf, bevor die Wahrheit publik wurde. Trotz dieser Erfahrung ließ sie sich nicht brechen, sondern kämpfte für ihre Autonomie – beruflich wie privat.

    Mit dem Regisseur Pasquale Squitieri verband sie eine jahrzehntelange Partnerschaft, die bis zu seinem Tod 2017 andauerte. Zusammen hatten sie eine Tochter, Claudia.


    Eine Stimme für Frauenrechte und Menschlichkeit

    Cardinale nutzte ihre Prominenz nicht nur für Glamour und Filmplakate. Sie engagierte sich öffentlich für Frauenrechte und humanitäre Anliegen. Ihre eigene Geschichte machte sie zu einer glaubwürdigen Stimme gegen Gewalt und für Gleichberechtigung.

    Als UN-Botschafterin für Frauenrechte setzte sie sich dafür ein, dass Themen wie Selbstbestimmung, Schutz vor Übergriffen und Bildung von Mädchen nicht im Schatten der großen Politik verschwinden.


    Der Tod einer Ära

    Mit Claudia Cardinale verlässt eine der letzten noch lebenden Ikonen des europäischen Films die Bühne. Sie war Teil einer Generation, die Film nicht nur machte, sondern lebte – eine Generation, die Kino als Kunst, als Bühne der Sehnsucht und als Spiegel der Gesellschaft verstand.

    Ihr Tod bedeutet nicht nur den Verlust einer Schauspielerin, sondern auch das endgültige Ende einer Ära, die von Namen wie Fellini, Visconti und Leone geprägt wurde. Und doch bleibt etwas zurück: ihre Filme, ihre Haltung, ihre unverwechselbare Mischung aus Schönheit und Stärke.

    Wird es jemals wieder Schauspielerinnen geben, die zugleich so geheimnisvoll, so nahbar und so kompromisslos eigenständig sind?


    Empfehlung für alle, die sie (neu) entdecken möchten

    Wer Claudia Cardinale heute kennenlernen will, sollte in diese Filme eintauchen:

    • „8½“ (1963) – Fellinis Meisterwerk über Träume und kreative Krisen.
    • „Der Leopard“ (1963) – ein Monument des europäischen Historienfilms.
    • „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968) – Sergio Leones epischer Western, in dem Cardinale die vielleicht wichtigste Frauenrolle des Genres spielt.

    Diese Filme sind nicht nur Klassiker, sie sind Zeitreisen. Sie zeigen eine Schauspielerin, die ihre Rollen nicht spielte, sondern verkörperte.


    Claudia Cardinale war eine Frau, die ihre Schönheit nie zur Maske machte, sondern zur Waffe. Eine Künstlerin, die dem Kino ihren Stempel aufdrückte, ohne laut sein zu müssen. Ihr Lächeln bleibt. Ihr Blick bleibt. Und ihre Filme werden noch lange leuchten, wenn die Scheinwerfer längst erloschen sind.

    Autor: C.H.

  • Chikungunya in Antibes: Ein Alarmruf für ganz Frankreich

    Chikungunya in Antibes: Ein Alarmruf für ganz Frankreich

    Antibes, die Perle an der Côte d’Azur, steht in diesen Wochen aus einem unerwarteten Grund im Fokus: Die Stadt erlebt den größten jemals in Frankreich festgestellten Ausbruch von Chikungunya. Mit derzeit rund 87 bestätigten lokalen Fällen hat sich Antibes zum Epizentrum einer Entwicklung gemacht, die noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte. Und die Frage, die viele beschäftigt, lautet: Bleibt es ein regionales Phänomen – oder ist dies der Auftakt für eine neue Realität im europäischen Gesundheitswesen?

    Der Mückenfaktor: Ein kleines Insekt mit großer Wirkung Hauptverantwortlich ist der Mücken-Exot Aedes albopictus, besser bekannt als Tigermücke. Ursprünglich aus Asien stammend, hat sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten dank globalem Warenverkehr und wärmerem Klima in Südfrankreich fest etabliert. Die aktuelle Witterung – warme Nächte, feuchte Phasen, stehendes Wasser in Gärten und auf Balkonen – ist für die Verbreitung der Mücke Ideal. Mit jedem Stich kann sie…

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  • 700 tote Schweine im Stall: Was ist im französischen Saint-Aubin-de-Terregatte passiert?

    700 tote Schweine im Stall: Was ist im französischen Saint-Aubin-de-Terregatte passiert?

    Es ist ein furchtbarer Anblick: Rund 700 Schweine verendet, seit Wochen unbemerkt, in den dunklen Ställen eines abgelegenen Betriebs in der Normandie. Ein Skandal, der Fragen aufwirft – und nicht nur über die Verantwortung eines einzelnen Landwirts, sondern über ein ganzes System. Eine grausige Entdeckung Saint-Aubin-de-Terregatte – ein beschaulicher Ort im Département Manche, nahe der Grenze zur Bretagne. Hier, in einem Schweinemastbetrieb, entdeckten Kontrolleure der französischen Tierschutzbehörde DDPP am 11. September etwas, das man sich kaum vorstellen mag: In den Stallungen lagen Hunderte Kadaver – teils verwest, übereinandergeschichtet, der Gestank unerträglich. Der gesamte Bestand des Betriebs war tot. Seit mehreren Wochen, so die Einschätzung der Behörden, lagen die Tiere bereits dort. Die Ursache? Noch völlig unklar. Krankheit? Technikversagen? Fahrlässigkeit? Die Ermittlungen laufen. Ermittlungen wegen Tierquälerei Was bislang feststeht: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gege…

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